Saudi Arabien

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    • Oder alles falsch.

      Die hohe Kunst der Diplomatie wäre es gewesen den Saudis keine Waffen zu liefern aber doch gute Beziehungen aufrecht zu erhalten.

      Jemanden auf internationalen Parkett vor den Kopf stoßen ist derweil echt nicht schwierig...
      Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg
      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • Fairas schrieb:

      Saudi-Arabien erlaubt Frauen das Autofahren.

      Rein gesetzlich war Autofahren für Frauen in Saudi-Arabien übrigen nie verboten. Es ist nur ein Gewohnheitsrecht.

      Gesehen bei Markus Lanz und dann noch mal bei Wikipedia nachgeschaut:

      de.wikipedia.org/wiki/Recht_Saudi-Arabiens#Gewohnheitsrecht

      Da wird jetzt also bald was erlaubt, was gar nicht verboten ist, irgendwie lustig :D
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Frauen dürfen aber keine Führerscheine ausgestellt werden. Steht im selben Wiki-Artikel. Weiß also nicht wieso es als "Gewohnheitsrecht" bezeichnet wird, wenn defakto jedes Mal eine echte Straftat (fahren ohne Führerschein) begangen wurde.

      Konnte übrigens auf die Schnelle nichts finden, ob das Ausstellen eines Führerscheins jetzt erlaubt ist.
    • Wie man vielleicht an anderer Stelle entnehmen konnte, habe ich mich kürzlich ein wenig mit Saudi Aramco, der staatlichen Erdölfördergesellschaft Saudi-Arabiens beschäftigt.

      Dabei ist mir folgendes aufgefallen:

      - Die demokratische und eher weltoffene Regierung des Irans verstaatlicht einen britischen Ölkonzern -> die USA zerschlagen diese Regierung und als Folge ensteht ein erklärter Feind der USA

      - Die eher rückständige absolute Monarchie Saudi Arabiens verstaatlicht einen amerikanischen Ölkonzern -> die USA tolerierend das und als Folge ensteht einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten

      Kann mir das jemand erklären? :grübel:
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Fairas schrieb:

      - Die demokratische und eher weltoffene Regierung des Irans verstaatlicht einen britischen Ölkonzern -> die USA zerschlagen diese Regierung und als Folge ensteht ein erklärter Feind der USA
      - Die eher rückständige absolute Monarchie Saudi Arabiens verstaatlicht einen amerikanischen Ölkonzern -> die USA tolerierend das und als Folge ensteht einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten

      Kann mir das jemand erklären? :grübel:
      - Mosadegh war viel aber nicht demokratisch, der Mann hat sich ein Ermächtigungsgesetz schreiben lassen und hat später das iranische Parlament schlicht abgeschafft.
      Nach der Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company haben die Briten Umsturz-pläne gegen ihn geschmiedet, und dabei die Amerikaner an Bord geholt, und zwar mit der Begründung dass Mosadegh einer Machtübernahme der Kommunisten Tür und Tor öffnen würde.
      Danach hatte der Iran mehre Jahrzehnte eine pro-Amerikanische Regierung, die ist dann halt gestürzt worden (durchaus auch weil Jimmy Carter Druck auf den Schah ausübte die Proteste nicht mit militärischer Gewalt niederzuschlagen).

      - Die Verstaatlichung in Saudi-Arabien geschah deutlich später, und auch unter anderen Bedingungen, der Saudische Staat hat die Anteile der Gesellschaft gekauft, nicht enteignet. Auch war Saudi-Arabien schon zuvor im westlichen Lager, und hatte eben seit Staatsgründung keinen Umsturz.




      Edit:

      Ach ja, der saudische Kronprinz scheint seinem Land eine ziemliche Radikalkur verordnen zu wollen, er hat sich dafür ausgesprochen dass Frauen selbst bestimmen sollen ob oder was für eine Kopf bzw. Gesichtsbedeckung sie tragen, solange diese "dezent und respektvoll seien".
    • IWST schrieb:

      - Mosadegh war viel aber nicht demokratisch, der Mann hat sich ein Ermächtigungsgesetz schreiben lassen und hat später das iranische Parlament schlicht abgeschafft.

      Mit "demokratisch und weltoffen" meinte ich hier speziell im Vergleich zu Saudi Arabien.

      IWST schrieb:

      und zwar mit der Begründung dass Mosadegh einer Machtübernahme der Kommunisten Tür und Tor öffnen würde.

      Also wenn ich mir die iranisch-russischen Beziehungen so anschaue, hat das ja prima geklappt (gut in beiden Ländern sind keine Kommunisten an der Macht).

      IWST schrieb:

      Danach hatte der Iran mehre Jahrzehnte eine pro-Amerikanische Regierung

      Der Historiker Jürgen Martuschek fasst das wie folgt zusammen:

      Wikipedia schrieb:

      „Die Amerikaner hatten im Laufe der Irankrise im Nahen Osten das Heft in die Hand genommen – mehr als drei Jahre vor dem Konflikt um die Besetzung des Suezkanals in Ägypten. Im Iran errichteten sie das Paradebeispiel eines korrupten und brutalen Marionettenregimes. Gefüttert mit hoher Militär- und Wirtschaftshilfe sowie gestützt durch einen rücksichtslosen Geheimdienst SAVAK, machten sie den Schah für die nächsten fünfundzwanzig Jahre zur starken Figur im Land – und zu einem der verhasstesten Diktatoren der islamischen Welt.“


      IWST schrieb:

      der Saudische Staat hat die Anteile der Gesellschaft gekauft

      Ok, das wusste ich nicht, ging aus meiner Quelle (Wikipedia) nicht hervor.

      -

      Natürlich waren die Gegebenheiten in den jeweiligen Situationen anders. Trotzdem finde ich es interessant die unterschiedlichen Ausgangslagen und heutigen Ergebnisse zu betrachten.
      Ein goldenes Händchen in Sachen US-Außenpolitik lässt sich da eher nicht erkennen :pfeif:
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Fairas schrieb:

      Also wenn ich mir die iranisch-russischen Beziehungen so anschaue, hat das ja prima geklappt (gut in beiden Ländern sind keine Kommunisten an der Macht).
      Naja, das Regime des Schah war definitiv antikommunistisch. Die islamische Revolution war 1953 schlicht noch nicht absehbar. Und auch danach wurde der Iran nicht kommunistisch, das Mulah-Regime hat die iranischen Kommunisten wie den Rest der Opposition eingesperrt oder hingerichtet.
      Bald nach der Revolution ist gab es dann den Krieg gegen Sadam Husseins Irak, in diesem war die Sowjetunion der wichtigste Waffenlieferant des Irak, neben Frankreich und der VR China, während die wichtigsten Waffenlieferanten des Iran Nordkorea, die VR China und die USA waren.
      Beziehungen zu Russland die über Wirtschaftsbeziehungen und USA-ärgern hinausgehen gibt es im Grund erst seit dem Krieg in Syrien.

      Fairas schrieb:

      Natürlich waren die Gegebenheiten in den jeweiligen Situationen anders. Trotzdem finde ich es interessant die unterschiedlichen Ausgangslagen und heutigen Ergebnisse zu betrachten.
      Ein goldenes Händchen in Sachen US-Außenpolitik lässt sich da eher nicht erkennen
      Wie gesagt, die islamische Revolution war 1953 schlicht nicht vorhersehbar.
      Was nicht bedeutet dass die CIA nicht des öfteren Aktionen gesetzt hat, die sie recht bald bereut hat.