Politische Inhalte in Videospielen

  • Es an einem Thema festzustellen... ..denk nochmal darüber nach, ob du das auch so geschrieben hättest, wenn es vorher nicht persönlich geworden wäre.

    Genau darum ging es bei der Aussage ja. John hat einen schlechten Geschichtelehrer aufgrund von einzelnen Statements über diese erkannt und alle Geschichtelehrer die sich Fehler erlauben mit seinen Aussagen über einen Kamm geschert.


    Im übrigen war es für mich vorher nicht persönlich, es war mein erster Post zu dem Thema. Glücklicherweise hat mich John dann "entlarvt", sodass jetzt für jeden hier im Forum meine politische Richtung klar ist :rolleyes:

    „The Wheel of Time turns, and Ages come and pass, leaving memories that become legend. Legend fades to myth, and even myth is long forgotten when the Age that gave it birth comes again."

  • Na ja, ich denke das Thema ist so komplex wie sinnbefreit, v.a. vor dem Hintergrund der Geschichte.
    Meines Erachtens nach sind Worte wie "Endlösung" und "Führer" selbstverständlich dem NS-Regime zuzuordnen und werden heute auch noch fast ausschließlich von rechtem Gesocks genutzt.
    "Reichskristallnacht" hieß schon immer so, wenn man darüber nachdenkt ist das selbstredend eine Verharmlosung; muß man aber auch erst mal drauf kommen.....
    Krude wird es dann bei "Zigeunerschnitzel" und "Negerkuß", hier ist meines Erachtens nach der Schritt nicht mehr all zu weit entfernt vom unsäglichen * / innen und homosexuellen Ampelmännchen. Natürlich verstehe ich den Hintergrund, es ist dennoch einfach umständlich und hin und wieder auch Sprachterror.
    Ihr seht, es gibt eine ganze Menge Abstufungen.


    My 2 Cents, jetzt könnt Ihr weitermachen.... :keks

  • Danke, Papa Mogges. Nutzt seinen Einwurf, um hier im Forum und insbesondere in diesem Themenstrang wieder besonnener und sachlicher zu diskutieren. Extreme Emotionen lassen sich besser im Sport oder in der Liebe ausleben. Falls es wider Erwarten von euch nicht beachtet wird, schließen wir diesen Thread vorübergehend. Die Forenleitung hat die Diskussionen der letzten Tage sehr genau beobachtet und behält es sich vor in Kürze präventiv zu reagieren. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

    :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax/Brox :bischof:

  • Da mir Gewahr wurde das in der gestrigen Debatte die von mir geforderten (wenn auch indirekt) Quellen unter gehen würden Poste ich die jetzt mit etwas zeitlichen Abstand.


    http://www.bpb.de/politik/grun…2744/stigmavokabeln?p=all


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    Der Ausdruck Reichskristallnacht bzw. Kristallnacht bezeichnet die von SA und NSDAP in der Nacht vom 9.11. auf den 10.11.1938 im ganzen Deutschen Reich inszenierten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung, bei denen 267 Synagogen und mehr als 7.000 jüdische Geschäfte in Brand gesetzt und geplündert wurden. 91 Menschen wurden getötet und ca. 30.000 in Konzentrationslager verschleppt.



    Die Herkunft des Ausdrucks ist bis heute nicht endgültig geklärt. Fest steht lediglich, dass er keine offizielle Bezeichnung der Nationalsozialisten für die Pogrome war. Auch gibt es keine Belege dafür, dass die Nationalsozialisten versucht haben, ihn zu verbieten. Es finden sich jedoch etliche Zuschreibungsversuche der Urheberschaft der Bezeichnung. Zumeist wird sie dem Berliner Volksmund oder dem Berliner Kabarettisten Werner Fink zugeschrieben. Nach 1945 setzten sich die Bezeichnung Kristallnacht und Reichskristallnacht trotz ihrer umstrittenen Herkunft durch und konnten bis zum Beginn der achtziger Jahre weitgehend problemlos und undistanziert im öffentlichen Sprachgebrauch verwendet werden. Nachdem frühe Versuche, den Ausdruck durch Reichspogromnacht zu ersetzen, gescheitert waren, finden sich vermehrt kritische und distanzierende Thematisierungen des Ausdrucks Reichskristallnacht in Folge der 1984 beginnenden Auseinandersetzungen um die Bewertung des Endes des Zweiten Weltkriegs.



    Politisch aktuell und in sprachlicher Hinsicht brisant wurde die Vokabel Reichskristallnacht 1988 im Umfeld der umstrittenen Gedenkrede des damaligen Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger (CDU) zum 50. Jahrestag der Pogrome vor dem Bundestag. In der Folge dieser Kontoversen wurde der Ausdruck als verharmlosend, euphemistisch, politisch inkorrekt und vermeintlich dem NS-Sprachgebrauch zugehörig kritisiert und zunehmend gemieden. Im öffentlichen wie offiziellen Sprachgebrauch wurde er vielfach durch die Bezeichnungen Reichpogromnacht bzw. Pogromnacht, seltener November-Pogrom bzw. Judenpogrom ersetzt, die ihrerseits wiederum als verharmlosend kritisiert wurden. Dennoch ist der öffentliche Sprachgebrauch bei der Bezeichnung der Pogrome bis heute heterogen.
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    https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14390



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    nicht belegt Hermann Pauls Deutsches Wörterbuch (2002) schließt nicht aus, dass der Begriff »Reichskristallnacht« »von den Nazis in verschleiernder Absicht« geprägt worden sei, das Duden-Universalwörterbuch (2006) zählt das Lexem zum »nationalsozialistischen Jargon«. Beweise dafür fehlen allerdings. Es gibt für das Wort aus der Zeit vor 1945 nur einen mündlichen Beleg, im Tonbandmitschnitt einer Rede des NSDAP-Funktionärs Wilhelm Börger vom Juni 1939: »Die Sache geht als Reichskristallnacht in die Geschichte ein.«



    Gedruckt taucht es erstmalig am 11. November 1945 auf, als die »Berliner Zeitung« es in Anführungszeichen benutzte, in einem »Hintergründe der ›Kristallnacht‹« betitelten Artikel. Kurz zuvor hatte man im »Tagesspiegel« lesen können, das Pogrom sei vor genau sieben Jahren und an den Folgetagen »im Volksmund die ›Kristallwoche‹ genannt« worden.



    Für die FAZ war »Reichskristallnacht« noch 1992 »ein frivol-verwegenes und auch grimmig-politisches Witzwort«, der »Süddeutschen Zeitung« teilte 1998 ein Zeitzeuge mit, der Kabarettist Werner Fink habe es erfunden. Hermann Simon berichtete 1999 in der Reihe Via Regia über »Neue Quellen zum Novemberpogrom in Berlin«: »Wieder und wieder habe ich in den vergangenen zehn Jahren Zeitzeugen befragt, wann sie die Ereignisse des 9./10. November wie genannt haben.



    Keiner kann sich so richtig erinnern: ›Pogrom‹, ›Nacht, als die Synagogen brannten‹, ›Kristallnacht‹ und immer wieder ›Reichskristallnacht‹, jene sprachliche Zwitterbildung, die von manchen für ein Scherzwort, wie etwa ›Reichswasserleiche‹, gehalten wird. Wann die Begriffe ›Kristallnacht‹ und ›Reichskristallnacht‹ entstanden sind, wissen wir nicht genau.«
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    https://www.sueddeutsche.de/ku…l-verpflichtet-1.573966-2


    [spoil]Eitz: Ja, aber jahrzehntelang war das auch bei uns gar kein Thema. Bewusstsein für die Nazi-Sprache wurde erstmals geschaffen durch den Eichmann-Prozess, dann durch den Auschwitz-Prozess, und schließlich 1979 durch die "Holocaust-Serie" im TV. Der Witz ist aber, dass man dem Begriff "Reichskristallnacht" erst seit den achtziger Jahren eine Belastung zuweist, obwohl er gar nicht von den Nazis genutzt worden ist - im Gegenteil. Erst seit der Rede des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger zum 50. Gedenktag der Reichspogromnacht 1988 kippte das Ganze. Inzwischen wird der Begriff in öffentlichen Reden gemieden. Dafür weicht man auf einen Begriff aus, der ebenfalls nicht ganz zutreffend ist, die "Reichspogromnacht". Geht man von der ursprünglichen Bedeutung des Wortes "Pogrom" aus, geht es dabei um etwas Spontanes. Gerade das war ja 1938 eben nicht der Fall, das war von langer Hand geplant.[/spoil]



    Vielleicht möchte John die Redaktionsleitungen der SZ, Jüdischen Allgemeinen und dem
    Bundeszentrum für Politische Bildung auch so definieren


    Zitat von John

    Von mir aus könnt ihr auch die Existenz der „BRD“ anzweifeln und euch zu „Reichsbürgern“ erklären. Weit entfernt davon sind ja inzwischen einige selbst hier im Forum nicht mehr, wie man angesichts dieser Schönrednerei von eindeutigen NS-Begriffen vermuten muss.

  • Interessant, am Ende ist aber für die heutige Beurteilung ein Zitat aus der von dir verlinkten jüdischen Allgemeinen entscheidend welches John und Wolle auch immer betont haben:


    "›Kristallnacht‹! Das funkelt, blitzt und glitzert wie bei einem Fest! Es wäre längst Zeit, dass diese böswillig-verharmlosende Bezeichnung zumindest aus der Geschichtsschreibung verschwände.« Schon 1948 hatte die »Notgemeinschaft der durch die Nürnberger Gesetze Betroffenen« von einem »falschen Wort« gesprochen. Später wollte man Ablösevokabeln etablieren.
    ...
    »Der Ausdruck verschleiert jene Gräueltaten, die an jüdischen Mitbürgern verübt wurden, und sollte deshalb durch den Begriff Pogromnacht oder Novemberpogrom ersetzt werden.« "



    Das Argument, dass Progrom als Begriff dann ebenso kritisch zu betrachten ist (da es irgendwie Unwetter heißen kann, laut Wolle allerdings eher nicht, sondern eben die im deustchen gemeinte Bedeutung auch im russischen hat), überzeugt mich dann, gerade dem Wort "Reichskristallnacht" gegenübergestellt, nicht.

  • Das wird ja auch bei der SZ klar dargestellt den übrigens auch gestern schon von Lord Wolhynia verlinkt wurde


    Ist ja auch unumstritten das es ein unangemessener Begriff für die damaligen Ereignisse ist jedenfalls von meine Anstoß an der Debatte war ja die Aussage Reichskristallnacht wäre ein NS-Vokabular.


    Das der Begriff diffamierend hab ich auch ausdrücklich dargelegt.


    Zu keiner anderen Historischen Aussage irgendwie Stellung genommen.

  • Du magst das nicht geschrieben haben, dafür hat Wolfsgeist geschrieben „Reichskristallnacht“ und „Endlösung“ seien ganz normale Begriffe. Und darauf bezog ich mich.

    Warum hast du dann den Plural benutzt wenn es Nur Wolfsgeist geschrieben hat ??



    Zitat von John

    Von mir aus könnt ihr auch die Existenz der „BRD“ anzweifeln und euch zu „Reichsbürgern“ erklären. Weit entfernt davon sind ja inzwischen einige selbst hier im Forum nicht mehr, wie man angesichts dieser Schönrednerei von eindeutigen NS-Begriffen vermuten muss.

  • So, hier ist erstmal zu. :wink:



    Kühlt euch ab und verlasst später bitte die Ebene der persönlichen Vorwürfe und wendet euch dem eigentlichen Thema zu.



    Sollte in der Zwischenzeit der Disput in anderen Themen fortgesetzt werden, sind weitere Konsequenzen nicht auszuschließen. :lehrer:


    edit: In der Hoffnung auf Besserung: Wieder offen. ;)

  • Sehr interessanter Artikel im Medien-Teil der FAZ, über Autorenschaft in der Krise, Repräsentation, Moral und Politik in Videospielen. Es handelt sich um ein Interview mit der Videospielautorin und Schriftstellerin Lena Falkenhagen. Besprochen werden u.a. The Witcher III oder Orwell, A plague tale: Innocence, Cyberpunk 2077 oder Through the Darkest of Times. Link: FAZ: sie bestimmen die Gesetze ihrer Welt.

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