Der Geist von Olympia noch wach?

  • Das liegt denke ich an den Klubs.
    Olympia ist halt nur Prestige und die Vereine wollen nicht, dass sich ihre Spieler so kurz vor Saisonbeginn verletzen.
    Die Brasilianer sind aber immer scharf darauf bei Olympia zu spielen und es gibt dann immer viel Ärger mit ihren europäischen Klubs, die sie sie nicht freistellen wollen.
    Die meisten Teams reisen deshalb mit sehr jungen Mannschaften an, da diese meistens nicht zzur Stammelf zählen und somit entbehrlich sind für die Vereine.

  • Sorry, aber du redest ein wenig Quatsch. :)


    Bei Olympia spielen im Männerfußball nur U23 Spieler. Zusätzlich dürfen 3 Spieler mitmachen, die älter als 23 sind. Für das olympische Turnier qualifizieren sich die die U21 Mannschaften der Länder. Wäre Deutschlands U21 qualifiziert, könnten durchaus Ballack, Lehmann und Schneider mitmischen.


    Recht hast du, dass gerade in Brasilien das olympische Fußballturnier einen besonderen Stellenwert hat.

  • Ist auch nicht sehr einfach. Bevor ich hier großkotzig :D was behaupte, musste ich auch erstmal nachlesen, um sicher zu gehen.


    Komisch ist nur, dass sich die U21 qualifiziert und dann U23 Spieler + 3 ohne Altersbeschränkung bei Olympia spielen dürfen. :grübel:

  • Na die Spiele werden doch alle vier Jahre größer, pompöser und v.a. teurer, da macht China auch keine Ausnahme. Gerade einen Bericht im Fernsehen gesehen: während im Stadion die Friedenstaube von tausenden von Darstellern symbolisiert wurde, wurden in mehreren Teilen Pekings Demonstranten mit Schlagstöcken zusammengeprügelt und verhaftet.

  • Ne, es war eigentlich nur eine dieser "Free Tibet" Demonstrationen, wie sie überall auf der Welt stattfinden. Ist aber schon enorm heuchlerisch, was da abläuft. Wenn Politiker und das IOC vor der Regierung buckeln ist das schon schlimm, aber wenn sich auch Sportler dafür hergeben und so tun, als ginge sie das alle nichts an und die "Ausrede" benutzen, man hätte jahrelang auf diese Wettkämpfe hingearbeitet, na ich weiß nicht. Es ist natürlich jedem selber überlassen, aber kennt Ihr einen Sportler, der das Spektakel boykottiert, von sich aus, weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann? Also mir fällt keiner ein.

  • Ne, es war eigentlich nur eine dieser "Free Tibet" Demonstrationen, wie sie überall auf der Welt stattfinden. Ist aber schon enorm heuchlerisch, was da abläuft. Wenn Politiker und das IOC vor der Regierung buckeln ist das schon schlimm, aber wenn sich auch Sportler dafür hergeben und so tun, als ginge sie das alle nichts an und die "Ausrede" benutzen, man hätte jahrelang auf diese Wettkämpfe hingearbeitet, na ich weiß nicht. Es ist natürlich jedem selber überlassen, aber kennt Ihr einen Sportler, der das Spektakel boykottiert, von sich aus, weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann? Also mir fällt keiner ein.

    Übertreibst du da nicht mal wieder etwas? Wie kann das schlimmer sein, wenn die Sportler "mitmachen" als wenn das IOC "mitmacht"? Weiß ja nicht, aber ich stelle mir da irgendsoeinen Sportschützen (z.B.) vor, für den alle vier Jahre der wichtigste Wettkampf ansteht. Der kann doch nichts dafür, dass dieser Wettkampf von Jahr zu Jahr finanziell mehr gemolken wird und größer wird und dass jetzt Propaganda daraus gemacht wird usw. Man kann ja wirklich darüber streiten, ob es sinnvoll war, die Spiele nach China zu geben, aber jetzt auf den Sportlern herumzuhacken, finde ich nicht richtig.

  • Ich meinte doch nicht den Kommerz, der ist schon lange da. Ich meinte, warum hört man von Sportlern so gut wie kein kritisches Wort dazu, jetzt nicht nur zum Tibet-Konflikt an sich, sondern zu den allseits bekannten Menschenrechtsverletzungen in China. Ich erwarte ja nicht, daß sich die 450 (?) deutschen Athleten oder alle 11.000 weltweit geschlossen hinten einen Boykott stellen, sondern mal ein Interview mit einem meinetwegen Bogenschützen oder Kanuten, der sagt, er fahre da aus diesem oder jenem Grund nicht hin, das fehlt mir.


    Das Todschlagargument ist doch immer wieder, die Spiele sollen nicht politisiert werden und man hätte sich vier Jahre vorbereitet, aber guckt man sich mal die Historie an, da sieht das ganz anders aus.

  • Mit "Propaganda" meinte ich ja auch das Politische. Dass in den Interviews so etwas nicht zu hören ist, liegt wohl einerseits an der "Gleichschaltung" seitens der Verbände, aber andererseits auch daran, dass die Medien, allen voran ARD und ZDF, nicht unbedingt scharf auf solche Statements. Man will ja schließlich ein Produkt verkaufen und das soll nach Möglichkeit keinen Makel haben, sprich: man will die Sportsendungen möglichst von Menschenrechtsproblemen usw. freihalten und handelt diese woanders ab, z.B. in Politmagazinen. Deswegen darf man nicht denken, dass gleich die Mikros da sind, wenn irgendein deutscher Athlet die politische Situation in China kritisiert.



    Zitat

    Das Todschlagargument ist doch immer wieder, die Spiele sollen nicht politisiert werden und man hätte sich vier Jahre vorbereitet, aber guckt man sich mal die Historie an, da sieht das ganz anders aus.

    Wieso denn "aber"? :confused: Dieses Argument baut doch gerade darauf auf, dass in der Vergangenheit die Spiele politisiert wurden und dass das nicht gut war.

  • Na dann soll doch mal ein Sportler in der taz oder dem Spiegel etwas von sich geben, kann doch nicht so schwer sein. Ich weiß ja nicht, wie ich als Sportler reagieren würde, aber gibt es denn keinen kritischen, der mal sagt, was Sache ist und sich "ausklinkt"?


    Zitat

    Dieses Argument baut doch gerade darauf auf, dass in der Vergangenheit die Spiele politisiert wurden und dass das nicht gut war.


    Aber da hat doch niemand draus gelernt. Die Spiele sind Reibach, seit Atlanta sowieso. Das ist schon schlimm genug, aber daß jetzt auch noch sämtliche Augen zugedrückt werden und man 3 Wochen lang auf Friede, Freude Eierkuchen macht und die Spiele als das Größte bezeichnet, finde ich merkwürdig. Wenn sie vorbei sind, werden die kritischen Stimmen kommen, da bin ich mir sicher, aber im Moment läuft das sehr häufig unter: "Na ja, ist ja schlimm, was da passiert, aber was hat denn der Sport damit zu tun?".

  • Na dann soll doch mal ein Sportler in der taz oder dem Spiegel etwas von sich geben, kann doch nicht so schwer sein. Ich weiß ja nicht, wie ich als Sportler reagieren würde, aber gibt es denn keinen kritischen, der mal sagt, was Sache ist und sich "ausklinkt"?

    Auch auf die Gefahr der Wiederholung hin: Was soll der denn genau sagen und warum soll er sich "ausklinken"? Dürfen Sportveranstaltungen für dich nur in lupenrein demokratischen und damit "moralisch unbelasteten" Staaten stattfinden?

  • Ich wiederhole mich gerne. ;) Ich möchte einfach einmal einen Sportler sehen, hören oder lesen, der mit der Veranstaltung in Peking moralische Bedenken und / oder Probleme hat und diese auch äußert. Die Menschenrechte in China sind seit Monaten ein Thema, also ist das ganze nicht so ganz abwegig, oder?

    Zitat

    Dürfen Sportveranstaltungen für dich nur in lupenrein demokratischen und damit "moralisch unbelasteten" Staaten stattfinden?


    Meinetwegen kann die WM im Wettmurmeln im Iran stattfinden oder auch in Nordkorea, aber die Olympischen Spiele sind doch etwas anderes als "eine Sportveranstaltung".

  • Und was für moralische Bedenken und Probleme könnten das sein? Jeder weiß, dass die Menschenrechte in China nicht viel zählen, aber warum genau ist es dann moralisch bedenklich, dort Wettkämpfe abzuhalten?


    Zitat

    Meinetwegen kann die WM im Wettmurmeln im Iran stattfinden oder auch in Nordkorea, aber die Olympischen Spiele sind doch etwas anderes als "eine Sportveranstaltung".

    Was sind die olympischen Spiele dann?

  • Ja, und gerade weil jeder weiß, daß in China die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, erwarte ich kritische Töne von Sportlern. In meinen Augen machen sich die Sportler ( bleiben wir mal bei denen, das IOC und die Politik ist wieder etwas anderes ) zum Handlanger der chinesischen "Regierung", weil auf deren Rücken ( der Sportler ) eine Show geboten wird, die dort nicht hin sollte.


    Die Olympischen Spiele sind das Sportereignis schlechthin. Die ganze Welt guckt zu und auch wenn in den letzten Jahren die Vermarktung der Spiele dermaßen überhand genommen haben, ist die Grundidee immer noch vorhanden: die Friedenstaube, das olympische Dorf.... Die Spiele werden verfolgt, weil Sportler ihre Leistungen zeigen und die Welt zusieht. In der Vergangenheit bis heute wurde diese Plattform auch für Konzerne genutzt, die Sportler und ihre Produkte zu vermarkten und damit Geld zu machen, viel Geld. Das ist zwar scheiße, tut aber niemandem weh. Jetzt nutzt ein Regime wie China diese Plattform ( und damit die Sportler ) sich als nettes, freundliches und offenes Land zu präsentieren und den olympischen Gedanken, der ohnehin nur noch rudimentär vorhanden ist, zu pervertieren. Ich finde es ehrlich gesagt schlimm, wenn sich unsere Medien, die noch vor zwei Wochen einheitlich über China und die Zensur gemeckert haben, jetzt zurückziehen und voll des Lobes ob der Spiele sind und sich von der Eröffnungsfeier und den 2 Mio Raketen blenden lassen. Die Kritik wird zurückkehren, wenn die Spiele vorüber sind.


    Nachtrag, weil`s so schön ist: ein Teil der Bilder bei der Eröffnungsfeier war gefaked, v.a. das Feuerwerk. Da wurden alte Bilder mit den aktuellen überlagert. um die Sache noch bombastischer aussehen zu lassen.





    Zitat

    Jetzt fand die Zeitung "Beijing Shibao" doch noch das Haar in der Suppe: Das Feuerwerk, diese Kunstform mit so großer Tradition in China, war gefälscht. Zumindest ein Teil davon. Ein Angestellter der Video-Produktionsfirma "Shui Jing Shi" gab gegenüber dem Blatt zu, dass man einen Teil der spektakulären Feuerwerke zuvor aufgezeichnet und in die weltweiten Live-Übertragungen eingespielt habe.



    Zitat

    Mit verschiedenen Tricks, wie der Zublendung von Nebel, seien die von Juni 2007 bis Juli 2008 entstandenen Aufnahmen manipuliert worden. "Wenn ich es mir heute anschaue, war das Video ein wenig heller als die echten Aufnahmen", gab der Mitarbeiter zu. "Aber die meisten Zuschauer dachten, es sei echt - damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt."




    Wird nicht die letzte Schlagzeile bleiben. Also funktioniert die Zensur doch nicht so perfekt wie erwartet, was ein Pech aber auch. :D


    http://www.spiegel.de/kultur/g…aft/0,1518,571129,00.html

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