Politik der USA

  • Ja und?

    Hat er denn etwas gesagt, was die anderen nicht gesagt haben? Murdoch hat ihn rausgeschmissen um so eine Art "Zeichen" zu setzen: Er hätte auch Hannity kicken können, wäre völlig egal gewesen.

    Dieses Werfen mit Scheiße und niederste Instinkte bedienen ist ja Firmenpolitik und von oben abgesegnet; es geht dennoch weiter wie bisher; ist ja jetzt nicht so, als ob die Chefredaktion ein schlechtes Gewissen hätte.

    Entspricht ja in ähnlicher Weise dem Rauswurf von Reichelt bei der BILD; die wird ja jetzt auch nicht seriös nur weil der Typ weg ist.

  • "Hat er denn etwas gesagt, was die anderen nicht gesagt haben?"


    Ich nehme an Du hast nie eine seiner Sendungen gesehen und dann verglichen mit denen von Hannity & Co? Hannity und die anderen sind nicht schlecht aber trotzdem Amateure im Vergleich wenn es dazu kam Scheisse zu werfen und niedrigste Instinkte zu bedienen.


    Schlechtes Gewissen? Das ist das letzte was ich denke was eine Änderung vonstatten bringt. Etwas unter einer Billion Geldzahlung mit weiterem unterwegs schon eher.

  • Ich nehme an Du hast nie eine seiner Sendungen gesehen und dann verglichen mit denen von Hannity & Co?

    Ehrlich gesagt nicht, ne.

    Das Leben ist ohnehin kurz, warum sollte ich meine Lebenszeit derart verschwenden? :P


    1 Billion in amerikanischem Englisch sind aber 1 Milliarde bei uns.

    Murdoch hat dem Vergleich ja nur zugestimmt, weil er befürchtete, vor Gericht würde noch mehr Unrat ausgepackt und Interna an´s Licht gezerrt.


    Heißt das: Tucker hat die Story von den manipulierten / defekten Wahlmaschinen ausgelabert und Hannity und Ingraham haben das nicht?

    Die Chefredation des Senders gab Tucker freie Hand zu erzählen, was immer er wollte, ohne daß jemand mal kurz Korrektur liest vor der "Nachrichtensendung"?

    Das kann ich mir nicht vorstellen; das wäre ja auch ( wie wir gerade erleben ) wirtschaftlich völlig fahrlässig.

  • Das Rechtswesen macht einen großen Unterschied wenn es um Verleumdung geht zwischen Fakten missinterpretieren\repräsentieren und fabulieren. Tucker war der Grandmaster im letzteren, Deshalb auch die Verteidigung (man kann ihm doch wirklich nicht glauben) die ich erwähnte. Die anderen hielten sich an Missinterpretation.


    Redaktion? Nimm dir einfach die Aussage von Murdoch während des Pretrials für Dominion (nicht wörtlich): "It's not red or blue that makes the decision, it's green"

    red-Republikaner, blue-Demokraten, green-Geld.

    Solange das Geld reinkommt ist es egal wie, und jetzt geht es raus in schwindelerregender Geschwindigkeit.

  • Das erklärt mir aber immer noch nicht schlüssig, warum Tucker die Geschichte anders erzählen sollte als seine Kollegen.

    Sicherlich ist Murdoch Kohle am wichtigsten und das Lavrieren an den Grenzen der Legalität Geschäftsmodell; dennoch sagst Du, ist es schlichtweg eine Sache der Rhetorik, ob und wie das für den Sender und die Person als juristisch relevant auszulegen ist oder nicht?

    Und basierend darauf werden in den USA Strafen verhängt?

  • Beispiel:


    'Laut Aussage von...' - Hannity, bezieht sich auf Aussagen.

    'Die Firma hat das Ergebnis verfälscht' - Tucker, macht Aussage.


    Mike Lindell hat sich in dieser Hinsicht da ja gewaltig in den Fuss geschossen mit seiner 5 Millionen 'Prove Mike wrong' Challenge. Eben die Daten die er präsentierte um seiner Dominion Fabulierung Nachdruck zu verleihen. Jetzt muss er das Geld bezahlen - an einen Republikaner.


    Sich auf Fakten zu beziehen war schon immer sicherer als einfach eine Aussage ohne Referenzen zu machen. Oder es als hypothetische Frage zu maskieren.


  • Ich denke Ron De Santis hat sehr gute Chancen, der nächste US Präsident zu werden. Vor allem, weil er mit 44 Jahren noch sehr jung ist. Er hat im Prinzip eine Bilderbuch-Karriere. Ehemaliger Kriegsveteran. (Dienst im Sicherheitsgefängnis Guantanamo Bay.) Erfolgreicher Militärjurist. Erfolgreicher Gouverneur in Florida, was die Wahlergebnisse angeht. Und er dürfte ohne Probleme den rechten Flügel der Republikaner hinter sich vereinen. Jetzt muss er nur noch Trump loswerden, was er aus meiner Sicht schaffen wird. Und der über 80 jährige Biden wird im wahrsten Sinne sehr alt gegen ihn aussehen. Er vertritt einen stark rechts-konservativen politischen Standpunkt und macht dies wohl sehr bewusst. Er provoziert mit seinem rigiden Vorgehen immer wieder derart, dass er damit weltweit in die Medien kommt, was er natürlich auch möchte. Flüchtlinge in die Wohnorte der Spitzen-Demokraten ausfliegen. Schuldirektoren entlassen, weil sie Michelangelos David im Unterricht behandeln. Disney angehen, weil es sich für LGBTQ-Rechte einsetzt. Seinen afro-amerikanischem Wahlkampfgegner vorwerfen er solle nicht "monkey up the problems". Ein Gesetz erlassen, was zukünftig auch bei drei Gegenstimmen in einer Jury noch ein Todesurteil erlaubt. usw.



    Ron Desantis kandidiert: Mit Musk gegen Trump (faz.net)

  • Wie kommst Du da drauf?

    Bei parteiinternen Umfragen innerhalb der Republikaner kommt Trump auf eine Zustimmung von 51%, de Santis auf 20%.

    Mit rechten, xenophoben, waffenverehrenden Bibelsprüchen ist es nicht schwer, im Rentnerparadies Florida zu punkten. Desweiteren ist er dort auch nur auf dem Rücken der Trumpwelle Gouverneur geworden. Alleine gerissen hat er gar nichts, da muß ich sogar Trump in Schutz nehmen.

    De Santis verkörpert den perfekten bibeltreuen Waffennarr, mehr aber auch nicht. das reicht nicht für eine Präsidentschaft, auch in den USA nicht.

  • Wie kommst Du da drauf?

    Bin ja nicht nur ich. Die FAZ und laut ihr die Analysten der Demokraten sehen das wohl ganz ähnlich. Sie räumen De Santia größere Chancen ein und halten ihn teilweise für den gefährlicheren politischen Gegner, als Trump.


    Sehe ich ähnlich. Bei De Santis spricht sehr viel dafür, dass er sehr viel intelligenter ist als Trump, aber mindestens genauso skrupellos.


    Für die USA ist die Kandidatur von DeSantis ein Experiment

  • Sehe ich ähnlich. Bei De Santis spricht sehr viel dafür, dass er sehr viel intelligenter ist als Trump, aber mindestens genauso skrupellos.

    Genau so ist es.

    Aber den größten Fehler haben ohnehin die Demokraten gemacht in dem sie Biden nochmal kandidieren lassen. Die Reps müssen praktisch nur einen deutlich jüngeren Kandidaten ins Rennen schicken und der wird gewinnen.


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Sehe ich ähnlich. Bei De Santis spricht sehr viel dafür, dass er sehr viel intelligenter ist als Trump, aber mindestens genauso skrupellos.

    Genau so ist es.

    Aber den größten Fehler haben ohnehin die Demokraten gemacht in dem sie Biden nochmal kandidieren lassen. Die Reps müssen praktisch nur einen deutlich jüngeren Kandidaten ins Rennen schicken und der wird gewinnen.

    Eine gewisse Chance räume ich Biden ein, aber grundsätzlich sehe ich seine Nominierung auch als gewaltiges Risiko für die Demokraten.

  • Trump hatte 2016 das Überraschungsmoment auf seiner Seite. mit Hillary Clinton eine furchtbar unbeliebte Gegenkandidatin, der Spruch "die da oben" war auch neu.

    Desweiteren hatte er einen gewissen Unterhaltungswert und war irgendwie volksnah; das kam an, weil es anders war.

    De Santis ist einfach nur hasserfüllt xenophob, von vorvorgestern, hat religiöse Ansichten, die mit den Taliban mithalten können und redet dem Volk nach dem Mund, Markus Söder Style.

    Das mag für einige Rednecks oder NRA-Fanboys in der Partei reichen, aber nie und nimmer um Wechselwähler in den Swingstates landesweit!! zu erreichen und Präsident zu werden.

    Es ist schade, daß die Demokraten Buttigieg nicht unterstützen; ist jetzt eh zu spät, doch man hätte den Mann in den letzen Jahren durchaus als Alternative aufbauen können. Ocasio-Cortez wäre meine Frau, doch sie polarisiert viel zu sehr; läßt sich in den USA nicht verkaufen.

    BIden macht´s noch mal. Wenn er allerdings vorher gesundheitliche Problem bekommen sollte, sollte die Parteiführung einen Plan B in der Tasche haben.

  • Da wäre ich mir nicht so sicher Mogges. Du siehst das zu sehr durch deine europäische Brille. Als halbwegs konservativer Amerikaner gibt es jetzt nicht so viele Gründe, De Santis nicht Biden vorzuziehen. Und Biden‘s Alter wird ein gewaltiges Thema im Wahlkampf sein. Ein paar wirre Momente oder Schwächeanfälle und das war es. Wenn sich De Santis halbwegs klug verkauft, hat er aus meiner Sicht super Chancen. Schon alleine, weil er dann Trump abgeräumt haben wird. Alleine das wird ihm schon einen gewaltigen Nimbus verschaffen.


    Also mich würde es eher überraschen, wenn Biden gewinnt, als wenn De Santis gewinnt.

  • So wie ich die amerikanische Politik verfolge ist, dass realistischste Szenario, dass sich Trump gegen De Santis durchsetzen wird und Biden dann wieder gegen Trump gewinnt. Trump hat mittlerweile einen zu großen Rückhalt innerhalb der republikanischen Partei die sich extrem radikalisiert hat, De Santis wird da gegen den Stil von Trump nicht ankommen und nicht genügend innerparteiliche Unterstützer finden.


    Trump selber polarisiert aber zu extrem und Wechselwähler und Jungwähler werden dann wieder Biden wählen einfach nur um Trump zu verhindern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!