Weltweiter Preisanstieg

  • Damit der Thread zur Wirtschaftskrise nicht überlastet wird, hier das Thema "Anstieg der (Lebensmittel-)Preise" weiterdiskutieren. Nachfolgend die wesentlichen Aussagen von Amenacht und Alexios dazu. Einfach auf "Zitat" klicken, um den genauen Ursprungspost zu finden.

    Ich bin nicht der Meinung dass man hier eingreifen muss. Ich bin immer für klare Konzepte, entweder man erlaubt es oder nicht. Mag zwar als Schwarz-Weiss-Seherei angesehen werden, doch diese feingliedrigen Unterscheidungen dienen sowieso nur dazu, die Regeln zu umgehen und Arbeit für Juristen wie mich zu schaffen. Von daher muss man mal sagen ob man vom Prinzip her Devvisenhandel erlauben will oder nicht und wenn ja, dann möglichst ohne EInschränkungen. Dass ein Land wie Island halt nicht unbedingt eine eigene Währung braucht (bin mir jetz gerade nicht sicher ob dem so ist, es soll hier nur als Beispiel dienen) ist m.E. halt offenkundig.
    Ausserdem denke ich, dass der Anstieg der Preise ga rnicht so verkehrt war. Zwar mag sich dies kurzfristig negativ für viele hungerleidende Personen auswirken, aber für die seit vielen Jahrzehnten geplagten Bauern (nicht nur hier, überall) bedeutet dies eine erhebliche Steigerung Ihres Einkommens (oder es KANN dies bedeuten) und dadurch wird der 3. Welt, die ja vornehmlich Landwirtschaft betreibt mittelfristig auch helfen.

    Wir reden hier jetzt von Menschenleben. Was ist den besser? Wenn Bauern mehr Gewinn haben könnten oder wenn Menschen weniger Hunger leiden müssen? Von dem freien Handel mit Devisen, Öl usw. hängen tausende von Arbeitsplätzen ab. Ich finde es einfach pervers, wenn ein paar Reiche noch reicher werden und dafür ein paar tausend Leute ihren Job verlieren. Und ein genereller Preisanstieg, den immer die Verbraucher tragen, wird nicht 1:1 auf die Bauern übertragen. DIe werden davon noch am wenigsten haben.


    Ich verstehe dich vollkommen. Aber Leben und Handel braucht einfach Regeln, sonst regiert das Chaos.

    Ich finde aber, dass man mit manchen "Waren" (ich nenn es mal so) wie Öl, Devisen und Unternehmen so nicht handeln darf, wie es im Moment der Fall ist. Durch den Devisenhandel zum Beispiel, können ein paar wenige Spekulanten das eine oder andere Land wirtschaftlich stark so beeinflussen, dass diese die Inflationsrate steuern können. Zum Beispiel kaufen diese viele Devisen eines Landes in Massen und verscherbeln diese wieder. Die Folge ist, dass der Währungskurs dieses Landes extremen Schwankungen ausgesetzt ist und somit die Im- und Exporte beeinflussen. Dies hat Einfluss auf die gesamte Wirtschaft dieses Landes. So ein System finde ich falsch, weil Spekulanten, die nur am Profit interessiert sind, sich auf Kosten einer gesamten Volkswirtschaft bereichern können.

    Mir fehlen hier nun die Statistiken, aber ich glaube die Mehrheit der Bauern gehört nicht zu den "reichen", sondern eher zur Mittel- bis Unterschicht (in Europa ziemlich sicher, in Afrika und Asien möglicherweise) Natürlich macht es keinen SInn, wenn Grossgrundbesitzer abkassieren, aber nur schon zum Beispiel in der Schweiz haben die Bauern erfolgreich durchgesetzt, dass die Milchpreise angehoben werden und sie dadurch mehr verdienen.
    Ich denke ganz allgemein wird es der 3. Welt helfen, da dort ja die Grundlage der Wirtschaft meist die Landwirtschaft darstellt. Und nun können durch den Anstieg der Preise dringen nötige Investitionen getätigt werden, Investitionen die auch die Wirtschaft dort ankurbeln. Die Wirtschaft in Afrika und Asien könnte also durch diesen Anstieg wachsen was diesen Ländern enorm gut täte...Du hast aber recht, es fragt sich wie viel von den Preiserhöhungen jemals dort ankommen.
    Dass der Anstieg nicht 1:1 übertragen werden kann liegt glaube ich in der Natur unseres Wirtschaftssystems. Aber es würde mich schon freuen wenn die Bauern überhaupt profitieren können.
    Vielleicht würde es ja wieder lohnenswerter Mais statt Koks anzubauen... :thumbsup:

  • Inflation ist ein notwendiger Wirtschaftstreiber.


    Man nehme mal, ein Produkt hat vor 20Jahren umgerechnet 10€ gekostet, in einer Welt ohne Inflation und
    wäre heute immernoch 10€ teuer.
    Hinzu kommt, dass Gehälter immer gleich und auch Zinsen sich nie ändern und der Geldzuwachs entspricht
    dem jeweiligen Wirtschaftszuwachs, bedingt durch das bevölkerungswachstum und führt nie zu einer
    inflationärer oder deflationärer Situation.


    Die Folge wäre, dass neues Absatzpotential und somit die erhöte Produktion, nur aus dem Anstieg der
    Bevölkerungszahl resultiert. Das Wirtschaftswachstum und somit der Wohlstand eines Landes würden sich
    extrem verlangsamen, da alle Märkte ständig gesättigt werden, und nur neue Babys und eine minimal Erhöhung
    des Geldumlaufes wirtschaftliche Attraktivität darstellen.


    Was aber, wenn der Staat nun seine Rechnungen bspw. mit neu gedrucktem Geld bezahlt?
    Die Folge wäre, dass sich der Geldumlauf erhöht. Die Fensterputzerfirma vom Bundestag hätte nun mehr
    Einnahmen. Der Firmeneigentümer erzielt also einen höheren Gewinn und sein Privatvermögen steigt.
    Durch das erhöhte Privatvermögen, steigt auch seine Kaufkraft.


    Wenn der Eigentümer der Fensterputzerfirma nun denkt, er hätte genug Geld gespart, dann wird er anfangen,
    seinen Überschuss zu nutzen, um seinen Lebensstandard zu verbessern.


    Stellen wir uns vor, er beschließt, dass er sich nun einmal mehr im Jahr ein paar Schuhe nun kaufen will.
    Wenn der Schuhladen seines Vertrauens bereits zu 100% ausgelastet ist, dann wird der Laden vermutlich aufgrund
    der erhöhten Nachfrage neue Arbeitskräfte einstellen und die Produktion erhöhen, da es wirtschaftlich attraktiv ist.
    Da aber in den seltesten Fällen in der realen Wirtschaft Fabriken zu 100% ausgelastet sind und Produktionsstätten
    Zeit brauchen, bis sie errichtet wurden und neue Mitarbeiter ausgebildet werden müssen,
    wird der Schuhladen wohl anstatt die Erhöhung der Produktion anzustreben, viel mehr die Preise erhöhen
    Anstatt 30€, kosten die Schuhe nun 32€, denn dass ist der Besitzer des Fensterladens bereit zu zahlen, aufgrund seines
    hohen Vermögens.
    Sollte dadurch ein anderer Kunde sich die Schuhe nicht mehr leisten können, so hat der Schuhladen dennoch 2€ mehr an
    Einnahmen, welche dem Eigentümer des Landes wiederum zu Gute kommen und dessen Privatvermögen erhöhen.
    Der Kreislauf beginnt also. Insgesamt hat sich natürlich durch die Preiserhöhung der Schuhe, der Warenkorb der Bürger
    verteuert -> Inflation also.


    Damit die Bürger sich aber dennoch ihre Waren weiterhin leisten können, gibt es Zinsen, welche einen Ausgleich zur Inflation
    darstellen. Auch gibt es meist Zeitverzögert Lohnerhöhungen, welche aus verstärkter Konkurrenz, Forderungen der
    Arbeitnehmervertretungen oder simpler Einnahmen aus Geschäften resultieren und den Gegenpol zur Inflation darstellen.


    Durch ein gesundes Maß an Inflation, kann also ein vielfaches der Wirtschaftsleistung und -attraktivität gewonnen werden,
    wie komplett ohne diese.


    Fatal ist eine Situation der Deflation. Folgerichtig schrumpf hier die Attraktivität des Marktes rapide, was Entlassungen und
    Lohnkürzungen zur Folge hat, welche sich wiederum auf andere Bereiche auswirken und die Wirtschaft schwer anschlagen und
    schrumpfen lassen.


    Auch eine zu Hohe Inflation ist gefährlich, da die Welt und das Wirtschafts- und Finanzsystem sehr vielschichtig sind und sich
    niemals alle Parameter um die richtigen Werte verändern können, damit Gleichgewischte entstehen. Folglich kann eine
    Überattraktivität eines Marktes und daraus resultierender hoher Produktionsmengen fatale Folgen haben, wenn aufgrund von
    Sättigungserscheinungen oder Modetrends, die Produktionsausschüsse nicht mehr abgesetzt werden können.
    Auch hier ist dann eine hohe Arbeitnehmerfreisetzung zu befürchten, welche wiederum die Löhne für Arbeitskräfte senken und
    somit die Kaufkraft insgesamt, nicht zuletzt auch, da die Eigene Kaufkraft erloschen ist, insofern keine Tranfersummen des
    Staates getätigt werden.


    Als ein gesundes Inflationsmaß gelten 2% bis 3%, wobei sich das auf das Maß insgesamt bezieht. In einzelnen Märkten, sind
    je nach Situation deutlich höhere Inflationsraten sinnvoll, bis entsprechende Parameter dies nicht mehr zulassen, für ein Gleichgewicht.

  • Inflation ist ein notwendiger Wirtschaftstreiber.


    Man nehme mal, ein Produkt hat vor 20Jahren umgerechnet 10€ gekostet, in einer Welt ohne Inflation und
    wäre heute immernoch 10€ teuer.
    Hinzu kommt, dass Gehälter immer gleich und auch Zinsen sich nie ändern und der Geldzuwachs entspricht
    dem jeweiligen Wirtschaftszuwachs, bedingt durch das bevölkerungswachstum und führt nie zu einer
    inflationärer oder deflationärer Situation.

    Ich möchte deiner Argumentation folgen, aber ich gerate schon hier ins Stolpern: warum bleiben bei fehlender Inflation die Gehälter und Zinsen immer gleich? Was ist mit technischem Fortschritt?

  • Wenn Gehälter, Zinsen und Geldumlauf sich in einer freiwirtschaftlichen Umgebung willkürlich ändern können, dann
    wird es zwangsläufig fürher oder später zu Infaltion oder Deflation kommen. Daher ist es im volkswirtschaftlichem
    Modell unabdingbar, die Einflussfaktoren auf Null zu setzten, damit eine Untersuchung der wirtschaftlichen Entwicklung
    komplett ohne Inflation untersucht werden kann.


    Beispiel:
    Gehälter erhöhen sich -> Kaufkraft steigt -> Nachfrage steigt -> Unternehmen können Produkte teurer verkaufen -> Inflation
    Gehälter sinken -> Kaufkraft sinkt-> Nachfrage sinkt -> Unternehmen können Produkte nichtverkaufen -> Deflation -> Arbeitslosigkeit -> noch mehr Deflation



    Bei technischem Fortschritt ist es für das Unternehmen möglich, seine Produkte günstiger anzubieten und somit einen
    höheren Gewinn einzustreichen. Wenn das Unternehmen alles absetzten kann, da ja keine Bewegung im Markt ist, dann
    wird es die Preise nicht senken.


    Sollte es zur Innovation kommen und dies sich in einem neuen Produkt wieder finden, so würde es vermutlich das bisherige
    Produkt des Unternehmens komplett erstezen, da durch oben genannte Annahmen die Märkte vollkommen gesättigt sind,
    bzw kein Abnehmerpotential besteht.
    Sollte die Einführung erfolgreich sein, so wird sie sich schnell ein Marktpreis herauskristalisieren, der marktvertretbar ist
    und die kurze Auswirkung auf die Inflation wäre wieder verloren.


    Da wir aber annhemen müssen, dass Marktwachstum hauptsächlich nur durch die Zunahme der Bevölkerung stattfindet, da
    wir ja die Inflation eleminieren wollen, ist es nur folgerichtig, dass die Gewinnmargen der Unternhemen sehr gering sind.
    Es gibt also kaum freies in Unternehmen verfügbaren Kapital, womit Forschung&Entwicklungs-Bemühungen finanziert werden
    können. Die Folge für die Gesamtwirtschaft ist eine minimale Innovationskraft, welche sich nur noch aus einzelnen schlauen
    Leuten zusammensetzt, die mit einem Minimum an Kapital neue Dinge erfinden.


    In der frühe Geschichte Roms sah man genau diese Folgeerscheinungen, als eine zu geringe Geldmenge die Wirtschaft nicht
    wachsen ließ, weil nicht genug Edelmetalle zur Verfügung standen. Es kam sogar zeitweise zu Deflationserscheinungen.



    edit:
    du wirst es nicht glauben, aber eigentlich ist VWL das schlimmste überhaupt für mich in meinem Studiengang. ^^

  • Wenn Gehälter, Zinsen und Geldumlauf sich in einer freiwirtschaftlichen Umgebung willkürlich ändern können, dann
    wird es zwangsläufig fürher oder später zu Infaltion oder Deflation kommen. Daher ist es im volkswirtschaftlichem
    Modell unabdingbar, die Einflussfaktoren auf Null zu setzten, damit eine Untersuchung der wirtschaftlichen Entwicklung
    komplett ohne Inflation untersucht werden kann.


    Willkürliche Änderungen meinte ich sicherlich nicht, sondern eigentlich eher Änderungen gemäß Fortschritt und Wirtschaftswachstum.


    Davon abgesehen stellt sich mir da auch die Frage, wieviel Aussagekraft dein Modell bezüglich der Realität hat, wenn du Lohn-, Zinsänderungen usw. generell ausschließt. :grübel:



    Zitat

    Gehälter erhöhen sich -> Kaufkraft steigt -> Nachfrage steigt -> Unternehmen können Produkte teurer verkaufen -> Inflation


    Nun, wenn du von Gewerkschaften ausgehst, die zu hohe Löhne durchsetzen, ist da natürlich was dran, aber es kann ja auch durch Fortschritt oder Wachstum gerechtfertigte Lohnerhöhungen geben, und die entwerten ja das Geld nicht (Geldmengenwachstum entspricht dann Wirtschaftswachstum, wie du schon im ersten Post schriebst). Hier müssen wir aber klarstellen, ob wir von Real- oder von Nominallöhnen sprechen.



    Zitat

    Bei technischem Fortschritt ist es für das Unternehmen möglich, seine Produkte günstiger anzubieten und somit einen
    höheren Gewinn einzustreichen. Wenn das Unternehmen alles absetzten kann, da ja keine Bewegung im Markt ist, dann
    wird es die Preise nicht senken.


    Das verstehe ich gar nicht. Was meinst du mit "Bewegung im Markt"?



    Zitat

    Sollte es zur Innovation kommen und dies sich in einem neuen Produkt wieder finden, so würde es vermutlich das bisherige
    Produkt des Unternehmens komplett erstezen, da durch oben genannte Annahmen die Märkte vollkommen gesättigt sind,
    bzw kein Abnehmerpotential besteht.


    Vollkommen gesättigte Märkte in einem volkswirtschaftlichen Modell? Das wirst du nicht meinen, oder?




    Zitat

    Da wir aber annhemen müssen, dass Marktwachstum hauptsächlich nur durch die Zunahme der Bevölkerung stattfindet, da
    wir ja die Inflation eleminieren wollen, ist es nur folgerichtig, dass die Gewinnmargen der Unternhemen sehr gering sind.


    Auch hier wieder die Frage: Warum Wachstum nur durch Bevölkerungswachstum? Was ist mit Maschinen, Gebäuden, Autos etc.? Mir sind deine Annahmen immer noch nicht ganz klar. :wacko:



    Zitat

    In der frühe Geschichte Roms sah man genau diese Folgeerscheinungen, als eine zu geringe Geldmenge die Wirtschaft nicht
    wachsen ließ, weil nicht genug Edelmetalle zur Verfügung standen. Es kam sogar zeitweise zu Deflationserscheinungen.


    Die Politikempfehlung, die du aber damit abgibst (also "Geld drucken"?), ist aber doch sehr fragwürdig und ist durch die Geschichte wohl leichter zu wider- als zu belegen. Was ist z.B. mit den Goldimporten Spaniens und anderer europäischer Nationen in der frühen Neuzeit? Haben die die Wirtschaft angekurbelt?


    Also, ich will jetzt deine Argumentation nicht unbedingt zerpflücken, aber du hast dich ja mit deiner Anfangsthese auch weit aus dem Fenster gelehnt. ;)


  • zu. 1
    Ein Model ist immer eine abstrahierte Form der Realität. Unsere VWL-Professoren scherzen selber über sich,
    dass das ganze immer nur sehr wenig realitätsnah ist und nur unter bstimmtes Prämissen funktionieren kann.


    Was sie damit meinen ist, es geht nicht darum, in einem Model die Realität der Wirtschaft abzubilden, denn dass
    wäre schlicht weg nicht möglich, bzw. der Sache nicht dienlich, da man vor Datenmengen nichts erkennen kann.
    Ein Model versucht also dies extrem zu vereinfachen, um gewisse Essenzen für den Anwender zu generieren, z.b.
    ob es zwischen Parameter A und Parameter B ind er Wirtschaft zusammenhänge gibt und wie diese sich Auszeichnen.



    Zu den willkürlichen Änderungen schließe ich in diesem Zusammenhang Fortschritt als willkürlich mit ein, denn es
    ist nicht möglich, zukünftigen Fortschritt zu prognostizieren in einem volkswirtschaftlichen Model.
    Was ich aber eigentlich Aussagen wollte ist, dass die Geldmenge, Zinsen und Gehälter sich nicht (stark) ändern
    dürfen, da sonst unsere Situation aus dem Gleichgewicht kommt und einer dieser Parameter dann eine Inflation
    oder Deflation auslöst, welche wir ja in unsere Untersuchung nicht haben wollen.
    Wenn die Parameter, die ich oben nenne nun Null sind, also sich nur so verändern, dass weder Inflation noch
    Deflation entsteht, was wir ja wollen, dann gibt es nur noch das Bevölkerungswachstum, welches es lohneswert
    macht, dass man anstatt bisher 100 Brote nun 101 produziert und dafür jemand eingestellt wird, der in der letzten
    Generation geboren wurde. Die Geldmenge passt sich dem neuen Menschen dieser Volkswirtschaft an und es
    entsteht keine Deflation und keine Inflation.
    Dies alles ist nicht realistisch, aber nur so lässt sich eine Welt komplett ohne Inflation erklären bzw. erstellen.
    Es ist ein Extrembeispiel, welches bei der Vielschichtigkeit einer Volkswirtschaft nie vorgekommen ist und auch
    zukünftig nicht eintreten wird.


    Ist dass Model unsere Volkswirtschaft dadurch nun unbrauchbar? Nein, es zeigt uns ja was passiert, wenn Staat
    und Wirtschaft falsch mit den ihnen zur Verfügung stehenden Instrumenten umgehen. Es kann gemäß den Erklärungen
    des Models zu Infaltion oder Deflation kommen und somit zu einer möglichen Stagnation, Schrumpfung oder Blühe
    der Wirtschaft gereichen.


    zu 2.
    Da hast du vollkommen Recht, es muss ein Gleichgewicht entstehen zwischen den Parametern, sprich, die Erhöhung
    der Geldmenge muss der Erhöhung der produzierten Leistungen entsprechen. Ein Ausgleich kann in der Realität aber nur
    zeitversetzt stattfinden, sodass mindestes zwischenzeitlich eine inflationäre Situation entsteht, welche wir nicht wollen.
    Beachten müssen wir aber, dass Inflation nicht mit den Einkommen der Konsumenten verrechnet wird. Das bedeutet, wenn
    eine Infaltion von 3% herrscht und das Einkommen im Schnitt 3% steigt, so wird dies nicht verrechnet. Die Inlfationsrate ist
    eigenständig weiterhin bei 3%. Hier kann es also zu Misverständnissen kommen, welchen Einfluss das Gehalt der Konsumenten
    auf die Inflationsrate hat.


    zu 3.
    Wenn es keine Änderungen bei Zinsen, Gehälter und Geldmenge gibt, die sich über das Gleichgewicht hinaus bewegen, so
    ändert sich das Konsumentenverhalten nur ganz minimal, auf kurzfristige Veränderungen. Auch Neugeburten im gewöhnlichen
    Maße ändern daran nichts. Die Unternehmen können sich also bereits kurzfristig an die kleinen Schwankungen im Markt reagieren
    und sich anpassen. In der Markt steht damit praktisch still. Dabei betone ich nochmal, dass plötzliche willkürliche Situationen
    nicht kalkulierbar sind, oder an Wahrscheinlichkeit verlieren. Zum Beispiel verlieren Innovationen ihre Atraktivität, da der Markt
    sich nur sehr langsam für diese rentabel und auch finanzierbar gestaltet. Auch können plötzliche Einflusse wie Krisen durch
    Umwelteinflüsse oder Politik nicht prognostiziert werden in dem Model, was auch nicht notwendig für uns ist, wollen wir doch
    nur erklären, was wäre wenn.


    zu 4.
    Und doch, genau das meine ich. Es ist die Lieblingsannahme einen Volkswirten. Sie verainfacht eine Situation so weit, dass
    die Auwirkungen auf gewisse Gegebenheiten ganz einfach erklärt werden können. Als Begründung für diese Annhame können
    wir wieder unsere Schlussfolgerung der starren Märkte heranziehen. Ein Markt, der starr ist, ist erklärbar und vollkommen
    analysierbar. Dies bedeutet, dass das Unternehmen auf langfristige Sicht hin prognostizierne kann, welches Absatzvolumen dieser
    Markt hat. Das unternehmerische Handeln wird dann automatisch dazu führen, dass die Unternehmensführung die Produktion so
    anpasst, dass eine innerbetriebliche Auslastung von 100% erreicht wird, also vollkommene Effizienz. Ein Beispiel: wenn du weisst,
    dass du 10 Maschinen hast und weisst, dass du in den nächsten Jahren genau soviel absetzt, dass nur 9 Maschinen benötigt werden,
    so wirst du die 10te Maschine verkaufen oder sonstiges. Du strebst automatisch eine höhere Produktionsauslastung an, also mehr
    Effizienz. NAaürlich wird diese nie vollkommene 100% in der Realität erreichen.
    Nehmen wir an, deine Auslastung wäre nun bei optimierten 90%. Du hättets also die Möglichkeit, in den nächsten Jahren noch neue
    Kunden zu bedienen, ohne eine Neue Maschine kaufen zu müssen. Doch, da die Märkte starr sind, ist dies ein langwidriger Prozess.
    Da deine Gewinne nur langsam wachsen, wird auch deine Motivation neue Produkte unter Einsatzes deines Kapitals zu entwickeln
    natürlich langsam zunehmen. Wir haben also die Situation, wo die Innovation nur minimal ist.
    Solltest du nun doch es gewagt haben, ein neues Produkt zu entwickeln, so hast du doch das Problem, dass die Märkte so gut wie
    gesättigt sind, da alle Unternehmen sich bereits an den Markt optimiert haben. Dein Produkt wird also deinen Vorgänger
    ersetzten, oder entsprechende Marktanteile von Konkurrenzprodukten gewinnen. Die Arbeitskräfte, die bei der Konkurrenz freigesetzt
    werden, da die Gewinne einbrechen, wirst du dann jedoch einstellen, dmait du deine eigene Produktion aufrecht erhalten kannst. Der
    Kreislauf hat sich also kurzfristig wieder geschlossen.


    zu 5.
    Nun, weil wir alle Triebkräfte, welche Inflation bewirken so minimieren wollen, dass sie spätestens kurzfristig wieder im Gleichgewicht
    sind. Ziel ist eine imaginäre Welt ohne Inflation. Wenn sich aber nun plötzlich die Löhne drastisch erhöhen, so ist die Waage stark im
    Ungleichgewicht und es kommt zur Inlfation. In jedem Fall zeitversetzt und hier sicher erst mittel- oder langfristig könnte die Waage wieder
    ins Gleichgewicht gebracht werden, in dem man die Geldmenge bspw. reduziert und somit die Unternehmen die Löhne wieder reduzieren.
    Das Ziel, dass wir dauerhaft keine inflationslose Welt haben, ist aber dann gescheitert.


    zu 6.
    Ja, die Erhöhung der Geldmenge hat Spanien am Anfang gut getan und Rom über lange Jahre zu seiner Blütezeit gebracht. Das Problem
    bei einer zu hohen Geldmenge ist, dass die Kaufkraft rapide steigt. Neue Fabriken brauchen aber manchmal Jahre, um die ersten neuen
    Produkte herzustellen. Was passiert ist, dass in der Zwischenzeit sich die Preise erhöhen, weil erstens genug Geld im Umlauf ist, welches
    die Unternehmen einnhemen wollen und zweitens, weil die Kunden sich gegenseitig überbieten. Produkte sind also knapp, aber jeder will
    sie haben und es gleicht manchmal dann wie bei einer Auktion: wer das meiste bietet, der bekommt das Gut. Ein Goldstück ist also nicht
    mehr soviel wert wie früher, sprich, für ein goldstück bekommt man nun weniger -> Inflation.




    So, hoffe ich konnte das einigermaßen gut erklären, denn einfach ist es nicht :)
    wenigstens strenge ich mal wieder meine Birne damit ein bischen an. ^^

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