Beiträge von Deadly Shadow

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    "Sie ziehen sich zurück! Wir haben gesiegt!" Schrie ein beritener Milizionär.
    Die Soldaten und Ritter des Königs tobten auf dem Hügel jenseits vom Alten Lager.
    Lord Hagen stolzierte an den blutdurchtränkten Kämpfern vorbei, schließlich fand er Garond.
    Garond schien seinen Jähzorn irgendwie kompensiert zu haben. Er saß auf einem hohen Haufen Orkleichen und paffte an einer Pfeife.
    Ein Paladin, der eine Pfeife hatte. Es waren nicht die Männer, sondern Garond selbst, der am meisten darüber überrascht war. Die letzen 4...5...6? Ja, 6 Angriffe, haben seinem Gemüt nicht zu Gute geschlagen. Ständig tauchten diese Orks wieder auf, ständig kamen die verdammten Drachen, ständig musste er sich die Heulerei der Schürfer anhören.
    Und jetzt war Hagen aufgetaucht. Na großartig.
    "Ah, da seid ihr ja, Garond. Was ist los?"
    "Hab mich schon gewundert, warum plötzlich Feuer vom Himmel fiel und Drachen verbrannte. Wie habt ihr dieses Kunststück vollbracht."


    Die Frage wurde ihm von selbst beantwortet, als eine Kolonne von Gestalten in roten Roben, die Kapuzen auf mit dem typischen, Ehrfurcht gebietendem "Magierschritt" antraten. Um dem Ehrfurcht gebietenden Magierschritt hinzubekommen musste das Gesicht im Schatten der Kapuze verborgen sein und die Hände waren ineinander verschränkt, wodurch die Ärmel überlappten. Dazu kam eine Art langsames Watscheln, damit der Saum des Umhangs möglichst dramatisch im Wind wehte.
    Die Roben der vordersten waren mit Gold verziert.
    Der Erste schlug die Kapuze zurück und die knallharten, bärtigen Züge von Pyrokar kamen zum Vorschein.


    "Also, Garond. Wieviel Erz haben wir?" Fragte Hagen.
    "Wir haben 10 Kisten."
    Es folgte eine peinlich berührte Pause von 10 Sekunden.
    "10 Kisten...verstehe. 10. 10 im Sinne von 10....hatte ich nicht gesagt, dass wir 500 Kisten brauchen?"
    "500?! Ich habe die Leute immer angeschrien, dass im Sinne von "10 Kisten" eine null zu wenig da war! Seit wann brauchen wir 500?!"
    "Gottverdammtnochmal Garond! Du weißt, wie miserabel es läuft! Ich habe diese Mätzchen satt! Alles aufsetzen und packen! Wir ziehen gen Bergmars Feste!"


    Wie sich aber herausstellte, waren sie nicht die einzigen, die da gewisses Interesse zeigten. Wie aus dem Nichts erschienen Krieger in fremdartigen Rüstungen das Lager.



    Sie schimpften sich selbst als Drachenjäger. Rauhbeinige Mistkerle waren das. Viele Soldaten waren erfreut, die Paladine aber, die sich hier als die harten im Garten vorstellten, waren wenig erpicht, dass Ihnen jemand den Ruhm klaute.


    Glücklicherweise blieb ihnen das auch verwehrt. So großspurig wie sie waren, gerieten sie in den Hinterhalt eines Ork-Obersts und seiner Horde von Eliten und Tempelkriegern.



    Doch sie hatten einen gewissen Zweck erfüllt. Die Orks wurden erstmal aufgehalten und Bergmars Feste war endlich in myrtanischer Hand.



    Wer allerdings denkt, dass Schicht im Schacht war, der täuschte sich. Die Kreaturen des Beliar mögen erstmal zurückgeschlagen worden sein, doch die ergebensten Diener von Hass und Chaos hatten den Pass von Varant überschritten und begannen, die Bauernhöfe niederzubrennen. Prinz Cedrik, Herr von Trelis, musste handeln.


    Drachen dürften vermutlich schwierig werden.


    Aber es könnte ja eine Suchenden-Submod geben. Man sollte bedenken, dass die Suchenden zum teil ehemalige Templer waren und somit über beträchtliche Fähigkeiten im Nahkampf verfügen. Und da die Maßstäbe von GTW um einiges größer sind, würde es mich nicht wundern, wenn es somit auch potenziell mehr Suchende geben würde.

    Bei mir ists ganz klar so, wie ich es auch in der Gothic-Reihe gespielt habe.


    Beim ersten Mal durchspielen von Gothic 1: Altes Lager.
    Beim ersten Mal durchspielen von Gothic 2: Miliz!
    Beim ersten Mal durchspielen von Gothic 3: Die Rebellen, Paladine und Feuermagier rocken (Bonuspunkte für Myrtana)


    Ich habe zwar schon andere Völker angespielt, doch mit Myrtana schaffe ich es einfach, mich am meisten zu identifizieren. Da sind mir all die Charaktere gut in Erinnerung geblieben. Die Myrtanier haben den besonderen Reiz, ständig irgendwie aufmüpfig zu sein und dabei gleichzeitig loyal zu ihren Königen zu stehen. Nordmar ist zwar der harte Laden mit den fetzigen Nordmännern und die Assassinen sind die coolen Jungs der Gothic Welt, aber es geht doch nichts über Stahl und Glauben.

    Ja, ein Kampagnenbericht halt, wie dieser hier :P


    [spoil] Damit auch die TWF-Leute ihren Spaß an dem Kram in der SZ haben, den ich dort zusammenschreibe[/spoil]


    "Das schlägt dem Fass doch den Boden aus!" Wetterte Garond und ließ die behandschuhte Faust auf die Lehne krachen. Seine Offiziere, Milizhauptmänner wie auch Ritter und Paladine widerstanden der Versuchung, zurückzuweichen.
    Was für eine Schande! Ein edler, rechtschaffener Paladin wie er, in diesem Loch! Es mochte eine respektable, große Festung sein, mit einer sehr großen Palisade drum herum die einen ersten Verteidigungsring bildete und in der die Bevölkerung einer Kleinstadt leben konnte*, doch war es früher die Heimat von Dieben, Mördern, Räubern und anderem dreckigen Gesindel! Er, Garond, saß auf dem Thron, der früher mal vom verdammten Arsch des Gomez, einem so genannten "Erzbaron" geziert wurde! Er sollte auf dem Kontinent sein, den Orks die Hölle heiß machen und Schädel abschlagen!
    Eine unerhörte Frechheit...
    Diesmal war es allerdings nicht der Thron. Auch nicht die Insel Khorinis auf der er schmachtete oder das Minental, das verfluchte Gebiet. Es waren auch nicht die Schürfer, die keine Resultate brachten.
    Es waren Orks. Widerliche, stinkende, große Orks.
    Es war Herbst im Minental, und ein unnatürlicher Nebel ging über das Land nieder. Wie aus dem Nichts tauchten ganze Heerscharen von Orks aus den Bergen im Süden und Westen auf. Dort, wo früher das Lager irgendwelcher Sektenspinner stand, war eine riesige Palisade hochgezogen worden und dahinter waren noch mehr Orks. Den Pass hatten die Biester in einem kurzen Moment der Intelligenz besetzt.
    Und jetzt wagten sie es, ihn anzugreifen. Das werden sie büßen, bei Innos.


    "Sire. Was sollen wir nun unternehmen? Den Berichten zufolge handelt es sich um eine Armee aus drei Clanführern mit ihren Leibwächtern. Diese verdammten Ar-," begann ein Milizhauptmann. Er erinnerte sich schnell daran, unter welch gesittetem Publikum er hier war und räusperte sich." Sollen wir ihren Angriff abwarten?"
    "Vergesst es, bei Innos und Myrtana! Ich werde mich doch nicht vor denen verkriechen. Alle Schützen sollen sich sofort auf den Mauern melden. Der ganze Rest bereite sich auf den Ausfall vor!"
    "Jawohl!" Intonierten sie alle und rannten hinaus.


    Garond packte seinen Zweihänder, sah von Griff bis Schwertspitze auf, nickte, und stapfte ebenfalls hinaus, wo Gruppen von Soldaten und Rittern bereits in geordneten Reihen Richtung Westtor unterwegs waren.


    Ein ziemlich krude aussehender Rammbock wurde mit erstaunlicher Geschwindigkeit herangezogen. In dieser Hinsicht waren die Orks Menschen im Vorteil. Bolzen und Pfeile regneten auf das Dach der Belagerungswaffe.
    Mit was sie nicht rechnen, war einem Sturm aus Metall und Pferd. Garond neigte sich auf dem Sattel zur Seite, schwang den Zweihänder und entzweite so kurzerhand einen überraschten Orkkopf. Sturmlanzen und Schwerter bohrten sich in die Orks, die mit nichts weiter als Lendenschurzen ausgerüstet waren. Sie mochten groß und stark sein, aber nun flohen sie dennoch.


    "Ruht euch ja nicht auf irgendwelchen Lorbeeren aus, das Spektakel kommt noch!"


    Richtig. Die Clanführer und ihre Leibwächter kamen bereits von einem Hügel.


    "Schildwall bilden! Schildwall bilden!" Ein Horn erklang und die Trupps begaben sich zu beiden Seiten des Rammbocks. In enger Formation, die Schilde voran, ertönte erneut ein Horn. Die schwer gepanzerte Schar Ork-Leibwächter raste heran. Sie hielten die Waffen in die Luft und ließen sie auf die Schilde der Milizionäre und Ritter krachen.
    Doch das gehörte bei dieser Taktik dazu, denn der Ansturm war eine gemeisterte Kunst der Orks, der eine oder andere Schilde sah so aus, als würde er jeden Moment entzwei brechen, doch davon ließ man sich nicht beirren. Auf der anderen Seite des Rammbocks machten die Myrtanier gleich ihren Zug.
    "FÜR DEN KÖNIG!" Schrien sie wie aus einem Munde und brandeten gegen die Orks.


    Derweil waren Garonds Paladine zu den Leibwächtern geeilt, die die Schildmauer angegriffen haben. Die Orks kämpften verbissen und besonders die Berittenen hatten arg mit den Claymores der Orks zu kämpfen, so leicht ließen sie sich nicht niederringen.


    Trotzallem reckte ein Paladin die Hand mit einem abgeschnittenem Kopf hoch.
    "Da warens nur noch zwei!" Riefen die Milizionäre und schlugen mit den Schwertern auf die Schilde.


    Der Kämpferhaufen, der sich einer Leibwächtergruppe entledigt hatte, unterstützte die mittlerweile arg gebeutelten Ritter, die Grash-Plaats Leibwächter waren von einer viel zäheren Sorte...



    ...was ihnen auch nicht viel nützte, auch sein Kopf verschwand wie auf magische Weise von seinem Körper. Ein Paladin ritt damit umher.


    Und dann war es auch geschafft, denn die letzten Leibwächter zogen sich gleich zurück....versuchten es. Alles was noch funktionierende Beine hatte, rannte ihnen hinterher.
    Der Sieg war errungen.



    "Ha! Die rennen so schnell weg, als wäre Beliar selbst hinter Ihnen."
    "Das war doch schon vorher klar..."


    Ein anderer Milizionär beschäftigte sich nicht mit schnittigen One-Linern, sondern plünderte. Er stand auf, kratzte sich den Kopf.
    "Arme Wurst, hast ja nicht mal Gold dabei."


    Und immer fleißig kommentieren, da wird noch mehr kommen :D

    Kapitel XI: Deus Ex Malleus


    Einen Außenposten im All zu errichten war eine komplizierte Sache. Solch eine Anlage wurde an strategisch wichtigen Stellen gebaut um verschiedenste Zwecke zu erfüllen. Dabei war es wichtig, den Posten entweder gut zu bewaffnen, gut zu bewachen, oder gut zu tarnen. Die Tau hatten sich im All für Letzteres entschieden...es versucht.
    Natürlich war es eine logische Idee, den Außenposten in unmittelbarer Nähe zu einem Asteroidenfeld zu errichten. Selbst moderne Sensoren konnten ihre Probleme haben, etwas zwischen den sich bewegenden Objekten auszumachen.
    Was die sonst vorsichtigen, vorrausschauenden Tau nicht bedacht haben: Den Faktor Ork.
    Orks liebten Asteroiden. Sie liebten sie so sehr, dass sie große Exemplare aushöhlten, riesige Schuppen darin bauten und das Äußere mit Waffen vollpflasterten. So etwas war als "Brokk'n" bekannt. Meist dienten solche...Stationen aber nicht dazu, an Ort und Stelle zu bleiben, sondern möglichst schnell auf einen Planeten befördert zu werden, als improvisierte Landungsschiffe.
    Die großen Brokk'n, aus denen ein Dutzend von Raketen nach dem anderen auf die Tau prasselten, waren allerdings der seltenen stationären Natur zuzuordnen. Aldaris war besonders fasziniert von den Brokk'n gewesen, die sich im Zentrum des Felds befanden. Diese wurden nämlich genutzt, um kleinere Planetoiden mithilfe von Schiffen oder großen Greifarmen zu verarbeiten, was bei Orks sowieso eine kuriose wie auch erstaunlich mysteriöse Sache war. Dinge wie einen Asteroiden so zu "zappen", dass nur das Wichtigste übrig blieb...es klang so furchtbar verrückt und unlogisch, aber es klappte dennoch.
    Bei der Vorstellung, dass die Orks ihre kruden aber effektiven Fahrzeuge mit hochwertigerem Material als mit Schrott zusammenbauten, graute es ihm allerdings. Das hatte er schließlich zu Wort gebracht, was dazu geführt hatte, dass er mit der Aufgabe betraut worden war, das Jägerkomplement zu leiten, während die Vorbote der Pietät, ein Kreuzer der Blizzard-Klasse sich der zentraleren Brokk'n annahm.
    In seinem schon sehr lange währendem Leben hatte sich Aldaris zwar gerne mit Architektur und dem höheren philosophischen Darsein beschäftigt, doch er hatte einen seltsamen Hang zur Raumfahrt entwickelt, seine somit unorthodoxe Lebensweise war für die anderen Leser vergleichsweise unverständlich. Aldaris sah man entweder grüblerisch durch die Korridore des Weltenschiffs laufen, irgendwo im Netz der Tausend Tore, wo er Geblide mithilfe von Phantomkristall formte und meditierte, oder irgendwo im Weltraum.
    Er mochte es, sich in Schlachten zu stürzen, in denen zwei Parteien bereits um das Schicksal fochten, erstaunlicherweise waren die Orks bisher auf der Gewinnerseite.
    Dann allerdings tauchten die Raumschiffe der Tau auf, große, rochenähnliche Gefährte, aus jedem von ihnen ragte ein riesiger Massebeschleuniger heraus und sie starrten nur so vor anderen, kleineren Waffen.
    Explosionen...rollten im All. Aldaris Nachtschwinge-Jäger raste mit graziler Perfektion durch das Asteroidenfeld, dicht gefolgt von kleinen Raketen, welche stupide seinem Kurs folgen. Sie krachten in die Asteroiden.
    Er nahm mehr Schub auf, fegte aus dem Asteroidenfeld heraus und beharkte einen Barrakuda-Jäger der Tau, welcher wiederum auf einen Kampfbomba der Orks schoss.
    Barrakuda...sie sahen auch aus wie Rochen. Große Rochen mit Raketenwerfern und Pulskanonen. Der Barrakuda zerlegte den Kampfbomba vor sich.
    Doch Aldaris Shurikenkatapulte jagten Hochenergieprojektile in den Barrakuda. Wenn zwei sich streiten, freute sich der Dritte.
    "Oh hoher Runenleser Aldaris...denkt ihr, es war sinnvoll, den Chem Pan Sey die Übertragung der naiven Blauhäute zu schicken?" Meldete sich einer seiner Flügelmänner.
    "Die Chem Pan Sey sind genauso fürchterliche Narren wie die Tau, doch es kann nicht schaden, wenn man für das Erste einen bevorzugt, später den Nächsten, und zusieht wie sich das Muster entfaltet."
    "Aber die Runenprophetin...sie meinte, dass die Menschen in das Muster zu passen scheinen."
    "Was, schon wieder?" Erwiderte er und seufzte, während Krak-Raketen die Außenwand eines Brokk'ns trafen und den Asteroiden aufplatzen ließen. Die großen Schiffe der Tau vernichteten einen anderen Asteroiden.
    "Äh Runenleser..."
    "Ja, was ist nun?"
    "Wir orten ein sehr großes Objekt, welches sich durch den Warp nähert. Höchstwarscheinlich ein Kriegsschiff. Es scheint mehrere Lichtjahre entfernt vom Planeten Orichalcum aus den Sprung gemacht zu haben. Und es scheint mehrere Schiffe in Begleitung zu haben."
    "Was, mehr als ein Schiff? Verstärkungen? Für wen? Wurde schon ausgemacht wessen Schiffe das sind?" Fragte er leicht gehetzt, während er den Dakkawummen eines Kampfbombas entkam, eine Fassrolle machte und eine 90 Grad Schleife vollführte. So schnell, das der dumme Ork hinter ihm nicht mal bemerkte hatte, dass er weg war. Genauso schnell war er hinter ihm und schoss seinen Feind zu klump.
    "Konnten sie es nu-"


    Die Frage wurde ihm nun von selbst beantwortet. Der Moment, der ihm den Atem stocken ließ, dauerte nur für den Bruchteil einer Sekunde.
    Für den Bruchteil einer Sekunde sah er einen weißen, gigantischen Schemen. Und ein lautes Donnern, ausgelöst durch die Hintergrundeffekte des Warp, welcher sogar seinen Spaß mit dem Vakuum des Weltraums hatte, erhallte.
    Und dann war es einfach...da. Ein unsagbar großes Kriegsschiff, so groß wie die Schlachtschiffe aus der glorreichen Zeit seines Imperiums.
    Nein, nicht seines Imperiums.
    Der vordere Teil des Schiffes erinnerte an eine imperiale Kathedrale, quasi das Vorderschiff eines solch großen Gebäudes, nur in einem noch größeren Maßstab, der Kilometer reichte. Vorne war ein spezieller Rammbug befestigt, auf dem ein Aquila die Flügel synchron zum Bugspriet ausgestreckt hielt. Wie eine Galleonsfigur.
    Am Ende des Vorderschiffes der Raumkathedrale, wie Aldaris sie nun bezeichnen würde, prangte ein enormer Sockel, auf dem wiederum eine große Statue thronte. Noch ein Aquila, die Flügel geradewegs herausgestreckt. Das Ding schimmerte.
    Dahinter, wie nunmal bei einer imperialen Kathedrale, ein großes Hauptschiff, quasi die Türme. Lichter waren überall auszumachen. Weiter hinter waren die Antriebe, die Feuer in die ewigen Weiten des Weltalls spien.
    Aldaris blinzelte, er hatte erst jetzt realisiert, dass sich das Schiff einen Weg durch das Asteroidenfeld gebahnt hatte. Die Spuren auf dem Bug und die enorme Schneise hinter dem Kriegsschiff waren Hinweis genug.
    Die großen Raumschiffe der Tau drehten sich und wurden in ein Inferno aus orangener Strahlenenergie umschlossen. Das imperiale Schiff hatte sich ein wenig zur Seite geneigt und ließ nun die gesamte Steuerbordseite sprechen. Das erste Schiff wurde vaporisiert. Das andere wurde zerteilt. Torpedos trafen den Außenposten und zerfetzten diesen in Einzelteile. Aldaris's Sensoren gaben Warnsignale aus, als sie Hunderte von neuen Signaturen ausmachte. Raumjäger. Schnell, wendig und mit viel Erfahrung begaben sich die imperialen Piloten in Formation und sprengten auf, als die losen Horden aus Bombas angriffen, die noch übrig waren. Auch die Raumjäger verfügten über Laserkanonen und zersägten die Jäger der Orks förmlich.
    Kurz darauf erschienen weitere, Raumschiffe, welche dem ersten Kriegsschiff im grundsätzlichen Aufbau ähnelten, aber dennoch unterschiedlich und vorallendingen kleiner waren.
    Sie schimmerten in dem vage an Bronze erinnernden imperialen Rumpflack.
    Und jetzt fiel ihm auch ein anderes Detail auf. Das große Raumschiff schimmerte nicht, es gleißte regelrecht.
    Es gleißte silbern und in chrom und setzte Kurs Richtung Orbit über Victory Bay, wo ebenfalls eine Schlacht ums Überleben tobte.
    Nicht mehr lange. Der Sieger stand wohl nun bald fest.
    "Bei Asuryan. Geben sie der Runenprophetin Bescheid. Die Vorbote der Pietät soll soviel zerstören wie sie kann und dann sofort abziehen. Die Inquisition ist hier."
    Derweil gesellten sich Raumfrachter zu den kleineren Kriegsschiffen. Der Großteil der Kampfgruppe setzte Kurs Richtung Bay.
    Doch eines der Raumkreuzer setzte, zusammen mit zwei Frachtern, Kurs Richtung Orbit über Atha Ithien...


    Lautes Gebrüll erhob sich, als die Krootoxe, ein weiteres totes Ende der Krootevolution über die Sandsackwälle und Leichen setzten. Diese Kreaturen sahen wie unbehaarte Gorillas mit großen Schnäbeln aus und gehörten zu den als wirklich gefährlich kategorisierten Kroot, aus ihrer dunklen Haut ragten Dornen hervor und ihre breiten, muskulösen Arme konnten einen Kanonenturm von einem Panzer raus reißen oder den Krootox gestatten, sich eine Prügelei mit einem Cybot der Space Marines liefern. Die Tatsache, dass manche dieser Monster sogar höher als die in 1 bis 2 Metern Höhe schwebenden Hammerhai-Panzer waren, machte die Sache nicht besser.
    Arin lief, als sich irgendetwas in den Beton über ihn bohrte. Vermutlich aus einer Kroot-Langbüchse. Krootoxe verfügten über einen beeindruckenden, verlängerten Rücken, der den kleineren Artgenossen als Waffenplattform fungierte. Übergroße Flinten, besagte Langbüchsen, waren auf die Schultern der Monster geschnallt.


    Pulsfeuer brannte sich in die Wände, als Arin durch ein frisch geschossenes Loch in eines der Bunkergebäude hastete, sich den Bruchteil einer Sekunde gönnte, um das Mobiliar zu begutachten, um dann wieder durch die unversehrte Tür rauszurennen. Laser- und Bolterfeuer war überall zu hören. Scheinbar hatten es genug Schützengruppen geschafft, sich zu verbarrikadieren. Eine Rakete sauste über seinen Kopf hinweg und traf einen zu hoch schwebenden Antigravpanzer. Langsam hasste er die Dinger. Das Gefährt schwankte eindrucksvoll, als es getroffen wurde und dem Absturz nah zu sein schien, fing es sich aber wieder und ließ die Pulskanonen sprechen, welche in schneller Abfolge Nachzügler niedermähten.


    Das Ziel war der Stadtplatz. Auf die Dauer war Verschanzen in den Gassen oder Gebäuden sinnvoll, aber auch nur für kurz. Wer zuviel Aufmerksamkeit erregte, riskierte, von Massebeschleunigern beschossen zu werden. Die verbliebenen Kroot kämpften sich durch die Stadt, während die Tau, welche bisher kaum nennenswerte Verluste zu ertragen hatten, sich in geraden Linien durch die Stadt bewegten und Sammelpunkte für die Hammerhaie ausmachten, damit sie ihr Zerstörungswerk auch niedrig schwebend verrichten konnten.
    Das war wirklich nicht gut.

    Kapitel X: Die Linie fällt


    5...
    Schreiende, imperiale Soldaten. Sie flohen, schossen oder drückten sich in den Matsch.
    4...
    Eine hellblaue, gleißende Lanze, abgefeuert von einem Massebeschleuniger, bohrte sich in den Leman Russ Vollstrecker und riss einen großen Teil des Panzers weg. Erde und Sandsackwälle flogen durch die Gegend.
    3...
    Kroot und auch Hunde warfen sich gegen die Soldaten die dumm genug waren, zu stehen. Ein Hund biss dem verantwortlichen Lieutenant den Kopf ab.
    2...
    Er hörte den Schrei., während er geduckt hinter einem Rest Sandsackwall verborgen blieb. Der Schrei wurde immer lauter, denn die dazugehörige Kehle näherte sich an.
    1...
    Er hörte das knallende Geräusch der Flinte, wenn auch etwas dumpf. Die Explosion hätte ihm beinahe die Trommelfelle zerfetzt. Erfahrung und Konzentration halfen ihm bei der Koordination und der Unterscheidung zwischen all den anderem Gebrülle und Geschreie und diesem einen Schrei. Ebenso sah er einen sich verlängernden Schatten.
    0.
    Der Schatten sprang. Arin warf sich mit dem Lasergewehr voran nach oben. Das bisher saubere, gut geschliffene Bajonett bohrte sich in den schlanken Leib. Der Schwung, den der Sprung der Kreatur mit sich brachte, konnte er nicht kompensieren, wodurch das aufgespießte Vieh zusammen mit seinem Gewehr landete. Er vergeudete keine Zeit und trat ordentlich zu, dann betrachtete er das Ergebnis.
    Sensationell.
    Dummerweise hatte er damit einige Aufmerksamkeit erregt. Einer der Hunde stürmte auf ihn zu und rutschte dabei fortwährend aus. Er warf sich nach vorne, griff nach der Jagdflinte des toten Kroot und schoss.
    Das Dumme Ding verzog, es platschte rechts von der Kreatur in den Matsch. Leise fluchend warf er die Flinte hoch, wodurch sie sich drehte, und fing sie am Lauf mit beiden Händen auf. Er schwang das Ding gerade zu dem Zeitpunkt, als der tödliche Schnabel schon die den Großteil der Entfernung per Sprung zurückgelegt hatte.
    Widerhaken und Kolben krachten gegen den Kopf und ließen es laut und zufriedenstellend knacken. Der Körper sauste zur Seite.


    Dann erst nahm er sich die Zeit, die Situation zu begutachten, während er in geduckter Haltung blieb. Der große Teil der Kroot floh sammelte sich vor den malträtierten Verteidigungen, noch während der eigentliche Angriff, bestehend aus den Feuerkriegern der Tau und den Hammerhai-Antigravpanzern noch lief.
    Er beobachtete, wie einige der Soldaten wieder zu den Sandsackwällen, den Überresten, hasteten und das Feuer eröffneten. Die Linienformation der Tau sprengte auf, sie sprangen auseinander und schossen mit ihren Waffen. Die Pulsenergie brannte sich nur so in die Armaplastrüstungen von Arins Kollegen, einem platzte gar der Kopf, andere wurden so oft getroffen, dass sie fast rückwärts tänzelten.
    Arin drückte sich noch weiter nach unten. Mist und verdammt. Er atmete tief aus.
    Mort rang derweil mit einem Kroot. Er nutzte den Größenvorteil aus und in einer Sekunde der Unachtsamkeit hob er den Kerl an den Achseln zähneknirschend hoch und warf ihn gegen eine Wand und trat auch ein paar Mal zu. Als der Pulsfeuerregen niederging warf er sich neben Arin auf den Boden.
    Erst jetzt registrierte er auch Varen, der sich eines schweren Bolters bemächtigt hatte, und die Kroot mit kurzen Feuerstößen niedermähte, sich aber dabei geduckt hielt.
    "Wer ist hier der verantwortliche Offizier?!" Rief ein übel zugerichteter Soldat.
    Mort sah auf.
    "Und wer zum Teufel seid ihr?" Fragte er, als noch mehr lädierte Soldaten auftauchten und in Kratern und allem anderen was Deckung bot kauerten.
    Der Soldat deutete hinter sich.
    "Wir sind die Typen von der verdammten Nordlinie, beim Imperator! Die Verteidigungslinie, die nicht mehr existiert! Wir werden hier niedergemetzelt! Wir sollten fliehen un-"


    Weiter kam er nicht, ein Laserstrahl schlug durch seinen Kopf. Alle drehten sich um und sahen in die irren, grinsenden Züge des Kommissars.
    "Ihr habt euren Posten verlassen! Und Defätismus wird nicht geduldet, solange meine schlichte Seele existiert! Warum habt ihr den Posten verlassen?"
    "Tut uns Leid, Sir. Plötzlich waren die Tau überall. Und...unsere Leute, äh, die die mal unsere Leute und jetzt Verräter sind waren da auch. Und andere Kroot, ziemlich große."


    Der Kommissar richtete seine Laserpistole auf den nächsten Soldaten...und senkte sie seufzend wieder. Silas tauchte hinter ihm auf. In der einen Hand eine krumm geschlagene Jagdflinte, in der anderen ein Bajonett und ein Messer. Der Sergeant war blutübergossen.
    "Kein schöner Tag zum Erschießen was?" Fragte er heiter."Wer ist hier der verantwortliche Offizier?"
    Mort zuckte mit den Schultern und sah zu dem Lieutenant, dem der Kopf abgebissen worden war.
    "Sie, Sir?" Erwiderte er im fragenden Tonfall.
    "Pfft. Naja. Wenn sie gestatten, Sir Kommissar, schlage ich einen taktischen Rückzug vor. Um uns zu sammeln und die Effektivität zu steigern. Diese Männer haben ihre Linie tapfer gehalten."


    Kurz darauf hörten die Anwesenden ein lautes Geräusch. Es hörte sich stark nach einem dumpfen Wumpf an. Schon schoss eine weitere Energiewelle hervor und traf den Vollstrecker-Leman Russ erneut. Der sowieso schon angeschlagene Panzer flog in die Luft.
    Arin spähte vorsichtig über die die Sandsäcke. Die Tau kamen in aller Ruhe näher. Die Antigravpanzer hatten tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten mit einem Hammerhai. Der...Bug sah wie der Kopf eines solchen Fisches aus, nur waren unter den "Hämmern" Puls-Gatlings angebracht worden, die sich in Erwartung vieler Ziele drehten. Der Rumpf an sich war vergleichswase schlank und ging erst weiter hinten mehr in die Breite. Was man als Schwanzflossen bezeichnen könnte, waren die enormen Triebwerke zu beiden Seiten. Und auf dem Bereich dazwischen thronte eine Schützenkuppel. An ihr montiert war eine breite wenn auch sehr flache, pulsierende Kanone. Ein Massebeschleuniger.
    Sieben dieser Gefährte schwirrten näher. Die Feuerkrieger in ihren Teilplattenrüstungen aus was auch immer und ihren charakteristischen Helmen mit den rot leuchtenden, untereinander angeordneten binokularen Visoraugen waren in lose Gruppen verteilt. Krieger in weißen Helmen wiesen auf die "Shas'Ui", die Gruppenführer hin. Anders als die normalen Feuerkrieger mit ihren langgezogenen Pulsgewehren die locker durch Armaplast schlugen, trugen die Anführer kürzere Karabiner und wenn Arin's Gedächtnis ihn nicht täuschte, hatten diese auch Granatwerfer.
    Und um seine Vermutungen zu bestätigen, nahmen die Soldaten Formation ein, die Waffen wie eine halbrunde Phalanx auf die Stadt gerichtet, während die Führer sich hinhockten und etwas in die untere Seite ihrer Karabiner stopften.
    Oh super...
    "Alle raus hier!" Rief er und riss die anderen aus ihren Gedanken. Er packte den immernoch am Boden liegenden Mort und rannte los.
    Plock.
    Die schimmernden Granaten flogen, von bläulichem Rauch begleitet, über die Reste der Verteidigung und landeten zwischen einer Schützengruppe. Blaues, superheißes Feuer war die Soldaten weg und und die Hitze versengte ihre Körper.
    "Okok, akzeptiert! Raus ihr Hunde! Zweite Verteidigung formen!" Rief der Kommissar.
    Dankbar rannten alle Soldaten des Bereichs Richtung Süden. In die Stadt hinein.
    "Vielleicht können wir sie im Häuserkampf schlagen! Feuerkrieger sind absolute Nieten in diesem Fachbereich! Bildet Gruppen und besetzt die Gebäude!"

    Also das was heute im Spiel Deutschland-Schweden passiert ist, ist schon ein herber Kracher.


    Die ersten 60 Minuten läuft das Ding, dann machen die Schweden zwei rein und plötzlich wars das mit teutscher Gelassenheit und Grazie.


    Und in der letzten Minute das 4:4, ich habe Tränen gelacht :D

    [spoil]Es war lange her, doch nun gehts wieder los. Bald sind Ferien und dann geht die Bude wieder ab^^
    Um mal das nun folgende Kapitel folgendermaßen zu beschreiben: Beim Imperator, endlich Action! Die Ära ruhiger Geschehen sind vorüber[/spoil]


    Kapitel IX: Die Schlacht um Atha Ithien


    Atha Ithien war eine vergleichsweise große Stadt. Bunkerähnliche Häuser standen mehr oder weniger in Reihen auf dem ganzen Hügel verteilt. Auf dem Stadtplatz wehte die Flagge des Imperiums. Die Betonmauern hatten allen Angriffen getrotzt....
    ...nun, bis auf die Westseite. Die war vollkommen hinüber.


    Sie hatten es tatsächlich rechtzeitig geschafft. Hauptmann Gregor Vashs Kampfgruppe wurde mit Besorgnis und ein wenig Erleichterung empfangen. Wie sich herausstellte, hatten die Bewohner gerade erst einen "Spaßangriff der Tau" hinter sich gebracht, bei dem die Westseite der Verteidigungen zerstört worden war.
    Vash hatte sich lange mit dem...Bürgermeister unterhalten. Das eine Dorf, dass von den Kroot zerstört worden war, war kein Einzelfall gewesen. Stattdessen waren alle Orte systematisch zerstört worden. Atha Ithien war aufgrund der Verteidigungen und der waffenstarrenden Bevölkerung erst gemieden worden.
    Bis gestern. Als Tau-Hammerhai-Antigravpanzer mit Massebeschleunigern das Feuer eröffneten und zahlreiche Bewohner getötet worden waren, die Stadt mit den bisher sehr nützlichen Raketenwerfern zu schützen.
    Doch das war nicht alles...


    "Und wir sind die Nächsten! Sie haben es geplant! Wir haben eine Nachricht bekommen." Rief der Bürgermeister schockiert, mit wedelnden Armen.
    "Und warum seid ihr euch da so sicher?" Fragte Vash. Eine Bastion der Ruhe.
    "Nun...wir...wir haben vor ein paar Stunden eine Nachricht aufgefangen. Wir versuchen uns schon seit langem darin, Kommunikation abzuhören. Und ganz plötzlich empfingen wir etwas! Darin hieß es, dass der Angriff innerhalb weniger Stunden zu erfolgen hat! Zwei Stunden bleiben uns noch!"
    "Wie habt ihr das denn geschafft?! Das Relais der Tau abzuhören ist praktisch unmöglich!"
    "Nunja....darüber haben wir lange beraten. Wir wissen ehrlich gesagt nicht, was da passiert ist. Aber viele von uns sprechen halbwegs Tau und deswegen haben wir diese Botschaft übersetzt und..."
    Den Rest der Worte verschluckte er.
    Vash Gesicht legte sich in Falten."Nun, wie auch immer. Wenn das, was ihr da gekriegt habt, wahr ist, sollten wir uns auf den schlimmsten Fall gefasst machen. Wir sind nicht für umsonst hierher gekommen, nur damit dieser Ort dem Erdboden gleich gemacht wird, beim Imperator! Außerdem sind die Tau für ihre verdammte Pünktlichkeit bekannt. Also dann! An die Arbeit, Soldaten!"


    Die erste Stunde verging unbehaglicher Stille und Vorbereitungen und die folgenden Minuten schienen im Fluge zu enden. Die Stimmung war deftig aufgeheizt. Schon bald stand der erste richtige Kampf bevor, das Gefecht im Muradmoor schien niemand gelten zu lassen. Arin war selbst nervös. Dessen war er sich vor einiger Zeit gar nicht bewusst gegeben, vermutlich, weil er jederzeit hätte verschwinden können. Schwer wäre es nicht gewesen. Diesmal sah es anders aus.


    Und dann...


    "Alle Mann auf die Stationen! Angriff der Kroot steht unmittelbar bevor!" Rief ein Wachtposten auf den Mauern.


    Arin rannte zusammen mit den Scharfschützen. Atha Ithien war in Sachen Verteidigung reichlich ausgestattet. Die Betonmauern im Westen hatten den Angriff zwar nicht überstanden, aber die Bunker standen noch und wurden nun mit allerlei schweren Waffen versehen. In den wenigen Stunden Vorbereitungszeit waren provisorische Gräben um die Anlagen gezogen und Stacheldraht verlegt worden. Panzerbarrikaden waren hinsichtlich des Feindes überflüssig. Die Sentinel-Schützenpanzer hatte man eingraben lassen, möglicherweise konnte eine Menge Erde, Schutt und ein Sandsackwall sie vor der Zerstörungswut eines Massebeschleunigers schützen.
    Mangels einer Mauer auf die sie sich stellen und schießen konnten, mussten sich die Scharfschützen ebenfalls mit dem Graben zufrieden geben. Ein ganzer Haufen anderer Soldaten und die zugeteilten Offiziere bereiteten hier ihre Waffen vor, Bajonette wurden aufgesteckt und Munitionskisten hastig verschoben. Der Graben war leider kein Meisterwerk ala Todeskorps von Krieg, also kein Labyrinth, das ahnungslose Feinde schonmal in eine Mine führen konnte. Die Befreier mussten sich damit zufrieden geben, dass sie sich hinter dem aufgeschüttetem Erdwall und Sandsäcken darüber schützen konnten. Für mehr hatte die Zeit nicht gereicht.


    "Kannst du was sehen? Kannst du was sehen?" Fragte einer der Soldaten Arin nervös, während er ein Magazin in sein Lasergewehr schob.
    Arin schüttelte den Kopf. Leichter Nebel hing in der Luft. Er glaubte so etwas wie Bewegung zu erkennen."Nein." Gab er also zurück und sah durchs Visier, welches er gerade erst noch sauber gemacht hatte. Zweimal prüfen konnte nie schaden.
    Er drückte sich mit den Rücken an den kleinen Erdhang und sah nach links und rechts. Nervosität. Er hasste diese Momente, wenn man sich Gedanken machte, ob alles klappen würde, ob man überleben würde. Kommissare dachten da ähnlich. Der Politische, dem Arin schon die ganze Zeit auf die Nerven ging stapfte erhobenen Hauptes vor den geduckten Männern. Die Art und Weise wie er dabei seine Laserpistole hielt, ließ die Moral auch nicht höher fahren.
    "Ihr werdet nicht wanken! Wir sind die Imperiale Armee, wir sind die sprichwörtlichen Befreier und werden solange kämpfen, bis Kronus wieder jenen gehört, die im Recht sind! Rückzug ist keine Option! Kapitulieren werdet ihr nur vor dem Leben!" Silas schüttelte den Kopf, als dieser ihn passiert hatte. Arin musste zugeben, dass er sich in seiner Nähe wohl fühlte. Mehr oder minder. Er war der einzige, der heiter vor sich hin grinste. Varen lugte immer wieder vorsichtig über die Sandsäcke und Mort....
    ....las ein Buch.
    Sensationell.
    "Hey, Vorsicht! Bewegung!" Flüsterte einer der Offiziere. Schlagartig wich die Nervosität und wurde zu gewaltbereiter Anspannung. Ein Stakkato von klickenden Lauten ertönte, als die schweren Bolter entsichert worden.
    Arin lugte nun auch nach oben und sah...
    ...einen Menschen. Besser gesagt Jemand, der mal ein PVS gewesen sein mochte. Doch auch wenn er weit weg war, konnte Arin doch eine Menge subtiler Details erkennen. Details, die darauf hinwiesen, zu wem er wohl jetzt gehörte.
    "Was soll das denn jetzt?" Fragte der Kommissar im wetterndem Tonfall.


    "Krieger des Imperiums!" Kam aus laut. Lautsprecher oder sowas."Viele von euch sind schon im Kampf gegen das Höhere Wohl gefallen. Frauen und Kinder wurden getötet, weil sie an das Richtige glauben...nämlich dem Wohl und den Aun."


    Die Soldaten sahen einander an und begannen zu tuscheln.
    "Scheiße. Lieutenant Deckard meinte, dass die ein paar von den PVS gefangenommen haben und denen gleich mal eine Gehirnwäsche verpasst haben sollen." Sagte einer der Soldaten.


    "Doch glaubt ihr nicht, dass ihr das falsche tut? Was erreicht ihr schon, wenn ihr uns vernichtet?! Einen mächtigen Verbündeten verliert ihr. Einen Verbündeten, einen Freund! Jemand, der euch helfen möchte! Der Imperator kann uns nicht aus der Dunkelheit führen, meine Brüder!"


    "Was labert der Scheißkerl da? Wollen die uns jetzt auch noch indoktrinieren?"


    "Aber die Aun, die Himmlischen sind mächtige, aufgeklärte Führer! Sie können eure Familien beschützen! Eure Nachkommen und auch eure Vorfahren! Die Hand ewigen Glückes und Friedens ist immer ausgestreckt."


    "Lieber Himmel, ich brenne darauf, diesen Arschlöchern dort reinzutreten, wo die Sonne nicht scheint." Sagte Silas laut. Viele Soldaten begannen zu grinsen. Einige andere machten einen sehr verwirrten Eindruck. Sie schienen sich zu fragen, ob es vielleicht keine schlechte Idee wäre, auf den Mann in der den Feuerkriegern angelehnten Uniform zu hören.


    "Dies ist unser Angebot! Lasst die Leiche auf dem Thron hinter euch. Lasst die brutale Inquisiton hinter euch, die euch zurücklassen würde und zwar nur weil sie es für richtig halten! Lasst die Heerführung hinter euch, die euch nur für Schmutz und Zahlen in einer Kriegsstatistik hält! Wendet euch dem Höheren Wohl zu! Kommt Brüder! Antwortet jetzt!"


    Arin drehte sich um und sah den Kommissar an. Eins musste man ihm lassen, wenn es darum ging rot vor Wut anzulaufen, würde er 10/10 Punkten kassieren.
    "Sergeant! Geben sie diesem aufgeklärten Burschen unsere bescheidene Antwort!" Donnerte er.
    "Jawohl, Sir!" Sagte Silas, stand grinsend auf, legte sein Scharfschützengewehr auf den Sandsackwall und schoss kurzerhand. Der Strahl fauchte über die Ebene, die zwischen den provisorischen Verteidigungen Atha Ithiens und dem Wald lag und traf den den Verräter. Eine Fontäne von Blut erhob sich, nachdem der Kopf geplatzt war. Der Leib landete im Dreck.


    "Verdammte Gue'Vesa-Verräter. Meine Herren! Werdet ihr euch etwa diesem Wahnsinn hingeben, der sich euch da gerade geboten hat?!" Fragte der Kommissar."Denkt daran, dass der Imperator schon seit Jahrtausenden über uns wacht, soll er also deswegen, an diesem Tag, aufhören, nur weil ein schmieriger Verräter das Gegenteil behauptet!?"
    Schallender Jubel war die Antwort. So leicht würde der Imperator schon nicht abkratzen!


    Kurz darauf erhob sich massives Geschrei. Es klang keineswegs menschlich. Es schien wie aus den Kehlen, wilder, aggressiver Tiere zu kommen und es erhob sich vom ganzen Wald aus. Vorallendingen klang es...recht vogelartig.


    Und kurz darauf schien der Wald Füße zu bekommen. Es klang so, als würde eine Schafsherde gewaltigen Ausmaßes sich mit zwei weiteren verbinden und sich nun auf ein Ziel zubewegen.
    Und der Eindruck täuschte nicht ganz.
    Es war sowas wie eine Herde. Und sie war gewaltig. Aber es waren keine Schafe.
    "Kroothunde! Allen Anschein nach wollen sie unsere Verteidigungen testen und unsere Munition vergeuden."
    Mort schüttelte den Kopf hin und her.
    "Gehts los!? Gehts los?"
    "Ja du Luftkopf, es geht los!" Sagte Varen.


    Kroothunde waren eine seltsame Evolutionsform, die die Kroot vom Planeten Pech, ihrem Heimatplaneten mitbrachten. Aufgrund ihrer Eigenart, genetische Informationen durch gezieltes Fressen auf die eigene Rasse zu übertragen, neigten die Kroot dazu, praktisch alles was sie getötet hatten auch gleich zu verspeisen. Dabei können sogar besondere Merkmale des Gefressenen übernommen werden. Hierdurch entstanden zahlreiche Generationen an neuen Krootwesen. Auf einem Planeten mit sehr breit gefächerter Fauna konnte man die seltsamsten Kroot entdecken...wenn man nicht vorher verspeist wurde. Jene, die zum Beispiel gerne Orks fraßen (was im Prinzip schon alles über die "normalen" Essgewohnheiten eines Kroot aussagte), neigten dazu, muskulöser und gar grüner zu werden. Allerdings konnte dies auch stark überhand nehmen und zu Katastrophen führen, zum Beispiel durch das Verzehren von Tyranidenfleisch oder Fleisch, das in Berührung mit den Energien des Warp kam. Darum wurden die Kroot generell von "Weisen" geführt, die die Evolution überwachten und dafür sorgten, dass die Dinge sich nicht zum Schlechten wendeten.
    Wie die Kroothunde entstanden sind, war vielen ein Rätsel. Sie waren nur dahingehend als Hunde klassifiziert, weil sie auf vier Beinen gingen. Den charakteristischen Krootschnabel führten sie nicht nur weiter, er wurde sogar länger und noch stärker. Sie waren wild und hochaggressiv, mehr als ein normaler Kroot. Sie waren unglaublich gefährlich im Nahkampf.
    Und wie viele andere Kroot auch, wurden sie von den Tau als effektives Kanonenfutter betrachtet und so eingesetzt. Dahingehend hatten die Hunde sogar weniger Stellenwert als ein Kroot selbst, weil die Vierbeiner kaum noch als zivilisiert zu betrachten waren.


    Wie eine endlose Flut strömten die Kroothunde aus dem Wald, ihrem Ziel, dem großen Fressen entgegen.
    "Noch nicht schießen." Sagte der Kommissar."Lasst sie herankommen. Lieutenant?"
    "Ja Sir." Der Offizier winkte einen Funker heran, schnappte sich den Hörer.
    "Sigmar Bravo. Mörserfeuer bei Sektor 2 und 4. Unterdrückungsfeuer, Splittergranaten! Volle Salve!"


    Daraufhin erhob sich ein Chor aus Pfeifem, Zischen und dumpfem Knallen, als die Mörserbatterien ihr Feuer eröffneten. Unpräzise ja, aber dennoch vernichtend, krachten sie in die Horden der Kroothunde. Blut und Gliedmaßen spritzten und flogen im hohen Bogen und nicht wenige der Biester wurden von den Schrapnellen durchlöchert. Die Mörser richteten enormen Schaden an. Die Verluste verheerend. Doch animalischer Instinkt und die Aussicht auf eine Menge Futter trieb die Biester immer weiter an.


    "Noch nicht feuern! Noch nicht feuern!" Rief der Kommissar. Die Waffen wurden nun fest angepackt. Jedes verfügbare Lasergewehr wurde nun, auf den Sandsäcken gestützt, auf die Kreaturen ausgerichtet. Fest im Griff, den Feind im Visier.
    "Nicht feuern...."
    Hände wurden geknackt, letzte Zigaretten herumgereicht. Einige warfen immer wieder eine Fragmentgranate hoch und fingen sie auf, während sie den Blick auf die Hunde richteten, die zu Dutzenden vom Mörserbeschuss zerfetzt worden und näherkamen.
    Auch Arins Griff um sein Lasergewehr härtete sich. Er pustete aus. Über ihm positionierten sich die Multilaser der Chimären aus.
    Die Hand des Kommissars verweilte immer noch oben, während die Augen gebannt auf die Zerstörung blickten....


    Sie kamen schon fast unaufhaltsam näher. Nur wenige 100 Meter trennten die Kombatanten voneinander.


    ....dann raste sie nach unten und zückte den Energiesäbel.
    "FEUER!"


    Die Bolter der ersten Verteidigungslinie röhrten lautstark. Hundert Lasergewehre wurden abgefeuert und die Multilaser hatten schon mindestens ein Dutzend Laserstrahlen verschossen.
    Noch während Arins Strahl den Schnabel eines Hundes durchbrach, flogen die Boltgeschosse kreuz und quer, trennten Fleisch von Knochen, Beine von Körpern und Augen von Köpfen. Die schweren Bolter wurden hin und her geschwenkt und verteilten unendlich Blutzoll während die Lasergewehre alles Überlebende vernichteten. Die Leman-Russ Vollstrecker ließen die großen Gatlingkanonen sprechen. Dabei schwangen die Kanonentürme wie Sensen hin und her und schossen ungehemmt in die nachkommenden Hunde und zerstückelten diese. Innerhalb von Sekunden war das Feld vor Atha Ithien von Blut und Eingeweiden getränkt.


    Dementsprechend erstaunlich war es, als eine Explosion vor der Linie die Verteidiger blendete und einige von Ihnen fortwarf und den Kroot ermöglichte, vorzurücken, während die Panzer der Tau über den zerhackten Leichen der Hunde schwebten und die Feuerkrieger sich ihren Weg bahnten und feuerten.
    Die Linie drohte zu zerbrechen.

    [spoil]Kommentare! Kommentare! Gnadenlose Kritiken im Namen des Imperators![/spoil]


    Kapitel VIII: Die Wälder Acerias Teil III


    Sergeant?" Fragte Arin.
    "Ja, Junge?"
    Arin sträubte sich bei der Bezeichnung."Wohin sind wir überhaupt unterwegs? Ein großes, rotes Kreuz auf der Karte ist nicht gerade vielsagend."
    "Wir sind auf den Weg nach Atha Ithien. Das war früher der größte Posten der Planetaren Verteidigungsstreitkräfte hier auf Kronus."
    "Der war nicht in Victory Bay?" Fragte Mort.
    "Nein." Begann Varen, der Silas eine anzündete, während sie weiterstapften."Ironworks Bay, wie es damals hieß, wurde von der Imperialen Armee selbst gehalten, nicht von den PVS. Wir gehören zwar ins selbe Team, sind aber zwei unterschiedliche Organisationen. Trotzdem haben die PVS umfassende Waffenlieferungen erhalten...was letzten Endes auch nicht viel gegen die Tau genützt hat. Dafür waren die leider zu schlecht ausgebildet."
    "Verstehe. Und was gibts nun dort?"
    "Zivilisten. Wir sollen eine sichere Route von Ithien bis Bay bahnen und sie von hier fortschaffen, solange Totaler Krieg herrscht."
    "Dass das übermächtige Imperium noch Zeit für den kleinen Mann hat um diesen zu retten. Unglaublich. Können wir sicher sein, dass die nicht schon alle abgemurkst worden?" Mort.
    "Erstaunlicherweise ja. Wir haben vor kurzem versucht, Funkkontakt aufzunehmen und haben eine Antwort erhalten. Die scheinen eine Art Bürgerwehr oder Miliz oder sowas formiert zu haben und versuchen scheinbar ihr Bestes um zu überleben. Hinsichtlich der Feinde, die überall um die Wälder herum lauern, wirds aber nicht mehr lange dauern."
    "Und...wie wichtig sind uns die Zivilisten?" Fragte Mort.
    Silas grunzte und entließ eine dichte Rauchwolke."Den eigenen Ruf aufzupolieren, kann nie schaden. Allerdings geht es mehr um den Posten selbst. Der scheint immer noch wie eine Eins zu stehen. Und da sich sich auch noch im Zentrum dieses Waldsektors befindet, wo all die großen wenn auch überwucherten Straßen und Pfade zusammenführen, brauchen wir ihn auch."
    Mort antwortete nicht. Er hatte das Gesicht verzogen. Er schien sich zu Konzentrieren.


    "Riecht ihr das auch?" Sie blieben stehen und schnupperten.
    "Ich rieche nichts." Erwiderte Varen.
    "Naja, wenn es etwas an diesem Irren gibt, bei den man 100% vertrauen kann, dann ist es sein Riechkolben. Was riechst du?"
    "Rauch. Aber da ist noch eine feine, eher krasse Note drunter...irgendwas Angebranntes."
    Silas und Arin sahen einander an. Der Sergeant drehte sich Richtung Kolonne, die ein kleines Stück entfernt war und machte einige Handzeichen, um zu signalisieren, dass sie etwas gefunden haben und es erkunden würden.
    Arin wusste nicht recht, wie vertrauenswürdig die Nase von Mort sein konnte, aber wenn sich Silas nun so sicher war...


    Und er hatte sich auch nicht getäuscht. Sie waren die Straße entlanggerannt und hatten die Quelle gefunden.
    Eine Siedlung.
    Zumindest die Überreste davon.


    Die Siedlung befand sich inmitten einer Lichtung von ein paar Kilometern und früher schienen die Siedler auch jeden verfügbaren Fleck genutzt zu haben, um Wohnraum zu schaffen. Mithilfe von Terraforming schien man das Ganze dann zu einer schönen, halbwegs flatten Fläche modelliert zu haben. Um das Ganze wurde dann noch eine mehrere Meter (je nach taktischer Wichtigkeit) dicke Betonmauer darum errichtet. Extra mit hochgelegenen Plattformen.
    Jetzt existierten nur noch Überreste davon. Und die Häuser, zweistöckig, waren allesamt zerstört worden.
    Oh und die Bewohner gabs auch noch.
    Den markanten Geruch, den Mort gerochen hatte, kam nicht nur vom Feuer, sondern auch von denen, die in besagten Feuern gegrillt worden sind.


    "Sagen sie mir bitte nicht, dass dies Atha Ithien ist...war." Sagte Mort. Die Kolonne hatte zu Ihnen aufgeschlossen und hier Halt gemacht. Mit der laxen Stimmung von vorhin war nun endgültig vorbei. Die Gespräche waren gedämpft und die Bewegungen der meisten Soldaten fahrig. Das Rattern und Brummen der Motoren war verstummt, nachdem Vash die zur Verfügung stehende Maschinerie an Positionen in der Siedlung verteilt hatte. Wer auch immer das angerichtet hatte, könnte ja vermutlich zurückkommen.
    Varen stieß eine Leiche vorsichtig an. Er rümpfte die Nase.
    "Nur damit ich das richtig verstehe...." Der Leiche fehlte ein Großteil des Brustkorbes, an einigen Stellen waren die Rippen zu sehen."Jemand kam hierher, pustete die Verteidigungen weg, brannte alles nieder, warf die Bewohner, Frau wie Mann wie Kind wie alter Sack hinein und tat sich später an Ihnen gütlich. Es braucht keinen Inquisitoren um zu wissen wer das war."
    Silas und Arin gingen ähnlichen Gedanken nach. In der fernen Heimat Tielastans war solch ein Anblick nicht ungewohnt, aber immer wieder schrecklich. Siedlungen oder Dörfer gab es nicht, nur Kleinstädte. Besonders die, die tief in den Wäldern lagen hatten immer ein Korps von Feldjägern zur Verteidigung, ganz zu schweigen von den richtigen Städten.
    "Nein. Dies ist nicht Atha Ithien. Und ja, wir haben es hier mit verdammten Kroot zu tun." Sagte Silas schließlich.
    "Da ist aber etwas, was überhaupt nicht ins Bild passt." Kommentierte Arin.
    Bevor auch nur einer fragen konnte, donnerte eine rauhe Stimme in der Nähe:"Dafür bezahlen werden sie. Mit ihrem Blut. Wir sollten sofort weiterziehen, Hauptmann!"
    Arin schloss die Augen, drehte sich um und tat geschäftig, damit dieser verdammte Kommissar ihn bloß nicht bemerkte.
    "Mag ja sein,"sagte Vash,"aber selbst die unerbittliche Faust des Imperators braucht eine Rast, wenn auch eine kurze."
    Der Blick des Kommissars schien zu sagen: Räudige Hunde brauchen keine Rast.
    Er gab sich trotzdem damit zufrieden und sah zu den Scharfschützen.
    "Also, ihr glorreichen Experten? Was habt ihr jetzt auf Lager?"
    "Kroot, Sir." Begann Silas."Allerdings passen eine Menge Dinge nicht ins übliche Muster."
    "Zum Beispiel?"
    "Nun...die Bewohner zum Beispiel." Er deutete auf die Leichen."Kroot würden sich solch ein Festmahl nicht entgehen lassen. Es ist sehr unüblich von Ihnen Fleisch zurückzulassen. Es ist gut möglich, dass sie dazu gedrängt wurden, sich so schnell wie möglich auszutoben und dann weiterzuziehen."
    "Also war die Zerstörung dieser Siedlung nichts weiter als ein kleiner Zwischenstopp." Sagte der Kommissar. Es klang stark nach einer simplen, statistischen Feststellung.
    "Tja, ja Sir. Ein anderer klarer Hinweis sind die Betonmauern. Kroot schleppen nicht die Feuerkraft herum um durch so dicke Wälle zu kommen. Sie hatten da Unterstützung."
    Der politische Offizier schien zumindest nicht zu oft auf den Kopf gefallen zu sein, um "Wer?" zu fragen. Er beschränkte sich auf, "Wieviele?"
    Er wusste also zur Genüge Bescheid.
    "Schwer zu schätzen. Jeder Tau-Massebeschleuniger ist in der Lage, eine Betonmauer zu knacken. Je nach Kaliber variiert die Zeit. Da ein nicht unerheblicher Teil der gesamten Verteidigung zerstört wurde, schätze ich es auf eine hauptsächlich motorisierte Kampfgruppe, die Kroot Zugang zu den Siedlungen gewähren soll. Den Rest erledigen die Mistviecher schon selbst. In solchen Sachen machen sich die Tau selten die Hände schmutzig."
    "Soweit sind die Tau also schon vorgedrungen." Sagte Vash und kam missbilligendem Blickes näher."Wir hatten erwartet, dass sie gegen die Necrons und Orks kämpfen würden. Aber sie greifen die umliegenden Siedlungen bestimmt nicht für umsonst an. Wir müssen so schnell wie möglich nach Ithien."


    Eine knappe Rast von drei Stunden, inklusive Regen.
    Die Stimmung blieb gedämpft und die Soldaten nahmen sich der Toten an und begruben diese, oder das was zumindest übrig blieb. Nachdem sich der Regen verzogen hatte und sich der Abend mit leichtem Nebel und nasser Luft ankündigte, wurde der Marsch fortgesetzt. Die Pfade hier waren breiter, weswegen die Leman Russ-Panzer nun in Kolonnen zu Zweierreihen fuhren, damit jede Seite im Notfall mit schwerem Feuer abgedeckt wurde. Hinsichtlich der Unterschiedlichkeit in den Typen der Panzer konnte dies ein recht kurioses Unterfangen sein. Die Kolonne bestand aus dem einen Vernichter-Kommandopanzer von Hauptmann Vash. Dieser fuhr allein an der Spitze. Der Vernichter verfügte über eine schwere Panzerabwehrkanone und konnte die meisten Rümpfe auch noch in weiter Entfernung knacken. Weitere drei gehörten zum Typ "Exterminator". Mit schweren Zwillings-Maschinenkanonen konnten sie sogar Space-Marine Servorüstungen knacken. Die letzten drei im Bunde waren vom Typ Vollstrecker. Die schwere, rotierende Vollstrecker-Gatlingkanone war in der Lage große Mengen an Infanterie zu Hackfleisch zu verarbeiten. Ebenso dabei waren 5 Chimären-Schützenpanzer, die ein paar Kasrkin und Soldaten mit schweren Waffen transportierten.
    Um es taktvoll auszudrücken: Sollte eine Horde Feinde versuchen, den Sieg mithilfe zahlenmäßiger Überlegenheit zu erringen, würden sie die Imperialen nur noch als zerteilte Gliedmaßen erreichen.
    Wenn der Feind aber, wie die allgemeine Vermutung nun lautete, mechanisiert unterwegs und dann noch mit Massebeschleunigern ausgestattet ist, dürfte man hoffen dass sie sie nicht durch den Nebel fanden.

    Du willst Kommentare? Die User hier sind furchtbar schüchtern, es gibt alle 10 Kapitel 1 Kommentar. Um nicht aufzufallen dürfte ich erst in 3 Kapiteln etwas schreiben. :P


    Wieso? Zubeißen geht virtuell schlecht :P


    Kapitel VII: Die Wälder Acerias Teil II


    Ihm blieben die Kopfschüsse erspart. Einer sehr vagen Karte der Wälder folgend dirigierten er und die Scharfschützen die Kolonne. Die paar Leman Russ-Panzer und ein ganzer Haufen umgebauter Chimären. Während man solches Gerät hatte, waren die Sentinels, welche eigentlich für die Erkundungszwecke genutzt wurden, noch immer nicht eingetroffen. Die Logistik, die man trotz der scheinbaren Wichtigkeit dieser Mission an den Tag legte, war miserabel. Und zu allem Überfluss konnte man es den armen Schweinen im Orbit nicht verdenken. Wer wollte sich schon mit Orks, Eldar, Chaos und Tau an einem Tag herumschlagen?


    Hierdurch hatte sich eine etwas eigene Doktrin für die Befreier entwickelt, die höchstwarscheinlich ihres Gleichen suchte.
    Es war eine einzige, große Lieferung gewesen, die man durch den mit Plasma, Feuer und Raketen gespeisten Orbit von Kronus gehievt hatte. Das Material für Vorstöße war da. Eine Zahl von Soldaten, die hoch genug war, dass sie in den Ohren imperialer Anführer annehmbar klang (also eine Zahl, die in die Tausende reichte) war ebenso da.
    Doch der Feind hatte volle Logistik. Die Blood Ravens hielten ihr Gebiet mit eiserner Faust und ein Thunderhawk war bei weitem schwerer abzuschießen. Die Orks schienen sowieso unendlich zu sein. Das Chaos hatte ein verdammtes Riesenportal. Die Eldar haben angeblich Zugangspunkte zu ihrem Netz der Tausend Tore geschaffen. Die Tau in Asharis sollen einen riesigen Fuhrpark haben.
    Und die glorreiche Imperiale Armee? Was hat die denn?
    Lächerliche ein Dutzend Leman-Russ Panzer und zu allem Überfluss in unterschiedlichsten Variationen, von der Standardausführung bis hin zum selten anzutreffenden Zerstörer-Panzerjäger. Außerdem waren die Panzer auch noch unterbesetzt.
    Stattdessen eroberten Waffen wie Mörser, schwere Bolter, Infanterie-Maschinenkanonen, also all das Gerät das vom gemeinen Fußvolk getragen wurde das Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein großer Teil der Manufakturen in Victory Bay hatte früher Waffen für die Infanterie produziert. Jetzt, wo so herrlich viel da waren, sollte man auch richtigen Gebrauch davon machen. Langsame, bedachte Vorstöße und ständiges Eingraben entwickelten sich zum Alltag, denn die Mobilität war durch das Tragen stark eingeschränkt worden und ohne Sentinels wollte Niemand zu gewagte Vorstöße unternehmen. Dumme Handlungen wie "fanatisches Vorpreschen ohne das der Befehl dafür gekommen ist" wurden nun geahndet.
    Jeder andere "erfahrene" Kommandeur hätte jetzt einfach den Befehl zum Großangriff gegeben. Allerdings schien man tatsächlich...fähige Leute für den Job gefunden zu haben.
    Und das war erstaunlicherweise gut.


    Bisher waren die Anführer hier auf Kronus vergleichsweise kreativ geblieben. Vermutlich war es der eklatante Mangel an schwerem, fahrendem Metall welche für neue Sichtweisen im Kommandostab sorgte. Anstatt ganz einfach heldenhaft und äußerst dumm vorzupreschen, ging man vorsichtiger an die Geschehnisse ran. Es war eine ganze Woche her, dass das Muradmoor vom Chaos überrannt wurde, und bisher schien sich niemand mehr Gedanken darum gemacht zu haben, es zurückzuerobern. Für den normalen inspirierten und aufflammend gehorsamen Anführer wäre dies eine Beleidigung alles Heiligen gewesen.


    Arin fühlte sich beinahe beruhigt. Zumindest solange, bis weiter Knappheit bestand. Wenn das Kriegsmaterial und die Männer fließen würden, dürfte die Sache auch anders aussehen. Aus Soldaten und Schweren Waffen mit Wert wurden dann Zahlen. Ebenso aus Panzern.
    Zahlen, die munter addiert und subtrahiert wurden.
    Dummerweise durften die Offiziere nicht auf 0 kommen.

    [spoil]Yeeeah, man muss den Schulanfang dafür lieben, dass er einen so schön ausbremst:D ich versuche jetzt wieder in regelmäßigen, recht kurzen Abständen zu posten.
    Oh und schreibt Kommentare! Viele Kommentare! Gebt mir gnadenlose Kritik, ob ihr nun in 40K bewandert seid oder nicht :D [/spoil]



    Kapitel VII: Die Wälder Acerias



    Ein trüber regnerischer Tag war es, daran erinnerte er sich. Er glaubte, das Pflaster zu spüren und die Gesichter zu erkennen, die ihn ansahen. Wie er dann mit tausenden von anderen in Formation stand und den Platz zum Raumhafen marschierte...
    An diesen Tag erinnerte er sich gerne obwohl es wenig Sentimentalität gab, wenn man es genau nahm.


    Ein paar Monate vorher, Tielastan.


    Stumm und geradeaus blickend marschierten die frischgebackenen Soldaten die gepflasterten Straßen entlang. zu ihren Seiten hatten sich Unmengen an Bürgern eingefunden, die sie mit starren, betrübten und bisweilen verärgerten und auch abweisenden Blicken beobachteten.
    Keiner der neuen Soldaten hatte Trommelwirbel, einen Blumenregen erwartet. Kein feierlicher Abschied für die Soldaten des Imperiums.
    Um diese recht seltsame Mentalität zu verstehen, muss man damit anfangen, herauszufinden was sie alle wohl vorher gemacht haben.
    Die Antwort ist simpel: Sie gehörten zu den Feldjägerkorps und jagten nach Krootmonstern.
    Obwohl dieser "Beruf" eine hohe Bedeutung auf dem Planeten Tielastan hatte, so musste das nicht heißen dass es auch beliebt war. Insbesondere die Frauen konnten nur die Köpfe schütteln. Ihre Söhne wurden ihnen, angespornt durch reißerische Reden, weggenommen und die Ehefrauen waren wenig erpicht darauf zu erfahren, dass ihre Männer in irgendeinem dunklen Wald zerissen worden waren. Trotzdem verstanden sie die Wichtigkeit des Ganzen, denn sonst könnten viele andere nicht beruhigt in den Städten leben. Die Krootpopulation würde dank der Fauna des Planeten schneller wachsen und so irgendwann auch größere Orte angreifen.
    Die Männer hatten meist nichts dagegen. Väter, die meist ebenso Jäger waren, gaben ihren Söhnen den mentalen Feinschliff, schärften ihnen Praktiken ein und drückten ihnen auch ein ordentliches Lasergewehr in die Hand.
    Mit der Imperialen Armee war es da anders. Bewohner wie die von Tielastan, die sehr weit vom Astronomican und der Wiege der Menschheit entfernt waren, neigten zu einer sehr nüchternen, realistischeren Weltanschauung als die propagandadurchtränkte Auffassung die in den Kernwelten der entsprechenden Segmenten gehegt und gepflegt wurde. Die Menschen hier konnten erstaunlich gut einschätzen, wie hoch der Wert eines imperialen Soldaten war.
    Und das lief auf beiderseitiges Verständnis aus. Die Söhne wurden einfach so in das Universum ausgeschickt, der Ehemann wird mit hoher Warscheinlichkeit nie wieder kommen. Selbst die Männer können darüber nur den Kopf schütteln. Gute junge Männer wurden immer für den Kampf gegen die Kroot gebraucht, sie konnten über die Existenz der gesamten Menschenpopulation des Planeten entscheiden. Und jetzt nahm man sie weg.
    Umso schlimmer, dass viele der frischen Soldaten Freiwillige waren.


    Diese Soldaten waren keine Befreier. Keine Eroberer. Sie waren mal Söhne, Ehemänner, Enkel...
    Jetzt wurden sie wie Fremde beäugt und schienen nur gesichtslose Hüllen zu sein. Was für ein glorreicher Abschied.
    Arin versuchte einfach geradeaus zu schauen, doch sie schienen ihm alle tief in die Seele zu starren, während sich die Formation wieder in Bewegung setzte. Er konnte sich die Gefühle der anderen Soldaten gut vorstellen. So wollte kein Soldat verabschiedet werden.
    Dementsprechend erstaunlich war es, dass eine zarte Hand über die Brüstung langte und eine Sommerblume hielt.
    Arin erschrak und sah zur Seite. Eine junge Frau, die das drastische Gegenteil zum ganzen Rest darstellte, lächelte ihn an. Sie trug ein einfaches weißes Kleid mit Trägern, bei ihren Augen hatte er das Gefühl, dass er genau beobachtet wurde, allerdings nicht auf die kalte Art wie die Anderen. Sie hatte braunes wuscheliges Haar. Daran erinnerte er sich.
    "Warum seid ihr alle so still, wenn sie doch für uns kämpfen? Wir sollten dankbar sein." Sagte sie.
    "Die ihr sind eigentlich für jemand anderen, aber du kannst eine haben."


    Kurz darauf wurde die junge, sonnige Frau von einer Alten, ihrer Mutter oder Großmutter weggezogen und lautstark ermahnt, sie war so frei und hatte die Blume dem schockierten Arin in die Hand gedrückt, die den Gewehrriemen hielt. Er glaubte, sie auch weiter lächeln gesehen zu haben.
    Er hatte nicht erwartet, solch eine sentimentale Seite zu haben. Dies war ein hoffnungsloses Universum mit Millionen von Toten jeden Tag. Das Imperium konnte kleine Teilsiege erringen, aber das ganze Paket abzuräumen war praktisch unmöglich.
    Da war es ganz praktisch sich an etwas zu klammern. An Hoffnung.


    Das dumpfe Brummen und Rattern der Motoren schien sich im Wald zu verlieren. Die 2. Panzerkompanie des 1. Regiments wurde nun in den Südwesten ausgeschickt, um die großen Wälder von Aceria zu erobern.
    Die Bäume von Aceria schienen den Leben auslöschenden Necrons und dem alles korrumpierenden Chaos weiter zu trotzen. Die Idylle ließ die Soldaten ein wenig lax werden.
    Die meisten saßen entspannt auf den weiter vorwärts wälzenden Panzern und selbst die, die zu beiden Seiten der Kolonne gingen, fanden sich in Zweiergruppen ein und unterhielten sich sorglos, während sie ihre zerstörerischen Waffen mit sich trugen.
    Die Anführer schienen sich nichts daraus zu machen. Hauptmann Vash, saß in der Luke seines Leman Russ-Vernichter-Kommandopanzers, den rechten Arm gewinkelt und mit der Faust seinen Kopf abstützend, trank er aus einer Tasse Tee die er in der linken hielt. Einer seiner Offiziere, Arin glaubte er hieß Wrangel, saß an seiner Seite neben dem Kanonenturm, die Füße auf dem Seitenbolter ruhend.
    Arin saß zwei Panzer weiter hinten auf einem Exterminator, einer Leman Russ-Ausführung die mit ihrer Zwillings-Maschinenkanone auch Space Marine Angriffe mit Leichtigkeit zerschlagen konnte.
    Er starrte wie gebannt auf die schmale Phiole die zum Teil mit Wasser gefüllt ist. Die Sonnenblume war darin.
    "Ey...hey? Du hast nicht zufällig eine Zigarre?"
    Ein unrasierter Kerl kam aus der Luke hervor. Sein Grinsen und die schief getragene Offiziersmütze verliehen ihm ein recht heiteres Aussehen.
    Arin hingegen murmelte vor sich hin und starrte das Glasding an. Als er bemerkte, dass er angesprochen worden war und die Worte verarbeitete, sagte er:
    "Rauchen ist ungesund. Schadet der Kondition."
    "Prima Anmerkung Junge, sehr raffiniert, das einem vorgesetzten Offizier zu sagen. Eigentlich ist es ja Lorentz da unten der eine braucht. Was starrst du da eigentlich an?" Fragt er, beide Arme nun auf die linke Seite des Kanonenturms gelehnt.
    Arin drehte sich endlich um und packte die Phiole weg.
    "Nichts weiter als Erinnerungen."
    "Gute?" Fragte der Mann, allen Anschein nach der Panzerkommandant.
    "Schwer einzuschätzen, wenn ichs überleben sollte, werde ich es wohl herausfinden."
    "Hohoh, du hast eine am Haken?"
    Arin zuckte.
    "Was? Nein! Es ist ein wenig kompliziert und verwirrend."
    "Das ist es immer Junge. Das ist es immer. Ist sie weit weg?"
    "Weit genug, um zu wissen, das ihr erstmal nichts passieren sollte."
    "Da macht sich einer Gedanken."
    "Nein. Es ist nicht so, wie sie denken. Ich will sie fragen, was sie zu dieser Geste verleitet hat."
    Er hatte schon oft darüber nachgedacht. Was "Die Sonnige" eigentlich meinte. Die Worte hatten naiv geklungen, aber sie schien zu wissen wovon sie sprach. Es schien mehr um Aufmunterung zu gehen, als um Patriotismus. Trotzdem...was sollte die Sonnenblume bedeuten? Warum gerade er?
    Ach scheiß drauf.
    "Wie schon gesagt. Keine Zigaretten." Sagte er und klopfte erhärtend auf seine Taschen.
    Aus dem Inneren des Panzers kam ein Maulen.
    "Klappe Lorentz! Konzentrier dich auf die Straße." Brummte der Kommandant runter.
    Irgendwo in der Ferne ertönte ein lauter Knall.


    Die Kolonne blieb stehen und der Offizier kramte unter der Luke nach seinen Kopfsprechhörern. Er rückte die Mütze gerade und setzte sich die Hörer auf.
    "Hastings hier. Was ist los Hauptmann?" Fragte er. Ein Gespräch entbrannte. Was folgte war eine Reihe "Sirs" und "Ahahs".
    Er nahm die Kopfhörer ab und legte sie sich um den Hals.
    "Es hat unsere Vorhut erwischt. Sauberer Kopfschuss, unbekannte Herkunft. Na toll, haben wir überhaupt noch Pfadfinder?" Fragte er.
    Hastings bemerkte wie Arin mit den Augen rollte und versuchte, keine Grimasse zu ziehen.
    "Du liebes Bisschen. DU bist einer. Viel Glück Junge, der Geist der Maschine sagt mir das du das brauchen wirst."
    "Tatsächlich? Bisher hatte ich eine Menge Glück."


    Er begab sich eiligen Schrittes zur Spitze der Kolonne, wo mehrere Gestalten um den toten Soldaten standen. Ein anderer Soldat hockte und schien etwas aus dem Kopf herauszufischen.
    "Tja. Scheiße gelaufen." Sagte einer der Stehenden. Ein Offizier.
    "Von wo kam der Schuss? Wer hat geschossen?"
    Einer der Männer entpuppe sich als Sergeant Silas. Er deutete vage nach Nordosten.
    "Irgendwo von dort, Sir. War ein flinker Mistkerl, hat aber eine Menge Sträucher in Bewegung gebracht. Ich konnte ihn nicht vor die Linse kriegen." Der kniende Soldat schaffte es, das Projektil herauszuholen. Er hielt zu Silas hoch.
    "Ahah. Damit sind Eldar oder Tau ausgeschlossen, die verwenden schließlich keine Projektilwaffen."


    "Das ist eine Krootkugel." Sagte jemand hinter Ihnen.
    Das kleine Grüppchen drehte sich um. Silas grinste.
    Einer der Männer, von hochgewachsener Statur und mit einer hohen, roten mit gold verzierten Mütze sah ihn an. Er trug zwar einen Mantel über die Uniform, beschränkte sich aber trotzdem darauf, keinen Gebrauch von den Ärmeln zu machen. Genau die Sorte Offizier, die man immer meiden sollte.
    Ein Kommissar. Er starrte Arin, der die Worte ausgesprochen hatte mit wölfischen Blick an.
    "Ach sooo ist das mein Junge? Haben wir wohl einen Experten hier? Woran erkennst du das?" Fragte er im rauhen, seltsam humorlosen Tonfall.
    Arin kam näher, nahm sich das Projektil.
    "Langgezogene Kugel, nicht sonderlich gut verarbeitet. Ist quasi Handarbeit und man hat wohl örtliche Metalle benutzt. Sowas fertig man nicht in einer Manufaktur an. Außerdem..."
    Er wedelte leicht mit dem Geschoss und deutete auf eine Stelle unter den Spitzen. Kleine Widerhaken waren daran befestigt.
    "Kroot lieben Widerhaken. Wenn Jemand versucht, sowas rauszuziehen, gibts eine Riesenschweinerei, wenn man es nicht richtig anstellt."


    Der Kommissar kam näher, breitete seine rechte Pranke aus und lies sie auf Arins Rücken knallen, der sichtlich zusammenzuckte.
    "Sehr gut! Wir haben wohl einen wahren Meister seines Faches hier! Nun denn, mit solch einem Meister dürften uns wohl keine Missgeschicke mehr passieren!"
    Der Kommissar gab ein Handzeichen zum Kommandopanzer. Hauptmann Vash nickte und das Aufheulen von Motoren deutete darauf hin, dass die Kolonne ihren Weg fortsetzen würde.
    Arin schüttelte den Kopf, während das arme Schwein fortgetragen wurde. Der Kommissar begab sich wieder nach hinten.
    Schon wieder klatschte eine Hand auf seinen Rücken. Diesmal wars Silas.
    "Na? Was denkst du?" Fragte er und nickte zum Kommissar, der sich auf einen Panzer hinter Vashs setzte.
    "Arschloch. Gleiche Sympathie, die Gnadenlosigkeit und Machtgier vertuschen soll. Arschloch."
    Silas neigte den Kopf nach hinten und begann zu lachen. Varen und Mort stiegen weiter hinten ab und schickten sich an, die bisherige "Pfadfindereskorte" abzulösen. Welch undankbarer Job. Aber wenigstens wurde er von aufmerksamen Männern begleitet.
    Viel wichtiger: Männer, die er kannte. Sowas konnte Leben retten. Man sollte nicht viel Sympathie erwarten, wenn man als Valhallaner mit Tallarnern ausgeschickt wurde. Oder umgedreht. Oder als Harakoni mit Elysianern unterwegs zu sein....
    Es gab immer Rivalitäten, und da sich jeder bewusst war, dass es tausende zu Millionen von Ihnen gab, wars sicher kein Verlust, wenn eine unliebsame Person das Zeitliche segnete.
    Deswegen war es immer praktisch, mit Leuten unterwegs zu sein, die man kannte, oder die sich nicht durch planetare beziehungsweise regimentsbedingte Rivalitäten aufhalten ließen. Cadianer und Tielastaner schienen sich gut zu verstehen.


    Mürrischen Schrittes ging er also voran. Die gute Stimmung hatte sich jedenfalls gelegt. Dies waren mit Sicherheit keine normalen Krootstämme. Er hatte schon eine Menge Kroot-Fabrikation gesehen und konnte somit gut unterscheiden, ob das Ding in "Heimarbeit" zusammengezimmert worden war, oder ob bestimmte, blauhäutiger Verbündete ihren Beitrag zur Metallarbeit geleistet hatten.
    Verdammte Tau. Verdammte Kroot.


    "Hey Sarge?" Fragte Mort plötzlich. Er versuchte zu flüstern, was sich wie ein Räuspern anhörte.
    "Was willst du?" Erwiderte Silas während er sich eine anzündete.
    "Sie wissen ja immer so eine Menge. Haben Kontakte und so. Von wo kommt eigentlich die ganze Kriegsmaschinerie her?" Und deutete mit den Daumen nach hinten.
    "Hab gehört, dass die Imperiale Flotte einen Erfolg hatte. Die Versorgungslinie ist zwar fragil, aber jetzt haben wir endlich die ersten schweren Lieferungen gekriegt. Angeblich soll sogar ein weiterer Baneblade dabei gewesen sein."
    "Noch einer?"
    "Noch einer. Die Faedor, wie ich hörte."
    "Faedor? Wer oder was zum Geier ist Faedor?"
    Varen lachte."War ja klar, der kleine Cadianer weiß es nicht. Faedor war ein berühmter tielastanischer Jäger. Großwildjäger, wie er selber bescheiden sagte. Nun, eigentlich war er verrückt und außerordentlich fähig. Er war dafür berühmt, Große Knarlocs zu jagen."
    "Jagen? Soll das ein Witz sein?"
    "Nein. Als Junge soll er sich auf Kroothunde und Krootgeier eingeschossen haben. Furchtbare Raubtiere. Ein weniger bekanntes Gerücht erzählt davon, dass er von Eldar-Rangern trainiert worden sei, aber die Legende hat es nie über den Planeten hinaus geschafft. Dann hätte man ihn nur posthum gebrandmarkt. Seine Taten machten ihn aber berühmt und so wurde er natürlich schnell in die Armee eingegliedert.
    "Und weiter?" Fragte Mort während er an seiner Waffe rumfummelte.
    Wo er während der Schlacht auf den Tyrokfeldern den gesamten Führungsstab der Volscani aus den Schatten heraus abgeknallt haben soll. Beinahe hätte er auch General Klief erwischt, doch der wurde wenig später mit der Regimentsstandarte des 8. Cadia von Jarran Kell aufgespießt.
    In den Kämpfen gegen die Tyraniden soll er Carnifexen die Augen herausgeschossen und in den Randwelten der Tau-Septen erfolgreich gegen die berühmten Geist-Kampfanzüge vorgegangen sein. Ein Einzelgänger, aber ein brillianter Schütze. Verrückt war er dahingehend, weil er sich meist an die großen Sachen herantraute, und nur mit mürrischem Knurren kleinere Ziele erschoss. Der Mann war gierig nach großen Zielen. Beobachtete oft tagelang das Verhalten seiner Beute, wie es in einer Schlacht agierte. Nur um es später abzuknallen. Er soll eine Menge Trophäen gehabt haben.
    Ein Baneblade war eben genau das. Ein Großwildjäger, wenn auch nicht so unauffällig wie Faedor selbst. Aber stark genug um auch die größten Ziele zu Fall zu bringen. Faedor hätte sich sicher darüber gefreut...wenn er letztendlich nicht doch von seiner liebsten Beute, dem Knarloc, geschlagen worden und im Magen eines solchen Monsters gelandet wäre." Beendete Varen seinen Vortrag. Silas gab geistesabwesend Beifall.



    "Die Kolonne hinter uns ist quasi alles, was bei der letzten Lieferung eingetroffen ist. Nur Faedor hält sich noch in Victory Bay auf. Es sind zwar zwei Baneblades, aber die werden mit Adleraugen behütet und werden nur in Notzeiten losgeschickt."
    "Ha. Wann ist diese Notzeit? Wenn wir alle tot sind und der Feind bei Bay anklopft?"
    "Sowas in der Art."

    Jetzt beleidige nicht meine Oma und meinen Opa Herr Schatten.


    Ansonsten war das von Hakan wohl nicht so wirklich ernst gemeint.


    Also ruhig.


    Steht irgendwo in dem Beitrag, dass das direkt gegen Hakan gerichtet ist? :lehrer:


    Nein, eben nicht.


    Hör auf zu trollen, Hakan. Ich bin dir sehr verbunden. Danke. :facepalm:


    Wenigstens einer der hier mal ernst bleibt.

    [spoil]Joooo, lange kein Kapitel mehr. :D Dafür gibts heute extra lang. [/spoil]


    Kapitel VI: Ulthwé


    Es war ein stürmischer, kalter Tag, weit oben in den zerklüfteten, verschneiten Bergen von Tyrea und die Orks und Khornaten bekämpften sich bis aufs Blut.
    Äxte prallten aneinander, Munition wurde verschossen und es wurde gegröhlt. Die abartige Kälte spielte da keine Rolle. Der plötzliche Tod spielte keine Rolle.
    Und der Mangel an Sicht aufgrund von meterhohen Schneewehen spielte auch keine Rolle, wobei, er schien die Kämpfer noch wütender zu machen, weil sie so kaum zum nächsten Opfer übergehen konnten.
    Und inmitten des Gemetzels schien eine übergroße Konservendose zu stehen. Sie stand auf zwei mehr oder minder rechtwinkligen Beinen die wiederum auf x-förmigen Füßen aus Eisen ruhten. Schlanke wenn auch krude Arme ragten zu den Seiten empor, die eine endete in einer ähnlich malträtiert aussehenden Klaue, die andere in einer übergroßen Kreissäge.
    Der Orkkillabot, logischerweise in rot angestrichen, weil das schließlich schneller machte, packte einen weiteren Khorne-Berserker und rammte die stetig rotierende Kreissäge in den Menschenleib. Funken sprühten, als die Servorüstung langsam aufgerissen wurde und das Blut spritzte und quoll hervor, während der Mensch versuchte auf die Kreissäge einzuschlagen.
    Schließlich riss die Kreissäge den Space Marine entzwei.
    Blut, Eingeweide und der traurige Rest eines weiteren Kämpfers landete im Schnee, dass sich schon lange rotgefärbt hatte vom Ork- und Menschenblut. Der Killabot setzte sich in Bewegung, aufgrund der reichlich kuriosen Anatomie seiner Extremitäten sah es eher so aus, als würde er hin und her watscheln. Es bestand Zweifel, dass das irgendeiner bei solch einer großen Kreissäge lustig fand. Besonders nicht dem Zerfleischerdämon, der sein Schwert wirkungslos in den Metallkörper rammte und dessen Schädeldecke mit der Kreissäge aufgerissen wurde.
    Wie...unzivilisiert.


    Naja gut, es war seinen Ränken zu verdanken, dass die Orks und Diener des verruchten Chaos erst aufeinanderstießen, auch wenn ihm die taktischen Informationen noch nicht bekannt waren. Und so primitiv dieser Anblick auch wirken mag, es gefiel Andaris einfach. Wenn andere sich schmutzig machten und wenn man mit den prüderen seiner Krieger stille Wetten abschließen konnte, wer wohl gewinnen möge, bis diese sowieso sterben würden.
    Alle sahen sie dem Gemetzel zu, in sicherer Entfernung. Die Gardisten, die Andaris zugewiesen worden waren, die Crewmitglieder der Antigravpanzer die verborgen im Schnee lagen und auch einige der soeben zurückgekehrten Ranger.
    Bis auf Elidan. Dem Pfadfinder.
    Es war recht ungewöhnlich, dass Neulinge auf dem Pfad der Ausgestoßenen von einem Pfadfinder begleitet worden. Die meisten zukünftigen Ranger gingen alleine in das große Universum hinaus um zu Beobachten und zu lernen. Natürlich steigerte es die Fähigkeiten enorm, von einem Pfadfinder geleitet zu werden und ebenso konnte man sich sicher sein, dass besagte Beschreiter dieses Pfades auch zurückgekehrten, aber es entsprach nicht der eigentlichen Bedeutung.
    Zum jetzigen Zeitpunkt war das aber irrelevant. Elidan saß nach vorne gebeugt auf einem Felsen, vielleicht auch einem Eisklotz. Der Kolben seines schlanken Gewehrs ruhte an seiner linken Hand.
    "Was hat es hiermit genau auf sich, Elidan."
    "Die Khornaten-Chem-Pan-Sey die ihr hier seht, gehörten definitiv dem "Dunklen Kreuzzug an", wie die Invasion des Chaosgenerals Eliphas auch bezeichnet wird. Sie schienen allerdings nicht damit zufrieden gewesen zu sein, dass die Hexer die dem "Großen Ränkeschmied" angehören, Eliphas davon überzeugen konnten, sofort anzugreifen. Sie wissen ja, wie World Eaters auf so etwas reagieren."
    Andaris nickte.
    "Die Orks?"
    "Der Kriegshäuptling schien früher einmal der Waaaghboss von Kronus gewesen zu sein, bis Gorgutz Kopfjäger die Regie des Krieges übernahm. Er fand sich nicht damit ab und zog Richtung Norden."
    "Also sind die Gerüchte wahr? Es ist wirklich Gorgutz?"
    "Gorgutz von Lorn V. Er war es, der uns schließlich den Kampf gegen das Chaos endgültig ersparte und Crull persönlich erschlug und ihm seines Kopfes beraubte."
    "Ich kenne Gorgutz, Elidan. Ich kenne ihn nur zu gut. Die Runenprophetin wird von dieser Botschaft nicht begeistert sein."
    "Vermutlich hat sie es bereits vorhergesehen, Runenleser. Der große Ork schafft es immer wieder."
    Andaris schüttelte amüsiert den Kopf."Er ist der schlimmste Ork, dem ich je begegnet bin. Es ist nicht einfach so, dass er über alle Maßen dämlich oder anderweitig inkompetent ist. Es ist einfach nur so, dass er gerissen ist, eine unglaubliche Menge Glück parat hat und, und sie können mir glauben, hier streiten sich bei mir die Geister...wirklich intelligent zu sein scheint. In kürzester Zeit formiert er die zerstrittenen Orks auf Lorn V und geht eine temporäre Allianz mit dem Chaos ein. Es waren nicht nur die Necrons, die uns dann zum Bündnis mit den Menschen zwangen. und als Crull's Chaoshorden ihren Zweck erfüllt hatten, wurden sie von Gorgutz Waaagh niedergemetzelt. Nach Lorn V hatte ich angenommen, dass die Necrons ihn vernichtet haben, stattdessen taucht er unter, verprügelt Waaaghbosse von hier bis zum Ende des Lithiesh-Sektors und landet unversehens auf Kronus."
    "Sehr viel Charisma für einen Ork."
    "Zuviel Charisma, wenn ihr mich fragt. Er ist quasi der zweite Ghazkull. Wie auch immer, unsere Operationen dürfen nicht durch primitive Grünhäute gestoppt werden, was ist euer Vorschlag?"
    "Schnell zuschlagen und noch schneller wieder verschwinden."
    "Wohlan denn." Er ließ sein Schwert kreisen, seine Untergebenen, die gerade noch eins mit dem Schnee waren standen auf, überprüften die Waffen und gingen in Formation über. Die Falcon-Antigravpanzer erwachten zum Leben und stiegen aus dem Schnee. Luken öffneten sich und Gardisten stiegen in die Fahrzeuge.


    Mit einem leichten Ruck erhoben sich die Falcons weiter und schwebten in aller Ruhe über die Klippen, die sind von der Schlacht trennten. Niemand sprach, denn es gab nichts mehr zu sagen. Die Worte waren vorher schon ausgesprochen und es wurde Zeit für das nötige Blutvergießen.
    Mit einem leichten Ruck spürten die Anwesenden die Landung und in aller Stille, die während solch eines Gemetzels möglich war, entstiegen sie den Antigravpanzern.


    Optische Erkennung war durch den Sturm praktisch unmöglich, aber wer über Hochleistungszielgeräte verfügte, der brauchte sich um sowas nicht zu kümmern. Grün wurden die Gardisten vor ihm angezeigt. Während die meisten ihre Shurikenkatapulte, schlanke, lange Waffen, welche von dem rundlichen Kolben bis zur schmalen Mündung immer feingliedriger zu wirken zu schienen. Einige andere aber holten Kettenschwerter und Shurikenpistolen heraus. Die Schwarzen Gardisten der Eldar waren eine Besonderheit unter sich. Eigentlich ist jeder Eldar, selbst wenn er einen noch so philosophischen Weg beschritt, im Kampfe ausgebildet und konnte in Stunden der Not als Gardist dienen. Die Schwarzen Gardisten des Weltenschiffs Ulthwé aber waren ein stehendes Heer, zu jeder Zeit bereit und in vielen Aufgabenbereichen in der Schlacht tätig. Diese recht ungewöhnliche Aufstellung kam aber auch nicht von ungefähr. Ulthwe hatte schon immer mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Aspektkriegern, also Kriegern, die sich einem bestimmten Pfad des Krieges verschrieben, zu leben. Elitekämpfer wie die Banshees, die Schwarzen Khaindar oder die Skorpionkrieger. Natürlich existierten auf Ulthwé alle Richtungen, was beneidenswert war, aber es war das hohe Maß der Schwarzen Gardisten, die die Entscheidung brachte. Eine gestählte Truppe.


    Es waren weder Befehle noch weitere Gestiken notwendig. In aller Stille, reformierte sich die Truppe. Die Sturmgardisten formten eine lockere Linie, mit je zwei normalen Gardisten zwischen Ihnen, die Schusswaffen im Anschlag. Andaris blieb weiter hinten um so nicht nur psionisch, sondern auch optisch die Kontrolle zu behalten. Während er schon fast hockend rannte, summte sein zweischneidiges Schwert hin und her. Eine typische Hexenklinge, nach seinem Wille geformt, geschmiedet.
    Die psionischen Präsenzen seiner Feinde konnte er spüren, wenn auch nicht sehr präzise. Die Chem Pan Sey des Chaos waren durchflutet von Gedanken des Wahns und der Zerstörung, die Khorne Berserker gaben nicht allzu viel darauf, ihre Waffen abzufeuern, sondern schleuderten sich gerade wegs in die Schlacht. Erstaunlicherweise waren die Orkpräsenzen viel klarer. Die Quelle ihrer psionischen Kräfte, wenn man es so ausdrücken möchte, hatte Andaris schon immer fasziniert. Der bloße Wille und die Vorstellungskraft eines Orks war stark genug, um selbst unmögliche Gerätschaften zum Laufen, und Gewehre, deren Inhalt aus ein paar Schrauben und einem Gummiband bestand, zum Schießen zu bringen. Sie waren deswegen so gut erkennbar, weil die Gedanken nun komplett auf das Kämpfen umgeschaltet waren und sich nie mit dem Gedanken befasste, was man nach dem verstörenden Gemetzel alles essen konnte, wie es Andaris auch schon erlebt hatte.


    Schließlich waren sie nahe genug dran und hatten einen Hügel überwunden. Direkt vor dem Hügel runterzugehen war nichts weiter als eine Vorsichtsmaßnahme, um den Angriff noch weiter zu verschleiern.
    Die roten Silhouetten seiner Feinde erschienen ihm auf dem HUD seines Helms. Die Sturmgardisten schlossen enger, griffen zu Plasmagranaten und warfen diese geradewegs in das Getümmel. Lichtblitze versuchten sich ihren Weg durch den Blizzard zu bahnen, um auch den Rest des Schlachtfelds zu erhellen. Viele der Silhouetten verschwanden komplett oder zerteilten sich, was die Effektivität der Granaten weiter verdeutlichte.
    "Der Adler ist gelandet, Falke. Beute vernichten." Meldete Andaris.


    Daraufhin erhoben sich die zurückgelassenen Falcons erneut und landeten 50 Meter östlich von der derzeitigen Postion der Gardisten und eröffneten das Feuer mit Sternenkanonen. Morgensternförmige Kugeln bloßer Energie rasten durch die Wehen und zerteilten nachrückende Gegner. Ebenso wurden die montierten Shurikenkatapulte abgefeuert um den Feind zusätzlich zu unterdrücken.
    Was Andaris ganz vergessen hatte, war den Bot der Orks zu berücksichtigen, mit Hechtsprüngen warfen sich die Gardisten zur Seite. Andaris war leider nicht so schnell und wurde von der Faust die direkt vor ihm einschlug zu Boden geworfen.
    Der Killabot erhob sich direkt vor ihm. Geschosse so fein wie Nadeln krachten in den Rumpf. Die Shurikenkatapulte der Gardisten waren nicht auf solch schwere Panzerung ausgelegt. Unbeirrt ließ die Kriegsmaschine die Säge aufkreischen und schickte sich an, diese in Andaris zu vergraben.
    Der auf dem Rücken liegende Andaris spürte die Gefahr sofort. Er sammelte soviel Energie, wie er in seinem verwirrten Zustand nur konnte. In dem Augenblick, als die Säge herabschnellte, hielt er seine Hand entgegen und streckte die Finger aus. Wellen weiß-silbriger Energie schwappten über und das rotierende Objekt schien diese problemlos zu durchschneiden.
    Dann allerdings verlangsamte sich der Schlag und die Säge kam direkt über ihm zu stehen. Andaris setzte soweit auf wie er konnte und machte einen routinierten Rückwärtssalto, noch während der Killabot sich wandte und versuchte, die Hauptwaffe aus dem unsichtbaren Griff zu befreien.
    Eine der Falcon-Panzer nutzte diese Gelegenheit, um eine Krak-Rakete abzufeuern, die sich in den Rumpf bohrte. Ein glucksendes Lachen kam aus dem Bot, scheinbar war der Pilot der Ansicht, dass das Ding ein Blindgänger wäre.
    Die wahre Erkenntnis kam zu dem Zeitpunkt, mit dem die Rakete die Maschine in tausende Teile zerfetzte.


    Wenig später hatten sich die Schwarzen Gardisten auf dem Hügel versammelt, von wo aus sie ihren Angriff starteten. Der Sturm legte sich langsam, wodurch sie klare Sicht bekamen. Das galt zwar auch für die Menschen und Orks, die sich kurzerhand entschlossen, auf die Eldar einzustürmen, aber das änderte jetzt auch nichts. Nadelgeschosse regneten die Abhänge hinunter und durchlöcherten Orkhaut wie Servopanzerung zu gleich. Das blutige Werk war getan.
    Zweck dieser Operation war nicht tumbes Blutvergießen. Weiter im Süden und Osten tobten immer noch Schlachten. Man hätte diese Schlachten schnell und effizient lösen können, aber warum sich selbst schmutzig machen und Kriegsmaterial vergeuden?
    Es ging hauptsächlich darum, dass noch recht spärliche Warptornetz zu schützen, dass sich in fast ganz Tyrea ausbreitete, der Leistungen der Kristallsänger zum Dank. Die Portale wurden zwar gut getarnt, doch die Zerstörungskraft beider feindlicher Seiten hätte die Effizienz stark beeinträchtigen können und beim Prinzip des Schnell Zuschlagens und wieder Verschwindens konnte man nie effizient genug sein. Vorallendingen waren es die Khornaten, die mit ihren barbarischen Ritualen das Warptornetz störten.
    Damit hätte sich die Sache wohl erledigt.


    Wenig später fand sich Andaris auch schon auf der Vision von Lilieth wieder. Dummerweise war Kronus vom Netz der Tausend Tore abgeschnitten, weswegen man ein Expeditionskorps und ein Kriegsschiff abstellen musste, um das ganze überhaupt in Gang zu bringen. Glücklicherweise wurden diese Probleme damit gelöst, das drei große Warptore in Tyrea, dem derzeitigen "Hauptquartier" der Eldar auf Kronus, errichtet wurden.
    Die Vision war eines der wenigen noch verbliebenen Schlachtschiffe der Typhoon-Klasse. Enorme Kriegsschiffe wie diese gibt es eigentlich nicht mehr, die alten, glorreichen Zeiten in denen monströse Raumschiffe, wie die Weltenschiffe selbst, noch in hoher Zahl existierten, sind vorbei. Eine Typhoon ist ein dermaßen seltener Anblick, dass die meisten Völker diese Klasse schon längst vergessen haben.
    Derzeit wandelte Andaris etwas gedankenverloren in der Kristallhalle. Sie hatte die gleiche Funktion wie der Kristalldom eines Weltenschiffs. Hier wurden die Seelensteine verstorbener Krieger gespeichert. Während die hierdurch gesammelten Seelen im Kristalldom dazu da waren, den Gott der Toten Ynnead zu erstarken, so sind die "Bewohner" einer Halle mehr temporärer Natur. Eldarkrieger dürfen sich, auf freiwilliger Basis, dazu verpflichten, auch nach dem Tod in Form eines Phantomkriegers oder gar eines Phantomlords weiterzukämpfen, welcher mit solch einem Seelenstein betrieben wird.
    Zumindest ist das hier auf der Vision von Lilieth eine mehr oder minder natürliche Praktik. Tatsächlich empfinden viele das Benutzen von Geisterkriegern als Sakrileg. Die Seelensteine werden aus der Unendlichkeitsmatrix gerissen und damit ihrer Ruhe gestört. Es ist ein Übel, zu dem man nur in höchster Not greift.


    Vor kurzem allerdings fand man, da die Zeiten der Eldar schon immer in Not wären, auf Ulthwé eine simple Lösung. Den Cybots der Space Marines nachempfunden, kann sich ein Krieger dazu verpflichten, ob er seine Seele im Zeiten des Kampfes für die nächste Schlacht hergibt und in Zeiten des Friedens in der Matrix ruht, oder ob er seine Seele, wie sonst üblich, komplett der ewigen Ruhe überlässt.
    Da dies erst vor kurzer Zeit geschah musste ein großer Teil der Vision umgebaut werden. Während Andaris auf einem schmalen Pfad in der silber und weiß leuchtenden Dreieckigen Halle wanderte, beobachtete er die Kristallsänger, die scheinbar im Nichts schritten. Immer dann, wenn ihre Füße in die Leere zu reichen schienen, bildeten sich Netze aus kleinen Phantomkristallen. In aller Seelenruhe stapften sie in der Halle umher und spielten Musik, was zur Verformung von Phantomkristallen führte und der Halle den letzten Schliff gab.


    Er war auf dem Weg zu einer kleinen halbrunden Plattform, die ebenso im Nichts zu schweben schien. Direkt vor der Plattform war eine Statue für den legendären Autarchen Eldrad Uthran erbaut worden. Und direkt vor dieser Statue meditierte seine Vorgesetzte.
    Die Runenprophetin Taldeer.