Non scholae, sed vitae discimus - das Bildungssystem

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    Ihr wisst nicht wie ihr euch an Heiligabend beschäftigen sollt nachdem ihr bei Mutti die Geschenke abgestaubt habt? Euch steckt die Weihnachtsgans noch im Hals? Dann hat die Forenleitung für euch die Lösung: In den nächsten Tagen und rechtzeitig um der Langweile vorzubeugen, wird die Forenleitung euch eine kleine Freude bereiten. Der Imperator arbeitet schon fieberhaft an der Umsetzung. grinsende-smilies-0034.gif von smiliesuche.de
    • Gehört nicht direkt zum Thema Bildung (eher Erziehung) aber passt hier ganz gut rein:

      In Hamburg haben Kinder im Grundschulalter gegen die übermäßige Handynutzung ihrer Eltern demonstriert :thumbup:

      welt.de/vermischtes/article181…l-7-hat-demonstriert.html

      Aus jemandem der in diesem Alter schon von seinem Demonstrationsrecht Gebrauch macht, kann doch eigentlich nur ein hervorragender Bürger werden :respect:
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Voraussetzungen, um als Lehrer an deutschen Schulen zu arbeiten.

      Früher:
      - Fachliche Ausbildung
      - Pädagogische Ausbildung
      - Didaktische Ausbildung
      - Abgeschlossenes Referendariat

      Heute:
      - Vormittags Zeit haben
      Auch heute: Arbeite zwei Jahre an einer Grundschule, wo niemand hinwill und werde danach Lehrer am Gymnasium. schulministerium.nrw.de/docs/S…chtsversorgung/index.html
    • Ist das nicht so:
      Wer Gymnasiallehrer ist, aber keine Stelle bekommt, kann an die Grundschule gehen und bekommt dafür nach einer gewissen Zeit eine Planstelle am Gymnasium garantiert.

      Davon mal abgesehen ist es äußert fragwürdig, Gymnasiallehrer an Grundschulen zu stecken. Völlig andere didaktische Anforderungen.
    • Hallo? Du lebst in Zeiten, wo Leute die niemals Lehramt studiert haben einfach vor die Klassen gestellt werden. Die heißen dann auch „Lehrer“.

      Fragt auch keiner so gerne nach, was dann hinter der geschlossenen Klassenraumtür wirklich so abgeht. Es kann sich halt nicht jeder so gut gegenüber 25 Pubertierenden durchsetzen. Aber der Unterricht ist formal ja erteilt worden. Beim einen klappt’s. Beim anderen nicht.

      Gymnasiallehrer für die Grundschule ist da nicht das größte Problem.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Beides ist Realität und wird sich auch so schnell nicht ändern. Im Gegenteil. Das fängt gerade erst an. Die Pensionierungswelle rollt gerade erst an. Und neue Lehrer bildet man nicht in 1-2 Jahren aus.
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    • Gaius Bonus schrieb:

      Du meinst Quereinsteiger. Beides ist äußerst fragwürdig und Flickschusterei.
      Ach was Fachkräfte sind völlig überbewertet, wer braucht schon 10 Semester Studium, zwei Jahre Referendariat und zwei Staatsexamen nur um Lehrer zu werden.
      Irgend ein Quereinsteiger mit einem zwei wöchigem Schnellkurs kann das genau so. Aus diesem Grund lasse ich mein Auto auch vom Gärtner reparieren, die Elektroinstallationen im Haus macht die Putzfrau und meine nächste Operation der Metzger.

      :ironie:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Gaius Bonus schrieb:

      Du meinst Quereinsteiger. Beides ist äußerst fragwürdig und Flickschusterei.
      Aber um da eine Lanze für Quereinsteiger zu brechen, die besten Lehrer, gerade auf dem Berufskolleg, waren für mich die Quereinsteiger mit echter Berufserfahrung und (größtenteils) nicht die Lehramt studierten. Die kannten sich nicht nur prima mit der Materie aus, sondern haben auch wesentlich näher an der Praxis unterrichtet und konnten echte Erfahrungen mit einbringen. War alles irgendwie spannender und ich hatte auch den Eindruck, dass nicht nur die Schüler, sondern auch die anderen Lehrkräfte die sich darauf eingelassen habend davon profitiert haben.

      Das langweiligste Gegenbeispiel war unser Deutschlehrer, vom Charakter her eine nette Person, aber Ende 50 und nie etwas anderes gemacht und wenn man sowohl mit unserer vorherigen Klasse, als auch später mit unseren Nachfolgern gesprochen hat, dann waren nicht nur die Arbeiten fast exakt gleich, sondern der GESAMTE Wortlaut des Unterrichts von Jahr zu Jahr 1:1 übernommen. Insgesamt bestand der Unterricht meist aus langen Monologen seinerseits.

      Soll jetzt keine "echten" Lehrer diffamieren, mir ist auch durchaus klar, dass ein eher Praxis-orientiertes Berufskolleg mit jungen Erwachsenen, die man auf Augenhöhe ansprechen kann, wesentlich mehr von Quereinsteigern profitiert als die XYZ Grundschule. Trotzdem sind Quereinsteiger nicht immer was schlechtes ;)
    • Mich würde es mal interessieren was ihr und insbesondere die Lehrer und angehenden davon haltet: m.spiegel.de/lebenundlernen/sc…h-portugal-a-1231517.html

      Geht dabei um eine Aussteiger-Familie die ihre Kinder aus der Schule genommen hat, welche jetzt nur noch was lernen auf was sie Lust haben.

      Ich finde dass was die da machen mehr als fragwürdig. Ich meine dass was Kinder von sich aus lernen, lernen sie naturgemäß besser. Aber letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass das Leben der Kinder auf Jahre hin versaut ist. Zumindest wenn sie keine Lust mehr haben in der Pampa von Sozialhilfe zu leben und einen anderen Lebensweg einschlagen wollen als die Mütter. :grübel:
    • Ich halte davon gar nichts. Lehren und unterrichten kann man nicht mal eben selbst lernen, wie Nähen oder Kochen. Es gibt nicht umsonst ein Studium dafür. Es ist anmaßend zu glauben, man könne das selber besser leisten.
      Sofern ein privater Lehrer engagiert wird, also ein geschulter Pädagoge und Didaktiker, mag es gehen. Aber auch dann fehlt das Lernen von sozialen Prozessen in Gruppendynamiken. Die Begründung der Damen ist entlarvend. Es geht um „Spaß“. Lernen soll danach „Spaß machen“. - Darum geht es beim guten und richtigen Lernen aber nicht. Es geht vielmehr darum, sich Wissen, Fähigkeiten, eine Schulung in Denkprozessen und die zeitweise Überwindung innerer Widerstände (Unlust, Faulheit, Vergnügungslust) anzueignen. Und zwar in einer möglichst festgelegten Zeitspanne und nicht einfach nur bis irgendwann mal. Die Leistung muss zudem vergleichbar und auswertbar sein, um Lernerfolge messbar zu machen. Zudem muss man soziale Prozesse und Verhaltensnormen erlernen. „Wann reiße ich das Maul auf, wann halte ich besser mal die Klappe.“ oder „Mit wem lege ich mich an und mit wem besser nicht.“ oder „Wie erlange ich Zugehörigkeit in einer sozialen Gruppe und wie nicht.“ Kurz: Erziehung erfolgt nicht nur durch den Lehrer, sondern natürlich auch durch die Mitschüler quasi automatisch. Das entgeht einem beim Zuhauselernen vollkommen. Zudem bleibt eine gewisse Abnabelung vom Elternhaus aus. Jeder Vogel muss irgendwann das Nest verlassen und selber fliegen lernen. Unterricht Zuhause kann schnell in eine vollkommene Abhängigkeit von den Eltern führen. Man lernt nur deren Sichtweise der Welt kennen, aber eben nicht, dass es auch andere Sichtweisen und Interpretationen gibt und wie man damit umgeht oder diese bewertet. Man droht naiv einseitig erzogen und gebildet zu werden.
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      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Neben den von John angeführten Punkten sehe ich vor allem das Problem darin das solche Kinder sich ja niemals dafür entscheiden können etwas zu lernen von dessen Existenz sie schlicht nichts wissen.
      In der Schule gibt es schließlich viele verschiedene Fächer mit mannigfaltigen Themengebieten die den Schülern von den Lehrkräften näher gebracht werden, ich wage stark zu bezweifeln das Eltern dies in diesem Umfang abdecken können.

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      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Die CDU Bildungsministerin Anja Karliczek möchte einen Bundesweit einheitlichen Mindestlohn für Azubis einführen.

      spiegel.de/karriere/ausbildung…veraendern-a-1237437.html

      Das Konzept hört sich für mich ziemlich vernünftig an.
      "There is no need to die on the road. You can always do homeoffice."
      - Proverb in Bangladesh

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bonny ()

    • Mehr Geld ist ja in Ordnung, 300€ für einen Vollzeitjob und sei es lediglich eine Ausbildung, das ist ja schon kriminell.
      Neue Bezeichnungen einzuführen und dann noch so einen Schwachsinn wie Berufsbachelor, ist völliger Blödsinn, den sich nur eine total weltfremde Politikerin ausdenken kann.
    • Es gab ja mal Zeiten, wo Auszubildende sogar für ihre Ausbildung bezahlen mussten. Nannte sich "Lehrgeld zahlen".

      Ich finde, man sollte den Lohn von der Leistung des Auszubildenden abhängig machen. Wenn er ständig fehlt oder seine Zeit "absitzt", dann sollte er auch keinen Anspruch auf eine Vergütung haben. Arbeitet er ordentlich, dann soll er auch gut bezahlt werden. Dürfte im Einzelfall allerdings schwierig nachzuprüfen sein.

      Ein Mindestlohn für Azubis könnte allerdings auch dazu führen, dass einige Betriebe nicht mehr ausbilden. Kostenfaktor erhöht sich ja ggf.. Aber ja, insgesamt ist das schon die richtige Richtung.
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      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • John schrieb:

      Ein Mindestlohn für Azubis könnte allerdings auch dazu führen, dass einige Betriebe nicht mehr ausbilden. Kostenfaktor erhöht sich ja ggf.. Aber ja, insgesamt ist das schon die richtige Richtung.
      Naja, Betriebe dürfen sich dann halt nicht über zu wenige auszubildende wundern wenn man als Azubi praktisch nichts verdient, während man in anderen Berufen vom Azubi-Gehalt schon alleine leben kann. Dann müssen die halt mit dem Mangel an Arbeitskräften klar kommen. Traurig das es dafür überhaupt eine Regulierung braucht.

      Deine Idee bei geringer Leistung weniger Lohn zu zahlen finde ich auch ein bisschen fragwürdig, man kürzt dir ja auch nicht einfach den Grundlohn wenn du mal 2 Wochen wirklich krank bist oder für ein paar Tage nen Durchhänger hattest. Wenn dann fallen höchstens irgendwelche Zulagen weg weil du die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt hast, z.B. Schichtzulage oder Zuschläge für Zielerfüllungen, aber das ist bei Azubis ja auch so schon nicht anders. Aber ich finde jeder sollte zumindest von seinem Grundgehalt leben können (auch wenn es da nicht nur bei Azubis Defizite gibt). Außerdem gibt es 6 Monate Probezeit, dass sollte doch in den allermeisten Fällen reichen um einzuschätzen ob jemand was taugt oder nicht und wenn nicht, dann ggf. zu kündigen.
    • Bonny schrieb:

      Die CDU Bildungsministerin Anja Karliczek möchte einen Bundesweit einheitlichen Mindestlohn für Azubis einführen.

      spiegel.de/karriere/ausbildung…veraendern-a-1237437.html

      Das Konzept hört sich für mich ziemlich vernünftig an.

      Einfach den Mindestlohn für alle anwenden, Problem gelöst.
      Topping from the bottom.
    • Bei Arbeitsverweigerung gibt es schon genug Möglichkeiten. Das ist ein Kündigungsgrund, da ist eh Ende.

      Ich glaube nicht, dass ein Mindestlohn von 500€ die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe senken würde. Wir reden hier im Schnitt von eventuell 100€ Mehrkosten monatlich, was für die meisten Betriebe keine große Sache ist. Falls doch, kann der Staat den Betrieben natürlich auch unter die Arme greifen, denn für die ansonsten Arbeitslosen zahlt er doch sowieso.

      Edit:
      Siehe Fettdruck

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gaius Bonus ()

    • John schrieb:

      Wir reden hier doch nicht von Krankheitsfällen, sondern von Arbeitsverweigerung. Ich dachte das wäre klar.

      Ähm, und was willst du ändern? Das ist alles bereits gesetzlich geregelt.
      Zuerst gibts ein Mitarbeiter Gespräch, dann Abmahnung, und wenn sich nichts ändert wirst du entlassen.
      Auf der Arbeit gibts Zeiterfassung, und von der Berufsschule wird die Abwesenheit von derselben an den Arbeitgeber gemeldet. Das Nachzuweisen ist jetzt nicht gerade schwierig.


      Abzüge für Fehler (zu langsam eine excel Tabelle abgetippt) sind selbst in Bangladesch gegen das Gesetz!

      Du verrennst dich hier in ein ziemlich Abstruses Gedankenbild, das wenig mit der Realität zu tun hat.
      Ausbildung/Arbeit ist nicht wie Schule!


      Edit: Azubis kosten weniger als normale Arbeitnehmer. Selbst wenn sie teurer werden, sind sie immer relativ billige Arbeitskräfte.
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      - Proverb in Bangladesh
    • Ist übrigens gerade im Handwerk immer noch Usus, daß die Azubis für´s Hofkehren und Bierholen mißbraucht werden.
      Bestenfalls darf man einem älteren Mitarbeiter mal über die Schulter schauen, falls der ein wenig Mitleid empfindet für den 15-jährigen angehenden Dachdecker.
      Bestrafung dafür, daß das Bier nicht nach 2 min auf dem Tisch vom Polier stand?
      Alles schon erlebt als Student auf dem Bau; ist als Azubi im ersten Lehrjahr die Hölle, da kommen nur die Härtesten weiter....
      Vielleicht auch der Sinn des Martyriums....
      Vokale sind schwul!