Game of Thrones/Das Lied von Eis und Feuer. Diskussionen zur TV Serie/Buchreihe

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      John schrieb:

      Dagegen war der Nachtkönig ja fast noch nett.
      Der war immerhin anständig genug seinen Opfern eine zweite Chance zu geben. :pfeif:

      Dass Daenerys Handeln ziemlich ambivalent beurteilt werden kann, ist doch klar. Das liegt daran, dass die Charaktere im Buch und noch mehr in der Serie ja einerseits moderne Haltungen und Werte aufweisen, andererseits aber auch in einer am Mittelalter orientierten Welt verortet sind. Beides ist letztlich schwer unter einen Hut zu bringen.

      Dazu kommt auch noch der Umstand, dass der Autor aus mindestens 1.000 Jahren Geschichte der Britischen Inseln, Europas und mindestens noch des Nahen, wenn nicht sogar des Fernen Ostens schöpft, und dabei relativ selektiv vorgeht. Das Themenfeld Religion ist z.B. sehr stark beschnitten. Religiöser Fanatismus, der zu Gewaltexzessen führte (Kreuzzüge und regelmäßig in Pogromen endender Antijudaismus) fehlen weitgehend. Die religiösen Themen, die als Vorbild dienen, sind der Kampf zwischen weltlicher und geistlicher Macht und die innerreligiösen Auseinandersetzungen. Gerade beim Letzten wird ja sehr stark die mittelalterliche Armutsbewegung aufgegriffen - vom Kern her ja auch ein zeitloses Thema, heute halt mehr politisch diskutiert.

      An gezielten Zerstörungen ganzer Städte infolge von Kriegshandlungen im Mittelalter fallen mir jetzt spontan nur Beziers ("Tötet sie alle, Gott wird die Seinen erkennen.") und Mailand ein, wovon ersteres wiederum einen religiösen Kontext hatte und letzteres mehr eine weltliche Machtdemonstration darstellt. Andererseits will ich auch nicht ausschließen, dass das im Hundertjährigen Krieg oder den Hussitenkriegen häufiger vorkam. Weiß jemand genaueres?


      drache schrieb:

      Übrigens Jon Snow ist natürlich auch ein Kriegsverbrecher falls es noch niemanden aufgefallen ist.
      In Westeros orientieren die sich eh am römischen Rechtsgrundsatz "Inter arma enim silent leges" :P

      ___ ___ ___ ___ ___
      And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.
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      drache schrieb:

      Übrigens Jon Snow ist natürlich auch ein Kriegsverbrecher falls es noch niemanden aufgefallen ist. Seine Untergebenen haben in Kings Landing ja genauso geplündert und vergewaltigt ohne dass er es verhindert hat. Dass er die Taten selber nicht angeordnet hat beziehungsweise nicht gutgeheißen hat tut da nichts zur Sache
      Er hat sie ja versucht zu stoppen, wurde dann angegriffen und musste sein eigenes Leben verteidigen, was 'seine' Männer dann als grünes Licht verstanden haben. Das die Ungehorsam geübt haben ist nicht seine Schuld. Durch das Chaos der wiederaufflammenden Kämpfe bzw. der Plünderung der Stadt war es ihm nicht mehr möglich Befehlsgewalt effektiv auszuführen, wobei er bemüht war "Kriegsverbrecher" zu stoppen; i.e. der Typ der versucht hat die eine Frau zu vergewaltigen. Er hat also getan was ihm soweit möglich war. Was er gemacht oder nicht gemacht hat spielt sehr wohl eine Rolle, man kann Leute nur nach ihren Taten oder dem Unterlassen derer richten.


      Topping from the bottom.
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      Mder1. schrieb:

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      drache schrieb:

      Übrigens Jon Snow ist natürlich auch ein Kriegsverbrecher falls es noch niemanden aufgefallen ist. Seine Untergebenen haben in Kings Landing ja genauso geplündert und vergewaltigt ohne dass er es verhindert hat. Dass er die Taten selber nicht angeordnet hat beziehungsweise nicht gutgeheißen hat tut da nichts zur Sache
      Er hat sie ja versucht zu stoppen, wurde dann angegriffen und musste sein eigenes Leben verteidigen, was 'seine' Männer dann als grünes Licht verstanden haben. Das die Ungehorsam geübt haben ist nicht seine Schuld. Durch das Chaos der wiederaufflammenden Kämpfe bzw. der Plünderung der Stadt war es ihm nicht mehr möglich Befehlsgewalt effektiv auszuführen, wobei er bemüht war "Kriegsverbrecher" zu stoppen; i.e. der Typ der versucht hat die eine Frau zu vergewaltigen. Er hat also getan was ihm soweit möglich war. Was er gemacht oder nicht gemacht hat spielt sehr wohl eine Rolle, man kann Leute nur nach ihren Taten oder dem Unterlassen derer richten.



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      Nope das bringt nichts, als Oberbefehlshaber ist er letztverantwortlich für die Taten seiner Untergebenen dass er seine Befehlsgewalt verloren hat und es zu den Plünderungen kam ist ja seiner eigenen Unfähigkeit geschuldigt. Lies dir mal das Urteil zu General Yamashita durch.
      It is better to die for the Empress than to live for yourself.
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      Was ist das Drache. Abrechnen mit dem Kriegsverbrechertribunal für Japan?
      Gerade in Japan wurden die Vorgesetzten nur in Einzelfällen bestraft.

      Aber du beziehst dich ja auf die Vorgesetztenverantwortlichkeit.

      Um mal das Römische STatut zu zitieren um Mders Standpunkt zu stützen.

      Im Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs ist die Vorgesetztenverantwortlichkeit in Artikel 28 geregelt. Zu den generellen Voraussetzungen gehören:[5]
      • Vorliegen eines Vorgesetzten-Untergebenen-Verhältnisses
      • Kenntnis oder fahrlässige Unkenntnis des Vorgesetzten, dass der Untergebene ein Völkerrechtsverbrechen bereits begangen hat oder im Begriff ist, ein solches zu begehen
      • Unterlassen der erforderlichen und angemessenen Maßnahmen, um die Begehung des Verbrechens zu verhindern oder eine strafrechtliche Verfolgung des Täters einzuleiten
      John hat sein eigenes Leben in Gefahr gebracht um das zu verhindern.

      Damit ist er weit von dem entfernt, was man als UNterlassen bezeichnen kann und sicher noch weiter davon entfernt was Yamashita gemacht hat.
      Deutschland – mein Herz in Flammen
      Will dich lieben und verdammen
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      Ich habe ehrlich gesagt schlimmeres erwartet. :D Kann eigentlich alles mehr oder weniger akzeptieren.

      Jetzt warte ich einfach geduldig bist Martin seine Version des Endes auf Papier bringt. Ich gehe einfach mal davon aus, das seine Version besser sein wird.


      Abschließend kann ich sagen, dass ich über 8 Jahre hinweg großartig durch Game of Thrones, mit all seinen Hochs und Tiefs, unterhalten wurde. Man kann sich eigentlich nur mehr Serien dieser Qualität und Größe wünschen.

      Meine Erwartungen für die Witcher-Serie von Netflix und die Herr der Ringe-Serie von Amazon sind entsprechend hoch.
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      Also ich fand das Ende gut und auch sich logisch aus der Geschichte ergebend. Irgendwie ist es dann ja doch ein...

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      ... Happy End. Dass Bran neuer König würde, war irgendwie klar. Er verhielt sich schon genauso in den letzten Folgen. Sein Rollstuhl war eher ein Thron und er galt als der „Weise“, der nichts selber anstrebt. Dass Daenerys sterben musste war auch logisch und dass sie sich als unverbesserliche Fanatikerin entpuppte ebenfalls. Woran Tyrion ja mit seinem Rückblick auch noch einmal gut daran erinnerte. Die Hälfte hatte ich schon vergessen. Dass „das Rad gebrochen“ würde, indem man sowas wie eine „Demokratie“ einführt war auch klar. Schließlich ist es eine amerikanische Geschichte. Jetzt haben wir halt erstmal die Version des HRRDN. Der Norden ein unabhängiges Königreich. Auch logisch irgendwie. Was hätte sonst aus Sansa werden sollen? John als neuer Meister der Nachtwache und Freund/Anführer der freien Völker, auch logisch. War er ja ohnehin schon. Also eigentlich keine wirkliche Strafe. Arya als neuer Kolumbus... meinetwegen. Und das Haus Stark als der große Gewinner schlechthin auch sehr logisch. Denn es ist das einzige Haus, dass moralisch nahezu unzweifelhaft von Anfang bis Ende handelte und immer Sympathieträger war. Dafür gebührt ihnen nun der Thron der neuen „Königslande“, der Thron des Nordens, sie stellen den Meister der Nachtwache und den Herrn der freien Menschen des Nordens. Und Tyrion der alte Fuchs als Hand des neuen Königs ist auch nahezu logisch. Dass ein Drache keinen Drachengeborenen tötet ist auch klar, zumal John das Feuer ja auch nichts hätte anhaben dürfen. (Siehe Daenerys.)


      P.S. Angeblich sind bereits zwei weitere Spinn-Off-Serien im „GoT-Universum“ in der Mache. Auch nicht überraschend, nach dem Erfolg.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
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      John schrieb:

      Dass „das Rad gebrochen“ würde, indem man sowas wie eine „Demokratie“ einführt war auch klar. Schließlich ist es eine amerikanische Geschichte.

      Demokratie, reduziert auf die Wahl des Königs, gibt es in der Lore von Game of Thrones bereits. Zumindest laut Büchern ist der sogenannte "Große Rat" (bestehenden aus allen wichtigen Lords von Westeros) in der Vergangenheit mindestens zweimal zusammengetreten um einen neuen König zu bestimmen.

      Da die Serie die Regierung des Königs als "Kleinen Rat" bezeichnet, kann man diese Lore damit eigentlich auch auf die Serie übertragen.


      John schrieb:

      Dass ein Drache keinen Drachengeborenen tötet ist auch klar, zumal John das Feuer ja auch nichts hätte anhaben dürfen. (Siehe Daenerys.)

      Immunität gegen Feuer ist eine Besonderheit. Viele Targaryen sind schon an Feuer gestorben. In der Serie Danis Bruder Viserys, weitere in den Büchern.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fairas ()

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      Ohne jetzt hier schon irgendetwas gelesen zu haben.


      Ich bin zufrieden.

      Es war ein sehr emotionaler und ruhiger Abschied, der mich wohlig mitgenommen hat.

      Für mich hats die letzte Folge dann nochmal raus gerissen.

      (..., hätte ich gar nicht mehr gedacht. ^^ )



      Alles in allem, schön wars! :love:
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      Also für mich sind zwei der Chars die größten Verlierer. Einer von ihnen ist Tod, der andere lebt in eine Art Exil. Hinzu kommt, er wirkt zumindest in meinen Augen gebrochen. Beide Frauen die er liebte hat er getötet. Und zum Dank darf er ins Exil, nach dem er eigentlich den Nachtkönig besiegte und Westeros vor der totalen Vernichtung bewahrte.

      Also die Weichen welche gestellt wurden mit der letzten Folge, ließen kein anderes Ende mehr zu, deswegen ist die Serie für mich mit der 3. Folge zu Ende. Alles andere ist nur noch lächerlich.

      Trotzdem ist die Serie die beste die ich je gesehen habe. Für mich war sie auch die erste die etwas eingeführt hatte was ich zuvor nicht kannte, vermeintliche Hauptdarsteller einfach zu töten.
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      Die letzte Folge fand ich zumindest besser als die vorangehenden, aber sie stand ja auch automatisch von Anfang an im Nachteil. Einige Fragen der Logik/Nachvollziehbarkeit innerhalb der letzten Folge könnte man hier noch auflisten, aber ich lasse das mal hier ruhen.

      Allumfassend schließe ich mich an: Die Serie hatte seit Season 1 neue Maßstäbe gesetzt und verdient ihren Platz an der Spitze. Jetzt stellt euch mal vor, welch Meisterwerk draus geworden wäre, wenn sich unsere Eindrücke vom Anfang bis zum Ende hin getragen hätten. :rolleyes:
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