Politik der USA

  • Im US-Repräsentantenhaus wurde in der Nacht auf Heute der republikanische Speaker McCarthy mit den Stimmen der Demokraten und ein paar radikalen Republikanern abgewählt.


    Es ist ein einmaliger Vorgang der so noch nie passiert ist, die republikanischen Rebellen werfen McCarthy vor er wäre zu moderat gewesen bei den Budget Verhandlungen die noch vor einem drohendem Shutdown zu einer Übergangsfinanzierung bis November gesorgt haben.


    Ganz ehrlich weis ich nicht ob die Demokraten hier richtig gehandelt haben geschlossen für die Absetzung zu stimmen, mit McCarthy konnte man ja anscheinend zumindest noch reden und verhandeln was mehr ist was man von den MAGA Leuten behaupten kann.


    Kurzfristig ist diese Führungskrise bei den Republikanern natürlich lustig für die Demokraten aber es kann Ihnen da auch ganz schnell wieder das Lachen vergehen wenn sich jemand durchsetzt der viel radikaler ist als McCarthy.


    Mal davon abgesehen, dass man mit der ganzen Aktion erstmal den Gesetzgebungsprozess für mindestens eine Woche unterbrochen hat, Verantwortung vorm Land sieht da auch anders aus.

  • Das sehe ich genauso wie du. Verstehe ich auch nicht, warum sich die Demokraten da vor den Karren der radikalen Republikaner haben spannen lassen. Zumal die Ukraine-Unterstützung davon abhängt. Es geht wirklich um einiges.


    Ich könnte mir auch vorstellen, dass das ein Rohrkrepierer wird. Jetzt müssten sich allerdings erst einmal die Republikaner auf einen Nachfolger einigen. Einfach dürfte das auch nicht werden.

  • Das ist letztendlich wie bei uns in den Parlamenten, wo die Regierung/Opposition immer aus Prinzip gegen Vorlagen der anderen Seite stimmt, völlig unabhängig vom Inhalt oder ob es dem Land nützt oder nicht.


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  • Er feiert hier das genaue Gegenteil, nähmlich das Ende von Wahlbezirken die gerrymandert waren.


    Ziel des Gerrymandering ist es zu verhindern/ zu reduzieren, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen repräsentiert werden. Da Schwarze in den USA mehrheitlich die Demokraten wählen, versuchen die Republikaner deren politischen Einfluss zu unterdrücken, was zur Folge hat, dass insbesondere in den Südstaaten Schwarze gar nicht oder unterrepräsentiert werden und somit staatliche Maßnahmen (z.B. Highway Bauprojekte) überproportional mehrheitlich schwarze Wohngebiete negativ betreffen.


    Im Prinzip feiert Obama, dass eine Bevölkerungsgruppe welche bisher nicht repräsentiert wurde und darunter gelitten hat dies nun ist.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
    - Albert Einstein


    "Kirche und Naturwissenschaften haben soviel miteinander zu tun wie Gruppensex und Bratkartofflen"
    -Werner Gruber

  • Ich glaube du verstehst es nicht, wenn eine Stadt z.B. 1.000 Einwohner hat und davon 500 Republikaner wählen und 500 Demokraten, dann machst du die Wahlbezirke so, dass die 500 Republikaner drei Wahlbezirke sind und die 500 Demokraten nur ein Wahlbezirk. Dann gewinnen die Republikaner immer drei von vier Wahlbezirken.


    Das ist dann Gerrymandering. So ein Unrecht rückgängig zu machen ist es nicht.

  • Oh ich verstehe schon ganz gut. Man schneidet sich die Wahlkreise so, dass es für die eigene Partei vorteilhaft ist und deklariert das Ganze dann als Maßnahme des Antirassismus. Sorry. Das ist das selbe in Grün.


    Das hört erst auf, wenn man die Wahlkreiseinteilung gemeinsam macht oder neutralen Institutionen und Kriterien überlässt.

  • Oh ich verstehe schon ganz gut. Man schneidet sich die Wahlkreise so, dass es für die eigene Partei vorteilhaft ist und deklariert das Ganze dann als Maßnahme des Antirassismus. Sorry. Das ist das selbe in Grün.


    Das hört erst auf, wenn man die Wahlkreiseinteilung gemeinsam macht oder neutralen Institutionen und Kriterien überlässt.

    Nach welchen Kriterien sollte man idealerweise vorgehen? Vielleicht, dass das Verhältnis im Repräsentantenhaus das Verhältnis der Wählerstimmen repräsentiert? Alabama hat bei den letzten "Landeswahlen" 2022 knapp 25% und 2018 davor über 36% an Stimmen für die Demokraten geholt. Die Anzahl der Sitze im Alabama-Parlament ist gleichgeblieben (77 zu 28), an den Ergebnissen der einzelnen kleinen Bezirke/Counties (was auch immer der richtige Term ist), hat sich nicht viel getan. Aber auch gleich geblieben ist die Verteilung der US-Repräsentanten (worum es hier geht): 6 Republikaner und 1 Demokratin. Mit den neuen Distrikten bekommen die Demokraten einen mehr. Was ist repräsentativer für das Repräsentantenhaus - 2 oder 1 von 7 bei einem Viertel bis einem Drittel der Stimmen?

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  • Ich find´s auch ehrlich ziemlich eigenartig, daß man in den USA scheinbar von jedem weiß, zu welcher der beiden Gruppen er oder sie gehört, das ist hier völlig undenkbar.

    Bei den Einträgen in die Wahlregister, Vorstellen auf Ämtern im allgemeinen, selbst Richter und andere Bundes- oder Staatsbeamte sind mit ihrer Parteizugehörigkeit gelistet oder bei Berichten, Anwälte oder Geschäftspartner werden nach Parteizugehörigkeit ausgewählt, etc.

    Ein wenig Rechreche dazu und man kann ziemlich genau ausrechnen, wer wo in welchem Stadtteil wohnt; ziemlich gruselige Sache.

    Und wenn das nicht reicht, stellt man noch Wochen vor der Wahl die Fähnchen in den Vorgarten, damit´s auch der letzte kapiert hat. :blöd:

  • Ich find´s auch ehrlich ziemlich eigenartig, daß man in den USA scheinbar von jedem weiß, zu welcher der beiden Gruppen er oder sie gehört, das ist hier völlig undenkbar.

    Bei den Einträgen in die Wahlregister, Vorstellen auf Ämtern im allgemeinen, selbst Richter und andere Bundes- oder Staatsbeamte sind mit ihrer Parteizugehörigkeit gelistet oder bei Berichten, Anwälte oder Geschäftspartner werden nach Parteizugehörigkeit ausgewählt, etc.

    Ein wenig Rechreche dazu und man kann ziemlich genau ausrechnen, wer wo in welchem Stadtteil wohnt; ziemlich gruselige Sache.

    Und wenn das nicht reicht, stellt man noch Wochen vor der Wahl die Fähnchen in den Vorgarten, damit´s auch der letzte kapiert hat. :blöd:

    Man weiß das nicht unbedingt von jedem individuellen Menschen. Wenn aber eine Partei Politik macht, welche eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gezielt benachteiligt, weiß man sicher dass die Mehrheit davon einen nicht wählen wird. Im Falle von Alabama weiß man aus Umfragen, dass 80% der schwarzen die Demokraten wählen (Quelle), dank der Rassentrennung in der Vergangenheit (und teilweise noch in der Gegenwart) weiß man zudem in welchen Vierteln diese wohnen und kann dann die Wahlbezirke so aufteilen, dass diese Gruppe möglichst wenig repräsentiert wird.


    Im Falle von Alabama wurden die Karten sowohl von Richtern in Alabama als auch vom Obersten Gericht gekippt, da sie verfassungswidrig sind, da sie eindeutig gegen Personen basierend auf ihrer Hautfarbe diskriminieren. Interessant dabei ist, dass die Entscheidung auch von zwei der republikanischen Richter im obersten Gericht gestützt wurde.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
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    -Werner Gruber

  • Wenn man in den USA Zeitung liest oder hier Berichte über Gesellschaftsthemen in den USA, kommt in 8 von 10 Fällen der Hinweis, zu welcher Partei er oder sie gehöre.

    Das können Interviews mit einem Baseball Coach sein oder ein Mitglied der DEA, ein Bericht über einen Gebrauchtwarenhändler in Detroit oder einem Tennislehrer in Chicago.

    Das meinte ich. Ich habe keine Ahnung, welche Partei unser neuer Bundestrainer wählt oder Olivia Jones.


    Das man zu nahezu jedem juristischen Falll noch die Parteizugehörigkeit des Richters kennt, setzt dem ganzen die Krone auf.

    Was Gerrymendering ist, weiss ich, doch darum ging´s mir nicht.

    Btw, begünstigt Ghettoisierung oder Suburb-Zusammengehöigkeit enorm das Gerrymendering. Wenn die meisten Afroamerikaner in einem Viertel wohnen, lassen sich die Grenzen deutlich einfacher ziehen.

    Man stelle sich mal vor, in eine spiessiege Vorstadtsiedlung von St. Loius ziehen plötzlich 200 Studenten ein. :P

  • Hier ist ein Artikel (leider in englisch) der mein Interesse geweckt. Es geht darum wie das kollabieren früherer Parteien vergleichbar ist mit dem was in den letzten drei Wochen mit den Republikanern vor geht.


    Der schließende Satz lässt Hoffnung aufkommen (ich kann mir kaum ein anderes Ergebnis vorstellen): "A failure to reach a majority consensus signals the doom of an American political party."


    Gelingt es nicht, einen Mehrheitskonsens zu erreichen, signalisiert das den Untergang einer amerikanischen politischen Partei.

  • Dass Deutschland davon verschont geblieben wäre, halte ich für ein Gerücht. Habe selbst im August am Münchener HBF zwei Frauen erleben müssen, die sich exakt so bewegten wie Tranq-Süchtige. Habe so eine unnatürliche Art sich zu bewegen in meinem ganzen Leben bisher nicht gesehen, außer in Zombiefilmen. Kennzeichnend war u.a. dass sie ihren Oberkörper oberhalb der Hüfte nicht mehr aufrecht halten konnten. Dementsprechend schlurften die Hände über den Boden und sie legten den Kopf krass in den Nacken, da er sich auf Kniehöhe befand und sie sonst gar nichts mehr gesehen hätten.

  • Mit Mike Pence hat jetzt auch schon der erste Kandidat bei den Republikanern aufgegeben bevor die Vorwahlen überhaupt begonnen haben.


    Die restlichen Kandidaten liegen laut Umfragen aber auch alle weit hinter Trump, von Trumps eigentlichem Hauptherausforder DeSantis hört man derzeit auch so gut wie gar nichts mehr.


    Ich denke man kann sich daher langsam vom Gedanken eines existierenden "moderaten" Flügels innerhalb der Republikaner verabschieden, Trump wird wohl trotz dutzenden laufender Gerichtsverfahren gegen Ihn, wieder der Kandidat der Republikaner werden.


    Das einzig gute dabei ist wenn Trump wieder verlieren sollte und wieder das Ergebnis nicht anerkennen möchte er zumindest dieses Mal nicht die Kontrolle über das US-Militär hat.

  • Meine Hoffnung ist ja, dass eines der zahlreichen gegen ihn laufenden Gerichtsverfahren schnell genug über die Bühne geht, um ihn aus dem Spiel zu nehmen.
    Bei einem Kandidaten, der eine kompetente Verteidigungslinie fährt, unwahrscheinlich, aber Trump ist nicht kompetent. Ganz im Gegenteil, mit seinem Verhalten und seiner schlechten Zahlungsmoral hat er bereits alle guten Anwälte verprellt, und hat Mühen auch nur irgendwelche Leute zu finden, die ihn juristisch vertreten, einige davon inkompetent genug, um sich selbst zum Ziel von Gerichtsverfahren zu machen, und dann gegen ihn auszusagen. Allgemein haben sich die letzten Wochen etliche ehemalige enge Vertraute als Kronzeugen gemeldet. Dazu kommt, dass er es nicht lassen kann, Gericht, Staatsanwaltschaft und Geschworene öffentlich zu beleidigen bzw. zu bedrohen. "Normalsterbliche" säßen für sowas schon in U-Haft, er zwar noch nicht, aber wenn er so weiter macht, kann es ihm durchaus passieren, dass er eine rote Linie überschreitet, und das auch auf ihn angewant wird.

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