Die CDU / CSU

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    • Ja, so ähnlich habe ich auch schon gedacht. Wenn man denn der AfD überhaupt noch das Wasser abgraben kann.
      Es könnte auch langfristig so kommen, dass die Union wieder etwas weiter rechts steht, sich dadurch verkleinert und die AfD versucht mehr auf „bürgerlich“ zu machen. Am Ende stehen sich dann wieder zwei Blöcke gegenüber. AfD-Union-FDP rechts und Linke-SPD-Grüne links. Zwischenzeitlich kommt aber vielleicht zunächst das Experiment Schwarz-Grün... worunter vor allem die Grünen leiden könnten, vermutlich zu Gunsten der SPD oder jetzt noch Unbekannter Parteien.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • John schrieb:

      Ja, so ähnlich habe ich auch schon gedacht. Wenn man denn der AfD überhaupt noch das Wasser abgraben kann.
      Tendenziell würde ich davon ausgehen, dass das möglich ist. In Österreich stand die FPÖ in dem Umfragen zeitweise bei 35%. Dann sind unsere Konserativen nach rechts gerückt und heute steht die FPÖ bei 15% (ok, bei dem Ergebnis spielten auch diverse Skandale mit, aber schon davor stand sie bei 25%).

      John schrieb:

      und die AfD versucht mehr auf „bürgerlich“ zu machen.
      Bisher ist es immer weiter nach rechts gegangen, und Höcke und co. sind recht gut in der Partei verankert, momentan ist das also nicht absehbar.
    • Eine CDU, die sich öffentlich für die Sicherung der Grenzen einsetzen würde, könnte der AfD sicherlich innerhalb weniger Tage 3-5 Prozentpunkte abluchsen. Den AfD Kern von Neonazis schätze ich auf 6-8% und die gab es eigentlich gefühlt bereits immer. Früher halt NPD oder Republikaner und natürlich auch ein paar innerhalb der anderen Parteien.
    • Gaius Bonus schrieb:

      3-5 Prozentpunkte abluchsen

      Gaius Bonus schrieb:

      6-8% und die gab es eigentlich gefühlt bereits immer.

      IWST schrieb:

      Dann sind unsere Konserativen nach rechts gerückt
      Die Frage hierbei ist doch, ob dadurch das "Problem" wirklich angegangen wird. Akzeptiert man lieber eine Gesellschaft in der auch diese paar Prozent ihre politische Heimat haben?

      Wäre es dann nicht besser, die AfD bei ihren ausgeschöpften 13% rumdümpeln zu lassen, als eine "starke" CDU in der sich auch radikale und diskriminierende Inhalte widerfinden?
    • Wenn es denn 13 blieben. Thüringen ist es einiges mehr. Auch weil sich gefühlt keine Partei mit den Themen der AFD auseinader bzw. diese angeht.
      Speziell die CDU/CSU redet zwar immer gerne von Innerer Sicherheit, besserer Ausrüstung der BW, Verteidigung im allgemeinen usw., eigentlich deren Kernthemen, aber man könnte auch die EU oder Bildung dazu nehmen. Doch wenn es darauf an kommt ist das Beste was man bekommen kann ein: "Wir schaffen das." oder "In anderen Ländern ist es noch schlechter."
      Ist das der Anspruch?
      Heiße und unpopuläre Themen werden nicht angeganzen sondern ignoriert oder sofort mundtot gemacht.

      Mehr Polizei?
      Nee, laut Statistik gibt es ja immer weniger Verbrechen.
      Aber die haben massig Überstunden angesammelt eben weil es zu wenig Polizisten gibt?
      Sollen sie halt abbauen.

      Geld für die BW?
      Sollen das Geld was sie haben besser einsetzen.
      Aber die Ausrüstung ist steinalt und fällt vor aller Augen auseinander.
      Ihr Kriegstreiber wollt doch nur mit neuem Spielzeug Menschen umbringen.

      Abschiebungen kriminelle Ausländer?
      Halts Maul du Nazi.

      EU und Euro
      Bist du etwa gegen die EU?
      Nein, aber es gibt Probleme. Der Austritt GB und die Euroschuldenkrise ist noch nicht vorbei.
      Also bist du doch gegen die EU. Mit dir rede ich nicht.

      Bessere Ernährung oder Bauernsterben
      Wir setzen auf Freiwilligkeit und Selbstkontrolle.
      Aber...
      Freiwilligkeit und Selbstkontrolle.

      usw. usf.(Keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Ist nur eine ironische Zusammenstellung ;P )


      Aber wenn bei jedem Thema dann 1-2 % der Wähler nicht mehr wählen gehen und weitere 1-2 % sich für die AFD entscheiden summiert sich das schnell zusammen und ehe man sich versieht sind es plötzlich 25% und die anderen Parteien sind zu blöd sich mit ihren 75 % irgendwie zu einigen.
      Meister des Schokimods


    • Deatheye schrieb:

      Wenn es denn 13 blieben. Thüringen ist es einiges mehr. Auch weil sich gefühlt keine Partei mit den Themen der AFD auseinader bzw. diese angeht.
      Wenn man die Ergebnisse der LTW auf BTW anschaut, ist das Wählerpotential der AfD erschöpft.

      Und nochmal: Wer möchte die Wähler der AfD denn haben? Wer möchte denn Rassisten und Faschisten in seiner Partei einen Platz bieten? Diese Partei existiert jetzt seit mehreren Jahren. Jeder hatte genug Zeit sich davon zu überzeugen, dass es eben keine "rechtskonservative" Alternative ist, sondern eine rechtsradikale Partei mit neoliberalen Inhalten.

      Die CDU/CSU labert deshalb auch diesen Unfug von der angeblichen "Mitte". Es existiert keine politische "Mitte" oder wo soll der Konsens zwischen Menschenverachtung und den Werten unseres Grundgesetzes (Antifaschismus) sein?

      Ein bisschen rechtsradikal? Ein bisschen rassistisch? Dementsprechend kann sich die CDU/CSU eigentlich keine Wählerschaft von der AfD wünschen.
    • Ischozar schrieb:

      Deatheye schrieb:

      Wenn es denn 13 blieben. Thüringen ist es einiges mehr. Auch weil sich gefühlt keine Partei mit den Themen der AFD auseinader bzw. diese angeht.
      Wenn man die Ergebnisse der LTW auf BTW anschaut, ist das Wählerpotential der AfD erschöpft.
      Und nochmal: Wer möchte die Wähler der AfD denn haben? Wer möchte denn Rassisten und Faschisten in seiner Partei einen Platz bieten?

      Ich halte es nicht für den richtigen Weg, alle AFD Wähler generell als Rassisten und Faschisten zu bezeichnen. Genau sowas gibt der AFD wieder die Chance sich in einer Opferrolle dazustellen. Verstehe sowieso nicht warum sich die restlichen Parteien, so wenig mit der AFD befassen. Habe immer das Gefühl, alle wollen diese Partei aussitzen. Aber solangsam sollte man doch merken, dass das bisher überhaupt nicht funktioniert hat. Ich für meinen Teil weiß solangsam nicht mehr, welche Partei ich überhaupt wählen soll. Die AFD wird nie eine Option sein, aber die anderen machen es mir auch immer schwieriger. So gerne ich früher Politiksendungen geschaut habe, so sehr habe ich nun die Schnauze davon voll. Ich kann das Gelaber ohne Taten einfach nicht mehr hören. Der einzigste Grund warum ich zur nächsten Wahl gehe - man kann der AFD nicht das Feld überlassen.
    • Jonas schrieb:

      Habe immer das Gefühl, alle wollen diese Partei aussitzen. Aber solangsam sollte man doch merken, dass das bisher überhaupt nicht funktioniert hat.
      Genau das ist der Punkt.

      Oh, die AfD ist im Parlament. Mit denen Reden ich nicht. Die ignorieren wir einfach.

      Oh, die AfD hat noch mehr Sitze gewonnen. Mit denen reden wir jetzt erst recht nicht. Die ignorieren wir nun aufs Äußerste.

      Hoppla, dass sind jetzt aber echt viele von denen. Die ignorieren wir jetzt aber mal so richtig verbissen!

      Anscheinend ist wieder Murmeltiertag.


      Wenn unsere Politiker einmal verstanden haben, wie es nicht funktioniert, dann probieren sie es wieder und wieder auf die gleiche Art. Es geht doch nicht darum Parteipersonal der AfD zu übernehmen. Es geht um Wählerstimmen. Und man kann doch nicht im ernst davon ausgehen, dass alle, die bei der AfD ein Kreuzchen gemacht haben, sich jeden Morgen vor den Spiegel stellen, die Hacken zusammen schlagen und "Meine Ehre heißt Treue" schreien.

      Da sind jede Menge Protestwähler dabei. Denen ist doch der Höcke wurscht. Die wollen den etablierten Parteien ans Knie pinkeln, da sie sich von eben diesen Parteien nicht mehr wahrgenommen und vertreten fühlen. Da sind sicher so viele Themen dabei, die die AfD vielleicht vertritt oder auch nur vorgibt vertreten zu wollen, die eben diese Wählergruppe ansprechen, ohne, dass diese Themen rechtsradikal, völkisch oder was auch immer wären.

      Diese Wähler kann man doch wieder abholen, ohne, dass man sich mit einer AfD zwangsläufig gemein machen muss.


      Sacrum Romanum Imperium - für Kaiser und Reich

      "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen sie zu wiederholen."
      Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana


      "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Friedrich Nietzsche
    • Kelti schrieb:

      Diese Wähler kann man doch wieder abholen, ohne, dass man sich mit einer AfD zwangsläufig gemein machen muss.
      Und wie? Mit ein bisschen Rassismus? In dem man Geflüchtete und andere Minderheiten zwar aufnimmt, aber schön am Stadtrand in Ghettos leben lässt?

      Einfach mal praktisch und direkt denken. Wie willst du das Wählerpotential der AfD für dich gewinnen, wenn du eine Partei bist, die sich als Partei der "Mitte" darstellt?
    • Ischozar schrieb:

      Und wie? Mit ein bisschen Rassismus? In dem man Geflüchtete und andere Minderheiten zwar aufnimmt, aber schön am Stadtrand in Ghettos leben lässt?

      Einfach mal praktisch und direkt denken. Wie willst du das Wählerpotential der AfD für dich gewinnen, wenn du eine Partei bist, die sich als Partei der "Mitte" darstellt?
      Ist das nicht genau die Denkweise, warum der AfD das Feld kampflos überlassen wird. Weil man sofort in die rechtsextreme Ecke gestellt wird und das dann nie wieder los wird? Dann brauchen wir uns auch nicht wundern, dass die Truppe immer mehr Einfluss gewinnt.

      Was hat das Thema "Innere Sicherheit" zwangsläufig mit Rassismus zu tun?
      Natürlich haben hier viele Angst, vor was auch immer. Das Unbekannte macht nun mal Angst. Aber außer "Wir schaffen das" kam halt nix. Und die, die gesagt haben "wir schaffen das", die haben real recht wenig beigetragen. Das hat man dann dem Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, etc. überlassen. Mein Nachbar hat das Chaos direkt miterlebt, der hat nämlich wochenlang mittendrin gesteckt. Ich kann es durchaus akzeptieren, dass Menschen durch diese Vorgänge Angst bekommen haben, auch wenn diese nicht zwangsläufig rational ist. Aber rationale Gründe sind nun mal auch keine Voraussetzung für Angst oder Sorgen. Und das sich jemand hinstellt und mal transparent aufklärt, da kann man ja auch länger drauf warten.

      Was hat das Thema "Rentenpolitik und Altersarmut" mit rechtsextremem Gedankengut zu tun?
      Die Regierung hat z.B. die Volksverarschung "Riester-Rente" ins Leben gerufen und diese in die Hände gewinnorientierter Unternehmen gelegt. Auch ich war eine Zeit lang drauf reingefallen. Ein System, bei dem ich 83 Jahre alt werden muss, um nur das Geld wiederzusehen, welches ich selbst eingezahlt habe. 87 Jahre, um zusätzlich die Grantieverzinsung zu bekommen. Die im übrigen genauso hoch ist, wie bei einer Lebensversicherung und spannender Weise die angestrebte Inflationsrate erstaunlich gut trifft. Die staatliche Förderung siehst du nie wieder. Die zieht dir nämlich der Versicherer direkt für die Vertragsführung und Vermögensverwaltung wieder ab. Das tut er nicht illegal. Nein, es ist sogar Teil des Gesetzes. Aber der größte Witz kommt erst noch: Wir nehmen 2 Personen, die beide zum Renteneintritt zu den Aufstockern gehören werden. Person A hat jeden übrigen Euro in Dosenbier angelegt. Person B hat jeden Cent zweimal umgedreht und tatsächlich eine private Vorsorge betrieben. Person B bekommt nun eine monatliche Rentenleistung. Aufstocken muss sie aber trotzdem noch. Wo wird nun die Rente der privaten Vorsorge angerechnet? Vor oder nach dem Aufstocken? Natürlich vorher. Dann muss der Staat ja weniger Zahlen und Person A bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, weil Person B so bescheuert war. Unsere Politiker erzählen aber immer noch das Riester-Märchen als Allheilmittel der drohenden Altersarmut. Aber als MdB hat man solche Probleme ja eh nicht. Nach 2 Wahlperioden spannt sich ein seidenes Tuch der staatlich garantierten Pension auf. Das Thema Rentenhöhe, Pensionshöhe und Beitragsleistung der Staatsdiener spare ich mal aus, sonst platzt mir noch meine Halsschlagader. Auch hier verstehe ich, dass sich der ein oder andere von den Regierungsparteien nicht ausreichend wahrgenommen wird. Ob er nun sein Kreuzchen ganz links oder ganz rechts macht, das entscheidet vielleicht auch mal die Tageslaune.

      Wie sieht es beim Thema "Perspektivlosigkeit" in weiten Landstrichen des Ostens aus?
      Warum ist den die Linke und die AfD im Osten deutlich stärker? Weil sich anscheinend viele Menschen an den Rändern (nein, das ist keine Gleichsetzung der Linken mit der AfD) Aktionen erhoffen, die in ihnen wieder eine Perspektive ermöglichen. Die Gründe mögen sich sogar ähneln. Ich kann es nur wiederholen, ich halte nichts von der AfD. Von den Linken allerdings auch nicht unbedingt. Und wenn sich Bodo Ramelow gestern mal wieder hinstellt und ein größeres Problem damit hat, die DDR als Unrechtsstaat zu betiteln, dann weiß ich auch wieder warum. Aber die Mitte inkl. der gemäßigten Ränder scheint für viele eben keine Alternative mehr zu sein.

      Anscheinend haben große Teile der Bevölkerung große Sorgen. Offensichtlich fühlen sich größere Teile der Bevölkerung weder gehört noch vertreten. Ich persönlich habe auch nicht den Eindruck, dass sich Mutti über die innerdeutsche Politik noch größere Gedanken macht. Glänzen auf weltpolitischer Bühne dagegen ist immer drin. Dann rennt da noch ein Scheuer rum, der schon längst geteert und gefedert gehört. Eine von der Laien (noch immer kein Schreibfehler) veruntreut (zumindest meine Wahrnehmung) mehrere Millionen € und schiebt sie Heerscharen von Beratern irgendwo rein. Dafür wird sie dann in das Top-Amt der EU gestreichelt. AKK bekommt ein Ministeramt ohne ein Bundestagsmandat zu haben. Muss sie zugegeben auch nicht, kannte ich so aber vorher auch nicht. Aber da wundere ich mich schon, warum Mutti ihren Mann noch nicht irgendwo unter gebracht hat. Wowi und der Platzek fanden es cool Aufsichtsrat beim BER zu sein. Qualifikation Nullkommanull, aber es schmückt so gut. Aufsichtsrat kommt doch von Aufsehen. Das ist offenbar gänzlich in die Hose gegangen. Konsequenzen waren leider grade aus. Grade heute wieder von der nächsten Diätenerhöhung gelesen. Prima, ich hätte auch mal gerne wieder eine. Dummerweise gehen die Firmen in meiner Branche reihenweise in die Kurzarbeit oder gleich ganz um. Scheint grade keine gute Zeit zu sein. Aber da dem Staat sowas nicht passieren kann, kann man auch mal wieder zulangen. Über den aufgeblasenen Bundestag hatte ich an anderer Stelle geschrieben. Ich würde mal behaupten, dass 99,9% der deutschen Bevölkerung für eine Verkleinerung und Deckelung sind. Die restlichen 0,1% haben halt ein Bundestagsmandat. Aber des Volkes Wille ist natürlich der wichtigste Teil der politischen Arbeit. Zumindest immer dann, wenn wieder eine Wahl ansteht.

      Man kann diese Liste politischen Unfugs unendlich weiter führen... Keiner der oben genannten Punkte Bedarf zur Abstellung rechten Gedankenguts.

      Wann verstehen die handelnden Personen endlich den Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung?

      Wenn die Angst der Mitte vor dem "rechten Hauch" stärker ist, als das Bedürfnis sich mit den Sorgen und Nöten auseinander zu setzen und diese Menschen abzuholen, dann ist die Messe gesungen.


      Sacrum Romanum Imperium - für Kaiser und Reich

      "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist gezwungen sie zu wiederholen."
      Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana


      "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Friedrich Nietzsche
    • Ischozar schrieb:

      Und wie? Mit ein bisschen Rassismus?
      Einfach mal machen!
      Nicht nur immer wieder sagen "wir haben verstanden" und weiter im Text, sondern machen! Die Sorgen und Nöte ernst nehmen.

      Z.B. die Mieten steigen immer noch. Hier endlich mal für die Großstädte und Ballungsräume eine tatsächliche Mietpreisebremse einführen. Es findet ein gnadenbloser Verdrängungswettbewerb in den innerstädtischen Wohnlagen statt. Da kann ich als AfD wunderbar reingrätschen und behaupten, wenn wir alle Ausländer ausweisen, dann werden die Mieten günstiger sein und Du kannst in deinem Kiez wohnen bleiben.
      Jedoch als Kiezianer, wenn man mal genau hinschaut, streite ich mich doch nicht mit dem Flüchtling um eine Wohnung auf dem Kiez, sondern ich werde so oder so vertrieben von chinesischen Großinvestoren oder irgendwelchen Schwaben. In Zukunft werde ich mich mit meinen Leuten und zusätzlich den Flüchtlingen um Wohnraum im Ghetto in dem ich nie wohne wollte streiten.

      Das Schlimme ist, dass die AfD in keiner Zeile schreibt, sie würde dem einfachen Menschen, die sie wählen, hilfreich sein. Der kleine Mann ist der AfD egal. Genau das müssen die anderen Parteien klarstellen! Die AfD ist wie die FDP in braun, seit Thüringen wissen wir die FDP ist wie die AfD in gelb.

      Die anderen Parteien müssen dem kleinen Mann ua. einfach ein paar Geschenke machen, ihn unterstützen, um der AfD Stimmen abzunehmen, z.B. kostenloser oder günstigerer ÖPNV.

      Der Osten wurde komplett abgehängt, weil die Fabriken des real existierenden Sozialismus im real existierende Kapitalismus nicht überlebensfähig waren und komplett geschlossen oder durch hypermoderne Anlagen ersetze wurden. Plötzlich werden nur noch 2 Mitarbeiter für die Überwachung der Herstellung von 1000 Keksen benötigt, statt wie früher 4 Mitarbeiter, die eine Keks backen. Da wurde nie ein Ausgleich an Beschäftigung geschaffen.
      Wunderbares Frustszenario für alle Parteien jenseits der Norm
      Militem aut monachum facit desperatio

      Guds hjælp, Folkets kærlighed, Danmarks styrke
    • @Kelti
      Meine volle Zustimmung, genau das (und noch viel mehr) sage und schreibe ich schon seit Jahren, es interessiert aber schlicht keinen.
      Mann keift lieber gegen den Überbringer der schlechten Nachrichten und das wars, dann noch ein "Deutschland geht es gut" hinterher und Thema erledigt.
      Ich habe es inzwischen aufgegeben und diskutiere weitestgehend gar nicht mehr über Politik, ist reine Zeitverschwendung da die Ignoranz was die Probleme im Land angeht bei vielen Wählern scheinbar genau so ausgeprägt ist wie bei den meisten Politikern. :lehrer:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • @Kelti
      Ja, nahezu alles ist berechtigte Kritik und das Meiste unterschreibe ich mit. Trotzdem ist nicht alles Kacke. Und trotzdem ist das immer noch kein ausreichender Grund die AfD zu wählen.

      Wir sind auch ein Land von Jammerlappen geworden. Eigentlich scheint uns die Sonne aus dem Arsch in den letzen Jahren. Schau dir doch die ganzen fetten Karren und SUVs an, die überall rumfahren. Kein Schüler ohne Smartphone. Und die Dinger werden nicht wie Wertgegenstände behandelt, sondern wie „in 24 Monaten gibt’s ja nen neues“. An Klamotten wird gespart, am Essen wird gespart, aber für Kippen, Alkohol, Konsole und TV, Smartphone usw. reichts allemal. Also ich habe tagtäglich die Armut vor Gesicht und ich sage dir, wer es schlichtweg nicht schafft morgens pünktlich aus dem Bett zu kommen, der ist zu recht „arm“. Sorry, aber sehe ich inzwischen so.

      Im Übrigen ist es ein Trugschluss, dass die AfD nur eine arme Leute Partei wäre. Da finden sich auch ne ganze Reihe sehr gut verdienender Leutchen, die schlichtweg nationalistisch oder ausländerfeindlich eingestellt waren oder grundsätzlich immer schon gegen die Bundesrepublik als Staat etwas hatten, weil sie 1945 als Niederlage und nicht als Befreiung verstehen. Bis heute. Der einzige Unterschied ist inzwischen, dass wir wieder in Zeiten leben, in denen diese Leute sich wieder so sicher fühlen, weil sie dank Trump, Putin, Facebook usw. glauben nun Oberwasser bekommen zu haben, was defacto sogar stimmen könnte.

      Nur solche Leute überzeugst du nicht, die kannst du nur besiegen.
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      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • John schrieb:


      Wir sind auch ein Land von Jammerlappen geworden. Eigentlich scheint uns die Sonne aus dem Arsch in den letzen Jahren.
      Ich weiß John das wir diese Diskussion schon gefühlt tausend mal geführt haben aber genau diese pauschale Aussage ist das Problem. Genau so gut hättest du schreiben können "Deutschland geht es gut"
      Es wird einfach auf einen Teil der Gesellschaft verwiesen dem es gut geht und dann so getan als wäre das bei allen so und das ist einfach unredlich.

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      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Du ich habe tagtäglich mit vielen HartzIVer Familien zu tun. Und ich sage dir, leider liegt es in sehr vielen Fällen nicht an der ungerechten Gesellschaft, sondern tatsächlich an den Familien selbst. Das morgendliche „Nicht aus dem Bett kommen“ ist nur eine Sache von zig, mit denen ich mich tagtäglich rumschlagen muss. Meine Erfahrung ist: Wer fleißig ist, sich bemüht, sich anstrengt, auf sein Äußeres achtet, höflich und hilfsbereit auftritt, Interesse und Engagement zeigt, der wird vielleicht nicht reich, aber definitiv nicht arm, im Sinne von notleidend. Der kriegt vielleicht nicht den Traumjob, aber er kommt zumindest mal über die Runden. Wer hingegen ständig auf krank macht, morgens nicht aus dem Bett kommt, säuft, raucht, kifft, Glücksspiele spielt, sich prügelt, seine Termine nicht einhält, die Schuld immer und überall bei anderen sucht, keinen Bock auf nichts und niemanden hat, zu allem angeschoben und an alles erinnert werden muss, sorry, aber der ist dann halt auch zu recht „arm“. Wobei „arm“ heute heißt: Flachbildfernseher, Smartphone, Konsole, Kippen, Alkohol, gebrauchte Karre, Wohnung usw.. Dafür reichts halt auch bei denen trotzdem noch. Und letzteres sind eben leider auch keine Einzelfälle, erfahrungsgemäß aber sehr häufig begeisterte AfD-Krakeler und „Die Ausländer kriegen alles und wir nix“-Jammerer. Klagen über „keine Perspektive“, weigern sich aber auch nur nen Job anzunehmen, wo sie morgens 45 Minuten hinfahren oder für den sie gar umziehen müssten. Mein Verständnis hält sich da inzwischen in Grenzen.
      Ich rede nicht von Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind durch ein Unglück, eine Werksschließung oder sonst was. Ich rede von tradierten Arbeitsverweigerern.
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      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • John schrieb:


      Ich rede von tradierten Arbeitsverweigerern.
      Das es die gibt bestreitet niemand aber auf wieviele von den 10-11 Millionen Menschen die Harz4 Leistungen bekommen trifft das zu ? Das es mehr als ein paar Prozent sind wage ich zu bezweifeln.
      Was ist mit all den Niedriglöhnern die jeden Tag brav malochen gehen aber dank eines skandalös niedrigen Mindestlohns beim Amt Aufsockerleistungen beantragen müssen damit sie über die Runden kommen ? Was ist mit den Millionen Kindern die in solchen Familien leben ? Was ist mit der zunehmenden Zahl an Rentnern die in die Altersarmut rutschen ? Für all diese Menschen klingen Sprüche wie "Deutschland geht es gut" oder "Eigentlich scheint uns die Sonne aus dem Arsch in den letzen Jahren" wie blanker Hohn.

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    • @Flo78

      Es wählen ja auch keine 11 Millionen Menschen AfD. Deswegen sind das zwar richtige Dinge, die du da kritisierst, nur taugt nicht davon als Legitimation, um die AfD zu unterstützen.

      Und natürlich scheint nicht jedem „die Sonne aus dem Arsch“. Das war aber auch noch nie so. Die Bevölkerung lebt heute auf einem VIEL höheren Lebensstandard, als in den 50ern, 60ern, 70ern und 80ern. Und das obwohl die gesamte Kohle- und Stahlindustrie weggebrochen ist. Es mag ja sein, dass der Einzelne meint, es ginge ihm schlecht. Verglichen mit seinem Vater, seinem Großvater usw. geht es ihm aber faktisch deutlich besser. Das meine ich mit Jammerlappen-Mentalität. Wer hat denn all die Einfamilienhäuser gebaut in den 50er und 60er Jahren? Wie oft sind die Leute damals in den Urlaub geflogen und wie oft heute? Wer konnte sich damals täglich Fleisch auf den Teller packen und wer heute? Wie ging es Rentnern denn in damals und wie heute? Wie war der PKW-Anteil pro Kopf und wie ist er heute? Fakt ist, es ging uns um Durchschnitt materiell noch nie so gut wie heute. Und trotzdem wird heute lauter geklagt denn je, weil sich die Wohlstandsverteilung immer weiter auseinanderbewegt. Das ist aus meiner Sicht aber auch ne Frage der inneren Einstellung und weniger eine der Vermögensverteilung. Wir machen heutzutage einfach ein riesiges Geschisse um jede Kleinigkeit, was die Menschen früher schlichtweg akzeptiert haben, weil sie es gar nicht anders kannten. Siehst du heute noch alte Mütterchen ohne Gebiss mit Rückenverkrümmung irgendwo rumlaufen? Gott sei Dank nicht. Früher war das normal. Ja. Es gibt auch heute Armut und Tafeln und da muss was passieren. Aber es geht uns bei weitem nicht so schlecht, dass das derartige politische Radikalisierungen rechtfertigen dürfte. Bei weitem nicht. Heute geht’s nicht um die Frage, kann ich mir als Rentner nen Gebiss leisten, sondern darum, ob ich als Rentner auch noch ab und zu mal verreisen kann, wie zu Zeiten, als ich noch arbeitete. Früher wäre niemand auf so eine Idee gekommen. Heute sind unsere Ansprüche und demzufolge auch Unzufriedenheiten deutlich höhere. Man will nicht nur leben, sondern etwas erleben. Verständlich, bei all der Werbung und all dem zur Schau gestellten Wohlstand in der Gesellschaft.

      vgl. dazu Abschnitte über BRD ab 1950 und DDR: de.m.wikipedia.org/wiki/Armut_im_geschichtlichen_Wandel
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Muss da eindeutig Flo zustimmen.

      Super uns gehts besser als nach einem verlorenen Weltkrieg 1945 oder einem Slumbewohner in Afrika oder Indien. Super!

      Die soziale Ungleichheit wächst und das ist schlecht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und da hat dann auch Kelti Recht, es sind vor allem die Parteien der sogenannten Mitte die hier in den letzten Jahren und Jahrzehnten hart verkackt haben.

      Größter Niedriglohnsektor Europas, keine Chancengleichheit bei der Bildung, Zweiklassenmedizin, wachsende Kinderarmut, wachsende Altersarmut, Wegbrechen der Mittelschicht, quasi nicht vorhandene Infrastruktur auf dem Land, exorbitant ansteigende Lebenshaltungskosten in der Stadt etc. etc. etc.

      Im Osten kommt dann eben noch erschwerend hinzu, dass man es nie geschafft hat die Lebensverhältnisse an den Westen anzugleichen und das wenige was die DDR an funktionierender Wirtschaft übrig gelassen hat an den Westen verschachert hat.

      Wir haben das tatsächlich alles schon 100mal durchgekaut.
      "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
      Bodo Wartke
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