Daesh (IS) / Bürgerkrieg in Syrien / Russische Intervention in Syrien

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    • Modern heißt = Westlich?

      Na, ich habe kein Problem, wenn sich das Lebensmodell durchsetzt. Selbst in Teheran feiern Jugendliche ja gerne die westliche Kultur. Ich bezweifele nur, dass das alle so sehen.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • IWST schrieb:

      Wobei man anmerken sollte, dass Beirut vor dem libanesischen Bürgerkrieg auch schon eine sehr moderne Stadt war.
      Kandahar in Afghanistan war ebenfalls mal sehr modern. Wurde eben wieder wie der Rest des Landes in die Steinzeit gebombt.
      Danach von Steinzeitmenschen (Taliban) beherrscht. Das problem an der Sache ist eventuell auch das der Übergang in die Moderne den Menschen vor Ort eventuell zu schnell geht und sie überlastet sind.
      Ein guter Freund von mir, afghanischer Abstammung und Flüchtling aus dem Russlandkrieg, betreute vor einiger Zeit einen Afghanen, der hier behandelt wurde, weil er dort keine Überlebenschance hatte. Sie kamen an eine Rolltreppe und der Mann blieb laut Aussage meines Bekannten wie vom Donner gerührt stehen und wusste nicht was das vor ihm ist. Auch die Freizügigkeit der Frauen und Mädchen war für ihn ein wahrer Kulturschock.
      quod sumus hoc eritis

      Refugees welcome!!!
    • Der Libanon und Afghanistan lassen sich nicht wirklich vergleichen.

      Der Libanon galt als Schweiz des Nahen Ostens, Beirut als das Paris des Nahen Ostens.

      Spannungen zwischen maronitischen Christen (damals waren diese eine Mehrheit im Libanon) und arabischen Nationalisten gab es zwar, allerdings waren gerade die Araber zu Beginn durchaus säkular.
      In Gewalt eskaliert ist es dann mit der Ankunft der PLO (nachdem diese versucht hatte in Jordanien einen Putsch zu veranstalten und daraufhin aus dem Land geworfen hatte).
      Aber auch dann hat es einige Zeit gedauert, bis die religiösen Fanatiker zu einer relevanten Kraft wurden, dabei gab es allerdings mehrere Faktoren, die Präsenz radikal säkularer Kräfte (was die PLO damals noch war) führte zu Spannungen mit konservativen Schiiten, viele der durch den Krieg verarmten junge Menschen waren anfällig für Hassprediger, und dann kam ab 1980 auch noch der Einfluss des Iran, dessen lokaler Stellvertreter, die Hisbollah, seit geraumer Zeit eine sehr dominante Rolle innehat.
    • IWST schrieb:

      Der Libanon und Afghanistan lassen sich nicht wirklich vergleichen.

      Der Libanon galt als Schweiz des Nahen Ostens, Beirut als das Paris des Nahen Ostens.
      Jaja und Afghanistan galt mal als der Garten Eden. Es war ein wunderschönes Land etc. blabla.
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    • Wie gesagt, in Afghanistan war nur die Hauptstadt einigermaßen fortschrittlich, im Libanon war eine klare Mehrheit der Gesamtbevölkerung progressiv eingestellt.

      Auch heute noch sind die meisten Parteien im libanesischen Parlament säkular, die Hisbollah ist die einzige im Parlament vertretene Partei die sich zum Islamismus bekennt, hat im libanesischen Parlament, welches 128 Sitze hat, gerade einmal 13 Sitze. Die anderen Parteien die sich zu ihrer Religion bekennen, sind christlich.

      Blöderweise hat die Hisbollah halt mehr Feuerkraft als die offiziellen libanesischen Streitkräfte.
    • Und weiter?
      Siemens bekommt diese 700 mio. ja nicht geschenkt, die machen etwas dafür, nämlich den Wiederaufbau der Stromversorgung im Irak.
      Grund zur Aufregung wäre es, wenn der Irak Siemens die 700 schenken würde, oder sich herausstellen sollte, das Siemens den Auftrag nur wegen Schmiergeldzahlungen bekommen hätte.

      So könnte die Überschrift auch lauten: "Deutschland finanziert den Wiederaufbau des irakischen Stromnetzes".
    • Neu

      Trump in seiner "great and unmatched wisdom" hat nach einem Telefonat mit Erdogan beschlossen, die US-Truppen von der Grenze zur Türkei abzuziehen, während die Türkei auf der anderen Seite Truppen zusammenzieht.
      Mittlerweile haben auch Politiker seiner eigenen Partei kritisiert, dass er damit die Kurden im Stich lässt, mal sehen ob es dabei bleibt.
    • Neu

      Fairas schrieb:

      Der Wiederaufbau hilft natürlich. Die Frage ist ob die Hilfsgelder eben an die Bedingung geknüpft war deutschen Unternehmen Aufträge zu erteilen. Fände ich dann schon irgendwie kritisch.
      Ich fände dies genau richtig.

      IWST schrieb:

      Trump in seiner "great and unmatched wisdom" hat nach einem Telefonat mit Erdogan beschlossen, die US-Truppen von der Grenze zur Türkei abzuziehen, während die Türkei auf der anderen Seite Truppen zusammenzieht.
      Mittlerweile haben auch Politiker seiner eigenen Partei kritisiert, dass er damit die Kurden im Stich lässt, mal sehen ob es dabei bleibt.
      Trump kann in seiner eigenen Welt doch keinen Rückzieher machen. Mit sowas kommt er nicht klar. Das wird so bleiben denke ich mal. Wenn er dazu sozusagen "gezwungen" wird, kommen wieder Hasstiraden über Twitter und Entlassungen seiner Berater etc.
      quod sumus hoc eritis

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    • Neu

      Mal unabhängig von Trump, es wäre doch schön, wenn in Syrien endlich einmal Ruhe und Stabilität für die dort lebenden Menschen einkehren würde. Ach nein, neben den letzten Bürgerkriegskämpfen bläst Erdogan zum völkerrechtswidrigen (Zitat Norbert Röttgen) Angriff. Die Erdogan-nahe türkische Zeitung „Yeni Akit“ schrieb dazu: „Mohammeds Armee ist zurück!“

      Tagesschau schrieb:

      Der Angriff der türkischen Armee auf die Grenzregion scheint unmittelbar bevorzustehen. Der türkische Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten, Fahrettin Altun, schrieb in einem Gastbeitrag für die "Washington Post" der Einmarsch werde "in Kürze" stattfinden. Sein Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon am Wochenende erklärt, die Truppen stünden bereit, "heute oder morgen" gegen kurdische Einheiten hinter der Grenze vorzugehen.
      Quelle: tagesschau.de/ausland/syrien-kurden-109.html

      Er macht wohl die Kurden für seinen gescheiterten Öl-Geschäfte mit dem IS verantwortlich, schließlich haben sie nach Einschätzung der Experten den größten Anteil am Sieg gegen die Terrororganisation.

      Zu Erdogans Syrien-Plan schreibt die Tagesschau weiter:

      Tagesschau schrieb:

      Na dann, auf ein Neues, möchte man fast sagen. Türkische Militäroffensiven auf Kurdengebiete in Nordsyrien hat es seit 2016 bereits zwei Mal gegeben. Die Türkei nannte sie "Schutzschild Euphrat" und "Operation Olivenzweig", als handele es sich um Friedensmissionen, statt um Militärschläge zur Sicherung von Einflusssphären. Die "Operation Olivenzweig" in und um Afrin im Winter 2018 sah so aus: Städte und Dörfer wurden teilweise zerstört. 200.000 Menschen flohen. In viele von Kurden verlassene Häuser zogen arabische Syrer, Aufständische zum Beispiel, die dem türkischen Präsidenten Erdogan gewogen sind, unter ihnen auch Extremisten.

      Die Hilfsorganisationen bereiten sich fieberhaft auf das humanitäre Elend vor. Wieder einmal stellen sie Notfall- und Evakuierungspläne auf. Aber was ist mit den politischen Folgen eines türkischen Einmarsches?
      Die Kurdengebiete in Nordsyrien sind kein zivilgesellschaftliches Paradies. Politische Gegner müssen mit Verhaftung rechnen, arabischstämmige Syrer beklagen Diskriminierung. Aber gleichzeitig haben die Kurden etwas geschaffen, das seinesgleichen sucht in Syrien: eine Selbstverwaltung mit basisdemokratischen Mechanismen, die Männer und Frauen gleichermaßen gestalten. Überall dort, wo die Kurden nicht den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) bekämpften und wo sie nicht von der türkischen Armee überfallen wurden, da existiert ein Gemeinwesen, das halbwegs funktioniert.

      Trump hat zwar in diesem Fall Konsequenzen für die Türkei angekündigt, aber machen wir uns nichts vor. Wie Europa werden die USA nicht wirklich eingreifen, sondern die Kurden vermutlich in die Arme von Assad treiben. Man sind die Menschen doof.

      Weiter heißt es im Artikel:

      Tagesschau schrieb:

      Der Iran wiederum kündigte überraschend eine Militärübung an der Grenze zur Türkei an. Einem staatlichen Medienbericht soll das Manöver in Kuschchi in der Provinz West-Aserbaidschjan stattfinden. Wie viele Soldaten daran teilnehmen sollen, wurde nicht bekannt. Der Iran steht in dem Konflikt ebenfalls eng an der Seite von Machthaber Assad und lehnt eine türkische Invasion ab.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
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      Erdogan gehört vor dem Internationalen Strafgerichtshof als Kriegsverbrecher angeklagt. Was dieser Unmensch bereits an Leid wissentlich zu verantworten hat, gehört endlich vor Gericht. Andererseits würde ich ihm ein Ende wie Hussein oder Gaddafi gönnen.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof: