Beiträge von Twilight

    "Annäherung durch Wandel" hat offensichtlich ja zum unerfreulichen Gegenteil geführt.

    Bezweifle ja etwas, das man den damals 12-jährigen Putin auf der Rechnung hatte :D

    Russlands ökonomischer Zusammenbruch nach dem Fall der Sowjetunion, die Misswirtschaft und Korruption haben seinen Weg geebnet und den Nährboden geliefert.

    Ich bin wahrlich kein Fan der NATO, noch von einer Interventionspolitik, aber unterm Strich ist das diplomatische Herangehen an Putin der letzten Jahre eine für mich gescheiterte appeasement Politik. Es wird halt nicht bei der Ukraine aufhören, seine "roten Linien" verschieben sich immer weiter. Er beeinflusst mittlerweile indirekt die Innenpolitik europäischer Staaten, sei es durch Nachahmer wie in Ungarn, oder als Schreckgespenst in Polen. Was bleibt denn noch, außer klare Grenzen zu setzen?

    Es geht hier um die optics, die Wahrung der Ästhetik von Putins jahrelang fein säuberlich gepflegten Image seines neuen Russlands gegenüber der russischen Bevölkerung.

    Das ist Putins "Rationalität", welche seine Außenpolitik bestimmt und als Mittel zum Zweck für den Machterhalt und -festigung im Inneren dient. Alles andere wird diesem Bild untergeordnet.


    Geostragie?

    Spätestens seit der Annektion der Krim und dem Donbasskonflikt spielen derlei Überlegungen keine Rolle mehr. Die osteuropäischen Nachbarstaaten, sowie die NATO, hat ein gefestigtes Bild von Russland und eine Annäherung unter Putin ist nicht mehr möglich. Die Würfel sind da geworfen.


    Wirtschaftlichkeit?

    Zweitrangig. Alternativen zum Westen werden in China, Indien & Co gesucht. Wirtschaftssanktionen, sofern sie denn konsequent umgesetzt werden und nicht von einigen Unternehmen in Eigenregie umgangen werden *hust*, treffen in allererster Linie die kritische öffentliche Infrastuktur und damit die Bevölkerung. Jegliche Kritik und soziale Unruhen die diese hervorrufen könnten, werden fast vollständig mit einen einfachen Fingerzeig auf den "Westen" abgeschmettert .

    Es sind ja die USA und Europa, welche diese Sanktionen verhängt haben. Die sind Schuld an eurer schlechten Lage und mit denen wollt ihr verhandeln? Putin ist der Mann, der diesen Feinden die Stirn bietet und sich gegen diese Ungerechtigkeit stellt.

    Wirtschaftssanktionen können äußerst leicht in eine "Wir-gegen-die" Narrative umgedeutet und ausgenutzt werden zur Stärkung des inneren Zusammenhalts.


    Ein schleichender Rückzug von der ukrainischen Grenze ist sicherlich nicht der erhoffte Ausgang von Moskau. Ist es aber deswegen eine Niederlage? Eher doch der kleinste positive Ausgang für Russland.

    Immerhin zwang man den US-amerikanischen Präsidenten direkt an den Verhandlungstisch, die NATO wurde gezwungen zu reagieren und Truppen zu stationieren, die aufmüpfigen ehemaligen Satellitenstaaten mit ihren "irrwitzigen Souveränitätsgedanken" fürchten sich vor dem militärisch wiedererstarktem Russland. Der "Westen" nimmt Russland wieder wahr und ernst, als ein Gegenspieler auf Augenhöhe.

    Etwas was in der kurzen post-sowjetischen Zeit des, mehr oder weniger, demokratischen Russlands unter Jelzin absolut undenkbar war und wer hat das alles Möglich gemacht? Wladimir Wladimirowitsch Putin.

    Die Narrative einer "aggressiven NATO Ostexpansion", also die freie Entscheidung souveräner Staaten diesem Bündnis beizutreten, die eine "Bedrohung von Russlands nationaler Sicherheit darstellt" wird von Moskau ja behaglich gepflegt und ist mittlerweile selbst bei uns teilweise normalisiert in allen politischen Spektren von Rechtsaußen bis auch, leider, Linksaußen. Aus der Tatsache das mehrere korrelierende Wahrheiten gleichzeitig nebeneinander existieren können, schaffte es der EX-KGB- Mann mit seiner Erfahrung in Propaganda ein Dogma zu kreieren und die Nuancen dazwischen zu verwischen.

    Das fließt alles wunderbar wieder in das konstruierte Bild von Putin als Restorautor eines starken Russlands ein, welches sich gegen die USA und seiner Verbündeten "wehrt" und verfestigt dieses weiter.


    Die Marionettenregime im Donbas und die Annektierung der Krim sind objektiv betrachtet wirtschaftlich ein Desaster für Russland und für die Menschen vor Ort hat sich deren Lebenssituation verschlechtert. Spielt dies in der objektiven Betrachtung der russischen Bevölkerung eine Rolle?

    Nein. Das Subjektive, gefüttert von Militärparaden, Gedenktagen, die "Heim ins Reich" und "Wir sind wieder wer" Narrative, dominiert und kehrt die tatsächlichen materiellen Folgen für die Menschen unter dem Teppich.

    Alles dient der Ideologie und der geschaffenen Chimäre. Putin, als Chef-Ideologe, ist ein authoritärer Rechtspopulist der allerersten Güte.

    Er hatte nie ein Interesse daran die Demokratisierung Russlands voranzutreiben. Diese stünde ihm nur im Weg und würde seine geschaffenen Machtstrukturen schwächen. Korruption wurde nur dann bekämpft, wenn diese in die falsche Richtung flossen. Unterdrückende Strukturen wurden nicht aufgehoben, sondern in eigene Werkzeuge des Machterhalts transformiert. Menschen- und Minderheitenrechten stellen für ihn eine Schwächung von seiner Vision eines einigen, universellen und idealen "Volkskörpers" dar,

    Die realen, materielle Lebenssituation der russischen Bevölkerung ist für ihn nur soweit von Interessen, solange er es für seine geschaffene Erzählung verwenden und verdrehen kann.


    Nationalismus ist wie eine Krankheit und Russland hat es mit einen besonders schweren Verlauf getroffen. Ob hier noch eine Gesundung eintreten kann, sei es durch politische Veränderungen, oder in einer post-Putin Ära, wird sich zeigen. Es wäre Europa und der russischen Bevölkerung zu wünschen.

    Ich frage mich allerdings, was Putin gewonnen haben sollte, wenn er sich nur mit der Ostukraine zufrieden gäbe.

    Meiner Meinung nach spielt hier der Casus Belli eine Rolle.

    Im Georgien- Krim- und Donbaskonflikt verkauftet man der russischen Bevölkerung vorallem den Schutz russischer Bürger*innen außerhalb der russischen Föderation als Kriegsgrund. Nach dem Fall der Sowjetunion durften alle ethnisch russischen Bürger*innen innerhalb der ehemaligen Sowjetunion und dessen Nachfolgestaaten einen russischen Pass erhalten, was auch viele Annahmen. In der Ostukraine ist die russische Diaspora noch groß genug eine Annektierung zu rechtfertigen und entspricht Putins Selbstinszenierung und seiner konstruierten nationalen Identität.

    Die Panzer in Georgien sind damals auch bis nach Tiflis gefahren, um dann wieder Kehrt zu machen und die Gebiete in Abkhazien und Südossetien zu sichern, welche eine russische Diaspora enthielten und es erfolgte keine komplette Besetzung Georgiens. Ähnliches würde sich wohl auch in einen hypothetischen Ukrainekonflikt abspielen.

    Und ich stimme da IWST zu, dass eine Besetzung der Westukraine mehr Kopfschmerzen in Moskau verursachen würde, als man handeln kann. Die ukrainische Bevölkerung ist absolut nicht gut auf Russland zu sprechen und ein langjähriger Partisanenkonflikt ist ein realistisches Szenario der den Tschetschenienkonflikt harmlos aussehen lassen würde.

    sämtliche Nachbarn würden sich dann erst recht an die NATO binden.

    Da bleiben ja ohnehin nicht mehr viele übrig. Polen, die baltischen Staaten und ebenso Rumänien und Bulgarien sind es ohnehin schon, Finland und Schweden sind eher NATO nah und keineswegs freundlich gegenüber Russland eingestellt, bleibt dann noch eine mögliche Restukraine, die seit Jahren eh schon de facto um eine Aufnahme in die NATO bittet.

    Weißrussland gibt es noch, aber solange Lukashenko, oder einer seiner Lakaien dort herrscht ist es de facto eh in Moskaus Einflussphäre.

    Da hat Putin bereits nichts mehr zu verlieren.

    Und einen kompletten Rückzieher? Alle wieder in die Kasernen schicken? Das würde doch einen Gesichtsverlust entsprechen, weil es wie „Schwanz einziehen“ aussähe, zumal der bisherige Aufmarsch schon extrem teuer ist. Warum so viel Geld rausschmeißen für am Ende dann nichts? Ich halte da die offensichtlichere Absicht für plausibler. Wenn jemand massenhaft Truppen an der Grenze in Stellung bringt, dann will er sie auch benutzen. Gibt nicht all zu viele Fälle in der Geschichte, wo das nicht so gewesen wäre.

    Das wird nicht von Heute auf Morgen passieren, weshalb ich ja auch erwähnte, dass sich die Situation nur langsam abkühlen wird, wenn es zu diesem Patt kommt.

    In den ersten Monaten würden weitere Mannöver, Drohgebärden und Luftraumverletzung folgen, aber über einen längeren Zeitraum hinweg nimmt deren Intensität ab, bis das Konfliktpotential abgekühlt ist und erst dann kann man die Truppen Stück für Stück abziehen. Das öffentliche Interesse ist bis dahin verflogen und keiner verliert dabei sein Gesicht. Der perfekte Ausstieg für beide Seiten aus dieser Situation.

    Und Geld spielt bei sowas auch im eher knappen russischen Budget keine Rolle, kann zur Not in der Folge bei anderen Übungen wieder eingesparrt werden, genügend Drills gab es für die Truppe in der Zeit unter realistischeren Bedingungen.

    Wenngleich Taiwan dafür vielleicht keine ausreichende Bedrohung darstellt und als demokratisches chinesisches Gegenbeispiel auch sehr lästig sein dürfte.

    Taiwan, wie du schon schriebst, stört lediglich als liberales Gegenstück, weshalb die CCP auch so sehr darauf bedacht ist, dessen Existenz in der Wahrnehmung so klein wie möglich zu halten, siehe dazu auch die harten Repressalien gegenüber Personen der Öffentlichkeit, die es auch nur wagen Taiwan als souveränen Staat anzuerkennen.


    Mittlerweile ein Klassiker :thumbsup:



    Als Sprungbrett und möglicher US-Brückenkopf in der Region hat es aber ein ausreichendes Drohpotential und wird im Innern auch entsprechend so verkauft.

    Des Weiteren ist es eine klassische Narrative, dass der Feind zum Einen schwach ist Aufgrund seiner eigenen Dekadenz, gleichzeitig aber auch stark und gefährlich für das eigene Volk. Nationalistisches Standardrepertoire.

    In den ZDF-heute-Nachrichten (?) meinte ein baltischer NATO-Stabsoffizier, dass zur Zeit eine Kriegsgefahr herrsche wie seit 1945 nicht mehr. Klang dramatisch. Sollte es wohl auch. Die Militärs äußern sich zur Zeit jedenfalls nicht sehr beruhigend.

    Übertrieben, außer der Offizier hat ein paar Bildungslücken und hat bspw. die Kubakrise und einige andere Hotspotereignisse des Kalten Krieges nicht auf den Schirm.

    Und das Militär ist natürlich auch darauf bedacht seine eigene Existenz zu rechtfertigen und Budgeterhöhungen zu erhalten. Das Hochspielen von Konfliktpotentialen gehört da zum guten Ton.


    Trotzdem zeigt es aus meiner Sicht eine deutliche Schwäche des Kampfwillens im Westen.

    Eine 20 jährige Strafexpedition, die schon kurz nach Beginn ihr Ziel erreicht hat (bis auf die Ergreifung von bin Laden) und unnötig verlängert wurde mit einem nicht durchdachten und halbengagierten Nationbuilding ist halt für mich das komplette Gegenteil.

    Ich bezweifle stark, das eine andere Nation, oder Bündnis sich diesen assymetrischen Konflikt auch nur halbsolange angetan hätte und wie schon vor ein paar Monaten im Afghanistan Thread erwähnt, ist ein Konflikt zwischen regulären Streitkräfte und einer im Untergrund operierenden Terrororganisation völlig anders zu bewerten als gegen andere reguläre Streitkräfte. Das wissen auch die Militärs in Moskau, Peking, Teheran oder Pjöngjang.


    Ansonsten unterschreibe ich auch vollständig draches Beitrag.

    Bezüglich der neuen Kulturrevolution von Winnie Puh, unlängst wurde bspw. auch die Zurschaustellung von Reichtum, sowie "feminin wirkenden" Männern aus den Medien verbannt, da dies wohl laut der CCP den "Volkskörper schädigt". Das wird sicher nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein und es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Peking noch ergreift gegen seine Mittel- und Oberschicht und wie gut das bei denen ankommt.

    Für mich sind zwei Szenarien realistisch in den kommenden Wochen:


    1. Russland überfällt den Osten der Ukraine und die NATO greift nicht ein und es werden weitere Sanktionen gegen Moskau verhängt.

    2. Nichts passiert und es bleibt weiter eine angespannte Lage mit Provokationen, welche sich allmählich abkühlen wird.


    Ein globaler Konflikt ist für mich eher ausgeschlossen.

    Die Medien gehen zwar gerade steil auf die Lage, da die Situation im Ukraine und Taiwan Theater um einiges angespannter ist, als wir es gewohnt sind, allerdings sehe ich, bis auf die Hardliner unter den Publikationen, keine Einschwörung der Bevölkerung auf einen Konflikt. Für die meisten bringt es halt eher Klicks, Auflagen und somit Geld und ist daher derzeit sehr präsent in der Medienlandschaft.


    Wie alle politischen Strukturen steht auch bei Diktaturen der Machterhalt an oberste Stelle, dort sogar eher, da oftmals das leibliche Wohl der Machtperson damit verknüpft ist. Russlands Opposition ist zwar unorganisiert und tief gespalten zwischen den politischen Lagern, aber der Kampfschlumpf sitzt alles andere fest im Sattel. Wirtschaftlich geht es Russland nicht besonders gut, deren wichtigstes Produkt ist der Export natürlicher Rohstoffe, das Land ist geplagt von Korruption und Machtmissbrauch. Auch Corona ist nicht spurlos am Land vorbeigezogen, es gibt eine hohe Impfskepsis im Land und bislang sind gerade ein mal 52% der Bevölkerung doppelt geimpft und die Wirkung vom Sputnik Impfstoff ist nicht unbedingt die Beste.

    Die schnelle Entsendung von "Friedenstruppen" nach Kasachstan, Russlands wichtigsten Verbündeten in Zentralasien, zur Niederschlagung der sozialen Unruhen dort, zeigen für mich durchaus eine Verunsicherung von Moskau. Neben der Sicherung des Machterhalts eines treuen Verbündeten wirkt es zugleich wie eine Warnung an die eigene Bevölkerung, eine Demonstration wie weit man bereit es zu gehen bei Abweichungen.


    Putin hat es aber während seiner Regierungszeit geschafft eine neue Identität für das Land zu schmieden. Eine krude, nationalistische und religös geprägte, Chimäre aus dem Zarenreich und der Sowjetunion und hat sich dabei als Kopf dieser inszeniert. Diese Chimäre möchte auch regelmäßig gefüttert werden und hilft dabei über die Probleme im eigenen Land hinwegzusehen. Putins Kanonenboot Diplomatie ist dabei essentiell dieses konstruierte Bild aufrecht zu erhalten, sei es nun durch den Georgienkrieg 2008, die Krimannektion und der nachfolgende Stellvertreterkonflikt im Donbass ab 2014, das militärische Engagement in Syrien ab 2015 und die aktuellen Provokationen und Mannöver in der Ostsee, dem Baltikum und der Ostukraine seit letzten Jahr.

    Putin ist aber auch ein pragmatischer Realist, der zwar hoch blufft, aber sehr genau weiß wie weit er gehen. Jedes seiner außenpolitischen Abenteuer ist genau abgeschätzt, der Ausgang abgesichert und stärkt das von Putin konstruierte Bild in der eigenen Bevölkerung.

    Er und Biden hatten sich ja kürzlich getroffen. Offiziell hieß es von Biden nur, dass militärische Aktionen seitens Russland gegen die Ukraine schwerwiegende Sanktionen nach sich ziehen wird. Was die beiden aber untereinander besprochen haben ist das entscheidende.

    Wenn Putin hier den Eindruck bekommen hat, dass die NATO nicht direkt eingreifen wird, ist ein Überfall auf die Ukraine durchaus wahrscheinlich, denn seien wir einmal ehrlich, Sanktionen bringen auf dieser Ebene nichts.

    Eine direkte militärische Konfrontation mit der NATO wird Putin aber scheuen, denn nach allen Maßstäben und so nett das russische Militär auch anzuschauen ist, wenn es einen einseitigen Konflikt für sich entscheiden kann, qualitativ und auch quantitativ ist Russland über Kurz oder Lang keine militärische Bedrohung für die USA und die NATO. Sicherlich wird ein militärischer Erstschlag mit einer parallel laufenden Desinformationskampagne und cyber warfare den russischen Streitkräften das Momentum geben, möglicherweise erreichen sie sogar ihre operativen Ziele, bevor die NATO adequat reagieren kann, aber anschließend ist der Konflikt militärisch nicht zu gewinnen für Moskau und damit wäre auch die konstruierte Chimäre hinüber und damit Putins Rückhalt in der Bevölkerung. Russland wird nur soweit gehen, wie es die NATO zulässt.


    China ist in den letzten Jahren diesbezüglich einen ähnlichen Weg gegangen. Auch hier konstruierte man, unter Rückbesinnung auf die Vergangenheit, ein neues, nationalistische Bild und ebenso wie das russische benötigt es eine Legitimation, ob nun durch eine Drohkulisse von Außen (Taiwan und die USA) oder von Innen (Xinjang Provinz und Hong Kong). Anders als bei Russland und der Ukraine, wäre mit einer Wiedereingliederung der chinesischen Republik auf Taiwan die Rechtfertigung für das Säbelrasseln weg.

    Ein souveränes Taiwan nützt der CCP in ihrer Narrative und Propaganda deutlich mehr, als wenn sie es direkt unter ihrer Kontrolle hätten. Taiwan kann bei Bedarf einfach immer wieder hervorgeholt werden, um den eigenen Nationalismus und dessen Ziele zu festigen.


    Die Sitzfestigkeit der CCP ist von Außen etwas schwer zu beurteilen. Derzeit haben sie augenscheinlich den Rückhalt in der Bevölkerung und die Propaganda wirkt durchaus, aber die große chinesische Firewall ist löchrig wie ein schweizer Käse. Zumindestens die inzwischen recht große Mittelschicht ist durchaus gut informiert was tatsächlich abgeht und es ist zumindestens mein Eindruck, dass diese sich mit der CCP eher arrangiert, anstatt eine glühende Anhängerschafft zu bilden. Diese Duldung der CCP speist sich vorallem aus der guten wirtschaftliche Lage und das ein großer Teil der Bevölkerung vom Dengismus, der wirtschaftlichen Öffnung des Landes und dessen Integration in das kapitalistische Weltwirtschaftssystem, profitieren konnte.

    Eine direkte militärische Auseinandersetzung würde nämlich genau all dies bedrohen und ist damit absolut nicht im Interesse der CCP und auch hier bin ich der Meinung, dass es noch kein window of oppurtunity für die chinesischen Streitkräfte gibt als siegreiche Partei aus einen direkten Konflikt hervorzugehen. Taiwan, mit seiner Nähe zum Festland, ist durchaus in Schlagreichweite für eine Invasion, aber was dann? Aus ihren eigenen Gewässern würden sie nicht mehr herauskommen, sobald sich die USA und ihre Verbündeten in der Region einschalten und die Wirtschaft würde im eigenen Land zu Grunde gehen. Die ökonomische Abhängigkeit geht in beide Richtungen.

    Zudem kann die Volksrepublik derzeit deutlich besser ihre Interessen durch ihre Softpower, als durch militärische Hardpower durchsetzen. Ob nun in Teilen von Europa, Afrika, Zentralasien, oder Australien. Das Militär ist gar nicht notwendig, wenn man dort kritische Infrastruktur und Schulden besitzt.


    PS: Ich bin übrigens weiterhin der Meinung, dass du den seit Jahren geplanten Abzug aus Afghanistan viel zu sehr Bedeutung gibst und überinterpretierst, welche Auswirkungen er hatte. Der Abzug aus Vietnam war auch kein globaler Wendepunkt und seine Folgen blieben regional beschränkt.

    Und wenn ich eine Warnung bekomme, daß ich heute früh um 7:00 einen Kontakt hatte, von mir aus beim EDEKA beim Einkaufen, dann ist der Infizierte entweder illegal unterwegs und sollte eigentlich zuhause in Quarantäne sitzen oder seine Infektion ist jetzt schon 14 Tage her und er ist wieder gesund. Weiß jemand, wie lange das gespeichert wird?

    Nee, wenn du Vorgestern einer Person begegnet bist, die dann erst zwei Tage später Symptome entwickelt und Tags darauf positiv getestet wird, bekommst du ebenfalls die Mitteilung über eine Risikobegegnung, wenn die Person den positiven Test angibt. Deshalb werden ja alle Begegnungen und Tests 14 Tage gespeichert und können damit auch rückwirkend in diesem Zeitfenster gemeldet werden unter Einhaltung vom Zeitpunkt des Ausbruches der Krankheit und Ansteckungsmöglichkeiten während der Inkubationszeit.


    Omikron sorgt derzeit auch für neue Höchststände in Sachen Hospitalisierung in Ländern, wo es die vorherrschende Variante ist.

    Ein milder Verlauf nützt halt nicht viel, wenn sich deutlich mehr Personen anstecken und damit die Wahrscheinlichkeiten steigen, dass es ungeimpfte Personen und Leute erwischt, die nicht das Glück eines milden Verlaufes haben.

    In den USA beharren sie ja auch auf Präsenzunterricht, der findet aber an einigen Schulen inzwischen de facto nicht mehr statt, da zuviele Lehrkräfte und Schüler*innen in Quarantäne stecken und laut CDC steigt mit einer Coronainfektion bei Kindern das Risiko an Diabetes zu erkranken.


    Omicron Symptoms: Kids Who Get COVID at Higher Diabetes Risk – NBC New York


    How to Think About Covid Data Right Now - The New York Times


    Werden noch spannende Wochen werden. In der Theorie könnten sich unsere Verantwortlichen die Entwicklung in Dänemark, Frankreich, UK und den USA genau anschauen und präventiv Maßnahmen ergreifen, Hoffnungen mache ich mir da aber nicht.

    Luca hat eine Bluetoothfunktion meines Wissens nach; deswegen ja meine Frage: können Luca und die Corona App miteinander reden?

    Meines Wissens nach nicht, nein.

    Die LucaApp ist wirklich nur zum Eintragen in Veranstaltungen/Geschäften/Bars & Restaurants etc. da und kommuniziert nicht mit anderen Smartphones, egal ob diese die Luca oder Corona Warn App installiert und Bluetooth aktiviert haben.

    Das Aufzeichnen von Begegnungen zwischen Personen auf der Straße oder sonst wo, geht nur, wenn beide die Funktion in der Corona Warn App nutzen.

    Da diese inzwischen sich auch über die QR Codes die durch die LucaApp generiert wurden in öffentlichen Räumen einloggen kann, ist die LucaApp eine teure Fehlinvestition mit ordentlichen Datenlücken und kann weg.

    Jau, hatte ich hatte auf dem Schirm gehabt. Die zweite mit Biontech war da deutlich entspannter. Immerhin kein Vergleich zu Astra, wo für einen Tag wirklich alles im Arsch war :D


    Und klar haben wir hier Kirchen, irgendetwas mussten wir doch mit dem Geld aus dem Solidarpakt anfangen. Ich bin sogar beim Betreten nicht in Flammen aufgegangen.

    Naja, während in Europa gerade überall die Zahlen explodieren, ermitteln wir unsere Fallzahlen seit Wochen mit *schieltaufdieNotizen* Schätzungen.

    Manche lernen halt langsamer als andere und diese Pandemiesituation ist für uns alle neu.


    Aber mal im Ernst, schätze er wollte damit nur untermauern, dass Omikron nicht mehr so stark abhängig davon ist auf Tröpfchen (insbesondere beim Niesen und Husten) durch die Gegend zu reisen und die Viruslast und damit die Verbreitungsgefahr, beim Atmen schon massivst erhöht ist. Daher auch der Vergleich mit den Masern.

    Hat sich dabei halt nur sehr unglücklich ausgedrückt und Leute haben es sensationalisierend aus dem Kontext gerissen.


    Hab mir übrigens Vorgestern spontan bei einem freien Impfangebot in einer Kirche die Auffrischungsimpfung 5 Monate nach der Zweiten holen können.

    Diesmal gab es Moderna, Impfreaktion war etwas seltsam. Kopf-und Gliederschmerzen verstärkt auf der Impfseite mit kribbelndem Taubheitsgefühl und die Symptome hielten auch heute noch abgeschwächt an.

    Vielleicht gibt es aber auch einen tollen set bonus, wenn man 3 verschiedene Impfstoffe bekommen hat.

    dass ich das Ende der Trilogie super und in sich schlüssig finde, sonst werde ich wieder unverzüglich gelyncht.

    Fühle mich irgendwie angesprochen :grübel: :D

    Geschmäcker sind unterschiedlich, Hauptsache du wurdest unterhalten und hattest Spaß mit der Reihe :thumbup:

    Hab da so meine Schwierigkeiten mit, mehr nicht.

    Ist halt nen Interessenskonflikt bei mir und ich bin mir der Widersprüchlichkeit bewusst.

    Gibt halt keinen ethisch einwandfreien Konsum im Kapitalismus und ich habe nicht die Wahl nicht im Kapitalismus zu existieren.


    Schließt sich halt für mich nicht aus ein Produkt zu konsumieren und gleichzeitig zu kritisieren, um es zu verbessern.

    Mogges

    Mir ging es um deine ursprüngliche Annahme Kapitalismus ist mit der beste Innovationstreiber und daher haben wir schnell richtig gute Impfstoffe bekommen, stark paraphrarisiert ausgedrückt, während wir prallel konkrete Beispiele aus anderen Ländern haben, die nicht 1:1 unserem neo liberalen Verständnis von Marktwirtschaft folgen, welche ähnliche Ergebnisse ablieferten und in manchen Teilen sogar bessere Erfolge in der Pandemiebekämpfung haben.

    Bei mir entstand da halt der Eindruck einer Fukuyama-mäßigen Behauptung, das wir in Sachen gesellschaftliche Effizienz Nahe am Ende der Entwicklung sind und unser jetziges System kaum besser werden kann.

    Ich mein, wir haben für einen deutlich längeren Zeitraum auch in der Annahme gelebt, das eine priviligierte Klasse durch gottgegebenes Recht über die breite Masse herrschen soll und dies wurde auch für unumstößlich gehalten. Für mich sind solche Annahmen und die damit verbundene Aufrechterhaltung des status quo halt geistig einschränkend und nicht befriedigend.


    Klar, die Aussicht auf Profit ist ein sehr starker Anreiz Ressourcen zu konzentrieren und geht auch unter dem Aspekt von Konfliktbedrohungen Hand in Hand, aber es als non plus ultra zu sehen für unsere Entwicklung halte ich nicht für haltbar.

    Daher war auch meine Frage bezüglich Kunstschaffenden relevant, da es recht simpel vermittelt, dass Menschen, mit den entsprechenden Ressourcen, einfach aus den unterschiedlischsten Gründen Dinge tun, ohne dabei am Ende Profit zu erwarten. Dieses Konzept lässt sich halt auch auf andere Bereiche anwenden. Forschende, mit Ressourcen ausgestattet, werden auf ihrem Gebiet forschen, weil es ihre Interessen bedient.

    Die Leute in den Pfizer und Co Laboren verdienen zu Recht gut mit ihrer Arbeit. Vom Profit ihrer Firma, der von ihrer Arbeit aus entstanden ist, sehen sie aber nicht einmal einen Bruchteil. Der landet halt hauptsächlich bei den shareholders und der Führungsetage.


    Bezüglich deiner Kritik an der staatlichen Handhabung der Pandemie sehe ich nicht, wie es meinen Punkten widerspricht. Was du dort hauptsächlich beschreibst sind die Auswirkungen einer jahrzehntenlangen Sparpolitik in einem kritischen Infrastrukturbereich, wo der Staat die Verantwortung teilweise in die Privatwirtschaft abgeschoben hat. Und die ist, ohne staatliche Zuschüsse, nicht daran interessiert Strukturen zu modernisieren, sondern aus den vorhandenen das Maximum rauszuholen, da dies in der Jahresendabrechnung am schönsten aussieht.

    Hätten wir heute diese Probleme, wenn wir vor Jahren massivst in die Digitalisierung investiert hätten, sodass jedes einzelne Gesundheitsamt, Krankenhaus, Pharmalager usw. über ein geeintes, effizientes Melde- und Informationssystem verfügt, welches zentral zusammenläuft?

    Über Amazon kann man wirklich viel meckern, aber deren innere Organisation funktioniert global tadellos und basiert auf einen fast schon plan-/zentralwirtschaftlichen Konzept unterstützt von einer hohen Digitalisierung und KI Algorithmen. Solche Systeme funktionieren, es braucht nur den Willen zur Umsetzung.

    Bezüglich der Zulassungsregularien: ähh, wer hat denn die bürkratischen Hürden gesenkt? Meinst du, das wäre bei einen staatlichen Impfstoff anders verlaufen?


    Kurzum: Ich mag es einfach über dieses breiteren Themen zu schwadronieren und hatte halt Zeit :D

    Philosophie Ansichten zur Staatsräson und 1.000 seitige Wälzer von bärtigen Männern sicherlich nicht.

    Kann ich dich für etwas Mark Fisher begeistern?

    Zu welchen technischen Errungenschaften waren denn nicht kapitalistische und friedliche ( Krieg ist sogar ein noch größerer Treiber für Erfindungen ) Völker / Staaten fähig?

    Herrje, ernsthaft?

    Warum schaffen Menschen Kunst Mogges, obwohl nur ein minimaler Bruchteil davon leben kann?


    Das Krieg der Innovationstreiber schlechthin hin sein soll, ist enorm reduktiv. Eher wird ein Schuh draus, wenn wir von einer möglichen Bedrohungslage sprechen. Waffensysteme und damit neue Technologien, werden hauptsächlich präventiv entwickelt und nicht erst während eines Konfliktes. Klar werden in einer Konfliktsituation plötzlich Ressourcen mobilisiert, Notlösungen gesucht und es können deutlich mehr Daten gesammelt werden durch Feldtest und diese fließen wiederum in die Weiterentwicklung.

    Der Staat hat, ob nun in einen drohenden Konflikt, oder aktiven, einen massiven Anreiz Entwicklungen voranzutreiben. Irrelevant ist aber dabei, ob diese Ressourcen in Privatfirmen oder staatlichen Betriebe fließen, die Ergebnisse sind gleich.


    Um auf deine Frage einzugehen, mir fällt da beispielsweise Vorläufer des Internets ein und das Internet selbst stammt aus einem zivilen Institut, dass hauptsächlich über staatliche Fördermittel finanziert wird. Der Entdecker der Impfung gegen Kinderlähmung hat kein Patent dafür angemeldet und was ist mit allen Erfindungen vor Adam Smiths Theorien? Fast immer gab es für diese zuerst eine zivilen Zweck und bei einigen wenigen folgte eine militärische Nutzung. Kapitalismus gabs da auch nicht. Geld, ja, aber wir wissen denke ich beide, dass Geld und Warenwirtschaft mühelos in anderen Wirtschaftsformen existieren kann.

    Weder Sahin, noch der CEO von Pfizer, Moderna, die Shareholder von Astra Zeneca etc. interessieren sich für moralische Werte bei der Impftstoffherstellung. Man wollte und will Reibach machen, das ist gelungen und wird hatten in kürzester Zeit sehr gute Impftstoffe.

    Und wir wissen beide, woher die Mittel für die Entwicklung kam. Das einzige was daran mit Kapitalismus zu tun hat, ist der Profitgewinn der Firmen am Ende.


    Der Staat hatte hier den Anreiz einen Impfstoff zu entwickeln, da sonst Bürger*innen tod und damit auch Produktivität tod, schadet dem Staat und ist doof,

    Jetzt denk dir mal die Privatfirmen weg, welche die ganzen staatlichen Mittel bekommen haben und ersetze es mit einem staatlichen Institut, das dauerhaft gut mit Ressourcen versorgt wird, weil es eine gesellschaftliche Notwendigkeit ist und daher auch das entsprechende Fachwissen anzieht. Meinst du nicht, die hätten genau den gleichen Job machen können?

    Hat selbst das wirtschaftlich halb zu Tode strangulierte Kuba hinbekommen. Fucking Kuba. Dauerte zwar etwas länger und der Impfstoff erreicht nicht ganz die Effektivität, aber es musste auch mit deutlich eingeschränkteren Ressourcen arbeiten.

    Möglicherweise denkt man sich, daß eine egoistische Denkweise und Ellenbogen raus beim Kampf mit der Konkurrenz mehr Cash bringt als gemeinsam an einem Strang zu ziehen und der Erlös teilen zu müssen?

    Nicht nur möglicherweise und damit ist auch schon beschrieben was falsch läuft.

    Was willst Du jetzt eigentlich von mir?

    Naja, du hattest halt geschrieben, du wärest konsequent, daher meine Nachfrage inwieweit diese reicht.

    Ich kenne ja nicht alle deine Positionen.

    Da ich deinem Beitrag entnehme, dass du dich persönlich angegriffen fühlst, Verzeihung, aber es war halt ein reines Interesse an deinen Ansichten zu den Themen zur besseren Einrodnung. Ich weiß ja nicht bei jeder Person inwieweit der Finger bis zur eigenen Nase reicht und es ist halt keine Selbstverständlichkeit.

    Nur fühlst Du dich unnötigerweise auf den Schlips getreten, weil ich die Formel 1mit korrupten Gelddruckmaschinerien in Diktaturen und der FIFA und dem IOC in einen Topf werfe.

    Wir sind uns doch im Grunde bei dem Thema einig, sei es jetzt F1, FIFA, oder IOC, lediglich unsere persönliche Befangenheit ist eine andere.

    Eine Verkleinerung des Rennkalenders und die Eliminierung von den bedenklicheren Austragungsorten ist absolut wünschenswert, gleiches gilt auch für die FIFA, welche internationale und inzwischen auch nationale Turniere, dorthin verkauft.

    Ich sehe aber beim derzeitigen Geschäftsmodell halt aber nicht wirklich eine Besserung in Sicht und vermeide es halt Geld in diese Maschinerie zu verwerfen, um keine Bestätigung zu erzeugen, das ist halt meine "Lösung" zur Problematik.

    Um einen Freifahrtsschein geht es mir auch nicht, bitte projiziere hier nichts.

    Wie die Formel 1 dort CO2 einsparen will, formuliert der Veranstalter nur sehr vage. Wie will man bei einer weltweiten Sportserie bspw. den Luftverkehr signifikant reduzieren?

    Kannst du schlecht bei einen globalen Zirkus. In den letzten Jahren hat man die Austragungsorte mehr geografisch geordnet, um die Distanzen zu verkürzen und die Logistik zu verringern, sowie diese eher über Züge/Lkws abzuwickeln. Die Co2 Neutralität wird dann wohl, wie in anderen Bereichen auch, mit dem Erwerb von Zertifikaten und etwas Bäumchen pflanzen geschönt erreicht.

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    :thumbsup:

    Ohne Kapitalismus ( und Kriege ) gäb´s auch deutlich weniger innovative Erfindungen, technische Entwicklungen und medizinischen Fortschritt. Diesen Preis müssen wir schlicht und ergreifend zahlen.

    Ahja, Innovationen gibt es erst seit dem späten 18. Jahrhundert :D

    Fortschritt resultiert, runtergebrochen, aus der Konzentration von Menschen mit entsprechendem Fachwissen und notwendigen Ressourcen.

    Zu Letzterem gehört auch durchaus Kapital, Kapitalismus kann man aber aus dieser Rechnung streichen.

    Unsere komplette moderne Technologien basieren zum absoluten Großteil aus staatlichen Forschungseinrichtungen, sei es nun Raumfahrt, Militär, oder für zivile Zwecke. Woher kommt das Geld dafür Mogges?

    Die Mittelsperson, welche sich diese Entwicklungen aneignet, ein Logo draufklatscht und am Ende davon profitiert ist jedoch überflüssig.


    Du erwähnst in deinen Beiträgen eine globale, zentral gesteuerte Organisierung der Pandemiebekämpfung, wieso lässt sich dieses Konzept nicht auf die Produktion von Impfstoffen ummünzen?

    Zwanzig verschiedene Impfstoffe mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sind keine Innovation, sondern schlicht und ergreifend Ineffizienz und verschwendete Ressourcen von Produktionskapazitäten und Zeit.

    Kapitalismus hat seinen Teil zur Gesellschaft beigetragen, ist aber sichtlich überfordert mit einer milden Pandemie und torpediert weiterhin jegliche Anstrengungen beim Klimaschutz.

    Ja, schreib das mal in Deine Signatur: "Ossi und trotzdem geimpft".

    Wie wär es mit "Deutschsprachig und geimpft"?

    Impfskepsis ist altes Kartoffelbrauchtum und großen Dank können wir dafür auch an Rudolf Steiners anthroposophischen Dreckskult ausrichten, sowie den Krankenkassen, welche diesen unwissenschaftlichen Mist auch noch legitimiert und sich an einem Milliardengeschäft beteiligt.

    Die Tatsache, dass die Impfquote in Ostdeutschland dann noch einmal niedriger ist hängt eher mit der strukturellen Abhängung des Raumes, eines daraus resultierenden allg. Misstrauen gegenüber dem Staat, welcher von der AfD aufgegriffen und in die Coronaleugnung kanalsiert wird, sowie dem rechtsideologischen Körperkult, zusammen.


    Waldorfschule und das Coronavirus: In Steiners Sekte - DER SPIEGEL


    Die Karrikaturen aus der Zeit zur Pockenimpfung, wo der Impfstoff aus der ungefährlicheren Variante die bei Kühen zu finden war gewonnen wurde, weisen interessante Parallelen auf, Stichwort Genveränderung.


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    sondern rein die Menschenrechte.

    Und ja: so konsequent bin ich mittlerweile.

    Das ist gut.

    Auch auf die Gefahr hin hier den Thread etwas off-topic zu führen, aber wie stehst du zu Frontex und den mittlerweile mehr als 20.000 ertrunkenen Menschen an unserer europäischen Außengrenze? Dem Konflikt an der polnisch-weißrussischen Grenze? Femizide? Den Rollback an gesellschaftlichen Fortschritten wo Rechte die Kontrolle über die Legislative haben? Den strukturellen Menschenrechtsproblemen in europäischen und nordamerikanischen Institutionen usw. usf.?

    Ich weiß, es ist sehr einfach auf andere Regionen der Welt zu schauen und die dort noch bescheideneren Zustände zu kritisieren da sie offensichtlicher und abstoßender sind, aber wir bekleckern uns diesbezüglich nunmal auch nicht gerade mit Ruhm und teilweise sind bei uns die zu kritisierenden Umstände durch die Breite der Gesellschaft normalisiert. Klar haben wir in vielen Bereichen massive Fortschritte erreicht, aber die gibt es auch nur weil ständig die bestehende Verhältnisse immer und immer wieder kritisiert worden sind, daher reicht es nicht aus jetzt einfach nur den Blick auf die Geschehnisse in andere Staaten zu legen.

    Ich hätte es doch gar nicht angesprochen, wenn nicht bei der FIFA oder dem IOC mit den gleichen Maßstäben und Kritik von so manchem hier im Forum vorgegangen worden wäre.

    Habe ich was verpasst?

    Ansonsten ist es halt i.d.R. ein normaler Vorgang, das Themen welche gerade die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit haben auch kritischer beäugt werden.

    Sieht man ja jetzt auch hier in dem Thread ganz gut. Es gab einen medialen Wirbel um das WM Finale der F1 und du äußerst deine Kritik, völlig zu Recht, an den Austragunsgorten der Weltmeisterschaft und andere haben, ebenfalls zu Recht, den Klimaschutz aufgegriffen.

    Die Öl Grand Prix werden seit ihrer Einführung kritisiert. Liberty Media bekommt von mir auch keinen Cent für ihr Geschäftsmodell. Klar könnte ich auch komplett aufhören das Produkt zu konsumieren und darüber zu Schreiben, um es keine weitere Reichweite zu geben, aber dann hätte ich ein für mich wichtiges Interesse weniger und so konsequent bin ich dann doch nicht.


    Und E Fuels haben im PKW keine Zukunft. Das wurde mir auch schon beim Bier pong von Doktoranden erklärt, die daran forschen.

    Wenn der postulierte 60% Wirkungsgrad erreicht, oder gar übertroffen wird, wird es sicherlich auch einen Markt dafür geben.

    Wenn ich das Geld hätte, würde ich eher zum Co2 armen Verbrenner als zum Elektromotor greifen.

    Ist die Frage ernst gemeint?

    Klar, es gibt 47 Strecken auf der Welt, die ein F1 Rennen ausrichten könnten.

    Davon befinden sich 13 in autokratischen Ländern mit argen Menschenrechtsproblemen, weitere 11 Strecken befinden sich in Ländern, die bereits eine, oder mehrere Strecken haben und dann kommen noch ein paar dazu, die entweder kein Interesse haben, oder die finanziellen Mittel nicht aufbringen können.

    Am Ende kommst du gutmütig auf rund 17 Strecken, die einen unproblematischen Grand Prix ausrichten können und für einen aktuellen Rennkalender in Frage kommen könnten.

    Die Betreiberfirma der F1 hat da recht eingeschränkte Wahlmöglichkeiten bezüglich ihrer Austragungsorte und wie Norkzlam schrieb, folgen wir der Logik bis zum Ende, kannst du damit jede sportliche Großveranstaltung in die Tonne kloppen, egal ob es dabei nun um Umweltschutz, Menschenrechte und finanzielle Mitteln aus fragwürdigen Quellen geht.

    Bist du so konsequent Mogges?

    Auch wenn der Rennleiter Masi jetzt viel Anschiss abbekommt, aber wenn man bedenkt, man einigt sich noch vor der Saison möglichst unter Grün zu Ende laufen zu lassen, dann kann ich die Aktion schon verstehen.

    Geht ja nicht einmal um die eine Rennrunde, sondern das vorbeilassen von den 4 überrundeten Fahrzeugen zwischen Max und Lewis.

    Dafür gibt es halt keine Präzedenz und laut den FIA Regeln müssten sich in so einen Fall alle Fahrzeuge hinter dem SC entrunden und nach Absolvierung einer vollen Runde wieder hinten dem SC einordnen für den fliegenden Neustart, aber dann wäre die 1 Rennrunde nicht mehr drin gewesen.

    Das Masi lediglich die Fahrer zwischen P1 und P2 hat vorbeifahren lassen und eine halbe Minute später hastig den Neustart durchführte ist halt ein Novum und so in den Regularien nicht vorgesehen. ´türlich haben Rennleitung und Stewarts viel Interpretationsraum, diese Saison auch eindeutig zuviel, aber diese explizite Entscheidung war halt schon ne Hausnummer und halt auch irgendwie unnötig.


    Mogges

    Was willste halt machen, wenn es relativ wenige F1 geeignete Strecken auf der Welt gibt und die Diktaturen mit dem entsprechenden Handgeld alles überbieten für etwas Sportswashing? Wie alles andere auch ist es halt ein Geschäft und Moral ist zweitrangig.

    Klar hat die FIA mit ihrem #Weraceasone auch ein Lippenbekenntnis parat, aber immerhin gibt es mit Seb, Lewis und Mick Fahrer die offen und vor Ort die Misstände in den Ländern kritisieren. Ist in anderen Sportarten schwieriger zu finden.


    Ansonsten freue ich mich, dass der Rekord von Schumacher nicht gebrochen wurde.

    Die Heulsuse, die gleich mehrfach das Leben von Kontrohanten aufs Spiel setzte und eine Schlägerei in der Boxengasse suchte? :P


    Die Welt redet vom Umweltschutz und die Formel 1 lässt noch Verbrenner im Kreis fahren. Wirkt es nicht überholt?

    Hybridmotoren wenn ich bitten darf :lehrer:

    Und wenn du in ein paar Jahren wahrscheinlich die Wahl hast zwischen eMotor oder Verbrenner mit so gut wie keinen Ausstoß durch synthetischen Treibstoff, werden Letztere zuerst im Rennsport getestet.

    Für die Zwischenzeit gibt es grüne Rennserien als Alternative, siehe Formel E.

    Aber Hamilton hat sich beim letzten SC verpokert, keine neue Reifen zu nehmen.

    Dann hätte Max nicht gepited und wäre vorn gewesen. Rennen hätte auch unter dem SC zu ende gehen können und selbst mit einer letzten Rennrunde wäre es schwer geworden für Lewis an Max vorbeizukommen.


    Bin gespannt was beim appeal rauskommt, aber auch irgendwie schwer vorstellbar, dass sie nach der Kontroverse gleich die nächste dranhängen und den Titel am grünen Tisch entscheiden ^^