Sexueller Missbrauch von Kindern

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    • Mogges schrieb:

      Wobei soll das Jugendamt eingreifen?
      Einer der 14 jährigen ist schon vorher wegen sexuellen Übergriffen auffällig gewesen. Und nach so einer Straftat wie der Vergewaltigung kann das Jugendamt Kind und Eltern letztendlich trennen, gerade wenn auf Beratungsangebote nicht eingegangen wird. Vielleich ist so ein Kind in einer speziellen Einrichtung ja besser aufgehoben.
    • John schrieb:

      Ja, das Alter ist richtig gewählt. Jugendliche in diesem Alter sind in einer Findungsphase, unterstehen im Besonderen Gruppendruck, sind besonders leicht beeinflussbar und nicht vollständig in der Lage, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen und Handlungen voll zu überblicken.
      Aha. Und das bringt der jungen Dame nun genau was?

      Wir reden doch hier nicht über ein zerbeultes Auto nach einer Spritztour ohne Führerschein. Wir reden hier über eine, wahrscheinlich ein Leben lang vernarbte Seele.

      Das Problem unserer Strafverfolgung ist, dass erst ein Verbrechen begangen worden sein muss, bevor es aktiv werden kann. Ob also eine plausible Strafandrohung genau diese Tat verhindert hätte, ist durchaus fraglich. Dennoch muss sich eine Gesellschaft die Frage stellen, ob es eine generelle Strafunmündigkeit geben kann, ob man diese eingrenzt oder eben Anbetracht der früheren "Reife" heutiger Jugendlicher generell angemessen herab setzt.

      So wird das Opfer im Stich gelassen. Und jeder möge sich an der Stelle doch bitte vorstellen, es hätte seine Tochter, Freundin oder Schwester getroffen. Dann sieht die Welt schnell anders aus.


      Sacrum Romanum Imperium - für Kaiser und Reich

      "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen sie zu wiederholen."
      Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana


      "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Friedrich Nietzsche
    • Kelti schrieb:

      Das Problem unserer Strafverfolgung ist, dass erst ein Verbrechen begangen worden sein muss, bevor es aktiv werden kann.

      Die Freiheit Verbrechen begehen zu können unterscheidet uns von einem totalitären Überwachungsstaat.
      "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
      Bodo Wartke
    • Nein, die Gesellschaft muss sich diese Frage nicht stellen, denn sie wurde bereits ausreichend durch die Wissenschaft, Hirnforschung und Kenntnisse über Adoleszenz beantwortet.

      Und mit gutem Grund entscheiden nicht Betroffene über Schuld und Strafe, sondern geschulte Richter nach Recht und Gesetz. Alles andere wäre Populismus und Fehderecht. Wie sind hier aber nicht in Albanien, wo man wohl noch nach in Teilen die „Blutrache“ vollzieht.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Fairas schrieb:

      Die Freiheit Verbrechen begehen zu können unterscheidet uns von einem totalitären Überwachungsstaat.
      So war es nicht gemeint und ich denke, dass weißt du auch ;)

      John schrieb:

      Und mit gutem Grund entscheiden nicht Betroffene über Schuld und Strafe, sondern geschulte Richter nach Recht und Gesetz.
      Wo bitte steht etwas Gegenteiliges? Das eine Vergewaltigung ein Verbrechen ist, dass durch ein Gericht geahndet werden muss, dass steht doch außer Frage, oder?


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    • Die katholische Kirche in Deutschland erwägt die Entschädigungszahlungen für Opfer von sexuellem Missbrauch von derzeit 5.000 Euro auf bis zu 400.000 Euro anzuheben.

      Das ist mal einen vernünftige Entscheidung, die ich begrüße!
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      Bodo Wartke
    • Die Zahl der Fälle von Kinderpornografie ist in Deutschland laut BKA innerhalb eines Jahres um 65% angestiegen. Das liege unter anderem an der verstärkten Aufklärung.

      Quelle: ZDF Heute Journal (11.05.20)

      Was man da wohl noch alles finden würde, wenn man noch stärker aufklären würde? :grübel:
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      Bodo Wartke
    • Ist mit verstärkter Aufklärung der Schulunterricht gemeint? Sexualkunde und dadurch sind die einfach früher so weit obwohl gesetzlich noch nicht erlaubt? Wie soll man das verstehen?
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      Solange du dich bemühst, andere zu beeindrucken, bist Du von dir selbst nicht überzeugt. Solange Du danach strebst, besser als andere zu sein, zweifelst Du an deinem eigenen Wert. Solange Du versuchst, dich größer zu machen, indem du andere kleiner machst, hegst Du Zweifel an deiner eigenen Größe. Wer in sich ruht, braucht niemandem etwas beweisen. Wer um seinen Wert weiß, braucht keine Bestätigung. Wer seine Größe kennt, lässt anderen die ihre.
      -Verfasser unbekannt
    • Ah ok. Na das wurde aber auch Zeit. Wenn ich mal so einen erwische, wird hinterher nach mir gefahndet.
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    • Fairas schrieb:

      Die Zahl der Fälle von Kinderpornografie ist in Deutschland laut BKA innerhalb eines Jahres um 65% angestiegen. Das liege unter anderem an der verstärkten Aufklärung.
      Das ist keine überraschende Meldung. Wenn man bedenkt, wie weit verbreitet diese Neigungen in der Bevölkerung sind und wie wenige Fälle bisher publik werden, ist noch lange kein Ende in Sicht.

      Ich habe häufig den Eindruck, dass nur wenigen Menschen das Ausmaß wirklich bewusst ist und wenn es neue Zahlen und Studienergebnisse dazu gibt, werden diese häufig bestritten. Wahrscheinlich aus Angst.

      Laut Bundesregierung sitzen in jeder Schulklasse 1-2 Kinder, die schon mal Opfer sexuellen Missbrauches gewesen sind.
    • Das ist ein internationales Problem und auch quer durch alle Schichten ziemlich gleich glaube ich.
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    • Ich glaube, teilweise wird es in verschiedenen Kulturen abweichende Fallzahlen geben. Das ist ein ganz schwieriges Thema, wo sich wissenschaftliche Fakten und gesellschaftliche Empfindungen häufig widersprechen.

      In Kulturen, in denen Menschen ab dem Eintritt in die Pubertät nicht mehr als Kinder gelten, werden solche Fälle wohl auch anders bewertet.

      Ganz schwierig tut man sich in Deutschland immer noch mit den beiden Themenbereichen Frauen als (Mit-)Täterinnen und Missbrauch von Kindern und Jugendlichen untereinander. Dazu gibt es bisher kaum Handlungsroutinen und auch nur selten Verfahren.

      Das sind natürlich auch kulturelle Sichtweisen, die da mit wirken. Frauen stellen wir uns als Täterinnen nur ungern vor und Kinder kommen seit Jahrzehnten immer eher in die Pubertät (die es in manchen Kulturen übrigens gar nicht gibt).
    • Fairas schrieb:

      Gaius Bonus schrieb:

      Frauen stellen wir uns als Täterinnen nur ungern vor
      Also in der letzten großen Studie (erster Beitrag hier), sind die Täter fast immer männlich. Was Frauen natürlich machen ist wegschauen/nicht wahrhaben wollen.
      hm, die Studie sagt dazu sogar das gegenteil. Im Kapitel 9 (Fazit zur Studie) auf Seite 81 wird geschrieben, dass noch etliches an "Aufarbeitungs- und Forschungsbedarf vor[liegt]:
      u.A. die zwei Punkte:
      • Machtverhältnisse in unterschiedlichen Familientypen und damit zusammenhängende Geschlechterrollen, hier vor allem die Rolle der Mütter;

      • Mütter als Täterinnen


      D.h. selbst die Studie sagt, dass in diesen Bereichen noch zu wenig Aufarbeitung getan wurde.