AfD

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    • Sehe das ähnlich, man kann bei der AfD nicht mit Sachargumenten kommen. Zumal die Kritik die Rechte an der Politik haben teilweise ähnlich ist wie die Kritik der Linken, mit dem Unterschied, dass die Rechten keine Lösungen anbieten, sondern einfach die Ausländer Schuld sind. Wo soll man da ansetzten?

      Es ist sogar schlimmer, etwa bei Sozial- und Wirtschaftspolitik ist man recht nah am neoliberalen Einheitsbrei den FDP, CDU und auch die SPD seit Jahrzehnten fahren. Sprich die Lösung ist in diesen Punkten bei der AfD die selbe wie das Problem das man anprangert.
      Aber ist bei denen echt noch nicht angekommen, dass etwa Alice Weidel von Goldman Sachs kommt, homosexuell ist und mit einer Ausländerin verheiratet. Also für alles steht was man verachtet. Überhaupt kommt das gesamte Führungspersonal der AfD aus dem Westen.

      Kelti schrieb:

      Ich teile die Meinung von IWST voll und ganz. Ich glaube nicht, dass in Thüringen jeder 4 Rechtsextrem ist. Das entspricht auch ganz und gar nicht meiner persönlichen Erfahrung und Thüringen ist von meiner Haustür nur 6km entfernt. Somit müssen auch AfD-Wähler erreichbar sein ohne diesen viel zitierten deutlichen Rechtsruck.

      Diese Rechten gibt es aber, bzw. sie waren nie weg. Für einzelne rechte Positionen bekommt man in Deutschland bis zu 50% Zustimmung.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • @Kelti
      Zunächst möchte ich einmal kurz schreiben, dass ich dich in keiner Weise in die Nähe eines AfD Wählers rücken wollte. Falls das in einem vorangegangenen Posting so aussah, tut mir das Leid! Das war schwammig von mir geschrieben.

      Auch einmal Danke für deine sehr ausführliche Argumentation/Auflistung im CDU Thread. Ich würde diesen Text wohl zu knapp 99% so unterschreiben.

      Interessant bei der Sache ist aber die unterschiedliche Herangehensweise - generell bei der AfD Diskussion hier im Forum. Deutschland ist auch im Jahr 2020 ein zutiefst rassistisches Land. Aus dieser Position bewege ich mich auf die AfD zu.

      Das Problem beginnt bei Alltagsrassismus in der Sprache "der Türke" "der Araber", auch gerne im Wahlkampf eingesetzt (siehe Philipp Amthor "Die Ölaugen...") und gipfelt dann irgendwann in Geschehnissen wie in Rostock oder Freital. Dieser Rechtsextremismus und die Feindlichkeit gegen alles "Andere" kommt nicht plötzlich auf, sondern er war schon immer da.

      Der Mythos der Entnazifizierung hat lange dazu beigetragen (ich empfehle einen Gang in die Gedenkstätte in München zu diesem Thema), ebenso wie die DDR (das dortige Regime hat rechte Krawalle gerne als "Schlägereien" etc. verharmlost, weil in einem sozialistischen Staat kann es ja keine Rechten geben ;) )

      Weiter ging es in den 90ern. Ich empfehle einmal Twitter unter dem Hashtag #baseballschlägerjahre zu durchsuchen oder auch hier nachzulesen:

      zeit.de/2019/46/neonazis-jugen…-ostdeutschland-mauerfall

      Auch die Ereignisse Rund um den NSU lassen sich hier einordnen. Wenn man die Punkte einmal verbindet - V Männer, Verfassungschutzpräsident, NSU und sieht was heute daraus geworden ist (WerteUnion etc.)

      Deshalb widerspreche ich hier stark:


      Kelti schrieb:

      Ich teile die Meinung von IWST voll und ganz. Ich glaube nicht, dass in Thüringen jeder 4 Rechtsextrem ist. Das entspricht auch ganz und gar nicht meiner persönlichen Erfahrung und Thüringen ist von meiner Haustür nur 6km entfernt. Somit müssen auch AfD-Wähler erreichbar sein ohne diesen viel zitierten deutlichen Rechtsruck.
      Nicht nur in Thüringen ist jeder 4 Rechtsextrem, sondern das gesamte Land hat ein massives Problem mit rechtem Gedankengut und Ressentiments gegenüber Minderheiten und marginalisierten Gruppen.

      Nochmal der Bogen zu deinen erwähnten Punkte. Natürlich machen die Regierungsparteien einen riesen Murks und vermutlich würden ein paar der AfD Wähler wieder Richtung CDU wandern, wenn sie mal eben 500€mehr auf dem Gehaltszettel hätten (bspw.) Das ändert aber am Problem nichts.

      Die AfD ist kein Sammelbecken, dass durch soziale Ungleichheiten o.ä plötzlich entstanden ist. Dort sind keine "Missverstandenen" zu Hause um die man sich als "konservative Partei der Mitte" kümmern muss. Es kann niemandes Wunsch sein, dass dieses Gedankengut irgendwo eine Heimat findet und weiter in der Gesellschaft wuchert, wie es seit Jahrzehnten der Fall ist.

      Die Theorie der AfD in irgendeiner Art und Weise das Wasser abgraben zu wollen, ist grundlegend abzulehnen. Das würde nur bedeuten Rassismus und Ausgrenzung einen noch größeren Platz in unserer Gesellschaft einzuräumen.

      Ich möchte hier niemandes persönliche Erfahrungen schmälern. Ich rege trotzdem dazu an, diese zu hinterfragen. Nur weil man es anders erlebt hat, heißt das noch lange nicht, dass es nicht anders passiert sein kann.
    • @Ischozar
      Was du beschreibst ist simple Abgrenzung von sich oder Gruppen gegenüber anderen und das ist etwas das seit Anbeginn der Meschheit in unserer DNA verankert ist da es offenbar einst ein evolutionärer Vorteil war bzw. vielleicht auch heute noch ist.
      Erst war es die eigene Familiensippe, dann das eigene Dorf, dann die eigene Religionsgemeischaft, die eigene Kultur/Weltanschauung, später dann die eigene Nation, der eigene Kontinent, die eigene Sphäre ( zB. "der Westen", "der Ostblock", der "arbische Raum" usw.) All diese Dinge haben wir auch heute noch in unterschiedlich stark ausgeprägten Formen. Und es ist ja auch logisch schließlich gibt es unzählige unterschiedliche Kulturen, Religionen und Ansichten auf der Welt und das daraus erst mal eine gewisse Abgrenzung ensteht ganz normal.
      Das ist jetzt keine Rechtfertigung für Rassismus oder ähnliches aber eine Erklärung warum auch heute noch viele für solche (radikalen) Ansichten empfänglich sind.

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Ischozar schrieb:

      Flo78 schrieb:

      Das ist jetzt keine Rechtfertigung für Rassismus oder ähnliches aber eine Erklärung warum auch heute noch viele für solche (radikalen) Ansichten empfänglich sind.
      Das ist mir zu einfach, zu simpel und halte ich auch schlichtweg für falsch. Sorry.
      Was ist daran zu einfach oder falsch ? Eine Gruppe grenzt sich gegenüber einer anderen ab, leitet daraus eine Überlegenheit und Machtanspruch ab, was dann wiederum im Extremfall zu Mord und Totschlag führt.
      Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Menschheitsgeschichte bis heute. Ein "Amerika first" ist daher auch nichts anderes wie "Deutschland Deutschland über alles.."

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    • Ischozar schrieb:

      Flo78 schrieb:

      Was ist daran zu einfach oder falsch ?
      Du marginalisierst das Problem dadurch, dass du es auf "einfache, biologische" Prozesse zurückführst (DNA). Für die kann es nach dieser Denke keine Lösung geben, womit sie also einfach hinzunehmen wären. Das seh ich eben anders. Ist aber auch hier nicht das Thema.
      Da verstehst du mich falsch ich meine lediglich das die Gruppenbildung ein evolutionärer Vorteil war und das deshalb die Tendenz dazu irgendwo in uns angelegt ist, ich meinte nicht das wir durch unsere DNA zu Rassimus gezwungen sind oder gar als Entschuldigung das wir ja gar nichts dafür könnten. :lehrer:

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    • Flo78 schrieb:

      Da verstehst du mich falsch ich meine lediglich das die Gruppenbildung ein evolutionärer Vorteil war und das deshalb die Tendenz dazu irgendwo in uns angelegt ist,
      Das mag alles sein und ich wollte dir auch keine Verharmlosung von Rassismus vorwerfen. Ich halte diesen Ansatz trotzdem für falsch.

      Passend dazu bringt Matthias Quent aktuell sein Buch raus: "Deutschland Rechtsaussen".

      sueddeutsche.de/politik/rechts…us-afd-neonazis-1.4620146
    • Fairas schrieb:

      Sehe das ähnlich, man kann bei der AfD nicht mit Sachargumenten kommen. Zumal die Kritik die Rechte an der Politik haben teilweise ähnlich ist wie die Kritik der Linken, mit dem Unterschied, dass die Rechten keine Lösungen anbieten, sondern einfach die Ausländer Schuld sind. Wo soll man da ansetzten?
      Ich gehe sogar etwas weiter. Die AfD MUSS gar keine Lösung anbieten, an deren Umsetzbarkeit die Wähler glauben oder nicht. Vielleicht ist das Anbieten von "Lösungen" sogar absolut kontraproduktiv.

      Dem Simpel am Stammtisch reicht es für sein Kreuzchen vollauf, dass er das Gefühl hat, verstanden zu werden. Der Rest wird für ihn schon noch kommen. Der berühmte Mann des Volkes, der kein Blatt vor den Mund nimmt, sagt wie es ist ohne geschwollen daher zu reden... Das ist es doch was die Zielgruppe wünscht.

      Was wollen die denn mit Amthor und Konsorten? Sicherlich mit ausreichender Intelligenz gesegnet und zweifelsohne nicht talentfrei. Aber auch der jüngste Mittvierziger Deutschlands. Rhetorisch gewandt, immer adrett gekleidet, konservativ frisiert und leider etwas verkrampft wirkend. Denen wird doch schon in der Jungen Union oder den JuSos der Politsprech ins Hirn getrichtert, bis sie selbst glauben, Menschen müssten 1h am Stück reden können ohne etwas zu sagen. In einer Art, dass der Simpel vom Stammtisch schon nach dem zweiten Satz abgehängt ist.

      Der Habeck z.B. kann das besser. Ist nicht immer zu seinem Vorteil, aber der wirkt wenigsten irgendwie authentisch. Die Grünen taugen aber nicht unbedingt als Gegenfeuer zur AfD, da thematisch viel zu weit weg. Der Simpel mag nämlich seinen Schweinbraten behalten, urlaubt lieber auf Malle statt Bio zu kaufen und fährt vielleicht ganz gerne die dicke Karre, die eher auf Raten, als auf Rädern fährt, weil er sich in ihr als etwas vorkommen darf, was er im Leben nie erreicht hat.


      Sacrum Romanum Imperium - für Kaiser und Reich

      "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen sie zu wiederholen."
      Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana


      "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Friedrich Nietzsche
    • Die Grünen wählen macht aber schon deswegen einen riesigen Spaß, weil über deren Wahlerfolge die AfD-Zeterer am meisten und lautesten abkotzen. „Destruktives Wahlverhalten“ funktioniert glücklicherweise in beide Richtungen. :teufel2:
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Kelti schrieb:

      Der Habeck z.B. kann das besser.
      Ne Habeck hat auch nicht mehr Inhalt, nur halt auch keinen Stock im Arsch, das ist sein Vorteil.

      -

      Der einzige Punkt wo die AfD eine Lösung anbietet ist bei den Menschen mit Migrationshintergrund. Möglichst wenig aufnehmen, möglichst viele loswerden. Das reicht für die Rassisten.
      Nur wenn ein Teil der AfD-Anhänger keine Rassisten sein sollen, womit werden die bei der Stange gehalten?
      Kritik am herrschenden System bekommt man auch bei den Linken und auch Parteien die eine Weile nicht mehr auf Bundesebene regiert haben trauen sich das manchmal, wie die Grünen (die damit stark im Aufwind sind) oder die FDP.
      Für Nicht-Rassisten gibt es einfach keinen Grund AfD zu wählen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
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