• Zitat

    Niemand weiß genau, ob die Veröffentlichung geheimer Dokumente wirklich illegal und zu bestrafen ist. Juristen streiten seit den ersten Enthüllungen auf WikiLeaks darüber. Und damit auch über die Frage, wie realistisch ein US-Gerichtsverfahren gegen Assange überhaupt wäre.

    http://www.spiegel.de/netzwelt…tik/0,1518,733370,00.html


    Interessante Fragestellung.
    Vielleicht jubeln die Amerikaner zu früh? Wobei ich mir dennoch sicher bin, daß man schon den einen oder anderen Anklagepunkt finden wird. Eines ist auf jeden Fall schon mal recht klar: mit der Festnahme hat man so ne Art Märtyrer geschaffen. Assange hat weltweit Fans und sämtliche Inhalte bekommt man nie mehr aus dem Internet ( siehe Artikel ), es gibt eine ganze Menge an Sicherheitsbackups und Zugangscodes. Und andere werden weitermachen.


    http://www.spiegel.de/wissensc…sch/0,1518,733307,00.html


    Auch das ist klasse: Die USA bieten kleinen Staaten Kohle, damit sie ihr eigenes Schicksal unterschreiben.
    Genau dafür wurde Wikileaks gegründet und nicht für Parteitratsch bei Guidos Grillparty.

  • Eines ist auf jeden Fall schon mal recht klar: mit der Festnahme hat man so ne Art Märtyrer geschaffen.


    Sehe ich anders. Er wurde wegen sexueller Nötigung und einer schwedischen Anklage verhaftet. Der Ausgang ist völlig offen. Märtyrer sehen für mich anders aus. Er sieht eher aus wie jemand, der seine sexuellen "Gespielinnen" offenbar nicht gerade mit Bedacht ausgewählt hat. Sofern sie denn freiwillig mit ihm geschlafen haben.


    Die USA bieten kleinen Staaten Kohle, damit sie ihr eigenes Schicksal unterschreiben.


    Was ist denn daran jetzt so schlimm? Wurden diese Länder gezwungen zu unterschreiben? Es gab doch ohnehin nur die Wahl zwischen diesem Mindestabkommen oder garkeinem. Ist es jetzt schon ein Verbrechen Entwicklungshilfe anzubieten?

  • Ich weiß nicht ob das hier schoneinmal erwähnt worden ist, aber so eine veröffentlichung wie mit den cables aus den USA ist im Prinzip nur noch mit England oder Australien möglich. Bei allen anderen Länden wäre die Anzahl der Potenziellen Leser deutlich kleiner da die deren Sprachen nicht so weit verbreitet sind. Bei den europäischen Ländern geht das noch das noch abzumildern, aber z.B. bei China wärs nahzu unmöglich 250.000 Dokumente durchzuackern, da es außerhalb Chinas einfach zu wenige Leute gibt die die Sprache lesen können.

  • 250.000 Dokumente durchzuackern, da es außerhalb Chinas einfach zu wenige Leute gibt die die Sprache lesen können.


    naja Khmer könnte nen Problem werden, aber chinesisch?
    Alleine von der Bochumer Uni könnte man einige hundert Menschen bereitstellen die dir das übersetzen.
    Von den Millionen Exilchinesen in aller Welt mal ganz zu schweigen.
    Von einen ganzen Land namens Taiwan mal abgesehen, das nicht besonders wohlwollend auf seine roten Brüder blickt.


    Zitat

    Was ist denn daran jetzt so schlimm?

    schlimm?
    Ne, nur pervers und amoralisch.
    Von daher sehr gut, dass es offenbart wird.

  • moin moin,


    So ist das eben. Muss man sich vorher überlegen ob es eine gute Idee ist Staatsgeheimnisse ins Internet zu stellen.


    Wenn jemand ein Video ins Netz stellt, auf dem hirnamputierte Soldaten Zivilisten wegpusten , wie in COD - dann soll man das nicht unterstützen ? Dieser Mann begeht Geheimnisverrat ?

  • Assangen kommt nicht auf Kaution frei, außerdem sind keine Spenden mehr über Visa möglich : http://www.n-tv.de/politik/Ass…ommen-article2087456.html


    Außerdem werden bei einer Verurteilung von Assangen oder wenn ihm was passieren wollte wohl noch ein paar zusätzliche Sachen ans Licht kommen: http://www.n-tv.de/politik/Ass…abyte-article2096406.html

  • Was soll dem denn passieren? Der sitzt in ner Zelle in Großbritannien und bekommt dreimal am Tag ne gute Mahlzeit. Dem wird sicher nichts passieren. Da werden die Engländer schon drauf achten. Außerdem hat er sich quasi freiwillig gestellt. Alles kein Drama.

  • sitzt in ner Zelle in Großbritannien und bekommt dreimal am Tag ne gute Mahlzeit.


    Hast du schonmal vom englischen Essen gekostet? :P
    Wie bereits gesagt, WIkileaks ist eine wichtige neue Institution für die Bevölkerun, jedenfalls sehe ich das so und die Hexenjagd, wie Mogges sieh so schön bezeichnet hat, wird von den Leuchten und Vorzeigebildern der Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit durchgeführt, was mir persönlich durchaus zu bedenken gibt.
    Das Argument mit den angeblichen Verrat von Staatsgeheimnissen zieht nicht, dieser Politiktrash kann mir keiner als Geheimnis verkaufen.

  • Naja, ich finde es halt einfach naiv, wenn man glaubt man könnte allen Mächtigen der Erde mit halblegalen Mitteln ans Bein pinkeln und dann meint man, es würde nichts passieren. Das ist doch wirklich naiv. Und ob Assange der moderne Robin Hood ist... ich weiß es nicht. Jedenfalls halte ich die aktuelle Veröffentlichung der Verteidigungspläne der NATO bezüglich Estland, Lettland und Litauen für keine gute Sache. Das wird die Russen nicht erfreuen. Außerdem fällt das ganz bestimmt unter militärische Geheimhaltung. Und wozu führt es? Einer Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland. Was bringt uns das?

  • Zitat

    Märtyrer sehen für mich anders aus.

    Ich schrieb auch nicht, Assange wäre für John zum Märtyrer geworden. ;)
    Für seine Anhänger ist er es mich Sicherheit.


    Und gerade diejenigen Länder, die seit Jahrzehnten anderen erzählen, wie man Menschenrechte einhält, die Presse- und Meinungsfreiheit respektiert, den Datenschutz, Schutz des Individuums etc. all diese Errungenschaften, auf die man ja so stolz ist, treten genau diese mit Füssen.
    Glaubt denn einer ernsthaft, daß Paypal, Visa, Mastercard, Amazon ihren Formfehler bzgl. Konto- oder Nutzerdaten zufällig in der gleichen Woche entdecken?
    Erkennest Du nicht, mit welchen Mizttel die amerikanische Regierung gegen WikiLeaks vorgeht, nur um ( ihrer Meinung nach ) weitere Veröffentlichungen zu vermeiden, nur weil sie keine anderen Möglichkeiten haben?
    Was heute noch als Lapalie bezeichnet wird, fällt morgen auch unter "Staatsgeheimnis", die gespeicherten Daten werden immer mehr und der Umgang der Regierungen mit dem Gemeinvolk oder nicht höriger Drittstaaten immer rigoroser, nur um die eigenen Interessen notfalls auch mit Gewalt durchzusetzen.


    Bisher hab ich die Sache auch mehr aus der Distanz beobachtet und die diplomatischen Einschätzungen unserer Politiker eher belächelt. Doch der Krieg, der jetzt entfacht werden könnte, zeigt mir, daß hier ein paar ganz Mächtige dem Rest der Welt zeigen wollen, daß man sich besser nicht mit ihnen anlegt.
    Es sind so viele Kopien der Website in Umlauf und Sicherheitsmaßnahmen getroffen; wenn nur einer der anderen Mitglieder die Sache nur halb so ernst weiterbetreibt wie er, geht der Spaß erst richtig los.

  • Guten Morgen! :)


    Glaubt denn einer ernsthaft, daß Paypal, Visa, Mastercard, Amazon ihren Formfehler bzgl. Konto- oder Nutzerdaten zufällig in der gleichen Woche entdecken?


    Nein, ich bin ja nicht naiv. Natürlich wird dort massiv Druck ausgübt und ja, ich habe dabei auch kein gutes Gefühl. Ich habe andererseits aber auch nichts anderes erwartet.


    Und gerade diejenigen Länder, die seit Jahrzehnten anderen erzählen, wie man Menschenrechte einhält, die Presse- und Meinungsfreiheit respektiert, den Datenschutz, Schutz des Individuums etc. all diese Errungenschaften, auf die man ja so stolz ist, treten genau diese mit Füssen.


    Ich stimme Dir zu, dass man darüber zumindest nachdenken muss. Dieser Eindruck könnte in der Tat entstehen.


    Doch der Krieg, der jetzt entfacht werden könnte, zeigt mir, daß hier ein paar ganz Mächtige dem Rest der Welt zeigen wollen, daß man sich besser nicht mit ihnen anlegt.


    Von welchem Krieg sprichst Du? - Ich denke hier stimmen wir nicht überein. Ich glaube nicht an "ein paar ganz Mächtige" die sich verschworen haben, es der Welt jetzt mal zu zeigen. Wenn die Akten von Wikileaks etwas dargelegt haben, dann doch gerade, dass die Mächtigen untereinander offenbar ziemlich wenig Ahnung voneinander haben. Sonst würden sie sich nicht gegenseitig so beschnüffeln. Von Verschwörung kann ich da nichts erkennen. Ich denke auch, dass hier eine Unterstellung mitschwingt, nämlich, dass "die da Oben" grdsl. nur eigene Interessen gegen die Interessen der breiten Bevölkerung durchsetzen wollen, also im Prinzip alle böse und korrupt sind. Die Einschätzung teile ich nicht. Ich unterstelle den meisten momentan Handelnden ehrliche und redliche Motive. Ich kann mich bspw noch erinnern, dass der amerikanische Verteidigungsminister Wikileaks förmlich bekniet hat, es möge bitte nicht die Daten unkontrolliert ins Netz veröffentlichen, weil seiner Ansicht nach dadurch amerikanische Bürger und Soldaten lebensbedrohlich gefährdet werden. (Gestern wurde er als der Oberbösewicht in den Nachrichten präsentiert, der sich hämisch gefreut hätte. Auch diese Art der Darstellung ist übrigens mediale Manipulation, die ich nicht begrüße.) Wikileaks hat darauf völlig skurril reagiert. Man möge ihnen doch bitte im Vorhinein alle möglichen Personen nennen, die möglicherweise gefährdet wären. Natürlich konnte man das nicht tun, da man so die verantwortung gerade für die exponiertesten Personen alleine in die Hände von Wikileaks gelegt hätte. Die Macher von Wikileaks wussten das natürlich auch. Trotzdem haben sie genau das als Argument benutzt um die Daten zu veröffentlichen. Geh doch einfach mal davon aus, dass die Handelnden in der amerikanischen Regierung WIRKLICH davon ausgehen, dass diese Daten das Leben von Informanten der USA gefährden können. Hier in Deutschland sicherlich nicht. Aber auch hier verliert immerhin ein Büroleiter von Westerwelle seinen Arbeitsplatz. In anderen Ländern in Zentralasien, Afrika oder Arabien verlieren solche Informanten möglicherweise ihr Leben. Und zwar so, dass die Medien davon gar nichts mitbekommen. Was wissen wir denn schon, was alltäglich in afrikanischen Diktaturen vor sich geht? - Geh also doch mal davon aus, dass die Handelnden der US-Administration wirklich das glauben, was sie mehrfach gesagt haben, nämlich dass sie denken, dass diejenigen, die diese Daten veröffentlicht haben, Blut an den Händen kleben haben und die Sicherheitsinteressen der USA und anderer Länder massiv gefährden. Wenn dem so ist, dann ist es auch ihre Pflicht, gegen jemanden wie Assange und Wikileaks mit allen möglichen Mitteln vorzugehen, um das zu stoppen. Nichts anderes geschieht gerade. Mithin, ich denke dass die amerikanische Regierung in gutem Glauben und mit besten Absichten handelt um das Leben amerikanischer und auch der Bürger verbündeter Länder zu schützen. Ich glaube hingegen nicht, dass es sich hier um eine Verschwörung eines "inneren Kreises der Mächtigen" handelt, der nun der Welt mal zeigen will wo der eigentliche Hammer hängt und dass die Bürger auch in Demokratien eigentlich nichts zu sagen hätten. Gäbe es einen solchen Kreis wirklich, dann hätte er sicherlich alles andere als ein Interesse daran, auf diesem offensichtlichen Wege in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gelangen. - Was ich hingegen wirklich für eine Gefahr halte, sind die Rachegelüste anderer mächtiger Männer, die durch die Veröffentlichungen ebenfalls bloßgestellt wurden. Ich denke da an Putin, oder die arabischen und chinesischen Herrscher. Denen würde ich in der Tat zutrauen, dass sie mit Absicht der Bestrafung klamheimlich die Messer wetzen. Wäre ja nicht das erste Mal und entspräche auch ihrer Mentalität. Insofern ist es mir lieber, Asssange befindet sich in britischem Gewahrsam, als irgendwo versteckt im Nirgendwo. Das hat nämlich auch einen Aspekt von Schutzhaft. Und last but not least, bleiben eben immer noch die Vorwüfe wegen sexueller Belästigung, die ja schon aufkamen, bevor die ganze Wikileaks-Geschichte überhaupt ins Rollen kam. - So sehe ich das. :hallo:

  • In spreche von dem Krieg einflussreicher Regierungen gegen WikiLeaks und auch andersrum.
    Habe auch einige Psychoprofile über Assange gelesen, die eine oder andere Idee von ihm finde ich schon recht egozentrisch, abgefahren und revolutionär.
    Selbstverständlich ist es in niemandens Interesse, wenn man morgen die Abschusscodes für Interkontinentalraketen nachlesen kann und jede Regierung sollte und muß in der Lage sein, ihre Staatsgeheimnisse aus nationalem Interesse zu bewahren.
    Aber bei manchem Kommentar in der weiten Presselandschaft werde ich den Gedanken nicht los: "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", und das ist grundlegend falsch.


    Genauso wie man manche Dinge unter Verschluss halten muß, muß man aber auch die Veröffentlichung "unpassender" Dokumente aufgrund der Pressefreiheit hinnehmen und darf sie nicht mit rigorosen Mafiamethoden bekämpfen.


    Der einzige Grund, warum ein Geheimdienst Assange nicht schon lange umgelegt hat ist doch der, daß man Angst davor hat, auch das wird dokumentiert und veröffentlicht. Insofern hat da WikiLeaks schon gewonnen.
    Genauso wie eine planlose Veröffentlichung aller jemals erstellen Dokumente sinnvoll ist, ist eine rigorose Zurückhaltung wünschenswert.
    Die ganze Angelegenheit ist zweischneidig, deswegen wird doch weltweit seit Wochen debattiert.


    Zitat

    Geh also doch mal davon aus, dass die Handelnden der US-Administration wirklich das glauben, was sie mehrfach gesagt haben, nämlich dass sie denken, dass diejenigen, die diese Daten veröffentlicht haben, Blut an den Händen kleben haben

    So schiebt man den moralischen schwarzen Peter der anderen Seite zu, das kann´s ja auch nicht sein. Zur Durchsetzung ihrer Interessen nimmt man einen Collateral Damage von 20 ( fiktiv ) in Kauf und eine Veröffentlichung desselben verursacht dann 25? Warum nicht einfach schon von Beginn an die 20 vermeiden? Wenn Du verstehst was ich meine.


    Ich sehe keine Verschwörung, es ist nur zu normal, daß sich Groß- Weltmächte so verhalten wie es die USA im Moment tun. Aber gerade die kritisieren sein Jahrzehnten Länder wie Russland oder China ( und was man von der Vorgehensweise in diesen Ländern weiß ist nur die "offizielle" Version ). Mittlerweile tun sich weltweit Abgründe auf und das läßt einen in der Tat erschaudern.

  • Aber bei manchem Kommentar in der weiten Presselandschaft werde ich den Gedanken nicht los: "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", und das ist grundlegend falsch.


    Natürlich ist das moralisch betrachtet fragwürdig, aber ganz ehrlich, wir wollen EIGENTLICH auch wirklich nicht immer alles wissen. Und selbst wenn wir es wissen, dann kratzt es doch auch nicht wirklich. Nimm doch nur einmal Dafur als Beispiel. Dort werden inzwischen seit Jahrzehnten Menschen abgeschlachtet und die sudanesische Regierung betreibt systematischen Völkermord. Und? Kümmert uns das? Ich meine kümmert uns das WIRKLICH? Regt es uns WIRKLICH mehr auf, als die steigenden Spritpreise? Oder ist das nicht alles eher pseudo-moralisches Gelaber, um das eigene Gewissen zu beruhigen? Wenn uns das wirklich stört, warum tun wir dann nichts dagegen? Warum investieren wir keine Milliarden in den Schutz dieser Menschen? Warum beschäftigen wir uns nicht von morgens bis abends mit dieser Thematik? Ich behaupte, weil wir es eigentlich garnicht wollen. Klingt hart, ist aber meiner Ansicht nach die Realität. Uns ist das eher lästig. Und die Aufrufe der Empörung sind eher ein dünnes moralisches Mäntelchen um das zu verdecken.


    Genauso wie man manche Dinge unter Verschluss halten muß, muß man aber auch die Veröffentlichung "unpassender" Dokumente aufgrund der Pressefreiheit hinnehmen und darf sie nicht mit rigorosen Mafiamethoden bekämpfen.


    Also Mafiamethoden kann ich hier noch nicht erkennen. Die sehe ich eher bei der Informationsbeschaffung durch Wikileaks. Und wenn durch die Veröffentlichung das Leben von Informanten in Afrika oder sonstwo gefährdet ist, dann muss man sogar darüber nachdenken, diese Daten so lange unter Verschluss zu halten, bis diese Gefährdung nicht mehr besteht.


    Genauso wie eine planlose Veröffentlichung aller jemals erstellen Dokumente sinnvoll ist, ist eine rigorose Zurückhaltung wünschenswert.


    Niemand will eine rigorose Zurückhaltung. Es geht um den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der normale Weg ist, dass solche Akten und Dokumente nach einer gewissen zeitlichen Frist der Öffentlichkeit und Historikern zur Verfügung gestellt werden muss. Das wird auch so gehandhabt. Das Problem ist, dass Wikileaks diese Daten SOFORT veröffentlicht, so dass die Handelnden von der Veröffentlichung noch direkt selbst betroffen sind. Da liegt das Problem. Und worin der Gewinn besteht ob man sowas jetzt oder erst in zehn Jahren erfährt, das möchte ich mal erfahren. Vor allem wohl Sensationsgier ist da ein Motiv.


    So schiebt man den moralischen schwarzen Peter der anderen Seite zu, das kann´s ja auch nicht sein. Zur Durchsetzung ihrer Interessen nimmt man einen Collateral Damage von 20 ( fiktiv ) in Kauf und eine Veröffentlichung desselben verursacht dann 25? Warum nicht einfach schon von Beginn an die 20 vermeiden? Wenn Du verstehst was ich meine.


    Es geht hier nicht nur um einen moralischen Peter, sondern um den Standpunkt der Handelnden. Und wenn diese wirklich davon überzeugt sind, dass diese Daten das Leben von einigen ihrer Informanten gefährden, dann ist das ein moralisches Argument, was man nicht einfach so wegwischen kann. Das mit dem Collateral Damage habe ich nicht ganz verstanden. Was meinst Du damit?



    Mittlerweile tun sich weltweit Abgründe auf und das läßt einen in der Tat erschaudern.


    Ja, das mag sein. Diese Abgründe bestanden aber immer schon. Trotzdem besteht für mich schon noch ein Unterschied zwischen Obama, Merkel und Zapatero oder Al-Bashir, Mugabe und Gaddafi.


    Nachtrag: In diesem Tagesschau-Bericht zeigt sich übrigens eine weitere sehr negative Auswirkung der Wikileaks-Datenveröffentlichung. Die amerikanische Administration ist dadurch offenbar so gefordert, dass ihr die Zeit für andere wichtige Aufgaben abhanden kommt. Das ist auch keine gute Entwicklung.


    Zitat

    Israels Verteidigungsminister Ehud Barak äußerte sich ingesamt pessimistisch zum Nahost-Friedensprozess: "Die Verhandlungen sind momentan total blockiert", erklärte er in Jerusalem. "Die Amerikaner sind viel zu beschäftigt mit Nordkorea und den Enthüllungen von Wikileaks", monierte Barak.

  • Woher weißt Du denn, wer wie und wo engagiert ist, um sich für Probleme einzusetzen, die Du mit Dafur als Beispiel genannt hast?
    Steck hier mal nicht Leute in Schubladen, die Du nicht kennst.


    Es kann ja wohl nicht angehen, daß die USA die EU erpressen und Kontodaten von uns abgreifen. Und dann können sie noch nicht einmal Kamingespräche zwischen Angie und Guido geheimhalten.


    Die Mafiamethoden liegen darin begründet, daß ein Staat seine Macht ausnutzt um eine Person fertigzumachen, mit allen Mitteln. Und diese sollen dann noch nach Außen hin den Anschein erwecken, sie wären legal. Kontosperrungen und Druck auf Kreditkartenbetreiber beispielsweise.


    Zitat

    Trotzdem besteht für mich schon noch ein Unterschied zwischen Obama, Merkel und Zapatero oder Al-Bashir, Mugabe und Gaddafi.

    Für mich auch. Aber wie so oft in solchen Disksussionen gibt es für Dich nur schwarz und weiß. Die ganz üblen Jungs, und wenn man nicht zu denen gehört, die braven Jungs.
    Die amerikanische Regierung hat und hatte ne ganze Menge Dreck am Stecken und wenn man sich mal ansieht, daß ein Teil der Dokumente auch schon aus Obamas und Hillarys Zeiten stammen, dann dreht sich mir jetzt schon der Magen um, wenn Cheney und Dabbeljuh geoutet werden. Man darf da gar nicht dran denken......


    Und zum letzten Abschnitt: jetzt ist WikiLeaks Schuld, daß Obama nicht zu Potte kommt im Nahen Osten? Kann ja wohl nicht ernsthaft als Begründung herhalten. Barak sollte es recht sein, daß die USA mal eben so keine Einsprüche mehr gegen den weitern Siedlungsbau vorbringen oder ihn zum Bestandteil von Verhandlungen ( oder vergessen haben ); davon spricht er komischerweise nicht.


    Zitat

    Das Problem ist, dass Wikileaks diese Daten SOFORT veröffentlicht,

    Die Daten können gar nicht sofort veröffentlich werden, alleine schon aufgrund der Masse. Denn jedes Dokument wird sowohl von WikiLeaks selber als auch von den Zeitungen / Magazinen ( bei uns der Spiegel ) akribisch geprüft, Namen geschwärzt, Informantenschutz betrieben etc.


  • Lieber Mogges,
    da gebe ich dir absolut recht! Dabei war Schweden mal so ein aufgeklärtes sexuell fortschrittliches Land. :grübel: Hofgfentlich setzen sich solche Gesetze in Deutschland nicht auch durch!!!! Wenn ich an Alice Schwarzer denke, wie die im Kachelmannprozeß auftritt, als zusätzliche Richterin!

  • Zitat

    Wenn ich an Alice Schwarzer denke, wie die im Kachelmannprozeß auftritt, als zusätzliche Richterin!

    Hey, die hat in der BILD sogar eine eigene Rubrik.
    Neutralere Berichterstattung gibt´s ja kaum noch.


    Aber man weiß es eben nicht, was wirklich vorgefallen ist. Dennoch meiner Meinung nach mehr als zweifelhaft. Hatte gestern Abend noch ein Interview mit dem Anwalt der beiden Mädels gesehen.......konnte nur noch den Kopf schütteln. Trauma, Depressionen, geschlossene Innere, Psychosen.......das sind noch die geringsten Schädigungen, die sie mitgenommen haben. :blöd:


    Ach ja, mitbekommen? Die Schweizer Bank, die seine Konten gesperrt hatte, ist seit 2 Tagen offline und im Moment pingt man Mastercard in´s Off.
    Für Amazon benötigen sie noch ein paar mehr Rechner, das bekommen sie aber auch noch hin.

  • Zitat

    Hey, die hat in der BILD sogar eine eigene Rubrik.
    Neutralere Berichterstattung gibt´s ja kaum noch.



    ...wie konnte ich das vergessen. Jetzt bin ich ganz zerknirscht! :(


    Zitat

    Hatte gestern Abend noch ein Interview mit dem Anwalt der beiden Mädels gesehen.......konnte nur noch den Kopf schütteln. Trauma, Depressionen, geschlossene Innere, Psychosen.......das sind noch die geringsten Schädigungen, die sie mitgenommen haben.


    .,...die Ärmsten....jetzt bricht mir mein Herz! :teufel2:

  • Jetzt werden sogar schon wichtige Wirtschaftsunternehmen wie Mastercard angegriffen. Ehrlich gesagt geht mir das langsam deutlich zu weit. Wird Zeit, dass man diesen Online-Anarchisten das Handwerk legt. Das grenzt ja wirklich schon an virtuellen Terrorismus. Ein Unternehmen muss das Recht haben seine Geschäftsbeziehungne selber wählen zu dürfen. Wikileaks hat damit für mich eine Grenze überschritten. Sowas finde ich indiskutabel. Sollen die staatlichen Organe ruhig gegen diese Spinner vorgehen. Hab ich nichts mehr dagegen einzuwenden. Legen die mal eben Mastercard außer Betrieb... ich fasse nicht. Unglaublich. Da sollte man jetzt wirklich hart durchgreifen.

  • Sowas finde ich indiskutabel.

    Schade, ich hätte da etwas zu sagen zu.....


    Hatte doch gestern noch geschrieben, jetzt beginnt der Krieg.
    Und ehrlich gesagt, ich finde das vollkommen in Ordnung. Man könnte die Sache nach einem Tag wieder beenden und mal so als "Warnung" an Mastercard stehen lassen, das ist das eine. Aber daß sich die Community nicht alles gefallen läßt, finde ich klasse.
    Und die Weltwirtschaft bricht deswegen auch nicht zusammen.


    Ach ja: Mastercard sucht sich seine Geschäftspartner selber aus und niemand redet denen rein? Daß ich nicht lache.

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