Europe Or Die

  • Ich sage nicht, dass es nur am Sozialstaat liegt. Aber die gut ausgebauten Sozialsysteme in Westeuropa sind oftmals der wichtigste Anreiz-Faktor (real oder hypothetisch) beim Thema Wirtschaftsmigration in Drittwelt- und Schwellenländern. Ich sehe da leider nur wenig, was wirklich dagegen spricht. Natürlich kann man das alles auseinanderdividieren und aufsplitten. Aber am Schluss läufts darauf hinaus, was einem Wirtschaftsmigranten in seinem Wunschland "geboten" wird: Sei es nun effektiv oder nur schon in der Wahrnehmung, die der potenzielle Auswanderer vom entsprechenden Land hat.

    Ok ich habe Studien zitiert, die die Sozialsysteme nicht als (bedeutenden) Pull Faktor für die Migration nach Europa aufführen, bzw. eine gegenteilige Wirkung gar feststellen.


    Du rechnest dir 190 Euro Sozialhilfe pro Monat schön die man nach ner lebensgefährlchen Flucht und tausenden Euro Fluchtkosten erhalten mag.


    Meinst du nicht die wollen viel lieber 3000 Euro oder was acuh immer verdienen indem sie hart arbeiten, was sie wahrscheinlich auch in Nigeria getan haben?
    Meinst du nicht eher, dass ider Reizfaktor? Reich zu werden und den Verwandten zu Hause zu helfen indem man hart arbeitet und damit Geld verdient? Weil ja. Das heißt dann auch nach Nigeriansichen Verhältnissen Reich werden und es schaffen.
    Was übrigens auch der Anspruch an den "Losgeschickten" ist von seiner Familie zu Hause. Der soll reich werden und Geld nach Hause schicken!
    Und mit Arbeit reich werden kann man nun einmal subjektiv besser in Deutschland als in Polen.



    Siehe auch die Studie oben.

  • Schön und gut. Aber in welchen Jobs können Sie denn in Deutschland dieses Geld verdienen?


    Es sind ja keine hochqualifizierten IT-Spezialisten, sondern meistens Menschen, die gar nicht über die Qualifikationen verfügen, welche die hiesige Wirtschaft verlangt. Wo setzt man sie ein?


    Ich zweifle nicht an den hehren Absichten vieler Wirtschafts-Zuwanderer, ich zweifle aber auch nicht daran, dass die Mehrheit von ihnen durchaus im Hinterkopf hat, dass es in Deutschland "einfacher" geht als in Polen. Das ist doch der springende Punkt.


    Und hier sind wir wieder bei der Kontingentierung und beim Aussieben angelangt. Man kanns drehen und wenden wie man will, am Ende wirds darauf hinauslaufen, dass die Asylpraxis in der heutigen Form in vielen Ländern praktisch abgeschafft wird. Das wäre meines Erachtens nicht nötig gewesen, hätte man sich früher und weniger ideologisch mit dem Thema befasst.

  • Manche arbeiten jetzt einfach als Tomatenbauern in Europa, nachdem EU-Subventionen ihre Lebensgrundlage als Tomatenbauer in Afrika zerstört haben.


    Da bei uns niemand so einen Job machen will, passt das ja.

  • Gibt es eigentlich überhaupt ein Land auf der Welt, in dem Masseneinwanderung aus anderen Kulturbereichen bisher einwandfrei und problemlos funktioniert hat? Gibt es irgendein solches Positivbeispiel? Mir fällt spontan keins ein. Von wegen glückliche Tomatenbauern aus Afrika, Fachkräftemangel usw.. Ich denke die Periode der „Gastarbeiter“ kann man bis dato durchaus als gescheitert betrachten, was das angeht.


    P.S. Ich glaube Singapur kriegt es bisher einigermaßen hin. Mit drakonischen Strafen und Erziehungsmethoden. Als Stadtstaat aber eh ein Ausnahmefall.

  • Gibt es eigentlich überhaupt ein Land auf der Welt, in dem Masseneinwanderung aus anderen Kulturbereichen bisher einwandfrei und problemlos funktioniert hat?

    Nein. In jedem Land der Erde sind die Bewohner des jeweils anderen Landes nicht gerne gesehen bzw. gleich direkt Feinde.


    Im heutigen Japan werden Koreaner mit Verbrechern gleichgesetzt und dementsprechend behandelt (q:Tokio Diaries)
    In Südkorea betrachtet man Nordkoreaner als zurückgebliebene oder gleich untermenschen (q:persönliches erleben meines vorherigen Chefs in Südkorea bzw. in Kaesong und aus einer Doku wo geflüchtet darüber berichten wie sie in Südkorea daran arbeiten ihren Akzent zu verlieren um den Südkoreanern nicht aufzufallen)
    In Russland werden Tschetschen mit Verbrechern gleichgesetzt (q: ehemalige russischstämmige Arbeitskollegen)
    In Bangladesch werden die Rohinga aus Myanmar mit Verbrechern gleichgesetzt (q: Arbeitskollegen)
    In Myanmar werden die Rohingar mit Verbrechern gleichgesetzt (q: tba)
    In Kenia werden Somalier verachtet (q: Freundin die dort ein halbes Jahr bei einer NGO gearbeitet hat)
    In Indien schaut man auf die Bengalen herab, und hat extra einen Zaun gebaut damit die nicht rübermachen können (q: das Klimabuch von Klaus Kleber)
    Auf Sri Lanka verachten die Buddisten die Hindus (q: verschiedene Medien, und ehemalige Arbeitskollegen aus Sri Lanka)


    Das kannst du für jedes Land der Welt durchexcerzieren. Wir als Spezies hassen einfach unsere Nächsten, solange wir nur irgendetwas finden was uns von Ihnen unterscheidet.

  • Es muss ja auch nicht das Ziel sein alle bald acht Milliarden Menschen in einem Land zu vereinen. Einfach die Lebensbedingungen in den bisher eher benachteiligten Regionen verbessern und gut ist.

  • Es muss ja auch nicht das Ziel sein alle bald acht Milliarden Menschen in einem Land zu vereinen. Einfach die Lebensbedingungen in den bisher eher benachteiligten Regionen verbessern und gut ist.

    Das sollte für mich eben langfristig schon das Ziel sein. Ein bekanntes Gesicht hier aus dem Forum würde vom "Erdenbürger" sprechen.
    Deshalb find ich das Projekt Europa so richtig und wichtig. Ist einfach schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

  • Den „Erdenbürger“ halte ich für genauso realistisch, wie den „Sozialistischen Menschen“.


    Man lügt sich doch schon was in die Tasche, wenn man so tut, als ginge es lediglich um Verteilungskonflikte. Natürlich ist dem nicht so. Es geht vielen, vermutlich häufig unausgesprochen, natürlich auch um ein kulturelles, religiöses Zusammengehörigkeitsgefühl. Wenn nicht sogar um rassistische Motive. Das sollte man nicht einfach wegreden, als bräuchte man nur die Gelder anders verteilen. Dieses Bestreben nach Identität und Abgrenzung ist nun mal unterschwellig vorhanden und beeinflusst natürlich auch massiv unsere Wahlergebnisse und den politischen Diskurs.

  • Also wählen wir einfach Antwort C?


    c) so ne Art Kolonialherrschaft 2.0. Wir marschieren ein, sichern alle wichtigen Rohstoffgebiete und lassen den Rest von Afrika vor die Hunde gehen.


    Wenn wir sowieso alles rassistische Arschlöcher sind, können wir dieses Geheuchle mit der Pseudo-Entwicklungshilfe auch gleich sein lassen und die Karten offen auf den Tisch legen.


    Ich denke viel eher, Rassismus hat ein gewisses Potential aber je besser es einem gefühlt geht, desto weniger setzt sich Rassismus insgesamt durch. Wer ein komplett sorgenfreies Leben führt (subjektiv), der braucht keine Feindbilder mehr.

  • Zitat

    Gibt es eigentlich überhaupt ein Land auf der Welt, in dem Masseneinwanderung aus anderen Kulturbereichen bisher einwandfrei und problemlos funktioniert hat? Gibt es irgendein solches Positivbeispiel? Mir fällt spontan keins ein. Von wegen glückliche Tomatenbauern aus Afrika, Fachkräftemangel usw.. Ich denke die Periode der „Gastarbeiter“ kann man bis dato durchaus als gescheitert betrachten, was das angeht.

    Die USA. Ist eigentlich ein Beispiel dafür, dass eine Nation, die aus teils sehr unterschiedlichen Ethnien/Kulturen besteht, durchaus gut funktionieren kann. Wobei man natürlich sagen muss, dass auch das nicht durchwegs friedlich abgelaufen ist.

  • Interessant. Ich sehe die USA eher als Negativ-Beispiel. Die Kulturen dort haben sich doch nie wirklich vermischt. Schwarze und Latinos sind nach wie vor gesellschaftlich benachteiligt. Die Weißen grenzen sich auf allerlei wegen ab. Immerwieder flammen Rassenkonflikte auf. Die USA sind für mich eigentlich ein Beweis dafür, dass solche heterogenen Gesellschaften eben eher schlecht als recht funktionieren. Man könnte auch Frankreich und Großbritannien und ihren Staatsbürgern aus den ehemaligen Kolonien anführen. Auch das sorgt heute eher für massive soziale Probleme. Wohlstand sieht für mich jedenfalls anders aus.

  • Gibt es eigentlich überhaupt ein Land auf der Welt, in dem Masseneinwanderung aus anderen Kulturbereichen bisher einwandfrei und problemlos funktioniert hat? Gibt es irgendein solches Positivbeispiel? Mir fällt spontan keins ein. Von wegen glückliche Tomatenbauern aus Afrika, Fachkräftemangel usw.. Ich denke die Periode der „Gastarbeiter“ kann man bis dato durchaus als gescheitert betrachten, was das angeht.

    einwandfrei und problemlos funktioniert?


    Kennst du irgendeine Beziehung die einwandfrei und problemlos funktioniert?


    Insgesamt gibt es für Deutschland zig Beispiele gelungener Massenimigration. Spätestens nach einer gewissen Zeit.
    So sehr, dass der Großteil überhaupt nicht mehr warnehmbar ist.


    Wenn cih mich recht entsinne bist du selbst Produkt einer Massenimigration.


    Weltweit noch viel mehr.
    Nahezu in jedem Staate.



    Interessant. Ich sehe die USA eher als Negativ-Beispiel. Die Kulturen dort haben sich doch nie wirklich vermischt. Schwarze und Latinos sind nach wie vor gesellschaftlich benachteiligt. Die Weißen grenzen sich auf allerlei wegen ab. Immerwieder flammen Rassenkonflikte auf. Die USA sind für mich eigentlich ein Beweis dafür, dass solche heterogenen Gesellschaften eben eher schlecht als recht funktionieren.

    Die Tatsache, dass du von "den Weißen" und den "Schwarzen"...etc. sprichst, widerlegt dich.


    Vor 200 Jahren... wenn du da einen Mayflower Engländer mit einem Russen oder gar mit einem Iren gleichgesetzt hättest? Ui. Achtung!


    Es gibt auch nicht wirklcih "die schwarzen", Der GRoßteil der Schwarzen in den USA ist mindestens so weiß, wie schwarz. Die Vermischung ist also Realität, mal davon abgesehen, dass der schwarze Ursprung mindestens so unhomogen ist wie der weiße Teil.
    Aber klar es gibt Probleme. Wenn du dir die historische Perspektive anschaust, werden diese aber immer weniger.





    Den „Erdenbürger“ halte ich für genauso realistisch, wie den „Sozialistischen Menschen“.

    Den "Deutschen" halte ich für genau so realistisch wie dass der Ziegenbock durchs Nadelöhr geht.


    Zitat: Ludwig der Bayer Mittelalter.






    Zitat von Alpinus

    Schön und gut. Aber in welchen Jobs können Sie denn in Deutschland dieses Geld verdienen?


    zu 3000 Euro.
    1) Aus Nigeria kommen durchaus nen Haufen Universitätsabsolventen die hier arbeiten wollen und sehr gut englisch können.
    Ich kenne da sogar 2. Bzw. man will dann hier studieren.
    Ansonsten. Industrietarif. Mit Überstunden. Auch dann schnell mal mehr.
    Klar. Viele, gerade die ohne Ausbildung bekommen das nicht, aber spätestens hier hat man von welchen gehört die das geschafft haben und dann "reich" geworden sind! und der Familie monatlich 1000 Euro schicken. ---> Pull Faktor

  • Insgesamt gibt es für Deutschland zig Beispiele gelungener Massenimigration. Spätestens nach einer gewissen Zeit.
    So sehr, dass der Großteil überhaupt nicht mehr warnehmbar ist.


    Welche Massenimigration meinst du genau? Die vor den türkischen Gastarbeitern kenne ich nicht. Aber ab dieser hat es das nicht mehr gegeben. Und ist auf jeden Fall ein sehr zweischneidiges Schwert, einerseits bleiben viele unter sich und können nach Jahrzehnten nicht mal Deutsch. Andererseits wird gar nicht probiert sie zu integrieren, bekommen Menschen (in dem Fall die Gastarbeiter und ihre Nachkommen), die in der dritten Generation hier leben nicht mal das Wahlrecht.

  • So aus dem Handgelenk


    Jeder germanischer Stamm der hier mal immigriert ist. Um mal ganz früh anzufangen.
    die slawische Immigration
    keltische Immigration
    Die Stämme selbst haben sowieso bei jeder Gelegenheit andere Stämme, bzw. Überrese anderer Stämme in ihren Stamm integriert.


    Ja. Man mag es kaum glauben.
    Der deutsche Nationalstaat, mit nationalstaatlicher Identifikation und Solidarität ist eine historisch gesehen, sehr neue Entwicklung.
    Wenn die Afd mal wieder vom 1000 jährigen Deutschland redet oder gar vom 2000 jährigen und bei Arminius anfängt, ist das halt einfach nur Bullshit....


    Die jüdische Immigration war insgesamt auch eine Erfolgsgeschichte. (ja mit sehr großen Rückschlägen....)
    Der Vorteil für den Reichtum und die wissenschaftliche und zivilisatorische Entwicklung durch die jüdische Kultur ist aber kaum zu unteschätzen
    Der beste Beweis sind dafür immer diese Erbgutproben von Deutschen und den Anteil "jüdischen" Erbgutes-


    Die Hugenotten


    Die vielen Schübe polnischer Immigration.


    Die Masseneinwanderung der Vertriebenen nach WK1 und 2


    Die riesigen "Binnen"wanderungen in der industriellen Revolution.


    Die Masseneinwanderung Ostdeutscher nach der Wende


    Die Wirtschaftseinwanderung in der BRD
    Mindestens die portugisische, italienische, griechische. Aber im Grunde auch insgesamt die Türkische, mit noch etwas größeren Problemen, da mehr Vorbehalte und andere Religion. Aber beileibe bleiben die nicht mehr alle unter sich.



    Die aktuelle EU Massenbinnenmigration nach Deutschland.



    Jetzt werden viele sagen: Hö was Vertriebene? DAs sind Deutsche!!!
    Ja, das mag man heute so sehen....
    Früher waren das Ostsiedler, also quasi kurz vorm Untermenschen, vermischt und dreckig.... etc. die einen das Wenige, was man dem Krieg noch hatte, wegnehmen wollten. Auch Sprache und Religion/Konfession! unterschieden sich hier oft deutlich. Oder andere Aspekte der Kultur. Der Donadeutsche Siedler war nach 5 Generationen einfach nicht identisch mit dem Westfalen in all diesen Dingen. Er war es allerdings auch nicht vor 5 Generationen.... Man unterschätzt heute wie unterschiedlich die Menschen in Deutschland noch vor 500 Jahren waren... Die Normung kam erst langsam ab Luther und Buchdruck und noch verstärkter mit Nationalismus des 19. Jahrhunderts, den Gebrüdern Grimm, des Schulsystems und den Massenmedien,


    Und Ostdeutsche! Was Deutsche! Also bitte. Erzähl mir bitte niemand, dass das die Gleiche! Kultur ist ;)


    Je einfacher wird die Integration im Übrigen je weniger Vorbehalte es gegen die Neueinwanderer gibt....





    Wie kommt eigentlich die Schweiz mit der teutonischen Masseneinwanderung klar?
    Man hat da ja auch so manch negatives gehört.

  • Wie gut oder schlecht so eine Integration funktioniert hängt wohl sehr stark davon ab, wie groß die Zahl der Eingewanderten ist, wie unterschiedlich die Kulturen sind, und welchen Zeitpunkt man beobachtet (200 Jahre nach der Einwanderung sind die Unterschiede meist geringer als 20 Jahre danach).


    Die USA sind hier ein interessantes Beispiel, sind sie doch ein klassischer "melting pot". Alleine dass man von "weißen" spricht ist hier durchaus ein Beispiel für Integration, noch vor 60 Jahren war es schwer denkbar, dass ein Katholik US-Präsident werden würde, noch dazu einer mit irischen Wurzeln. Mit den irischen Einwanderern gab es zweitweise massive Spannungen, ähnlich mit den Osteuropäern, Deutschsprachigen, Franzosen, usw.
    Wobei diese Kulturkreise doch etwas näher sind, und sich vor allem äußerlich nicht so stark von den englisch-stämmigen Unterschieden.
    Aber in die USA sind auch andere Gruppen eingewandert, z.b. gibt es knapp 20 Millionen Asiaten in den USA, neben den Lateinamerikanern und den Afroamerikanern. Gegen die Hispanics wettert Trump zwar gerne, und es gibt diverse Probleme und Rassismus, wenn man sich aber die Gruppen ansieht, die schon länger in den USA leben, gibt es relativ wenige Probleme, und es gibt auch Hispanics in hohen Positionen, im Supreme Court, als Gouverneure (interessanterweise beides Republikaner), im Senat (2 Republikaner, 2 Demorkaten) und im Repräsentantenhaus (31). Auch als Opfer von Hassverbrechen sind Hispanics unterrepräsentiert (im Gegensatz zu Juden, Homosexuellen und Schwarzen).
    Etwas problematischer ist die Rolle der Afroamerikaner, vor allem weil diese schon deutlich länger in den USA ansässig sind, da gab es lange Zeit massive diskriminierende Gesetze, und auch heute gibt es noch schwere Probleme, auf der einen Seite Rassismus, auf der anderen Seite eine Überrepräsentation in der Kriminalstatistik. Das sind eindeutig Probleme, aber völlig schwarz-malen sollte man auch nicht, ich erinnere daran, wer vor Donald Trump Präsident war, es gibt mittlerweile auch eine große dunkelhäutige Mittelschicht, die eher selten mit Rassismus konfrontiert ist.



    Singapur wurde schon angesprochen.
    Taiwan hatte nach dem verlorenen Bürgerkrieg eine massive Zuwanderung vom Festland, da gab es allerhand ethnisch Spannungen, inklusive einem Massaker, heute sind die Gräben groß-teils überwunden.
    In Israel gab es jahrzehntelange Spannungen zwischen aschkenasischen, sephardischen und arabischen Juden, davon bekommt man heute eher wenig mit (mit Ausnahme der äthiopischen Juden), wobei man da wohl anmerken muss, dass gemeinsame Feinde zusammenschweißen.


    Europa hatte ebenfalls durchaus Erfahrung mit Migration, auch vor 2015 oder den "Gastarbeitern".
    Als erstes kommt mir das Österreich-Ungarn, vor allem Wien in den Sinn.
    1914 hatten weniger als 50% der Wiener Deutsch als Muttersprache, vor allem die enorme Zuwanderung aus Tschechien war hierfür verantwortlich, diese hatten sich allerdings bereits nach wenigen Jahrzehnten fast vollständig assimiliert (zumindest die die 1918 nicht in die Tschechoslowakei gegangen sind, aber auch danach waren noch 17% der Wiener in Böhmen geboren), und heute wird die Anti-Einwanderungs-Partei von einem tschechisch-stämmigen Wiener geführt. Wobei man anmerken muss, dass die Tschechen den Österreichern kulturell näher sind als die Deutschen wenn man die Sprache nicht berücksichtigt. Es gab aber auch Zuwanderung aus anderen Reichsteilen, die meisten sind heute auch nicht mehr von den ursprünglichen Wienern zu unterscheiden (wobei die zweitgrößte Zugwandergruppe des 19ten Jahrhunderts, die gallizischen Juden zwischen 1938 und 45 mehrheitlich vertrieben oder ermordet wurden). Aber auch jüngere Zuwanderungswellen sind heute kaum mehr wahrnehmbar, hier seien vor allem die Flüchtlinge im Zuge des Ungarn-Aufstandes 1956 zu nennen.
    Probleme gibt es heute in Wien großteils mit Zuwanderern aus der muslimischen Welt, wobei hier Religion und Kultur wohl eine gewisse Rolle spielen.

  • Zu diesen Beispielen könnte man auch viel Gegenteiliges sagen.
    Österreich-Ungarn gibt es nicht mehr. Aus gutem Grund. Das Bedürfnis der Nationalitäten sich gegeneinander abzugrenzen war zu groß. Frag heute noch z.B. mal in Kärnten, wie man dort über die Slowenen denkt...
    Die Asiaten in den USA? Warum
    gibt es „Chinatown“? Warum wurde Trump mit seiner „Mauer“ Präsident? Sicher nicht, weil die Integration der Latinos so gut funktioniert.
    Singapur? Funktioniert vor allem als „gelenkte Demokratie“ mit faktischer Einparteienherrschaft.
    Polen sind über zweihundert Jahre in Deutschland diskriminiert und unterjocht worden. Das Deutsch-Polnische-Verhältnis ist dadurch bis heute schwer belastet.
    Israel? Hat die gemeinsamen jüdischen Wurzeln. Das verbindet natürlich. Es hat aber auch die Mauer von Jerusalem, die Juden und Palästinenser strikt trennt. Usw. usf.


    Aber selbst wenn wir davon ausgehen, dass solche Integration manchmal und sehr langfristig einigermaßen klappen kann, bleibt es doch unbestreitbar, dass homogene menschliche Gesellschaften wesentlich reibungsärmer funktionieren.


    Die Linke streitet sich ja gerade auf ihrem Parteitag zwischen der Parteiführung, welche generell offene Grenzen für alle Flüchtlinge fordert und dem Wagenknecht-Lager, die sagen, dass es völlig unmöglich sei, einfach beliebig viele Menschen von außerhalb in unsere Sozialsysteme einwandern zu lassen. Während die eine Seite vor allem moralisch argumentiert, argumentiert die andere Seite vor allem wirtschaftlich und sozialpolitisch mit den begrenzten Mitteln und endlichen Ressourcen.


    Die (heimliche) Frage, die viele Menschen in sich herumtragen ist doch (ganz egoistisch) letztlich auch: Was bringt uns die Einwanderung vieler Millionen Menschen aus völlig anderen Kulturkreisen überhaupt? Verbessert das UNSER Leben oder stünden wir ohne diese Zuwanderung nicht mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser da? Wie realistisch ist es, dass Millionen Afrikaner, Syrer usw. am Ende unsere gut ausgebildeten Pflegekräfte werden wollen? Schadet uns diese Einwanderung nicht letztlich, weil ein Großteil dieser Menschen nicht in der Lage sein wird, sich ausreichend anzupassen, weil Parallelgesellschaften entstehen, die den Charakter unserer Landes, unserer Stadtviertel und Straßen nachhaltig in ungewünschter Weise verändern? Wollen wir das? Hatten wir diese Probleme nicht auch schon bei den türkischen Gastarbeiten? Wie gut klappt da die Integration in Gänze wirklich, wenn man mal ganz ehrlich ist? Stichworte: Özil/Erdogan usw. oder Köln-Chorweiler. Sind ganze Straßenzüge in türkischer Sprache und Beschilderung wirklich ein Erfolg? Wenn man die Wahl hätte, würde man das aus heutiger Sicht so tatsächlich noch einmal machen? Man hat die „Gastarbeiter“ ja damals ins Land geholt, mit der Betonung des Wortes „Gast“. Diese Entwicklung hat sich so doch kaum einer vorgestellt.


    Und die Integration der Millionen Flüchtlinge von 2015 klappt gut? Wo sind denn all die Sprachkurse? Wo sind die zusätzlichen Angebote für Schüler aus Afghanistan, Syrien oder Somalia? Wir können ja noch nichtmal den regulären Unterricht wie bisher aufrechterhalten. Von der Inklusion verabschiedet man sich schleichend, weil nicht finanzierbar.
    Die Mietpreise in den Städten steigen und steigen. Wo bleibt der günstige Wohnraum? Und dann noch „offene Grenzen für alle“? Klingt für mich eher nach gesellschaftlichem Sprengstoff, denn nach gelungener Integration.


    Von der Mentalität vieler Deutscher mal ganz zu schweigen. Rassistische Vorurteile sind in vielen Köpfen durchaus tief verankert. Die kriegt man auch nicht einfach durch „besseres Erklären“ weggeredet. Ist auch kein deutsches Phänomen. Man schaue sich nur die Vorstädte und Berufschancen in Frankreich an, dann sieht man wie leicht es schlecht ausgebildete Afrikaner haben, dort einen Job zu finden. In Großbritannien ist es nicht anders.


    Auch der Gedanke man müsse nur genügend Hilfsmilliarden nach Afrika pumpen, dann würde sich schon das Problem der Wirtschaftsmigration lösen lassen, ist doch gar nicht wirklich politisch durchsetzbar. Die Deutschen wollen schon nicht für ihre unmittelbaren europäischen Nachbarn (Griechenland/Italien usw.) finanziell mit verzinsten Krediten einspringen. Und dann träumt man davon Milliarden von Steuergeldern irgendwohin nach Afrika als Hilfsgelder zu überweisen, um dort Straßen und Schulen zu bauen („um die Probleme vor Ort anzugehen“), während hier die Schlaglöcher in den Straßen immer größer werden und die Schulen teilweise mit zehn Jahre alten Computern arbeiten müssen? Die Deutschen sollen Maut zahlen, um ihre Autobahnen zu sanieren, während man Milliarden nach Afrika pumpen will, um dort die Infrastruktur auszubauen? Die Regierung möchte ich mal sehen, die das umsetzt und dann die nächsten Wahlen noch übersteht.

  • Wie kommt eigentlich die Schweiz mit der teutonischen Masseneinwanderung klar?
    Man hat da ja auch so manch negatives gehört.

    Die "teutonische Massenweinwanderung" ist völlig unproblematisch. Das kann ich dir aus erster Hand sagen. Klar gibts hin und wieder Klischees und Vorurteile, die vor allem in den Boulevardmedien breit geschlagen werden (u.a. das Verhältnis Deutsche-Schweizer in Firmen).


    Aber im Grossen und Ganzen ist das alles heisse Luft. Die Schweizer kommen mit den Deutschen hervorragend klar (und umgekehrt), lasst euch da nix vormachen.


    Es ist aber auch nicht verwunderlich. Erstens war die Deutsche Immigration in die Schweiz in der breiten Masse eine Einwanderung von gut Qualifizierten, die von der Wirtschaft dringend gebraucht wurden, also hochwillkommen waren. Die meisten Deutschen brachten einen prall gefüllten Rucksack mit Know-How mit sich und "stopften" hier vorhandene Löcher. Es war keine Zuwanderung auf den Sozialstaat. Heisst: Die Deutschen liegen der Schweiz nicht auf der Tasche, sie füllen sie.


    Zweitens sind sich Deutsche und Schweizer kulturell einfach extrem ähnlich. Klar gibts kleinere Unterschiede, aber das ist nix. Der kulturelle Code zwischen Deutschen und Schweizern ist derselbe. Bei der Integration gab es in der Regel keine Probleme, weder am Arbeitsplatz, noch in der Gesellschaft, noch (ganz wichtig) in den Schulen. Die Kids der Deutschen waren sofort integriert. Heute sind sie die "perfekten" Schweizer: Quatschen in der Schule mit ihren Schweizer Kollegen breitesten Dialekt und schalten dann zuhause bei den Eltern auf Hochdeutsch um. Ich muss immer grinsen, wenn die Freundin meiner Tochter (Familie aus Bawü = unsere Nachbarn in der Siedlung) bei uns zuhause Schweizerdeutsch parliert und dann zu Mama auf Hochdeutsch rüberschreit, dass sie noch ein Viertelstündchen bleiben und weiterspielen möchte....:D


    Also: Kein Problem.

  • Die (heimliche) Frage, die viele Menschen in sich herumtragen ist doch (ganz egoistisch) letztlich auch: Was bringt uns die Einwanderung vieler Millionen Menschen aus völlig anderen Kulturkreisen überhaupt? Verbessert das UNSER Leben oder stünden wir ohne diese Zuwanderung nicht mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser da? Wie realistisch ist es, dass Millionen Afrikaner, Syrer usw. am Ende unsere gut ausgebildeten Pflegekräfte werden wollen? Schadet uns diese Einwanderung nicht letztlich, weil ein Großteil dieser Menschen nicht in der Lage sein wird, sich ausreichend anzupassen, weil Parallelgesellschaften entstehen, die den Charakter unserer Landes, unserer Stadtviertel und Straßen nachhaltig in ungewünschter Weise verändern? Wollen wir das? Hatten wir diese Probleme nicht auch schon bei den türkischen Gastarbeiten? Wie gut klappt da die Integration in Gänze wirklich, wenn man mal ganz ehrlich ist?


    Glaube nicht dass sich tatsächlich viele diese Frage stellen. Die meisten sogenannten Flüchtlingsbefürworter (zu denen ich mich auch zählen würde), haben moralische Gründe.


    Ich sehe ja dass die Integration oft nicht klappt, mache mir da keine Illusionen. Meine moralischen Gründe sind bekannt: Ich sehe einen Großteil der Fluchtfaktoren in der westlichen Welt, ihrer Lebensweise und ihrer Wirtschafts-, Sicherheits- und Außenpolitik begründet.


    Gab am Anfang der Flüchtlingskrise mal die euphorische Botschaft der Wirtschaft, da würden nur Fachkräfte kommen. Das sehe ich sogar extra kritisch, gerade die Fachkräfte werden in ihrer Heimat gebraucht.


    Wenn nur eine handvoll Flüchtlinge in der Pflege arbeitet, wäre das bereits ein Gewinn für uns. Und naja wir haben zwar Pflegenotstand aber zwei Millionen Pfleger brauchen wir auch nicht.


    -


    Und ich glaube nicht dass Singapur keine Probleme mit Masseneinwanderung hätte. Wie viele sind da denn gekommen (finde spontan keine Zahlen)? Gemessen an den Bevölkerungszahlen, müssten ca. 100.000 Flüchtlinge nach Singapur kommen um ein Verhältnis wie Deutschland zu erreichen. Allerdings hat Deutschland natürlich auch viel mehr Fläche.

  • Und ich glaube nicht dass Singapur keine Probleme mit Masseneinwanderung hätte. Wie viele sind da denn gekommen (finde spontan keine Zahlen)? Gemessen an den Bevölkerungszahlen, müssten ca. 100.000 Flüchtlinge nach Singapur kommen um ein Verhältnis wie Deutschland zu erreichen. Allerdings hat Deutschland natürlich auch viel mehr Fläche.

    Schau dir mal die ethnische Zusammensetzung von Singapur an.


    Mehr als 2/3 bis 3/4 sind chinesischschtämmig.
    Ich gebe dir nen Tip.
    China ist eigentlich woanders.

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