Beiträge von IWST

    Gab irgendwo nen Bericht von Verlusten bei diesen von 40%. Weiß da jemand mehr? Spezialeinheiten so zu verheizen ist eigentlich total bescheuert.

    Wenn wir denselben Bericht meinen, dann hat ein russischer Militärexperte gesagt, dass die VDV Luftlandetruppen zwischen Februar und September 50% ihres Personals verloren haben.
    Einerseits kamen diese Personalverluste durch militärische Verluste beim fehlgeschlagenen Vorstoß auf Kiew bzw. Hostomel (vermutlich das VDV Äquivalent zum deutschen Kreta und britischen Arnheim) und die große Rolle in der letztlich erfolglosen Verteidigung Chersons zustande. Andererseits aber dadurch, dass viele der Soldaten zwischen Kriegsbeginn und Verkündung der Mobilmachung den Dienst quittiert oder ihre Verträge nicht verlängert haben.

    Wobei die Fallschirmjäger nicht die einzige Eliteeinheit mit exorbitanten Verlusten waren. Die 4. Garde Panzerdivision hat erst beim Vorstoß auf Kiew derart massive Verluste erlitten, dass sie aus der Front genommen werden musste, um sie wieder aufzufüllen, nur um dann bei der ukrainischen Gegenoffensive im Oblast Charkiw teilweise überrannt zu werden, die Überlebenden mussten sich nach Russland zurückziehen, wo die zerschlagene Division neu aufgestellt werden musste.

    Bescheuert? Klar, wie der ganze Krieg.

    Den USA geht allmählich die Munition aus und sie können auch nicht ohne Weiteres nachproduzieren, weil derzeit auch dort die Produktionskapazität fehle

    * Den USA beginnt die Munition auszugehen, die sie guten Gewissens an die Ukraine liefern können, eben weil sie einen Großteil ihrer Munition für Eventualitäten in Asien zurückhalten.
    Insgesamt dürften die USA vor Kriegsbeginn zwischen 4,5 und 6 Millionen Granaten gehabt haben. Bei einer Vorkriegs-Produktion von ca. 100 000 Granaten pro Jahr.
    Wobei die Produktion bereits im Ausbau ist, derzeit liegt sie bei 240 000 pro Jahr, mit dem Ziel in 2 Jahren 1,1 Millionen Granaten pro Jahr zu produzieren.

    Dann ist da Europa. Hier sind zwar die Depots kleiner, dafür die Produktionskapazitäten größer, derzeit allein 300 000 Granaten im Kaliber 155mm, dazu noch zahlreiche Granaten der Kaliber 105mm, 122mm und 152mm. Auch in Europa werden bereits seit letztem Jahr die Kapazitäten erweitert, und auch dieses Jahr ist eine Steigerung zu erwarten, Tschechien will seine Produktion, nach einer Verdoppelung von 50 000 auf 100 000 Granaten im letzten Jahr, dieses Jahr auf 150 000 steigern, und die Firma, die Rheinmetall in Spanien gekauft hat, scheint für dieses Jahr eine Verdoppelung der Produktion zu planen.

    Aber auch im Rest der Welt wird 155mm Munition produziert. Teils exportieren diese dann direkt an westliche Länder, die Munition dann in die Ukraine schicken (Pakistan), teils steigern sie die eigene Produktion, um den USA zu ermöglichen ihre Munitionsreserven umzuverteilen (im Artikel, den du verlinkt hast, wird angesprochen, dass die USA ihre Munitionslager in Israel und Südkorea leeren, meine Vermutung ist, dass sie das deshalb können, da diese durch israelische und südkoreanische Munition ersetzt werden wird).

    Ah und mit Truppen reinschicken und Leute töten (auch wenn es Terroristen sein mögen) bricht man den Waffenstillstand nicht? Wer entscheidet das?

    Polizeiaktion im Westjordanland und Militäraktion im Gazastreifen sind 2 paar Schuhe.

    Und zwischendurch wurde mal ein israelischer Ministerpräsident ermordet, der sich sehr für Frieden eingesetzt hat, übrigens von Leuten mit Verbindung zu Leuten die jetzt in Netanjahus neuer Regierung sitzen.

    Wie von Norkzlam erwähnt, gibt es auch in Israel rechte Idioten.

    Der Mord hatte damals in Israel für Entsetzen und Verurteilung gesorgt, und Rabins Nach-Nachfolger an der Parteispitze, Ehud Barak, hat als er dann Premier war, weiter an Friedensgesprächen festgehalten und der palästinensischen Seite in Camp David erneut ein Angebot gemacht. Im Zuge der Verhandlungen dort, hat Israel nahezu alle offiziellen Forderungen der Palästinenser akzeptiert, die Grenzen hätten großteils jenen von vor 1967 gefolgt, dort wo das nicht der Fall war, hätte es Landtausch gegeben, die Palästinenser hätten Ostjerusalem bekommen, und sie hätten die Oberfläche des Tempelbergs mit Moschee und Felsendom bekommen.
    Die arabischen Vermittler waren sehr zufrieden mit dem Kompromiss, allerdings hat sich die Palästinenserführung entschieden, dass sie keinen Frieden will, hat die Gespräche abgebrochen und einen noch nie dagewesene Terrorwelle gestartet.


    Diese Anschlagsserie hatte dazu geführt, dass große Teile der israelischen Bevölkerung entweder Verwandte oder Bekannte hatten, die bei palästinensischen Anschlägen getötet oder verwundet wurden, oder auch selbst Augenzeugen wurden.

    Dieser Umstand, die Ablehnung des aus israelischer Sicht äußerst großzügigen Friedensangebots, die Gesprächsverweigerung der palästinensischen Seite (auch später noch, z.B. 2007/2008), der Terror, sowie die Parlamentswahl, bei der die Hamas, die die Auslöschung Israel und die Vernichtung aller Juden fordert, die Mehrheit bekam, führten dann wenig überraschend dazu, dass viele in Israel zu der Überzeugung kamen, dass die Palästinenser sowieso keinen Frieden wollen, egal was man ihnen anbietet. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass viele Wähler sich Parteien zuwandten, die Fakten schaffen wollen, statt aus ihrer Sicht sinnlose Friedensgespräche mit einem Gegenüber zu führen, der keinen Frieden will.

    Also wenn ich ein Israeli in Grenznähe wäre, bei dem immer Raketen im Garten einschlagen, würde ich meine Regierung ziemlich scheiße finden, wenn ich wüsste, sie hätte die Möglichkeit mich präventiv zu schützen.

    Nach dem letzten Gaza-Krieg wurde ein Waffenstillstand vereinbart.
    Hätte Israel die Fabrik angegriffen, sobald es über ihre Existenz informiert wurde, hätte es dabei diesen Waffenstillstand gebrochen, was Konsequenzen gehabt hätte.

    • Einerseits eine Reaktion durch Hamas und palästinensischem islamischem Jihad, was zu einem neuen Krieg im Gazastreifen eskalieren kann.
    • Andererseits mit Ägypten, das den Waffenstillstand vermittelt hat.
    • Und dann mit dem Westen, wo signifikante Teile der Öffentlichkeit, aber auch einige Regierungen, Israel gerne mal verurteilen, wenn es präventiv gegen seine Feinde vorgeht.

    Können die nicht einfach alle mal die Klappe halten, sich am Kamin in der Kaserne in Ramstein treffen, dort die nächsten 6 Monate vorausschauend planen ( ja, so was soll´s geben ) und DANN verkünden, wie man weiter vorgeht.

    Machen einige Länder.
    Finnland z.B. veröffentlicht zwar die Euro-Summen der Waffenlieferungen, was konkret geliefert wird, erfährt man aber immer erst, wenn es an der Front auftaucht.

    Polen veröffentlicht einen Teil seiner Lieferungen, teilweise werden sie aber verschleiert. Z.B. hat man der Ukraine Mitte letzten Jahres Mig-29 Kampfjets geliefert und diese als "Ersatzteile" deklariert, was erst jetzt bekannt wurde. Immer noch nicht bekannt ist, ob Polen der Ukraine PT-91 Panzer geliefert hat.
    Bulgarien wiederum hat vehement abgestritten, Waffen oder Munition an die Ukraine zu liefern, in Wirklichkeit kam ein Drittel der Munitionslieferung aus Bulgarien.
    Die Briten wiederum veröffentlichen Lieferungen aus ihren eigenen Beständen, allerdings gibt es auch regelmäßige Flüge britischer Transportmaschinen, die irgendetwas aus Pakistan abholen.
    Die USA veröffentlichen ebenfalls viel, aber nicht alles, z.B. wurde die Lieferung von HARM Anti-Radar-Raketen erst bekannt, als Videos auftauchten, die sie beim Abfeuern durch ukrainische Kampfflugzeuge zeigten.
    Außerdem scheint irgendein Land iranische Waffen und Munition entweder aus für schiitische Terrorgruppen bestimmten Lieferungen abzufangen oder verdeckt zu kaufen, um sie dann an die Ukraine zu liefern



    Edit: Korrektur: Bulgarien hat nicht an Russland geliefert, sondern an die Ukraine

    Zumal es, auch kein Einzelfall ist. Ich lese eine linksliberale Zeitung, aber bei den Gerichtsreportagen hat man mittlerweile selbst dort einen ziemlich hohen Anteil an Mördern mit gemeinsamen Attributen: männlich, jung, Migrant aus Nordafrika oder dem Nahen Osten, Angaben über die eigene Staatsbürgerschaft oder das eigene Alter wurden nicht überprüft, wegen Gewaltdelikten vorbestraft.

    Ebenfalls gestern gab es dann noch einen Vorfall in Spanien, wo in und vor einer Kirche 1 Mensch getötet und mehrere verletzt wurden.


    @Staatenlos / Ohne Pass: Eine Person kann behaupten, staatenlos zu sein. Ohne Pass und wenn das Herkunftsland nicht genannt wird, oder dieses die Kooperation verweigert, kann man schwer das Gegenteil beweisen.
    Wobei bei Palästinensern tatsächlich viele Staatenlose dabei sind, da etliche arabische Länder sich weigern, Nachkommen von Nachkommen palästinensischer Flüchtlinge, die im eigenen Land geboren wurden, die Staatsbürgerschaft zu verleihen.

    Der Tode der Panzer durch Panzerabwehrlenkwaffen wurde schon im Jahr 1973 nach dem Jom Kipur Krieg prophezeit. Und war damals vermutlich realistischer als heute (Stichwort Active Protection System, auf Deutsch Abstandsaktive Panzerung, auch wenn damit ausgerüstete Panzer wohl noch ziemlich lange nicht an die Ukraine geliefert werden, immerhin hat Deutschland bisher nur eine Handvoll Prototypen (Leopard 2A7A1), die damit ausgerüstet sind).
    Ja, Kampfpanzer, egal ob russische oder westliche, sind nicht unzerstörbar, aber für das Gefecht der verbundenen Waffen sind sie unverzichtbar. Weshalb auch sowohl Russland als auch die Ukraine intensiv darum bemüht sind, mehr Kampfpanzer zu bekommen.


    Wir werden früher oder später zerstörte Leoparden sehen, genauso wie wir eroberte Javelins, abgeschossene Bayraktar und explodierte M109 gesehen haben, das hat Krieg so an sich.
    Wie viele Leoparden und Abrahams verloren gehen wird wohl von der gelieferten Version (Leopard 2A4 wird mit den moderneren russischen Panzern Schwierigkeiten haben, Leopard 2A6 eher weniger), der Unterstützung durch andere Waffengattungen (Stichwort Bradley, Marder, Panzerhaubitze 2000, Gepard etc.) und der Kompetenz der Brigaden, die sie einsetzen abhängen.


    Was die Rückseite angeht: gerade wenn man nicht mehr einen asymmetrischen Krieg wie in Tschetschenien, Afghanistan oder dem Irak führt, ist die Wahrscheinlichkeit, mit der Front zum Gegner zu stehen, deutlich höher. Vor allem, wenn man, wie westliche Kampfpanzer oder auch der T-80 einen vernünftigen Rückwärtsgang hat (T-72 müssen sich umdrehen, wenn sie sich zurückziehen wollen, westliche Panzer können einfach den Retourgang einlegen).

    Angeblich 14 Stück Leopard 2A6.
    Dazu werden vermutlich noch die ~50 Stück Leopard 2A4
    Polen liefert ebenfalls Leopard 2A4, Norwegen und Finnland vermutlich auch, die Niederlande wollen die 18 Stück Leopard 2A6, die sie von Deutschland geleased haben, kaufen und der Ukraine liefern. Aus der Ukraine gibt es Berichte, dass noch einige weitere Staaten ebenfalls liefern wollen, insgesamt angeblich eine Koalition aus 12 Staaten.

    Die USA wollen Berichten zufolge M1 Abrahams liefern (eventuell der Grund für Scholz's einlenken).

    Und sogar die Schweiz überlegt, den Besitzern von Schweizer Waffen und Munition zu erlauben, diese an die Ukraine weiterzugeben, wenn die UN-Vollversammlung den Angriffskrieg mit 2/3 Mehrheit verurteilt (was sie bereits getan hat).


    Insgesamt ein guter Tag für die Ukraine.
    Zumal die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur nachlassen zu scheinen, im Oktober, November und Dezember gab es noch eine Raketensalve alle 5 Tage, aktuell sind wir bei 10 Tagen ohne Angriffe, wobei der letzte es bereits nicht mehr geschafft hatte, einen Großteil der Ukraine ins Dunkel zu tauchen.

    Auch für Deutschland ein guter Tag denke ich, jetzt hat man den Imageschaden immerhin ein wenig eingegrenzt.
    Noch besser würde Deutschland natürlich dastehen, wenn Scholz die Panzerlieferung vor 7 Tagen bereits angekündigt hätte, statt eine Woche lang zu blockieren.

    Dass die Krim für Russland einen hohen symbolischen Wert hat, steht außer Frage.

    Der strategische Wert als Standort der Schwarzmeerflotte ist da nicht so eindeutig, bzw. würde ich den sogar in Abrede stellen.

    Die Krim ist für Russland ein wichtiges (wenn auch nicht das einzige) Tor zum Schwarzen Meer, aber nicht das Tor zum Mittelmeer, das ist der Bosporus.

    Und der Bosporus liegt auf NATO-Territorium und ist für russische Kriegsschiffe gesperrt. Womit die Schwarzmeerflotte, bzw. das, was nach dem Verlust des Flaggschiffs von ihr übrig ist, strategisch nahezu wertlos ist. Im 18. 19. und frühen Jahrhundert war die Reichweite landgestützter Artillerie kurz genug, um eine Schwarzmeerflotte wichtig zu machen, heutzutage ist das ganze Meer in Reichweite von landgestützten Seezielflugkörpern der NATO und der Ukraine.

    Wenn die Leos durch sind kommen Kampflugzeuge ins Gespräch. Dann wird wieder viel gedroht und gelabert und am Ende geliefert.

    Sind sie bereits, die Niederlande haben angekündigt, F-16 liefern zu wollen, wenn die Ukraine danach fragt.

    6. Angriffe auf US-Trägergruppen mittels Torpedos oder Raketen, eventuell mit der Versenkung eines US-Flugzeugträgers. Die Verluste der USA wären dann enorm hoch. Man könnte in Moskau darauf hoffen, dass die USA sich dadurch zu Waffenstillstandsverhandlungen bewegen ließen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Allerdings dürfte ein US-Gegenschlag dann wohl mit einkalkuliert werden.

    Das haben die Japaner im Dezember 1941 auch gedacht.

    Allgemein zu deiner Liste:
    "Hybride" und verdeckte Operationen traue ich Russland zu.
    Konventionelle Angriffe auf NATO-Streitkräfte wären einfach nur dumm, hier hat der Westen eindeutig die Eskalationsdominanz, nach so einer Aktion gäbe es außerhalb des russischen Hoheitsgebiets keine russischen Schiffe und Flugzeuge mehr.
    Taktische Atomwaffen: Nicht völlig auszuschließen, allerdings passt das Verhältnis von Nutzen zu Risiko nicht wirklich, die ukrainischen Streitkräfte sind zu verteilt, als dass Atomwaffen wirklich effektiv wären. Gleichzeitig haben die USA angekündigt, in so einem Fall konventionell in den Krieg einzugreifen, sodass Russland erst recht verlieren würde. Blieben strategische Atomwaffen gegen den Westen, das würde Putin aber nicht überleben, und der Mann hängt an seinem Leben.

    Woher nimmst du die Zahlen für das Gas? Also der Preis ist immer noch um das doppelte höher als vor dem Krieg. Leider weiß ich nicht wie der Preisdeckel abgebildet ist im aktuellen Preis aber wenn der auch enthalten ist, dann ist der Gaspreis nur so niedrig weil wir alle das abfedern.

    Also zumindest am österreichischen Gasmarkt ist der Gaspreis heute niedriger als vor Kriegsbeginn:
    21 Jänner 2022: 80,5€ pro Megawattstunde

    21 Jänner 2023: 62,7€ pro Megawattstunde
    Das letzte Mal das der Gaspreis niedriger war als heute, war im September 2021

    Quelle

    Wie ist das eigentlich bei Blackwater, weiß da jemand etwas drüber? Aus welchem Pool rekrutieren sich die denn, wie arbeiten die mit der regulären US-Armee zusammen?

    Werden die ausschließlich für Sonderoperationen, unabhängig von den Marines oder US-Army genutzt oder im Verband unter amerikanischen Befehlshabern?

    Rekrutierungspool sind/waren Ex-Soldaten und Ex-Polizisten aus aller Herren Länder. Gab z.B. auch einen ehemaligen österreichischen Jagdkommando-Soldaten, der im Irak getötet wurde.


    Die Zusammenarbeit zwischen Blackwater und dem US-Militär stand unter deutlich anderen Voraussetzungen als die zwischen Wagner und den russischen Streitkräften.

    Blackwater wurde von Verteidigungsministerium und anderen Institutionen nicht für den klassischen "Fronteinsatz" angeheuert, sondern für den Personen- und Objektschutz. Also z.B. als Leibwächter für Diplomaten, als Wachpersonal für einen Flughafen etc., Aufgaben, die in Deutschland Polizei und private Wachdienste erfüllen.

    Was ist eigentlich mit der spanischen Fremdenlegion. Gibt es die noch?

    Nicht mehr in der ursprünglichen Form. Die Einheit gibt es noch, aber die Regelungen zur Rekrutierung von Ausländern sind dieselben wie im restlichen Militär.


    Bezüglich eines erneuten russischen Vorstoßes auf Kiew:
    Ich würde der russischen Führung zutrauen, ein derart gewagtes Manöver zu probieren, sonderlich große Erfolgschancen würde ich allerdings nicht erwarten.


    Die Gegend nördlich von Kiew besteht nämlich zu einem großen Teil aus den sogenannten Prypjatsümpfen. Nicht komplett unpassierbar, aber ein Gebiet, das für eine große mechanisierte Offensive ziemlich schlecht geeignet ist, vor allem jetzt, da die Bevölkerung die Biberdämme in Ruhe lässt, was zu deutlich mehr überflutetem Gebiet führt, und mutmaßlich Hunderttausende ukrainische Infanteristen, die nicht genügend schwere Ausrüstung haben, um im Osten sinnvoll eingesetzt zu werden, 9 Monate Zeit hatten, um das Gebiet zu befestigen zu verminen, und sämtliche verbliebenen Brücken und Dämme zur Sprengung vorzubereiten.

    Neben Panzern und Artillerie hat Wagner sogar eine eigene Luftwaffe. Jetzt nicht das volle Spektrum, aber Su-25 Erdkampfflugzeuge mit pensionierten Offizieren als Piloten haben sie.


    Die Interaktion mit der regulären Armee ist...

    Kompliziert.


    Auf dem Papier untersteht Wagner dem Oberkommando der russischen Truppen in der Ukraine, aber genau wie die Truppen des Innenministeriums und die Kadyorvzy befolgen sie deren Anweisungen nur nach Rücksprache mit ihren eigenen Kommandanten.
    Gibt Frontabschnitte und Operationen, da funktioniert das besser, gibt welche da, funktioniert es schlechter.

    Teilweise ist es dann auch so, dass Wagner ganze Frontabschnitte übertragen bekommt, und dort dann auch reguläre Truppen unter sich hat.

    Wenn es um größere Logistik-Anforderungen (Artilleriemunition) geht, sind sie von der regulären Armee abhängig, das hat bisher erstaunlich gut funktioniert, im Dezember gab es da aber mehrere Berichte über Probleme, möglicherweise, weil die russische Armee realisiert hat, dass die Reserven nicht ewig reichen, und angefangen hat, Munition für die eigenen Einheiten zu priorisieren.


    Ist aber auch immer davon abhängig, wer gerade in Moskau mehr Einfluss hat.

    Wie es längerfristig mit Wagner weiter geht, ist dann ebenfalls die Frage. Wobei ich persönlich davon ausgehe, dass, sollte Russland nicht kollabieren, Prigoschin einen "Unfall" haben wird, sobald er seine Schuldigkeit getan hat, er hat sich doch ziemlich viele Feinde gemacht.

    Das Problem wird sein, daß es wieder jemand aus der SPD sein wird. Die sind aber eher so mimi mit der Armee. Dann wird es wohl auch wieder ne Frau werden.

    Wer sollte das dann sein?

    Eva Högl. Wehrbeauftragte der SPD im Bundestag.
    Nachdem die Bundeswehr anfänglich etwas gefremdelt hat mit ihr, nachdem sie jetzt nicht unbedingt vom Fach war, ist sie mittlerweile unter den Soldaten ziemlich angesehen, und hat in ihrer Zeit in der Funktion sehr viel Zeit mit dem Thema Bundeswehr verbracht.

    Hätte mich auch gewundert.
    Bei all dem voreiligen Gerede über den Tod der Kampfpanzer ist nämlich die Performance der Kampfhubschrauber ein wenig untergegangen.

    Durch eine Kombination aus hoher Flugabwehr-Dichte, starren Fronten und flachem Terrain ist die Nische, wo sie sinnvoll eingesetzt werden können, in der Ukraine nämlich ziemlich klein, die meisten ihrer Einsätze beschränken sich auf das Abfeuern ungelenkter Raketen aus großer Entfernung.


    Die 30 Panzerhaubitzen werden die Ukrainer aber freuen, sonderlich große Umschulung dürfte keine nötig sein, da die bereits in relativ großer Zahl eingesetzten polnischen Krab Haubitzen denselben Turm verwenden.

    Die Challenger 2 werden den Logistikern Kopfschmerzen bereiten, sind allerdings als "Dammbusters" für Leopard 2, die Scholz sein Eskalations- und Alleingangs-Argument wegnehmen, politisch enorm wertvoll.
    Wobei spannenderweise auch Russland seinen Teil dazu beigetragen hat, statt von Atomkrieg, hat der offizielle Kreml von einem "moralischen Tabubruch" gesprochen, und das Außenministerium hatte gesagt, die Waffenlieferungen seien legitime Ziele für Luftschläge (exakt dasselbe, was man schon bei Javelin, HIMARS, und Panzerhaubitze 2000 gesagt hatte).


    Bin auf jeden Fall gespannt, was dann bei der Rammstein Konferenz am 20. alles angekündigt wird.

    Selbst dem dümmsten Anhänger der russichen Propaganda sollte auffallen dass irgend was gewaltig an der russichen Geschicht stinkt.

    Vielleicht ist mir es ja auch etwas entgangen, aber ich weiß gar nicht ob es inzwischen überhaupt einen Beleg für auch nur eine einzige zerstörte Himars gibt. Eine Panzerhaubitze 2000 soll wohl mal einen Nachbereichstreffen erlitten haben. Aber die Panzerung reichte aus, so dass sie wegfahren konnte.

    Es gibt bestätigte Berichte, dass die Russen eine HIMARS-Atrappe erwischt haben. Für die Vernichtung eines echten Werfers gibt es hingegen noch keinen Beweis, und wie Menderon bereits angemerkt hat, kann die russische Zahl alleine schon deshalb nicht stimmen, weil die Ukraine gar nicht so viele hat, wie Russland zerstört haben will.


    Auf die Panzerhaubitze 2000 gab es, soweit ich weiß, mindestens einen Nahbereichstreffer mit Artillerie und einen Volltreffer mit einer "loitering Munition"/"Kamikaze-Drohne" wobei in beiden Fällen die Panzerung gehalten hat, wobei die mit dem Volltreffer danach vermutlich ein neues Rohr benötigt hat.

    Was es erwischt hat, waren 5 Krab (aus Polen) und 2 M109 (von Norwegen geliefert) Panzerhaubitzen, dazu noch 21 gezogene Haubitzen.

    Um die Besatzung zu töten muss die Munition gar nicht durchschlagen. Bei einem Frontaltreffer stirbt die Besatzung häufig auch an einem Genickbruch, durch die Wucht der Explosion. Habe ich zumindest damals von einem Bundeswehrausbilder gesagt bekommen und halte es für sehr glaubhaft. Ein Panzer ist ohnehin alles andere als bequem. Aber gut, das führt uns zuweit ab.

    Bin kein Soldat, aber die Aussage verwundert mich.

    Es stimmt, dass ein Panzer ein ziemlich schlechter Ort ist, um einen Verkehrsunfall zu haben, nicht angeschnallt und zahlreiche metallene Ecken und Kanten sind eine schlechte Kombination.

    Ein nicht-durchschlagender Fronttreffer ist aber kein Verkehrsunfall.

    So ein Leopard 2 wiegt 65-70 Tonnen, ein modernes Wucht- oder HE-Geschoss hat zwar viel kinetische Energie, aber irgendwie bezweifle ich, dass sie ausreicht, um ein derartiges Monstrum weit genug zu versetzen, auch wenn es natürlich ein "major emotional event" wäre.

    Würde sonst auch keinen Sinn machen, derartig viel Aufwand in die Panzerung zu stecken, wenn sie eh nichts bringen würde.


    Anders kann es eventuell beim Leopard 1 aussehen, dessen Panzerung ist aus reinem Stahl, und dünnen genug, dass ein nicht-durchschlagendes Hochexplosiv- oder Quetschkopfgeschoss eine Schockwelle erzeugt, die dafür sorgt, dass im inneren Teile der Panzerung abplatzen und durch den Panzer fliegen, mit tödlichem Ausgang für die Besatzung.


    Was die Frage der Lieferung angeht: Norkzlam hat bereits erwähnt, wieso der Leopard 2 die naheliegendste Option ist.

    Leopard 2A7 oder 2A6 vermutlich nicht, die haben doch diverse Komponenten, von denen man hofft, dass Russland sie noch nicht kennt, aber der Leopard 2A4, die in Europa häufigste Variante, ist alt genug und verbreitet genug (inklusive in Staaten wie der Türkei oder Österreich) dass der russische Geheimdienst ihn bereits ziemlich gut kennen dürfte.


    Mal sehen, ob sich in diesem Jahr da etwas bewegt.

    Bei Schützenpanzern scheint ja etwas weiterzugehen, die USA überlegen die Lieferung von Bradley, wenn das so kommt, wäre Scholz zum Offenbarungseid gezwungen, ob er Marder liefert oder nicht.

    Bei Kampfpanzern ist ebenfalls nicht auszuschließen, dass ein anderes europäisches Land, etwas Finnland, wo es gerade eine Diskussion darüber stattfindet, zuerst liefert, und Scholz dann Farbe bekennen muss.

    Saladin
    Von der derzeitigen Entwicklung halte ich ziemlich wenig.

    Hatte vorher schon keine sonderliche positive Meinung von Netanjahu, aber jetzt fügt er seinem Land in seinem Machtrausch und seinen Versuchen, das Korruptionsverfahren gegen ihn abzudrehen, schweren Schaden zu.


    Wie viele der Gesetzesvorhaben, die seine künftigen Koalitionspartner durchdrücken wollen, tatsächlich durchs Parlament kommen (die Mehrheit seiner Koalition im Parlament ist ziemlich dünn, und inkludiert einige notorische Querulanten, die gefühlt alle 2 Jahre die Partei wechseln), ist allerdings eine offene Frage. Ebenso offen ist die Frage nach deren Halbwertszeit, entweder weil sie vom Höchstgericht einkassiert werden, oder weil die Koalition nach 1-2 Jahren zerbricht und die Nachfolgeregierung sie aufhebt.


    Was EU und USA angeht, würde ich sagen, dass man sich mit offener Kritik an der Innenpolitik eines souveränen Staates vorerst zurückhalten sollte, außer es passiert etwas wirklich Drastisches. Allerdings sollte man hinter den Kulissen doch deutliche Warnungen Richtung Netanjahu schicken.

    Was die langfristige Perspektive angeht: Die israelische Politik ist für ziemlich viele Überraschungen gut, ich würde also erst einmal abwarten, bevor ich eine Machtübernahme der religiösen Fanatiker voraussage, das sind nach wie vor Kleinparteien, die halt derzeit einen überdurchschnittlichen Einfluss haben, weil Netanjahu sie für seine Regierung benötigt.

    Das kann in 5 Jahren schon wieder ganz anders aussehen.



    Warum ich erst so spät dazu schreibe: Ich habe nicht mehr so viel Zeit fürs Forum wie zu meinen Zeiten als Student, und habe mich dieses Jahr mehr auf den Ukraine-Krieg fokussiert.