Europäische Energiekrise

  • Das mit der fehlenen Digitalisierung ist ein ganz großes Problem; wie wir schon während der Primetime der Pandemie beobachten konnten sind Leitz-Ordner, Post-Its am Monitor und getackerte Notizzettel der heisse Shit. Das kriegste aus deutschen Behörden leider nicht hinaus.


    Sicherlich ist es kacke, wenn Großverdiener eine Gasrechnung bezahlt bekommen; doch von wie viel Euro reden wir hier denn? Ein Besserverdienender mit einem 200 qm Haus hat jetzt keine höhere Gasrechnung als eine 4-köpfige Familie mit einem Jahreseinkommen von <70.000 €.

    Für mich sind die Diskussionen über Gieskannen einfach nur Nebenschauplätze. Dem sozialen Frieden sicherlich nicht förderlich, doch finanziell vernachlässigbar ( unter den aktuellen Behördenumständen und nicht existenter Digitalisierung ).

    Was man auch bedenken sollte: seit Jahren zählen Großverdiener mit Spitzensteuersatz ab 58.000 € dazu; das sind Spitzenverdiener!

    Politisch kann es nicht gewollt sein, daß Spitzenverdiener ihre Gasrechnung ersetzt bekommen; also kann man entweder die Einkommensgrenze hochsetzen oder per Gieskanne alle beglücken.

    Daß man sich auf 72.000 € geeinigt hat, ist zwar löblich, aber immer noch über´s Ziel hinausgeschossen.


    Und das europäische Ausland liebt uns für den Doppel-Wumms! Daß man Gas und Öl zentral über Brüssel einkaufen könnte, kommt niemandem in den Sinn; außer natürlich man hat finanzielle Vorteile davon.

    Europäische Rohrkrepierer, wieder mal.

  • Mogges


    Das wird jetzt spannend für mich: zählst du persönlich Menschen, die über 58TEUR verdienen, zu Spitzenverdienern?


    Ich kann mir vorstellen, in München, Hamburg oder Frankfurt wird man als sogenannter „Spitzerverdiener“ kein Land äh Wohnung sehen. Es dünkt mir, hier versucht man die sozialen Schichten unterhalb der 10% gegeneinander auszuspielen.

  • zählst du persönlich Menschen, die über 58TEUR verdienen, zu Spitzenverdienern?

    Eben nicht, darum geht´s doch.

    Unser Arbeitsmarkt ist dermaßen versaut durch den exorbitant ausgeprägten Billiglohnsektor, daß diejenigen, die drüber liegen automatisch als vermögend gelten.


    Statements vom Arbeitgeberverbänden, die Erhöhung des Bürgergeldes um 50,- € gefährde die Löhne im Handwerk und läßt viele zuhause bleiben, zeugt von der unfassbaren Ignoranz, Arroganz und Unkenntnis der echten Kosten, die man jeden Monat zu stemmen hat.

    Der Spitzensteuersatz sollte bei 100.00 € losgehen, dann aber auch 50% + X Abzüge beinhalten.

  • Eben nicht, darum geht´s doch.

    Unser Arbeitsmarkt ist dermaßen versaut durch den exorbitant ausgeprägten Billiglohnsektor, daß diejenigen, die drüber liegen automatisch als vermögend gelten.

    Dazu Folgendes:


    Der aktuellen Auswertung nach hat sich dieser Wert inzwischen erhöht: Ab einem Einkommen von 3529 Euro netto pro Monat gehört ein Single zu den oberen zehn Prozent der Topverdiener. Paare ohne Kinder zählen ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 5294 Euro zu den oberen zehn Prozent, eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren ab 7412 Euro netto.

    Bei diesem Gehaltsrechner kann man sehen, wie viele Prozent der Bevölkerung netto mehr oder weniger verdienen.


    Ab 3690 € Nettoeinkommen für einen Single gehört man zu den obersten 10 Prozent der Einkommenspyramide. Ist halt die Frage, wo man "Spitzenverdiener" jetzt ansetzt. Ab den obersten 10 Prozent geht die Kurve dann sehr schnell, sehr steil nach oben. Um zu den obersten 5 Prozent der Einkommenspyramide zu gehören, brauchst du ca. 4500 € Netto. Zum bestverdienenden Prozent der Bevölkerung gehörst du ab 6100 € Netto im Monat als Single. (Gerechnet immer auf das Haushaltseinkommen)

  • Nettoeinkommen ist ja nur Gehalt nach allen Abzügen? Ich fände gut wenn sich die Statistiken mehr nach "Haushalteinkommen" nach Abzug der Wohnkosten orientieren würden.

    Jemand der 3.000 Euro verdient und gleichzeitig in geerbtem/abbezahltem Wohneigentum wohnt, dem geht es um Längen besser als jemand der in der Stadt lebt und die Hälfte seines Geldes noch für Miete draufgeht.

  • Kleiner Hinweis hierzu:

    Zitat

    Auf welchen Daten basiert die Auswertung?


    Die Berechnungen basieren auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Das SOEP ist eine seit 1984 durchgeführte repräsentative Wiederholungsbefragung in Deutschland von aktuell rund 40.000 Personen aus mehr als 16.000 Haushalten. Aktuell sind die SOEP-Daten bis zum Jahr 2018 verfügbar, wobei sich die Einkommen – entgegen der sozio-demografischen Merkmale – auf das jeweilige Vorjahr beziehen, also 2017. Da hier die Einkommensverteilung im Vordergrund steht, beziehen sich die Jahreszahlen in der Grafik also auf das Jahr 2017.

    Die Daten dort sind also schon wieder 5 Jahre alt - Rezension, Inflation etc. pp., da sind inzwischen auch wieder ein paar Sachen passiert, die sichtbare Auswirkungen auf die Statistiken haben dürften.

    Steam-Profil


    "When the world rots, we set it afire. For the sake of the next world. It's the one thing we do right, unlike those fools on the outside." - Corvian Settler (Dark Souls 3)

    "People are paying me to rob them." - Spiffing Brit playing M&B2

  • Dann drücke dich das nächste Mal bitte klarer aus. Ironie lässt sich schwerer im Text erkennen. ;)


    Ob es nun genau 100.000 € sein müssen, sei mal dahin gestellt. Es muss endlich etwas passieren. Die tatsächliche Grenze will nun Lindern nach oben setzen und es war der stellvertretende Fraktionschef der Grünen, der dagegen Einwände sieht.


    Diese unverschämten Leistungsträger dürfen nicht verfassungsgemäß entlastet werden, schließlich muss der Moloch an Sozialstaat, den sich die deutsche Politik seit Jahrzehnten leistet, weiter aufgebläht werden.


    Ich bin ein reicher Mensch und werde von Jahr zu Jahr noch reicher. Später erwartet mich ein ungebührliches Erbe an Immobilien und Unternehmen. Das Elend könnte mir schlichtweg egal sein. Voller Verachtung könnte ich über die Klassen unter mir schauen. Da kommt jetzt dein imaginärer Spiegelblick zum Tragen.


    Ich habe einfach die Schnauze voll von dieser Scheiße. Menschen in meinem Freundeskreis gehen bis zu 14 Stunden arbeiten pro Tag und stehen bei teilweise 1000 Euro Verdienst im Monat. Sie arbeiten aber gern in der Gastro, freier Kindergärtner, Alltagshelferin, Friedhofsgärtner, Angestellte Architektin oder als selbstständiger Friseur. Hilfe muss immer Menschen in Not zu Teil werden, gleichzeitig darf der Blick auf die restlichen Menschen nicht vergessen werden. Hier liegt für mich eine Verstetigung eines Ungleichgewichts seit Jahren vor. Der Mittelstand blutet aus.

  • Ich bin ein reicher Mensch und werde von Jahr zu Jahr noch reicher. Später erwartet mich ein ungebührliches Erbe an Immobilien und Unternehmen. Das Elend könnte mir schlichtweg egal sein. Voller Verachtung könnte ich über die Klassen unter mir schauen.

    Wenn Du so unfassbar reich bist, ( was Du übrigens nicht zum ersten mal betonst ), dann gib doch einen Teil Deines Vermögens an Deine 14h-malochenden Freunde ab und finanzier ihnen ein Leben mit einem 8-Stundentag? ;)


    In drei Jahren haben wir mit Fritze Merz einen Kanzler, der das ganze Steuerrecht auf einen Bierdeckel schreiben läßt; entweder gibt´s dann Fallpauschalen mit einem Fixbetrag für jeden, egal wie groß das Brutto ist oder Freibier für alle.

    Fazit aller Regierungen seit den 70´ern ist nun mal, daß die Wirtschaft die Gesetze schreibt; ohne Lobbyregister, Zweit-Drittjobverbot für Abgeordnete, transparentere Parteispenden und Reduzierung des Parlaments, wird sich daran nichts ändern. Das deutsche Mantra des sicheren Arbeitsplatzes [ auch wenn er noch so beschissen bezahlt ist ] kann nun mal nur so verwirklicht werden; man muß es den Wählern nur eben so verkaufen. Dann macht es auch keinen Unterschied, ob wie nen Sozen an der Spitze sitzen haben oder einen Konservativen.

    Wir haben 5 Parteien an den Regierungen gehabt, nix hat sich gändert. Die Linke oder die AfD werden´s wohl kaum reissen.

    Das Problem: niemand WILL etwas ändern ( und wie wir an Olaf bewundern dürfen; kann es auch nicht ).


    Dieses lächerliche Gejammere der Vorstandsetagen vor Einführung des MIndestlohns -> total lachhaft und entwürdigend für einen Großteil ( 40%!! ) der Arbeitnehmer.

    Die Pleitewelle und Konkursschwemme des Mittelstands blieb aus und auch das Bürgergeld mit 50,- € Erhöhung wird unsere Wirtschaft ohne Blessuren verkraften. Einfach mal hin und wieder Berichte lesen des Bunds der Steuerzahler, des Bundesrechnungshof und rigororses Durchgreifen bei Steuersparmodellen weltweit agierender Konzerne, Schwarzgeldbekämpfung; da gibt es ganz andere MIttel an Geld zu kommen als an Lohnerhöhungen oder Sozialleistungen im Centbereich zu sparen.


    Einem Großteil der arbeitenden Bevölkerung im Billiglohnsektor die Heizkosten über Steuergelder zu finanzieren ist auf jeden Fall deutlich teurer als mal hin und wieder die Dividenden von Konzernen etwas kleiner zu halten. Eigentlich ist es die Quadratur des Kreises: der Teil der Bevölkerung, der das ganze am Laufen hält, v.a. durch Konsum, wird mehr und mehr die Kaufkraft genommen, das schadet der Wirtschaft, die darum weniger ( und schlechter bezahlte ) Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, viele rutschen unter die Einkommensgrenze und sind gezwungen staatlichen Support anzufordern, was dann doppelt schadet. Der Steuerzahler zahlt ein zweites mal, hier jetzt die exorbitant steigenden Strom- und Gasrechnungen. Der Staat und der Bürger sind 2 x gefickt, profitieren tun immer nur die üblichen Verdächtigen; Trittbrettfahrer aus dem Energiesektor, Tankstellenketten und Maskenverkäufer.

    Hat sich nix geändert, nur die abgreifende Industrielobby variiert.

  • Das Mal ins Verhältnis zu setzen, mit rund 2100 Euro Netto gehörst du zum Durchschnitt. Das man mit 3500 Netto zu den oberen 10% gehörst, ist doch lächerlich. Also lächerlich wie niedrig unsere Gehälter sind und wie hoch unsere Abzüge.

    Man sieht das auch sehr deutlich und unverfälscht an den größeren Tarifverträgen. Mit 4500 EUR brutto bewegt man sich in den meisten Tarifverträgen bereits fast am oberen Ende der Liste. Da spielt es auch keine Rolle, ob man in Hamburg oder Pupsbüttel lebt, denn nach Tarif wird überall gleich bezahlt (mit Ausnahme Ost / West).


    Und das ist sogar noch jammern auf hohem Niveau. Die mittleren Gruppen, wie z.B. ein Hausmeister bei der Stadt, der bekommt tatsächlich nicht viel mehr als seine Monatsmiete plus Essen dabei heraus.

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