Non scholae, sed vitae discimus - das Bildungssystem

  • Geld sparen.

    Im universitären System schaut niemand auf die Herkunft, das ist Quatsch. Es gibt auch nicht nur Chefärzte und Institutsleiter; der überragende Teil der universitären Grundlagenforschung und auch -arbeit lebt von einer schier unendlichen Flut an Billiglöhnern, die über befristete 1/2 oder 1/4 Doktoranden- und Postdocstellen das System am Laufen halten. Der Publikationsdruck kommt dann noch on top.

  • Im universitären System schaut niemand auf die Herkunft, das ist Quatsch.


    Sicher dass du es dir da nicht zu einfach machst? Es geht nicht darum ob jemand aktiv darauf schaut und entsprechend diskriminiert, es geht auch um die passive Seite. Wenn am Ende oben nur weiße Männer aus gutem Hause ankommen (und das ist so), dann läuft was falsch.


    Ich kenne auch jemand der seinen Doktor macht, eher aus bescheidenen Verhältnissen kommt, hat jetzt ein Kind bekommen, ergo die Frau arbeitet nicht mehr. Da wird das Geld dann schnell mal knapp. Natürlich nicht zu vergleichen mit einer alleinerziehenden Mutter die in der Pflege arbeitet. Aber für Akademiker-Niveau ist das eben schon eher die untere Stufe.

  • Ne, mache icht nicht.

    Kein Mensch fragt nach der sozialen Herkunft; wenn Du die Zugangsberechtigungen für ein Studium oder eine Promotion hast, dann machst Du das eben.

    Verstehe nicht, worauf Du hinauswillst; wir leben wirklich nicht mehr im preussischen Beamtenstaat oder einer Oligarchie.

    Es kommen keine "reichen Männer aus gutem Hause" an die Uni; ich kenne jede Art von Gesellschaftsschicht: Berufssöhne und -töchter, Malocher, Alleinerziehende und langweiliger Mittelstand.

    Deutschland ist nicht die USA, wo wirklich nur die Privilegierten in Harvard oder Stanford landen; meilenweit davon weg.


    Ich kenne auch jemand der seinen Doktor macht, eher aus bescheidenen Verhältnissen kommt, hat jetzt ein Kind bekommen, ergo die Frau arbeitet nicht mehr. Da wird das Geld dann schnell mal knapp. Natürlich nicht zu vergleichen mit einer alleinerziehenden Mutter die in der Pflege arbeitet.

    Ja, und? Das heißt jetzt genau was?

    Jemand aus armen Verhältnissen jobbt während des Studiums und jemand aus reichem Hause tut es eben nicht, so what? Das ist jetzt nicht universitätsspezifisch und hat mit dem Studium an sich gar nichts zu tun; das ist ein gesellschaftliches Grundproblem, daß Reichere weniger arbeiten.

  • das ist ein gesellschaftliches Grundproblem, daß Reichere weniger arbeiten.


    Tatsächlich arbeiten Reiche insgesamt sogar mehr, nur halt nicht während dem Studium :D


    Meine Frage war, was die eigentliche Intention des Gesetzes zu den befristeten Verträgen ist. Wenn ich das google kommt irgendwas von Umsetzung einer EU-Richtlinie. Insgesamt (nicht nur Wissenschaft, sondern alle Bereiche), wurde das 1985 erdacht und sollte Arbeitslosigkeit entgegenwirken. Durch die befristete Arbeitsverträge sind allerdings nicht mehr Arbeitsverhältnisse insgesamt entstanden, somit fällt diese Intention leider durch.


    Also warum hält man daran fest? Du sagst um Geld zu sparen. Und das ist dann eben letztlich dann doch die von mir angesprochene Benachteiligung von Menschen aus unteren Verhältnissen.


    Und wenn am Ende die "besseren" Akademiker in die Wirtschaft und nicht in die Lehre gehen, dann ist das doch schlecht meine ich?

    "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
    Bodo Wartke

    Einmal editiert, zuletzt von Fairas ()

  • Also warum hält man daran fest? Du sagst um Geld zu sparen. Und das ist dann eben letztlich dann doch die von mir angesprochene Benachteiligung von Menschen aus unteren Verhältnissen.

    Ähem, nein?

    Es wird für die Universität ja nicht billiger, wenn ein Millionärssohn einen unbefristeten Vertrag und vollen Lohnausgleich erhält oder ein Arbeiter-Sprössling.

    Man macht sich einfach den akedemischen Druck zunutze, weiterkommen zu wollen und zu publizieren, eben ordentlich Forschung betreiben zu wollen. Daß viele mittlerweile auch ihre Promotion hinschmeissen, ist ja egal; es kommen ja genug nach, die deren Platz übernehmen.

    Es gibt auch ne Menge Akademiker, die wirklich Spaß an Forschung haben und eben diese voranbringen möchten, quasi Ideologen. Und ohne die, stünde es ganz schlecht um den Forschungsstandort.

  • Du darfst 12 Jahre ohne Grund befristet eingestellt werden.

    Nicht sechs Jahre bis zu Dissertation, dann nochmal sechs Jahre bis zur Habil? - Gibt btw Behörden auf Landesebene, das ist es noch schlimmer. Maximal 2 Jahre im Landesdienst, danach nie wieder, weil sonst eine unbefristete Stelle daraus werden könnte.


    Geisteswissenschaften sollen nochmal ein anders Kaliber sein.

    Naja. Kommt darauf an. Eine Freundin von mir, die in dem Metier an der Uni arbeitet meinte, dass das meistens eh nur Leute sind, die sich das leisten können. Genug gesagt.


    Was ist eigentlich der Hintergedanken von dem System, Aufsteiger benachteiligen?

    Setzt bei den Aufsteigern die Benachteiligung nicht schon bei der Geburt an, setzt sich an Kita (wenn überhaupt), Kindergarten und Schule fort und kann dann an der Uni eigentlich kaum mehr behoben werden, weil einfach schon zuviel fehlt?


    Wenn am Ende oben nur weiße Männer aus gutem Hause ankommen (und das ist so), dann läuft was falsch.

    Ist eben nicht so. Es gibt auch (alte) weiße Frauen, im zunehmenden Maß. Nich immer ein Vorteil.


    Aber für Akademiker-Niveau ist das eben schon eher die untere Stufe.

    Kommt darauf an. Entsprechend der Lehrdeputats sind die Stellen eingeschränkt. Also x% einer vollen Stelle. Normal 50%, in manchen Fächern auch 65%. Teilweise fragwürdige 33%. Schlimm wird das erst dadurch, dass die Leute entweder von selbst mehr arbeiten oder mehr arbeiten müssen und dass oft eine Befristung die nächste jagt.

    Allerdings: Die Eingruppierung in die Gehaltklasse stimmt. In der Regel E13. - Auf kommunaler Ebene wird da deutlich mehr Schindluder getrieben.


    Meine Frage war, was die eigentliche Intention des Gesetzes zu den befristeten Verträgen ist.

    Na du hattest früher öfter halt da den Fall, dass viel Forschungs-/Lehrpersonal verbeamtet worden oder nur auf einer unbefristeten Stelle gesessen ist. D.h. du hast jemand, der eben mal bis zu 35 Jahren eine Stelle an der Uni besetzt, auch, wenn da mal ein Wechsel u.a. wegen neuen Ansätzen, Perspektiven etc. gut getan hätte. Ergo macht es schon Sinn, wenn da ein Wechsel statt findet. Dass die Stellem befristet ist, wissend die Leute im Vorfeld. Ich weiß, dass das letzte Argument etwas arschig ist. Aber man hat ja während dieser Jahre auch die Möglichkeit zur Weiterqualifikation über Angebote der Uni.


    Geld wird für die Befristung nicht unbedingt ausschlaggebend sein - der Stufenaufstieg nach Berufsjahren wird da auch nicht so viel ausgemacht haben.

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    And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.

  • Keine Ahnung wie sehr es in der Forschung auf "Herkunft" ankommt, aber wenn ich jetzt mich und unseren Jahrgang hernehme, die für ein Semester in die Forschung gehen mussten (Bachelorarbeit), ist es da auf dein Können angekommen und nicht, ob du reich oder arm bist (klar haben vl reiche Eltern Connections, aber das ist jetzt nicht in dem krassen Ausmaß).


    Auch in der Abteilung, wo ich war, hatte ich jetzt nicht das Gefühl, dass vermehrt nur weiße alte Männer vorhanden sind/genommen werden für manche Stellen und andere Kollegen von mir hätten da auch nichts "berichtet".


    Was wir aber gesehen haben, ist: du musst die Forschung lieben, ansonsten machst du das nicht. Das ist richtige Knochenarbeit und alle sind total überarbeitet. Eine Studentin hat gemeint, dass bei ihnen mindestens jeden Tag ein PhD Student/Postdoc am Arbeitsplatz zu weinen angefangen hat.

    Die anderen erzählen, dass sie nie vor 8 nach Hause gehen und um 8 in der Früh aber schon wieder in der Arbeit sind. Bezahlung ist an sich "meh" für die Menge an Arbeitsstunden, auch wenn man sich davon grundsätzlich natürlich das alltägliche Leben leisten kann.

    Bei mir haben auch alle gesagt "ja man muss halt alle 2 Jahre neu ansuchen und das klappt meistens eh, aber ist schon stress und Familie gründen würde ich in so einem Umfeld jetzt auch nicht unbedingt". Sagt dann eh genug.


    Ich habe jedenfalls nach den Semester gemerkt, dass zwar die Forschungsarbeit ganz cool sein kann, aber bei den Bedingungen gehe ich doch lieber in die Privatwirtschaft. Eine Kollegin/Freundin von mir im Studiengang hat deswegen auch den Platz bei Heidelberg abgesagt.

    Ich freue mich für alle aber, die diesen Weg wählen und freue mich, dass sie so leidenschaftlich sind für dieses Feld.


    Über die Gründe etc. haben die anderen ja eh schon genug geschrieben, ich kenne mich da viel zu wenig aus. Wollte nur was dazu sagen, da wir gerade eben letztes Semester diese Erfahrungen erst mal "erleben durften".


    Edit: Ah und wegen weißen Männer und so: Es kommen jetzt auch viele Frauen nach, gerade bei mir ist sicher die Hälfte mindestens weiblich und auch bei meiner Praktikumsstelle waren da von 4 Master/Bachelorstundenten 3 weiblich und bei den PhDs waren 4 von 5 weiblich. Keine Ahnung wie das im größeren Rahmen ausschaut und der Schein da auch vielleicht trügt.

  • Die Hauptgründe für befristete Arbeitsverhältnisse sind eigentlich immer Geld sparen und Menschen ausnutzen. Wer arbeitet freiwillig umsonst mehr? Immer derjenige, der Angst um seinen Folgevertrag hat.

    Wenn am Ende oben nur weiße Männer aus gutem Hause ankommen (und das ist so), dann läuft was falsch.

    Männer gibt es da eigentlich kaum noch. Gerade in den Gesellschaftswissenschaften sitzen fast nur noch Frauen auf den Planstellen, weil diese ja seit Jahren bevorzugt werden. Deswegen wird dort auch nicht mehr gearbeitet, da die Stellen besetzt werden und dann entweder in Elternzeit gehen oder Krank werden.

  • Hab mal eure Beiträge hierhier gepackt.


    Ist das wirklich so brutal oder sind das Einzelfälle? Korrigiert mich bitte, das Gespräch mit meinem Nachbarn war etwas länger her.

    Ne ist normal. Der Freund, der am KIT arbeitet, hat so an die 10 Jahre gebraucht, um eine Festanstellung zu bekommen und da musste er jahrelang drum kämpfen. Und das als Techniker, anders als irgendwelche Geisteswissenschaften sind solche Leute in der freien Wirtschaft gefragt und verdienen da auch wesentlich mehr. Er will halt da bleiben, weil ihm die Arbeit dort Spaß macht, er hat dort seine Ausbildung gemacht und wenn man erstmal drin ist, ist es auch fast unmöglich, gekündigt zu werden. Auf Lebenszeit dort zu arbeiten, ist da durchaus noch realistisch. Nur die besten Leute bekommt man so nicht dazu, irgendwo in der Forschung tätig zu sein.


    Ein anderer Freund von mir hat letztes Jahr seinen Dr. der Biologie gemacht. Da verdient man jahrelang nichts, arbeitet als Doktorand praktisch Vollzeit, wird aber nur halbzeit bezahlt und sein erster richtiger Job ist jetzt auch nur auf ein Jahr befristet. Dafür ist er quer durch Deutschland in eine andere Stadt gezogen. Sobald er eine Festanstellung in der freien Wirtschaft findet, ist er auch raus aus der Forschung.

  • Also, ich kann da aus meinem aktuellen Alltag grundsätzlich dasselbe berichten. Alle Dozenten um mich herum, einschließlich mir, bekommen über viele Jahre hinweg immer nur Verträge über 12 Monate - manchmal sogar weniger.

    Und selbst dann herrscht noch an vielen Stellen mehr als nur Betrug.

    Beispiel gefällig?

    Mein Bildungsträger bewirbt sich auf eine Ausschreibung, da wird ein Langzeit-EDV-Lehrgang ins Haus geholt, man hat am Personalschlüssel gesehen: es werden 2,5 Mann/Frau gebraucht, und die werden auch von der ausschreibenden Stelle bezahlt. Auf dem Papier hat die Firma diese Menschen auch vorrätig, nur in der Praxis spart man sich eine komplette Person ein, die 1,5 Stellen müssen dann den Rest auffangen. Diese Leute werden auch nicht für die 12 Monate die so ein Lehrgangsprojekt dauert eingestellt; sondern man schließt Verträge über 11 Monate ab. Den letzten Monat, den deckt man dann mit anderem Personal ab das einfach gerade noch in der Firma ist.

    Gewinn für die Firma: 12 volle Gehälter von einer Person, und einmal 1,5 Gehälter am Ende.

    Was das für die Qualität des Lehrgangs bedeutet ist vermutlich klar.

    Und selbst man man 5x hintereinander einen Vertrag für 1 Jahr bekommt, dann gibt es die sogenannte "Lehr- und Sachmittelbegründung". Sofern ich das richtig verstanden habe hilft es auch nix wenn man einen sogenannten Festvertrag hat, man kann jederzeit betriebsbedingt (natürlich mit Fristen etc.) gekündigt werden.


    Vielleicht gewöhnt man sich an sowas, aber... ich möchte beispielsweise im nächsten Jahr einen Kredit aufnehmen wegen meinem Hausumbau. Und wie erkläre ich der Bank das ich als Dozent wenig verdiene, Vollzeit seit Jahren bei derselben Firma arbeite, aber trotzdem immer nur einen Jahresvertrag habe?

    Auch wenn mir das unterrichten ansich Spaß macht - ich werde in dieser Branche vermutlich nicht ewig bleiben.

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    :lehrer: Wenn es heute nacht NULL GRAD sind, und morgen Nacht doppelt so kalt wird - wie kalt ist es dann?




    :weg: Wenn ich mich selbst ganz aufesse, bin ich dann ganz weg oder doppelt so schwer?


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  • Und selbst man man 5x hintereinander einen Vertrag für 1 Jahr bekommt, dann gibt es die sogenannte "Lehr- und Sachmittelbegründung". Sofern ich das richtig verstanden habe hilft es auch nix wenn man einen sogenannten Festvertrag hat, man kann jederzeit betriebsbedingt (natürlich mit Fristen etc.) gekündigt werden.

    Wenn ein Sachgrund vorliegt, können Kettenverträge beliebig oft hintereinander verlängert werden. Da sind Jahresverträge teilweise schon Luxus. Meistens bewegen sich in Schulen die Verträge so bei 2-3 Monaten, also immer von Ferien zu Ferien.

  • Ich kann ja mal als Informatiker meinen Blickwinkel dazugeben, obwohl mir Detailwissen in den Kreisen fehlt.


    Während ich meine Masterarbeit geschrieben hatte und schon am Anfang des letzten Semesters einen Vertrag für nach diesem in der Tasche hatte, hatte man mich wiederholt gedrängt doch an der Uni zu bleiben und in dem Bereich weiter zu forschen, da dafür auch eine neue Stelle ausgeschrieben worden war. Und mal abgesehen vom Geld (wo ich keinen genauen Vergleich ziehen kann, aber ich würde mal behaupten, dass ich besser weggekommen bin) und Lebens- und Standortumständen, wäre das einfach psychisch eine Fallgrube gewesen. Ich hatte im letzten Jahr des Studiums keine Grenzen mehr zwischen Freizeit und Uniarbeit. Das hätte sich wahrscheinlich einfach fortgesetzt.

    So habe ich jetzt einen geregelten Tag (Work-Life-Balance zu neudeutsch), viel weniger Stress (im Vergleich eigentlich keinen), den ich mir selbst aufbaue, und bessere Vergütung. Mit Kollegen, Exkollegen, ehemaligen Kommilitonen und der eigenen Erfahrung sehe ich auch, dass man als Softwareentwickler null Probleme hat, in der Wirtschaft einen Job zu finden.


    Sprich: In der Informatik bleiben nur die in der Forschung, die wirklich forschen wollen oder etwas ganz Bestimmtes machen wollen. Ein Beispiel für letzteres sind Machine Learning-Stellen, Big Data etc. In solchen spezialisierten Sachen kommt man nur mit einer Promotion in dem Bereich oder entsprechender Erfahrung, die anders schwerlicher aufzubauen ist. Aber andere Anreize, in der Wissenschaft zu bleiben, fallen mir beim besten Willen nicht ein.

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    3 Mal editiert, zuletzt von DarthFrankiboy ()

  • Aber andere Anreize, in der Wissenschaft zu bleiben, fallen mir beim besten Willen nicht ein.

    Wenn man unbedingt forschen will, gäbe es grundsätzlich ja auch noch die Möglichkeit ins Ausland zu gehe oder in der privaten Wirtschaft in der Forschungsabteilung von einem großen Unternehmen unterzukommen. Da dürfte man dann durchaus bessere Bedingungen haben. Ist halt für Deutschland als Forschungsstandort nicht besonders gut.

  • In der Stadt Duisburg waren für das nächste Schuljahr 57 Planstellen an verschiedenen Grundschulen im Stadtgebiet ausgeschrieben. Um mehr Bewerber zu ködern, hatte die Stadt sich überlegt, für die neuen Lehrer drei Monatsmieten zu übernehmen. Insgesamt ist keine einzige Bewerbung auf diese 57 Stellen eingegangen:

    Lehrer sollen nach Duisburg zwangsversetzt werden - Ruhrgebiet - Nachrichten - WDR


    Die Bezirksregierung Düsseldorf möchte dem Problem jetzt mit Zwangsversetzungen entgegen kommen. Ob das sinnvoll ist? Solche Maßnahmen erlebe ich täglich live. Das Ende der Geschichte sind dann Lehrerinnen, die man alle sechs Wochen an einem Tag in der Schule sieht. Dabei wäre die Lösung so einfach: Höhere Besoldungsstufen bei weniger Stundendeputat. Dann gäbe es auch wieder Bewerberinnen.

  • Dabei wäre die Lösung so einfach: Höhere Besoldungsstufen bei weniger Stundendeputat. Dann gäbe es auch wieder Bewerberinnen.

    Aber das wäre ja am Ende noch Marktwirtschaft, das geht doch nicht. Die Leute sollen gefälligst unter schlechten Arbeitsbedingungen und/oder Löhnen arbeiten und nicht motzen, das hat sich schließlich in der Pflege und so vielen anderen Bereichen bewährt. :pfeif:


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Da haben wir also mal "eben so" 138.000 zusätzliche ukrainische Schülerinnen und Schüler in unser Schulsystem integriert. Und da sage noch einer die deutschen Schulen seien nicht leistungsfähig...

    Die Zahl der ukrainischen Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen ist auf mehr als 138 000 gestiegen. Das teilte die Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag in Berlin mit. Demnach meldeten die Bundesländer für die am Sonntag zu Ende gegangene 24. Kalenderwoche 138 670 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine, die an ihren Schulen aufgenommen wurden. Im Vergleich zur Vorwoche war das Anstieg um etwa 3750.


    Aus einigen Bundesländern wurden dabei etwa wegen Schulferien keine neuen wöchentlichen Zahlen gemeldet, dazu zählten Bayern und Baden-Württemberg. In den anderen Bundesländern lag der wöchentliche Zuwachs zwischen 20 im Saarland und 964 in Niedersachsen. Die von der KMK veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen. Etwa 10 150 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine sind an Berufsschulen aufgenommen.

  • Trägt wenig zum Thema bei, ist aber witzig....


    Jodel Karlsruhe:

    "Immer mehr Geflüchtete kommen ins deutsche Schulsystem.

    Da ist natürlich ein immenser Nachholbedarf, gerade bei digitalen Plattformen,

    Videounterricht und Lerninhalten, aber wir helfen natürlich wo wir können -

    so einer der Geflüchteten."


    Ich habe viel viel mehr darüber gelacht als ich sollte.... und auch viel härter als ich eigentlich sollte....

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    :lehrer: Wenn es heute nacht NULL GRAD sind, und morgen Nacht doppelt so kalt wird - wie kalt ist es dann?




    :weg: Wenn ich mich selbst ganz aufesse, bin ich dann ganz weg oder doppelt so schwer?


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  • Da haben wir also mal "eben so" 138.000 zusätzliche ukrainische Schülerinnen und Schüler in unser Schulsystem integriert. Und da sage noch einer die deutschen Schulen seien nicht leistungsfähig...

    Die BILD schreibt jedoch nicht, dass die Schüler integriert wurden, sondern es ist lediglich von „aufgenommen“ die Rede. Das ist ein großer Unterschied. Aufnehmen bedeutet bei uns in der Schule die Aufstellung zusätzlicher Stühle in die Klassenräume. Mehr nicht. Wir verstehen die Kinder nicht und die Kinder verstehen uns nicht. Die Sitzen halt jetzt dort von 8:00 bis 15:30 Uhr. Es ist auch bisher nicht eine zusätzliche Stelle deswegen geschaffen worden und laut Regierung ist das auch langfristig nicht geplant.


    Wie läuft sowas denn bei euch ab?

  • Oh Gott, der ist wirklich gut. Und leider so zutreffend.


    Da haben wir also mal "eben so" 138.000 zusätzliche ukrainische Schülerinnen und Schüler in unser Schulsystem integriert. Und da sage noch einer die deutschen Schulen seien nicht leistungsfähig...

    Die BILD schreibt jedoch nicht, dass die Schüler integriert wurden, sondern es ist lediglich von „aufgenommen“ die Rede. Das ist ein großer Unterschied. Aufnehmen bedeutet bei uns in der Schule die Aufstellung zusätzlicher Stühle in die Klassenräume. Mehr nicht. Wir verstehen die Kinder nicht und die Kinder verstehen uns nicht. Die Sitzen halt jetzt dort von 8:00 bis 15:30 Uhr. Es ist auch bisher nicht eine zusätzliche Stelle deswegen geschaffen worden und laut Regierung ist das auch langfristig nicht geplant.


    Wie läuft sowas denn bei euch ab?

    Du hast es treffend beschrieben. Aktuell gibt es ein paar Lehrer in Rente, die zurückgeholt wurden und erst einmal mit denen Sprachunterricht machen. Alte Russisch-Lehrer usw.. Wir haben aber bisher auch nur 6 Ukrainer an der Schule. Läuft aber viel harmonischer, als damals mit den Syrern und Afghanen, was unsere Schüler angeht.

  • An einer Gesamtschule im Oberhausener Stadtteil Osterfeld soll ein Sechstklässler während des Unterrichts seine Lehrerin angegriffen, ihr Kleid zerrissen und sie anschließend betatscht haben:

    Gewalt an Oberhausener Schule: Schüler attackiert Lehrerin - waz.de


    Laut der WAZ sollen ähnliche Vorfälle an dieser Schule sehr häufig vorkommen. Seit Januar sollen bei der Polizei 27 Vorfälle gemeldet worden sein:

    Der Tag: Schüler greift Lehrerin an: Kleid zerrissen, Pädagogin steht entblößt vor Klasse - n-tv.de


    Der Schüler hat natürlich rechtlich nichts zu befürchten, da er ja zu jung für eine Strafverfolgung ist.


    Wie reagieren Vorgesetze und die Bezirksregierung auf solche Vorfälle? Genau so, wie man es aus der Praxis kennt. Es wird per Mail ein Maulkorb verhängt, es darf darüber nicht gesprochen werden. Unterstützung für die Lehrerinnen gibt es natürlich keine.


    Und da wundert man sich, weshalb man keine Bewerber mehr findet.

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