Politik der USA

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Es ist auch irgendwie sehr krass.

      Hätte mir im Dezember jemand gesagt, die USA werden in den nächsten 6 Monaten ca. 127.000+ Tote zusätzlich zu verzeichnen haben, also mehr als im Koreakrieg, Vietnamkrieg, Zweiter Golfkrieg 1991, 11. September 2001, Afghanistankrieg 2001 und Dritter Golfkrieg 2003 zusammengenommen, dann hätte ich gefragt:„Oh mein Gott! Wie konnte das passieren? Was macht das mit dem Land?“ und tatsächlich ist die allgemeine Stimmung aber nun eher so: „Mmh ok. Aber ab wann können wir denn nun wieder in den Urlaub und an den Strand?“

      Ich muss ehrlich zugeben, eine solche Ignoranz bzw. ein solch krasses Ausblenden der Faktenlage hätte ich mir bis Dezember so in meinem wildesten Phantasien nicht vorstellen können. Ich hätte angenommen, es würde alles getan, um Opfer zu vermeiden. Tatsächlich wird aber eigentlich gar nichts getan und die US-Regierung will einfach die Tests reduzieren, damit man nicht mehr soviel davon mitbekommt. Das ist so grotesk krass, dass man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln müsste. Aber nach 3,5 Jahren Trump ist man derartig abgestumpft, dass es einen schon freut, wenn nicht noch ein großer Krieg versehentlich ausbricht.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • John schrieb:

      Ich hätte angenommen, es würde alles getan, um Opfer zu vermeiden.
      Wird es ja in Nicht-Pandemie-Zeiten auch nicht.
      Warum sollte sich eine Politik oder auch Gesellschaft, deren Grundmaxime die des Sozialdarwinismus ist, in Pandemie Zeiten für die betroffenen interessieren? Wird bei uns übrigens auch nicht getan.
      Das Gesundheitssystem wird schon lange auch bei uns als Wirtschaftsfaktor gesehen und nicht als Einrichtung, Menschenleben zu retten. Ich meine damit das "System", natürlich nicht Ärzte und Pflegepersonal ( zumindest hauptsächlich nicht; Orthopäden, die künstliche Hüften nach Plan operieren und einbauen, da maßgeblich das den meisten Reibach erzeugt, gibt es immer noch ).
      1 x klatschen am Abend muß reichen......was ist eigentlich aus den 1.500 € Sonderzahlung für Pflegekräfte geworden? 500,- € von Söder wurden schon überweisen ( auch an uns ).......die Bayern halt, immer ne Runde besser als der Rest der Republik.

      Nur in Einzelfällen gehe ich davon aus, daß restriktive Maßnahmen gegen das Virus darauf beruhen, Menschenleben zu retten. Im Grunde genommen geht es auch bei uns nur um´s Geld und den Einfluß des Virus auf die Wirtschaft.
      Ein Zusammenbrechen des Gesundheitssystems kommt uns teurer als ein temporärer Lockdown mit größten Einschränkungen in Handel und Konsum; unzählige male gelesen und auch bestätig gesehen.
      In den USA kommt das Ganze nur exorbitant schnell und brutal zutage, weil die Dimensionen völlig andere sind, ohne vernünftige und menschenwürdige Arbeitsgesetze oder gar Kurzarbeiterregelungen.

      Der Mythos von der viel gefährlicheren Influenza hält sich auch bei uns noch hartnäckig; in den USA, wo viele ( v.a. Trumpfans ) "Medien" konsumieren, die Wissenschaftler verunglimpfen und als Lügner und Manipulatoren höherer Mächte bezeichnen, braucht man nur die richtigen Kanäle für die Information und schon wird´s geschluckt, Ist hier nicht anders, jedoch deutlich weniger präsent.

      Aber ich find´s mutig, wie sich jetzt Anthony Fauci Trump gegenüberstellt und ihm endlich mal widerspricht. Er hat sehr lange gebraucht, jetzt ist wohl der Punkt wo ihm a) entweder alles völlig scheiß egal ist, wenn er sieht, wie die Zahlen im Süden der USA explodieren oder b) er weiß, der Präsident KANN ihn nicht feuern, denn das würde seine "Zustimmunsgraten", die ohnehin schon mehr als beschissen sind, endgültig gegen Null treiben.
      Trump braucht Fauci und der weiß das.
      Ein von Trump eingesetzter Lakai, der bibelfeste Zahlen aus dem Alten Testament vorliest, während ihm Pence über die Schulter schaut, wäre der vollständige Untergang.

      Habe letztens eine Theorie gelesen, wonach Trump in den nächsten Wochen aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten werde, Pence übernimmt das Ruder, verliert die Wahl und Trump hat das Gewicht gewahrt, weil mit ihm wäre ja alles anders gelaufen, er konnte ja aus gesundheitlichen Gründen nicht.
      Und das auch nur, weil Trump nicht verlieren kann und ihm sei Ego wieder mal selbst im Weg steht.
      Interessante Theorie, die nächsten Wochen werden sehr spannend werden!


    • Deine Theorie ist zwar sicherlich nicht ganz falsch, aber ganz bestimmt auch nicht ganz richtig.

      Würde die Regierung und die Gesellschaft immer nur aus wirtschaftlichen und nie aus humanitären Gesichtspunkten handeln, dann hätten wir 2015 ganz sicher keine Flüchtlinge aufgenommen. Auch Klimawandelpolitik, Atomausstieg usw. sähe ich dann erstmal nicht. Ich wüsste auch nicht, warum man soviel in Arbeitsvermittlung investieren sollte und die Leute nicht einfach mit dem Hungersalär und Glotze sich selbst überlässt. Das wäre mit Sicherheit billiger.

      Auch auf die USA übertragen stimmt das so meiner Ansicht nach nicht, denn die aktuelle Politik schadet aus meiner Sicht der US-Wirtschaft deutlich mehr, als ein konsequent betriebener Lockdown. Ich denke China und vor allem Europa kommen da bspw. gerade NOCH insgesamt deutlich besser weg. (Ich denke allerdings, dass uns die Ferienreisen reinreißen werden.)
      Die USA sind aus meiner Sicht auch keine Gesellschaft, die auf Sozialdarwinismus setzt (das waren dann schon eher die Nazis), als eine Gesellschaft die das Ideal des Individualismus und die Freiheit des Einzelnen über nahezu alles stellt. Nicht der Staat (ursprünglich in Form des britischen Königs) ist der primäre Garant von Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden seiner Staatsbürger (Untertanen) sondern jeder Einzelne selbst ist der Garant seines Glückes und Erfolges, basierend auf Fleiß, Entbehrungsbereitschaft, Risikobereitschaft und Mut. (Image des einsamen Trappers in der Wildnis, der seinen Erfolg der Urbarmachung des wilden Landes abtrotzt und niemandem Rechenschaft ablegen muss, außer vor sich selbst und vor Gott.) Der Lohn dafür ist ein hohes Maß individueller Freiheit und individuellen Wohlstands. Das Manko ist das persönlich viel höhere Risiko auch abstürzen zu können. Warum ist das nun nicht sozialdarwinistisch? Weil die US-Gesellschaft in hohem Maße (u.a. auch wegen dieser persönlichen Risiken) religiös geprägt ist. Wenn nur du selbst für dein Glück sorgen kannst, ist der Glaube an einen gütigen helfenden Gott gleich noch einmal viel tröstlicher. Das führt aber in den überwiegend christlichen Gemeinden eben auch zu einer viel höheren privaten Sozialfürsorge auf Gemeindeebene bspw. für Not leidende Gemeindemitglieder. Armenküchen bspw. funktionieren in den USA doch vielfach aufgrund privater und kirchlicher Initiative. Und auch die Reichen und Superreichen (Bsp. Bill Gate oder Warren Buffet) spenden umgerechnet freiwillig viel mehr, als das bspw. in Russland oder China der Fall sein würde, wo man das lediglich vom
      Staat erwartet und die Superreichen lediglich loyal zum Regime sein müssen, ansonsten aber kein soziales Engagement zeigen müssen. „Charity„ ist ja nicht umsonst ein vor allem us-amerikanisch geprägter Begriff.

      Also bei aller Kritik an den USA finde ich sollte man schon so fair sein, zumindest die unterschiedlichen, gesellschaftlichen Grundüberzeugungen mit einzubeziehen. Unsere „soziale Marktwirtschaft“ beruht ja letztlich vor allem auch auf dem Gedanken, dem Kommunismus der damaligen Zeit keine Angriffsfläche zu bieten und hat, was keiner hören möchte, natürlich auch Konzepte der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ übernommen, die ja noch in aller Köpfe war und das soziale Volkswohl auf Kosten der Nachbarvölker organisieren wollte. Da hätte man nun gar nicht risikolos in den Turbokapitalismus wechseln können, zumal gerade in Deutschland Bismarcks Sozialgesetzgebung ja schon bewiesen hatte, dass sie vermutlich mit am effektivsten dazu beitrug, die sozialistischen Arbeitermassen unter monarchischer Kontrolle zu halten und an die man sich seit dem Jahre 1883 Ja auch gewöhnt hatte. Also ja, wir stehen heute vermutlich in der sozialen Gesetzgebung besser da, als die USA, aber das Motiv war oft weniger menschliche Nächstenliebe, als vor allem politische Kontrolle und Ruhigstellung. Während in den USA eben die Freiheit des Individuums ganz hoch gestellt wird, dafür aber eben auch das höhere Risiko des Einzelnen weithin akzeptiert wird.

      Fauci widerspricht Trump übrigens seit jeher. Er macht es nur nicht sehr offensiv sondern immer höflich, indem er schlicht seine Fakten denen von Trump gegenüberstellt, anstatt öffentlich zu sagen, dass Trump Unwahrheiten erzählt. Was sich aber logisch natürlich trotzdem dann daraus ergibt.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Ich frage mich, wie das ganze unter Obama abgelaufen wäre. Höchst wahrscheinlich kein Austritt aus der WHO, sondern zusätzliche Mittel, außerdem zusätzliche Mittel des Bundes für betroffene Bundesstaaten. Kein Leugnen schlichter Tatsachen, sondern eindringliche Appelle an die Bürger und an die Bundesstaaten.

      Nur wie sehr hätten sich die Folgen trotzdem von der jetzigen Regierung unterschieden? Das Land war schon vorher gespalten. Es gab schon vorher Verschwörungstheoretiker und Tea Party-Republikaner die mit Wissenschaft nichts anfangen konnten und alles für eine Verschwörung der Demokraten gehalten hätten. Auch renitente republikanische Gouverneure gab es schon vorher. Dazu ein Volk, dass die individuelle Freiheit so sehr schätzt, dass sie sich lieber auf offener Straße erschießen lassen, anstatt die Waffengesetze zu verschärfen.

      Ich will Trump sicher nicht in Schutz nehmen, ein richtiger Präsident hätte vermutlich vieles besser gemacht und es hätte viele Leben gerettet werden können. Aber wären die USA, aufgrund der gesellschaftlichen Spaltung und ihrer Struktur nicht trotzdem mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit zu einem Hotspot geworden?
    • - Eine etwas frühere Reaktion der Regierungsverantwortlichen Aufgrund einer besseren Lageeinschätzung durch die tatsächliche Nutzung der Verfügbaren Geheimdienstinformationen
      - mehr Koordination und Abstimmung zwischen den Bundesstaaten geführt vom Federal Government
      - Zentrale Beschaffung durch Spezialisten und verschiebung von Ressourcen zu den Hot Spots

      Das sind drei Dinge die nicht passiert sind, die aber die negativen Folgen der Pandemie stark verringert hätten. Der Ausbruch war aus den von dir genannten Gründen nicht zu verhindern, die stärke aber schon.
      "There is no need to die on the road. You can always do homeoffice."
      - Proverb in Bangladesh
    • John schrieb:

      Würde die Regierung und die Gesellschaft immer nur aus wirtschaftlichen und nie aus humanitären Gesichtspunkten handeln,
      Ich habe auch mit keinem Wort erwähnt, daß sie es immer tut. Im Falle von Corona ist es aber so, was aber keinen Unterschied macht, solange man nur ehrlich dabei ist.
      Ob man aufgrund von "Nächstenliebe" die Wirtschaft runterfährt oder wegen größeren Schäden für die Ökonomie, ist egal; solange dafür gesorgt wird, daß die Infektionen nachverfolgbar bleiben.

      Und zu den USA: natürlich hat Trump eine signifikante Schuld am Desaster.
      Seit Wochen plädiert er für einen liberalen Umgang mit der Pandemie, hat den Bundesstaaten Hilfen abgesprochen, wenn sie sich nicht dem beugen, was er meint verfügen zu müssen. Das ging schon damit los, daß Washington in Konkurrenz getreten ist um Atemschutzmasken gegen die hauptsächlich demokratisch regierten Staaten.
      Desweitern sitzen in vielen Staaten Republikaner als Gouverneure; möchten sie von Trumps grandiosem Wahlsieg im November profitieren, sollten sie gefälligst tun, war er sagt. Und Trump sagt: "fahrt die Wirtschaft wieder hoch und macht Party!"

      Bonny hat es ja schon geschrieben: eine bessere Abstimmung zwischen der föderalen Regierung und der Staaten; bei uns ist es zwar auch nicht perfekt, doch wie man effektiv auf Bundes- und Landesebene zusammenarbeiten kann, haben Merkel, Spahn und die Ministerpräsidenten gezeigt.

      Im empfehle mal nach den Gemeinsamkeiten von autokratisch polemisch regierten Staaten wie den USA, Brasilien, Rußland und UK und den Bezug zu den Infektionen / Toten zu suchen; gut aus der Krise kommen werden nur demokratisch Staaten, die keine Irren an der Spitze haben.


    • Mogges schrieb:

      Und zu den USA: natürlich hat Trump eine signifikante Schuld am Desaster.
      Seit Wochen plädiert er für einen liberalen Umgang mit der Pandemie, hat den Bundesstaaten Hilfen abgesprochen, wenn sie sich nicht dem beugen, was er meint verfügen zu müssen. Das ging schon damit los, daß Washington in Konkurrenz getreten ist um Atemschutzmasken gegen die hauptsächlich demokratisch regierten Staaten.
      Desweitern sitzen in vielen Staaten Republikaner als Gouverneure; möchten sie von Trumps grandiosem Wahlsieg im November profitieren, sollten sie gefälligst tun, war er sagt. Und Trump sagt: "fahrt die Wirtschaft wieder hoch und macht Party!"

      Bonny hat es ja schon geschrieben: eine bessere Abstimmung zwischen der föderalen Regierung und der Staaten; bei uns ist es zwar auch nicht perfekt, doch wie man effektiv auf Bundes- und Landesebene zusammenarbeiten kann, haben Merkel, Spahn und die Ministerpräsidenten gezeigt.
      Gut, ich denke das ist unstrittig hier. Das sehen wir wohl alle so.

      Ansonsten habe ich gerade gelesen, dass selbst der erzkonservative Staat Mississippi nun als letzter Staat der ehemaligen Südstaaten deren Flagge aus seiner Staatsflagge als Symbol entfernt. Ein kleiner und später Fortschritt, aber ein Fortschritt.

      msn.com/de-de/nachrichten/poli…z4?ocid=spartan-ntp-feeds
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Das hatte ich auch nicht auf dem Schirm gehabt: Den USA droht zusätzlich noch in eine Obdachlosenkrise zu rutschen.


      Eine wahre Kettenreaktion zieht sich durch das System der USA. Mal schauen, wo das alles endet.
      Steam-Profil

      "When the world rots, we set it afire. For the sake of the next world. It's the one thing we do right, unlike those fools on the outside." - Corvian Settler (Dark Souls 3)

      "People are paying me to rob them." - Spiffing Brit playing M&B2
    • Trump hat eine sehr eigene Art diplomatische Telefonate zu führen:

      cnn.com/2020/06/29/politics/tr…urity-concerns/index.html


      Es ist ein sehr langer Artikel, aber es ist sehr spannend zu erfahren wie Trump versucht international Politik zu machen.
      "There is no need to die on the road. You can always do homeoffice."
      - Proverb in Bangladesh

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bonny ()

    • Bei dem Part mit Merkel. Mutti dumm zu nennen könnte bei anderen Kanzlern/Personen durchaus zu einer politischen Krise führen. Mit Macron und damals May hat er ja dann quasi die großen Köpfe der EU beleidigt. Respekt, dass die so ruhig geblieben sind.

      Hoffentlich kriegt der Trump keine zweite Amtszeit.

      Iran hat einen Haftbefehl gegen Trump bei Interpol wegen den Mord am Soleimani eingereicht. Der wird sich zwar verlaufen, zeigt allerdings auch, dass man mit Trump nicht verhandeln will.
    • CNN schrieb:

      the President himself posed a danger to the national security of the United States, according to White House and intelligence officials
      Wenn der Artikel so schon beginnt. Herrlich :thumbsup:
      Ich empfand beim Lesen nur noch Schadenfreude.

      Nappi schrieb:

      Mutti dumm zu nennen könnte bei anderen Kanzlern/Personen durchaus zu einer politischen Krise führen.
      Warum auch.
      Es wird auch deutsch-amerikanische Beziehungen nach Trump geben. Solange es nur Worte sind soll er reden, am Ende wird neu verhandelt.
      Aber Respekt an sie, dass sie noch versucht mit Fakten zu kontern, ich hätte ja das Telefon nach dem ersten Gespräch beiseite gelegt und in den weiteren Telefonaten nur noch ab und zu mal "Yes Mr. President" gesagt und nebenbei einen Kaffee gekocht und Zeitung gelesen :D
      Während Putin und Co. in der begrenzten Zeit möglichst viel rauszuholen aus dieser Witzfigur lassen es sich die NATO Staaten halt übergehen, bis er weg ist.
    • Naja, die Tatsache, dass sogar hohe deutsche Stellen aus einem engen Kreis offenbar bereit sind, da Details an CNN durchzustechen, lässt bereits tief blicken. Das würde wohl kaum ohne informelle Zustimmung Merkels geschehen können und ist somit wohl als Retourkutsche zu werten, die in Trumps Wahlkampf natürlich voll einschlagen soll. Nicht umsonst haben die russische und die türkische Seite noch nicht einmal auf Anfragen CNNs reagiert, was wohl auch die übliche Vorgehensweise bei Inhalten solcher Telefonate ist.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Ich glaube das wird in naher Zukunft noch ein Nachspiel für die nächsten US Präsidenten haben.

      Der Inhalt der Gespräche ist ja in jedem Land
      aufgezeichnet, und steht den jetzigen und vermutlich auch den folgenden Staatsoberhäuptern zur verfügung.

      Vor allem auch in Verbindung mit dem sonstigen irrationalem handeln wie dem einseitigen aufkündigen von internationalen Abkommen und Verträgen.

      Das könnte als Verhandlungsmasse mit benutzt werden: Wir sind damals nicht von eurer Seite gewichen, obwohl ihr uns allen Grund dazu gegeben habt, jetzt unterschreib bitte Vertrag X, Stimme für Resolution Y, veröffentliche Statement Z, damit wir euch in Zukunft wieder vertrauen können.

      Vermutlich deutlich subtiler und diplomatischer, aber ich mir gut vorstellen, dass sich darüber gut Druck auf die nachfolgenden (plural) Präsidenten ausüben lässt.
      "There is no need to die on the road. You can always do homeoffice."
      - Proverb in Bangladesh
    • Ich denke genau deshalb wird der öffentliche Cut mit der Amtszeit Trumps durch seinen Nachfolger ungewöhnlich deutlich sein, damit man sich genau dafür nicht immer und immer wieder entschuldigen muss.

      Das Verhältnis zu Russland dürfte sich dadurch langfristig massiv verschärfen.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Wäre nicht Corona hätte es sicher Potential für einen Skandal:

      Der russische Militärgeheimdienst soll Taliban für getötete britische und amerikanische Soldaten Kopfgeld bezahlt haben. Trump wusste davon, hat aber nichts dagegen gemacht.

      tagesschau.de/faktenfinder/rus…stan-taliban-usa-101.html
      "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
      Bodo Wartke
    • Ne, da könnte sogar was dran sein.
      Der Mann ist Oberbefehlshaber seiner Armee und sollte sich eigentlich um seine Soldaten kümmern und nicht die Schultern zucken, wenn man von Kopfgeldern auf sie weiß.
      Angeblich haben ihn die Geheimdienste nicht gebrieft......was ist eigentlich aus den Diensten geworden in den letzten Jahren, Corona haben sie ja auch "übersehen"....ist nicht Trump für die Einsetzung der Verantwortlichen in den Sicherheitsapparaten verantwortlich oder hat er mal wieder aus Versehen jemanden gefeuert, der seinen Job gemacht hat?

      Ich stelle mir gerade Putin vor, wie er lachend in seinem Büro sitzt, sich Videos von Trump ansieht und seine Berater halten ihn auf dem neuesten Stand, was er diese Woche mal wieder für einen Mist gemacht hat.
      Es ist unglaublich, wie man sich vor aller Welt dermaßen zum Affen machen kann, nur um ein paar Hillbillies und Intelligenzverweigerer auf den Baumwollfeldern zu beeindrucken.
      Andererseits bin ich auch neugierig, wie es Rußland im November schaffen möchte, den Clou von vor vier Jahren zu wiederholen. Wenn man daran glaubt, daß Putin Trump in´s Amt gehievt hat, wird man jetzt wohl dreimal so genau hinsehen.

      Und dem armen Donald bricht mittlerweile alles weg, aber auch wirklich alles.


    • Mogges schrieb:

      Andererseits bin ich auch neugierig, wie es Rußland im November schaffen möchte, den Clou von vor vier Jahren zu wiederholen. Wenn man daran glaubt, daß Putin Trump in´s Amt gehievt hat, wird man jetzt wohl dreimal so genau hinsehen.

      Laut John Bolton hat Trump Xi Jinping um Wahlkampfhilfe gebeten.

      China soll den USA mehr Landwirtschaftsprodukte abkaufen. Das käme dann ja vor allem Trumps Wählerschicht zugute.
      "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
      Bodo Wartke
    • Habe ich gelesen, genialer Plan.
      Man beeindruckt die eigene debile Wählerschaft durch Restriktionen und Importzöllen gegenüber China, nach der Wahl nimmt man sie zurück, bedankt sich bei den Chinesen für den Support und hebt sie wieder auf.
      Nur was hat China davon?

      Der Mann hat nie gelernt, wie ein Politiker oder gar Staatsmann zu denken. Er hat sich immer als CEO eines Unternehmens gesehen, das sich im Wettbewerb mit anderen befindet; funktioniert nur leider nicht.