Mein Weg in ein Cockpit (Final)

  • Ich mag das Fliegen, des Fliegens willens und möchte mich nicht damit profilieren sondern einfach die tollen Eindrücke davon unter bringen. Da ich schon gerne ein wenig mehr anspruchsvolleres Klientel bedienen möchte wollte ich fragen auf welchen Plattformen ihr unterwegs seid ?

    Hmm die erste Pilotin ist ja ganz niedlich...aber verflucht, warum sollte man überhaupt auf irgend einer Plattform (außer hier :P ) unterwegs sein? Was bringt es dir als persönlichen Mehrwert? Verfluchte soziale Medien :pffft:

  • Ich sage es mal so, dass ich Instagram nicht nutze um mich zur Show zu stellen etc. sondern nur dann schöne Fotos, wenn ab und zu mal welche entstehen poste für Leute, die Fliegen toll finden, sich dafür begeistern oder einfach tolle Fotos sehen wollen. Es wird nirgends mein Name, Gesicht, Stimme oder sonst was zu sehen sein. Darauf habe ich keine Lust und trägt auch nichts zur Sache bei, bzw. tendiert mir dann zu sehr nach Aufmerksamhascherei. Ich habe einen eigenen privat gestellten Instagramacount, wo ich Leute habe aus der Familie, Freunde und alte Mitschüler aus meinem AbiJahrgang. Der andere Account wird öffentlich und nur für Luftfahrt mit den beschriebenen Sachen drin. Reine Luftfahrt einfach. Ich habe ja in dem Forum so viele Fragen immer gestellt gehabt und so viel tollte Hilfe bekommen in den ganzen Jahren, dass ich da ein wenig was zurückgeben will und man sieht, dass eure Mühe nicht umsonst war, daher kam das in den Sinn. Die Kamera wird übrigens eine Panasonic S1R mit 24-105mm Objektiv.

  • Ewig hier nichts mehr reingeschrieben tatsächlich und wollte das mal wieder aktualisieren da ich mehr Zeit habe als mir doch lieb ist.


    Die Pilotenausbildung ist soweit fertig bei mir und ich war auch schon fest für den letzten Schritt das TypeRating auf der Boeing eingeplant, aber leider ist jetzt erstmal auf Weiteres alles auf Eis. Der Kurs beginnt nicht, der Vertrag ist auch erstmal auf Eis und Geld gibt es auch nicht. Dazu kommt ab nächsten Monat neben Miete noch die Kreditrate von der Bank. Das macht alles tatsächlich sehr unangenehm, aber kann man leider nichts ändern und muss man annehmen die Situation. Bleibe trotzdem positiv, dass es nach dem ganzen Lockdown wieder bergauf gehen wird und auch in der Luftfahrt.


    Mehr gibt es dazu leider nicht zu sagen, da es für Piloten eine unangenehme Zeit ist. Wenn man sich das schlimmste Szenario raussucht wie es nach einer Pilotenausbildung sein kann, dann würde Corona das noch übertreffen im negativen Sinn, aber solche Risiken muss man leider einkalkulieren und somit heißt es jetzt aufs Amt gehen und Regale einräumen und die Eltern, welche zum Glück verbeamtete sind mit sehr guten Einkommen müssen weiter helfen, auch wenn das sehr unangenehm ist... Gibt einige Kollegen aus meinem Kurs die überlegen wohl Privatinsolvenz an zu melden, da sie einfach nicht können.

  • Mensch @SkyTeam das tut mir natürlich echt leid.


    Aber am Ende machen wir doch unseren TWF-Rundflug um die Welt. :love2:


    Muss ein Pilot nicht eigentlich so und so viel Stunden pro Zeiteinheit fliegen, damit er seine Lizenz behält? Wie geht denn das, wenn nun fast alle Flieger am Boden stehen? Gibt es jetzt Ausnahmeregelungen, dass man z.B. das mit Simulator-Flügen abfängt?

  • Hmm, an dich hab ich bei meinem Rückflug tatsächlich gedacht (hatte ja mehr als genug Zeit :D ) und mich gefragt ob du schon Pilot bist und dass die Entscheidung bei so einer Golf-Airline anzufangen echt gut wäre, Qatar Airways war super :thumbup:
    Aber ja, echt ein schlechtes Timing jetzt mit der Ausbildung durch zu sein, ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen :)

  • @SkyTeam
    Wie geht es dir inzwischen? Ich ahne, dass sich dein Traum des Pilotenberufs zur Zeit in einen wahren Alptraum entwickelt hat. Du hast es im April ja schon geschrieben.


    Es ist unglaublich bitter, dass dich das nun nach soviel Risikobereitschaft, Fleiß und Verzicht so hart getroffen hat.


    Ich drücke dir von Herzen die Daumen, dass du möglichst bald eine Lücke für dich finden mögest, vielleicht als Frachtpilot oder dergleichen.


    Es wäre schön, mal wieder was von dir zu hören!


    P.S. Es sieht wohl insgesamt sehr schlecht aus. Lufthansa gibt bekannt, auf Jahre keine neuen Piloten mehr zu benötigten. Jetzige Flugschüler sollten sich nach einem anderen Beruf umsehen.


    https://www.welt.de/wirtschaft…Ausbildung-abbrechen.html

  • Hey Leute,
    sorry für die sehr lange Abstinenz im Forum. Mir geht es soweit ganz gut. Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich ein wenig gebraucht habe mit der Situation klar zu kommen und als es nicht besser wurde, auch nach einem Plan B geschaut habe. Jedoch war dann recht schnell klar, dass das so für mich nicht funktioniert und ich weiterhin alles auf Pilot setzen möchte. In der Zwischenzeit habe ich angefangen mich als Fluglehrer weiter zu bilden um ein wenig fit zu bleiben sowie um Stunden zu sammeln, da sie mir als Pilot in Command angerechnet werde, auch wenn es nur eine kleine 172, PA28, DA40 oder Aquila ist, aber besser als nichts. Ansonsten bin ich gerade dabei meine ganzen Bücher von der Theorie wieder durchzuackern und mich ordentlich fit zu machen, da wir langsam ein kleines Licht am Tunnel sehen, dass es wieder losgehen wird. Ryanair, Eurowings und Wizzair etc fangen schon langsam an wieder zu rekrutieren. Die Bedingungen sind zwar teilweise ziemlich schlecht wie bei Ryanair, dass man 30.000 fürs das TypeRating auf der Boeing zahlen muss und dann die ersten 500h ohne Gehalt fliegt (Pay2Fly) aber was soll man tun ? Hauptsache Stunden sammeln und irgendwie über die Runden kommen. Bin jetzt auch im 2. Semester für ein Fernstudium und bilde mich da ein wenig weiter. Doch trotz der Krise geht es bei mir nach wie vor komplett Richtung Cockpit. Einmal infiziert, lässt es einen nicht mehr los ;-)



    War er denn im Programm derr Lufthansa? Skyteam, ich drück dir die Daumen.

    Nein, ich war nicht im Programm der Lufthansa, da es das wo ich angefangen habe nicht gab. Jedoch war ich in an der privaten Flugschule der Lufthansa in Frankfurt: Pilot Training Network, welche es jetzt auch nicht mehr gibt und zu dem großen European Flight Academy Konstrukt gehört :-) Musste für die Schule aber auch zum DLR und den Einstellungstest der Lufthansa durchlaufen bis auf den psychologischen Teil.


    Für mich liest sich das, als würden sie die Kosten rückerstattet bekommen.
    Ist das so?

    Soweit ich mitbekommen habe bietet das die Lufthansa an, aber auch mit vielen Umwegen, jedoch haben die Kurse über ein Verfahren die Fortführung der Ausbildung erreicht. Somit können sie sich dann auch bei Airlines außerhalb der Gruppe bewerben.



    Hmm, an dich hab ich bei meinem Rückflug tatsächlich gedacht (hatte ja mehr als genug Zeit :D ) und mich gefragt ob du schon Pilot bist und dass die Entscheidung bei so einer Golf-Airline anzufangen echt gut wäre, Qatar Airways war super :thumbup:
    Aber ja, echt ein schlechtes Timing jetzt mit der Ausbildung durch zu sein, ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen :)

    Bei den Golfairlines braucht man leider erstmal 1500h und ich habe Stand jetzt 266h, also leider noch zu wenig. Aber das Problem an den Golfairlines ist , dass dort zu wenig von Hand geflogen wird und der Umgang mit dem Personal, wie man in der Krise sieht. Kündigung bekommen, dann 2 Wochen Zeit das Land zu verlassen und die gekauften Häuser werden zwangsversteigert. Das muss ich leider nicht haben, selbst für noch so viel Geld.

    Ich werde mich bemühen mal wieder mehr Updates zu bringen, aber sehr lieb dass so viel an mich gedacht wird :-)

  • Die Bedingungen sind zwar teilweise ziemlich schlecht wie bei Ryanair, dass man 30.000 fürs das TypeRating auf der Boeing zahlen muss und dann die ersten 500h ohne Gehalt fliegt (Pay2Fly)

    Gibts das in sonst noch irgend einer Branche, dass man 500 Stunden ohne Bezahlung arbeitet und dafür noch dankbar sein muss? Irgendwie verrückt :wacko2:


    Aber ja, gib uns gerne weitere Updates und viel Erfolg :thumbup:

  • Die Bedingungen sind zwar teilweise ziemlich schlecht wie bei Ryanair, dass man 30.000 fürs das TypeRating auf der Boeing zahlen muss und dann die ersten 500h ohne Gehalt fliegt (Pay2Fly)

    Gibts das in sonst noch irgend einer Branche, dass man 500 Stunden ohne Bezahlung arbeitet und dafür noch dankbar sein muss? Irgendwie verrückt :wacko2:


    Aber ja, gib uns gerne weitere Updates und viel Erfolg :thumbup:

    Mir ist auch keine andere Branche wirklich bekannt. Aber es gibt genug Leute, die das machen und deswegen funktioniert es. Grund für dieses ganze Pay2Fly war damals Germania, die für die ersten 500h nicht nur keine Bezahlung wollten sondern auch nochmal Geld verlangt haben. Da musste man nach der Ausbildung nochmals 60.000 drauflegen, dass man für sie fliegen "durfte". Schon pervers alles und immenser finanzieller Druck, der da auf dem Cockpitpersonal liegt, leider.

  • Irgendwann verdienen Piloten dann ja richtig gut. Aber der Weg dahin ist für mich schon wirklich Ausbeutung. Aber vielleicht müssen sie derartig abschrecken, weil sie sonst viel zu viele Bewerber hätten? Welcher kleine Junge träumt nicht davon, Pilot zu werden?

  • Irgendwann verdienen Piloten dann ja richtig gut. Aber der Weg dahin ist für mich schon wirklich Ausbeutung. Aber vielleicht müssen sie derartig abschrecken, weil sie sonst viel zu viele Bewerber hätten? Welcher kleine Junge träumt nicht davon, Pilot zu werden?

    Naja, nicht unbedingt. Das Problem liegt halt im System: Um die Lizenz aufrecht zu erhalten, musst du fliegen. Ergo kann man das als Airline auch ausnutzen und Piloten fliegen lassen, die sonst verzweifeln. Das ist keine Abschreckung. Und ein großes Angebot an Bewerbern senkt natürlich den Lohn, wenn du einfach den nimmst, der weniger Geld will.

  • Naja das ist sehr komplex und wie oben schon erwähnt, hängt es auch mit der Lizenz zusammen. Die Zeiten, wo wir in unserer Berufsgruppe viel verdienen sind sehr wahrscheinlich langsam aber sicher vorbei und so, wie ich es mitbekommen habe von unserem Kurs sind auch nur noch die dabei, die es wirklich wollen, also bereinigt der Markt tatsächlich ein wenig. Ich habe mich vor 3 Tagen auf einen Job beworben, der mir ein Airbusrating gibt, ein Jahreseinkommen von 17.000 Euro und irgendwo eine Basis östlich von Deutschland... Ich würde mich trotzdem freuen, wenn es klappt, denn wenn ich da 3-4 Jahre auf einem Airbus geflogen bin, dann bin ich für deutlich besser bezahlte Jobs qualifiziert und kann dann wieder nach Deutschland zurückkehren. Viele Airlines wie eben Wizzair, Ryanair etc. zielen auch genau auf uns "Anfänger" ab, denn wir machen viel mit, sind formbar und eben sau billig. So kann man die Personalkosten schön niedrig halten.

    Aber dass die Bedingungen sind um vorher zu selektieren glaube ich eigentlich nicht, denn dafür gibt es in der Regel die Einstellungstests, die gut selektieren, je nach Airline. Was da teilweise auf dem Markt abgeht ist schon wahnwitzig und darf man Niemanden erzählen.

    Aber wie gesagt, bald könnte es auch hier besser gehen, denn die USA macht es ja vor:

    Wie KI US-Airlines bei der Mitarbeitersuche hilft (aero.de)


    Momentan sind aber viele Leute einfach in der Not, dass sie alles annehmen. Ich werde mit Sicherheit auch nichts ablehnen und selbst wenn es die alte MD82 in Bulgarien ist, die ich täglich durch die Gegend schubsen darf, nehme ich das mit Kusshand. Ich will einfach nur noch fliegen, mich wertvoll machen und irgendwann dann ein gut bezahlten Job in Europa haben.

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