Moderne Arbeitswelt

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      Hab dazu noch keinen Thread gefunden.

      Das mit der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung finde ich gut. Ich hab 13 Jahre gestempelt, und dafür gesorgt das jede Stunde Mehrarbeit entweder bezahlt wurde, oder abgefeiert werden konnte. Bei uns reichte ein Antrag der von meinem damaligen Chef unterschrieben werden musste, und der ihn immer ohne zu murren unterschrieben hat.
      Meine Überstunden waren definitiv nicht von meinem Gehalt gedeckt. (Mein erstes Gehalt nach der Ausbildung war EUR 1.415)
      In anderen Abteilungen war das schon schwieriger. Es hing letzten Endes am Vorgesetzten.

      Grob verallgemeinert: Ob du für deine Arbeitszeit entsprechend bezahlt wirst hängt nicht nur von der Firmenpolitik ab, sondern auch noch vom Verhalten deines direkten Vorgesetzten.
      Meiner war ein pedantischer choleriker, der aber dann trotzdem irgendwie fair war.


      Seit einem Jahr arbeite ich ohne Zeiterfassung, und es ist mir ziemlich Schnupe. Ich werde aber auch entsprechend bezahlt, und habe dabei auch die Chance nein zu sagen. Wenn mir das alles über den Kopf wächst, und sich keine Lösung finden lässt, dann kündige ich halt. Das ist eine ziemlicher Luxussituation, die längst nicht jeder, und vor allem niemand am unteren Ende der Lohn und Gehaltsskala hat.

      Was ich darüberhinaus in meinem Beruf zu Überstunden gelernt habe:

      Ab 90 Überstunden pro Woche stirbt der Mensch. Manche halten das länger, manche weniger lange aus, aber am Ende bist du Tod, und dabei nichtmal besonders alt geworden.
      In Japan und Südkorea nennt man das Karoshi, und betrifft vor allem Angestellte in den Büros (Salary Man). Aktuell wird es mehr, da dort aufgrund der überalterung der Gesellschaft, und einer tiefsitzenden grundsätzlichen Ablehung/Verachtung für Zuwanderung, zum einen die Gesellschaft insgesamt, aber noch viel stärker der arbeitsfähige Teil der Gesellschaft schrumpft.
      Das Problem ist so stark, dass die Regierung dazu ein eigenes Gesetz erlassen hat.

      Auf den Farmen, in den Minen, den Fabriken und den Fischkuttern in der 3ten Welt betrifft das vor allem Sklaven. Die werden dann verscharrt oder über Bord gekippt.
      Niemand kann das alles kontrollieren. Die zuständigen staatlichen Behörden wollen es nicht, oder existieren schlicht nicht, und die Kunden können es nicht, zumindest nicht in der tieferen Lieferkette.
      "There is no need to die on the road. You can always do homeoffice."
      - Proverb in Bangladesh