Versandhändler und ihre Vor- und Nachteile

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    Unser traditionelles Tippspiel zur Bundesliga geht am 24. August 2018 in die neue Saison 2018/19 - es ist Zeit sich wieder anzumelden. Viel Spaß. TWF-Tippspiel zur Bundesliga - Saison 2018/2019
    • Ihr schiebt mir hierAussagen unter, die ich so nirgends geschrieben habe. Haltet euch bitte an MEINEN WORTLAUT und nicht an das, was ihr glaubt dort hineininterpretieren zu können. Das ist ein schlechter Diskussionsstil.

      Im Übrigen halte ich mich an wirtschaftliche Fakten und nicht an „Wünsch-Dir-Was“-Aussagen. Wer bspw. noch nicht den Trend zur Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen in Großstädten mitbekommen hat und mir dann noch „fabulieren“ vorwirft, der ist schlichtweg schlecht informiert. Link Link 2

      Ihr könnt euch gerne auf den Kopf stellen, das wird trotzdem nichts daran ändern, dass Geschäftsmodelle eben nur dann eingegangen werden, wenn sie Gewinn möglichst zeitnah erzeugen. Schmälert man den Gewinn zu sehr, dann wird sofort auf andere Geschäftsmodelle oder gar Märkte ausgewichen. Solange ihr nicht die Planwirtschaft einführen wollt, wird sich daran auch nichts ändern.

      Warum haben Paketboten letztlich so eine schlechte Bezahlung? Weil das ein Job ist, den nahezu jeder machen kann. Dazu braucht man keine Ausbildung, außer einen Führerschein, ergo hat der Arbeitnehmer dort eine sehr schlechte Verhandlungsposition. Wenn er das nicht durch gewerkschaftliche Organisation ausgleicht, gar als Einzelkämpfer als Selbstständiger sich noch gegenseitig Konkurrenz macht, wird er langfristig eben erleben, dass Löhne und Arbeitsbedingungen stark gedrückt werden. Der Staat kann versuchen dort regulierend einzugreifen, aber das würde bspw. den Anreiz die Vollautomatisierung, und damit den vollständigen Arbeitsplatzabbau, zu betreiben und zu beschleunigen nur weiter erhöhen.
    • John schrieb:

      Ihr könnt euch gerne auf den Kopf stellen, das wird trotzdem nichts daran ändern, dass Geschäftsmodelle eben nur dann eingegangen werden, wenn sie Gewinn möglichst zeitnah erzeugen. Schmälert man den Gewinn zu sehr, dann wird sofort auf andere Geschäftsmodelle oder gar Märkte ausgewichen. Solange ihr nicht die Planwirtschaft einführen wollt, wird sich daran auch nichts ändern.
      Der Gewinn ist ja aber doch gerade nur deshalb möglich weil der Staat die Hälfte der Löhne zahlt. Und genau DAS hat ja wohl deutlich mehr mit Planwirtschaft gemein als mit einer freien Marktwirtschaft.
      Also manchmal kann ich mich nur noch wundern was du hier für Klopper raus haust. :rolleyes:

      ps. das die Mietpreisbremse absoluter Murks und dazu noch völlig kontraproduktiv ist um die Wohnungsnot zu beheben ist mir klar

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Wie kommst du darauf, dass bei bspw. Paketzustellern der Staat die Hälfte der Löhne zahlt?

      Ich gehe davon aus, du meinst die Praxis des Aufstockens. Es wäre dir also lieber, die Unternehmen streichen die Stellen und der Staat zahlt den kompletten Betrag dann an einen Arbeitslosen?
    • 1: Der Trend zum selbstgenutzten Eigentum hat nichts mit der Mietpreisbremse zu tun. Dein konstruierter Zusammenhang ist das "Fabulieren" nicht dass es einen Trend zum Eigentum gibt, der im Übrigen unter sozialpolitischen Gesichtspunkten erst einmal zu begrüßen ist. Problematisch kann er örtlich werden wenn damit Gentrifizierung einhergeht.

      2: Das ganze Versandhandelsgeschäft ist wie bereits geschrieben die Boombranche schlechthin in Deutschland. Löhne die keine Gesetzesbrüche darstellen würden diese BRanche nicht vernichten. Das ist purer Blödsinn, da es eine starke Nachfrage vor Ort gibt die vor Ort bedriedigt werden muss. Nach wie vor kann da natürlich sehr viel Geld verdient werden. Es würde, wenn dann überhaupt zu einem fairen Wettbewerb führen, da nun alle den Mindestlohn zahlen müssen.
      Womit du Recht hast ist, dass so wohl der Trend zur Automatisierung gestärkt werden wird. Dieser Argumentation folgend, müsste man aber in jeder BRanche höhere Lohnabschlüsse verhindern. Man kann nahezu überall automatisieren. Und sowieso ist das die Argumentation von Arbeitgeberseite gegen die die SPD naturgemäß immer angekämpft hat. Was man alles an Geld sparen könnte, wenn z.b. deutsche Lehrer auf US Niveau bezahlt werden würden.... Und automatisieren kann man da auch. Sehr gut sogar. Warum sollte ich mein Kind von einem hochbezahlten John unterrichten lassen, wenn ich es von einem Nobelpreisträger Unterricht bekommen kann über e-learning... hmmmm

      3: Amazon und co. werden nicht pleite gehen, weil Auslieferfahrer nun den Mindestlohn verdienen. Diese Unterstellung ist so bizarr....

      4: Du argumentierst hier gegen die Durchsetzung des Mindestlohns, mit der Argumentationstaktik, dass staatliche EIngriffe und die Durchsetzung der Gesetze schädlich für die Wirtschaft sind und sogar kontraproduktiv wirken können. Das machst du mit dem schlechten, da falschen, Beispiel der Mietpreisbremse. Es tut mir Leid, das kann man als Marktradikaler glauben, Jeder, der auch nur einen Hauch linken Gedankens im Kopf hat, weiß, dass der Markt ständig versagt und staatliche Eingriffe natürlich notwendig sind um die Märkte und die Wirtschaft zu lenken und für gleiche Spielregeln für alle zu sorgen.

      5: Und das machst du nicht bei irgendetwas, das machst du bei der sozialpolitischen Errungenschaft der SPD der letzten Jahre, da die Durchsetzung des Mindestlohnes, nach deinen Ausführungen, schädlich für die Wirtscahft ist. Und ich dachte bisher, dass du als SPD Anhänger stolz auf den Mindestlohnes bist und ihn für richtig hälst.

      5: Du verteidigst die Handlungsweise der Konzerne mit dem Verweis darauf, dass die ausgebeuteten Fahrer doch selbst Schuld sind. Schließlich hätten sie doch was gescheites lernen und Gewerkschaften bilden können.
      Wow... John, einfach nur Wow.
      Das machst du als priveligierter Akademiker und aktives SPD Mitglied das 3000 Euro+ Netto im Staatsdienst verdient...
      Ich könnte da jetzt gegen anargumentieren, aber ehrlich gesagt fehlen mir da einfach nur die Worte....



      edit:
      Die entsprechende Doku.
      www1.wdr.de/mediathek/video/se…ketdienst-aerger-100.html

      Es gab auf diese Enthüllung dann sogar eine großangelegte Razzia.
      Also, der Staat tut was. Immerhin.
      Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg
      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • John schrieb:



      Ich gehe davon aus, du meinst die Praxis des Aufstockens. Es wäre dir also lieber, die Unternehmen streichen die Stellen und der Staat zahlt den kompletten Betrag dann an einen Arbeitslosen?
      Genau ich meine das Aufstocken, wie ich in vorherigen Beiträgen auch geschrieben habe. :rolleyes:
      Und nein ich will nicht das die Arbeitgeber die Stellen streichen, ich möchte das alle Unternehmen einen ordentlichen Mindestlohn bezahlen und dies vom Staat auch ohne Ausnahmen durchgesetzt wird.
      Wenn nämlich alle Vesandunternehmen den selben Lohn zahlen müssen gibt es auch keine Wettbewerbsverzerrungen und wenn dann die Versandkosten in Zukunft ein paar Euro mehr kosten, so what. Die Nachfrage ist riesig und wird dadurch auch nicht großartig abnehmen da die Vorteile des Onlineshoppings nach wie vor deutlich überwiegen. :lehrer:

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    • Ich habe nirgendwo gegen den Mindestlohn argumentiert. Ich sage nur, dass es auch jemanden geben muss, der bereit ist, dir diesen auch zu bezahlen. Wann ist jemand bereit dir einen bestimmten Lohn zu bezahlen? 1. Wenn er dich braucht. 2. Wenn er etwas davon hat. Das nennt sich dann Mehrwert. Kein Mehrwert. Kein Job. Kein Lohn.
      Um dein Beispiel der Lehrer aufzugreifen. Aus meiner Sicht ein Job, den du nicht wirst automatisieren können. Der digitale Lehrer hält bestenfalls drei Tage, dann haben die Schüler den zerlegt. Ein Lehrer hat i.d.R. Abitur und einen Hochschulabschluss in mehreren Fächern. In der Regel beherrscht er mehrere Fremdsprachen, hat eine Ausbildung in Pädagogik und Gesprächsführung, beherrscht Zeitmanagement und ist in der Lage zwischen sechs und sieben Stunden täglich vor bis zu 30 Menschen frei zu reden und diese anzuleiten und ggf. auch zunehmend zu erziehen. Außerdem ist er Erziehungsratgeber, Seelentröster, Berufsberater, Kontaktperson für Jugendämter usw. usf.. Sowas lernt man in der Regel nicht von heute auf morgen. Deswegen werden auch in ganz Deutschland zur Zeit massiv Lehrer gesucht und umworben. Der Lohn steigt. Selbst nicht ausgebildete Seiteneinsteiger werden probeweise genommen. Man findet nicht mehr ausreichend Bewerber mit den benötigten Qualifikationen.

      Habe ich hingegen nur einen einfachen Berufsreifeabschluss, oder bspw. gar keinen Abschluss, was auch immer häufiger vorkommt, dann wird es natürlich umso schwieriger später große Lohnforderungen oder Arbeitsplatzansprüche zu stellen. Warum? Weil ich dann umso ersetzbarer bin. Gabelstaplerfahrer? Wird es bald nicht mehr geben. Lastwagenfahrer? Ich schätze 20 Jahre noch. Paketzusteller? Vielleicht noch 10 Jahre? Haushaltshilfen? usw. usf. Komischerweise gibt es in der Regel aber keine Diskussion über den Mindestlohn z.B. bei der Müllabfuhr. Warum wohl nicht? Wobei auch die zunehmend automatisiert werden wird.

      Ich schreibe das nicht, weil ich gegen die Bezahlung von angemessenen Löhnen oder gegen ordentliche Arbeitszeiten bin. Ich schreibe das, weil gerade Linke gerne so tun, als würden sie im luftleeren Raum diskutieren, und als ließen sich die Gesetze des Marktes von Angebot und Nachfrage (das betrifft gerade auch den Arbeitsmarkt!) einfach so aushebeln. Tun sie nicht. Das ist ein Trugschluss und Wunschtraum. Sich zu empören reicht nicht. Man muss den Markt und seine Gesetze verstehen, um ihn richtig als Instrument einzusetzen, damit er eben diese Probleme mit lösen kann und sie nicht weiter verschärft. Nur eins geht sicher nicht. Dauerhaft gegen den Markt zu arbeiten und so zu tun, als gäbe es ihn gar nicht.
    • Wir können alle nur beten dass alles so schnell automatisiert wird wie nur möglich, damit die ganze sinnlose Arbeitsbeschaffung ein Ende hat. Der Mensch ist mit Sicherheit nicht auf der Welt um Pakete auszuliefern.

      Zum eigentlichen Thema: Möchte gerne einen kurzen Erfahrungsbericht über REWE-Online los werden.

      Habe jetzt 4 mal dort bestellt und bin ziemlich angetan von dem Konzept.
      Bestellt wird online, in meinem Fall über ein Ipad mit der REWE-App. Nach Eingabe der PLZ, kann der virtuelle Einkauf los gehen.
      Die Produkte, hauptsächlich Lebensmittel und Getränke sind in Themen unterteilt. Ein Bereich z.B. ist nur für reduzierte Angebote vorhanden, ein anderer nur für Getränke untergliedert in Wasser und Softdrinks usw. .
      Die Gliederung ist selbsterklärend. Per Touch auf das jeweilige Produkt lässt es sich dem Warenkorb hinzufügen. Die Auswahl ist enorm, ob sie kleiner oder größer ist als bei einem stationären Rewe kann ich schlecht beurteilen.
      Mindestbestellwert liegt bei 40€ ohne Pfand. Getränke in Kästen werden mit einem einmaligen Sperrgutaufschlag berechnet von 1,50€. Wenn ich mich nicht täusche, dürfen maximal 7 Kästen zur Bestellung hinzugefügt werden.
      Nach dem Einkauf, muss man sich für einen Liefertermin entscheiden, desto kleiner der Zeitraum in dem die Lieferung garantiert geliefert werden soll, umso höher die Liefergebühr. Zeiträume von 14-22Uhr kosten 3,90. Engere Zeiträume bis zu 5,90. Späße wie Payback, Gutscheine und Handynr. können noch eingetragen werden. Bezahlt werden kann per Paypal(benutzte ich bisher) ohne Gebühr, per Banktransfer und Bar/EC bei Lieferung. Es gibt noch ein paar andere Möglichkeiten, aber kann die gerade nicht meinem Gedächtnis entlocken.
      Dann, wenn so gut wie alles von statten ging, kann es sein dass gewisse Produkte doch nicht geliefert werden können, diese können noch während des Bestellvorgangs einfach gegen andere Produkte ausgetauscht werden oder entfallen.

      Am Tag der Lieferung erhält man eine SMS dass die Lieferung ausgeliefert wird. Ca. 30-60min. vorher erhält man wieder eine SMS mit einem Zeitraum von 15Min genannt an dem die Lieferung garantiert geliefert wird. Bisher war die immer zutreffend. Der Zusteller klingelt, bringt die Sachen bis vor die Tür, auch Getränkekästen und geht wieder.

      Extrakosten für mich gegenüber einem normalen REWE ca. 6€ mehr. Ich habe sogar frische Produkte wie Schinken und Bananen in einem sehr guten Zustand erhalten. Die Umverpackung ist wirklich umweltfreundlich, die Lebensmittel werden nur in diesen Rewetypischen Pappe-tüten eingepackt, sonst fällt kein Zusatzmüll an.

      Wünsche die offen bleiben: Bisher war ich wirklich zufrieden, könnte mir aber auch vorstellen, den Einkauf online zu tätigen und dann bei meinem nächsten REWE abzuholen um Geld einzusparen, die ich sonst für die Liefergebühr und Sperrgutauschlag zahlen müsste.
    • John schrieb:


      Man muss den Markt und seine Gesetze verstehen, um ihn richtig als Instrument einzusetzen, damit er eben diese Probleme mit lösen kann und sie nicht weiter verschärft. Nur eins geht sicher nicht. Dauerhaft gegen den Markt zu arbeiten und so zu tun, als gäbe es ihn gar nicht.
      Erzähle das mal den Arbeitgebern die uns bei jeder Gelegenheit was vom angeblichen Fachkräftemangel vorjammern aber gleichzeitig darauf beharren das höhere Löhne nicht drin sind. ;)

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    • John schrieb:

      Es wäre dir also lieber, die Unternehmen streichen die Stellen und der Staat zahlt den kompletten Betrag dann an einen Arbeitslosen?
      Im Zweifelsfall ja, denn das Unternehmen betreibt dann ein Geschäftsmodell welches nicht marktfähig ist und sich nur mit Gesetzesverstößen aufrechterhalten ist, im Grunde wäre das dann Planwirtschaft. Bei Paketzustellern ist dies aber schlicht nicht der Fall, man benötigt die Zusteller, man kann nicht auf sie verzichten und die "kostenlose" Zustellung wird, genau wie "kostenlose" Reouten bereits jetzt von allen Händlern mit eingepreist

      Händler wie Amazon würden weiterhin eine kostenlose Zustellung anbieten, dafür ist dann das Produkt halt ein paar Euro teurer. Würden die meisten Menschen aber nichtmal merken und selbst wenn, ist für die meisten Menschen eher die Zuverlässigkeit der Lieferung und die Kalkulierbarbeit wichtiger. Sprich, mir würde es nichts aus machen für ein einzelnes Produkt 2 Euro mehr zu zahlen, wenn dafür am Ende vom Warenkorb nicht irgendwelche zusätzlichen Versandkosten aufkommen, welche ich nicht auf den ersten Blick sehe und die Lieferung zeitnah eintrifft. Selbst dann wenn ich aus irgend einem Grund Lust habe an 3 Tagen 3 Pakete zu bestellen.

      Ein Teil wird der Markt wahrscheinlich tatsächlich selbst regulieren, aufgrund von Mängeln an der Qualität und auch wegen Personalmangel. Roboter werden noch eine Weile keine echte Alternative sein, die Bündelung der teuren letzten Meile und das aufstellen von Paketenkästen an jeder Ecke werden aber jetzt schon in Erwägung gezogen. Aufgrund der Wachstumsraten wird sich aber früher oder Später auch ein gewisser Lohndruck entwickeln. Ähnliches hat die Logistikbranche bereits durchgemacht, hier in Thüringen als zentraler Standort in der Mitte Deutschlands wird es z.B. zunehmend schwierig Lagermitarbeiter anzuwerben, es gab also häufige Lohnsteigerungen und die Unternehmen müssen sich auch immer mehr Gedanken machen wie sie herausstechen können und werben z.B. mit zusätzlichen Pausen, Prämien, Mitarbeiterrabatten etc.

      Nichtsdestotrotz, soziale Marktwirtschaft bedeutet eben nicht alles dem Markt zu überlassen, sondern Missstände auch aktiv anzupacken, dass funktioniert nicht immer perfekt und auch nicht immer beim ersten Versuch, aber nur weil sich Unternehmen aufgrund von großen Leistungsdruck lieber Umwege suchen, ist das doch keine Ausrede dafür es dann in Zukunft einfach nicht mehr zu versuchen. Sobald die kalkulierbaren Kosten für illegale Scheinselbstständige die Kosten für normale Beschäftigte überschreiten, wird es diese auch kaum noch geben. Und nicht vergessen, schaut euch mal die erwarteten Wachstumsraten im Paketgeschäft an, Einhaltung des Mindestlohns würde hier auch im schlimmsten Szenario kein Jobverluste bedeuten. Und mit 2,4 Euro Milliarden Gewinn 2016 (alleine DHL), hat z.B. die Deutsche Post sicher auch einen winzigen Puffer um Schwankungen zu ertragen :rolleyes:


      BTW: Ich hab tatsächlich ein paar Post-Aktien, die Belegschaft möglichst lange zu knechten ist damit eigentlich in meinem ureigenen Interesse :grübel:
    • Na, wenn Paketboten ohnehin bald zur gefragten „Mangelware“ werden, dann brauchen wir uns eh keine Sorgen machen. Denn dann steigen die Löhne automatisch. Geht gar nicht anders.

      Jemandem allerdings lieber 100€ fürs Nichtstun zu zahlen, als 50€ fürs Arbeiten, bei dem er sich die restlichen 50€ selbst verdienen kann, da bin ich anderer Ansicht. Ich finde Letzteres Model aus verschiedensten Gründen besser. Jemand der Arbeit hat, fühlt sich auch ganz anders, als jemand, der nur von Almosen lebt. Schon alleine deswegen finde ich das Model nicht schlecht. Ja, es schafft Jobs, wo es aus Kostengründen sonst wohl keine Jobs gäbe. Aber genau das ist ja auch der Grundgedanke dahinter. Menschen sollten wieder einen Fuß in den Arbeitsmarkt kriegen, um dann hoffentlich diesen Job als Sprungbrett für einen besseren Job nutzen zu können.
    • Es schafft eben nicht wirklich Jobs. Die Jobs gäbe es sowieso aber unsere Gesetze, bzw. deren lasche Umsetzung, ermöglicht es den Unternehmen Billiglöhne zu zahlen.

      Industrie 4.0 mit Robotern etc. soll ja kommen weil es die Kosten senkt. Solange Sklavenarbeit (anders kann man das teilweise nicht nennen) aber billiger ist, gibt es für die Unternehmen auch keinen Grund aufzurüsten und Pakete mit Drohnen oder so zu verschicken (um mal bei den Versandhändlern zu bleiben).
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Menschen sollten wieder einen Fuß in den Arbeitsmarkt kriegen, um dann hoffentlich diesen Job als Sprungbrett für einen besseren Job nutzen zu können.
      Das ist ja wohl der blanke Zynismus, wohin soll denn der Paketbote einen Absprung in einen besseren Job machen ? Aufsichtsratsvorsizender bei DHL oder was ? :blöd:
      Fakt ist das die überwiegende Mehrheit der Niedriglöhner in ihrem Job versauert ohne Aussicht jemals einen besser bezahlten Job geschweige denn eine Festanstellung zu bekommen. Wieso sollte das ein Arbeitgeber auch machen solange er weiter aus dem großen Topf der Niedriglohnsklaven schöpfen kann.
      Und das ein Paketboote der täglich bis zu 12 Stunden für ein Appel und ein Ei unterwegs ist sich "ganz anders fühlt" als ein Arbeitsloser das glaube ich gerne. Allerdings nicht besser so wie du meinst sondern einfach nur noch beschissen (ich kenne da selbst so ein paar psychische Wracks die mir regelmäßig die Post bringen).

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Flo78 ()

    • Ihr widersprecht euch da ein wenig. Gerade hieß es noch, dass es angeblich einen absehbaren Mangel an Paketboten gäbe. Nun heißt es, es gäbe einen riesigen Pool an „Niedriglohnsklaven“. Was denn nun?
      Was hingegen besser daran sein soll, jemandem Almosen für Arbeitslosigkeit zu geben, als nen Lohnzuschuss für einen halbwegs ordentlichen Job erschließt sich mir überhaupt nicht. Da sind wir vermutlich einfach unterschiedlicher Ansicht.

      Und noch etwas. Wer seine beruflichen Aussichten verbessern will, der schafft das auch. Ist nur eine Frage von Zeit, Einsatzbereitschaft und (örtlicher) Flexibilität. Gesundheit vorausgesetzt. Ich habe noch KEINEN Schüler erlebt, der sich anstrengt und Mühe gibt, und dann ohne Jobangebot nach Schulabschluss bliebe. Die kommen alle unter. Und zwar recht ordentlich zum Teil. Wer hingegen meint, er müsste den Job quasi vor die Haustür geliefert kriegen, nichts lernen, sich regelmäßig kurzzeitig krank melden, ab und wann mal „verschlafen“, den Chef belügen, usw. usf., ja, der darf sich halt auch nicht wundern, wenn er beruflich dann nicht auf die Beine kommt, und am Ende nehmen muss, was übrig bleibt.

      P.S. Für mindestens die Hälfte aller Paketboten gelten gewerkschaftlich ausgehandelte Tariflöhne, von 10-12 € die Stunde. Ergo würde ich mich zunächst um eine solche Stelle bemühen. Wenn das nicht klappt, umsatteln. Niemand ist gezwungen Paketbote unterhalb des Mindestlohns zu sein.
    • John schrieb:

      Na, wenn Paketboten ohnehin bald zur gefragten „Mangelware“ werden, dann brauchen wir uns eh keine Sorgen machen. Denn dann steigen die Löhne automatisch. Geht gar nicht anders.
      Oder man macht im Menschenhandel und importiert aus Rumänien, Moldawien und Co. Billigarbeiter, die man hervorragend illegalerweise ausbeuten kann, so wie es Praxis ist.

      Siehe verlinkte Doku.

      Ich finde deinen anscheinend grenzenlosen Glauben an die Gerechtigkeit des Marktes wirklich erstaunlich.
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      François Mitterrand
    • John schrieb:

      Ihr widersprecht euch da ein wenig. Gerade hieß es noch, dass es angeblich einen absehbaren Mangel an Paketboten gäbe. Nun heißt es, es gäbe einen riesigen Pool an „Niedriglohnsklaven“. Waa denn nun?
      Ich habe nie behauptet das es einen Mangel an Niedriglöhnern gibt. Und wenn es einen Mangel an Paketboten geben sollte liegt das vieleicht daran das viele inzwischen mitbekommen haben was für ein scheiß Job das ist und sich lieber als Harzer nach Strich und Faden vom Amt drangsalieren lassen als diesen Job zu machen.

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      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • John schrieb:

      Jemand der Arbeit hat, fühlt sich auch ganz anders, als jemand, der nur von Almosen lebt.
      heise.de/tp/features/Ist-jede-…s-zu-bleiben-3913698.html


      "Ist jede Arbeit besser, als arbeitslos zu bleiben?
      Nein, sagen britische Wissenschaftler, denn wer einen Job mit schlechten Arbeitsbedingungen erhält, ist schlechter dran als Arbeitslose"
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      François Mitterrand
    • Twiggels, was soll das jetzt? Billigarbeiter aus Rumänien oder Moldawien, die in irgendwelchen Verschlägen von Subunternehmen hausen sind ohnehin ILLEGAL. Dagegen muss die Polizei vorgehen. Das ist im Grunde Schwarzarbeit. Die entsprechenden Subunternehmer müssen verknackt werden, und die Auftraggeber sollten ebenfalls Strafen zahlen, damit sie ihre Subunternehmer stärker kontrollieren. Das ist UNSTRITTIG.

      Wir diskutieren hier über LEGALE Beschäftigung. Das sollte doch wohl klar sein.

      P.S. Ich zitiere aus deiner Studie Twiggels:
      „Allerdings sieht das bei der körperlichen Gesundheit anders aus. Sie ist bei denjenigen besser, die einen Job aufnehmen, egal ob er von schlechter oder guter Qualität ist.„
      „Auf der anderen Seite ist ein qualitativ guter Job, wozu auch Arbeitsplatzsicherheit gehört, eine gewisse Garantie dafür, dass es den Arbeitnehmern psychisch besser geht. Schlechte Arbeitsbedingungen verbessern den psychischen Gesundheitszustand gegenüber Arbeitslosen hingegen nicht. (Florian Rötzer)“

      Und natürlich sollen Arbeitnehmer gute und ordentliche Arbeitsbedingungen haben. Dennoch muss ein Bauarbeiter oder Paketbote halt härter körperlich arbeiten, als jemand im Büro. Daran können auch die besten Arbeitsbedingungen nichts ändern.

      P.P.S. Und noch etwas Twiggels. Ich glaube nicht an die Gerechtigkeit des Marktes. Das ist wieder so eine Unterstellung von dir. Aber es gibt da eben eine gewisse Macht des Faktischen. Die da lautet: Kannste was, wirste was, kannste nix, wirste nix. Und das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun, kann sogar sehr ungerecht sein, sondern mit dem schlichten Verhältnis von Angebot und Nachfrage in Bezug auf deine Arbeitskraft. Hinzu kommt, dass es eben nicht ausreicht „was“ zu können, sondern man muss das können, was auch möglichst dauerhaft gefragt ist.
    • John schrieb:

      Twiggels, was soll das jetzt? Billigarbeiter aus Rumänien oder Moldawien, die in irgendwelchen Verschlägen von Subunternehmen hausen sind ohnehin ILLEGAL

      Nein, das wird nur illegal wenn die keinen Mindestlohn bekommen, und/oder sie schwarz beschäftigt werden. Genau wie bei Deutschen. Zumindest für die aus Rumänien und anderer EU Staaten.

      Für Moldawien ist es abhängig davon ob sie ein Arbeitsvisum haben die für dieses Land sehr reichthaltig verteilt werden.
      De facto halb Moldawien arbeitet in der EU, ob legal oder schwarz.
      Wenn schwarz sind sie dann natürlich total rechtlos und ausbeuterischen Unternehmern rettungslos ausgeliefert.
      Aber ist ja alles ok, weil Marktmechanismen und so.
      Wen kümmern Gestze, wenn sie zum Schaden der Wirtschaft sind?
      Oder jetzt doch nicht?
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      François Mitterrand
    • Ok, dann gehen wir mal von legalen, nach deutschem Mindestlohn bezahlten Rumänen im Paketlieferdienst aus.

      Wenn mir ein Rumäne, mit dürftigen Deutschkenntnissen, ohne weitere Ausbildung, erfolgreich den Job hier in Deutschland streitig macht, an wem liegt das dann? Am Rumänen? Am Arbeitgeber? Am Staat? Oder an mir?

      Hier ist ein Artikel, der genau die Probleme beschreibt.
      Der entscheidende Satz dort: „Sie kennen ihre Rechte nicht, oder fordern sie aus Angst nicht ein.“
      Das ist der Knackpunkt. Es gibt offenbar viele Paketboten, die bereit sind unter ILLEGALEN Bedingungen zu arbeiten.

      Nebenbei unterstütze ich hier vollkommen die Forderungen von VERDI. Die Frage ist: Warum kann VERDI die nicht durchsetzen? Und die Antwort darauf hat wiederum etwas mit den Paketboten selbst zu tun. Siehe besagten Satz oben. Sie organisieren sich nicht gut genug. Ergo haben die Gewerkschaften keine Macht für einen Arbeitskampf.
    • Hä`?

      Der Rumäne macht niemanden den Job streitig.

      Er wird importiert, damit man die Kosten maximal illegalerweise drücken kann auf ein Niveau auf dem sich nicht mehr ausreichend Muttersprachler finden.
      Denn der gründet sicher keine Gewerkschaften oder geht zum Arbeitsgericht.
      Das ist ein maximal asimetrisches Machtgefälle im Beschäftigungsverhältnis.

      Freilich würde man für das gleiche Geld auch lieber einen Muttersprachler nehmen.




      Und was soll dieses Victim Blaming wieder?
      Meine Fresse.
      Und selbst wenn dann Deutsche die aus verschiedensten Gründen die sicher nicht alle selbstverschuldet sind, was quasi die Grundannahme der Sozialdemokratie ist die du hier rundheraus leugnest, nicht mit einem zu allen bereiten jungen, fitten, leistungsbereiten, alles schluckenden Rumänen konkurieren kann, der bereit ist in erbärmlichen Zuständen, ohne jegliche gesellschaftliche Teilhabe zu illegalen Dumpinglöhnen zu Hausen und in einem Knochenjob zu arbeitenden ist das verdammt noch einmal ein Missstand der von der Politik zu beheben ist.
      Und selbst wenn sie alle selbstverschuldet sind, was die Realität rundheraus leugnen würde, haben auch diese Menschen ein Anrecht, dass Gesetze zum Arbeitsschutz und Recht eingehalten werden, damit ihre Interessen repräsentiert werden.
      Der Staat ist nicht nur da, um gutverdiener zu repräsentieren.

      Dafür gibt es den Staat. Dafür haben wir die soziale MArktwirtschaft.


      Und nebenbei gesagt, Wir haben acuh gegenüber den Rumänen eine Verpflichtung, dass diese einen anständigen Lohn erhalten.



      edit;

      Übrigens fast das Gleiche: Nur bisher ohne Gesetzesbruch:
      zeit.de/2017/51/lehrermangel-o…-polnische-lehrer-schulen


      Was würdest du davon halten wenn die osteuropäischen Lehrer, oder sagen wir in einem weiteren Ausbauschritt die bangladeschischen LEhrer für unter Mindestlohn bezahlt werden?

      Und dir dann sogar vielleicht aus Kostengründen den Arbeitsplatz streitig machen, selbst wenn sie ganz legal zu Mindestlohn bezahlt werden. Immerhin haben sie studiert. Da sind schon 9 Euro die Stunde drin.

      Immerhin muss der Deutsche Staat auch Kosten sparen um international im Steuerwettbewerb günstig zu bleiben und damit ich nicht so viel Steuern bezahlen muss für die LEistung die ich bekomme.

      Ja, John, wenn man nix gescheites lernt, dass man einfach so durch Ausländer ersetzt werden kann.
      Wessen Schuld ist das? Eindeutig deine.
      Kannst ja auch zu Mindestlohn arbeiten. Dann nehmen die dich sicher lieber als den Rumänen.

      Und natürlich machen die den Job aus Sprachgründen nicht so gut wie deutsche Lehrer. Das gilt aber auch für Paketboten.
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