Gesundheitswesen

  • Alle Jahre wird uns etwas neues im Gesundheitswesen bescherrt. Die aktuelle ist schon in mehreren Stufen am laufen und jetzt, wo der Gesundheitsfonds langsam näher rückt, kündigen die Kassen schon Beitragserhebungen an.


    Ist unser Gesundheitssystem überhaupt noch aktuell oder ist es mittlerweile vollkommen überreguliert? Vorallem leisten wir uns im Prinzip 2 Gesundheitssystem: die GKV und die PKV.


    In Großbritannen zum Beispiel wird das Gesundheitssystem komplett über Steuern finanziert und belastet so nicht den Faktor arbeitet. Man sagt dem Systems des National Health Service zwar teilweise extreme Wartenzeiten auf OP´s nach, aber Fakt ist, dass die Briten mit ihrem System zufriedener sind als wir mit unserem.
    Gerade in Bereich Gesundheit, lassen sich extreme Mentalitätsunterschiede erkennen. Der Brite denkt sich "mein Knie tut weh, OP aber erst in einem 1/2 Jahr, na und? Dafür ist das System günstig." In Deutschland würde eine Diskussion über Ethik losbrechen.


    Ähnliches gilt für die Hölländer. Wenn ein Hölländer mit Schnupfen zum Arzt rennt, wird er dumm angeschaut. Bei uns bekommt er ne Woche frei und 3 Medikamente. Durch die Praxisgebühr ist dies wohl weniger geworden. Wer aber im Quartal schon mal beim Arzt war und so die Praxisgebühr gezahlt hat, wird sich nicht abhalten lassen, wieder beim ersten Wehwehchen zum Arzt zu gehen. Da es über den Faktor Arbeit finanziert wird, ist es egal ob man zum Arzt geht oder nicht. Zahlen muss man trotzdem. Vielleicht rennen gerade deshalb sehr viele Menschen wegen "Kleinigkeiten " zu Arzt.


    Die Vielfalt der verschiedenen System ist groß, aber ich hab jetzt genug geschrieben und hätte gerne eure Meinung. :wave:

  • Es liegt nicht nur an der Finazierungsform sondern auch was alles von den Geldern bezahlt wird und da ist wie ich letztens erfahren habe einiges dabei was unnötig ist:


    Beispiel Herzkartheter (hoffe das das so geschrieben wird)


    In München alleine gibt es 30 Kliniken die eine solche Operation durchführen können und alles dafür haben inklusive Spezalisten.
    Aber für eine Stadt von der Größe Münchens reichen 3 Kliniken aus um alle Operationen auszuführen.


    Für die Kassen heißt das dann:
    1. Das unnötig viele Untersuchungen gemacht werden (jede Klinik möchte natürlich soviele Kranke behandeln wie möglich)
    2. Das viele nicht unbedingt nötige Operationen gemacht werden da die Ärzte ja eine gewisse Anzahl solcher Operationen machen müssen.


    Für die Kranken heißt das dann:
    1. Das die Ärzte zu wenig Operationen durchführen um wirklich erfahrene Spezialisten zu sein.


    Alleine an diesen Beispiel erkennt man warum unser System kränkelt bzw. warum unserer system soooooooo teuer ist.


    Bzw. so teuer entfinde ich es nicht ich zahle pro Monat ca. 250 Euro meine Frau gut 350 Euro in unsere gesetzlichen Krankenkasse ein dazu dann noch mal jeder 50,- Euro für eine Zusatzversorgung.
    Das ist zwar eine menge Geld aber wenn man dann sieht was z.b. eine Operation kostet (einige Tausend Euro) oder im falle einer Schweren Krankheit (wie.Z.B. Krebs) die Therapie dann denke ich ist dieses Geld gut angelegt.
    Und ich hoffe natürlich das ich nie dieses Geld anrühren muss und dann ist es gut zu wissen das man damit anderen geholfen hat!


    Die steuerfinazierten Modelle (GB, Dänemark usw.) sind in meinen Augen nur "übersichtlicher" da weniger verschieden Krankenkassen und Versicherungsmodelle berücksichtig werden müssen und der Verwaltungsaufwand überschaubarer ist.


    Jedoch müsten wir unser System in einigen bereichen umbauen bzw. das Gesundheitsministerium da einige dinge regeln:


    Gesetzliche Mindestversorgung (nicht nur auf den Papier sondern auch in der Praxis, auch festlegung welche Ärzte und Kliniken welche Leistungen über die Gesetzlichen Kassen abrechnen dürfen)).
    Besser Ausbildung unserer Ärzte (abschaffung der Assis. Ärtze die nur ausgebeutet werden).


    bin mal auf euere Meinungen gespannt ;)

  • Das Problem in Deutschland ist, dass man es über den Markt regulieren will. Ein Markt braucht aber so wenig Hindernisse und Schranken wie möglich, um vernüftig laufen zu können. In Deutschland gibt es aber zu wenig Gesundheits-Markt.


    Hinzu kommt noch, dass es gerade im Gesundheitswesen viele Interessensgruppen gibt. Je nach Zählart, arbeitet mittlerweile jeder 7-10 Arbeitnehmer im Gesundheitswesen. Die Akteure auf diesem Feld sind also recht zahlreich: Neben den staatlichen Institutionen (Ministerien), Krankenkassen, Ärztekammern, Apotheker, Forschungsinstitute, Pharmaindustrie, Zulieferer-Industrie usw.
    Und alle wollen ihre Interessen berücksichtig werden. Aus diesem Grund ist es sehr schwer bei uns, auf diesem Gebiet vernüftig Politik zu machen. Viele Interessengruppen sind gut, zu viele können die Arbeit aber sehr erschweren.

  • Ich finde, dass Problem liegt auch an dem breiten Spektrum an Krankenkassen, in Deutschland existieren 253 gesetzliche Krankenkassen. Sind die wirklich alle nötig? Natürlich oute mich bei dieser Ansicht jetzt wieder als Ossi, aber jede dieser Institutionen beherbergt ein gros an Sachbearbeitern und baut sich grade in den neuen Bundesländern riesige Paläste. Womit sie diese Neubauten wohl bloß finanzieren.


    Zitat

    Die Beiträge wie die gesamten Gesundheitskosten steigen trotz Maßnahmen zur Beitragsstabilisierung bzw. Leistungsminderung (u. a. Zuzahlungen zu Medikamenten und finanzielle Selbstbeteiligung am Krankenhausaufenthalt), und nach Studien könnten die Beiträge zu gesetzlichen Krankenkassen (GKV) von heute (2006) etwa 14,3 % auf bis zu 25 % der Löhne und Gehälter bis zum Jahr 2030 steigen.


    Das ist jetzt zwar nur von Wikipedia, ich schau ob ich glaubwürdigeres finde, aber rosig sieht damit die Zukunft nicht aus.


    Warum haben die Kassen so einen großen Finanzbedarf? Erst die quartalsmäßige Praxisgebühr und dann werden doch die Beiträge angehoben. Werden die Deutschen nun immer kränklicher oder wirtschaftet da einfach jemand nicht ordentlich.


    Edit: Durch den medzinischen Fortschritt werden ja auch leider Operationen immer kostspieliger, ich muss aber erst mal einen Statistik dazu suchen, ob dies wirklich von so großer Bedeutung ist. Hat jm einen Link?

    :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax/Brox :bischof:

  • Ich nehme an, mit ein Grund für den steigenden Finanzbedarf ( neben der Gier und Fehlverwaltung vieler Kassen ) dürfte das steigende Alter der Bevölkerung sein, immer mehr Menschen werden immer älter. Während früher viele Leute nach Eintritt in´s Rentenalter noch 5 Jahre gelebt haben ( ist jetzt etwas übertrieben ) und Zeit hatten für Krankheiten, sind es jetzt sogar 20 Jahre. Ich denke mal, mehr als 3/4 der Ausgaben werden für Menschen jenseits der 60 ausgegeben, junge brauchen das so gut wie nicht. Demnäch plädiere ich erneut für die Abschaffung gesetzlicher Versicherung und die Einführung von ausschließlich privater Kassen, das hatten wir aber schon mal. ;)


    Von den 10,- € Praxisgebühr haben die Kassen relativ wenig. Die wurde ja eigentlich nur eingeführt, damit die Leute erst mal zum Hausarzt gehen bei Wehwehchen und nicht gleich zum Neurochirurgen an die Universtitätsklinik.

  • Wenn jeder nur zu privaten Kassen geht und gesetzliche abgeschafft werden, dann bricht unser System zusammen, behaupte ich einfach mal.


    100% zahlen ein in die Kassen, aber nur 20% nutzen es wirklich....das sind aber die die es für große Operationen brauchen.
    Ich glaub nicht das sich jeder hier Operationen von 50.000 Euro leisten kann.


    Natürlich hat auch was die Überalterung damit zutun, aber auch der Anstieg anderer "Volkskrankheiten" (Diabetes, Fettleibigkeit, Hautkrankheiten, Asthma, Allergien, Bluthochdruck, Rücken( :D ), usw.).
    Das Volk hat immer mehr Wehwehchen.


    Auch nutzen Pharmaunternehmen es aus und machen die Preise sehr hoch.....merkwürdig das das glecihe Medikament im Ausland billliger ist, über Onlineapotheken holt sich doch schon jeder was.
    (Hat nicht nur was mit Personalkosten zutun)


    Aber eine Lsöung hab ich auch nicht.


    Mogges einiges was du haben willst ist doch schon mit diesen Bonusprogrammen am laufen.

  • Zitat

    Ich glaub nicht das sich jeder hier Operationen von 50.000 Euro leisten kann.


    Natürlich nicht, aber wenn du mit deinem PKW nen Gefahrguttruck von der Autobahn schubst und das Ammoniak ergißt sich in ein Naturschutzgebiet, muß deine poplige Haftplicht, für die du 500,- € / Jahr zahlst auch 25 Mio abdrücken, das ist nun mal das Risiko von Versicherungen, das Geld dafür holen die woanders wieder rein. Hat denn jemand Zahlen darüber, wie viele Menschen bei uns gesetzlich und / oder privat versichert sind? Es ist doch eine reine, betriebswirtschaftliche Kalkulation, das macht jeder Dönerladen um die Ecke auch, Kosten und Gewinne kalkulieren, die gesetzlichen Kassen verwalten doch größtenteils nur.


    Das mit den Pharmafirmen ist in der Tat ein sehr großes Problem, vielleicht kann da Pippin mal etwas zu schreiben, er kommt ja aus der Branche.


    Zitat

    Mogges einiges was du haben willst ist doch schon mit diesen Bonusprogrammen am laufen.


    Für die meisten Menschen sind doch die Angebote und Bonusprogramme der unterschiedlichen Kassen viel zu undurchsichtig. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bleibt bei dem, was er kennt. Kann mir nicht vorstellen, daß der Durschnittskassenpatient aufgrund von anderen Leistungen von der TK zur BKK oder AOK wechselt, dazu gleichen sich die Kassen untereinander zu stark.

  • Zitat

    Wenn jeder nur zu privaten Kassen geht und gesetzliche abgeschafft werden, dann bricht unser System zusammen, behaupte ich einfach mal.


    Das wäre einfach Fakt. Der einfache Produktionsarbeiter kann sich wohl kaum noch Zahn-/Arzt leisten, er müsste ja vorher erstmal alles selber tragen. Kostspieligen behandlungen wird er sich so nie mehr unterziehen können, dann wären wir soeben in den USA angekommen. Es muss über die Finanzierung gesprochen werden.


    Rentner leisten auch ihre Abgaben, aber es stimmt jeder zweite braucht von ihnen neue Hüften, dann die Dritten, da kommt einiges zusammen. Also Euthanasie? :|


    Ich finde immer noch, dass die Krankenkassen nicht wirtschaftlich genug haushalten, dort sollte ersteinmal angesetzt werden.


    Das mit den Medikamenten stimmt, es gibt ja diese holländischen Apotheken, die ein wenig billiger sind als unsere traditionell Ortansässigen. Die Holländer treffen auf herben Widerstand der Alteingesessenen.


    Wenn Pippin etwas zu den Pharma Konzernen sagen könnte, würde es der Diskussion sehr zu gute kommen. :)

    :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax/Brox :bischof:

  • Ihr versteht da was falsch. Ich meine nicht, daß sich jeder Angestellte entscheiden kann, ob er sich versichert oder nicht, ne er muß sich bei einer privaten Kasse versichern und die kann er sich dann aussuchen. Es werden sich dann ganz schnell die unterschiedlichsten Typen an Kassen mit den unterschiedlichsten Leistungen herauskristalisieren, die sich eventuell auf eine bestimmte "Kundschaft" spezialisieren werden, es herrscht endlich mal Konkurrenz unter den Versicherungen, das wird sich dann auch auf die monatlichen Beiträge auswirken. Natürlich müßte meine Idee noch etwas ausgeweitet und verfeinert werden, bin ja weder Krankenkassenspezialist noch Betriebswert, aber von der Grundidee her deutlich sinnvoller und effektiver als diese laschen Kassen, wie wir sie jetzt haben. Machen die Minus, werden im nächsten Jahr einfach Gelder umgeschichtet, welchen Antrieb haben die denn, mit dem Geld sinnvoll umzugehen, wenn die wissen: wenn wir in der wirtschaftlichen Scheiße sitzen drohen wir einfach mit der Sozialkeule und den armen Patienten, dann fließt auch wieder Geld. Ich wette, der Großteil der deutschen Arbeitnehmer hat keine Ahnung, wieviel Geld er jeden Monat für die Kassen hinlegt, kennt aber seinen Haftplichtsteuersatz mit Teilkasko für "sein Baby" auf den Cent genau, und sogar noch den prozentualen Abzug bei Unfallfreiheit.


    Zitat

    Rentner leisten auch ihre Abgaben, aber es stimmt jeder zweite braucht von ihnen neue Hüften, dann die Dritten, da kommt einiges zusammen. Also Euthanasie? :|  


    Ich sagte doch: es werden sich vielleicht Gruppen herauskristalisieren, die sich auf bestimmte Klientel spezialisieren werden. Meinetwegen wird der Beitrag von Menschen, die in der Blüte ihres Lebens stehen, kaum krank sind, ordentlich Geld verdienen, also im Alter von 30 - 45, deutlich höher liegen als für einen Rentner. Wenn ( Beispiel ) 100 Privatversicherungen den gesetzlichen Krankenkassenmarkt übernehmen würden, was meinst du denn, wieviel Geld da schlagartig im Umlauf ist, das auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien verwaltet werden wird? Der Staat kann nicht mit Geld umgehen und muß er auch nicht, aber Firmen trau ich das schon eher zu.

  • Natürlich nicht, aber wenn du mit deinem PKW nen Gefahrguttruck von der Autobahn schubst und das Ammoniak ergißt sich in ein Naturschutzgebiet, muß deine poplige Haftplicht, für die du 500,- ? / Jahr zahlst auch 25 Mio abdrücken, das ist nun mal das Risiko von Versicherungen, das Geld dafür holen die woanders wieder rein. Hat denn jemand Zahlen darüber, wie viele Menschen bei uns gesetzlich und / oder privat versichert sind? Es ist doch eine reine, betriebswirtschaftliche Kalkulation, das macht jeder Dönerladen um die Ecke auch, Kosten und Gewinne kalkulieren, die gesetzlichen Kassen verwalten doch größtenteils nur.


    Ja, aber nichts anderes behaupt ist doch klar.
    Aber du willst das sich der Privat versichert.
    Schön und gut, aber Privateversicherung rechnen da anders...."gesunde" Leute bekommen von ihnen einen "Vorteil"....müssen weniger zahlen, weil sie ja höhstwahrscheinlich nicht so oft krank werden.
    Chronisch Kranke dagegen müssen viel höhere Beiträge zahlen oder werden erst garnicht von den Privaten aufgenommen.
    Sie werden einfach abgelehnt.
    Seit 20007 soll ein neues Gesetz da verhindern.


    Private Krankenversicherung nehmen sich nur die die "nie" krank werden und nehmen dadurch ein und die "Kranken" bleiben draußen.


    Zu deinen Zahlen:


    Unversichert:
    Im Jahr 2007 sollen Schätzungen des Statistischen Bundesamts nach 400.000 Menschen in der Bundesrepublik unversichert gewesen sein.


    Staatlich versichert:
    Nach BMG sind 70.314.011 (01.07.2007).


    Privat versichert:
    Nach der PKV sind 8.526.800 (30.6.2007).

  • Zitat

    Schön und gut, aber Privateversicherung rechnen da anders...."gesunde" Leute bekommen von ihnen einen "Vorteil"....müssen weniger zahlen, weil sie ja höhstwahrscheinlich nicht so oft krank werden.
    Chronisch Kranke dagegen müssen viel höhere Beiträge zahlen oder werden erst garnicht von den Privaten aufgenommen.
    Sie werden einfach abgelehnt


    Schon klar, aber wenn es nur private Versicherer gibt und die Konkurrenz ebenso nicht mehr aus gesetzlichen Kassen bestehen, werden und müssen die ganz anders arbeiten, die wollen schließlich Geld verdienen. Und wenn einem Versicherten der Rückzug in eine andere Kasse verwehrt bleibt, können die Privatversicherer natürlich so argumentieren. Diese Spielchen werden denen aber ganz schnell vergehen, wenn die spitz kriegen, daß bei Fa. ABC GmbH freundlichere Tönen gegenüber dem Versicherten angeschlagen werden, schließlich möchte man den Kunden binden, und zwar über eine Leistung und nicht über ein "du darfst nicht wieder zurück Gesetz". Daß dieses die Privaten ausnutzen ist doch klar.



    Zitat

    Staatlich versichert:
    Nach BMG sind 70.314.011 (01.07.2007).


    Privat versichert:
    Nach der PKV sind 8.526.800 (30.6.2007).


    Danke für die Zahlen; aber die können doch nicht stimmen, oder haben wir in Deutschland nur ca. 3 Mio Kinder? Wenn ich 70 Mio + 8,5 Mio + 400.000 Nichteversicherte addiere komme ich auf knapp 79 Mio.


    Zitat

    Private Krankenversicherung nehmen sich nur die die "nie" krank werden und nehmen dadurch ein und die "Kranken" bleiben draußen


    Siehe oben: wenn ich als Anbieter einer "Leistung" weiß, daß kaum Konkurrenz herrscht und mein Kunde sehr große Schwierigkeiten hat, den Anbieter zu wechseln, ändere ich natürlich die Aufnahmekriterien so wie es mir am besten paßt.


    Noch einmal ein Wort zu den Gesetzlichen: das momentane Kassensystem, da staatlich kontrolliert, ist genauso uneffektiv wie unser Rentensystem, unsere Finanzverwaltungen und die Arbeitsämter. In welche dieser "Branchen" macht denn unser Staat einen vernünftigen Job und verwaltet die ihm überlassenen Gelder sinnvoll? Man muß sich einfach überlegen, wieviele Milliarden jeden Monat stupide und sinnlos vernichtet werden, weil die Behörden die Gelder nur verwalten und nicht damit umgehen können, ja nicht einmal müssen. Reicht das Geld nicht mehr, werden Beiträge erhöht, so einfach ist das. Wenn euer Telephonanbieter oder Stromlieferant über Jahre hin die Preise erhöht bei sinkenden Leistungen, platzt euch der Kragen und ihr wechselt zu einem anderen. Hier kannst du nicht wechseln, daher ergibt sich auch kein Druck auf die Behörden. Und die typisch deutsche Eigenart: der Staat weiß schon was er tut und wir nicken das mal obrigkeitshörig ab macht das zu einem Teufelskreis.

  • Danke für die Zahlen; aber die können doch nicht stimmen, oder haben wir in Deutschland nur ca. 3 Mio Kinder? Wenn ich 70 Mio + 8,5 Mio + 400.000 Nichteversicherte addiere komme ich auf knapp 79 Mio.


    Doch die Zahlen stimmen.....Ich hab in den 70 Millionen schon die Mitglieder (ca. 50 Mio.) und die Familienangehörigen (ca. 20 Mio.) zusammen gerechnet.
    (Ich bin Soziologiestudent ich darf sowas) :D


    Mogges bei Krankenverschierungen läuft das nicht so einfach wie bei anderen Versicherung, wie fürs Auto.
    Zum Beispiel hast du zig Millionen chronisch Kranke, sowas gibt es bei Autos indem sinne nicht.
    Auch die Summen spielen sich in anderen Dimensionen ab.


    Jeder der irgendwas hat muss dann bestimmt mehr bezahlen, weil er ja auch mehr in anspruch nimmt.
    Natürlich will dann jede private Versicherung den "Nichtkranken" und sein vieles Geld und nicht den armen "Kranken".

  • @ Mogges


    Ich verstehe noch nicht so ganz, wie du deinen privaten Markt regulieren würdest, damit Arme und Kranke auch einen Versicherungsschutz bekommen. Gesetzlich festgelegte Beitragshöhe? Aufnahmepflicht? Versicherungspflicht?


    Ich kenne mich mit unserem Gesundheitssystem nicht gut aus, deswegen frage ich.

  • Genauso wie du zig Millionen chronisch Kranke hast, die viel Geld kosten, hast du aber auch noch mehr Millionen, die nix kosten, weil sie gesund sind. Diese finanzieren dann die Kosten für die Kranken, ist doch ganz einfach und genauso wie es jetzt auch ist. Nur mit dem Unterschied, daß die Versicherungen nun mit dem Geld sinnvoll umgehen.


    Klar wollen die Versicherungen die Kosten so niedrig wie möglich halten ( das will jedes Unternehmen ), aber durch einen abgeschossenen Vertrag werden die Vor - und Nachteile beider Seiten geregelt. Ich denke eben, daß staatlich regulierte Instrumentarien unser sauer verdientes Geld nur bocklos von links nach rechts schieben ohne sich der Verantwortung bewußt zu sein, während ich privaten Firmen eben einen wirtschaftlich besseren Umgang zutraue, da eben sehr genau auf Umsatz, Gewinn, Kosten, und v.a. Konkurrenz etc. geschaut wird.


    Zitat

    Auch die Summen spielen sich in anderen Dimensionen ab.



    Es sind aber auch die Beiträge höher, die gezahlt werden. Mit 45,- € / Monat wie für eine KFZ-Haftpflicht kommt man da nicht weit. Warum werden denn immer die Kosten als "Gegenargument" genommen und nicht auch die Ersparnis, die Versicherungen über diejenigen erwirtschaften, die eben keine Leistung beanspruchen. So kalkuliert jede Versicherung.


    Edit: pacjan


    Zitat

    Ich verstehe noch nicht so ganz, wie du deinen privaten Markt regulieren würdest, damit Arme und Kranke auch einen Versicherungsschutz bekommen. Gesetzlich festgelegte Beitragshöhe? Aufnahmepflicht? Versicherungspflicht?


    Ich nehme an, die schwierigste Sache daran wäre die Übergangszeit zu Beginn. Denn welche Versicherung nimmt schon von Anfang an einen chronisch Kranken? Wenn man als Gesunder bei Fa. ABC einsteigt und dann nach 5 Jahren Krebspatient wird, hat die Versicherung eben "Pech" gehabt. Wenn man 40 Jahre brav einzahlt und dann mit 65 mit nem Flugzeug abstürzt, hat sie eben "Glück" gehabt. Ich könnte mit vorstellen, daß es eine einzige gesetzliche Krankenkasse geben könnte, die sich dann um diejenigen kümmert, die zu Beginn der Umstellung zu kurz kommen könnten ( bereits Intensivpatienten, Rentner mit geringem Einkommen, Waisen etc. ), diese Kasse müßte dann alle aufnehmen, so wie es früher die AOK war oder die Postbank Kunden nehmen mußte, die woanders aufgrund von Schufa-Einträgen kein Konto bei Banken bekommen haben.

  • Warum werden denn immer die Kosten als "Gegenargument" genommen und nicht auch die Ersparnis, die Versicherungen über diejenigen erwirtschaften, die eben keine Leistung beanspruchen. So kalkuliert jede Versicherung.


    Weil genau die die keine Leistung in Anspruch nehmen, die tragen die eine Leistung in Anspruch nehmen.
    Es findet doch nur eine Umverteilung statt.
    Du kannst nicht die Summe der Einzahlungen senken, wenn die Kosten nicht gesenkt werden und dazu müssten Medikamente, Operationen, Ärtze und usw. billiger werden.
    Wird es aber nicht.

  • Genauso wie du zig Millionen chronisch Kranke hast, die viel Geld kosten, hast du aber auch noch mehr Millionen, die nix kosten, weil sie gesund sind. Diese finanzieren dann die Kosten für die Kranken, ist doch ganz einfach und genauso wie es jetzt auch ist. Nur mit dem Unterschied, daß die Versicherungen nun mit dem Geld sinnvoll umgehen.

    Also alles bleibt, wie es ist, nur mit dem Unterschied, dass die Kassen jetzt mit dem Geld sinnvoll umgehen? Ist das nicht irgendwie ein bisschen einfach? Wie willst du denn erreichen, dass die Versicherer jetzt plötzlich das Geld nicht mehr verschwenden? ?(

  • Natürlich müssen auch die Nebenkosten gesenkt werde, doch darum geht es doch gar nicht. Eine private Versicherung besorgt dann eben die Medikamente im angesprochenen Holland, jetzt mal nur so als Beispiel.


    Zitat

    Du kannst nicht die Summe der Einzahlungen senken, wenn die Kosten nicht gesenkt werden und dazu müssten Medikamente, Operationen, Ärtze und usw. billiger werden.
    Wird es aber nicht.



    Ne warum auch? Es wird doch jede Erhöhung der Kosten brav vom deutschen Steuerzahler finanziert und nicht von Privatfirmen, die über eine vernünftige Lobbyarbeit, Einkauf von Medikamenten etc. einfach effektiver arbeiten. Pharmafirmen, Kliniken, aber auch Ärzte wissen doch wie unser Gesundheitssystem finanziert wird, eben genau über staatlich verordnete Abgaben, gegen die man sich doch als Normalmensch gar nicht wehren kann. Warum sollte das dann billiger werden? Ist doch wie die Linzenz zum Gelddrucken.


    Edit: pacjan


    Zitat

    Wie willst du denn erreichen, dass die Versicherer jetzt plötzlich das Geld nicht mehr verschwenden? ?(


    Verschwenden sie Geld, also arbeiten sie nicht wirtschaftlich, müssen sie die Kosten durch höhere Beiträge wieder reinholen. Tun sie das in überzogenem Rahmen und ist der Versicherte mit dem Preis - / Leistungsverhältnis nicht zufrieden, geht er zur Konkurrenz.

  • Naja, somit funktioniert dein System doch garnicht Mogges.


    Ich will natürlich auch, das der Missbrauch der Pharmaunternehmen am Gesundheitssystem aufhört, das "unnötige" Verwaltungskosten wegfallen, das es keine Betrüger bei Ärzten gibt, usw.....aber dagegen versucht man vorzugehen.


    Aber anders die Kosten senken geht nicht.

  • Ich weiß nicht, ob das System so funktioniert oder nicht, es ist doch aber mal ein Anhaltspunkt und vielleicht auch eine theoretische Möglichkeit etwas zu ändern. Zu sagen, die gesetzlichen Krankenkassen müssen wirtschaftlicher arbeiten.....mein Gott, das erzählen die uns seit 20 Jahren und passiert ist gar nix, im Gegenteil: aufgeblasene Verwaltungsstrukturen, die 3 Angestellte und nen Azubi brauchen, der den Toner im Drucker wechselt, toll. Meine Möglichkeit ist vielleicht nur eine von vielen, aber ändern muß sich etwas, so viel ist klar. Als Student sieht man diese Problematik anders, als wenn man arbeitet, Kinder hat und sich mal seine Gehaltsabrechnung ansieht. Wenn ich dann sehe, wieviel Geld abgezogen wird für eine Leistung, die das noch nicht einmal ansatzweise rechtfertigt, erkennt man recht schnell, daß es so nicht weiter gehen kann. Alle Jahre wieder bekommen wir eine sogenannte "Gesundheitsreform", die alles nur noch schlimmer macht.

  • Ich versteh dich schon....deswegen hab ich ja oben angeführt 100% zahlen, nur 20% nutzen es und 80% haben nichts davon.
    Ist natürlich nur grob...kommt aber hin.
    So läuft die Umverteilung in unserem Gesundheitssystem.
    Zwischen der Umverteilung liegt halt noch Verwaltung, die kostet auch was.


    Das welche krank sind, läst sich halt schwer ändern.
    Es gibt Krankheiten den kann man vorbeugen, aber andere sind halt da.


    Diese müssen behandelt werden.


    Mal ein beispiel:
    Ein Student bekommt jeden Monat ein Medikament was 1350€ kostet, das kann er ja nicht alleine zahlen, also müssen dafür mindestens 5 andere Mitglieder in der selben Krankenkasse für ihn "einspringen".
    Diese sollten natürlich am besten selbst nicht krank werden, wenn denn doch, dann bitte nur einen leichten Husten, denn sie müssen ja für den anderen zahlen und man soll ja nicht für sie zahlen.


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