Beiträge von John

    De Santis hat sich zwischenzeitlich schwere Patzer geleistet. Vor allem im Auftreten. Über den Inhalt brauchen wir nicht reden. Haley wäre ja derzeit meine Wahl. Aber man erkennt, dass Trump sich (wieder einmal) durchsetzen wird. Man kann nur noch beten, dass es Biden trotz seines hohen Alters irgendwie gelingt, Trump zu verhindern, und dass sich alle Feinde Trumps notgedrungen hinter Biden versammeln.


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    CNN berichtet über den Ausfall wesentlicher Teile des US-Mobilfunknetzes. Spekulationen kursieren über eine mögliche Attacke auf das Netz von ausländischen Mächten. Da fallen mir direkt die Warnungen bezüglich einer russischen Satelitenwaffe ein…

    Junge Männer, die für Nawalny Blumen niedergelegt haben, wurden offenbar vor Ort direkt festgenommen und mussten bei ihrer Haftentlassung einen Einberufungsbefehl in die Armee und für die Ukraine-Operation unterschreiben: „Wenn du nicht unterschreibst, brechen wir dir die Finger. Also, wirst du für uns kämpfen?“


    Widerlich. - Immerhin weiß man so ein Mal mehr, wo der Feind steht und was man von diesem Russland zu erwarten hätte.

    X-Account von Nawalny-Witwe zeitweise gesperrt | tagesschau.de


    Wie oben zu lesen ist, hat Putin wohl persönlich vor zwei Tagen die beiden Offiziere der Gefängnisverwaltung zu Generälen befördert, die für die Verschärfung der Haftbedingungen für Nawalny direkt verantwortlich waren.

    Ich mache den Unterschied mit wem man Umgeht.

    Dem Russischen Staat an sich. Das ist dann die Ebene auf den Fragen des Handels, der politischen Beziehungen, eben zwischenstaatlichen Fragestellungen. Hier sollte man die Möglichkeit ergreifen, die einem zustehen. Sprich sich als Staat zu entscheiden, wie man mit anderen Staatsgefügen umgeht, die nicht der eigenen Ausrichtung entsprechen. Hier sehe ich es als vollkommen legitim an (und das ist auch die Antwort auf deine Frage), eine vollständige Isolation zu fahren. Die einzige Aufweichung der Isolation sehe ich hier, dass es stets mindestens ein rotes Telefon geben sollte. Diplomatische Niederlassungen sind ja nur notwendig, wenn es Visa-Kontingent gibt.

    Hier sind wird einer Meinung.

    Aber als “fiktives” Szenario zum Abschluss. Stelle dir nur mal vor zwei Länder führen Krieg, das ein Land würde während der Kriegshandlungen trotzdem noch die leidende Bevölkerung uneingeschränkt Nahrung und medizinische Versorgung zur Verfügung stellen.

    Für viele Undenkbar, für mich ein Anfang.

    Hier eher nicht. Ich halte das in einem Kriegszustand für nicht umsetzbar, zumal wenn von einer Seite (wie von Russland in Syrien und der Ukraine) gezielt Krankenhäuser, Getreidelieferungen und Sanitäter attackiert werden.

    Ich lehne die nukleare Abschreckungsstrategie ab, das ist vollkommen korrekt.

    Auch da sind wir unterschiedlicher Auffassung.

    Stellen wir uns nur mal vor, dass morgen alle in und wirklich alle Atomwaffen abgerüstet und weg wären. Wäre die Welt sicherer? Nein, wie lange würde es dauern, bis eine Nation, die sie vorher produzieren konnte, diese wiederherstellen könnte. Wenn sie in einer Krisenlage wäre. Wahrscheinlich 3 bis 4 Wochen, alles ist da, die Blaupausen, das Know-how, Material alles, die Büchse der Frau aus Lehm ist offen.

    Eben, aber weil das so ist, macht es auch keinen Sinn mehr über eine atomwaffenfreie Welt zu sprechen. Die Büchse der Pandora schließt sich leider nicht mehr.

    Eine nukleare Abschreckungsstrategie ist äußerst heikel, es darf einfach nichts schief gehen. Wir haben uns unter anderem Aufgrund der unkalkulierbare Gefahren zum Atomenergieausstieg entschieden und möchten aber die Strategie der nuklearen Abschreckung bei behalten und gegebenenfalls ausbauen. Mhhh.

    Das ist ein Argument, dass ich gelten lasse. Wer für atomare Abschreckung ist, kann eigentlich nur schlecht gegen die Nutzung von Atomenergie argumentieren.

    Dass der nukleare Vorhang den kalten Krieg nicht zum heißen Krieg hat werden lassen. Kann keiner mit Genauigkeit sagen.

    Das Problem ist etwa gleich, wie wenn ich mir ein Jahr jeden Tag eine Kopfschmerztablette einwerfe und keine Kopfschmerzen bekomme. Lag es an der Tablette oder hätte ich gar keine bekommen?

    Ich habe noch keinen seriös sagen hören, das können wir ex post klar falsifiziert belegen. Wenn du da was hast, bitte her damit.

    Naja, das sehe ich anders.

    *Sicherheitspolitische Gründe -> funktioniert nicht immer Bsp. Israel

    Inwiefern funktioniert das bei Israel nicht? Ich wäre mir da jetzt nicht so sicher. Die Nachbarstaaten lassen Israel relativ unbehelligt.

    Hätte Milosevic Atomwaffen gehabt, gäbe es heute das Balkan Konstrukt nicht. Hätte Saddam Hussein die Bombe gehabt, wäre Kuwait heute nicht mehr existent. Und einer der letzten Statements von Gaddafi war, dass er besser mal weiter versucht hätte, Atomwaffen zu beschaffen.

    Das ist richtig. Umgekehrt gilt es aber genauso. Hätte die Ukraine ihre Atomwaffen behalten, dann gäbe es sie heute noch. Du belegst doch hiermit gerade, wie wirkungsvoll die nukleare Abschreckung tatsächlich ist.

    Das Widerlichste an Kriegen und internationalen Konflikten ist schon immer gewesen, dass die einfachen Leute, die breite Bevölkerung, obwohl sie am Wenigsten dafür kann, am meisten darunter leidet. Das war schon immer so und lässt sich bisher leider nicht vermeiden, allenfalls abmildern.


    Übrigens zur Unterstützung der USA im Falle eines Angriffs Russlands auf die NATO:


    Man sollte nicht vergessen, wie lange es jeweils dauerte, bis die USA bereit waren sich in Europa zu Gunsten der Demokratien zu engagieren.


    1. Weltkrieg:

    Erst am 6. April 1917, also erst nach drei Jahren blutigster Kämpfe in Frankreich und ganz Europa, entschieden sich die USA zum Kriegseintritt gegen das Deutsche Reich und entschieden damit etwa 1,5 Jahre später im November 1918 den Krieg zu Gunsten der Entente-Mächte.


    2. Weltkrieg:

    Erst nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 entschieden sich die USA zum Krieg gegen das Deutsche Reich und Japan bzw. wurden dazu gezwungen, weil beide Staaten den USA den Krieg erklärten. Bis dahin gab es lediglich Waffenlieferungen. Zuvor hatte sie weder der Angriff auf Polen, Norwegen, Dänemark, Belgien und die Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Albanien, Jugoslawien, Griechenland und die Sowjetunion dazu bewegen können.


    Vor diesem Hintergrund engagieren sich die USA dieses Mal bereits viel stärker in Europa als damals. Sie haben bereits jetzt eine nicht unerhebliche Anzahl an eigenen Truppen in Polen, Estland, Tschechien, Georgien und der Türkei sowie massiv in Deutschland stationiert. Zudem bestehen vorbereitete Pläne und Infrastrukturen zur schnellen Verlegung von Truppen aus den USA nach Osteuropa. Und genau das wird ja auch in Manövern gerade geübt. Mal abgesehen von den zahllosen US-Bürgern, die sich in Europa befinden. Das heißt würde Russland die NATO angreifen, käme es derzeit kaum umhin, diese US-Truppen anzugreifen, was die USA praktisch direkt in den Krieg zöge. Russland könnte es sich ohnehin gar nicht erlauben die EU/NATO anzugreifen und die USA dabei unbehelligt zu lassen, da diese dann stets wie ein Damoklesschwert mit ihrem möglichen Kriegseintritt über dem Konflikt hängen würden. Ich denke daher, dass die Idee, die USA könnten sich aus so einem Konflikt heraushalten, nur hypothetisch ist. Es sei denn, Trump möchte wirklich sämtliche US-Truppen aus Europa abziehen, was nun wirklich nicht im Interesse der USA sein kann.


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    Lesenswert. Ich teile die Meinung von Landsbergis voll und ganz.


    K'had Sajuuk

    Lies dir bitte auch einmal Medwedews Telegram-Kanal durch. Kann man sich ja heute übersetzen lassen. Medwedew ist ehemaliger russischer Präsident und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates. Er galt mal als der „Moderatere“ im Vergleich zu Putin. Da wird einem klar, mit was für Leuten wir es zu tun haben. Dagegen waren Chruschtschow und Breschnew die Rationalität in Person.


    Telegram: Contact @medvedev_telegram


    Russischer Ex-Präsident: Medwedew droht erneut mit Atomkrieg - WELT

    Wirklich, ihr seid der Auffassung, dass ein Kind Mitschuld an dem Überfall auf die Ukraine trägt? Und deshalb legitime Ziele zur Erreichung eigener Zielsetzungen darstellen.

    Nochmal, wir reden hier von Kindern.

    Die Fallacy, dass die Kinder, die auf Kinderriegel verzichten müssen, auch die sind, die indoktriniert zu den Waffen greifen um an der Front ihr Leben zu lassen. Lässt euch scheinbar den Irrtum erliegen, eine Methode zu wählen, bei der durch Verzicht auf Süßwaren die Wehrfähigkeit Russland beeinflusst werden würde. Die Realität sieht aber so aus, dass die überragende Mehrheit Mannschaft- und Unteroffiziersdienstgrade aus Gegenden Russlands kommen dessen Ortsnamen die meisten noch nie gehört haben. Dort geht der Major zu den Familien der Gefallen und überreicht den Angehörigen einen Zentner Kartoffeln und diese bedanken sich unter Tränen der Dankbarkeit. Und diese Bevölkerungsschicht wollt ihr durch Verzicht auf Nahrung zum Umdenken bewegen.

    Nein, natürlich sind wir nicht dieser Auffassung. Weder ein Kind noch eine alte Rentnerin tragen eine Mitschuld an den aktuellen Ereignissen, so sie Putin nicht aktiv unterstützen. Putin und sein Regime sind die Schuldigen an dieser Politik. Sie sind damit auch keine "Ziele" unserer "Zielsetzungen". Wovon wir reden sind ungewünschte Nebeneffekte einer notwendigen Sanktionspolitik. Niemand möchte Kindern schaden. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass wenn du Putins Regime effektiv treffen, schwächen und destabilisieren möchtest, dann geht das nur über die Wirtschaft und den Wohlstand der breiten Bevölkerung. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und auch schon die neue Politik Gorbatschows hat es nur gegeben, weil das sowjetische Wirtschaftssystem nicht mehr funktioniert hat und die UdSSR im Grunde pleite war. Die Fabriken verrotteten, die Soldaten und Rentner wurden nur noch verspätet bezahlt. Die Theken in Metzgereien und Bäckereien waren leer und man musste im Winter Schlange für Waren anstehen. Und selbst wenn das Regime dadurch nicht stürzen würde, würde all das dennoch eine wirksame Schwächung seiner militärisch-strategischen Möglichkeiten bedeuten, weil Bürger die stundenlang in der Schlange stehen, um einen Leib Brot zu bekommen, in der selben Zeit nun einmal keine Granaten herstellen oder neue Raketentypen entwickeln können ect.. Das bedeutet, solche Reibungsverluste schwächen einen Staat auf vielfacher Ebene. Der Alltag macht die Bevölkerung mürbe und unzufrieden. Hunger und sinkende Lebensbedingungen sind auch einer der Hauptgründe, warum der Widerstand des Deutschen Reiches im November 1918 in sich zusammenbrach. Gepaart natürlich mit der militärischen Überlegenheit der Entente. Aber die Hungersnöte im Reich resultierend aus der Blockade der Entente waren so nachhaltig, dass die Nazis im 2. Weltkrieg alles daran gesetzt haben, diesen Zustand zu verhindern, was ihnen auch gelungen ist durch u.a. rücksichtslose Ausbeutung der eroberten Gebiete und bekanntermaßen haben die Deutschen im Zweiten Weltkrieg noch bis zum letzten Häuserblock gekämpft. Der Hunger in Deutschland begann im wesentlichen erst in den Wintern 45/46.

    Die Fallacy, dass die Kinder, die auf Kinderriegel verzichten müssen, auch die sind, die indoktriniert zu den Waffen greifen um an der Front ihr Leben zu lassen. Lässt euch scheinbar den Irrtum erliegen, eine Methode zu wählen, bei der durch Verzicht auf Süßwaren die Wehrfähigkeit Russland beeinflusst werden würde. Die Realität sieht aber so aus, dass die überragende Mehrheit Mannschaft- und Unteroffiziersdienstgrade aus Gegenden Russlands kommen dessen Ortsnamen die meisten noch nie gehört haben. Dort geht der Major zu den Familien der Gefallen und überreicht den Angehörigen einen Zentner Kartoffeln und diese bedanken sich unter Tränen der Dankbarkeit. Und diese Bevölkerungsschicht wollt ihr durch Verzicht auf Nahrung zum Umdenken bewegen.

    Im Prinzip läuft es darauf hinaus. Es geht aber nicht nur um eingeschränkte und verteuerte Lebensmittel. Es geht um Ersatzteile, Elektrogeräte, Haushaltsgegenstände, im Grunde alles was den Lebensstandard betrifft und / oder die russische Wirtschaft aufrechterhält. Letztlich ist es aber derzeit ohnehin so, dass Russland sehr gut die ausfallenden Lieferungen durch Produkte durch Eigenproduktion sowie aus Asien, namentlich China und Indien, ersetzt. Demnach steigen durch die westlichen Sanktionen derzeit allenfalls die Kosten, die Verfügbarkeit der Waren bleibt aber grds. bisher gegeben. Die Sanktionen funktionieren daher bisher nur teilweise, was ein Problem darstellt. Jedenfalls sollte der Westen in der aktuellen Lage nicht noch dazu beitragen, dass sich die Lebensverhältnisse in Russland stabilisieren. Denn davon profitiert Putin direkt, weil viele Russen ihm das als eigene Leistung anrechnen, nach dem Motto: "Seht. Der ganze Westen ist unser Feind, aber der große Putin schafft es dennoch, dass es uns gut geht. Das große Russland kann machen was es will. Wir sind stark. Wir brauchen niemanden. Putin ist der größte Führer seit Stalin.".

    Sanktionen sollen ja gerade dazu beitragen, dass sich das jeweilige Regime für alle erkennbar entscheiden muss, was ihm wichtiger ist. Das Wohl der eigenen Bevölkerung, für das es sorgen könnte, wenn es die aggressive Politik beenden würde, oder aber der eigene Machterhalt um jeden Preis. Letztlich versorgt ja die russische Regierung ihr Volk nicht, weil sie 30-50% ihres Staatshaushaltes ins Militär pumpt, anstatt davon Traktoren, Getreidemühlen oder umweltfreundliche Heizkraftwerke zu bauen.

    Wenn eure Forderungen Früchte tragen sollen, hieße das Menschen, expliziter Kindern, Grundnahrungsmittel zu verwehren, was in nicht wenigen Fällen den Tod zur Folge hätte.

    Das ist wahr. Das kann schlimmstenfalls geschehen. Das haben Sanktionen leider so an sich. Man könnte dann ggf. die UN helfen lassen. Die UdSSR wurde bspw. mit Getreide aus den USA beliefert, im Gegenzug zur Annäherungspolitik Gorbatschows und zu Abrüstungsvereinbarungen. Dieses Problem bestand auch schon bei den Sanktionen gegen Saddam Hussein, gegen das iranische Regime oder gegen Nordkorea. Man kann das mit guten Argumenten kritisieren. Ich glaube trotzdem, dass Sanktionen ihrer Wirkung haben und es diesen Regimen deutlich schwerer machen, ihre Macht aufrecht zu erhalten und vor allem ihre Nachbarn zu gefährden. Und letztlich geht es ja darum. Es geht nicht in erster Linie darum, wie es in dem betreffenden Land selber aussieht. Es geht darum, dass Sanktionen diese Autokratien derartig schwächen, dass sie nicht mehr in der Lage dazu sind, ihre Nachbarländer zu bedrohen und zu gefährden bzw. dass ein solches Vorhaben mit einem derartig hohen Risiko für sie selbst verbunden wäre, dass sie sich das zehnmal überlegen. Denn wenn die Bevölkerung hungert, dann hungert in der Regel auch die Armee. Und hungrige Soldaten sind keine guten Soldaten. Hunger und Armut fördern Schwarzmärkte und Korruption. Und beides schwächt dann auch die Streitkräfte.

    Aus diesem Hintergrund möchte ich nochmal explizit fragen, ob du deine Formulierung so stehen lässt.

    So wie ich sie in diesem Post dir erläutert habe ja, nicht so, wie du sie mir in deinem Post unterstellst. Da gibt es feine aber wichtige Unterschiede.

    Gegenfrage: Was schlägst du als Alternative vor, um mit Russland umzugehen. Du musst ja eine solche Alternative im Kopf haben.

    Zweite Frage: Wenn du das logisch weiterdenkst, müsstest du auch das Prinzip der nuklearen Abschreckung ablehnen. Denn nukleare Abschreckung bedeutet nichts anderes als die Drohung mit den schlimmsten uns bekannten Massenvernichtungswaffen auch gegen zivile Ziele. Abschreckung bedeutet: Wenn ihr New York, London, Paris oder Berlin auslöscht, dann dauert es knappe zwanzig Minuten und Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk lösen sich in nukleare Asche auf. Also überlegt euch das gut. (Ich bin kein Freund davon, die Wahrheit mit schönen Worten zu bemänteln.)

    Aus meiner Sicht ist dieses Prinzip das einzige Prinzip, dass bisher wirksam funktioniert und Kriege verhindert hat. Aber es gibt auch viele Menschen, die das ganz anders sehen. Auch dieses Prinzip hat Vor- und Nachteile. Es trägt bspw. nicht nur dazu bei, Demokratien zu schützen, sondern es schützt nicht minder autokratische Regime wie das Nordkoreas.

    Aber solange eine Seite auf diese Waffen setzt, bleibt der anderen Seite meiner Ansicht nach gar nichts anderes übrig, als das Gleiche zu tun.


    Wenn ich aber schon eine solche Abschreckung befürworte, warum sollte ich dann einfache Wirtschaftssanktionen ablehnen? Zumal das Prinzip "Wandel durch Handel" bzw. "Wandel durch Annäherung" aus meiner Sicht krachend gescheitert ist. Es hat weder in Russland noch in China zur einer Demokratisierung beigetragen. Ganz im Gegenteil. Diese Regime sind autoritärer denn je. Und sie wurden durch den jahrzehntelangen Technologietransfer des Westens in ihrer Länder viel mächtiger und viel gefährlicher, als sie es vor der wirtschaftlichen Abblockung des Ostblocks waren.


    Während des Kalten Krieges gab es ein Verbot Hochtechnologien wie Computerchips usw. in kommunistische Staaten zu exportieren. Der Handel mit den Warschauer Pakt Staaten und mit der Volksrepublik China beschränkte sich auf wenige Güter, welche die westliche Sicherheit nicht gefährdeten und nicht zu einem Technologischen Fortschritt in den genannten Staaten führten. Eine solche Politik würde ich inzwischen wieder befürworten. Es ist nicht gut, dass westliche Hochtechnologiefirmen in autokratischen Staaten produzieren oder Waren verkaufen. Das sollten wir in Zukunft lassen. Das war aus meiner Sicht ein Fehler.


    Ich bin aber auch der erste der freien Handel, Warenverkehr, Städtepartnerschaften und Schüleraustausche vorschlagen wird, wenn sich Russland und die Volksrepublik wirklich demokratisieren, Minderheitenrechte achten und vor allem ihre Nachbarländer nicht mehr bedrohen.

    Die Waffenlieferungen kurbeln wir vielleicht schon an. Was mir aber Sorgen bereitet, ist die Tatsache, das die Ukrainer das letztendlich allein stemmen müssen. Der Durchhaltewille mag groß sein, aber irgendwann ist halt doch Schluss. Die Proteste der Soldatenfrauen finde ich schon befremdlich. Da wird ihr Land angegriffen und es steht Spitz auf Knopf, und sie fordern die Rückkehr ihrer Männer von der Front. Kann ich zwar absolut verstehen, aber angesichts der Kriegssituation mutet das dennoch ein stückweit merkwürdig an. Ist das eine Fehlinterpretation der Kriegslage?

    Nein, deren Männer kämpfen inzwischen teilweise seit zwei Jahren an der Front. Es gibt keine funktionierende Rotation. Bei dem Gemetzel was da stattfindet muss das die Hölle sein. Gleichzeitig gibt es noch viele, die noch gar nicht gezogen worden sind. Da kann ich die Frauen schon verstehen.


    Insgesamt sollte der Westen aber eher für Worst-Case-Szenarien planen.

    1. Trump gewinnt und die USA fallen zumindest zeitweise aus.

    2. China startet in Taiwan und bildet mit Russland eine Koalition mit Nordkorea und Iran als Anwärtern.

    3. Russland eskaliert mit chinesischer Unterstützung.

    4. Russland ist bereit notfalls auf Atomwaffen zu setzen und demonstriert das irgendwie.


    Für all diese Szenarien brauchen wir einen Plan, wie wir dann die Verteidigung Europas und vor allem seinen politischen Durchhaltewillen trotzdem wirkungsvoll aufrechterhalten.


    Wie dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Egal wie schlimm es wird. Das ist das A und O. Nachgeben ist keine Option.

    Letztlich ist es ein Abnutzungskrieg der noch ewig dauern könnte.

    Ich bin mir halt nicht so sicher, dass die Kriegsmüdigkeit in der Ukraine nicht irgendwann schlichtweg zu groß wird, jedenfalls schneller, als das in Russland der Fall sein könnte. Insbesondere bei derart unzureichender Unterstützung aus dem Westen. Wir haben nicht einmal Afghanistan durchgehalten.

    Andererseits glaube ich auch nicht, dass Russland die Ukraine je wird beherrschen können. Sie würden bestenfalls ein riesiges zerstörtes Gebiet im Guerillakampf bekommen, das enorme militärische Ressourcen binden würde. Und das gilt für jedes Gebiet, das Russland erobern möchte.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass am Ende Russland verlieren wird. Aber die Frage ist, wie teuer uns das alle kommen wird.


    Wir haben eigentlich gar keine andere Alternative als durchzuhalten. Es sei denn wir pfeifen auf unsere Freiheit und Demokratie.


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    Nawalnys Leichnam ist „verschwunden“. Die Angehörigen baten vergeblich um die Herausgabe des Leichnams. Angeblich sei er in einem 50 km entfernten Leicheninstitut. Dort wusste man aber nichts davon.


    Alexej Nawalny: Leichnam des Kremlkritikers ist verschwunden | STERN.de


    Ich denke damit erhärtet sich der Verdacht, dass Nawalny keines natürlichen Todes gestorben ist.


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    Habe mir mal die veröffentlichten Zahlen für 2024 angesehen. Russland plant für das kommende Jahr 109 Mrd. Dollar in seine Streitkräfte zu stecken. Das entspräche 1/3 des russischen Staatshaushaltes und ca. 6% des russischen BIP.

    NATO:

    Europa und Kanada haben bisher Rüstungsausgaben in Höhe von 404 Mrd. Dollar angekündigt. Davon Europa ca. 380 Mrd.


    Die USA planen bisher Militärausgaben in Höhe von 886 Mrd. Dollar.


    Also rein von den Finanzen her, müsste Europa notfalls auch ohne die USA einiges bewegen können.

    Xi hat öffentlich zig mal gesagt, dass er das „Taiwan-Problem“ nicht seinem Nachfolger überlassen werde. Das sagt alles. Man sollte ihm glauben. Xi ist jetzt 71 Jahre alt. Ich glaube nicht, dass er warten will, bis er 81 ist. Ich rechne damit innerhalb der nächsten 4 Jahre.


    Um 12:00 spricht der chinesische Außenminister in München. Live. Phönix. - Ok, wohl kurz nach 12:00 Uhr.

    Inhalt:

    Zu China: Ist eine Friedensmacht.

    Zu USA: Große Länder müssen zusammenarbeiten.

    Zur Welt: Prinzip Nichteinmischung.

    Zu Palästina: Pro Palästinenser-Staat

    Zur Ukraine: Neutral - Friedensverhandlungen nötig.

    Zu Russland: Partner

    Zu Taiwan: Innere Angelegenheit Chinas, in die sich um des Friedens Willen niemand einmischen darf. (Und da ist er, der unüberwindbare Knackpunkt.)


    Im Interview:

    Zu Xinjiang: „Alles Falschinformationen, wir schützen die Menschenrechte. Die uigurische Bevölkerung ist um 2 Millionen gewachsen. Die Minderheitenrechte sind gewahrt. Zwangsarbeit gibt es nicht. Die Menschen haben ein Recht auf einen Arbeitsplatz. Die chinesische Regierung hat für je 530 Uiguren eine Moschee eingerichtet. Es herrscht Religionsfreiheit. Bitte kommen sie alle nach Xinjiang und überzeugen sich selbst als Besucher mit eigenen Augen. Die Lügen über Xinjiang sollen nur die Entwicklung Chinas aufhalten.“ (Ich glaube ihm KEIN Wort.)


    Zu Taiwan: Eine Unabhängigkeit Taiwans ist nicht vereinbar mit einem Frieden in der Taiwanstraße. China strebt eine friedliche Wiedervereinigung an.


    Zu Südchinesischem Meer: Die Inseln im Südchinesischen Meer gehörten schon immer zu China. China ist interessiert an einer positiven und friedlichen Entwicklung dort.


    Gaza: Es muss einen sofortigen Waffenstillstand geben und einen unabhängigen Palästinenserstaat. Die Palästinenser wurden über viele Generationen vertrieben. Eine Zwei-Staaten-Lösung ist der einzig denkbare Weg.


    Fazit für mich:

    Die Volksrepublik hat fundamental andere Ziele und Vorstellungen als „der Westen“. Das geht nur solange noch halbwegs gut, solange China (noch) keine Gewalt gegen Taiwan oder andere ausübt.


    Und schlimmer noch: Die Volksrepublik ist unehrlich bspw. in Bezug auf Xinjiang. Das heißt, wir können ihnen nicht mehr trauen. Ihr Wort zählt nichts, weil man sich nicht darauf verlassen kann.

    Auch politische Parteien? Was ist, wenn von der SPD da der ein oder andere Name auftauchen sollte?

    Dann ist das so. Dann gehört er beobachtet (und nicht in die SPD).

    Sorry aber wenn ich was von Rücksicht und Menschlichkeit gegenüber Russland höre bekomme ich das kalte Kotzen. :kotz:

    Und nein mich interessiert die russische Bevölkerung und deren Belange einen Dreck

    Wir sind zwar einer Meinung, aber ich glaube es gibt keinen Grund, sich da derartig (verbal) reinzusteigern. Ich sehe das als eine traurige Notwendigkeit, nicht als etwas, worüber ich Enthusiasmus empfinde. Und das sollten wir auch nicht. Rachegelüste sind etwas anderes als kühl kalkulierte Abschreckungspolitik und Destabilisierung des russischen Regimes. Es geht nicht darum die Russen zu hassen. Es geht darum dieses Russland strategisch und politisch zu besiegen. Wir sollten das nüchtern und kalkuliert betrachten und nicht emotionsgeladen. So schwierig das auch derzeit ist. Und es wird noch viel schwieriger in Zukunft werden.

    Bei der Munitionsproduktion fragt man sich doch immer, wo die eigentlich statt finden soll. Es stehen überall leere Fabrikgebäude herum, ich habe jedoch noch keine einzige neu gegründete Munitionsfabrik gesehen.

    In der Lüneburger Heide wurde eine Munitionsfabrik eröffnet. - Wobei ich mich auch frage, ob es klug wäre, derartige Produktionsstandorte öffentlich preiszugeben. Fällt für mich unter strategische Geheimhaltung.

    Da ist viel zu sehr der Wunsch Vater des Gedankens bei dir, allein für so ein Täuschungsmanöver müsste quasi jeder informiert sein und bereitwillig mitmachen

    Mag schon sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Glaubst du wirklich die Demokraten haben im geheimen Absprachen mit Trump damit er seinen Trumpisten Senatoren sagt, sie sollen mal alle Stunk machen?

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich will nicht glauben, dass die US-Politik zu kurzsichtig sein soll. Ich hoffe, dass die USA am Ende (wie historisch immer) die richtigen Entscheidungen treffen werden. Hoffentlich noch rechtzeitig.

    Wenn in Deutschland, quasi für jeden Beschluss ein paar Hanseln der AFD mitstimmen müssten, würde die Ukraine aus Deutschland vermutlich auch nicht mehr viel kriegen.

    Da ist was dran. Das sind die Gefahren der Demokratie. Aber die AfD ist für mich auch ein verlängerter Arm Russlands. Schon deswegen gehört sie beobachtet.

    Die Stadt ist seit 2014 Frontstadt, dort wurden massive Bunkeranlagen und Verteidigungsstellungen gebaut. Nicht umsonst brauchten die Russen 2 Jahre und die Stadt wohl jetzt zu erobern. Und das auch nicht, weil sie sie gestürmt haben, sondern weil eben eine Einkesselung droht. Würde es auf ein Mariopol hinauslaufen, könnten die Kämpfe noch monatelang dauern, aber dann wären die eingekesselten ukrainischen Truppen halt komplett weg, während sie jetzt zumindest zum Großteil wohl entkommen/sich zurückziehen werden. Wenn die Ukrainer nicht komplett inkompetent sind, wird inzwischen ein paar Kilometer weiter die nächste Verteidigungslinie stehen.

    Problem ist halt, jede Stadt die sie verlieren, ist eine Stadt die sie zurückerobern müssen. Und danach sieht es jetzt nicht wirklich aus. Also wird die Stadt auf Jahre erstmal unter russischer Herrschaft sein, wobei es sich inzwischen wohl mehr um ein Trümmerfeld als um Stadt handelt.

    Dass den Russen die Einnahme gelingt, zeigt abermals ihre derzeitige Überlegenheit auf dem Schlachtfeld. Die Russen opfern Welle um Welle. Masse statt Klasse. Der Punkt ist nur, dass das bisher funktioniert. Wenn die westlichen Panzer nach 8-12 Wochen zurück in die Wartung müssen für 8-12 Wochen (wohl eher doppelt so lang), dann haben die Russen halt immer noch ihre Panzer auf dem Feld. Sie sind derzeit bei der Artillerie überlegen, bei Panzern überlegen, in der Luft überlegen und bei Drohnen haben sie nachgezogen. Masse schlägt derzeit Klasse. Das ist die russische Doktrin, die schon die Wehrmacht klein gekriegt hat. Und sie haben praktisch nahezu unbegrenzte Manpower. Jedenfalls im Vergleich zur Ukraine. Solange sich das nicht alles wesentlich ändert, wird der Krieg solange andauern, bis die ukrainische Front irgendwann von heute auf morgen aufgrund Erschöpfung zusammenbrechen wird.

    Seien wir ehrlich: die westlichen Militärhilfen waren letztlich bisher ein Strohfeuer. Es reicht vorne und hinten nicht.

    Umsonst ist China aber auch nicht in letzter Zeit auf Kuschelkurs mit Europa und den USA unterwegs. Ihre wirtschaftliche Lage ist jetzt doch nicht so gut, besonders der ohnehin massiv aufgeblähte Bausektor schwächelt und bildet immer wieder gewaltige Blasen, die der chinesische Staat dann auffangen muss. Die einzige Lösung, die Peking hat, ist noch mehr Geld in den Sektor zu pumpen.

    Möglicherweise. Ich befürchte aber, dass Xi dieses Problem gar nicht als so wesentlich betrachtet. Er hat mehrfach gesagt, was er anstrebt. Die Wiedervereinigung mit Taiwan. So oder so. Und das impliziert, dass die Wirtschaft für ihn allenfalls Mittel zum Zweck, aber eben kein Selbstzweck ist. Xi hat dieses Ziel nicht aufgegeben. Und defacto erkenne ich auch deutliche Schritte dies vorzubereiten.

    Da stimme ich dir vollkommen zu. Bei „Yellowstone“ würde ich aber von einer Gangster Serie ausgehen wie bei „Peaky Blinders“. Also auch „die Guten“ sind dort eben eindeutig nicht gut. Die Dutton-Familie ist ja nun wahrlich kein Vorbild. Ich denke Gangster ticken nun einmal brutaler als der Rest der Gesellschaft. Und mit diesem Kitzel funktioniert ja letztlich jeder Krimi.

    Es liegt aber nicht an fehlenden Kapazitäten, sondern dass einfach kein Staat wirklich bereit ist den ersten Schritt zu gehen und mal eine Bestellung von 10 Mio. oder 20 Mio. Granaten für die nächsten 5 Jahre zu machen.

    Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Für mich riecht es sehr danach, dass auch die USA mit der Produktion derzeit nicht hinterherkommen. Und es wäre logisch, dass man das Russland nicht gerade auf die Nase binden möchte. Ergo spielt man einen politischen Konflikt vor, um schlichtweg Zeit zu gewinnen, um die nötigen Produktionskapazitäten aufzubauen. (Man berücksichtige hierbei auch, dass schlimmstenfalls zur Ukraine und Israel auch noch die koreanische Halbinsel oder Taiwan hinzukommen könnten. Und auch Nordafrika ist nicht gerade friedlich. Zudem sind die Vorratslager deutlich geleert und müssen ebenfalls aufgestockt werden. Die Bundeswehr hat bspw. Munitionsvorräte für Tage ggf. Wochen, anstatt für Monate.)

    Man stelle sich vor, aufgrund eines drohenden Erdrutschsieges der AFD implodiert die Koalition und solange Wahlkampf herrscht, wird entschieden, dass Deutschland und deutsche Firmen nichts mehr liefern dürfen. Das gleichzeitig mit dem noch immer andauernden Wahlkampf in den USA

    Es ist richtig, dass Demokratien länger brauchen für Entscheidungsprozesse. Auch das ist ein Problem. War es immer schon. Man wird auch der westlichen Bevölkerung im Informationskrieg, im wahrsten Sinne des Wortes, eintrichtern müssen, was auf dem Spiel steht. Aus meiner Sicht sollte man auch darüber nachdenken, pro-russische Kräfte und Parteien im Westen unter Beobachtung zu stellen und ggf. aufzulösen. Insbesondere sobald erwiesen ist, dass diese aus Russland mitfinanziert werden.

    Das wird realistisch betrachtet schwierig sein. Dazu ist Rot-China zu mächtig und wirtschaftsstark. Man sollte auch vermeiden, Rot-China schneller als nötig vollständig an Russland zu binden. Sollten sie allerdings Taiwan angreifen, wird man machen müssen, was notwendig ist. Aber das wird dann sehr, sehr, sehr schwierig.

    Ja tut er. Und das ist vollkommen in Ordnung. Russland führt Krieg gegen uns, die freie Welt. Im Krieg unterstützt du nicht die Bevölkerung des Feindes. Aber das ist noch immer nicht in allen Köpfen angekommen.


    Ganz im Ernst ich würde, bei aller emotionale Verständnis in dieser Thematik, darum Bitten das John diese beiden Sätze nochmal überdenkt und korrigieren. Ich hoffe die Konsequenzen, und Unvereinbarkeit mit Prinzipien der Menschlichkeit, der Aussage sollte jedem klar ersichtlich sein.

    Um so schlimmer das, das ganze Stunden und drei Posts später immer noch unkommentiert bleibt.

    Ich verstehe deinen Standpunkt, teile ihn aber nicht mehr. Das hat auch nichts mit Emotionalität zu tun, sondern mit der Rationalität der Abschreckung. Das Putin-Regime hat unserer Gesellschaftsordnung, der Demokratie und dem

    Selbstbestimmungsrecht der Völker den Krieg erklärt. Lass diesen Satz K'had Sajuuk einmal auf dich wirken und mach dir bitte klar, was er konkret und langfristig bedeutet. Der Grund dafür, dass Putin bisher „nur“ die Ukraine angegriffen hat und nicht schon NATO-Territorium, ist einzig und allein darin zu sehen, dass sie sich das „noch“ nicht zutrauen. Hätten sie die militärischen Möglichkeiten dazu, stünden ihre Panzer jetzt schon in Berlin und Paris und würden uns ihre Form eines kleptokratisch-mafiösen Faschismus aufzwingen. Die russische Bevölkerung steht dem mehrheitlich unterstützend bis tatenlos gegenüber. Das hängt auch damit zusammen, weil viele sich nur mit ihrem engsten Privatumfeld befassen und die Politik ignorieren. Das können sie, weil das Putin-Regime es bisher weitgehend schafft, die staatlichen Renten zu bezahlen und die Lebensmittelversorgung ect. aufrecht zu erhalten. Hätten wir bereits Schlangen vor leeren Brot und Fleischtheken sowie ausbleibende Renten und Soldzahlungen in Moskau, wie Anfang der 1990er Jahre, sähe die Stimmung in Russland bereits ganz anders aus. Die russische Bevölkerung tut wenig bis nichts dagegen, dass der kleine 8-jährige Sergeyj militärisch ab dem Kindergarten indoktriniert und gedrillt wird, um dann mit Anfang zwanzig in der Ukraine oder sonst wo mit Begeisterung verheizt zu werden. Putin regiert Russland bereits seit über 22 Jahren. Hitler hatte nur 12 Jahre Zeit, um die Köpfe der Jugend zu vergiften und die Jüngsten entsprechend zu fanatisieren. Du kannst dir also ausrechnen, wie das inzwischen in Russland in den Köpfen aussieht.

    Solange sich das Leben in Russland nicht für alle Russen wesentlich verschlechtert, wird Putin die enormen Menschen- und Rohstoffreserven seines Landes ungehindert nutzen, um seine persönliche Macht brutalstmöglich auf Europa auszudehnen. Schon in wenigen Jahren wird es soweit sein, dass wir dann nicht mehr über Kiew reden, sondern über unsere eigenen Hauptstädte. Für mich ist das keine Frage mehr des Ob, sondern lediglich des Wann. Dieser Konflikt ist unausweichlich geworden. Berlin und Hamburg unter regelmäßigem Raketenbeschuss. Stell dir das bitte vor. Wobei du nie wissen kannst, was die Raketen für Sprengköpfe tragen. Mal dir bitte aus, was das bedeuten wird, wenn wir wieder in provisorische Luftschutzkeller rennen dürfen. Von den Kosten einmal ganz abgesehen.

    Unsere Hauptsorge sollte daher nicht klein Sergeyj gelten, wir sollten lieber anfangen, uns ernsthaft um den kleinen Michael, um den kleinen Aleksandr, den kleinen Piotr, den kleinen Jean oder den kleinen David zu sorgen.


    Mit Prinzipien der Menschlichkeit gewinnst du leider keinen Krieg. Und wir stehen im Krieg, auch wenn er noch nicht überall offiziell erklärt wurde. Dieser Krieg ist jetzt schon schlimmer und gefährlicher, als es der sogenannte „Kalte Krieg“ je war. Menschlichkeit ist ein Friedenskonzept. Im Krieg geht es darum, das Leiden des Feindes derart unerträglich zu machen, dass er sein Vorhaben, also seine Kriegsziele, aufgibt. Danach kann man wieder zur Menschlichkeit zurückkehren. Das ist die hässliche Wahrheit hinter dem Wort „Krieg“, die wir auf allen Wegen versucht haben zu verdrängen und als vermeintlich anachronistisch zu bezeichnen. In unserem Fall heißt das, wenn Putins Regime stürzt oder von sich aus den Ukraine Krieg durch Abzug seiner Truppen beendet, dann können wir wieder über Friedenskonzepte reden. Derzeit sieht es eher danach aus, dass wir in wenigen Jahren mit einem massiven russischen Angriff auf die NATO rechnen müssen. Und wenn wir dann nicht militärisch, politisch und gesellschaftlich darauf ausreichend vorbereitet sind, dann wird das sehr, sehr gefährlich werden für unser Gesellschaftssystem und für die Zukunft unserer Kinder in Frieden und Freiheit.


    P.S. Ich möchte nicht missverstanden werden. Ich wünsche mir das alles nicht. Was ich mir wünsche ist ein Moskau, dass so frei und friedlich ist, wie London, Paris, Berlin oder New York. Aber das ist leider nicht die Realität, in der wir gerade leben. Diese hat aus meiner Sicht andere Notwendigkeiten. Und wenn man auf der einen Seite über nukleare Abschreckung und Bewaffnung redet, dann sollte man nicht so tun, als würde man auf der anderen Seite nicht auch alle anderen wirtschaftspolitischen Sanktionen als Hebel nutzen wollen.


    Awdijjiwka ist gefallen.


    In der Nacht hat die Ukraine die Schlacht um die Stadt Awdijiwka offenbar nach monatelangen Abwehrkämpfen aufgegeben. Zuletzt drohte eine Einkesselung der ukrainischen Verbände in der völlig zerstörten Stadt durch die russischen Angreifer, die mit einer Überlegenheit von 10:1 angegriffen hätten.


    Ukraine zieht Soldaten aus Awdijiwka ab | tagesschau.de


    Damit müssen sich die ukrainischen Truppen nun auf rückwärtige Stellungen zurückziehen. Die ukrainische Armee leidet derzeit massiv unter Erschöpfung ihrer Soldaten und den ausbleibenden Munitionslieferungen. Diesen Schuh kann sich der Westen direkt anziehen. Vorneweg die EU und die USA, welche es versäumt haben, früh genug ausreichende Produktionskapazitäten für die Herstellung von Munition zu schaffen.


    (Ist eigentlich schon jemand einmal auf die Idee gekommen, dass der politische Streit in Washington im Kongress lediglich inszeniert sein könnte, um vor der Welt und den Russen zu verbergen, dass auch die USA unter einem massiven Engpass an Munition leiden und mit der Produktion derzeit schlichtweg nicht mehr hinterherkommen? Es also gar nicht darum geht, dass sie nicht liefern „wollen“, sondern tatsächlich nicht liefern „können“? Sowas würde man ja wohl nicht gerne an die große Glocke hängen wollen. Wäre aus meiner Sicht noch die sinnvollste Erklärung, für die ausbleibende Unterstützung des Westens, dass man schlichtweg die eigenen Möglichkeiten dramatisch überschätzt und die russische Rüstung ebenso dramatisch unterschätzt hat und jetzt dringend Zeit zum Ausbau der Produktion gewinnen muss.)