Was spielt ihr gerade?

  • Seit dem zweiten Playthrough von Hollow Knight bin ich in zwei Spiele eingetaucht.


    Zunächst HighFleet, einer Kombination aus strategischer Kampagne und action-arcade-haften Gefechten von riesigen Luftschiffen in einem postapokalyptischen Setting.

    Dass das Spiel von einem Russen entwickelt wurde, spürt man in der UI und der Zugänglichkeit des Spiels. Es gibt zwar Tutorials und einige Hinweise, aber man lernt die Mechaniken doch eher auf die harte Weise kennen. Aber das restliche Spielkonzept und die Ausführung schlägt ein wie ein Nuklearsprengkopf.

    In HighFleet spielt man den Kommandeur einer Luftflotte, die auf einer militärische Kampagne in den rebellischen Norden unterwegs ist. Nach einem kurzen Prolog erreicht die Flotte die Nachricht, dass eine Nuklearwaffe die Hauptstadt im Süden in Schutt und Asche verwandelt hat. Geradezu gestrandet in feindlichem Territorium bleibt hier nur die Flucht nach vorn, die nördliche Hauptstadt zu erreichen, einzunehmen und den dortigen Superreaktor als Verhandlungsbasis zu nutzen.

    Man beginnt eine Kampagne, indem man seine Startflotte zusammenstellt. Man hat eine große Auswahl an Klassen, kann aber nicht alles mitnehmen und sollte sich auch gut überlegen, wie man das Startkapital einsetzt - zumal man auch etwas Geld in der Kampagne selbst braucht. Hat man auf dem Speicherplatz bereits einmal gespielt und verloren (oder gewonnen), bekommt man anhand seiner vorherigen Leistung ein größeres Kapital und alle Schiffe, denen man begegnet ist, stehen auch zur Auswahl. Man kann auch seine eigenen Schiffe im Hauptmenü designen und diese mitnehmen. Da habe ich mich aber nicht weiter reingefuchst, aber da kann man sicherlich so einiges kreieren, wenn man weiß, was man tut.

    Hat man seine Flotte gewählt, hat man ein semi-zufällig generiertes Netz aus Städten vor sich, welches man auf dem Weg nach Norden durchqueren muss. Und was man auch vor sich hat, ist ein taktisches und strategisches Puzzle, welches wenige Fehler vergibt, aber letztlicher Erfolg extrem belohnend ist.

    Es gibt unterschiedliche Städte mit unterschiedlichen Spezialisierungen. Was man in so gut wie jeder Stadt tun muss, ist tanken. Die fliegenden Kolosse verbrauchen Treibstoff als gäbe es kein Morgen mehr. Entsprechend erreicht man mit einem vollen Tank nur eine begrenzte Anzahl an Städten. Je weiter man fliegt, desto mehr muss man wieder auftanken. Je länger man tankt, also in einer Stadt verbleibt, desto mehr Aufsehen erregt die Flotte, was unangenehme "Strikegroups" des Feindes auf den Plan rufen kann. Vor allem, wenn man keinen Überraschungsangriff geschafft hat, und ein Funkspruch abgesetzt wurde, sitzt man auf einem Silbertablett und die Strikegroups des Gegners kommen immer näher und näher.

    Es gibt Städte, wo schneller und billiger getankt werden kann, um dieses Problem zu minimieren, aber was, wenn bei der Einnahme von der Stadt Schiffe schwer beschädigt wurden oder man doch in Kontakt mit einer Strikegroup kam und nicht fit für die nächste ist? Reparaturen können auch viele Stunden oder gar Tage (ingame) dauern. Gleiches Problem der Zeit. Es gibt aber Städte, die schneller reparieren. Aber eventuell wurden bestimmte Module zerschossen, die es nur in wiederum wenigen anderen Städten gibt. Zur Reparatur gehören auch immer die entsprechenden Teile. Wenn dein Radar weggepustet wurde, musst du auch ein neues finden, und bis dahin fliegt man quasi blind.

    Blind ist man sowieso gefühlt. Man sieht nur soweit wie die Augen und das Radar reichen, aber das nächste Flugziel ist ein Vielfaches davon entfernt und mit dem Treibstoffverbrauch dreht man nicht mal eben um. Und wenn Feindflotten wissen, wo man ist, und nah genug dran sind, kommen plötzlich Raketen angeflogen, denen man nur unter gewissen Umständen ausweichen kann, und welche ganze Schiffe mit einem guten Treffer zerstören können. Und während das passiert, weiß man nur in welcher Himmelsrichtung die Feindflotte ist, aber sieht sie nicht. Um nicht direkt einer Strikegroup in die Arme zu fliegen, gibt es Städte mit Intel/Aufklärung, um zu schauen, wo die Nächsten Feindflotten und Händler sind. Letztere kann man für Geld überfallen, aber sind auch ein Risiko, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Funksprüche absetzen. Neben den Intel-Städten kann man auch aus Funksprüchen Schiffsbewegungen in der Umgebung zusammenpuzzeln.

    Und zu guter Letzt gibt es noch Hauptquatiere, bei dessen Einnahme man einen Speicherpunkt bekommt, zu dem man zurückkehren kann, und wo man Nuklearsprengköpfe einsammelt. Die braucht man dann später...

    Was sich aus all dem und noch einigen hier nicht aufgeführten Aspekten ergibt, ist eine taktische, gnadenlose Herausforderung, die einem wirklich das Gefühl gibt, hinter feindlichen Linien zu sein, und spannungsgeladene Momente, wo man die Backen zusammenkneift, so wie man es aus dem Film Das Boot (1981) kennt.

    In den Gefechten selbst ist Echtzeit-Geschick gefragt. Man steuert immer nur ein Schiff des aktuell kämpfenden Verbandes und kämpft immer bis zu drei gegnerischen Schiffen gleichzeitig. Da sind bei kleinen Schiffen Manövrierkünste gefragt. Steuert man seine großen Pötte, sind kluge Prioritäten beim Zielen gefragt. Ausweichen ist da nämlich nicht. Man kann höchstens anfliegende Raketen mit "klein"-kalibrigen Waffen abschießen. Und selbst Treffen muss man die gegnerische Schiffe natürlich auch noch. Es macht auf jeden Fall ungeheure Laune eine komplette Salve der vollgeladenen Waffen, den Gegner vor den Latz zu ballern.
    Und damit man nicht durch unglückliche Treffer oder Manöver ein schlechtes Ergebnis im Kampf hat, was sich dann stark auf die Kampagne auswirkt, kann man Kämpfe so oft wiederholen, wie die teilnehmenden Schiffe Moral haben.


    Das zweite Spiel, was ich aktuell noch spiele, ist Shadow Gambit: The Cursed Crew vom deutschen Entwickler Mimimi Games. Wer die geistigen Vorgänger Shadow Tactics oder Desperados 3 gespielt hat, wird sich hier sofort wieder zurecht finden. An den grundlegenden Mechaniken hat sich hier nichts geändert, wurden nur etwas nachpoliert.

    Auch wenn die Vorgänger sehr gute Spiele für sich waren, ist Shadow Gambit um einiges besser in meinen Augen.

    Von Shadow Tactics zu Desperados 3 hat man quasi die Fähigkeiten, die die 5 spielbaren Charaktere jeweils haben, etwas gemixt, aber die Komposition ist ungefähr gleich geblieben. In Desperados 3 hatte man dann noch zusätzlich unterschiedliche Schusswaffen für jeden Charakter. Außerdem hatte jede Mission in den beiden Spielen festgesetzt, welche Charaktere man darin spielen kann.

    In Shadow Gambit hat man nun 8 spielbare Charaktere. Die meisten Fähigkeiten aus vorherigen Spielen werden wiederverwendet, andere (vor allem die viel zu mächtige Fähigkeit des Tierkumpanen) wurden entfernt und einige neue kommen hinzu. Da man ein Fantasy-Szenario mit untoten Piraten spielt, ergeben sich da auch mehr Möglichkeiten. Die größere Zahl an Charakteren ermöglicht auch, dass die Fähigkeiten besser verteilt sind. Jeder Charakter hat was zu bieten und ist mächtig, aber erst die Kombinationen bringen wirklich hervor, was für Werkzeuge man hat, und ich würde behaupten, in höheren Schwierigkeitsgraden, die ich noch nicht gespielt habe, wird man die trickreichsten Kombinationen brauchen. Und das Schöne, im Vergleich zu den Vorgängern: Man kann sich in den Missionen seine Crew (fast immer bis zu drei Leute) zusammenstellen. Zudem gibt es in den Missionen mehrere auswählbare Lande- und Fluchtpunkte. Diese vielen Kombinationsmöglichkeiten schaffen eine viel größere Wiederspielbarkeit. Das Spiel ermutigt einen auch, nicht immer mit der gleichen Crew, Missionen zu bestreiten, sondern auch mal anders zu mischen. Und auch die anstehenden Missionen selbst, lassen einen nachdenken, welche Crew dafür am besten geeignet ist. Ich habe im Lauf der Kampagne mit allen Charakteren gespielt und selten hatte ich zwei Mal die gleiche Kombination (nachdem ich genügend Crew-Mitglieder freigeschalten hatte).

    Die Story und Atmosphäre sind solide, man merkt aber, dass das Spiel ab 12 Jahren freigegeben ist. Für jüngeres Publikum ganz gut zugänglich mit ein paar Lebensweisheiten. Die Charaktere sind dennoch schön, skurril und unterhaltsam geschrieben.

    Steam-Profil


    "When the world rots, we set it afire. For the sake of the next world. It's the one thing we do right, unlike those fools on the outside." - Corvian Settler (Dark Souls 3)

    "People are paying me to rob them." - Spiffing Brit playing M&B2

  • Ich spiele zurzeit Enshrouded, das letzte Woche im Early Access erschienen ist. Enshrouded ist ein Action-RPG in einer riesigen Open World, mit Survival-Elementen. Verglichen wird es beispielsweise mit Valheim oder Zelda Breath of the Wild.


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    Es kann alleine oder im Koop (bis zu 16, kein PvP) gespielt werden. Alleine funktioniert das Spiel prima, beim Multiplayer soll es noch ein paar Bugs geben, aber da kamen schon einige Hotfixes für raus. Performance läuft erstaunlich stabil.


    Für mich einer der entschiedensten Punkte und das merkt man dem Spiel auch an: Es wurde zunächst für den PC entwickelt (soll aber auch auf Konsole erscheinen). D.h. die Menüführung ist okay (man sieht schon, dass es auch für die Konsole sein soll) und die Steuerung mit Maus und Tastatur funktioniert astrein :thumbup:


    Das Spiel hat unglaublich viel zu bieten, besonders das Bauen kommt bei den Spielern gut an. Etwas enttäuscht sind die Leute die aus der Dark Souls- und Elden Ring- Ecke kommen. Die Kämpfe sind angenehm, aber eben nicht sehr schwer und weit von Hardcore entfernt.


    Bin jetzt rund 20 Stunden drinnen und es macht mega Laune :conan:

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