Landtagswahlen in Deutschland

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    • Landtagswahlen in Deutschland

      Anlässlich der Landtagswahl 2017 in Niedersachsen möchte ich nach 2013 wieder einen Diskussionsort für Landtagswahlen in Deutschland schaffen. Bei 13 Bundesländern sowie drei Stadtstaaten gibt es ja doch gelegentlich Neuigkeiten. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass unsere Forenmitglieder politisch sehr interessiert sind. Flo hat bezüglich Niedersachsen bereits den Anfang gemacht:

      Flo78 schrieb:

      Hat hier etwa schon der Winterschlaf einzug gehalten oder was ? :sleeping:

      Gestern war Landtagswahl in Niedersachsen und keinen Interessiert es ?
      John hallo ??? Deine SPD hat sogar gewonnen und trozdem kein Wort von dir ? Oder schläfst du noch deinen Rausch von der Siegesparty aus ? :prost:

      spiegel.de/politik/deutschland…-verlierer-a-1173021.html

      Winterschlaf war es bei mir nicht, eher habe ich auch auf John und ein triumphierendes Lächeln gewartet. Allerdings bleibt dieses Lächeln wohl getrübt, da zumindest Rot-Grün zunächst als abgewählt gilt. Die Regierungsbildung dürfte äußerst schwierig sein. Fatal fand ich die Entscheidung der FDP auf eine Ampelkoalition zu verzichten, andererseits kann ich die Argumentation ihres Spitzenkandidaten nachvollziehen. Die FDP möchte kein Mehrheitsbeschaffer für eine abgewählte Regierung sein, unabhängig vom guten Ergebnis der SPD. Tja und die CDU, da kann ich nur den Kopf schütteln, wie man das schlechteste Ergebnis in Niedersachsen seit 1959 als Erfolg bezeichnen kann. Das nimmt immer mehr Züge von Erich Honecker und seinen letzten Tagen als SED-Vorsitzender an. Man kann sich doch nicht so konsequent der Realität verweigern.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Nonsensification schrieb:

      Die FDP möchte kein Mehrheitsbeschaffer für eine abgewählte Regierung sein
      Dafür für eine Partei die das schlechteste Ergebnis seit 1959 eingefahren hat, Top Argument :thumbup:

      Zumindest zeigt die Wahl, dass die AfD wohl vor allem dann geschwächt ist wenn sich die beiden großen Parteien in einem harten Wahlkampf gegenüber stehen und man nicht den Eindruck hat das man vor hat die Wählerschaft einzuschläfern.
    • Bezüglich der AfD möchte ich dir beipflichten. Man möchte hoffen, dass die anderen Parteien, allen voran CDU und SPD, davon künftige Maximen korrekt ableiten. Der Landesverband der AfD war/ist in Niedersachsen jedoch auch in zwei Lager offenbar zerstritten, mag sein, dass die Wähler dieses Mal daran mehr Anstand nahmen als eine Landtagswahl als Denkzettel für AM zu nutzen.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Mich interessiert jetzt ehrlich gesagt erstmal, wie die ne Bundesregierung hinkriegen. Ansonsten normaler Trend. Die Psrtei, die im
      Bund in der Opposition ist, gewinnt meist nach und nach in den Ländern.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Also gehst du davon aus die SPD gewinnt jetzt die meisten Landtagswahlen bis zur nächsten Bundestagswahl?

      Warum sollten die keine Bundesregierung hinkriegen? Kenne niemand prominentes aus den vier betroffenen Parteien der Neuwahlen fordert. Die lassen sich halt die Zeit die sie brauchen, wer weiß, vielleicht sogar bis nach der Landtagswahl in Bayern. Wäre bisschen doof für die SPD, dann müsste sie noch ein Jahr Opposition gegen die eigene Regierung machen. Aber ansonsten...
      "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
      Bodo Wartke
    • Das Wunderbarste an der LW-Niedersachsen 2017 ist doch das Ergebnis aus Städten wie Hannover.
      In den Stadtteilen, in denen besonders hohe Anteile von Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge vorhanden sind, bekam die AFD am meisten Stimmen, während die Parteien SPD und alles links davon hauptsächlich dort stark gewählt worden sind, wo so gut wie gar keine Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge zu sehen sind, nämlich in den links-liberalen Stadtteilen, sowie bei den Reichen und das jetzt mal völlig objektiv betrachtet, frei von meiner politischen Ansicht, welche hier sowieso nicht rauszulesen wäre.

      Finde ich ja immer herrlich, wenn man sich sowas anschaut.
      Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat †
    • Und deshalb hat die Linke in Linden-Limmer, Ausländereinteil 21,8%*, 21,2% der Stimmen bekommen? Ihr mit Abstand stärkstes Ergebnis in Hannover. Während dort die AfD ein unterdurchschnittliches Ergebnis von 3,4% eingefahren ist. Auch in Nord (25,3 % Ausländeranteil und damit der höchste in Hannover) hat die AfD mit 5,1% leicht unterdurchschnittlich abgeschieden. Mitte mit einem überdurchschnittlichen Ausländeranteil von 19,5% hat für die AfD auch ein unterdurchschnittliches Ergebnis von 3,7% eingefahren.

      Zwar hat die AfD in Herrenhausen-Stöcken (Ausländeranteil 24,1 zweit höchster Wert) überdurchschnittlich mit 7,7%, das gleiche gilt für Ricklingen mit 7,9%, aber die erwähne ich nur der Vollständigkeit wegen, da die anderen Beispiele schon klar die Behauptung widerlegen die AfD sei besonders dort stark wo es viele Ausländer gebe und die 'Parteien SPD und alles links davon' besonders schwach.

      *Der damit deutlich über dem Durchschnitt von 17,4% von Hannover liegt.

      Wahlergebnisse der Stadt Hannover

      Strukturdaten der Stadtbezirke von Hannover

      Übrigens hat Hannover einen überdurchschnittlichen Ausländeranteil für Niedersachsen (10,7%) aber ein unterdurchschnittliches AfD Ergebnis.
      Topping from the bottom.
    • Brother Of Masaru schrieb:

      ... und das jetzt mal völlig objektiv betrachtet, frei von meiner politischen Ansicht, welche hier sowieso nicht rauszulesen wäre. ...
      Ist sie. Und zwar relativ eindeutig.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • Wobei die AFD gerade auch bei Menschen mit konservativen Migrationshintergrund überdurchschnittlich gute Ergebnisse einfährt.

      AFD und konservative in Kasachstan aufgewachsene Russlanddeutsche/traditionell geprägte Deutschtürken..etc haben halt zu großen Teilen ein ähnliches WEltbild.

      Die AFD hat Erdogan ja indirekt auch zur Wahl empfohlen.
      Deutschland – mein Herz in Flammen
      Will dich lieben und verdammen
    • Also eine AFD würde aber nicht so freundlich mit ihm umgehen als die derzeitige Regierung, daher kann ich mir nicht vorstellen dass er indirekt diese Partei empfohlen hat. Als viel schlimmer empfinde ich die Allianz Deutscher Demokraten, die sich nämlich mit Pro-Erdogan Deutsch-Türken schmücken. Ich glaube nämlich er meinte diese Partei.

      Ich habe aber sogar mitbekommen das ein paar Idioten die AFD gewählt haben weil sie dachten sie würden die ADD wählen, fast das selbe Kürzel.
    • Wieso das denn?
      In der herbeigesehnten Koaltion der Vaterländer wäre ERdogan ein gleichgesinnter Genosse auf internationalen Parkett.
      Der einzige Grund warum sie mit ihm nicht klar kommen sollte, wäre höchstens die zu große Ähnlichkeit.

      Was sollte es ansonsten für Gegensätze geben?
      Armenien Frage? Also bitte
      MEnschenrechte? sicher nicht.
      Verfolgung religiöser Minderheiten? Ja ne.
      Robuste allein an nationalen Großmachtinteressen ausgerichtete Außenpolitik? Ja da sind sie doch gleich auf.

      Beide berauschen sich derweil an nationalen Orgasmen, mögen eine enthemmt agierende Wirtschaft, und stehen gegen eine linksliberale Gesellschaftsordnung mit Minderheitenrechten und Pressefreiheit und co.
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    • Eine AFD würde es aber den Türken UND den Deutsch-Türken das Leben hier in Deutschland sehr schwer machen. Unabhängig davon dass die meisten Muslime sind, sind sie in deren Augen keine richtigen Deutsche.
      Was hätte also Erdogan davon wenn die Türken in Deutschland , Deutschland verlassen müssten?

      Mit einer Partei wie der ADD, hätte Erdogan das perfekte Instrument seine Interessen durchzusetzen.
    • Ja. Stimmt.

      und daran sieht man mal wieder.

      Selbst bei ideologischer Übereinstimmung führt die nationalistische Ideologie der Vaterländer nicht zum Frieden, wie von der AFD propagiert, sondern fast unausweichlich zu einem eskalierenden Konflikt.
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    • Hades85 schrieb:

      Eine AFD würde es aber den Türken UND den Deutsch-Türken das Leben hier in Deutschland sehr schwer machen. Unabhängig davon dass die meisten Muslime sind, sind sie in deren Augen keine richtigen Deutsche.
      Ja natürlich. Da sind für mich alles Braune. "Schwer machen" ist da noch harmlos ausgedrückt.
      Und trotzdem hat Twiggels Recht.

      Erdogan ist einfach zu dumm um da soweit gedacht zu haben das die quasi Nazis sind. Für ihn sind das in erster Linie Nationalisten - so wie er. Findet er dann erstmal gut. Dazu kommt das er anscheinend von der Nazi-Vergangenheit keine Ahnung hat. Hat ja Hitler gelobt und ich glaube sogar als Vorbild betitelt. Die andere Möglichkeit wäre...ich weiß nicht wie er den türkischen Menschen an sich sieht (kann mirs aber denken), dass er glaubt Geschichte könnte sich nicht wiederholen unter der AfD in Deutschland. Na und desweiteren will er Merkel natürlich noch eine reindrücken. Kann der stolze Pascha vom Bosporus ja nicht auf sich sitzen lassen...dazu ist Merkel auch noch weiblich...das geht nun wirklich nicht. ;)
      Also egal aus welchem Blickwinkel - es bleibt bei dumm.

      Jetzt könnte man noch die Wählerschaft von (erzkonservativen) Nationalisten analysieren. Aber das die Intelligenzia der Türkei mehrheitlich wohl nicht Erdogan gewählt hat, sollte klar sein.


      Warum habe ich gerade das Bild einer anatolischen Ziege vor Augen? :D



      Ich gehe nicht euren Weg - ihr seid mir keine Brücken.
      - Friedrich Nietzsche -