Chinas Frühling? Eine rote Sonne geht auf?

  • Es ist ja schon ein Anfang, auf Firmen zu setzen, deren Firmensitz und Chefetage in Deutschland, Europa, den USA oder dem Westen allgemein sitzen. Es gibt genügend demokratische Länder, die Produkte von deren Firmen würde ich kaufen, am liebsten natürlich, wenn sie auch hier produzieren. Aber wenn die noch in China produzieren, dann ist das vorläufig eben noch so. Aber man muss nicht Produkte rein chinesischer Firmen wie Huawei kaufen.


    China springt nun übrigens freudig in die Lücke, die der Westen in Russland frei gemacht hat. Da haben sich zwei gefunden.


    Neuer Schwung für Chinas Wirtschaft durch unerwartet starke Exporte


    Chinas Handel mit Russland legt kräftig zu - FOCUS online


    Starkes Plus im Russland-Handel: Chinas Exporte legen unerwartet zu - n-tv.de


    China hatte übrigens angegeben seine „Manöver“ vor Taiwan am Sonntag zu beenden. Entgegen dieser Aussage wurden die Militäroperationen aber weiter uneingeschränkt fortgesetzt.


    Defacto stellen die Manöver für Taiwan eine See- und Luftraum-Blockade dar.


    China deutete an, es könnte die Manöver beliebig lange fortsetzen.

  • Der ganz große Unterschied ist der, daß von zuhause auf der Couch zum größten Teil Schrott bestellt wird, einfach weil´s geht. Der allergrößte Teil ist weder nützlich noch notwenig oder vonnutzen; es wird gekauft um des Bestellens willen, weil es einfach ist und schon beim Blättern und Scrollen ein Bedarf erzeugt wird, von Aktionen mal ganz zu schweigen. Während man in den Laden geht, weil der TV gestern Abend die Grätsche gemacht hat, bestellt man sich online einen neuen Fernseher, weil der alte schon "5 Jahre als ist", der Bildschirm viel zu klein oder halt nur 2 USB-Eingänge hat. Diese Art von Konsum meinte ich; und der hat exorbitant zugenommen. Jeff Bezos ist nicht deswegen der reichste Mensch der Welt, weil jetzt die Menschen endlich den Weg zum Einzelhandel sparen, sondern weil sehr, sehr viele Menschen aus Bequemlichkeit unnützen Kram bestellen, weil sie meinen, sie bräuchten es.

    Es gibt hunderte an Untersuchungen über das geänderte Konsumverhalten in den Industrieländern.

    Steile These meinerseits: gäbe es keinen Massen-Onlinehandel, wäre China beileibe nicht wirtschaftlich dort, wo es jetzt steht.

    Ich tu mich schwer, andere zu (ver-)beurteilen, welchen Schrott sie kaufen und selber ist man "unschuldig". Ich will nicht leugnen, dass wahrscheinlich viel Schrott gekauft wird, aber vielleicht sollte man erst sein eigenes Kaufverhalten überprüfen. Wir können gerne Listen hier publizieren und schauen wer den meisten Schrott gekauft hat bei Amazon. Vielleicht stellen wir fest, du hast nur Schrott in unseren Augen gekauft, weil du dir dein eigenes Cockpit zuhause aufbauen wolltest/willst für den MS-Flightsimulator.


    Ich glaube nicht, dass Amazon so groß geworden ist, weil jeder jeden Schrott kauft sondern weil Absatzmärkte erschlossen wurden, die mit dem Einzelhandel sehr schwer zu erschließen waren.

    Und der Elektro-Einzelhandel, (MM, Saturn, Expert etc) haben ein riesiges Problem, die haben Verkäufer da stehen, keine Berater. Bedeutet, wenn ich wirklich etwas über das Produkt wissen will, muss ich mich selber kundig machen. Dann kann ich den Quatsch auch direkt online kaufen, wenn ich trotz der Hürden im Einzelhandel (Hinfahren, Produkt suchen/finden, Verkäufer finden der mich "berät" und in der Regel schlechteres Rückgaberecht in Kauf nehmen) nur im Interesse des Marktes beraten werde und nicht ansatzweise neutral.

  • Es ist ja schon ein Anfang, auf Firmen zu setzen, deren Firmensitz und Chefetage in Deutschland, Europa, den USA oder dem Westen allgemein sitzen.

    Nö ist es nicht da dies ohnehin schon seit langem der Fall ist, man hat meist ja lediglich die Produktion nach China ausgelagert.

    Kann man auch an ganz vielen Produkten sehen, da steht dann "Designed in Germany/EU" und "Made in China" drauf.


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    -Ricky Gervais-


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    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Nö ist es nicht da dies ohnehin schon seit langem der Fall ist, man hat meist ja lediglich die Produktion nach China ausgelagert.

    Kann man auch an ganz vielen Produkten sehen, da steht dann "Designed in Germany/EU" und "Made in China" drauf.

    Natürlich ist es das. Wenn ich bei Vorwerk kaufe, fließen die Gewinne nach Deutschland. Kaufe ich bei Roborock, fließt der Gewinn nach China.

  • Natürlich ist es das. Wenn ich bei Vorwerk kaufe, fließen die Gewinne nach Deutschland. Kaufe ich bei Roborock, fließt der Gewinn nach China.

    Und China produziert das ohne eigenen Gewinn/Vorteil aus reiner Nächstenliebe für diese Unternehmen ?

    Im übrigen ging es mir ja darum das China uns jederzeit von wichtigen Produkten und Ersatzteilen abschneiden kann wenn es denn will, wohin die Gewinne derzeit fließen ist dabei absolut nebensächlich.


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  • Ja und von der Produktionsabhängigkeit müssen wir weg. Deutsche Firmen können ja in China produzieren und verkaufen, aber der europäische und nordamerikanische Markt sollte davon nicht abhängig sein. Das heißt, die für Europa bestimmten Produkte sollten auch vollständig in Europa produziert werden, inklusive Zulieferer. Dann wäre es kein so großes Problem und man könnte das China-Geschäft notfalls isoliert abkapseln. Das so umzustellen geht natürlich nicht von heute auf morgen. Ein Problem dabei wird in Europa vor allem der schon jetzt große Fachkräftemangel sein, der aber auch China früher oder später treffen wird.

  • Die massive wirtschaftliche Abhängigkeit von China, der Verlust hunderttausender an Arbeitsplätzen, die direkt oder indirekt vom Business mit China abhängig sind, sind das eine. Weitaus schlimmer finde ich die exorbitante Finanzierung des chinesischen Militärs mit unseren Geldern. Mit 300 Mrd Dollar liegt man unangefochten auf dem zweiten Rang, hinter 800 Mrd in den USA.

    Wir haben einfach nur zugesehen, jahrelang. Immer und wieder wurde jedes Jahr auf´s Neue der Militärtat erhöht; haben wir schulterzuckend hingenommen. Jetzt fällt uns diese Raffgier auf die Füße.

  • Wenigsten haben die Nachbarstaaten nicht einfach zugesehen. Der ganze asiatische Raum rüstet seit zwei Jahrzehnten massiv auf. Leider macht man das in der Regel nicht grundlos.

    Ich befürchte es wird in diesem Jahrhundert noch einen großen asiatischen Krieg geben, der auch leicht zum Weltkrieg ausarten kann, um die Vorherrschaft im Pazifikraum. Da liegen so viele Rohstoffe und Seewege, das deutet sich eigentlich jetzt schon an.

    Was danach noch übrigbleibt, wird man sehen.

  • Gehen wir mal davon aus, in 2 Jahren sieht sich Xi stark genug, eine Invasionsarmee / -flotte zusammenzuziehen, die in der Lage wäre, Taiwan innerhalb von einigen Wochen einzunehmen ( was ich immer noch stark bezweifle, da nach Expertenmeinung das Unternehmen selbst die Dimensionen einen D-Day sprengen würde ).

    Was ist damit gewonnen? Ernste Frage.

    Das Land ist völlig kaputt, die wertvolle Halbleiterindustrie komplett zerschossen, aber hunderttausende Festlandchinesen sind gefallen, daheim im Reich rumort es, weil die Verluste horrend sind, China hat einen Krieg mit den USA und AUKUS an der Backe und die Sanktionen des Westens machen 30 Jahre "Wirtschaftswunder" zunichte. Dazu eine Insel mit enormem Partisanenpotential und -aktivitäten, abertausende an Besatzungssoldaten vor Ort.

    Also wozu, weil es geht?

    Weil es Xi Jinping zur Doktrin erhoben hat, während seiner Regierungszeit, Taiwan heim in´s Reich zu holen?

    Die Immobilienblase droht zu explodieren, Null Covid funktioniert einen Scheiß, schon jetzt ist das BIP deutlich zurückgegangen, weil bei zwei schniefenden Dockarbeitern in Shanghai oder Shenzen gleich ganze Containerhäfen geschlossen werden, die alte, nicht mehr nutzbare Bevölkerung explodiert geradezu, es kommen kaum junge Fachkräfte nach. Hat man da nicht andere Sorgen? China hat ja im Vergleich zu Rußland noch ein Kontrollgremium, Xi Jinping kann eben nicht gottgleich handeln und ist auf seine Wiederwahl angewiesen, die keineswegs sicher ist.

    Das Politkommitée ( heisst das in China so? ) sieht das große Ganze für das Land, die demographische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes, Xi sieht nur seine persönlichen und privaten Ambitionen als großer Führer, vielleicht auch einen Eintrag in irgendwelcher ominösen Geschichtsbücher.

  • Die Wiedervereinigung Chinas ist dort so etwas, wie ein religiöses Dogma. Das sieht auch nicht nur Xi so. Da hat er viele Chinesen hinter sich. Chinas Wirtschaft läuft jetzt auch nicht so rund. Deswegen haben sie seit mindestens zwei Jahrzehnten den Nationalismus gepusht. Unter Xi dann deutlich verstärkt.

    Du hast vielleicht Three Kingdoms gespielt? Die „Reichseinigung“ ist schon seit Jahrtausenden ein Ziel chinesischer Kaiser. Xi ist im Grunde schon längst nichts anderes mehr, als ein solcher roter Kaiser. Das Zentralkomitee und sämtliche anderen Instanzen hat er längst unter seiner Kontrolle. Das wurde spätestens nach seiner Ernennung auf Lebenszeit deutlich.

    Zudem gilt die Zersplitterung Chinas durch „das Ausland“ seit mindestens einem Jahrhundert als schwere, zu tilgende nationale Schande. Stichwort: Gesichtsverlust in Asien. Taiwan ist das letzte Überbleibsel davon. Sich Taiwan gegen den Willen der USA zurückzuholen ist somit auch ein Projekt, um nationale Stärke zu demonstrieren und Chinas Wiederaufstieg zu einer unangefochtenen Weltmacht unmissverständlich vorzuführen, mithin die Schande zu tilgen. Dieses Ziel verfolgt Xi, um damit vermutlich als einer der größten chinesischen Herrscher in die Geschichte einzugehen. Und wir reden hier von der chinesischen Geschichte, in der immer die großen Reichseiniger als die großen Männer der Geschichte galten, die China einten und die „Barbaren“ hinter die Grenzen zurückwarfen.

    Hinzu kommt, dass es ohnehin zu einem Konflikt zwischen den USA und China kommen muss. Die Weltmacht-Frage und welches gesellschaftliche Konzept das tragfähigere ist, wird irgendwann im Zuge von Rohstoffverteilungskonflikten eskalieren. Für die USA wäre es womöglich besser, dies geschähe eher früher als später, jedenfalls solange China von Jahr zu Jahr weiter wächst. Sollte das chinesische Wachstum aber spürbar einbrechen, worauf momentan das gesamte sozialistische Gesellschaftssystem der Verteilung dort aufbaut, gerät China sehr schnell unter Zugzwang, weil dann sehr viele Menschen sehr schnell verarmen werden. Covid19 und die Immobilienblase in China scheinen gerade genau dazu zu führen. Wenn man dann in diesem Moment die Aufmerksamkeit auf einen äußeren Feind richten, und den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems durch einen äußeren Konflikt verdecken kann, dürfte das der Führung in Peking sehr gelegen kommen, um den Druck aus dem innenpolitischen Kessel zu nehmen.


    Es gibt übrigens viele, die China keineswegs als kommende Weltmacht sehen, sondern das chinesische Modell als Riesen auf tönernen Füßen betrachten. Ich gehöre auch dazu. China hat sehr viele gewaltige Probleme an der Backe, die nicht gelöst sind. Ein autoritäres System neigt zu Korruption. Sozialistische Staatswirtschaft führt zu enormer Verschwendung, Fehlplanungen und fehlender Innovation. Kreative Köpfe werden vertrieben. Auch Chinesen lieben durchaus die Freiheit. Das konnte man an Xianmen und Hongkong sehen. Das Stillhalten der Bevölkerung ist bisher durch steigenden Wohlstand erkauft. Das wird absehbar so nicht mehr weitergehen können. Deswegen auch jetzt der Nationalismus. Die Überalterung, der Klimawandel, Rohstofffragen sind ebenfalls alles Themen, die China stark unter Druck setzen. China ist stark abhängig von ausländischen Rohstoffen. Zudem zeichnet sich ab, dass das Billionen-Projekt „Neue Seidenstraße“ nicht funktioniert. Immer mehr ausländische Regierungen sind misstrauisch oder haben mitbekommen, wie sie dies in Verschuldung und Abhängigkeiten zu China bringt und vermeiden genau das nun. Auch die USA haben einen Gegenprojekt gestartet, die Build Back Better World Initiative, die schon erste Erfolge in Afrika aufweist. Und nicht zuletzt läuft Indien zunehmend China den Rang ab.


    Build Back Better World - Wikipedia


    Wenn du mich fragst, rechne ich eher mit einem Zusammenbruch des chinesischen Wirtschafts- und Politsystems in den kommenden Jahrzehnten. Kriege und Bürgerkriege nicht ausgeschlossen. Das wird dramatisch werden. Die chinesische Führung versucht das durch drakonisches Handeln, Stärke und Kontrolle auf allen Ebenen zu verhindern. Aber nach meiner Einschätzung hält sie damit nur einen Deckel auf einen Kochtopf, dessen Druck immer weiter ansteigt. Vielleicht rettet die Überalterung letztlich das System. Alte Gesellschaften revoltieren eher nicht. Allerdings expandieren sie auch kaum noch und verlieren langfristig an Bedeutung.

  • und die Sanktionen des Westens machen 30 Jahre "Wirtschaftswunder" zunichte.

    Und genau das sehe ich nicht. Wie ich bereits schrieb ist unsere komplette Wirtschaft von der Produktion in China abhängig, ich bezweifle daher das es im Falle eines Angriffs auf Taiwan zu Subventionen kommen wird. Man muss sich nur ansehen wie es jetzt wegen den "Gaslieferengpässen" aus Russland hier abgeht, und das ist ein schwaches Lüftlein im Vergleich zu dem Orkan der uns droht sollte es zu einem Exportstopp aus China kommen.


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  • Mmh, kurzfristig vielleicht nicht. Mittelfristig aber definitiv. Bei Xianmem gab es auch spürbare Sanktionen gegen China. Ich bin mir da nicht so sicher. Wird sehr von der Entschlossenheit des Westens abhängen.


    Allerdings droht bei einem Angriff auf Taiwan ohnehin ein Konflikt zwischen den USA und China. Ich habe keine Ahnung, wie die USA reagieren, wenn sie dabei bspw. einen Flugzeugträger verlieren sollten. Ich denke das wird dann weit über Sanktionen hinausgehen, zumal man nicht weiß, wie bspw. dann Nordkorea und Russland agieren.


    Im Grunde reden wir bei einem Angriff auf Taiwan vom Dritten Weltkrieg. Die Frage ist, ob die chinesische Führung glaubt, so ein Szenario beherrschen und gewinnen zu können. Sie bereiten sich jedenfalls intensiv und sichtbar darauf vor. Noch schlimmer wäre es, wenn die chinesische Führung glauben würde, die USA würden ihren Bündniszusagen gegenüber Taiwan am Ende doch nicht nachkommen. Dann unterlägen sie einer schweren Täuschung.

  • John: das weiß ich doch alles. Das ist auch alles nur ein Erklärungsversuch, doch die Frage bleibt dennoch: ist es das wert? Enorme militärische Risiken, unzählige Tote und eine nachfolgende wirtschaftliche Katastrophe [ selbst wenn sich der Westen nicht 3 Tage später zurückziehen wird, eine Isolation Chinas wird über kurz oder lang die Folge sein ].

    Ist es das wert?


    Rußlands Abenteuer in der Ukraine basiert auf desolaten Informationsdefiziten, die Quittung bekommt man jetzt serviert. Das sehe ich beim Taiwankonflikt anders; deswegen sollte man die Frage stellen; was hat China von den zu erwartenden enormen Nachteilen? Sind es die wert, für eine kleine insel mit 23 Mio Einwohnern?

    Denkt man dort wirklich, nach einer Invasion und Besetzung Taiwans kann man weitermachen mit dem Business, als wäre nichts geschehen? Für so blödsinnig halte ich die chinesische Regierung nicht.

  • Kommt drauf an, wen du fragst. Aus westlicher Sicht natürlich nicht.


    Aber spielen wir es mal aus Xis Sicht durch. Wovon könnte er träumen?:

    China greift Taiwan an und gewinnt in wenigen Wochen, aber mit Zehntausenden Toten. Gemessen an früheren chinesischen Konflikten nicht viel. Die USA reagieren nicht oder nur verspätet oder sie ziehen sich nach einer empfindlichen Niederlage zurück, um einen Atomkrieg zu verhindern. Russland, Nordkorea, Iran usw. unterstützen China nach Möglichkeiten. Die Wirtschaft bricht global aufgrund einer Halbleiterkrise zusammen. In China springt die Staatswirtschaft und das Militär ein und sorgt letztlich für Ruhe. In den USA und Europa kommt es zu inneren Unruhen, Aufständen und Bürgerkriegen aufgrund der zusammenbrechenden Wirtschaft und der militärischen Niederlage. Die USA können nun sichtbar kein Land der Welt mehr beschützen. Das NATO-AUKUS-System hat massiv an Strahlkraft verloren. Afrika und viele Pazifikstaaten schmeißen sich nun dem Sieger China an den Hals. China bekommt massiven Zugriff auf die globalen Rohstoffreserven, die USA und Europa verlieren diesen Zugriff. Taiwan wird „befriedet“ wie die Uiguren. Xi stirbt als Einiger Chinas und derjenige, der die globale Vorherrschaft der USA zerschmettert hat.


    Glaube ich, dass dieser Traum sich erfüllen wird? Nein. Er unterschätzt massiv den Widerstandswillen im Westen und ggf. auch global und die Probleme eines globalen Krieges für China. Aber so denkt Xi eben möglicherweise (noch) nicht. Ich denke sehr entscheidend wird auch sein, was Xi letztlich in der Ukraine zu sehen kriegen wird.


    Ich glaube übrigens nicht, dass Xi besonders gut informiert ist. Auch er hat sich zunehmend mit Ja-Sagern umgeben. Solche Systeme der Alleinherrschaft neigen dazu, dass der Herrschende irgendwann zunehmend den Bezug zur Realität verliert. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass das bei Xi bereits der Fall ist. Er bekommt bereits potemkinsche Dörfer vorgeführt. Welcher General soll sich denn Xi in den Weg stellen, um ihm zu sagen, dass China Taiwan nicht erobern kann. Glaubst du das macht einer? Die nicken dann und sagen: „Jawohl, wir machen es möglich.“

  • Zudem gilt die Zersplitterung Chinas durch „das Ausland“ seit mindestens einem Jahrhundert als schwere, zu tilgende nationale Schande. Stichwort: Gesichtsverlust in Asien. Taiwan ist das letzte Überbleibsel davon.

    Wenn du damit auch die "Ungleichen Verträge" meinst fehlt da noch etwas.
    Du solltest den Vertrag von Aigun nicht vergessen in dem Russland China Territorien abgenommen hat und noch immer besetzt hält. Demnach müsste China nach deiner Logik auch gegen Russland vorgehen. Wäre jetzt gerade nen guter Zeitpunkt oder sie warten bis Russland noch ein wenig mehr geschwächt ist und holen es sich dann zurück.

  • Ich habe wenig Zweifel, dass das ebenfalls irgendwann auf den to-do-Liste steht, sollte sich China in der Taiwan-Frage erfolgreich gegenüber den USA durchsetzen. Allerdings glaube ich ja ohnehin nicht, dass China langfristig so mächtig werden wird, wie einige das vermuten. Von daher ist die Frage hypothetisch. Jetzt geht es erst einmal um Taiwan.

  • Boah ey, jetzt macht mal China nicht zum Herrscher des Universums mit den top-secret Antimaterie Hyperraumwaffen.

    Große Fresse, wenig dahinter. War in Rußland ähnlich. Diktaturen und deren Möchtegern-Zampanos leben von der großen Klappe.

    Weder die USA, noch andere Staaten und Militärbündnisse werden sich jetzt hinstellen und auf den Tag X warten, an dem Xi Jinping die Welt an sich reisst. Bleibt mal auf dem Boden.....

  • Was möchtest du jetzt eigentlich? Du hast Fragen zu China gestellt. Ich habe dir meine Ansicht dazu gesagt. Jetzt gefällt dir meine Antwort nicht? Oder was ist jetzt das Problem? Ich verstehe deine genervte Reaktion nicht ganz. Abgesehen davon habe ich auch China nicht zur Supermacht erklärt. Im Gegenteil. Hast du meine Beiträge eigentlich gelesen oder nur überflogen?

  • Doch, hast Du.

    Deine obige Theorie beruht auf der Annahme, daß China in einem militärischen Konflikt mit den USA und deren Verbündeten als Sieger hervorgehen wird.


    Die USA reagieren nicht oder nur verspätet oder sie ziehen sich nach einer empfindlichen Niederlage zurück, um einen Atomkrieg zu verhindern.


    Ich habe wenig Zweifel, dass das ebenfalls irgendwann auf den to-do-Liste steht, sollte sich China in der Taiwan-Frage erfolgreich gegenüber den USA durchsetzen.

    Und das finde ich eben ein wenig over-the-top. Gut, hinterher relativierst Du, indem Du China, wie viele andere auch, möglicherweise als Riesen auf tönernen Füssen bezeichnest. Andere hier wiederum scheinen sich dem Schicksal ergeben zu haben, daß von nun an China alles dominieren wird, wirtschaftlich sowieso, und militärisch auch. Als würde der Rest der Welt nach der Erfahrung mit Rußland und dem Eingestehen der Maxime "Wandel durch Handel" tatenlos zusehen, wie China den Lauf der Welt für die nächsten 100 Jahre bestimmen wird.

    Vielleicht meinen wir beide aber auch das gleiche und reden permanent immer aneinander vorbei. :)

  • Doch, hast Du.

    Deine obige Theorie beruht auf der Annahme, daß China in einem militärischen Konflikt mit den USA und deren Verbündeten als Sieger hervorgehen wird.

    Nein, das hast du falsch verstanden, weil du meine Einleitung offenbar überlesen hast. Demnach lautet nicht MEINE Theorie, dass China als Sieger gegenüber den USA hervorgehen wird, sondern, ich habe lediglich versucht darzustellen, wie Xi Jinpings Wunschvorstellungen aussehen könnten. Und zwar um deine Frage "Ist es das wert?" zu beantworten. Denn "ob es das Wert ist" hängt eben ganz und gar von der Perspektive ab. Und Xi Jinping hat da eben sehr wahrscheinlich eine ganz andere Perspektive als du oder ich. Wenn du also wissen möchtest wie Xi handeln wird, muss die Frage lauten "Ist es Xi das wert?".

    Aber spielen wir es mal aus Xis Sicht durch. Wovon könnte er träumen?:

    Und das finde ich eben ein wenig over-the-top. Gut, hinterher relativierst Du, indem Du China, wie viele andere auch, möglicherweise als Riesen auf tönernen Füssen bezeichnest.

    Das hier wiederum ist nun keine Relativierung, sondern tatsächlich MEINE Ansicht. Ich halte China nicht nur möglicherweise für einen Riesen auf tönernen Füßen, sondern ganz sicher. Ich glaube nicht, dass das chinesische Modell auf Dauer gut funktionieren wird.


    Was nicht heißt, dass dieser Riese uns nicht noch große Probleme bereiten kann. Denn eins steht zweifelsohne fest, mit unseren just-in-time-Lieferketten haben wir uns in viel zu große Abhängigkeit von diesem kommunistischen Wackelsystem gebracht. Und auch wir hier in Europa haben gewaltige Probleme, an denen wir dringend arbeiten müssen. Die Innovationskraft in Deutschland und Europa ist im Vergleich zu Asien inzwischen zu schlecht ausgeprägt. Wir halten uns zu sehr mit Genderstudies und so einem Schnullikram auf, anstatt uns um die wichtigen MINT-Fächer und Grundlagenkenntnisse zu kümmern. Wir versäumen es seit Jahrzehnten, die Ingenieure und Erfinder für die Zukunft auszubilden, weswegen auch immer weniger Patente und Nobelpreise hier in Deutschland landen. Jedenfalls im Vergleich zu früheren Zeiten.

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