Politik der USA

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neu

      IWST schrieb:

      als auch höhere Haftstrafen für farbige Täter.
      Wie wird das seitens eines ( weißen ) Richters begründet?
      Gibt´s da nen Passus im Strafrecht, wo die Hautfarbe in Relation zur Länge der Haft gelistet ist?


      IWST schrieb:

      ist eine weit verbreitete Enttäuschung über den nach wie vor vorhandenen strukturellen Rassismus unter anderem bei der Polizei.
      Eigenartige Ausdrucksweise, sorry. "Enttäuschung"?
      In den USA kann es bei einer Straßenkontrolle passieren, daß man als Farbiger 7 x in den Rücken geschossen wird, weil man ne Schachtel Zigaretten oder 5 Cent vom Boden aufhebt und der diensthabende Officer das dann überzeugend als AK47 gesehen hat....


    • Neu

      Bonny schrieb:

      John schrieb:

      Wie sieht es eigentlich mit der Kriminalitätsrate bezogen auf die ethnische Verteilung in den USA aus?

      37 % der verurteilten, inhaftierten Straftäter sind Afroamerikaner, bei einem Bevölkerungsanteil von 13,2 %. Das wird auf Rassismus im Strafvollzugsystem der USA also institutionellen Rassismus zurückgeführt. Und zwar nahezu ausschließlich.

      Aber wie viele Verbrechen werden denn prozentual nun tatsächlich von Afroamerikanern begangen? Finde da bisher keine Statistik zu.
      In 2012 waren es 28% laut Wikipedia (Crime USA). Weiß waren 69%, der Rest was anderes.

      Bei Gewaltverbrechen dreht sich die Verteilung langsam um.(2011)

      Gewalt: weiß 59.4% / schwarz 38.3%
      Mord: 49,7% schwarz / 48% weiß


      Ich hab mal vor Jahren zu einer Studie über die höhe von Haftstrafen gelesen, welche durch algorithmen vergeben wurden.
      Bei verurteilungen zu ähnlichen Verbrechen, begangen von Menschen mit ähnlichem sozio ökonomischen Hintergrund ist der schwarze immer härter bestraft worden als der Weiße.
      Danke für diesen Link und für die Zahlen. Das ist genau was ich gesucht habe und hochinteressant. Komme ich gleich noch einmal drauf zurück.

      Flo78 schrieb:

      Also ist dann die Lösung das die Anderen es den Konservativen gleich tun und ebenfalls Interesse und Wertschätzung vortäuschen um hinterher das Gegenteil zu tun ?
      Nein, natürlich nicht. Die Lösung ist, zunächst sich selbst zu hinterfragen und zu überlegen, warum der andere so denkt, wie er denkt. Du empfindest es als "plumpes Nationalstolzgetue", damit gibst du ja schon direkt eine Wertung ab. Was genau ist denn jetzt so schlimm daran, wenn jemand auf sein Heimatland stolz ist oder es "liebt"? Damit drückt sich doch schon gleich wieder eine Bevormundung aus: Du darfst nicht stolz sein auf dein Land. Das gehört sich nicht. - Warum? Warum sollte das ein einfacher Trucker, der sich gerne seine Amerikafahne hinten in sein Fahrerhaus hängt überhaupt verstehen? Er liebt das Land, das tagtäglich an seinem Fenster vorbeizieht und er ist emotional genug das auch frei raus zu äußern. Sich über sowas intellektuell lustig zu machen und es als "plumpes Getue" abzutun, also als "dumm" ist doch genau die Überheblichkeit, welche die einfachen Leute in die Arme der Rechtskonservativen treibt. Warum sollte man nicht auch als Linker damit leben können, dass jemand stolz auf sein Land und patriotisch ist? Weil man als Linker nur die Internationale singen darf?

      Mogges schrieb:

      Glaubst Du das nicht oder woher kommt das Interesse?
      Es ist seit Jahren bekannt, oder was denkst Du woher Bewegungen wie BLM kommen?
      Ich glaube sehr wohl, dass Polizisten auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen unterschiedlich reagieren. Ich glaube aber nicht, dass mit dem Etikett "Rassismus" damit bereits eine abschließende überzeugende Erklärung dafür besteht, so wie BLM das teilweise nahe legt.

      Mogges schrieb:

      Deswegen hab ich ja den Link zur Anfrage der AfD gepostet; das machen die regelmäßig.
      Das ist doch kein überzeugendes Argument. Wenn die AfD morgen behauptet der Ozean ist blau, werde ich deswegen nicht behaupten er wäre rot.

      Zurück zu Bonny Statistik: Crime in the United States - Wikipedia:

      Das heißt doch bspw., dass im Jahr 2011 fast 49,7% aller Tötungsdelikte in den USA von Afroamerikanern begangen wurden, zumindest nach den Verhaftungszahlen zu urteilen. Und das bei einem Bevölkerungsanteil von 2016 lediglich ca. 13,3 % an der Gesamtbevölkerung.

      Um sich zu verdeutlichen, was das heißt, sollte man noch mit einbeziehen, dass die Wohnviertel der einzelnen Bevölkerungsgruppen ja meistens doch recht deutlich nach Hautfarben separiert sind und der Anteil der afroamerikanischen Bevölkerung in den Großstädten und im Süden sehr viel größer ist, als bspw. in den ländlichen Regionen des mittleren Westens. Das heißt dieser weit überproportional hohe Anteil an Tötungsdelikten durch Afroamerikaner ist zudem auch noch auf die Wohngegenden dieser Bevölkerungsgruppe und deren Umfeld konzentriert. Was wiederum bedeutet, dass Polizisten, die dort ihren Dienst versehen, überproportional häufig mit Tötungsdelikten durch Afroamerikaner konfrontiert sind in ihrem Dienstalltag. Eine massive Gewalterfahrung. Wenn das so ist, muss man doch davon ausgehen, dass diese Polizisten vermutlich ein gewisses Maß an Angst verspüren, wenn sie es mit afroamerikanischen potentiellen Gewalttätern zu tun haben und deswegen womöglich auch anders reagieren, als bspw. bei einem weißen Täter an anderem Ort. Ist das dann auf Rassismus und die Intoleranz der Polizisten zurückzuführen, wie BLM es behauptet, oder zumindest AUCH auf eine menschliche Reaktion, auf die tagtäglich gemachten gewaltsamen Erfahrungen im Berufsalltag dieser Berufsgruppe?

      Ich will damit gar nicht ausschließen, dass es mit Sicherheit eine Menge Rassismus gerade in den Polizei-Einheiten der Südstaaten geben wird, aber als alleinige Erklärung für das abweichende Verhalten von Polizeibeamten gegenüber Afroamerikanern in den Vereinigten Staaten ist das vor diesem Hintergrund denke ich deutlich zu monokausal.
    • Neu

      John schrieb:

      Ich glaube sehr wohl, dass Polizisten auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen unterschiedlich reagieren.
      Und ich glaube das auch, aber die, die das tun, sollten noch mal auf die Schule gehen oder mal einfach in der Verfassung nachlesen ( sofern sie des Lesens mächtig sind ).
      Privatmeinung mag man ihnen ja zugestehen, aber dienstlich sieht das anders aus. Und wer das nicht trennen kann, ist für den Job nicht geeignet, fertig!

      Und das private Umfeld von Polizisten oder deren sozioökonomischen Verhältnisse interessieren mich auch nicht. Wer als Diener für den Staat unterwegs ist und bezahlt wird, muß dem Job, dem Dienst mit der Waffe, der Autorität und Macht mental gewachsen sein.
      Nur weil er ne schwere Kindheit beim Feldzug in Baghdad hatte und seine Veteranenrente nicht ausreicht, muß ich nicht hinnehmen, daß überproportional viele Farbige gerade bei Personenkontrollen um´s Leben kommen und die Täter das eine um´s andere mal ungeschoren davonkommen.

      John schrieb:

      Das ist doch kein überzeugendes Argument.
      Es soll auch nicht überzeugen; es reicht schon, wenn Du dir Gedanken machst, daß die AfD denn sonst auch nur "einfach nur ne Frage stellen möchte". ;)


    • Neu

      @Mogges
      Findest du es nicht auch interessant, dass als Begründung für die offensichtlich deutlich höheren Kriminalitätsraten unter Afroamerikanern dutzende sehr plausible und überzeugende Gründe und Zusammenhänge vorgebracht werden, um das zu erklären und einzuordnen, wenn es aber darum geht, warum amerikanische Polizisten gegenüber Afroamerikanern schneller zur Waffe greifen, dann spielen sämtliche Hintergründe plötzlich keine Rolle mehr, dann kann es nur "Rassismus" sein?

      Nebenbei bemerkt sind auch längst nicht alle Polizisten Weiße.

      Mehr als zum Nachdenken anregen möchte ich allerdings auch nicht Mogges. ;)

      Habe übrigens noch einen sehr ausführlichen Wikipedia-Artikel zur Thematik gefunden. Werde ich mir jetzt mal in Ruhe bei nem Whisky durchlesen. :kaffee:

      Race and crime in the United States - Wikipedia
    • Neu

      John schrieb:

      wenn es aber darum geht, warum amerikanische Polizisten gegenüber Afroamerikanern schneller zur Waffe greifen, dann spielen sämtliche Hintergründe plötzlich keine Rolle mehr, dann kann es nur "Rassismus" sein?
      Siehe oben.
      Dann sind diese Menschen für den Job nicht geeignet, fertig.

      Hey, ich glaub Dir, daß es diese Gründe gibt. Ich kann sie vielleicht auch nachvollziehen. Sie stehen jedoch nicht zur Diskussion.
      Für Beamte mit derartig weitreichenden Kompetenzen wie dem legitimen Töten von anderen Menschen MÜSSEN anderen Maßstäbe gelten als für einen Farbigen, der einen Banküberfall begeht oder ein Auto knackt.

      Auch in den USA sollte jeder vor dem Gesetz gleich sein; ob jetzt ein Streifenpolizist in Chicago eine schwere Kindheit hatte, sollte nicht interessieren.


    • Neu

      John schrieb:

      Nein, natürlich nicht. Die Lösung ist, zunächst sich selbst zu hinterfragen und zu überlegen, warum der andere so denkt, wie er denkt. Du empfindest es als "plumpes Nationalstolzgetue", damit gibst du ja schon direkt eine Wertung ab. Was genau ist denn jetzt so schlimm daran, wenn jemand auf sein Heimatland stolz ist oder es "liebt"? Damit drückt sich doch schon gleich wieder eine Bevormundung aus: Du darfst nicht stolz sein auf dein Land. Das gehört sich nicht. - Warum? Warum sollte das ein einfacher Trucker, der sich gerne seine Amerikafahne hinten in sein Fahrerhaus hängt überhaupt verstehen? Er liebt das Land, das tagtäglich an seinem Fenster vorbeizieht und er ist emotional genug das auch frei raus zu äußern. Sich über sowas intellektuell lustig zu machen und es als "plumpes Getue" abzutun, also als "dumm" ist doch genau die Überheblichkeit, welche die einfachen Leute in die Arme der Rechtskonservativen treibt. Warum sollte man nicht auch als Linker damit leben können, dass jemand stolz auf sein Land und patriotisch ist? Weil man als Linker nur die Internationale singen darf?
      Ja aber genau dieses Problem stellt sich doch gerade in den USA überhaupt nicht, da ist doch jeder bis zum erbrechen stolz auf sein Land. Egal ob Republikaner, Demokrat, Parteiloser oder sonst wer.
      Ich kann prinzipiell auch damit leben wenn jemand stolz auf sein Land ist, schlimm ist für mich daran das dieses Nationalstolzgetue eigentlich immer von der Politik benutzt/missbraucht wird um Wählerstimmen einzusammeln und davon abzulenken das man für 95% seines "Stimmviehs" überhaupt nichts macht oder schlimmer es oft sogar komplett verarscht. Ist doch überall das gleiche egal ob Trump, Erdowahn oder sonst wer (mann schaue nur in die Geschichtsbücher). Man bekommt nichts gebacken oder will auch gar nichts gebacken bekommen außer an der Macht zu bleiben und sich selbst und eine kleine Elite zu bereichern und dann ruft man den Verarschten ein bisschen "Make Amerika great again" und "USA!!! USA!!!" zu und sie jubeln und alles ist gut. :blöd:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Neu

      @Mogges
      Sollte, sind aber eben keine Roboter Mogges. Sind Menschen, die auch Angst haben und Fehler machen. Zumal die Polizeiausbildung in den USA glaube ich auch deutlich knapper ausfällt als bspw. bei uns.

      Wie gesagt, mir ist das Argument die Polizisten wären alle Rassisten zu plump. Ich glaube das so pauschal einfach nicht.

      Da das Thema ja so eine riesige Protestwelle losgetreten hat, würde mich zudem auch einmal interessieren, wie viele Afroamerikaner jährlich durch Polizeigewalt ums Leben kommen und wie viele durch Tötungsdelikte von Afroamerikanern, Weißen u.a.. Einfach, weil ich gerne wüsste, wie groß das Problem der tödlichen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern im Verhältnis zur allgemeinen Gewalt tatsächlich ist. Das würde mir dabei helfen diese Proteste und Unruhen und die Forderungen ganze Polizeieinheiten aufzulösen besser einzuordnen. Vielleicht finde ich dazu ja auch etwas in dem Artikel.

      Flo78 schrieb:

      Ich kann prinzipiell auch damit leben wenn jemand stolz auf sein Land ist, schlimm ist für mich daran das dieses Nationalstolzgetue eigentlich immer von der Politik benutzt/missbraucht wird um Wählerstimmen einzusammeln und davon abzulenken das man für 95% seines "Stimmviehs" überhaupt nichts macht oder schlimmer es oft sogar komplett verarscht. Ist doch überall das gleiche egal ob Trump, Erdowahn oder sonst wer (mann schaue nur in die Geschichtsbücher). Man bekommt nichts gebacken oder will auch gar nichts gebacken bekommen außer an der Macht zu bleiben und sich selbst und eine kleine Elite zu bereichern und dann ruft man den Verarschten ein bisschen "Make Amerika great again" und "USA!!! USA!!!" zu und sie jubeln und alles ist gut.
      Bei den Republikanern ist es der Patrotismus und bei den Demokraten u.a. die Rassenfrage. Die Demokraten haben das Land so viele Jahre regiert. Aber hat das irgendwas an der strukturellen Benachteiligung wirklich geändert? Wird diese Frage nicht von den Demokraten in gleichem Maße "benutzt" um Wählerstimmen einzusammeln, ohne dass man am Ende wirklich viel an der Situation ändert? Selbst Obamas Präsidentschaft war da doch eher symbolisch. Statistisch hat sie an der Situation der Afroamerikaner, Latinos usw. in den USA doch wenig geändert. Jedenfalls nach meiner laienhaften Wahrnehmung.


      So, bis später erst einmal.
    • Neu

      John schrieb:

      Wie gesagt, mir ist das Argument die Polizisten wären alle Rassisten zu plump
      Von "allen" war auch nie die Rede. ;)

      Es sind aber viel zu viele, und selbst Einzelschicksale des einen oder anderen Polizisten, der eine harte Kindheit hatte und deswegen im Polizeidienst mal eben einem anderen 7 x in den Rücken schießen mußte, machen es nicht weniger erträglich.


    • Neu

      John schrieb:

      Bei den Republikanern ist es der Patrotismus und bei den Demokraten u.a. die Rassenfrage. Die Demokraten haben das Land so viele Jahre regiert. Aber hat das irgendwas an der strukturellen Benachteiligung wirklich geändert? Wird diese Frage nicht von den Demokraten in gleichem Maße "benutzt" um Wählerstimmen einzusammeln, ohne dass man am Ende wirklich viel an der Situation ändert? Selbst Obamas Präsidentschaft war da doch eher symbolisch. Statistisch hat sie an der Situation der Afroamerikaner, Latinos usw. in den USA doch wenig geändert.
      Volle Zustimmung, genau das meinte ich ja. Der Nationalstolz wir zur Ablenkung genutzt um von den Problemen/der eigenen Untätigkeit abzulenken und genau deshalb lehne ich dieses Patriotismus Geschwubel ab. Politiker sollen die Probleme im Land angehen, sich um alle Bürger und nicht nur die gut zahlende Lobby kümmern und gefälligst die Finger von diesen Nationalstolz Nebelkerzen lassen. :lehrer:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Neu

      Mogges schrieb:

      .....

      In den USA kann es bei einer Straßenkontrolle passieren, daß man als Farbiger 7 x in den Rücken geschossen wird, weil man ne Schachtel Zigaretten oder 5 Cent vom Boden aufhebt und der diensthabende Officer das dann überzeugend als AK47 gesehen hat....
      Falls du dich auf den Fall von Jacob Blakes beziehst, dann muss ich dich enttäuschen. Es war keine AK-47, sondern ein Messer und es war keine Polizeikontrolle, sondern seine (Ex-)Freundin hatte die Polizei gerufen.

      Leider haben viele Medien vergessen noch ein paar nette Details zu berichten, wie 1)gegen ihm lag ein Haftbefehlt wegen "Vergewaltigung und Hausfriedensbruch" gegenüber der (Ex-)Freundin vor, 2) hatte er sich zuvor sich der Verhaftung widersetzt, sogar der Einsatz von Taser waren wirkungslos und 3) er war dabei das Auto und die Konder seiner (Ex-)Freundin zu entwenden.

      Sogar die deutsche Wiki beschreibt einen falschen Tathergang.

      Quellen dazu z.B. ein späterer erschienen NYTimes Artikel.
    • Neu

      Dann sei Vorsichtig mit deinen "fiktiven" Beispiel, wenn genau dieser Fall vor die letzten Monate reell durch die (amerk.) (Sozialen) Medien getrieben wurde und sich breit ausgeschlachtet wurde.

      Meine Meinung über die USA gerade:

      Es ist ein großes Pulverfass auf den zwei mit Fackeln einschlagen und den Anderen anschreien, dass dieser Schuld sein, wenn es explodiert.....
    • Neu

      Schöne Metapher. Ja, so kann es einem vorkommen.

      P.S.
      So, ich habe jetzt noch einmal recherchiert, um genauere Zahlen zu haben vor dem Hintergrund der Diskussion um rassistische motivierte Polizeigewalt in den USA. Ich nenne jetzt einfach nur die Zahlen. Soll sich jeder selbst seine Meinung dazu bilden. Die Zahlen stammen u.a. aus Statista und der veröffentlichen Statistik des FBI. In diesem Fall für das Jahr 2019. Dazu muss man wissen, dass das FBI Schwarze und Weiße als „Races“ unterteilt, die dann jeweils beide noch einmal in die „Ethnicity“ Hispanic or Not-Hispanic unterteilt werden. Asiaten und Ureinwohner werden unter „other“ vom FBI zusammengefasst, während Statista Hispanics, Asiaten und Ureinwohner als eigene Gruppe betrachtet, gemäß Selbstzuschreibung.

      Im Jahr 2019 betrug der Anteil an der Gesamtbevölkerung gemäß Selbstzuschreibung laut Statista:

      Weiße: 60,11%
      Hispanics: 16,21%
      Schwarze: 13,43%
      Asiaten: 5,94%
      Sonstige: 1,53%

      Ebenfalls laut Statista wurden im Jahr 2019 durch die Polizei in den USA in absoluten Zahlen getötet:

      Weiße: 370
      Schwarze: 235
      Hispanic: 158
      Sonstige: 241

      Gemäß der Mord-Statistik des FBI für das Jahr 2019 wurden in absoluten Zahlen durch Verbrechen getötet:

      2594 Weiße durch Weiße.
      566 Weiße durch Schwarze.
      139 Weiße durch Sonstige
      246 Schwarze durch Weiße.
      2547 Schwarze durch Schwarze.
      86 Schwarze durch Sonstige.

      Nach „ethnischer“ Unterteilung:

      759 Hispanics/Latinos durch Weiße
      177 Hispanics/Latinos durch Schwarze
      1681 Not-Hispanic/Latinos durch Weiße
      2298 Not-Hispanic/Latinos durch Schwarze.

      Quelle:
      ucr.fbi.gov/crime-in-the-u.s/2…homicide-data-table-6.xls

      Quelle: statista.com/statistics/585152…ath-by-us-police-by-race/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von John ()

    • Neu

      Bonny schrieb:

      Ich hab mal vor Jahren zu einer Studie über die höhe von Haftstrafen gelesen, welche durch algorithmen vergeben wurden.
      Bei verurteilungen zu ähnlichen Verbrechen, begangen von Menschen mit ähnlichem sozio ökonomischen Hintergrund ist der schwarze immer härter bestraft worden als der Weiße.
      Das ist anscheinend so und gilt auch für Millionäre. Deswegen ist der Zusammenhang "Schwarze sind eher arm und arme Menschen klauen halt häufiger" nicht unbedingt zielführend.

      Als Paradebeispiel dazu betrachte ich den OJ Simpson Prozess. Zur Tatzeit war er noch ein überaus reicher Mann und medienmäßig ein Superstar, äußerst beliebt im ganzen Land.

      Trotzdem haben direkt im Anschluss an die Tat, als die Schuldfrage noch völlig offen gewesen ist, die Ermittler aus rassistischen Motiven Beweise gefälscht, um ihn auf jeden Fall für immer unschädlich zu machen. Die Todesstrafe wäre durchaus möglich gewesen. Die Begründung der Ermittler lautete später, man wollte ihn hängen sehen, weil er mit einer weißen Frau zusammen gewesen war. Das schlimmste Verbrechen überhaupt.

      Wenn man sich so etwas sogar bei reichen Hollywood- und Sportstars traut, dann möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie viele arme Schwarze völlig unschuldig verurteilt worden sind. Da dreht sich der Magen um.
    • Neu

      Interessant. Den O. J. Simpson Prozess habe ich ganz anders wahrgenommen. Nämlich als ein Versagen der Justiz, indem sachfremde Rassismus-Motive der Verteidigung erfolgreich dazu verhalfen, vom eigentlichen Tatmotiv und der Vorgeschichte usw. abzulenken.

      Vor allem bei der Vorgeschichte. Hatte nicht in den Jahren zuvor die Polizei 9-10 !! Mal zu seinem Haus fahren müssen, wegen häuslicher Gewalt Simpsons gegenüber seiner Frau, dem späteren Opfer?

      Naja, er wurde freigesprochen und hinterher nur noch in einem Zivilprozess schuldig gesprochen. Ein anderer Mörder konnte aber nie ermittelt werden.

      Dass Ermittler Beweise gefälscht haben wurde nie belegt. Es wurde lediglich bewiesen, dass sich der Ermittler, der die Beweise hätte fälschen können, in den Jahren zuvor mehrfach in anderen Zusammenhängen äußerst rassistisch geäußert und darüber nun vor Gericht gelogen hatte. Er wurde dadurch vor der überwiegend afroamerikanischen Jury völlig unglaubwürdig.

      Zudem musste die Verteidigung die bestehenden Indizien nicht widerlegen, sondern nur begründete Zweifel an deren Aussagekraft erzeugen.

      Später wurde er dann in einem anderen Fall wegen bewaffneten Raubüberfalls zu 9 Jahren Haft verurteilt.

      Muss sich jeder wohl selbst ne Meinung zu bilden.

      de.m.wikipedia.org/wiki/Strafprozess_gegen_O._J._Simpson
    • Neu

      Corvus schrieb:

      Dann sei Vorsichtig mit deinen "fiktiven" Beispiel, wenn genau dieser Fall vor die letzten Monate reell durch die (amerk.) (Sozialen) Medien getrieben wurde und sich breit ausgeschlachtet wurde.
      Es kommt nahezu täglich vor, daß übereifrige Streifenpolizisten bei Kontrollen vermeindliche Waffen gesehen haben wollen und daraufhin der Fahrer getötet wird.
      Ich lese keine amerikansichen sozialen Medien, deswegen kenne ich den Fall nicht.


    • Neu

      John schrieb:

      Wie gesagt, mir ist das Argument die Polizisten wären alle Rassisten zu plump. Ich glaube das so pauschal einfach nicht.
      Ich verstehe schon, dass Polizisten entsprechend Ihrem Umfeld anders reagieren. Ein Polizist der in einem schwarzen Problemviertel Streife fährt, in einem Land in dem jeder Depp eine Schusswaffe haben kann, wird sicher vorsichtiger sein als ein Deutscher Polizist der zwar mal mit Respektlosigkeit oder Handgreiflichkeiten zu tun hat, aber doch eher selten mit Schießereien. Und ja, vielen Polizisten dort fehlt es an Training, Deeskalation hat keine Priorität und wenn jemand nicht richtig ausgebildet wurde, übernehmen an einem Punkt sehr viel wahrscheinlicher die Reflexe, anstatt antrainierte Verhaltensmuster.

      Also pauschal alle US-amerikanischen Polizisten als rassisten zu bezeichnen und bei jeder Gelegenheit die Schuld bei diesen zu suchen geht vermutlich an der Realität vorbei. ABER dass aber Menschen auf offener Straße erwürgt werden, unbewaffnet in ihrem Bett oder im Auto erschossen werden, beim weglaufen abgeknallt werden, völlige Willkür beim ausüben des Gewaltmonopols usw, dass kann man eben auch nicht alleine dadurch erklären.

      Gleichzeitig Schwarze die ihren Kindern erklären müssen, wie sie sich der Polizei gegenüber verhalten müssen um nicht erschossen zu werden, Polizisten die z.t. zu mehreren eine Waffe auf offensichtlich unbewaffnete richten, der brutale Einsatz von Gummigeschossen und Pfefferspray gegen unbeteiligte oder eben auch einfach nur Schikane. Das Internet ist voll mit Videos die so etwas zeigen, nur das hierbei halt niemand erschossen wurde und deshalb auch kein riesen Skandal daraus geworden ist.

      Die USA haben einfach ein Problem mit strukturellem Rassismus. Auch wenn es sicher Unterschiede von Staat zu Staat und Ort zu Ort gibt und eben nicht jeder mit Marke automatisch Rassist ist, zementiert die Polizei andernorts durch ihr verhalten eben doch den Status Quo.
    • Neu

      John schrieb:

      Interessant. Den O. J. Simpson Prozess habe ich ganz anders wahrgenommen. Nämlich als ein Versagen der Justiz, indem sachfremde Rassismus-Motive der Verteidigung erfolgreich dazu verhalfen, vom eigentlichen Tatmotiv und der Vorgeschichte usw. abzulenken.

      Vor allem bei der Vorgeschichte. Hatte nicht in den Jahren zuvor die Polizei 9-10 !! Mal zu seinem Haus fahren müssen, wegen häuslicher Gewalt Simpsons gegenüber seiner Frau, dem späteren Opfer?
      Die Antwort ist richtig, aber die Fragestellung ist bei mir eine andere. Die Debatte war damals nicht, ob er schuldig oder unschuldig ist, sondern ob der Fall rein rechtlich gesehen nicht neu aufgerollt werden muss, wenn sich herausstellt, dass die führenden Ermittler Rassisten der übelsten Sorte sind und pausenlos im Zeugenstand lügen.

      Ich wollte aber eigentlich auch nur eine mögliche Erklärung für die Tatsache zeigen, weshalb Schwarze tendenziell für ähnliche Verbrechen die härteren Strafen bekommen. Das kann eben daran liegen, dass es auch rassistische Ermittler in den Behörden gibt.

      John schrieb:

      Naja, er wurde freigesprochen und hinterher nur noch in einem Zivilprozess schuldig gesprochen. Ein anderer Mörder konnte aber nie ermittelt werden.
      Das es einen anderen Mörder geben könnte, ist eigentlich völlig ausgeschlossen.
    • Benutzer online 3

      1 Mitglied und 2 Besucher