Beiträge von IWST

    War ein Feiertag, da ist es recht üblich, dass einem Teil der Soldaten freigegeben wird.
    Man hat sich zu sehr auf den Grenzzaun und die ferngesteuerten Wachtürme verlassen.

    Würde ich als Teil der Hybris und Fahrlässigkeit sehen.

    Was Extremisten angeht: Gerade die Hisbollah bietet hier ein Beispiel für eine Terrororganisation, die zwar große Töne spuckt und mit Raketen schießt, aber vor dem großen Krieg bisher zurückgeschreckt ist, obwohl sie von den Verbündeten in Gaza dazu aufgefordert wurden.

    Nicht verhaftet und wegen Korruption angeklagt zu werden halte ich für ein starkes Motiv.

    Nur dass der Hamas-Überfall das nicht unwahrscheinlicher, sondern wahrscheinlicher macht. Vor dem Krieg hatte er eine erstaunlich stabile Mehrheit im Parlament, der Prozess gegen ihn lief auf Sparflamme, und sein Ruf als Mr. Security hat dafür gesorgt, dass viele über seine negativen Aspekte hinweggesehen haben.
    Das ist jetzt nicht mehr der Fall, seine Koalition hat ein Ablaufdatum, einerseits direkt wegen des 7. Oktober, andererseits weil dadurch indirekt das Thema Wehrpflicht für Ultraorthodoxe wieder hochgekocht ist, er hat sich mit Militär, Geheimdienst und weiten Teilen der Bevölkerung zerstritten, und jetzt droht ihm auch noch ein internationaler Haftbefehl.

    Soweit ich das mitbekommen habe, war man sich sehr früh darüber im Klaren, dass das Bullshit ist, wollte bei den Amerikanern aber nicht dumm dastehen.

    Das hatte ich anders gelesen, der Bericht hat im BND weite Kreise gezogen, und wurde dann an die CIA übergeben, die ihrerseits so von der fixen Idee eines dritten irakischen Atomprogramms besessen war, dass sie Widersprüche einfach beiseite gewischt hat.

    Aber sie für so einen Terrorangriff zu unterschätzen ist Unsinn. Die reden den ganzen Tag davon dich auszulöschen und haben viele Waffen, da zieht man doch nicht fast alle Soldaten von der Grenze ab.

    Medwedew redet den ganzen Tag davon, einen Atomkrieg zu beginnen.

    Wobei ja nicht davon ausgegangen wurde, dass es gar keinen Angriff geben würde, sondern dass es maximal kleine Angriffe geben würde, gegen die man sich mit den vorhandenen Verteidigungsanlagen und Truppen leicht würde verteidigen könne, wie schon bei den letzten Kriegen mit der Hamas. Nennt sich Überheblichkeit, und ist den Israelis im Jom Kipur Krieg 1973 (ein 6. Oktober und ebenfalls ein jüdischer Feiertag) schon einmal passiert, als man dachte, der Gegner könne doch unmöglich die Verteidigungsanlagen überwinden (der Meinung war übrigens auch die mit den Arabern verbündete Sowjetunion)

    Mein Tipp ist auf unfähig und gehören ersetzt.

    Netanjahu, der Kommant der Gaza Division (der mittlerweile zurückgetreten ist) und etliche andere Offiziere und Geheimdienstler waren so sehr in ihrer Sicht der Welt festgefahren, (die Hamas sei weder willens noch fähig soetwas durchzuziehen, die Haupt-Bedrohung seien der Iran und die Hisbollah), dass sie gegenteilige Indizien schlicht ausblendeten oder verwarfen (zu Geheimdienstberichten muss man wissen, dass diese in verschiedenen Stufen der Wahrscheinlichkeit kommen, und es durchaus vorkommt, dass sie falsch liegen, siehe die Warnung des BND vor einem irakischen Biowaffenprogramm).


    Kleine persönliche Annekdote: in meinem Auslandsmester vor 8 Jahren hatte ich einen Professor der vor seiner akademischen Karriere bei einem israelischen Geheimdienst war, dieser hatte ebenfalls gemeint, die Hamas sei, was Bedrohungen angeht eher weiter unten angesiedelt.


    Meiner Ansicht fehlt auch, gerade für Netanjahu das Motiv für Absicht. Einer der wichtigsten Gründe für Netanjahus Wahlerfolge war der Ruf als Mr. Security, der Ruf wurde am 7. Oktober zertrümmert, was sich in einem massiven Absturz in den Umfragen widerspiegelte.

    Der Spiegel hatte im November mal einen Artikel dazu.

    Die katarische Unterstützung für die Hamas geht allerdings schon länger zurück, auf 2011/12.


    Gibt da unterschiedliche Erzählungen von wem bei der Finanzierung die Initiative ausging, es gibt auch jene, wonach die USA unter Obama die israelische Regierung mit einer Kombination aus Druck und Versprechungen (dass die Hamas keinen großen Krieg starten wird, wenn ihr der Status quo viel Geld einbringt) dazu gebracht hätte, das zuzulassen.

    Schiffe und Inseln sind jedenfalls nicht das erste was mir einfällt, wenn ich an das Römische Reich denke.

    Wie John schon erwähnt, gibt es im Mittelmeer durchaus einige Inseln, Schiffsverkehr sowieso. Auf den britischen Inseln, wo ja die zweite Karte angesiedelt sein soll erst recht.

    Anno 1404 war auch thematisch im Mittelmeerraum angesiedelt.

    Zumal Anno sich nicht direkt an realer Geographie orientiert, das Cape Trelawny in 1800 hat mit dem realen Kap Trafalger auch eher wenig zu tun, und die Hauptstadt von Äthiopien ist nicht gerade auf einer Insel.


    Was ich mich eher frage, ist, was für Unterschiede es zwischen den beiden Startgebieten geben wird, was für Warenketten man haben wird, wie die Entwickler an das Thema Militär herangehen, und ob es im Vergleich zu früheren Teilen neue Mechaniken geben wird.

    Wie es in Frankreich weitergeht, wird definitiv spannend.


    Was die Machtverhältnisse im Europaparlament angeht, und das wurde ja eigentlich gewählt, war die Wahl dagegen eher unspektakulär.
    Die Europäische Volkspartei/Konservative von 176 auf 186 Sitze.

    Die Sozialdemokraten von 139 auf 135
    Die Liberalen von 102 auf 79

    Die Grünen von 72 auf 53
    Die Linken von 37 auf 36 Sitze
    Die EKR (Nationalkonservativ) von 69 auf 73 Sitze
    Die ID (Nationalisten) von 49 auf 59 Sitze.
    Dazu noch die 15 AFD Abgeordneten, die aus der ID Fraktion geflogen sind, die 10 Fidesz Abgeordneten, die von den Konservativen vor die Tür gesetzt wurden, die 5 slowakischen SMER Abgeordneten, die von den Sozialdemokraten suspendiert wurden, 9 von den italienischen 5 Sternen und ein paar andere Fraktionslose.


    Die bisherige Koalition aus EPP, S&D und RE hat nach wie vor eine solide Mehrheit.



    In Deutschland und Österreich kann man natürlich spekulieren, was das für die anstehenden Wahlen zum Bundestag bzw. Nationalrat bedeutet, allerdings dauert es noch einige Monate bis dahin, und EU und nationale Wahlen sind nicht zu 100% vergleichbar.

    Ist leider kein Einzelfall, es gibt massenhaft Berichte über das Aushungern, Foltern und Ermorden von Kriegsgefangenen, wie auch gefangengenommenen Zivilisten. Auch gewährt Russland dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz keinen Zugang zu den Kriegsgefangenen, anders als die Ukraine.

    Wobei die Bundeswehr deutlich kleiner ist, als die ukrainische oder russische Armee, und auch deutlich weniger Artilleriegeschütze hat (Bundeswehr: 134 Panzerhaubitzen, 230 155mm Haubitzen, 290 155mm Panzerhaubitzen und Hunderte weitere Geschütze in den Kalibern 105, 122, 152 und 203mm).

    Solange allerdings NATO und EU nicht zerbrechen, würde die Bundeswehr nicht alleine kämpfen müssen. Gäbe da noch Frankreich, Großbritannien (ok, deren Armee ist noch mehr am Sand als die deutsche), diverse kleinere, Polen, das am Weg ist, die stärkste Armee der EU aufzubauen, und je nachdem wie der Ukrainekrieg ausgeht auch die Ukraine.


    Ebenfalls anzumerken sei, dass im Ukrainekrieg keine der beiden Seiten ihre Luftwaffe voll ausspielen kann, da es an entsprechenden Flugzeugen und für die SEAD (Surpression of Enemy Air Defense) Mission ausgebildeten Geschwadern mangelt. Wäre dies anders, würde Luftunterstützung den Bedarf an Artilleriemunition deutlich senken.
    Wobei es hier in Europa leider nicht viel besser aussieht, im kalten Krieg hatten hier noch mehrere Staaten gut aufgestellt, mittlerweile gibt es hier nur mehr recht rudimentäre Fähigkeiten in einer Handvoll Länder. Da wäre Europa auf die USA oder potenziell Israel angewiesen, um die feindliche Flugabwehr zu unterdrücken, und die eigenen Luftwaffen tatsächlich voll einsetzen zu können.

    Unterstreicht meinen Punkt. Die Hamas sind halt so schlimm, dass man Kritik nicht üben darf. Und solang Israel nicht ins absolute Superlativ rutscht, dürfen alle Mittel eingesetzt werden. Es kann ja schlimmer sein...schöne Rechtfertigung. Sagt man sich auch nur, solang noch Luft nach oben ist.

    Man kann auch den Vergleich mit den USA und dem Irak in Mosul ziehen, beides Demokratien.
    Ebenfalls Kampf im städtischen Raum gegen eine Terrororganisation. Es starben ca. 40.000 Zivilisten und zwischen 6000 und 8000 der dort verschanzten 8000 Terroristen. Es gab keine internationale Verurteilung, ja sogar eher Unterstützung.
    Oder der globale Durchschnitt, laut UN Schätzungen sterben beim Kampf im urbanen Raum pro getötetem Soldaten 9 Zivilisten.
    Im Gazastreifen hat Israel ausreichend Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen, um ein Verhältnis irgendwo zwischen 1,2:1 (israelische Einschätzung, dass 16.000 Zivilisten und 14.000 Terroristen starben) und 2:1 (US-Einschätzung von 8000 bis 12.000 getöteten Hamas Kämpfern, für die Zivilisten nehme ich hier ebenfalls die israelische Zahl, da die 35.000 Zahl der Hamas bis zur Unkenntlichkeit manipuliert ist, und die Zahl der im zentralen Sammelsystem der Gaza-Krankenhäuser identifizierten Toten "nur" 19.000 beträgt von denen nach Abzug der über-Repräsentation der Männer 12-13.000 übrig bleiben. Wobei selbst bei den 35.000 der Hamas ein Verhältnis von 2:1 bleibt, wenn man die höhere US-Schätzung nimmt, 3:1 bei der niedrigeren) zu erreichen, was im internationalen Vergleich ein ziemlich niedriger Anteil getöteter Zivilisten ist.

    Angesichts der Umstände, stark bebautes, relativ dicht besiedeltes Gebiet, 28.000-48.000 gut bewaffnete und fantastische Terroristen, die gezielt menschliche Schutzschilde einsetzen, Raketen die aus Gaza auf israelische Städte abgefeuert werden und dabei öfters mal im Gazastreifen abstürzen und dabei zur Zahl der Ziviltoten beitragen, das gewaltige Ausmaß der militärischen Infrastruktur der Hams, der Druck die Geiseln möglichst schnell zurückzubekommen, des Umstandes, dass man ein kleines Land ist, welches mehrere Nachbarländer hat, die es vernichten wollen, und dass man 19-jährige Wehrpflichtige an der Front stehen hat, statt Berufssoldaten oder "entbehrliche" lokale Verbündete, würde ich eher sagen, dass da realistisch gesehen bei den Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung nach unten weit weniger Luft ist, als nach oben.


    Fairerweise muss man, sagen, es ist Luft nach unten, das beste Beispiel für noch niedrigere zivile Verluste in so einer Umgebung sind ironischerweise Israels frühere Gaza-Kriege, und es gab wohl in etlichen Fällen zu wenig Kontrolle, ob die Standards zum Vermeiden ziviler Toter eingehalten wurden, etwa bei dem Luftangriff auf das World Central Kitchen Team. Auch diverse Aussagen von rechts-außen Regierungsmitgliedern dürften dafür gesorgt haben, dass es Fälle gegeben haben dürfte, wo Soldaten bei ihren Entscheidungen die Zivilbevölkerung ignoriert haben dürften.


    Für die Nahrungsmittelversorgung im Oktober, November und Februar hätte man vermutlich aus humanitärer Perspektive mehr unternehmen können, mittlerweile fließen aber trotz der Blockadeversuche von radikalen Siedlern große Mengen, im April 2024 etwa laut Zählung der UN-Organisationen vor Ort doppelt so viele wie vor dem Krieg im April 2023 (was nicht bedeutet, dass es im Gazastreifen keinen Hunger gäbe, aber die Gründe dafür liegen weit mehr bei der Hamas und diversen kriminellen Banden, und dem Umstand das einzelne Viertel aufgrund von Kampfhandlungen teils wochenlang nur schwer erreicht werden können).

    Von "solange noch Luft nach oben ist", ist Israels Vorgehen aber dennoch weit entfernt.

    Die Entwicklungen laufen bereits seit längerem.


    Einerseits gibt es die bereits vorhandenen Technologien:

    1: Radargesteuerte Flak. Hier hat vor allem die Ukraine das Problem, dass der Westen diesen Bereich in den letzten Jahren massiv vernachlässigt hat, weshalb es viel zu wenige davon gibt.

    2: Elektronische Kriegsführung. Hier gibt es ein ständiges Wettrüsten zwischen Störmaßnahmen und dem Versuch diesen zu umgehen, weshalb heutzutage die meisten Drohnen regelmäßig neue Antennen bekommen, die die zu "starr" sind und nicht mithalten können, wie die amerikanischen Systeme die geliefert wurden, sind ziemlich ineffektiv.


    Dann gibt es die neuen Entwicklungen:


    3: neue Formen der kinetischen Abwehr.

    Einseits die Modifikation Abstandsaktiver Schutzsysteme, die auf israelischen Panzern bereits sehr erfolgreich zur Raketenabwehr eingesetzt werden, und mit Anpassungen auch gegen Drohnen die das Fahrzeug angreifen wollen, wirksam sein sollten.


    Andererseits die Anpassung ferngesteuerter MGs wie sie bereits auf vielen Panzerfahrzeugen im Einsatz sind, mit neuen Sensoren und Feuerleitrechnern, um in der Nähe befindliche Drohnen abzuschießen.


    4: Laser- und Mikrowellen-Waffen. Beide sind schon seit geraumer Zeit in Entwicklung, und hatten bereits erfolgreiche Tests, allerdings sind sie beide noch relativ "unhandlich" und dürften bis zur Einsatzreife noch einiges an Entwicklung benötigen. Wenn sie dann aber einmal so weit sind, könnten es enorm effektive Waffen gegen Drohnen sein, gerade Mikrowellenkanonen haben das Potenzial mit einem einzigen "Schuss" ganze Drohnenschwärme vom Himmel zu holen.

    Großbritannien ist Israel gegenüber relativ feindlich eingestellt.
    Frankreich schwankte in der Vergangenheit immer wieder hin und her, je nach Regierung gab es entweder einen Beistandspakt oder ein Waffenembargo.



    Meine Befürchtung ist eher, dass bei einem Total-Bruch der USA mit Israel, die Volksrepublik China eine Chance wittern würde. Gab da zeitweise eine gewisse Zusammenarbeit im militärischen Bereich, bis Israel auf Druck der USA die Kooperation gestoppt hat, und als es wegen des Khashoggi-Mordes zwischen Saudi-Arabien und den USA kriselte, ist damals auch China in die Lücke vorgestoßen. Israel ist zwar innenpolitisch westlich, aber außenpolitisch ist es extrem pragmatisch, wenn es der eigenen Sicherheit dient, arbeitet man mit jedem zusammen, da wurde in der Vergangenheit auch die Islamische Republik Iran, gegen den Irak unterstützt, da zum damaligen Zeitpunkt Saddam die größere Bedrohung war.

    Klar ist die Ukraine aktuell akuter in ihrer Existenz gefährdet.
    Was ich ansprechen wollte, ist, dass "Defensivwaffen" alleine zur Existenzsicherung unzureichend sind. Deshalb schadet das westliche Verbot, westliche Waffen gegen Ziele in Russland einzusetzen, ja der Ukraine so. Aus demselben Grund ist aber Nachschub für Iron Dome alleine nicht ausreichend um Israels Sicherheit zu stützen, wobei Israel natürlich den Vorteil hat, viele Waffen, inklusive Atomwaffen, selbst zu produzieren. Wenn Israel sich aber nur auf ausländische Waffenlieferungen verlassen hätte, würde es aber möglicherweise nicht mehr existieren.

    Was die Ziviltoten angeht: Möglichst viele Ziviltote zu generieren, ist die Strategie der Hamas, um Israel international zu isolieren. Die Rekrutierung zusätzlicher Kämpfer funktionierte auch in Friedenszeiten mit 0 Ziviltoten wunderbar.

    Man kann sich doch exakt auf sie verlassen? Sie haben gesagt greift nicht Rafah an, sonst keine Munition. Israel greift Rafah an, keine Munition. Verlässlicher geht's kaum.


    Gleichzeitig wird betont, dass Defensivwaffen, etwa für Iron Dome weiterhin geliefert werden, somit ist die Sicherheit Israels weiterhin gewährleistet.

    Nicht wenn sie davor gesagt hätten: Führt keinen großen Gegenangriff gegen den Iran durch, dafür unterstützen wir euch bei Rafah.

    Und sorry, aber Iron Dome alleine ohne andere Systeme ist wertlos. Das ist genauso kurzsichtig wie in der Ukraine, wo der Westen zwar Flugabwehr liefert, aber zu wenig, um alle Raketen abzufangen, und gleichzeitig nicht die Mittel liefert, um die Startplattformen der Raketen zu vernichten.

    Naja, das vorgehen der IDF verursacht halt sehr viel Collateral Damage. Es sind mittlerweile mehrere tausend von den IDF getötete Kinder. Die Israelische Regierung geht von mindestens 10.000 von ihnen getöteten Zivililisten aus.

    16.000 ist die aktuelle Schätzung der israelischen Regierung.

    Was die USA in anderen Fällen nicht störte, in Mosul haben irakische Artillerie und amerikanische Luftwaffe 40.000 Zivilisten getötet, und das, obwohl sich dort deutlich weniger feindliche Kämpfer und Zivilisten aufhielten als in Gaza.
    Die Schlacht von Manila im 2. Weltkrieg hatte 100.000 Ziviltote.
    Urbane Kriegsführung ist leider meistens eine extrem blutige Angelegenheit (Ausnahmen gibt es primär dann, wenn die Stadt bereits zuvor großteils entvölkert war, wie das in Raqqa der Fall war, oder wenn die Verteidiger rasch brechen), und wenn der Verteidiger derart intensiven Gebrauch von menschlichen Schutzschilden wie die Hamas, erhöht dies das Risiko von Kollateralschäden nochmals deutlich.

    Biden ist offenbar vor dem linken Flügel seiner Partei eingeknickt, und blockiert jetzt Waffenlieferungen an Israel, die für die Radar-Offensive bestimmt waren.
    Das, nachdem Israel die Offensive monatelang verschoben hat, um Zeltstädte in Mittgelgaza zu bauen, und den USA Zeit für den Bau eines Hilfsgüter-Hafens zu geben, um ein Auswichen der Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Falls es, wonach es aussieht, nach dem iranischen Raketenangriff auf Israel einen Deal gab, Israel verzichtet auf einen großangelegten Gegenschlag, dafür unterstützen die USA die Rafah-Offensive, wäre er zudem wortbrüchig geworden.

    Zur Kompromissbereitschaft der Hamas trägt das jedenfalls nicht bei. Nachdem der jüngste Vorschlag zu einem Geiseldeal ihr erneut entgegenkommen war (33 statt 40 Geiseln) hat sie rotzfrech behauptet einem Geiseldeal zugestimmt zu haben, obwohl sie in Wahrheit einen Gegenvorschlag übermittelt hatte. Einige Personen in der US-Regierung und in Medien haben behauptet, dieser würde sich nur minimal von dem auf dem Tisch liegenden Deal unterscheiden. Wenn man die Wörter zählt, die geändert wurden, mag dies stimmen, aber inhaltlich hat die Änderung von "33 lebende Geiseln" zu "die Körper von 33 toten und lebenden Geiseln" und das Hinzufügen der Forderung nach einem israelischen Abzug aus Gaza nur wenig mit dem eigentlich vorgeschlagenen Deal zu tun.


    Nach der über 6 Monate langen Blockade der Ukraine-Hilfe im US-Kongress ein weiteres Zeichen, dass man sich auf die USA als Verbündeten nicht verlassen kann.

    Einsatz durch Polizei im Inneren und durch Militär nach Außen sind unterschiedliche Dinge, die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegen.


    Ein Beispiel wären Deformationsgeschosse, die von der Polizei eingesetzt werden, da Sie das Risiko minimieren dass die Kugel durch den Verdächtigen hindurch gehen und dahinter stehende Personen treffen. Der Einsatz im Krieg ist allerdings durch die Haager Landkriegsordnung verboten, als Geschosse die "geeignet sind, unnötige Leiden zu verursachen"

    Das andere Beispiel ist Tränengas, das beim Einsatz im inneren Legal ist, dessen militärischer Einsatz aber durch die Chemiewaffenkonvention verboten ist. Hier kommt noch der Kontext hinzu, bei Tränengaseinsatz gegen Demonstranten haben diese in der Regel die Möglichkeit, sich einfach zurückzuziehen. Im Krieg bedeutet das Verlassen der Stellung um dem Tränengas zu entgehen oft, dass man sich ins Schussfeld begeben muss.

    Gute Frage.
    Die Sache ist: Mir würden in den letzten 150 Jahren gerade keine Kriege einfallen, die von Demokratien gewonnen wurden, die ein sonderlich großes Problem mit sich ins Ausland absetzenden Wehrpflichtigen hatten. Während der Weltkriege waren die Optionen für Desertation ins Ausland eher gering, weshalb sie meist während des Krieges verurteilt wurden, den Vietnamkrieg haben die Amerikaner verloren (damals gab es 4 Jahre nach dem amerikanischen Abzug eine Amnestie für Kriegsdienstverweigerer).

    Das US-Repräsentantenhaus hat gestern nach über einem halben Jahr Verzögerung endlich ein neues Hilfspaket verabschiedet, es wird davon ausgegangen, dass der Senat am Dienstag, ebenfalls zustimmt, der Präsident am selben Tag unterschreibt, und das US-Militär binnen einer Woche mit den Lieferungen beginnt.

    Zu verdanken dürfte die Ukraine diesen Sinneswandel der Amerikaner unter anderem dem iranischen Angriff auf Israel haben, der unter den Republikanern zu erhöhtem Druck auf den Sprecher des Repräsentantenhauses geführt hatte, endlich die Hilfspakete für Ukraine, Israel und Taiwan zu verabschieden.