Versandhändler und ihre Vor- und Nachteile

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    • Gaius Bonus schrieb:

      Die besten Erfahrungen habe ich bisher eigentlich immer mit UPS gemacht. Der Fahrer bleibt auch manchmal sogar 5 Minuten zum Labern bei mir. Deswegen vermute ich, dass die nicht so sehr unter Druck stehen, wie die Hermes und DPD Angestellten. Hermes muss schrecklich sein, die fahren ja teilweise sogar mit ihren Privatwagen durch die Gegend.
      Wundert mich, denn als ich am Flughafen mal gearbeitet habe, galten die Arbeitsbedingungen von UPS als die schlechtesten.
    • Mehrkosten?
      Der Kunde soll sie zahlen.
      Ganz einfach.
      Ist nur ehrlich.

      Kollidiert freilich mit der Amazon Flatrate Strategie.

      Dann:
      Keine dutzenden Fahrzeuge mehr unterwegs sondern Sammlung in Zentren außerhalb und dann übernimmt 1! Fahrzeug für eine Straße die Zustellung.
      Im Zweifel dann auch nur Zustellung an die Haustür mit Zuzahlung!
      Sonst. Dirket Lieferung in zentrale Ablieferstelle für den Bezirk.


      Ach ja. Die Stärkung der Gewerkschaften und Betriebsräte in diesem Bereich tut Not. Hier sind aber vor allen acuh die Beschäftigten selbst gefragt.
      Dazu noch gesetzliche Schritte gegen dieses elende Subunternehmertum.
      Zum Beispiel: In Subunternehmen müssen Beschäftigte/befristet beschäftigte mindestens zum Haustarif bezahlt werden...etc.
      Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg
      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • Flo78 schrieb:

      Wie wäre es wenn DHL von seinem gigantischen Gewinn (der ja unter anderem auch von den Paketboten erwirtschaftet wird) seine Angestellten ordentlich bezahlt ?
      Bist du dir sicher das diese gigantischen Gewinne aus dem Paketgeschäft sind???

      Denn nur weil in einer anderen Sparte eines Unternehmens gewinne gemacht werden bedeutet es nicht das dafür andere sparten Quersubventioniert werden müssen.


      Twiggels schrieb:

      Kollidiert freilich mit der Amazon Flatrate Strategie.
      Jep genauso ist es und ohne sozialstaatlichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen kann man noch so viele Wege ergründen wie es besser ginge, nur das es so nix bringt.


      Nonsensification schrieb:

      Es gibt sie noch, die guten alten Einzelhandelsgeschäfte. Sie sterben jedoch allmählich aus, weil wir faul geworden sind. Mittlerweile werden Medikamente und gar Fahrräder online bestellt, anstatt ein Geschäft aufzusuchen und sich professionell beraten zu lassen. Ein Kollege sprach vor Kurzem voll stolz davon, dass seine Familie fortan Lebensmittel und Getränke online beim REWE bestellt. Gleichermaßen treibt uns die "Geiz ist geil" - Mentalität immer weiter im Suchen der Schnäppchen und der Online-Versandhandel liefert, auf Kosten der dortigen Beschäftigten. Der Großteil der Konsumenten dürfte diesen Zusammenhang wahrscheinlich nicht realisiert haben.

      Hm naja, das ist Evolution. Der Einzelhandel muss sich darauf einstellen und den Kunden einen Mehrwert liefern das er sagt ich komme zu dir in das Ladengeschäft. Das ist das gleiche wie mit der deutschen Außenwirtschaft, diese kann sich dort nur halten weil sie Ihre Nische gefunden haben in der sie die Kunden zufrieden stellen. Das ich ein Produkt online günstiger bekomme inkl. Versandkosten usw. ist in Ordnung. Als Einzelhändler bin ich mehr denn je in der Pflicht die Wünsche meine Kunden zu ergründen und erfahren durch welchen Mehrwert er bereit ist seine Zeit für mich zu Opfern. Wenn ich das nicht verstanden habe werde ich nicht im stationären Handel überleben.
    • Saladin schrieb:

      Bist du dir sicher das diese gigantischen Gewinne aus dem Paketgeschäft sind???
      Es ist doch völlig egal woher die Gewinne kommen. Bleibt doch alles innerhalb des Konzerns. Wenn Geld aus der einen Ecke reinkommt ist es doch nicht verboten es für die andere Ecke zu verwenden und damit Sinnvolles zu tun, oder?

      Saladin schrieb:

      werden bedeutet es nicht das dafür andere sparten Quersubventioniert werden müssen.
      Für die Konzernleitung vielleicht. Auf der Seite vorher schreibst du noch das die Politik dann halt Richtlinien setzen muß...ja dann bitte und los. ;)



      aber ich wiederhole mich...

      Flavius Jolius schrieb:

      Keine Ahnung wie sich die Gewinne bei DHL zusammensetzen. Dafür ist der Ausschnitt im ersten Video aus der Hauptversammlung wohl zu kurz. Aber ist mir als ("nur") unzufriedener Kunde relativ "wurscht". Sie haben die Kohle um die Bedingungen zu verbessern. Das ist Fakt und würde den Menschen gut tun.



      Ich gehe nicht euren Weg - ihr seid mir keine Brücken.
      - Friedrich Nietzsche -
    • Twiggels schrieb:

      Mehrkosten?
      Der Kunde soll sie zahlen.
      Ganz einfach.
      Ist nur ehrlich.
      Der Kunde zahlt diese Kosten aber nicht.
      "Was ihr verlangt für das Paket 50 Cent mehr? Die stecken doch bestimmt nur die Bosse ein. Verschick ich doch lieber mit xyz. Die machen es billiger."
      Und Amazon und andere große Versand- und Onlinehändler diktieren Post und den anderen ohnehin ihren Preis. Oder glaubt ihr die müssen die 4.99 oder 6.99 für nen Paket zahlen wie ein normaler Kunde. :rolleyes:
      Wenn die nicht für X Euro die Pakete liefern gehen sie zu nem anderen, ganz einfach. Weshalb glaubt ihr den gibt es den Test in glaub Hamburg mit nem eigenen Lieferdienst von Amazon? Das ist nur dazu da Druck zu machen. "Seht her, in den Großstädten können wir es auch selbst machen. Da wo es noch recht profitabel für euch ist, da kurze Wege etc., brauchen wir euch vielleicht nicht mehr wenn ihr unsere Preise nicht akzeptiert."

      Saladin schrieb:

      Bist du dir sicher das diese gigantischen Gewinne aus dem Paketgeschäft sind???
      Glaube ich auch nicht. Bin mir sicher dass da, um bei der Post zu bleiben, quersubventioniert wird. Teile des hohen Briefportos gehen bestimmt in den Bereich Pakete. Und wenn man in dem Bereich ohnehin kaum Gewinn macht, weshalb sollte man dann ausgerechnet beim Gehalt, welches ein nicht unerheblicher Kostenfaktor ist, massiv Geld ausgeben?
      Das Geld wird dann eher in einen Bereich gesteckt wo es auch wieder was einbringt.
      Wäre ja sicher schön für die Arbeitnehmer, Subunternehmer und Vertragspartner. Aber auch vollkommen unrealistisch.
      Zumal der Bote der vorher nicht geklingelt hat auch mit mehr Geld in der Tasche kaum öfter die Klingel finden wird. ;)


      Flavius Jolius schrieb:

      Bleibt doch alles innerhalb des Konzerns. Wenn Geld aus der einen Ecke reinkommt ist es doch nicht verboten es für die andere Ecke zu verwenden und damit Sinnvolles zu tun, oder?
      Und es ist für ein großes Unternehmen sinnvoll ein womöglich wenig proifittables Geschäft noch unrentabler zu machen? :confused:
      Meister des Schokimods


    • Nonsensification schrieb:

      Es gibt sie noch, die guten alten Einzelhandelsgeschäfte. Sie sterben jedoch allmählich aus, weil wir faul geworden sind.
      Das kann mann aber auch von der anderen Seite sehen. Ich wohne zB. auf dem platten Land wo es defakto außer ein paar Klamottenläden (die ich auch nutze) schlicht nichts in der Nähe gibt.
      Aber selbst als ich noch in einer größeren Stadt wohnte, war das Prozedere folgendes:
      Entweder in die Innenstadt fahren und dafür teure Öffis benutzen oder teure Parkgebühren bezahlen. Dann ab in die völlig überfüllte Innenstadt die Läden abklappern. Diese zeichnen sich vorallem dadurch aus das meist unmotivierte und ahnungslose Verkäufer (verständlicherweise sind ja fast nur noch ungelernte 400 Euro Aushilfsjobber) stehen/standen die mir dann erklären das sie alles was ich suche NICHT haben und es auch nicht bestellen können oder wollen. Und wenn Bestellen ausnahmsweise doch möglich ist/war dann kann ich in ner Woche nochmal zum Abholen kommen, sorry aber dafür verschwende ich weder Geld noch Lebenszeit denn beides habe ich leider nur begrenzt zur verfügung.
      Sorry aber die Zeiten als der völlig konkurenzlose Einzelhandel mit dem Kunden praktisch umgehen konnte wie er wollte sind nun mal vorbei.

      Deatheye schrieb:



      Und es ist für ein großes Unternehmen sinnvoll ein womöglich wenig proifittables Geschäft noch unrentabler zu machen? :confused:

      Gegenfrage, wenn das Geschäft des Versandhandels angeblich so unrentabel ist wie immer behauptet wird warum hören DHL, Hermes usw. usw. nicht einfach damit auf und fertig. Oder willst du mir jetzt erzählen das die das rein aus Nächsteliebe gegenüber den Versandhandelfans machen ?

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Nö, da geht es um Macht und Marktstellung aber auch Verantwortung.
      Auch haben viele Zustellfirmen ihre Zentren auf massig Sendungen der Versandhändler eingestellt. Wenn sie jetzt tatsächlich sagen "fick dich, such dir doch nen anderen" was machst du mit den freien Kapazitäten? Logistigzentren in Leipzig und anderso, deiner großen Fahrzeugflotte, mit 10.000 und mehr Arbeitern die du nicht mehr brauchst? Was erzählst du deinen Aktionären, dass der Großkunde xyz nicht mehr bei dir sondern der Konkurrenz ist?
      Meister des Schokimods


    • Deatheye schrieb:

      aber auch Verantwortung.
      :happy clapping: :laugh: :rofl:
      Sorry aber das war ja mit abstand der beste Witz seit langem

      Deatheye schrieb:

      Auch haben viele Zustellfirmen ihre Zentren auf massig Sendungen der Versandhändler eingestellt. Wenn sie jetzt tatsächlich sagen "fick dich, such dir doch nen anderen" was machst du mit den freien Kapazitäten? Logistigzentren in Leipzig und anderso, deiner großen Fahrzeugflotte, mit 10.000 und mehr Arbeitern die du nicht mehr brauchst?
      Verkaufen, entlassen, das Geld wo anders investieren. Um mal Salah zu zitieren: Kapitalismus, Markt und so, ne ;)

      Deatheye schrieb:

      Was erzählst du deinen Aktionären, dass der Großkunde xyz nicht mehr bei dir sondern der Konkurrenz ist?
      Gar nichts die feiern dann nämlich eine Schampusfete nach der anderen, schließlich hast du einen unrentablen Unternehmensteil geschlossen und verkauft und das aller wichtigste du hast tausende Menschen entlassen. Da gehen die Börsenkurse durch die Decke, Kostensenkung und so ;)

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Flo78 schrieb:

      Sorry aber das war ja mit abstand der beste Witz seit langem
      Mag manches Weltbild zerstören, doch bezweifle ich stark dass in allen Konzernzentralen, weltweit, die Chefs den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben als sich zu überlegen wie sie ihre Arbeitnehmer ficken können. Der Großteil wird immer versuchen das Beste sowohl für die Firma wie auch die Mitarbeiter und auch die Aktionäre zu tun.


      Flo78 schrieb:

      Verkaufen, entlassen, das Geld wo anders investieren. Um mal Salah zu zitieren: Kapitalismus, Markt und so, ne
      :rofl:
      An wen willst du deine Flotte den verkaufen und zu welchem Preis?
      Wenn deine sagen wir LKWs 100 Mio wert sind, du sie aber auf einen Schlag verkaufen musst, was wirst da dann wohl dafür bekommen?
      Entlassen von Arbeitern? Viel Spaß. So einfach geht das nun auch nicht. Du hast ja schließlich Gewinn gemacht und die "riesigen" Einnahmen aus den Verkäufen deiner LKW-Flotte. Dann deine Gewerkschaften und erst die Politiker die sich solidarisch mit allem zeigen was irgendwie durch die Presse geht. "Post entlässt 10.000 Arbeiter weil sie zu blöd war Amazon als Kunden zu halten" gute Schlagzeile. Die Logistikzentren kannst du auch nicht einfach verkaufen, da sind Verträge geschlossen wurden die über Jahrzehnte gehen können. Fördergelder die zurückgezahlt werden müssen usw. Im Vorstand sitzt womöglich der ein oder andere Politiker der nicht riskieren will und kann dass die ganzen entlassenen Arbeiter womöglich gewisse Parteien wählen und es ist womöglich gar sein eigener Wahlkreis betroffen.
      Meister des Schokimods


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Deatheye ()

    • Deatheye schrieb:

      Mag manches Weltbild zerstören, doch bezweifle ich stark dass in allen Konzernzentralen, weltweit die Chefs den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben als sich zu überlegen wie sie ihre Arbeitnehmer ficken können. Der Großteil wird immer versuchen das Beste sowohl für die Firma wie auch die Mitarbeiter und auch die Aktionäre zu tun.
      Das wird dich jetzt überraschen aber das sehe eigentlich auch so, allerdings ehr bei kleineren Mittelständischen und/oder Familienunternehmen, aber ein Großkonzern wie DHL der Milliarden Gewinne macht und trotzdem kaum den Mindestlohn bezahlt gehört eben definitiv nicht dazu.
      Ich meine wo soll das denn hinführen ? Wer in diesem Land soll denn überhaupt noch angemessene Löhne bezahlen wenn selbst diejenigen die im Geld schwimmen es schon nicht tun ?

      Deatheye schrieb:

      An wen willst du deine Flotte den verkaufen und zu welchem Preis?
      Wenn deine sagen wir LKWs 100 Mio wert sind, du sie aber auf einen Schlag verkaufen musst, was wirst da dann wohl dafür bekommen?
      Entlassen von Arbeitern? Viel Spaß. So einfach geht das nun auch nicht. Du hast ja schließlich Gewinn gemacht und die "riesigen" Einnahmen aus den Verkäufen deiner LKW-Flotte. Dann deine Gewerkschaften und erst die Politiker die sich solidarisch mit allem zeigen was irgendwie durch die Presse geht. "Post entlässt 10.000 Arbeiter weil sie zu blöd war Amazon als Kunden zu halten" gute Schlagzeile. Die Logistikzentren kannst du auch nicht einfach verkaufen, da sind Verträge geschlossen wurden die über Jahrzehnte gehen können. Fördergelder die zurückgezahlt werden müssen usw. Im Vorstand sitzt womöglich der ein oder andere Politiker der nicht riskieren will und kann dass die ganzen entlassenen Arbeiter womöglich gewisse Parteien wählen und es ist womöglich gar sein eigener Wahlkreis betroffen.
      Trotzdem wird kein Unternehmen einfach über Jahre einen defizitären Bereich mit durchschleppen, Verträge und Investitionen hin oder her. Am Ende wird mann immer Mittel und Wege suchen sich von diesem zu trennen im Zweifelsfall wird dann eben mit Verlust verkauft und entsprechend abgeschrieben, dafür haben sie ja schließlich eine BWL/Steuerabteilung.

      Und um das nochmal klar zu stellen ich bin keinesfalls der Meinung das die Versandunternehmen schließen sollten ich habe lediglich eure Argumentation von wegen Kapitalismus und Marktfähigkeit mal konsequent zuende geführt, was euch dann ja aber auch wieder nicht recht war.

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Nonsensification schrieb:


      Es gibt sie noch, die guten alten Einzelhandelsgeschäfte. Sie sterben jedoch allmählich aus, weil wir faul geworden sind. Mittlerweile werden Medikamente und gar Fahrräder online bestellt, anstatt ein Geschäft aufzusuchen und sich professionell beraten zu lassen.

      Faulheit mag ein Grund sein, wäre das aber der Hauptgrund würden nicht reihenweise Onlinehändler inzwischen eigene Läden eröffnen. Wenn ein Laden im Einzelhandel schließt, dann weil er nicht wirtschaftlich ist und offensichtlich weniger Kundschaft anzieht als andere. Dabei hat der Einzelhandel nicht nur Nachteile gegenüber dem Online Handel, auch wenn das gerne vorgejammert wird. Man hat eine permanente Werbefläche und sichtbarkeit im realen Leben und könnte Kunden einen komplett anderen und besseren Service bieten als man ihn online bekommen könnte. Setzt aber fast niemand um.

      Stattdessen hab ich bei einem Problem bei Amazon einfach die schnellerer und kulantere Abwicklung, eine schnelle Lieferung und bekomme was ich brauche. Es gibt nur wenige Unternehmen die wirklich daran arbeiten und versuchen beide Welten zum Vorteil ihrere Kunden zu verschmelzen. Und da jetzt viele Online Unternehmen den umgekehrten Weg gehen, werden die Einzelhändler die da nicht weit genug sind bald auch nicht mehr existieren, weil man sie schlicht nicht mehr braucht.
    • Ihr seht kurioserweise den Einzelhandel nur von seiner negativen Seite und lobt allenernstes Amazon? Zahlt Jeff Bezos bereits korrekte Steuern in Deutschland? Nimmt Amazon Abstand davon einen freiberuflichen „eigenen“ Lieferdienst unterhalb des Mindestlohns in Deutschland zu implementieren? Zahlt Amazon Verlagen von Literatur angemessene Preise? Nein? Dann verschont mich mit diesem
      Ausbeuterverein. :thumbdown:

      Selbstverständlich haben Online- wie Einzelhandel auch negative Seiten. Ich spreche selbst auch nicht von MM oder den Ketten, sondern vom kleinen Buchhändler von nebenan und der bietet mir viele Vorteile. So kann ich zu Lesungen gehen, genieße eine tolle Atmosphäre, werde professionell beraten und erhalte Bücher spätestens am nächsten Tag. Mein Fleischer kennt meine Vorlieben, bietet eine hervorragende Qualität von Tieren aus der Region und legt auch mal etwas für mich zurück. Ich gehe gern zum Konsum und schnacke mit den Verkäufern. Ein Freund betreibt einen Platten und HiFi-Laden, hier erhalte ich genau die Antwort auf meine Interessen und Bedürfnisse. Das Gleiche erlebe morgendlich beim alteingesessenen Bäcker. Im Spiritosenhandel werde ich bestens beraten und gehe ab und an zum Tasting. Man kennt sich und genau dieses Sozialleben gefällt mir. Qualität an Produkten und Dienstleistungen sowie professionelle Beratung sind mir wichtig. Zugegeben in einem lebenswerten Viertel einer Großstadt habe ich hier bessere Chancen, aber selbst im Heimatort meiner Eltern kann ich viele Lebenslagen abdecken. Selbst die altehrwürdige Kneipe existiert und ist stark belebt.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Die Läden die du beschreibst können von einem Nonsens der einmal im Monat vorbeikommt nicht leben.

      Menschen die für Amazon arbeiten können sich nicht leisten in solche Läden zu gehen.

      Ein Teufelskreis.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Ein Teufelskreis, absolut. Man muss den Teufel nur bei den Hörnern packen und schon kommt die Politik wieder ins Spiel, um faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Ich bleibe dabei, Reichtum existiert in Deutschland - er ist nur ungleich verteilt. Wir leben eben in einer Blase, bisher scheint es zu funktionieren.

      Und die gute Nonsens geht nicht nur einmal im Monat zum Konsum, Fleischer oder Bäcker. Selbst mein Buchhändler sieht mich öfter, weil ich Literatur auch verschenke. Alle Händler von Luxuswaren sehen nicht nur mich innerhalb dieses einen Monats. Teilweise existieren die Händler seit Jahrzehnten, scheinbar schätzen also auch andere Menschen dieses Angebot. Ich will den Online-Hand nicht verteufel, aber darauf hinweisen, dass es daneben richtige Kleinode im Einzelhandel existieren.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Natürlich können es sich Menschen die bei Amazon arbeiten leisten in solche Läden zu gehen, wie einen Buchladen oder den örtlichen Konsum.

      Ich bin echt kein Freund von Amazon. Aber man sollte es auch nicht übertreiben. Da verhngert keiner.
      Gute 11 Euro + weitere Perks und Boni gibt es als Stundenlohn für ungelernte Einsteiger.
      Das ist freilich nicht viel, die Blockadehaltung gegen Gewerkschaften und co ist das Letzte, aber am Ende kann man sich von Loihn durchaus Bücher im Buchladen davon kaufen.
      Das Problem dürfte dann eher der Mitarbeiterrabatt sein....


      amazon.force.com/JobDetails?reqid=a0R0G000017VM6h
      Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg
      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • Was ist mit den Paketenboten die unter Mindestlohn bezahlt werden? Haben wir jetzt 12 Euro Mindestlohn (*träum*)?

      Zitat aus Mann, Sieber von heute: "Viele Paketzusteller gehen (deshalb) sogar krank zur Arbeit, in diesem Fall ist es natürlich sehr rücksichtsvoll nicht zu klingen."

      Made my Day :cool:
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Ihr seht kurioserweise den Einzelhandel nur von seiner negativen Seite und lobt allenernstes Amazon? Zahlt Jeff Bezos bereits korrekte Steuern in Deutschland? Nimmt Amazon Abstand davon einen freiberuflichen „eigenen“ Lieferdienst unterhalb des Mindestlohns in Deutschland zu implementieren? Zahlt Amazon Verlagen von Literatur angemessene Preise? Nein? Dann verschont mich mit diesem
      Ausbeuterverein. :thumbdown:
      Naja, DEN Einzelhandel stelle ich bestimmt nicht als ganzes schlecht da, Tatsache ist aber das viele Unternehmen Entwicklungen komplett verschlafen haben und jetzt die Quittung dafür bekommen. Die die sich an die Bedürfnisse der Kunden orientieren oder diese erst schaffen werden auch weiter überleben und wachsen.

      Übrigens ist Amazon nicht so erfolgreich weil sie das Imperium des bösen sind und alle anderen mit Dumping Preisen unterbieten, günstigere Verkäufer findet man außerhalb von Aktionen häufig genug, sondern weil sie einen radikal kundenorientierten Service bieten. Amazon steht da zwar an der Spitze, aber selbst im billig China Shop hab ich teilweise ein besseres Einkaufserlebnis + Service als in der Stadt.

      Das trifft natürlich nicht überall zu, Einzelhändler die es gut machen überleben auch.

    • Du bist witzig, Bob. Mehr aber leider auch nicht heute Abend. ;)

      Sowohl im Einzelhandel als auch im Online-Handel erfährt der Kunde meist nur nach entsprechender Recherche ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, hiermit meine ich eine professionelle Verkaufsberatung und eine gute bis sehr gute Ware resp. Dienstleistung. Wenn man dich reden hören, möchte man meinen, dass der Einzelhandel bereits wegen Schlechtleistung gegen den Online-Handel verloren hat. Amazon hat eben mittlerweile sich beinah ein Monopol erarbeitet und dabei Milliardengewinne an den Staaten vorbei geschleust. Vergiss des den Erfolg alleinig auf den tatsächlich radikal kundenorientierten Service zurückzuführen. Mein Einkaufserlebnis im Einzelhandel meiner Wahl wirkt da positiv mehr nach als in einem anonymen Handelsriesen Produkte von der Stange zu erstehen und dabei erkenne ich den marktpolitischen Wert von Amazon an.

      Als Vorbild taugt der Konzern jedenfalls nur in der Hinsicht Arbeitnehmer bestmöglich auszubeuten und neue Steuervermeidungsstrategien zu entwickeln. Top!
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Ja, es gibt sie, die guten Seelen der Region. Auch bei mir auf dem Land.
      Je nachdem worum es geht gebe ich auch durchaus ein paar Penny mehr aus.

      Aaaaber hier mal ein paar Beispiele warum ich zu 99% zuerst online nach einer Ware suche; von
      Essen einmal abgesehen:

      1) Pc-Equipment.
      Neue Grafikkarte bestellt, kein richtiges Kabel dabei, Freitag, 18 Uhr.
      Preis meines Datenkabels bei Amazon: 9,99 - das gude Zeuch.
      Ab zu Media Markt, die haben offen, weil warten bis Montag/Dienstag kam nicht infrage.
      Ich habe unterwegs direkt mit 20 Euro gerechnet. Da hätte ich allerdings schon auf dem
      Heimweg mehrsprachig und farbenfroh geflucht. Bei 25 Euro hätte ich nicht gewartet bis ich wieder im Auto bin.
      Jetzt kommt's: Kosten desselben Kabels bei Media Markt: 39,99. Im Angebot.....
      Ich gönne jedem seinen Umsatz, und auch einen Gewinn, aber das war unverschämt.
      Aus Prinzip bin ich ohne das Kabel nach Hause.

      2) Baumarkt
      Ich bin daheim am umbauen, brauche dementsprechend viel Zeuch.
      In 10km Entfernung ein Obi. Dort muss ich erst mal nach Personal suchen falls ich Beratung
      brauche oder etwas nicht finde. Die Mitarbeiter rotieren da nicht so oft, man "kennt" sich quasi, aber bei einigen hat
      man das Gefühl das man als Kunde eigentlich gerade nur sört... und da ich tief in meinem Inneren
      ein guter und anständiger Mensch bin - gehe ich halt oft wieder. Ohne irgendwas mitzunehmen.
      Gelegentliche Sonderangebote nehme ich wahr, ansonsten kaufe ich nur im absoluten Notfall dort.
      Im Schnitt liegen die preislich von 10-200% über den Preisen die man online so hat.
      Eine handvoll Ware kaufe ich dort weil der Preis in etwa gleichauf mit dem Onlineversand ist.

      3) Schmuckladen
      In meinem kleinen Städtchen, unweit meiner Arbeitsstelle. Von aussen ein edler Laden - auf den ersten Blick.
      Frisch geduscht und im 4.besten Parfum bin ich nach der Arbeit in schwarzer Jogginghose und einem neutralen
      T-Shirt mit vollem Geldbeutel dort eingekehrt.
      Ziel war die Reparatur einer Halskette, am Anhänger ist so ein kleiner Metallring kaputt gegangen.
      Kosten online: 1 bis 3 Euro, Plus Versand, je nachdem.
      Nach überschreiten der Türschwelle schaut mich die Dame hinter dem Tresen an mit einem Blick der eigentlich
      schon alles sagte.... sie hätte auch sagen können "Ey, raus hier, bettel woanders, sammle deine Flaschen gefälligst am Bahnhof!"
      Ich hatte allerdings die 4 Schritte zur Kasse schon hinter mich gebracht, ihr missmutiger Blick blieb, doch sie fragte mich nach
      meinem Begehr. Habe meinen Geldbeutel auf den Tresen gelegt, Kette + Anhänger raus gekramt, und mein Vorhaben dargelegt.
      Ausserdem habe ich deutlich gemacht das Geld in diesem Fall keine echte Rolle spielt, der Wert der Kette war materiell zwar
      beachtlich, aber der emotionale Wert war wesentlich höher. Sprachlich bilde ich mir ein recht eloquent zu sein, doch scheinbar
      hört nicht jeder Anstand und Bildung aus meinen wohlgesetzten Worten heraus :rofl:
      Nun ja, habe einen ordentlichen Shitstorm über mich ergehen lassen den ich nur nicht angemessen beantwortet habe weil die Dame mindestens
      doppelt so alt war wie ich. Daraufhin habe ich mich höflich verabschiedet, bin aus dem Drecksladen raus, und mache seitdem aktiv
      Werbung für die.

      Das sind nur 3 Beispiele, alle aus den letzten 24 Monaten. Frage: wie oft soll ich mir denn so eine Show bieten lassen, gerade wenn es
      heutzutage Alternativen gibt? Vor 20 Jahren hätte ich meinen Ärger runter geschluckt und bezahlt. Aber nicht im Jahr 2018.
      Bei Amazon/eBay hatte ich bisher noch keine Probleme.

      Was die Struktur und die Löhne der Unternehmen wie Amazon angeht, von denen halte ich selbstverständlich wenig.
      Aber leider muss ich "Angelalala ich Merkel garnix mehr" recht geben:
      "Deutschland geht es gut; das ist ein Grund zur Freude."
      Die Menschen in Deutschland werden im Schnitt immer fetter, fahren jedes Jahr teurere Autos, fahren mehr in den Urlaub.
      McDonalds ist niemals leer, und am Ende bleibt Geld über um Bücher von Dieter Bohlen und Thilo Sarazzin zu kaufen.

      Somit lebe ich ein Stück weit nach dem Motto: ich habe die Welt nicht gemacht; sondern versuche nur in ihr zu leben.
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      :lehrer: Wenn es heute nacht NULL GRAD sind, und morgen Nacht doppelt so kalt wird - wie kalt ist es dann?



      :weg: Wenn ich mich selbst ganz aufesse, bin ich dann ganz weg oder doppelt so schwer?

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