Die Grünen

  • Mich würde trotzdem noch interessieren ob es bei dir eine Differenzierung gibt oder ob du Tiertransporte quasi komplett verbieten willst.


    Bin jetzt kein Experte auf dem Gebiet aber würde das nicht auch den normalen (?) Transport vom Bauernhof zum örtlichen Schlachter mit einschließen?


    Selbst nach einem glücklichen und erfüllten Leben auf dem Biobauernhof müssen die Tiere ja irgendwie noch zum Schlachten kommen?

  • Mich würde trotzdem noch interessieren ob es bei dir eine Differenzierung gibt oder ob du Tiertransporte quasi komplett verbieten willst.

    Wenn man den Fleischkonsum nicht komplett verbieten kann oder möchte, dann wird es regionale Tiertransporte geben müssen. Die Schlachtküchen, die früher jeder Bauernhof hatte, sind in breiter Masse aufgrund der Auflagen verschwunden. Die klassische Hausschlachtung, die ich noch erlebt habe, gibt es gar nicht mehr. Natürlich ist es immer die Frage, wie das ganze stattfindet. Ich kenne einen Schlachter, der eine Weidefläche an seinen Betrieb angebunden hat. Dort kann das Tier etwas zur Ruhe kommen. Natürlich ist es immer noch ein Produkt, gezüchtet, um verarbeitet zu werden. Aber es liegen doch Welten zwischen dieser Behandlung und der industriellen Großschlachterei, in der die Tiere direkt vom Transport durch den Schredder gehen.


    Das hat mit Achtung vor dem Leben nichts zu tun.

    Selbst nach einem glücklichen und erfüllten Leben auf dem Biobauernhof müssen die Tiere ja irgendwie noch zum Schlachten kommen?

    Das ohne Frage. Aber warum man aber 500 Ferkel bei brütender Hitze nach Genua verbringt oder mit Vieh von Polen bis nach Dänemark fahren muss, erschließt sich mir hierbei nicht. Ich bin definitiv für regionalen Anbau, regionale Zucht und regionale Verarbeitung. Ich lehne es z.B. auch ab, Garnelen aus irgendwelchen Zuchtstationen in Fernost zu konsumieren.


    Mein Arzt drückt es sogar sehr greifbar und drastisch aus: "Würde jeder nur das Fressen, was seit Jahrhunderten vor seiner Haustür wächst, dann hätte ich deutlich weniger Arbeit".


    Jeder, der schon vor einer Maschine, die hunderte von Hühnern pro Stunde vollautomatisch verarbeiten kann, der muss zwangsläufig Gänsehaut bekommen. Und warum? Des Profits wegen.


    Auch ich esse Fleisch. Aber jeder einzelne kann Sorge dafür tragen, was und wie viel er kauft. Leider wird es einem nicht leicht gemacht. Früher war es Usus. Der Metzger im Ort hatte eine Tafel, auf der Stand der Lieferant des Viehs. Den kannte man im Normalfall persönlich und wusste, wie er seine Arbeit macht und sein Vieh hält und versorgt. Schaue ich heute beim gleichen Metzger auf die Tafel, dann steht da Geburt, Mast und Schlachtung: Deutschland.


    Tönnies lässt grüßen.


    Sacrum Romanum Imperium - für Kaiser und Reich


    "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen sie zu wiederholen."
    Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana


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  • Mein Arzt drückt es sogar sehr greifbar und drastisch aus: "Würde jeder nur das Fressen, was seit Jahrhunderten vor seiner Haustür wächst, dann hätte ich deutlich weniger Arbeit".

    Da bekommt von mir ein fettes Lob (like), denn genau so ist es. Und ich will behaupten das sehr sehr viele Kollegen deines Arztes auch glücklich darüber wären wenn es mehr gesunde Menschen geben würde.


    Ich hab in meinen Leben auch oft genug Fleisch im Supermarkt gekauft aufgrund von Kosten oder Immobilität (gerade wenn man im Urbanen Bereich wohnt muss man schon mal etwas raus um einen Bauer zu findet bei dem man beim Erzeuger kaufen kann). Tierwohl sollte eigendlich noch nicht mal zur Debatte seht, eigendlich, aber profitorientiert und so weiter ... ich bin gerade wieder kurz davor mich aufzuregen lassen wir das mal so stehen.
    Was ich immer nicht verstehen kann ist wie sich bei gestandene Menschlichen Individuen mit minimalem biologischen Kenntnissen sich nicht die Erkenntnis einstellt das die durchschnittlich 80 kg die man mit sich rumschleppt aus den ungefähr 50 Tonnen Nahrung akkumuliert die man sich in seinen Leben reinschmeißt. Wenn man sich jetzt Obst und Gemüse rein wirft das nach 2 Wochen Kühlschrank immer noch wie frisch gekauft aussehen mhh ???? man kann ja nurmal so aus Spaß sich Ost und Gemüse aus dem Garten oder wenn man denn nicht hat dann eben mal vom Bauerhof vorbeischauen und kann ja mal schauen wie das nach 2 Wochen Kühlschrank aussieht. Zwecks wenn die Bohnen dann irgenwie aus dem Mittleren Osten kommen ect. ect. Mit Fleisch fangen ich jetzt besser garnicht erst an. Wenn man dann mal eine ruhige Minute sich überlegt aus was seine 80 kg aktuell bestehen mhhh naja muss aber jeder selber wissen ich hab nur das Gefühl das die Mehrheit unbewusst lebt und handelt und das finde ich nur Schade und leider vergeudet.


    Aber auch das Klientel ist ein enormes Problem, letztens erst nen bisschen Zeit beim einkaufen beim Bauer meines Vertrauens (im Urbanenbereich Hamburgs) gehabt. Dieser hat natürlich den Anspruch das ganze Tier zu verarbeiten und zu verkaufen. Oft ist es aber für Ihn sehr schwierig ausser den Edelstücken auch denn Rest zu verkaufen das geht schon bei Oberschale, Hüfte, Entrecôte los. ABER Hack geht immer und ich kann Ihn da echt verstehn das es Ihm im Herzen weh tut Oberschale oder Entrecôte durch den Wolf zu kurbeln. Dieses Situation kenn ich von meinem Fleischer aus meiner Heimat in Thüringen nicht.


    @Kelti ich kenn das aber auch so wie auf was Fairas hinaus will, das fast jeder Bauerhof nen Schlachtstube hat doch des meisten nur für Geflügel oder im weitesten noch Kaninchen, Rind und Schwein wurde fast immer zum Ortsnahen Schlachter gebracht. Doch dafür müssen die Tiere trotzdem im einstelligen KM Bereich transportiert werden. Was aber weit weg von dem ist was du beschieben hast, aber eben auch noch ne ecke Weg von Sennengefilden wo man als Anwohner sich damit anrrangiert das die Kühe auch mal durch die Dorfstraßen geführt werden. Ich glaube das wollte Fairas nur wissen wo du dich da aufgehoben fühlst.


    jetzt hab ich mich ja doch etwas aufgeregt nagut muss halt auch mal.

  • Es wird immer gerne viel Verantwortung auf den Verbraucher abgewälzt. Ich behaupte, durchschnittliche Leute gehen in den Supermarkt und kaufen das was da ist. Was da ist, entscheidet ganz alleine der Ladenbesitzer. Oder gab es irgendwann mal eine Großdemo wo die Massen für Avocados aus Südamerika auf die Straße gegangen sind? Sofern ich das nicht verpasst habe, gab es sowas nie.


    Das selbe bei den Papiertüten, da ich selbst in verschiedenen Lebensmittelketten Kunde bin, sehe ich die Unterschiede, manche haben nur noch Papiertüten, manche beides, manche immer noch ausschließlich Plastiktüten. Hab nicht den Eindruck dass dem einen Konzept jetzt die Kunden ausbleiben weil es keine Plastiktüten mehr gibt.


    Genauso würde das auch beim Fleisch ablaufen. Man muss sich ja nicht zu revolutionär geben und das von heute auf morgen abschaffen wollen. Aber sagen wir in einem Zeitraum von 5-10 Jahren die Preise leicht nach oben, die Menge insgesamt etwas runter, der Anteil an Bio etwas rauf. Da würde vom aller größten Teil der Verbraucher überhaupt nichts passieren. Das ist alleine eine Entscheidung der Unternehmen!


    Oder ein weiteres Beispiel Kaffee. Gab es irgendwann mal einen Verbraucher der gesagt hat er will jetzt das 10fache für seinen Kaffee bezahlen und dazu gerne eine umweltschädigende Aluminiumverpackung?
    Nein natürlich nicht, trotzdem kaufen Millionen Menschen jetzt diesen Quatsch.

  • Ich bin aber der Meinung das jeder erstmal sich selbst der nächste ist und das heisst das sich jeder auch sich selbst bewusst wird, wäre das geschaft wären wir schon ein ganzes Stück weiter.


    Ich bin eher der Meinung das die Förderungspolitik mal ne 180° wende machen müsste das würde schon viel bringen. BioLabels hin oder her Palstiktüten hin oder her bringt sicher und ändert sicher auch was aber 90% halten sich aber auch nur maginal über die Reglierungen für die Bio Anerkennung (wenn manchmal überhaupt) und die fallen auch recht lachs aus meiner Meinung nach.


    Das gerade Urbane Regionen nicht auf Großmärkte verziechten werden kann leuchtet mir auch ein und das Biolabels hier wenigstens ein Mindestmass an Verantwortung generiert auch okay. DOch wenn man mal in Ländliche Bereiche Deutschlands schaut geht gerade dort die Landwirtschaftliche direkt vermarktung massiv zurück doch im nächsten Kleinstädchen mancht nen Denn´s oder Alnatura ect.auf wo die Menschen dann womöglich so gar noch 5-6 KM weiter fahren um dort einzukaufen, besten falls auf dem Weg dort hin noch an 3 Höfen vorbei mit Schildern draußen wie frische Kartoffeln, Äpfel, Zwetschgen, Eier, Honig, Hühner und Schweinefleisch ect.
    Komm ich nicht hinter her vieleicht kann mir das mal jemand erklären, wiklich ganz im ernst das ist vür mich nicht nachvollziehbar vielleicht hat da jemand nen Ansatzpunkt der mir aufs verrecken nicht einfählt.

  • Ich bin aber der Meinung das jeder erstmal sich selbst der nächste ist


    Da besteht dann aber immer die Gefahr der "warum soll ich was machen, die anderen machen ja auch nichts"-Mentalität.


    das sich jeder auch sich selbst bewusst wird, wäre das geschaft wären wir schon ein ganzes Stück weiter


    Das wäre wohl wahr. Genaugenommen gäbe es dann wohl erstmal eine Revolution.


    DOch wenn man mal in Ländliche Bereiche Deutschlands schaut geht gerade dort die Landwirtschaftliche direkt vermarktung massiv zurück doch im nächsten Kleinstädchen mancht nen Denn´s oder Alnatura ect.auf wo die Menschen dann womöglich so gar noch 5-6 KM weiter fahren um dort einzukaufen, besten falls auf dem Weg dort hin noch an 3 Höfen vorbei mit Schildern draußen wie frische Kartoffeln, Äpfel, Zwetschgen, Eier, Honig, Hühner und Schweinefleisch ect.


    Habe nie wirklich ländlich gelebt, kann deshalb zu der Situation jetzt nichts sagen. Dachte Alnatura wäre was für Lifestyle-Ökos aus der Stadt.

  • Ich habe jetzt für meinen Geburtstag kürzlich ordentlich Rindfleisch vom Weiderind gekauft und bin dafür zu einem Hofladen gefahren. Ich kann sagen, dass ich nur positiv überrascht wurde. Der Hofladen ist nur 10 Minuten entfernt. Das Fleisch schmeckte super. Ich hatte eine 1A Beratung und was mich am meisten überraschte, das Fleisch war nicht einen Cent teuerer als von der Edeka-Fleischtheke, die von einer Großschlachterei beziehen. Theoretisch kann ich mir dort die Kühe, Hühner usw. sogar selbst ansehen. Besser geht es wirklich nicht. Wieder ein Privileg mehr, wenn man in einer ländlichen Kleinstadt wohnt, umgeben von Landwirtschaftsbetrieben. Klar ist aber natürlich auch, dass dieser Hofladen nur eine verhältnismäßig kleine Kundschaft bedient und man teilweise sein Fleisch langfristig vorbestellen und auch dann in größeren Mengen einkaufen muss. Eine massentaugliche Lösung für Großstädter ist das somit definitiv nicht. Trotzdem ist das für mich nun die wesentlich attraktivere Variante.


    P.S. Habe eher den Eindruck, dass der Hofladenverkauf gerade ziemlich boomt. :Huh:

  • Das ist wirklich vorbildlich von dir! Du bist als Lehrer auch in einer Gehaltsklasse wo du dir das leisten kannst. Fleischtheke bei Edeka ist für viele Luxus. Umgekehrt kenne ich auch Leute die wahrscheinlich deutlich mehr verdienen als du und trotzdem noch gerne bei Aldi einkaufen. Finde das tatsächlich sehr beschämend.


    Das ist dann eben die Verantwortung des Verbrauchers, die einen wollen bewusst einkaufen aber können nicht, die anderen können aber wollen nicht. Funktioniert so nicht.

  • Ja, da hast du natürlich recht. Das abgepackte Fleisch beim Aldi oder Lidl ist definitiv günstiger. Und ich gehöre auch zur oberen Einkommensschicht und selbst für mich sind solche Steaks trotzdem noch ein Luxus, den ich mir nur ein paar Mal im Jahr zu feierlichen Anlässen gönne. In meiner bisherigen Vorstellung war das Fleisch vom Hofladen nur halt nochmal deutlich teurer, als das Fleisch von der Edeka-Theke. Von daher war ich sehr positiv überrascht, dass dem gar nicht so ist. Und da der Hof quasi nebenan liegt, sehe ich für mich nun wirklich kaum noch einen Grund Massenware zu kaufen. Ich gebe allerdings zu, dass für mich vor allem die Fleischqualität den Ausschlag gibt. Ich bilde mir ein, dass Weiderinder, die ihr Leben auf der Wiese verbringen durften, ohne präventive Antibiotikabehandlung und Mastmais und diesen ganzen Kram, schlichtweg besser schmecken. Meine Gäste und ich waren jedenfalls begeistert von den Steaks.


    P.S. Beschämend finde ich das mit Aldi übrigens nicht. Es ist verständlich, dass Menschen auch mal Fleisch haben wollen. Und es gibt nun einmal sehr viele Menschen, die sich finanziell schlicht sehr nach der Decke strecken müssen. Die Fleischqualität beim Aldi ist ja nicht schlecht. Sie ist eben nur nicht „super gut“. Und sie ist Massenware und daher ökologisch eben problematisch. Aber das ist im Grunde unser gesamter Lebensstil.

  • Das mit dem Geschmack kann aber auch Einbildung sein, ordentlich zubereitet wird der Otto Normalverbraucher wahrscheinlich kaum noch erkennen ob es sich jetzt um Bio- oder Aldifleisch handelt. Spätestens wenn es dann statt dem Steak eine Frikadelle ist, kann wahrscheinlich selbst ein Fachmann den Unterschied nur noch erahnen.

  • Also bei Hackfleisch mag das stimmen. Bei Rinderfilet finde ich die Unterschiede allerdings gigantisch, vorausgesetzt man kann mit einem Grill auch umgehen.


    Und auch bei Hackfleisch fällt es mir insofern auf, dass der Wasseranteil in der Pfanne extrem unterschiedlich ausfallen kann. Viel Wasser heißt für mich eher qualitativ weniger gutes Hackfleisch.

  • Ein Teil der Probleme da wäre gelöst wenn man Cannabis legalisieren würde.


    Das mit den markierten Zonen für Dealer ist natürlich Quatsch :rolleyes:


    Gegen andere Probleme die sich etwa aus einem hohen Migrantenanteil heraus ergeben (wie Racial Profiling), hast du als Stadtverwaltung nur begrenzt Einfluss darauf. Da bist du im Zweifel auf Unterstützung durch den Bund angewiesen.


    Verschiedene Leute befragen die jeweils für sich in Anspruch nehmen "für die Bürger" zu sprechen ist aus journalistischer Sicht etwas zu kurz gegriffen. Hier wäre eine Statistik/Umfrage als Ergänzung gut, was die Bürger wirklich denken.

  • Gegen andere Probleme die sich etwa aus einem hohen Migrantenanteil heraus ergeben (wie Racial Profiling), hast du als Stadtverwaltung nur begrenzt Einfluss darauf. Da bist du im Zweifel auf Unterstützung durch den Bund angewiesen.

    Na Migranten per se sind im Fall des Videos ja nicht da Problem. Auch die Polizei offenbar nicht , denn die haben ja bis auf die Kontrollen keine Handhabe: 15 g gehen als Eigenbedarf durch, Dealen muss nachgewiesen werden, etc.
    (Racial Profiling...mei, wenn es die Spatzen von den Dächern pfeifen bzw. es so gut wie jeder Interviewte einräumt, dass hauptsächlich Personen aus Subsahara-Afrika als Dealer auftreten, dann ist der Vorwurf des Racial Profilings in dem Fall eine hohle Phrase ohne Wert)
    Im Falle des Videos kommt es doch eher so rüber, als ob 1. ) das öffentliche Dealen und das Verhalten der Dealer die Lebensqualität im Viertel senkt, 2.) dort jede Art von Kritik, die durch durch Bewohner des Viertels (die ja eigentlich der Überlegung nach nicht diskriminiert werden sollten) an den Zuständen im Park (offenes Dealen und Belästigung durch die Dealer) schnell unterdrückt wird bzw. als tendenziell schlimmer als das Dealen bewertet wird.

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    And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.

  • Das Hauptproblem in dem Fall ist vermutlich wie so oft die Perspektivlosigkeit. Aslybewerber etwa gehören vernünftig verteilt, statt sie in einem Viertel mit eh schon hohem Migrantenanteil zu parken, gehören die in starke Regionen mit Jobs (Bayern oder so). Nur muss dafür natürlich der politische Wille gegeben sein.


    Wir (mich eingeschlossen) beklagen uns oft über eine mangelnde Verteilung innerhalb Europas, aber es klappt ja nicht mal in Deutschland.


    Und die Frage nach dem Racial Profiling ist durchaus berechtigt. Darf man nur weil häufig Schwarze Drogendealer sind, gezielt nur Schwarze kontrollieren?

  • Das Hauptproblem in dem Fall ist vermutlich wie so oft die Perspektivlosigkeit

    Wenn ein ehemaliger Drogendealer bzw. ein anderer Flüchtling im Video sagen, dass es auch wegen der hohen Verdienstmöglichkeiten (Hausbau, Möglichkeit zu Reichtum ( aus Perspektive des Heimatlandes ) bewusst getan wird, ist es nicht durchweg ein Zeichen von Perspektivlosigkeit.


    Aslybewerber etwa gehören vernünftig verteilt, statt sie in einem Viertel mit eh schon hohem Migrantenanteil zu parken, gehören die in starke Regionen mit Jobs (Bayern oder so).

    Es gibt unter den Asylbewerbern nunmal einen Run auf die Großstädte mit besonders großen Communities aus dem eigenen Herkunftsstaat. Das steht einer Verteilung wie du sie dir vorstellst oft im Weg. (Gut, im Fall z.B von Chemnitz scheint auch die Fremdenfeindlichkeit vor Ort dazu beigetragen zu haben, dass viele wegwollen.) Und ob vorhandene Jobs und Qualifizierungen immer übereinstimmen, ist wieder die andere Frage. Im Regelfall freuen sich dann Reinigungsfirmen und die Systemgastronomie über Arbeitssklaven.


    Und die Frage nach dem Racial Profiling ist durchaus berechtigt. Darf man nur weil häufig Schwarze Drogendealer sind, gezielt nur Schwarze kontrollieren?

    Hier meiner Meinung nach nicht: Die Mehrzahl der Personen, die im Video zu Wort kommen (unabhängig von politischer Einstellung, sogar deutlich pro Dealer und Co.), sagen, dass Schwarze im Umfeld des Parks meist Dealer sind. Racial Profiling als pauschalen Vorwurf zu erheben, wirkt da mehr wie ein Beißreflex.


    Anderes Beispiel - selbst im Sommer 2010 erlebt: Zugverbindung ins Ausland. Bundespolizisten in Zivil kommen rein, verlangen Ausweise bereit zuhalten. Anschließend gehen die durch Großraumabteil, bei allen mitteleuropäisch Aussehnden wird lustlos auf den den Ausweis geschaut und weitergegangen. Eine Reihe weiter sitzt einer, der eher südeuropäisch/-ländisch ausschaut. Sofort wird der Pass genau inspiziert. Es stellt sich dann raus, dass der Spanier, also EU-Bürger ist. Trotzdem wird dann großes Besteck aufgefahren, i.e. Datenabgleich mit Leitstelle, Überprüfung auf Einträge bei Europol etc.
    Racial Profiling: Eindeutig.

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    And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.

  • Trotzdem wird dann großes Besteck aufgefahren, i.e. Datenabgleich mit Leitstelle, Überprüfung auf Einträge bei Europol etc.

    OT: Das passiert dir auch im Zug von Nürnberg nach Würzburg. Trotz mitteleuropäischem Aussehen - aber langen Haaren. Als Einziger im Abteil. Gut, war Pfingstmontag...dementsprechend Reiseklientel. :)


    Ach ja: Bitte thematisch zurück zu den Grünen. Danke. ;)

  • Und die Frage nach dem Racial Profiling ist durchaus berechtigt. Darf man nur weil häufig Schwarze Drogendealer sind, gezielt nur Schwarze kontrollieren?

    Ja, darf man. Gerade dann wenn in diesem Park nahezu alle Dealer schwarz sind. Wenn jemand meinem Kind Drogen anbietet und der Parkmanager plus Grüner der Meinung sind man darf die Dealer nicht ausgrenzen, dann stünde ich ziemlich schnell auf den Barrikaden. Genau die selbe Scheisse passiert nämlich auch in Köln am Ebertplatz:



    Ebenso am Kölner Neumarkt:



    Ich steige jeden Tag dort um, was da für kaputte Menschen herum laufen... ohne Worte. Langsam verstehe ich nicht welche Ziele die Polizei in Großstädten verfolgt.



    Was mich auch wieder ziemlich irritiert hat, in dieser Reportage aus Berlin werden Personen auf Drogen kontrolliert, kaum sind diese wieder aus den Griff der Polizei, nennt einer von denen vor laufender Kamera einen Polizisten Lutscher. Passiert ist nichts. Seit wann kann man Polizisten ohne Konsequenzen beleidigen, seit wann darf man vor der Polizei den Hitlergruß tätigen ohne Konsequenzen? Was ist das für ein Wischi-Waschi? Meines Erachtens sollten wir mal das Konzept "Broken Window", wie einst in New York einführen. Dann dürften einige erst mal für ein paar Tage direkt in den Bau, anders bekommt man die Leute nicht mehr erzogen.

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