Beiträge von IWST

    Im Grunde ist es aber unerheblich ob man eine Demokratie, Diktatur oder was dazwischen ist. Das einzige Kriterium ist es eine der fünf Siegermächte zu sein.

    Was die Volksrepublik eben nicht ist, ihr Beitrag zum Sieg war geringer als der von Polen oder Jugoslawien.
    Es war die Armee der Republik China, und die ist nach dem Bürgerkrieg nach Taiwan geflüchtet.

    Aber wie gesagt, der Sicherheitsrat ist das eine, das andere ist der Umstand, dass man hier einen Staat, der eine größere historische Legitimation hat, alle Kriterien eines Staates erfüllt, und fast 24 Millionen Menschen repräsentiert, aus der UNO geworfen hat, weil ein anderer, Staat, der gerade erst 15-55 Millionen Menschen ermordet hatte, sein Territorium beansprucht (aber zum damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, diese Ansprüche durchzusetzen).

    Bürgerkrieg und Separatisten schließen sich nicht aus.


    Wenn das Königreich Frankreich eine stärkere Demokratische Legitimation hätte als die Republik, und nach wie vor Korsika und die Bretagne, aufgrund von Millionen vor dem Terror der Jakobiner Geflüchter mit 24 Millionen Einwohnern, kontrollieren würde: Ja, dann wäre eine solche Republik Frankreich kein legitimer Nachfolger, und wenn überhaupt, sollte sie nur neben, und nicht statt dem Königreich in der UNO sitzen.


    Taiwan war zu Beginn eine Diktatur, allerdings keine so totalitäre wie China, als die Republik noch das Festland kontrollierte gab es z.B. Wahlen, und hat auch keinen Massenmord an 15-55 Millionen Chinesen verübt.

    Kein Nachfolgestaat, eine Separatistenbewegung, die den Großteil des Landes erobert hat.

    Dass man die Volksrepublik aufgenommen hat, verstehe ich, ja, aber dass man die Republik hinausgeworfen hat, die auch mit dem verbleibendem Land und der verbleibenden Bevölkerung noch größer als die meisten UN Mitglieder war, das ist es, was ich verurteile.


    Warum Taiwan kein Veto einlegen konnte: In Mitgliedschaftsfragen entscheidet die Generalversammlung. Und zwar mit einfacher Mehrheit.
    Dh wenn sich eine Mehrheit findet, könnte man die BRD aus der UNO werfen und den deutschen Sitz an die Reichsbürger übertragen.

    Die Begründung für die Übernahme des sowjetischen Vetos durch Russland: Quasi Gewohnheit, Russland hat die Nachfolge beansprucht, und in der Generalversammlung hat sich keine Mehrheit gefunden, es einem anderen Nachfolgestaat zu übertragen.

    Ist zwar jetzt bisschen arg Off Topic, aber der Volksrepublik China das Vetorecht zu geben macht schon Sinn.

    Aus welchem Grund machte es Sinn, die Republik China auszuschließen, und die Volksrepublik nicht nur aufzunehmen, sondern ihr ein Vetorecht zu geben?

    - Bei der Gründung der UNO war es vorgesehen, dass die wichtigsten Siegermächte des 2. Weltkriegs einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat/Vetorecht bekommen. Aus der Perspektive hatten Jugoslawien und Polen eher einen Sitz verdient als Rotchina.
    - Atomwaffen? Zum Zeitpunkt der Resolution war Israel bereits Atommacht, und ein paar Jahre später kamen Indien und Pakistan hinzu.
    - Bevölkerung? Warum hat Indien als bevölkerungsreichstes Land der Welt kein Vetorecht?
    - Wirtschaft? 1971 hatten die BRD, Japan und Italien eine größere Wirtschaft als die Volksrepublik China. Die Republik China hatte ca. die Hälfte der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik.
    - Unvereinbarkeit? Sowohl Nordkorea als auch Südkorea sind Mitglied der UNO, ebenso die diversen Nachfolgestaaten Jugoslawiens.

    Das einzige, wo die Volksrepublik China damals führend war, war Massenmord an der eigenen Bevölkerung.

    Meinem persönlichen Empfinden nach war diese Resolution ein unverzeihliches Verbrechen, und eine Schande für alle, die mit Ja gestimmt haben.

    Eine gewisse Daseinsberechtigung hat die UN durchaus, gerade über viele ihrer Teilorganisationen, mittlerweile haben sich aber ziemlich viele Probleme angestaut.


    Für den Nahostkonflikt relevant natürlich die UNRWA und der Umstand das laut UN Menschenrechtsrat Israel für 60% aller weltweiten Menachenrechtsverletzungen verantwortlich ist.

    Der Generalsekretär wiederum hat mit seiner Behauptung, der Gazakrieg wäre der tödlichste seiner Amtszeit entweder gelogen, oder er ist so von Israel besessen, dass er übersehen hat, dass es während seiner Amtszeit auch den Krieg in der Ukraine und in Äthiopien gibt.


    Oder dass die Generalsversammlung eine Schweigeminute für Kim Jong IL gehalten hat.


    Dann die Anerkennung oder eben nicht-Anerkennung bestimmter Staaten, etwa der Republik China/Taiwan (war Gründungsmitglied, sogar mit permanentem Sitz im Sicherheitsrat wurde aber von der Generalsversammlung aus der UNO geworfen) oder Somalilands.


    Der Sicherheitsrsat wiederum hat das Problem mit dem Vetorecht.


    Aber auch andere Organisationen sind massiv durch die strukturelle Mehrheit korrupter Diktaturen in der UN komprimiert. Z.B. Die WHO, die bei Covid massiv versagt hat, weil sie sich von der VR China hat kaufen lassen, oder die häufigen Korruptionsskandale bei UNICEF.

    So ziemlich alle Handlungen treffen nachweislich auf das aktuelle israelische Vorgehen zu, mit Ausnahme von vllt den Punkten "d" und "e". Fairerweise ebenso auf das Massaker der Hamas, so ist es ja nicht. Das Schwierig liegt bei der Nachweisbarkeit der Absicht. Hierbei ist die Beweislage mittlerweile allerdings erdrückend, verstehe nicht so Recht, wie man das so geflissentlich ignorieren kann.

    All die Punkte stehen und fallen mit dem Vorsatz diese Akte mit dem Ziel der Vernichtung einer Bevölkerungsgruppe durchzuführen.


    Und hier ist die Beweislage insofern klar, als Israel dies explizit nicht anstrebt. Wäre dies der Fall, gäbe es seit 1968, spätestens aber seit Ende Oktober 2023 im Westjordanland und Gaza keine Palästinenser mehr.
    Dann wären auch keine 227 israelische Soldaten im Gazastreifen getötet worden, sondern 0.
    Die israelische Überlegenheit an Feuerkraft und strategische Faktoren wie der Umstand, dass Gaza sich ohne fremde Hilfe (inklusive Hilfe von Israel) selbst weder mit Wasser noch Nahrung versorgen kann, hätte es den Israelis ziemlich einfach gemacht, einen Genozid durchzuführen, wenn sie das gewollt hätten.

    Bei der Hamas ist es genau umgekehrt, man hat am 7. Oktober gesehen, was sie in den Gebieten macht, in denen sie kann, wie sie will, abgesehen davon, dass sie die Vernichtung der Juden in ihrer Gründungscharta hat.
    Mit fiele keine im Parlament vertretene israelische Partei ein, die in ihrer Gründungscharta die Vernichtung aller Araber oder auch nur Palästinenser stehen hätte (ok, es gibt Extremisten, die sie gerne vertreiben würden. Das wäre zwar ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber immer noch kein Völkermord.)

    Das war Israel, zumindest was das Fundament betrifft. Wurde vom ehemaligen Premierminister Ehud Barak in einem Interview zumindest erwähnt, der sollte es aber wissen. Die Hamas hat den Tunnelbau natürlich vorangetrieben über die Jahre, war vor 14 Jahren laut dieser Kurzreportage auch quasi eine der wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Grunde genommen hat sich Israel hier den Grundstein für viele fatale Entwicklungen gelegt, wie auch bei der Hamas.

    Einen israelischen zivilen Luftschutzbunker mit den rein militärischen Tunneln der Hamas zu vergleichen ist schlicht Chuzpe.

    Dieses Argument wird gern öfters ins Feld geführt, entbehrt mittlerweile allerdings an Grundlage. Mag sein, dass von der Hamas in der Vergangenheit hier und da Zahlen frisiert wurden, im aktuellen Konflikt gibt es dafür allerdings scheinbar keine Anzeichen. Im Gegenteil, die Zahlen dürften tatsächlich eine Unter- als Übertreibung sein (nachzulesen hier& hier).

    Bei den geschätzten Zahlen von Euro-med Monitor werden auch unter Trümmern verschüttete bzw Vermisste miteinbezogen, weshalb die Zahlen höher sind als die offiziellen des Gesundheitsministeriums. Haben die übrigens auch unten in Ihrer Grafik stehen.

    Es geht um diesen Konflikt.

    Beim Angriff aufs Al Ahli Krankenhaus sprach die Hamas von 500 bis 800 Toten.

    Die Bilder vom Ort des Einschlags beweisen aber eindeutig, dass diese Zahl frei erfunden ist, da war ein Parkplatz mit einem fußgroßen Krater, einer Hand voll ausgebrannter Autos und ein paar geborstenen Scheiben.

    Den Artikel vom Standard kenne ich, das ist eine Übersetzung eines Artikels eines palästinensischen Journalisten aus Ramallah, dessen Argumente massive Löcher haben.
    Der Lancet Artikel bezieht sich auf vergangene Kriege, und Berichte der von der Hamas unterwanderten UNRWA.

    Die Rechnung geht nur auf, wenn es tatsächlich 12k getötete Terroristen wären. Angaben der IDF sind hierbei mittlerweile ebenso mit Vorsicht zu genießen, haben sich mit dem Streuen fragwürdiger Informationen mittlerweile auch nicht mit Ruhm bekleckert. Allerdings haben selbst Vertreter der IDF (am Ende des vorletzten verlinkten Artikels) eine Zahl von 1:2 genannt, wonach praktisch jeder getötete Mann anscheinend als Terrorist eingestuft wird. Gut, ist noch von Dezember, wäre allerdings ein steiler Anstieg, wenn die Quote an mutmaßlich getöteten Terroristen dermaßen ansteigt.

    Die IDF sind um ein Vielfaches glaubwürdiger als die Hamas oder irgendwelche palästinensischen Lobbyorganisationen.
    Der Anstieg des Anteils getöteter Terroristen kann übrigens auch daran liegen, dass mittlerweile weniger Zivilisten durch palästinensische Raketen umkommen, während gleichzeitig die IDF aufgrund des abklingenden Raketenbeschusses weniger Zeitdruck hat, und nach und nach die Maßnahmen zum Schutz der Zivilisten, von denen mittlerweile mehr aus den stark untertunnelten Gebieten evakuiert wurden, verbessern kann.

    Allerdings ist es perfide, wenn Israel die Opfer bewusst in Kauf nimmt und dies mit dem Hinweis auf menschliche Schutzschilde rechtfertigt.

    Perfide ist das Verwenden menschlicher Schutzschilde.
    Angriffe auf militärische Ziele sind schlicht Krieg.
    Und wie erwähnt, kommen in anderen Kriegen, die im urbanen Raum ausgetragen werden, deutlich mehr Zivilisten pro Kombattanten zu Schaden.

    Zum zweiten Punkt gibst du die Beschlüsse arg verkürzt wieder, je nach Quelle wurden Maßnahmen seitens Israel wenn, dann nur mangelhaft durchgeführt, wenn nicht gar eine Verschlechterung der Lage eingetreten ist

    1-2: Wie erwähnt begeht Israel keinen Genozid, diese Punkte sind also erfüllt
    3: Hier wurden Maßnahmen gesetzt, die, so weit ich das sehe, auch Wirkung gezeigt haben, die Extremisten sind mittlerweile leiser (wobei israelische Gerichte auch zuvor schon immer wieder mal jüdische Extremisten wegen Verhetzung angeklagt und auch verurteilt hatten)
    4: Hier wurden Maßnahmen gesetzt, die Anzahl der Hilfs-LKWs ist deutlich angestiegen, mittlerweile knapp 200 LKWs pro Tag. Gestern waren darunter 83 LKWs mit Nahrungsmitteln, die 1775 Tonnen Lebensmittel nach Gaza brachten. Laut World Food Programm benötigt man für die Notversorgung von Geflüchteten zwischen 9 und 10 kg Nahrungsmittel pro Kopf im Monat. Also 0,3-0,34 kg pro Tag. 2 Millionen durch 0,34 sind 680 Tonnen pro Tag. Das Volumen an durchgelassener Nahrung sollte also an sich ausreichen, um eine Hungersnot zu vermeiden. Allerdings nur dann, wenn die Lieferungen nicht von der Hamas gestohlen werden, was, wie durch Videos und Augenzeugen hinreichend belegt ist, leider der öfteren vorkommt.
    5 und 6: Habe bisher keine Vorwürfe gehört, dass Israel gegen diese Punkte verstoßen hätte.

    Nach knapp 4 Monaten und geschätzt ca 35k Toten (inklusive jenen die unter Trümmern vermutet werden), kann man denke ich Bedenken bzgl. Verhältnismäßigkeit äußern

    Selbst die Hamas, die mehrmals dabei erwischt wurde, wie sie die Zahlen manipuliert hat, redet nur von 28.000.

    Ist zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Zahl der Toten sich nach Kriegsende als höher herausstellt, als von der Hamas behauptet, genauso kann sie aber auch niedriger sein, aufgrund der Unklarheiten eines solchen Krieges kann man es derzeit schlicht nicht wissen. Eine NGO, die JETZT hergeht und behauptet, die Hamas würde zu niedrige Zahlen veröffentlichen ist mir auf jeden Fall suspekt.


    Bezüglich Verhältnismäßigkeit.
    Wie das Wort Verhältnis schon sagt, spielen absolute Zahlen dabei keine Rolle, sondern es zählt:
    1: Wird bewusst auf Zivilisten geschossen, oder sind sie unerwünschte, aber in Kauf genommene Kollateralschäden bei Angriffen auf militärische Ziele?
    2: Wird bei Angriffen auf militärische Ziele auf die Verhältnismäßigkeit geachtet?


    Dann stellt sich die Frage: Was ist denn so im Durchschnitt das Verhältnis?

    Laut UNO kommen bei Kriegen in bebautem Gebiet im Schnitt auf 1 toten Kämpfer 10 tote Zivilisten.
    Ok, da zählen auch Schlächter wie Assad und Saddam rein, die ganz bewusst Giftgas gegen Zivilisten eingesetzt haben, aber auch wenn man Kriege westlicher Staaten heranzieht, sind die Zahlen meist irgendwo zwischen 1:2 und 1:4.

    Nimmt man die Hamas Zahlen zu der Gesamt-Todeszahl, und die israelische Zahl zu getöteten Terroristen (12.000) kommt man auf 1:1,3. Nimmt man die Zahlen deiner NGO 1:1,9.

    Ok, das ist zwar höher als beim letzten israelischen Gaza-Krieg, aber immer noch eine ziemlich beeindruckende Leistung angesichts der extrem schwierigen Umstände (Hohe Bevölkerungsdichte, ein Gegner der ganz bewusst menschliche Schutzschilde verwendet, keine Luftschutzkeller für Zivilisten, der Druck möglichst schnell die Gefahr durch die zehntausenden Raketen auszuschalten, etc.).

    Ebenfalls erwähnt werden sollte, dass ein Teil der Ziviltoten mit Sicherheit auch den Raketen von Hamas und palästinensischem islamischem Dschihad zum Opfer gefallen, sind, von den ca. 10.000 Raketen sind nämlich 10-15% über dem Gazastreifen heruntergekommen.

    Ein mutiges Video gabs auch von Kaya Yanar, der vieles gut zusammenfasst:

    Der Kaya Yanar der wegen antisemitischer Hasstriaden wegen Verhetzung angezeigt wurde?

    Am internationalen Gerichtshof wurde mittlerweile ebenfalls ein Verfahren von Südafrika initiiert zum mutmaßlichen Genozid in Gaza. Über die Motive Südafrikas kann man streiten, über die Sachlage allerdings kaum.

    Südafrika hat dem verurteilten sudanesischen Völkermörder Bashir den roten Teppich ausgerollt.
    Die Anklage durch Südafrika war einfach nur absurd, und eine Verhöhnung aller echten Völkermord-Opfer.
    Ähnlich absurd wie der russische Völkermord Vorwurf gegen die Ukraine.


    Die bindenden Beschlüsse, die der internationale Gerichtshof, waren, dass Israel Maßnahmen zur Verbesserung Versorgung mit humanitären Gütern ergreifen muss (wurde gemacht), und dass die Hamas alle Geiseln ohne Bedingungen frei lassen muss (wurde nicht gemacht).

    Glaube ich, von der Hamas kein Wort. Immerhin waren es auch ihre Raketen die auf dem Krankenhaus Parkplatz zog Tote verursacht haben usw

    Nicht ganz korrekt, es war eine Rakete des Palästinensischen Islamischen Dschihad.
    Die Hamas hat dann nur beim Lügen über den Vorfall geholfen.

    Wer erinnert sich an die 3 israelischen Geiseln die selbständig entkommen sind und dann vom israelischen Militär erschossen wurden, obwohl sie unbewaffnet waren und eine weiße Flagge bei sich trugen.
    [...]

    Was ist passiert mit dem befehlshabenden Offizier dieser Einheit? Nichts soweit ich weis, man hat gesagt "ja so möchten wir nicht handeln" aber bestraft wurde für dieses Verbrechen niemand.

    Diese Leute wurden für solche Situationen ausgebildet, da gibt es klare Handlungsweisen und auf Leute die einem mit einer weißen Flagge entgegen kommen schießt man einfach nicht.


    Krieg ist leider eine ziemlich chaotische und unübersichtliche Angelegenheit, bei der Leute, die abrupt aus dem zivilen Leben herausgerissen wurden (Israel hat eine Wehrpflichtigenarmee), in Sekundenbruchteilen Entscheidungen über Leben und Tod treffen müssen.
    Die israelische Armee verliert auch immer wieder Soldaten durch Eigenbeschuss, bei Operation gegossenes Bleib 2008/9 sogar 40%.

    Im konkreten Fall war die konkrete israelische Einheit einige Tage zuvor in einen Vorfall verwickelt, bei dem die Hamas Personen mit einer weißen Flagge und Hilferufen auf Hebräisch als Köder für einen Hinterhalt missbraucht hatten. Ähnliche Taktiken haben die Japaner im 2. Weltkrieg angewandt.
    Unter dem Eindruck dieser Erfahrung haben dann bedauerlicherweise 2 Wehrpflichtige eine falsche Entscheidung getroffen.

    Was den verantwortlichen Offizier angeht: Der hat befohlen, nicht zu schießen, nur haben ihn leider nicht alle Soldaten gehört, da es auf dem Schlachtfeld zu laut war.

    Insgesamt wohl fahrlässiges Handeln der beteiligten Soldaten. Sollte nicht passieren, mir wäre allerdings keine Armee bekannt, die ihre eigenen Soldaten in Kriegszeiten wegen Fahrlässigkeit verurteilt.
    Eine Nachschulung für die Einheit und erneute Ermahnung aller Soldaten zu achten, worauf man schießt, dürfte aber nötig sein, wurde teilweise auch gemacht.

    Ich verstehe auch nicht warum Israel beispielsweise nach wie vor keine oder nur sehr wenige Hilfslieferungen für den nördlichen Gazastreifen von seinem eigenem Gebiet zulässt. Wo sind da die Risiken für Israel?

    Israel hat mittlerweile einen der eigenen Grenzübergänge für Hilfslieferungen geöffnet.


    Wobei der im Süden liegt, warum im Norden noch keiner geöffnet ist, da bin ich überfragt, ein Teil der Erklärung dürfte sein, dass der Großteil der Bevölkerung Gazas sich mittlerweile im Süden oder Zentrum des Gaza-Streifens befindet, auf Gebiet, welches sich noch unter Hamas-Kontrolle befindet.


    Wäre allerdings dennoch ein Punkt, von dem ich der Meinung bin, dass Israel hier mehr machen sollte, auch weil aufgrund der quer durch den Gazastreifen verlaufenden Frontlinie nur ein Teil der Hilfsgütertransporte vom Süden in den Norden durch kam.

    Wer kennt nicht die Geschichten der einfachen GIs in Deutschland, die den Kindern Schokolade gegeben haben. Wäre es nicht vernünftiger jetzt schon damit zu beginnen zukünftige Generationen von Palästinenser von der Hamas und diesem Zyklus der Gewalt wegzuziehen?

    Solche Geschichten gibt es auch aus Gaza. Was es leider auch gibt, sind Geschichten, in denen solche Kinder als Spione eingesetzt wurden, um die Stellungen der Israelis auszukundschaften.
    Das ist das Problem, wenn man es mit einem derart perfiden Gegner wie der Hamas zu tun hat.

    Die Bevölkerung in den USA ist nach wie vor mehrheitlich für die Unterstützung der Ukraine.
    Das Hauptproblem ist Donald Trump, der mit einigen Unterstützern die republikanische Fraktion im Repräsentantenhaus gekapert hat, und einen Entschluss verhindern will, erstens, weil er die Ukraine nicht unterstützen will, und zweitens, weil er nicht will, dass das Paket zum Grenzschutz durchgeht, damit ihm die Grenze als Wahlkampfthema erhalten bleibt.

    Liefern und abstreiten scheitert daran, dass es außer uns keine Nutzer gibt.

    Spanien hat eine kleine Anzahl.

    Dann ist da noch Südkorea. Hier könnte man sogar das Argument der Nordkoreanischen Langstreckenraketen bringen die von Russland eingesetzt wurden.


    Aber wie Flo schon sagte: gegenüber Russland ist Plausibität eigentlich verlorene Liebesmühe. Im Zweifelsfall hat die Ukraine die Taurus im selben Eckladen gekauft, in dem die grünen Männchen ihre Kampfhubschrauber und die Donbass er Kohlekumpel ihre T-72B3 gekauft haben.

    30 - 40 % seines Staatshaushalts? Das Geld muss irgendwo fehlen. Und je länger der Konflikt andauert, umso weniger abhänig bzw. angewiesen auf die Rohstoffe auf Russland ist Europa. Selbst wenn Russland den Krieg gewinnen sollte, steht es im Anschluss um einiges schlechter da als davor.

    50% aktuell. Derzeit wird der Öl/Gasfonds geplündert um das zu finanzieren, dürfte noch für dieses Jahr reichen, 2025 dürften dann allerdings einiges sehr schwierige Entscheidungen anstehen, wenn man den Krieg dann immer noch fortführen will.

    Finnland: 24.000,

    280.000 im Mobilmachungsfall. Die Mobilmachung wird vermutlich länger dauern, als die 24 Stunden die die Israelis brauchen, aber prinzipiell haben die Finnen ein von langer Hand geplantes Mobilmachungskonzept, und eine gewisse strategische Tiefe.


    Von den am Papier 2 Millionen Reservisten Russlands sind vermutlich deutlich mehr als die 300.000 in der Ukraine.

    Dazu kommt: ein Haufen Leute die vor X Jahren ihren Wehrdienst geleistet haben, machen noch keine einsatzfähige Armee.

    Die müssen entweder regelmäßig üben (diesen Teil der Reserve hat Russland schon 2022 im die Ukraine geschickt) oder brauchen ein Auffrischungstraining (man kann sie natürlich nach einer Woche auch schon an die Front werfen, da sterben die dann aber wie die Fliegen.

    Dann brauchen sie Offiziere, hier hat Russland aktuell nicht einmal genug für die Armee in der Ukraine.

    Dann muss man sie in militärische Formationen (Battalione, Brigaden, Divisionen) eingliedern, hier sind 97% bereits in der Ukraine.

    Und dann brauchen sie Waffen. Hier kann Russland gerade mal seine sowjetischen Reserven schnell genug instand setzten, um die enormen Verluste der Truppen in der Ukraine zu ersetzten, die Kapazitäten um mal eben eine halbe Million zusätzlich auszurüsten existieren nicht mehr.


    All diese Punkte sind auch der Grund, warum z.B. Finnland zwar am Papier 870.000 Reservisten hat, aber nur eine Mobilmachungsstärke von 280.000. In Österreich ist es noch krasser, wir haben 945.000 Reservisten, aber nur eine Mobilmachungsstärke von 55.000.

    Liest sich bei dir ja recht easy. Hoffen wir, dass es so bleibt und uns keine unangenehmen Überraschungen erwarten. Man soll den Feind nie unterschätzen. Die Entwicklung in der Ukraine stimmt bisher hoffnungsvoll, wenn es denn so bleibt. Ich frage mich allerdings auch, wie lange die Ukraine das durchhält. Die Bilder der ukrainischen Soldatenfriedhöfe sehen entsetzlich aus. Und ich traue den Meldungen nicht, dass Russland quasi am Boden sein soll. Bisher stehen sie trotz allem besser da, als prognostiziert.

    Solange Russland noch in der Ukraine einen ausgewachsenen Krieg am Laufen hat, hat es schlicht nicht die Reserven, um eine Armee aufzustellen, die mit Finnland fertig werden würde.

    Sollte der Westen die Ukraine allerdings im Stich lassen, dann könnten Probleme auf uns zukommen.
    Wenn Russland danach irgendwie die finanziellen Mittel auftreiben sollte, um die Rüstungsindustrie auf Kriegsniveau weiterlaufen zu lassen, bei diversen kritischen Systemen die Produktion weiter steigern, und die Friedenszeit nutzen, um eine umfassende Reform seiner Streitkräfte einzuleiten, könnte Russland 5-10 Jahre nach Ende der Kämpfe in der Ukraine wieder eine durchaus schlagkräftige Armee haben.
    Sollte Europa in dieser Zeit schlafen, und sowohl eine allgemeine Aufrüstung, als auch die Schließung gewisser Fähigkeitslücken (Artillerie, Drohnen, Unterdrückung feindlicher Flugabwehr, elektronische Kriegsführung, Minen und Minen Räumung) verabsäumen, könnte das Szenario 2030 anders aussehen.

    Ukrainer selber scheinen Kriegsmüde (Frauen fordern, dass ihre Männern zurückkehren etc.) und es schlagen mehr Raketen in der Ukraine ein als jemals zuvor.

    Kriegsmüde ist relativ, die Moral ist nicht mehr so hoch wie vor einem Jahr, insgesamt gibt es in der Ukraine aber weiterhin eine klare Mehrheit für eine Fortsetzung des Kampfes bis zum Sieg.
    Was die Raketen angeht, sind letzten Winter weit mehr eingeschlagen als diesen Winter. Letztes Jahr war teilweise die komplette Ukraine dunkel, weil derart viele Raketen die Energieinfrastruktur getroffen haben, das haben wir diesen Winter nicht mal ansatzweise.

    Was mir allerdings auch Sorgen bereitet, ist, wie es mit der amerikanischen und europäischen Unterstützung weiter geht.

    Und was ist an diesem Szenario eurer Ansicht nach vollkommen unrealistisch und warum?

    Von der Prämisse:
    Russland hat aktuell keine Armee, die groß genug ist, in der Ukraine die Stellung zu halten, und gleichzeitig in Finnland und dem Baltikum erfolgreich vorzustoßen.
    Russland hat auch keine Flotte, mit der es eine echte Seeblockade über Europa verhängen könnte. Für die russische Oberflächen-Flotte wäre das ein reines Selbstmordkommando, die kommen mit einer Handvoll Neptun Anti-Schiffs-Raketen und ein paar Dutzend Storm Shaddow Marschflugkörper nicht klar. Die europäischen Marinen mögen im Vergleich zur amerikanischen oder chinesischen Marine klein sein, aber die paar Schiffe, die Russland im Atlantik mobilisieren kann, wären kein Problem.
    Die U-Boote wären ein größeres Problem, die könnten im Atlantik (nicht aber im Mittelmeer, da das zu seicht und zu klein ist, um lange zu überleben) für massive Probleme sorgen, und in der Lage sein, ziemlich viele Handelsschiffe zu versenken, und uns einige Monate ziemliche Probleme bereiten (aber wohl nicht länger, da sie keine sicheren Häfen hätten um aufzumunitionieren).

    1: US NATO: Lange genug für Nordkorea und Taiwan.
    Europäische NATO: wenige Wochen bei der Artilleriemunition, deutlich länger bei Handwaffenmunition, Panzermunition, Bomben und Luft-Luft-Raketen.
    Südkorea: Lange genug
    Japan: Da die japanischen Streitkräfte in Korea und Taiwan nur eine unterstützende Rolle hätten, und nicht die Hauptlast der Kämpfe tragen müssten, lange genug.
    2: Für so einen Krieg nicht relevant, da:
    A: Ein solcher Krieg nicht lange genug dauern würde, dass das sonderlich relevant wäre
    B: Russland und China vor exakt denselben Problemen stehen. Am schlimmsten getroffen wäre Russland, da sowohl China als auch die USA und Europa eine gewisse Menge an Chips selbst produzieren können, und im Falle eines großen Krieges, die verfügbaren für die Rüstungsindustrie priorisiert wären.
    3: Europa hat relativ umfangreiche strategische Reserven an Erdöl und Erdölprodukten. In Deutschland könnte daraus der gesamte Bedarf für 4 Monate gedeckt werden. Die anderen EU Länder haben ebenfalls Reserven für mindestens 90 Tage.
    Auch würde nicht die komplette Versorgung ausfallen, eine gewisse Menge wird auch in Europa erzeugt, oder könnte übers Mittelmeer und aus der arabischen Welt eingeschifft werden (die Huthis mögen gefährlich genug sein, dass in Friedenszeiten die Redereien lieber um Afrika fahren, wenn die Regierung vor der Tür steht, und den Reedern erklärt, dass sie fahren MÜSSEN, dann werden sie das tun, die Huthis haben die Kapazität für Nadelstiche, aber nicht für eine Blockade).
    4: Für gewisse Menschen, die auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, wäre es zweifelsohne tragisch.
    Lebensmittel wären für Europa kein Problem. Für Afrika und den Nahen Osten, die dann weniger Importe aus Europa hätten, schon eher.
    Einberufung wäre in Ländern, die nicht bereits die Wehrpflicht haben, wohl nicht relevant. Die europäischen Staaten haben mit Berufssoldaten, Reservisten aus jenen Ländern, in denen noch Wehrpflicht gilt, und einer Welle an Freiwilligen mehr als genug Soldaten, um eine massive numerische Überlegenheit gegen Russland zu erreichen. Die EU hat aktuell 1,5 Millionen aktive Soldaten. Dazu kommt nochmal 1,2 Millionen Reservisten (und, wenn sich auch nur 0,5% der Europäer freiwillig melden, 2,3 Millionen Freiwillige). Und dann wären da noch 900.000 ukrainische Soldaten.

    Russland hat schon nicht genug Soldaten und Waffen, um die Ukraine entscheidend zu schlagen, wenn dann plötzlich ZUSÄTZLICH ein Gegner mit 8 mal mehr Berufssoldaten und 4 mal so vielen Reservisten und Freiwilligen als die Ukraine vor der Tür steht, dazu ein Vielfaches der schweren Waffen der Ukraine, und eine Luftwaffe, die nicht wie die ukrainische quantitativ und qualitativ massiv unterlegen ist, sondern sowohl bei Masse als auch bei Klasse die russische Luftwaffe an die Wand drückt, wars das mit der russischen Armee.

    Und der Angriff der Hamas war doch nun wirklich keine kleine Nummer, da sollte sich doch mit klassischer Geheimdienstarbeit ein Informant finden lassen um das Datum eines möglichen Angriff besser einzugrenzen.

    Nicht wirklich. Während man, wenn man die eigenen Truppen entsprechend vorbereitet haben will, einen größeren Personenkreis informieren sollte, DASS sie sich auf etwas vorbereiten müssen, ist es beim WANN ausreichend, wenn bis wenige Stunden vor dem Angriff nur 2-3 Personen den genauen Zeitpunkt kennen, und man für die verbleibenden Stunden dafür sorgt, dass die Eingeweihten nicht alleine sind.
    Und einen Spion in die aller oberste Militärführung eines Todfeindes einzuschleusen ist im besten Fall verdammt hart, in den meisten Fällen schlicht unmöglich.

    Beim Yom Kipur Krieg hatte Israel sogar einen Spion in der ägyptischen Militärführung. Dieser hatte ihnen versichert, sie 48 Stunden vor einem Angriff warnen zu können. Konnte er nicht, er erfuhr erst 14 Stunden vor dem Angriff davon, konnte die Information nicht sofort, nachdem er es erfahren hatte, nach Tel Aviv funken, und hatte überdies die falsche Uhrzeit erhalten. Dann dauerte es noch einige Stunden, bis die Information bis zur israelischen Regierung vorgedrungen war, womit statt 48 Stunden nur mehr 6 Stunden zwischen der Krisensitzung des Kabinetts und dem ägyptischen Angriff waren, zu wenig, um die Armee Kriegsbereit zu machen.

    Die ganzen Kinder die jetzt im Krieg leiden, sind dann in 10 Jahren neue Hamaskämpfer, Tunnel, Kommandeure und Waffen lassen sich entsprechen ersetzen.

    Viele dieser Kinder, denen seit ihrer Geburt einschlägige Propaganda eingetrichtert wurde, und die in einem Gebiet aufwachsen, in welchem die Hamas der wichtigste Arbeitgeber ist, wären leider auch ohne Krieg in 10 Jahren Hamaskämpfer geworden.
    Nichts tun ist also keine Option, wenn man die Radikalisierung stoppen will. Dazu muss die Hamas von der Macht verdrängt und die UNRWA reformiert oder hinausgeworfen werden.

    Wissen ist wenn es um Geheimdienstinformationen geht ein dehnbarer Begriff.


    Z.B. Hat der Bundesnachrichtendienst dem CIA Anfang der 2000er detaillierte Pläne eines angeblichen irakischen Biowaffenprogramms übermittelt, während dessertierte irakische Offiziere den US Geheimdiensten von einem irakischen Atomwaffenprogramm erzählten.


    Noch 2021 hat die deutsche Regierung Northstream 2 voran getrieben da man Berichte, Russland wäre Europa gegenüber feindlich und würde planen in der Ukraine einzumischen als Osteuropäische Panikmache/amerikanische Versuche LNG zu verkaufen abtat.



    In dem Fall waren es halt Informationen die man ernst nehmen hätte sollen, statt sie beiseite zu wischen, da man dachte die Hamas wäre zu inkompetent um sowas durchzuziehen.

    Definitiv ein Versagen entweder der Geheimdienste, oder der Regierung die die Warnungen nicht ernst nahm.

    Was unseren Neuuser angeht, ist seine IP Adresse zwar aus Europa, allerdings nicht aus Deutschland, wobei das in Zeiten von VPN nicht viel heißen muss.

    Bin mir nicht ganz sicher was ich von dem halten soll.

    Aber die Signatur ist doch Werbung, oder? :grübel:

    Da hast du recht, die hatte ich am Smartphone nicht gesehen.

    User ist hiermit wegen Verstoß gegen §15 der Forenregeln gebannt.

    Persönlich Angriffe auf Ex-User sind zu unterlassen.


    Was unseren Neuuser angeht, ist seine IP Adresse zwar aus Europa, allerdings nicht aus Deutschland, wobei das in Zeiten von VPN nicht viel heißen muss.

    Bin mir nicht ganz sicher was ich von dem halten soll.