Sterbehilfe

  • Mal eine moralische Frage: Würdest DU Sterbehilfe leisten?
    Wir stellen uns vor: Ein alte Frau, die mittlerweile 95 Jahre alt ist und sich nicht mehr selber versorgen kann, sie kann sich nicht mehr selber bewegen, sprich sie liegt den ganzen Tag im Bett.
    Und die zweite Möglichkeit ist, ein schwerbehindeter, der sich selber kaum bewegen kann und das seit Geburt.
    Sie sagen auch selber, sie würden gerne sterben
    Gegenüber dem Gesetz legitim natürlich.
    Würdet ihr unter diesen Umständen Sterbehilfe leisten?
    Unter Tieren ist es Gang und Gebe, schließlich werden hier die Tiere eingeschläfert um sie von ihrem Leid zu befreien. Wieso sollte man das nicht auch bei Menschen machen? Es gibt genug Leute, die leiden und am liebsten sterben würden. Man muss sie stattdessen mit Medikamenten abfüllen und versuchen sie so lang wie möglich auf die Kosten von Versicherung und Staat leben lassen. So ist doch die Wahrheit, allerdings wird der Finanzielle Aspekt außer Acht zu lassen, ich würde auch wegen dem Geld keinen umbringen.
    Ich würde unter den Umständen keine Sterbehilfe leisten. Warum? Ein jeder Mensch hat das Recht zu leben. Wir haben doch auch unsere Phasen, wo wir einfach neidisch sind und uns dann auch gerne irgendwas wünschen und daher kann das auch so eine Jetzt und nie wieder Aktion sein. Sicherlich, die ältere Dame ist viel überlegter, allerdings kriegen sie auch weniger Besuch, das heißt, sie freuen sich wenn sie jemand besucht, sie haben das zu schätzen gelernt.
    Unter noch so unter schlimmen Umständen, würde ich es nicht machen, egal was gesagt wird.

  • Ich denke auch, dass vorher ein Experte beurteilen sollte, ob die Person, die Sterbehilfe will geistig auf der Höhe ist und beurteilen kann ob er wirklich sterben will oder nicht. Wenn dem so ist glaube ich schon, dass es sinnvoll ist einen solchen "Wunsch" zu erfüllen.

    Sehe ich auch so, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind sollte Sterbehilfe erteilt werden dürfen, selbst Sterbehilfe erteilen würde ich aber wohl eher nicht.

  • Solange aus medizinischer Sicht keine Möglichkeit auf Genesung besteht, bin ich auch eindeutig dafür. Würde diese Hilfe auch bei nahen Verwandten selber leisten. Sehe überhaupt keinen Sinn darin, daß Menschen jahrelang von einer Maschine künstlich am Leben gehalten zu werden und würde das auch in einem Fall, der mich selber betrifft, genauso wollen.
    Bin jedoch dagegen, daß dies semiprofessionell wie in der Schweiz betrieben wird, sich also so eine Art Berufszweig entwickelt hat, der dies übernimmt.
    Generell gesagt: wer gibt dem Staat das Recht, über mein Leben zu bestimmen? Antwort: er selber, indem er Gesetze erläßt.

  • Solange aus medizinischer Sicht keine Möglichkeit auf Genesung besteht, bin ich auch eindeutig dafür.


    Wunderheilungen?
    ________________________________________________________________________________________________
    Nein.


    Warum? Weil das Beihilfe zum Selbstmord ist. ^^


    Strafgesetzbuch § 78 u. § 77:


    Zitat

    § 78. Wer einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten, oder ihm dazu Hilfe leistet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.


    § 77. Wer einen anderen auf dessen ernstliches und eindringliches Verlangen tötet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.


    Quelle: RIS


    Damit hat sich die Sache erledigt. :lehrer:


    [align=center] :) Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden. :)

  • :confused:
    Wenn wir nur Paragraphen zitieren, können wir uns Diskussionen sparen. Vielleicht ist Dir entgangen, daß es hier um die persönliche Meinung der User ging, was das Gesetz sagt, läßt sich ja nachlesen.


    Zitat

    Wer einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten,

    Die Phrase "verleitet", hat in Österreich bestimmt schon den einen oder anderen Anwalt beschäftigt; ich persönlich finde das sehr schwammig formuliert, denn derjenige um den es geht ( der Todkranke ) hat ja keine Einflußmöglichkeit mehr, also verleite ich ihn nicht zu einer Handlung.

  • Gesetze sind immer schwammig. :D


    Meine persönliche Meinung hab ich ja schon gesagt - Es gibt immer Wunderheilungen (man mags kaum glauben). Und was ist, wenn ca. 1 Jahr nach der Sterbehilfe ein Medikament entdeckt/fertiggestellt wird?


    [align=center] :) Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden. :)

  • Und was ist, wenn ca. 1 Jahr nach der Sterbehilfe ein Medikament entdeckt/fertiggestellt wird?

    Dann würde ich das unter "dumm gelaufen" einsortieren, auch wenn´s hart klingt.
    Wenn ein unheilbar kranker Krebspatient ( meine Frau, meine Mutter, mein Kind ) mich darum bittet, sie zu erlösen......dann mache ich das. Warum soll ich sie an irgendwelche Machinen klemmen?

  • Ich habe meinen Großvater im eigenen Urin dahinvegetieren sehe, zu Tode gepflegt, bis ihn endlich der Schlaganfall erlöst hat. Meine Großmutter hatte einen Gehirntumor, damals im irreparablen Stadium. Such sie durfte sämtliche Stufen der Folter durchleiden, bis sie am Ende nichteinmal mehr mit dem Röhrchen gefüttert hatte. Alles hat eines nach dem anderen versagt, die Motorik, das Gedächtnis, das Seh und Höhrvermögen...


    Einem anderen Menschen zu verbieten sich das Leben zu nehmen ist eine Entmündigung, ein Eingriff in die persönliche Entscheidungsfreiheit und ein Angriff auf die Würde des Menschen. Einen Menschen trotz besseren Wissens und Wunsches zu Tode zu pflegen, ist zudem ein Akt der Folter und schweren Körperverletzung. Den ganzen Sesselscheißern die meinen dieses Verbot druchgebracht haben zu müssen, wünsche ich nichts lieber als ein 5 Jahre langes dahinvegetieren im Krankenhaus, da verstehe ich keinen Spaß.

    "I think there is a profound and enduring beauty in simplicity. In clarity. In Efficiency.
    True simplicity is derived from so much more than the absence of clutter and ornamentation.
    It's about bringing order to complexity."


    Jony Ive

  • Ich habe meinen Zivildienst in einem paritätischen Seniorenheim abgeleistet und dort Menschen, oder besser Gestalten gesehen, die nichts anderes mehr konnten ausser liegen, sabern und starr in die Ecke blicken. Wenn ich eines weiß, dann, dass ich so niemals enden möchte. Als ich mal wieder eine Lampe auswechseln musste war es häufig so, dass ich mit Scheuklappen meine arbeit verrichten musste, da der anblick wirklich nicht zu ertragen war. Nicht nur weil diese Menschen teilweise wirklich entsetzlich aussahen und man alles andere hätte tun sollen, als den eigenen Enkelkinder diesem Anblick auszusetzen. Vielmehr wurde einem die Tatsache bewusst, dass es oft wahrscheinlich war das diese Person lediglich körperlich vom Leben getrennt ist, jedoch nicht unbedingt geistig. Wer noch gefüttert werden oder auch kauen kann und einem mit den Augen folgt egal wohin man sich im Raum begiebt, kann nicht völlig dem Koma verfallen sein. Absolut sicher können sich die besten Ärtzte niemals sein.


    Es war teilweise ein beklommenes Gefühl nicht zu wissen ob dieser Mensch nun vllt. doch seine Umwelt wahrnimmt, oder lediglich bewegten Bildern folgt ...


    Die Pflegekräfte hatten allesamt Harre auf den Zähnen, das müssen sie auch! :hallo:

  • Tja, Glück für dich, dass du nur Lampen auswechseln musstest.
    Ich hab auf einer "Frühreha" im krankenhaus gearbeitet. Hatte sie am Anfang noch ihren Namen verdient, kamen im Laufe der Zeit fast nur noch Pflegefälle auf die Station.
    Man konnte teilweise sehen, wie sich ihr Zustand täglich verschlechtert hat und wie sie vor sich hinwegetierten.
    Es ist am Anfang nicht einfach solche Personen zu pflegen, aber nach einigen Monaten stumpft man tatsächlich ab und ist auch telweise froh darüber, wenn sie es endlich "hinter sich" hatten.


    Du hättest übrigens nicht mit Scheunenklappen rumrennen sollen, sondern sich auch mal kurzzeitig mit ihnen beschäftigen sollen. Sprich mit ihnen, drück ihnen die Hand. Auch wenn du meistens keine direkte Reaktion bekommst, mach ihnen noch eine Freude und geben ihnen noch etwas bevor sie aus dem Leben scheiden.


    Wenn ich erste Anzeihen bei mir erkenne für den schleichenden Vefall (was ich nicht hoffre, einige springen ja noch mit 90 rum) dann bleibt nur Suizid.

  • Liebe Freunde,


    das ist ein sehr schweres Thema. Ich habe bei meiner Mutter auch mehr oder weniger mitangesehen, wie sie gestorben ist, sie war hoffnungslos verkrebst. Aber sie hatte bis zum Schluß noch die Hoffnung, daß ein Medikament, eine Therapie oder, oder ihr noch helfen kann.Ich hätte keine Sterbehilfe leisten können. Für m i c h wäre es Totschlag gewesen. Ähnlich geht es seit 10 Jahren dem Vater meiner Frau, die Ärzte haben schon dreimal uns erklärt, daß in der jeweils nächsten Woche wir mit dem schlimmsten rechnen müssen, aber sein Leiden geht weiter. Ich habe kein besonders gutes Verhältnis zu ihm, ich wünsche ihm, daß er noch lange menschenwürdig bei uns lebt. Keiner von uns könnte hier Sterbehilfe leisten. Mein ältester Sohn ist Altenpfleger, am Anfang seiner Ausbildung stand Sterbebekleidung. Er hat mir versichert, daß alle die er begleitet hat, auch wenn seine Patienten noch so schwer krank waren, immer noch hofften die Krankheit zu besiegen und zu Leben. Wenn in solchen Fällen Sterbehilfe geleistet werden würde, grenzt das für mich an Mord. :thumbdown:
    Ich habe im Oktober einen Dackel erlösen lassen müssen. Die Hunde sind für uns wichtige Familienmitglieder, ähnlich wie Kinder. Ich bin mir sehr schäbig vorgekommen, in der Tierklinik unseren Krümel einschläfern lassen zu müssen, auch wenn wir ihm vor Leiden und Schmerzen bewahrt haben. Auch haben alle Tierärzte uns erklärt, daß "ist das Beste für ihn". Er wollte bis zum Schluß leben.
    Ich kann nur sagen, machen wir es uns nicht zu leicht. :grübel:

  • Ich würde von der Sterbehilfe Gebrauch machen, sobald einer der folgenden Fälle auf mich zutreffen würde:


    - ich würde ein Gliedmass verlieren
    - ich würde im Koma liegen
    - ich würde gelähmt werden (was tatsächlich fast passiert wäre)


    Vielleicht sollte ich ja mal so eine Art Testament schreiben, denn wenn die beiden letzten Fälle eintreten würden hat man keine Möglichkeiten mehr seinen Todeswunsch zu äussern.


    Ob ich Sterbehilfe an anderen Leuten machen könnte, weiss ich nicht so Recht. Aber wer geistig noch anwesend ist, wird wissen, wann die Zeit ist für ihn zu kommen. Für mich hat es einfach keinen Sinn, noch durch die letzten Augenwimperschlägen durchzukämpfen bis der Körper sich selber abschaltet. Irgendwie spielt das Leiden oder schöne Erinnerungen eigentlich keine grosse Rolle mehr, wenn der Tod dann schlussendlich gekommen ist, aber aus moralischer Sicht ist es natürlich, dass man ein unehilbares Leiden ein schnelles Ende setzt.

  • Ist ja kein Gesetz für alle, nur meine persönliche Meinung. ;)


    Mich schaudert es aber an diesen Gedanken leider und es wäre für mich einfach unvollstellbar ein Stück des Organismus nicht mehr zu besitzen. Ausserdem (tja, Tod war schon immer etwas philosophisches) bin ich doch nur ein kleiner Fisch in der Natur und würde bald ersetzt werden. :P

  • - ich würde ein Gliedmass verlieren
    - ich würde im Koma liegen
    - ich würde gelähmt werden (was tatsächlich fast passiert wäre)


    Naja, ersteres versteh ich jetzt echt nicht. Ich kenn z.b. jemandem, der hatte einen Unfall und hat nur mehr ein Bein und einen Arm. Der hat aber überhaupt keine Probleme und auch keine Einschränkungen, der betreibt Sport und macht auch im Haushalt alles selber, er ist auch voll berufstätig.


    Zweiteres komm darauf an ob du wieder aufwachst, nach einer bestimmten Zeit, also es macht ja nichts wenn du mal ein Jahr weg bist, du kriegst ja nichts davon mit.


    Und beim dritten, wenns keine vollständige Lähmung ist, also nur die Beine gelähmt sind, ist es doch auch egal, und absolut kein Grund sterben zu wollen. Gibt genügend Leute, die auch hier voll im Leben stehen (auch Spitzensportler).


    [align=center] :) Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden. :)

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