Daesh (IS) / Bürgerkrieg in Syrien / Russische Intervention in Syrien

  • Ich versuche mich mal an einem aktualisierten Beitrag zum islamischen Staat.


    Ich finde es ziemlich beeindruckend und beunruhigend, dass dieser sich immer stärker auch in ganz anderen Regionen der muslimischen Welt zu etablieren scheint. Bisher dachte man immer an den Irak und Syrien. Inzwischen scheint es, als seien das lediglich noch die Kerngebiete dieses neuen Phänomens.



    Es gibt inzwischen etablierte Ableger des Islamischen Staates sowohl in Libyen, als auch im Jemen.


    In Libyen beherrscht ein Ableger des Islamischen Staates inzwischen fest die Stadt Sirre und umliegende Orte. Sirre ist die ehemalige Heimat Gaddafis. Vor einigen Tagen kam es dort zu einem Aufstand gegen die Islamisten, den der IS mit allergrößter Brutalität niedergeschlagen haben soll. Angeblich wurde ein ganzes Stadtviertel abgeriegelt und die gesamte Bevölkerung umgebracht. Auch in anderen Städten Libyens gibt es bereits IS-Ableger. Wenn sich der IS dort etabliert wie im Irak oder Syrien, dann haben wir ihn quasi direkt vor der maltesisch-italienischen Küste.



    Im Jemen findet ja gerade ein gewaltiger militärischer Eingriff einer sunnitisch-arabischen Militärkoalition geführt von Saudi-Arabien und unterstützt von den USA und GB gegen die dortigen schiitischen Huthi-Rebellen statt. Diese stehen unter Verdacht, von Iran gelenkt zu werden. Interessant ist allerdings, dass die Huthi-Milizen auch gegen den dortigen IS kämpfen. In Folge der Angriffe der arabischen Koalition konnte sich nun auch im Jemen ein IS Ableger fest etablieren. Der IS beherrscht dort inzwischen die Städte Al Mukalla und Tarim sowie umliegende Gebiete.



    Weiterhin ist der IS sehr aktiv auf der Sinai Halbinsel und bekämpft dort heftig das ägyptische Militär. Kürzlich gab es sogar eine Entführung eines kroatischen Ingenieurs der medienwirksam enthauptet wurde in Ägypten.


    Dann gibt es noch die sehr aktive Boko Haram, welche sich ebenfalls dem IS unterstellt hat.


    Zudem versucht der IS in Afghanistan und Pakistan aktiv zu werden und die dortigen Taliban von der Herrschaft abzulösen.


    In seinem Kernland Syrien ist der IS gegenüber dem Assad-Regime weiter auf dem Vormarsch, da den Regierungstruppen langsam aber sicher die Männer ausgehen. Während auf Regierungsseite die Soldaten vor dem Militärdienst fliehen, kann sich der IS nicht über einen Mangel an Nachschub von Kämpfern beklagen.


    Selbst China beklagt inzwischen, dass uigurische Aufständische ihr Handwerk bei Kämpfen des IS in Syrien erlernt hätten. Ob letzteres stimmt, sei mal dahingestellt.


    Dennoch scheint es doch sehr auffällig, wie erfolgreich das Modell IS in andere muslimische Gebiete relativ schnell expandiert. Schon jetzt ist ein Stadium erreicht, dass militärisch kaum noch kontrollierbar ist. Trotz monatelanger Luft und Drohnenangriffe scheint der IS nicht wirklich geschwächt zu sein, was schon an sich ein sehr bedrohliches Zeichen ist.


    Ich würde sagen langsam muss sich der Westen eine vollkommen andere Strategie überlegen, sonst ist das Problem bald kaum noch beherrschbar. Ich habe bspw. große Zweifel, ob der Saudische oder Ägyptische Staat wirklich dauerhaft in der Lage sind, sich gegen den IS durchzusetzen. Im Irak gelingt das nur deshalb, weil die dortigen Schiiten um ihr Leben fürchten. Ich denke dass der Erfolg des IS in sunnitischen Gebieten vermutlich sehr viel leichter zu erreichen wäre.


    Nachtrag:
    Der 82 jährige ehemals leitende Chef-Archäologe von Palmyra Khaled Asaad wurde vom IS geköpft. Er galt als absoluter Experte für die Geschichte der syrischen Antike. Über 50 Jahre leitete er die Ausgrabungen in Palmyra. Er weigerte sich die Stadt zu verlassen, als der IS Palmyra eroberte. Zusammen mit seinen Söhnen versuchte er dutzende von Skulpturen vor dem IS zu beschützten. Schließlich wurde er gefangen genommen und mehrere Wochen gefoltert, weil der IS vergrabenes Gold in den Ruinen vermutete. Zuletzt wurde er zum Tode verurteilt, weil er der Beschützer von Götzenbildern sei und an Konferenzen mit Ungläubigen teilgenommen habe. Man Köpfte ihn auf einem Vorplatz der Antiken Stätten und sein Leichnam wurde an einer Säule Palmyras aufgehängt. Khaled Asaad stand über Jahrzehnte mit Archäologen und Altertumsforschern aus aller Welt in Kontakt und schrieb mehrere Bücher über die syrische Antike. Quelle: Zeit.de

  • Da wundert es einen, daß der IS so USA-feindlich ist. Denen verdanken sie doch schließlich die Zustände die ihnen ihre Ausbreitung erst ermöglicht haben.

    [i]„Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt.
    Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an."
    [align=center][color=#ff6600]Karl Marx.

  • Zitat

    Ich würde sagen langsam muss sich der Westen eine vollkommen andere Strategie überlegen, sonst ist das Problem bald kaum noch beherrschbar. Ich habe bspw. große Zweifel, ob der Saudische oder Ägyptische Staat wirklich dauerhaft in der Lage sind, sich gegen den IS durchzusetzen.


    Ägypten ist ein Militärstaat mit einer sehr mächtigen Geheimpolizei, die keine Skrupel vor Massengräbern in der Wüste haben. Solange es keine groß angelegte Revolution mit anschließendem Bürgerkrieg wie in Syrien gibt, wird sich dort der IS nicht breitmachen können.



    Zitat

    Im Irak gelingt das nur deshalb, weil die dortigen Schiiten um ihr Leben fürchten. Ich denke dass der Erfolg des IS in sunnitischen Gebieten vermutlich sehr viel leichter zu erreichen wäre.


    Leider hat die schiitische Regierung des Iraks durch ihr Politk der "Sunniten" sind schlecht(vereinfacht ausgedrückt), erst zum erstarken des IS im Irak beigetragen.



    Zum außersyrischen Wachstum des IS. Imho ist das so wie mit Anonymus oder Al- Quaida. Du bist der Verein, wenn du sagst, dass du der Verein bist. Das muss noch lange nicht bedeuten, dass eine direkte Verbindung zum IS in Syrien besteht. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, ich tendiere aber dahin, dass sicht dort nur aus Marketing Gründen die Fahne des IS umgehangen wird.

  • Es ist soweit. Der IS hat mit der Sprengung der jahrtausendealten Ruinen von Palmyra begonnen.


    Zitat

    2000 Jahre hat der Baalschamin-Tempel in der syrischen Ruinenstadt Palmyra gestanden. Nun haben Terroristen des "Islamischen Staats" das Bauwerk in der antiken Oasenstadt zerstört. Seine größte Sorge sei wahr geworden, sagte der Direktor der syrischen Museen und Antikensammlungen, Maamun Abdulkarim, der Nachrichtenagentur AFP.


    Mit einer großen Menge Sprengstoff hätten die Terroristen dem Tempel in die Luft gejagt. Dabei sei unter anderem die sogenannte Cella des Tempels, der innerste heilige Bereich, zerstört worden, sagte Abdulkarim. Auch die umgebenden Säulen seien eingestürzt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London bestätigte den Vorfall. Der Tempel des Baalschamin war im Jahr 17 n. Chr. errichtet worden; unter dem römischen Kaiser Hadrian wurde er im Jahr 130 erweitert.

    Quelle: tagesschau.de

  • Ist wie Pest und Cholera, beides will man nicht haben.


    Das Leid der Menschen die unter so einem Regime leben müssen oder ermordet werden ist erst einmal wichtiger. Aber der langfristige Schadenden der durch die systematische Zerstörung von Kultur und die gezielte Verblödung der Menschen, indem man Schule durch Scharia ersetzt um es mal ein bisschen populistisch zu formulieren, kann weit über die Zeit des IS hinaus schaden anrichten.


    Dazu kommt: Solches Weltkulturerbe gehört praktisch allen Menschen, nicht nur denen die dort leben, wenn diese Schwachmaten also eine 2000 Jahre alte Ruine sprengen oder antike Texte verbrennen, dann ist das nicht "nur" ein von hier aus recht schwer nachzuvollziehendes Ereignis, wie wenn dem armen Yussuf die Hand abgehackt wird, weil er ne Zigarette rauchen wollte, sondern ein weithin sichtbarer direkter Angriff auf alle Menschen. Die haben also gerade ein Stück meines Eigentums und das das meiner Kinder und Kindeskinder zerstört. :alt:

  • Ich habe keine Ahnung wie man dem Herr werden soll, im Prinzip bräuchte man in der Region funktionierende Regierungen + Zukunftsperspektive, wie man das hinbekommen will, ist vermutlich nicht nur für mich ein Rätsel. Aber ohne Waffengewalt wird man die nicht los werden, egal ob die durch die Amis, die Kurden oder nem wütenden Mob erfolgt.

  • Auf kurz oder lang wird man sich mit einer Bodenoffensive anfreunden müssen, denn nur aus der Luft ist diesen " Brüdern " nicht beizukommen. Das schlimme ist, keiner hat Lust sich denen entgegen zu stellen in einer großen Allianz. Eine Kombination aus massiven Luftangriffen und mehreren schweren Panzerverbänden mit Elitetruppen der Infantrie (Fremdenlegion, SAS, oder Specialforces der Amerikaner) sollte mit diesem Pack doch fertigwerden. Aber wer hat schon Lust seinen Kopf auf einem Zaun aufgespießt wiederzufinden. :D

  • oder davor steht in Israel ein Blutbad anzurichten (denn wenn der IS dort ankommt, dann sicherlich mit dem Ziel Israel auszulöschen) wird es ganz bestimmt Truppen am Boden geben.



    Also ich glaube bevor das passiert, muss der IS sich mit einem Pulverregen anfreunden gegen den das Bisherige ein kleiner Tropfen war.

    Member of GothicTotalWar
    Auch bekannt als: der schwarze Prinz


    Offizieller Sieger des Shogun 2 Turniers 2011 vom Totalwar-Forum

  • Wobei dass "zur Hälfte in der Tasche" etwas täuscht, der Großteil der Fläche ist Wüste, die einzige größere Stadt ist Raqqa, und auch sonst beschränkt sich die Kontrolle in dem als unter IS-Kontrolle eingezeichneten Gebiet auf die Verkehrswege, im Irak ähnlich.
    Auch ist die syrische Armee (die übrigens erst vor wenigen Tagen neue BTR-82A Radpanzer aus Russland bekommen hat) deutlich kampfkräftiger/erfahrener/motivierter als die irakische, bis auf einen befestigten Luftwaffenstützpunkt (Al-Tabqa) und Palmyra hat diese noch nicht so viel an die IS-Kämpfer verloren, und letzteres war nur sehr schwach verteidigt.


    Zwischen Palmyra und Damaskus liegen noch ziemlich viele Städte (und mit T4 die größte und best-befestigte Luftwaffenbasis Syriens), auch solche wo es wegen Kämpfen zwischen Pro- und Anti-Assad Gruppen deutlich dichtere militärische Präsenz gibt (inklusive der im Stadtkampf recht erfahrenen Hisbollah)


    Auch diverse andere Parteien in Syrien (FSA, Islamische Front, Palästinensermilizen, YPG, Al-Quaida) haben dem IS durchaus etliche Niederlagen zugefügt.
    Und das obwohl die meisten der bewaffneten Gruppen in Syrien, mit Ausnahme vielleicht der Kurdischen Milizen, und den paar Dutzend US-Trainierten Rebellen dem Bürgerkrieg deutlich höhere Priorität zuweisen als dem Kampf gegen den IS.


    https://en.wikipedia.org/wiki/…nd_battles_involving_ISIL



    Wobei man natürlich für die Zukunft nicht sicher sein kann, dass nicht die syrische Armee irgendwann unter dem jetzt schon massiven Rekruten-Mangel und der Überdehnung kollabiert, und der IS die Gelegenheit nutzt, immerhin hat er in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, schnell schlagkräftige Truppen verlegen zu können, um Situationen geschickt auszunutzen.



    Ansonsten würde ich zustimmen, dass ein wirkliches Zurückdrängen des IS wohl nur mit Bodentruppen zu bewerkstelligen sein wird.
    Die lokale Bevölkerung im IS-Kontrolierten Gebiet hat dazu wenige Möglichkeiten, der Unterdrückungsapparat funktioniert momentan sehr gut, und man hat erst jüngst in Sirte/Libyen auf schockierende Weise gesehen was der IS mit Aufständischen anstellt.


    Die Kurden können sich zwar relativ gut behaupten, und haben durchaus schon erfolgreiche Gegenoffensiven zu Wege gebracht, ihr Kapazitäten wie Ambitionen sind aber nicht unbegrenzt.
    Zumal sie jetzt in Syrien von der türkischen Luftwaffe bombardiert werden, und zwar stärker als der IS, was eigentlich ziemlich widerlich von der türkischen Regierung ist.


    Die Regionalmächte haben meist auch andere Interessen denen sie höhere Priorität einräumen als dem IS (Bürgerkriege in Syrien und Jemen, Iranisch-Saudische Rivalität, Kurden, Palästinenser, libanesisches Machtgleichgewicht, Ruhe im eigenen Land....).


    Seitens der Amerikaner oder gar Europäer scheint hier momentan der Wille zu fehlen sich nochmals mit Bodentruppen im Nahen Osten einzumischen, den Mörderbanden des IS wurde erst nach einiger Zeit mit Luftangriffen das Kämpfen schwerer gemacht, der jüngste (relativ primitive, so was gab es auch schon im Irak gegen die damaligen Besatzugnstruppen) Einsatz von Chemiewaffen dürfte daran wohl kaum etwas ändern, immerhin lässt man ja auch Assad munter weiter die Syrer vergasen und massakrieren.
    Die Flüchtlingsströme will Europa vermutlich auch nicht an der Wurzel packen, und fabuliert lieber von Flüchtlingslagern in Nordafrika, oder dem Dubliner Abkommen.


    Ich habe keine Ahnung wie es nach den nächsten US-Präsidentschaftswahlen oder nach einer Verschärfung der Flüchtlingskrise aussieht, oder ob ein unerwarteter Durchbruch des IS gegen einen seiner Gegner, oder ein Angriff auf Jordanisches, Türkisches oder Saudi-Arabisches Territorium etwas verändert, aber momentan sieht es für mich danach aus, dass der IS noch auf absehbare Zeit (die natürlich in der Region recht kurz sein kann) weiter seiner Barbarei frönen kann.

  • Was die Türkei in diesem Konflikt macht ist doch an Hinterhältigkeit nicht mehr zu überbieten. Erst lassen Sie die Kurden die Drecksarbeit gegen diese Mörderbande erledigen, um anschließend alle Peschmerga - Stellungen zu Bombardieren. Natürlich mit der Zustimmung der USA damit SIe ihre Luftwaffenstützpunkte auf Türkischem Boden nutzen können. Unsere schönen Leopard 2 Panzer hätten wir besser nicht an die Türken verkauft, die setzen Sie womöglich teilweise auch schon gegen die Kurden ein.

  • Ein paar Korrekturen im Detail (ich hoffe ich bin jetzt nicht zu kleinlich):
    Die Türkische Luftwaffe bombardiert primär die PKK und die mit ihr verbündete YPG in Syrien, die Peshmerga sind die Kräfte der kurdischen Autonomiregierung im Irak.
    Die überschüssigen Leopard 2A4 die Deutschland 2005 an die Türkei verkauft hat stehen nicht an der Grenze zu Syrien (kA wo die stehen, eventuell an der Grenze zu Griechenland), dort sind upgedatete M-60.
    Diese werden aber auch noch nicht eingesetzt, noch ist es eine reine Luftkampagne, und die geplante "Schutzzone" umfasst ISIS-kontroliertes Gebiete (welche genau zwischen den kurdisch kontrollierten Gebieten liegen).

  • Krass IWST, ich bin immer voller Bewunderung für deine detaillierten Kenntnisse (vorausgesetzt sie stimmen auch, wovon ich aber ausgehe). Also wirklich Hut ab! :hallo:


    Ich befürchte langfristig wird der IS versuchen dem Westen einen Bodenkrieg aufzuzwingen, wenn das so weitergeht. Das ist ja auch das erklärte Ziel von diesen Brüdern. Und das könnte dann der größte militärische Konflikt seit dem zweiten Weltkrieg werden, wenn nicht sogar der Menschheitsgeschichte. Man bedenke nur in wie vielen Ländern/Landesteilen sich der IS inzwischen alleine schon jetzt festgesetzt hat: Irak, Syrien, Libyen, Jemen, Nigeria, (Somalia?) und ziemlich sicher auch im Sinai und vermutlich auch in Ansätzen in Afghanistan. Diese ganzen Gebiete müssten ja nicht nur vom IS befreit werden, sondern dann muss auch eine funktionierende Versorgung der Bevölkerung stattfinden. Eine Verwaltung und staatliche Strukturen müssten geschaffen werden. Bloß mit wem? Der IS hat ja bis dahin vermutlich alle bisherigen staatlichen und religiösen Würdenträger mit Erfahrung umgebracht und die "Verwaltungsleute" des IS kann man ja kaum nehmen. Und dann die ganzen Millionenstädte in diesem Raum. Mossul, Damaskus, Aleppo, usw.. Und dazu wieder das Gefühl, dass "der Westen" sich mal wieder massiv militärisch auf arabischem Boden breit macht, in Verbindung mit religiösem Eifer. Von Israel rede ich noch gar nicht. Die zivilen Opfer würden natürlich auch nicht gerade für Begeisterung sorgen. Wie soll man das alles stemmen? Das wird ein Jahrhundertprojekt. Und das alles mit einer offenen militärischen Flanke mit Hinblick auf Russland, China, Iran oder Nordkorea, die ja im Zweifelsfall auch noch zu heißen Konflikten werden könnten. Diese Aufgabe dürfte nur sehr schwer zu bewältigen sein. Und keinesfalls mit gewissem Ausgang.


    Ich hätte es nicht geglaubt, aber 14 Jahre nach dem 11. September haben es die islamistischen Fanatiker und eine ungeschickte amerikanische Interventionspolitik so gut wie geschafft, uns vor eine Wahl zwischen Pest und Cholera zu stellen. Denn wenn wir nichts tun, dann kriegen wir in den kommenden Jahrzehnten einen Exodus aus islamischen Ländern nach Europa, wie wir ihn jetzt in Anfängen schon beobachten können. Folgen völlig ungewiss. Greifen wir aber militärisch ein, dann laufen wir Gefahr, dass wir uns damit übernehmen und dieser Krieg unsere Zivilgesellschaften zerreißt.


    P.S. Ich glaube übrigens nicht, dass das nächste Ziel des IS Türkei oder Israel heißt. Ich schätze die Reihenfolge des IS lautet so: Irak, Syrien (Libyen und Jemen nimmt man so nebenbei mit) und dann SAUDI ARABIEN und die heiligen Städten des Islam. Danach das bis dahin mürbe gemachte Ägypten, um dem Westen den Suezkanal dicht zu machen. Jedenfalls würde ich es in dieser Reihenfolge machen. Und wenn sie erstmal so weit gekommen sind, dann steht Israel auch nicht mehr ganz oben auf der westlichen Prioritätenliste.

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