Beiträge von Black Templar95

    Zu den Wahlmännern, die Schaffung dieses Gremiums hatte nichts mit der Überrepräsentierung der Landbevölkerung zu tun sondern entstand als Kompromisslösung. Zwei der Hauptgründe gegen eine direkte Abstimmung waren einaml, dass viele der Schaffer der verfassung der Meinung waren das Volk sei zu dumm den Präsidenten zu wählen weshalb man dies den landesregierungen überlassen sollte und zum anderen hätte ein direkt vom Volk gewählter Präsident potentiell zu viel Macht und würde die gewaltenteilung bedrohen.


    Die Zahl der Wahlmännder entspricht dabei der Zahl der Sitze im Kongress des jeweiligen Landes und die Wahlmänner werden von den Bundesstaaten selbstständig bestimmt. In der vergangenheit wurden diese dann häufig von den Landesregierungen bzw. den Landesparlamenten ernannt, was jedoch in Folge von Druck der Bevölkerung geändert wurde.


    Es sei dabei zu erwähnen, dass es bei der Ernennung der Wahlmänner bis heute kein Einheitliches System gibt, so bekommt in den meisten Staaten der Gewinner alle Wahlmänner, was dazu führt dass mehr als 40% der Wähler in diesen Staaten nicht gezählt werden, während in anderen Staaten die Wahlmänner dem lokalen Ergebnis entsprechend aufgeteilt werden.


    Dass kleinere Bundesstaaten mit eher ländlicher Bevölkerung durch das System bevorzugt werden ist dabei eher Nebeneeffekt und war nicht die intention bei der Schaffung.

    Sorry Flo, aber das sind Zuschreibungen und Unterstellungen von außen. Trump sagt das so nicht. Hat er noch nie. Wo genau soll Trump gesagt haben, dass es sein Interesse ist, die amerikanische Demokratie abzuschaffen oder wie ein Alleinherrscher regieren zu wollen. Und komm mir jetzt bitte nicht mit dem Zitat zu seinem "ersten Tag im Amt". Das kenne ich. Und nein, es reicht nicht aus, um ihm ein solches Ansinnen zu unterstellen. Man kann ihm das Anheizen des Marsches auf das Capitol vorwerfen. Und möglicherweise hat Trump auch diese Tendenzen. Aber bisher hält er sich an die demokratischen Gepflogenheiten. Er hält sich an die Wahlgesetze. Mehr als markige Worte sind das nicht.

    Trump hat seit seiner Wahlniederlage versucht das Wahlergebnis mit diversen Mitteln umzukehren, sei es über eine Vielzahl von Gerichtsverfahren, die Ausübung von Druck auf Landesbeamte/ Bedrohung dieser und zu guter Letzt beim Sturm aufs Kapitol, wo sich jedoch Pence querstellte (deshalb dann auch die "hang Mike Pence" Parolen bei diesem). Wenn das nicht undemokratisch ist weiß ich nicht was es ist.

    Es laufen ja nicht ohne grund mehrere Ermittlungen bzw. Gerichtsverfahren gegen ihn wegen versuchten Wahlbetrugs, wobei die Verfahren schwierig sind da sie nach dem letzten Urteil des obersten Gerichts unter seine Immunitätfallen dürften.


    des weiteren hat Trump reihenweise Äußerungen getroffen, dass er gegen ihm kritische Medien vorgehen möchte, Trump bezeichnet ja durchweg alles was er nicht mag als "Fake News" und behauptet es gäbe eine Verschwörung des "Deep State" gegen ihn. Um mal Chris Wallace von Fox News zu zitieren "I believe that President Trump is engaged in the most direct sustained assault on freedom of the press in our history. He has done everything he can to undercut the media, to try and delegitimise us, and I think his purpose is clear: to raise doubts when we report critically about him and his administration that we can be trusted."


    Seine Unterstützung für christlichen Nationalismus / Dominionismus ist ebenfalls antidemokratisch.


    Er hat angekündigt, dass im Falle seinens Sieges die Biden Familie hinter Gittern landen wird, was ebenfalls in keinster Weise den Gepflogenheiten einer funktionierenden Demokratie entspricht.


    Und seine Rede zu dem was er bei seinem Amtsantritt vorhat einfach zu verwerfen sehe ich ebenfalls sehr kritisch in Anbetracht all der anderen Vorfälle und Aussagen.

    Zunächst einmal danke für deinen fundierten Beitrag. Es gefällt mir, wenn jemand historische Fakten einzubeziehen weiß.

    Ersteinmal Danke für das Kompliment am Anfang, sowas ist immer nett zu lesen. An der Stelle möchte ich Allgemein noch erwähnen, dass falls ich aggressiv rüberkomme dies nicht meine Intention ist, ich habe aber ein Talent dafür deutlich negativer rüberkommen als es gemeint ist, weshalb ich an dieser Stelle kurz um etwas Rücksicht bitte wollte.


    Ich würde deiner Annahme, dass die Trennung von Staat und Kirche schon immer ein klassisches Konzept der US-Demokratie war so dennoch nicht zustimmen, weil ich deine historischen Schlussfolgerungen nicht ganz teile. Zunächst einmal fängt die US-Geschichte für mich nicht mit der Verfassung oder Unabhängigkeitserklärung an. Das ist lediglich das Staatsgebilde, dass sich die Gründerväter der Verfassung, vor allem in Abgrenzung zur europäischen Monarchien, erdacht haben. Eine privilegierte Schicht gebildeter Männer, die damals, im Zeitalter der Aufklärung, die Staatsführung in die Hände genommen haben.

    Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass sich die geringe Religiösität der USA damals nicht nur auf die Oberschicht beschränkte sondern auch auf die allgemeine Bevölkerung welche größtenteils nicht aktiv an religiösen Aktivitäten beteiligt war.

    Aber (!) die Geschichte der amerikanischen Gesellschaft fängt ja sehr viel früher an und ist sehr viel breiter aufgestellt. Nicht umsonst feiern die USA alljährlich ihr Thanksgiving, was eine Erinnerung an die Pilgerväter der Mayflower aus dem Jahr 1620/30 darstellt. Diese calvinistischen Pilgerväter waren tiefreligiös. Man könnte auch sagen "religiöse Fanatiker", die um ihres Glaubens willen lieber in eine völlig unbekannte neue Welt übersiedelten, ohne Schutz oder jegliche staatliche Autorität, als sich den religiösen Regeln eines Königs oder Papstes zu unterwerfen. Einschließlich der Gefahren des Verhungerns vor Ort oder des Gemeuchelt werden durch die Ureinwohner, vor denen es keinen staatlichen Schutz gab. Diese Geburtsphase der amerikanischen Gesellschaft ist also zutiefst religiös begründet und natürlich trägt das bis heute fort.

    Die Pilgrims werden zwar in der frühmodernen Meschichtsschreibung gerne hervorgehoben, hatten jedoch langfristig eine eher geringe Auswirkung auf die Entwicklung der amerikanischen Kolonien allgemein, da sie durch diverse spätere Einwanderungswellen aus wirtschaftlichen Gründen überdeckt wurden.

    Den vorletzten Satz finde ich auch sehr kritisch, da die amerikanischen Kolonisten bei Interaktionen mit den Einwohnern in der Regel die Aggressoren waren, so wurde z.B. das Volk der Massachusetts im Zuge mehrere Eroberungskriege durch Ermordung und Versklavung & Verkauf in die Karibik, wo sie dann zu Tode gearbeitet wurden, vollständig ausgelöscht.

    Da du die protestantischen Erweckungsbewegungen angesprochen hast, schaut man sich die Zahlen an, "First Great Awakening 1740-1760", "Second Great Awakening 1800-1840", "Third Great Awakening 1880-1910", "Fourth Great Awakening 1960-1980 bzw. fortlaufend", dann kommt man auf einen Gesamtzeitraum von über 120 Jahren der US-Geschichte, in denen es massive religiöse Erweckungsbewegungen in den USA gab, die jeweils auch einen großen politischen Einfluss ausgeübt haben und sehr regelmäßig und langandauernd stattfanden. Auch das ist für mich eher ein Hinweis darauf, dass die Religiösität seit jeher sehr stark in der amerikanischen Gesellschaft verankert ist. Demnach ist das alles auch jetzt keine neue Entwicklung oder Radikalisierung, sondern allenfalls eine Rückbesinnung auf traditionell schon lange vorhandene Sichtweisen der US-amerikanischen Gesellschaft.

    Die Great Awakenings waren dann die Phasen wo Religion mehr Bedeutung in den USA erlangte, sie führten aber nicht direkt zu der massiven Bedeutung die das Christentum im 20.Jhdt. dann hatte, sondern der Einfluss beschränkte sich häufig auf bestimmte Regionen in den USA, z.B. New England bei dem Second Geat Awakening. Dass das Christentum eine so prominente Rolle in der US Gesamtpolitik spielt ist dann einen Entwicklung des 20. Jahrhunderts und kam so erst mit den sog. "Red Scares", welche die Vorläufer der späteren "Satanic Panic" oder des heutigen QAnon waren. Die 60er und 70er, welche übrigens von manchen Religionsforschern als das vierte Great Awakening bezeichnet werden, haben dann zu der heutigen Situation geführt.


    Für mehr hab ich grad keine Zeit, ich muss heute Abend leider noch produktiv sein

    Puh also da fällt mir wirklich nicht mehr viel zu ein:


    »Project 2025«: Der Masterplan für den fossilen Gottesstaat - Kolumne - DER SPIEGEL


    Im Prinzip das alt bekannte Muster mittels Ideologie/Religion die eigene Macht und Geld zu sichern. Gegen die immer weitere Verblödung der Menschheit ist offensichtlich kein Kraut gewachsen.

    Zunächst einmal finde ich es wichtig darauf hinzuweisen, dass das keine Nachrichtenmeldung ist, sondern ein politischer Kommentar in einem Polit-Magazin, der alles andere als sachlich formuliert ist. Der Autor gibt hier seine persönliche Meinung wieder und überträgt seine Ängste und Befürchtungen mit möglichst martialischen Worten und Schreckensszenarien auf den Leser. Für mich ist das eher Stimmungsmache als sachliche Berichterstattung. Hier wird vir allem eine Dämonisierung des Trump-Lagers betrieben. Mehr Sachlichkeit hätte dem gut getan.

    Ich finde deine Aussage hier eher verharmlosend. Die "Schreckensszenarien" auf die du dich beziehst sind konkrete Ziele des Trump Lagers, daher finde ich den Vorwurf, dass er versuche die Trump Seite zu dämonisieren ähnlich schwierig wie wenn jemand 1930 einen Artikel über "Mein Kampf" geschrieben hätte und ihm vorgeworfen würde er würde Hitler dämonisieren.


    Es gab in den USA noch nie eine Trennung zwischen Staat und Kirche. Die USA sind seit jeher ein sehr religiöses Land ohne Staatsreligion. Glaube genoss in den USA immer schon sehr hohes Ansehen und einen hohen Stellenwert im Alltag. Der Respekt vor dem Glauben des Einzelnen war schon immer ein wesentlicher Bestandteil des politischen Systems der USA. Das wurde erst in den letzten Jahrzehnten problematisch, als sich viele Ansichten durchsetzten, die nicht ohne weiteres mit religiösen Überzeugungen in Übereinstimmung zu bringen waren (Homosexualität, Abtreibung, Scheidung, Gender-Konzepte usw.).

    Das ist schlichtweg falsch. Der Zeitraum der Gründung der USA war eine der am wenigsten religiös geprägten Perioden in deren Geschichte und zeichnete sich durch ungewöhnlich niedrige Teilnahme an Kirchen aus.

    So waren mehrere prominente Gründerväter Deisten (z.B. Washington), d.h. sie glaubten an einen Gott der das Universum geschaffen hatte und seitdem nicht mehr aktiv ist, was definitiv nicht konventionell christlich ist (im übrigen Allgemein eine zu der Zeit in intelektuellen Kreisen relativ weit verbreitete Weltanschaung), andere lehnten z.B. Wunder allgemein sowie Jesus göttlichen Status ab und sahen ihn mehr als einflussreichen Lehrer (z.B. Thomas Jefferson).

    Das spiegelt sich auch stark im ersten Verfassungszusatz wieder, in welchem es heißt "Congress shall make no law respecting an establishment of religion(...)" oder im Vertrag von Algier 1795 wo es heißt "Art. 11. As the Government of the United States of America is not, in any sense, founded on the Christian religion;(...)"


    Die massive Bedeutung welche das Christentum in den USA heutzutage hat (im Vergleich zu europäischen Staaten, insbesondere deren Mutternation England) ist eine spätere Entwicklung im 19. und 20. Jhdt.

    Dies geschah insbesondere während des Second Great Awakening 1790-1840, wo auch eine Vielzahl neuer Kirchen entstand (z.B. die Mormonen) und des Third Great Awakening der 1850er-20.Jhdt (da war z.B. Gründung der Zeugen Jehovas, Christian Science oder der Heilsarmee).


    Ebenfalls wichtig bei der Idee, dass die USA eine christliche Nation sei war der Kalte Krieg, wo man sich von den "atheistischen" Kommunisten abgrenzen wollte. So wurde 1954 der Wahlspruch "In God We Trust" eingeführt (Wahlspruch zuvor war E pluribus unum („Aus vielen eines“)) und im selben Jahr wurde die Pledge of Allegiance von

    "I pledge allegiance to the flag of the United States of America, and to the republic for which it stands, one Nation indivisible, with liberty and justice for all."

    zu

    "I pledge allegiance to the flag of the United States of America, and to the republic for which it stands, one Nation under God, indivisible, with liberty and justice for all."

    geändert.


    Zum Thema Abtreibung z.B., dies war für den Großteil der US Geschichte kein politisch relevantes Thema, so war im protestantisch geprägten Weltbild die am weitesten verbreitete Meinung, dass erst wennn das ungeborene Kind sich merkbar bewegt es sich dabei um ein Leben handelt (ca. 14-26 Wochen nach Schwangerschaftsbeginn, im englischen als quickening bezeichnet) (diese Ansicht findet sich im Christentum neben anderen bereits seit der Antike wieder). Somit waren im common law Abtreibungen vor diesem Zeitpunkt legal, genaue Details unterschieden sich jedoch von Bundesstaat zu Bundesstaat.

    Dies änderte sich dann in den 70ern mit Roe v Wade (welches kürzlich gekippt wurde) welches auf Bundesebene einen einheitlichen Rahmen schuf. Opposition dagegen kam Anfangs primär von Katholiken, interessanterweise befürworteteten evangelikale Christen dieses Urteil Anfangs, bis in den 80ern die aktuelle ablehnende Haltung sich verbreitete und somit eine recht junge Entwicklung ist.


    Das haben die Demokraten auch nie anders gemacht. Das ist das übliche Vorgehen nach Wahlsiegen.

    Das stimmt so nicht ganz, während die Deokraten bisher einfach die ausscheidenden Richter mit neuen ersetzt haben wurde von den Republikanern eine aggressive Kampagne begonnen, die Ernennung neuer Richter unter den Demokraten zu blockieren und während der eigenen Präsidentschaften möglichst viele Posten zu besetzen. So wurden ältere Richter in den Ruhestand gedrängt um sie mit relativ jungen und möglichst erzkonservativen Richtern zu ersetzen um die Gerichte langfristig unter Kontrolle zu bringen.

    Dies Geschah als Reaktion auf Urteile welche die rassentrennung untersagte und wurde dann in den 80ern auf Abtreibungsrechtsprechung erweitert.


    Auch das war schon unter den Demokraten gängige Praxis. - Was sagst du denn dazu, dass Biden nun, kurz vor dem absehbaren Ende seiner Amtszeit, noch einmal eben die Verfassung in Bezug auf das oberste Gericht ändern will? Man stelle sich vor, Trump hätte damals dergleichen versucht...

    Es wäre mir neu, dass es unter den Demokraten gängige Praxis war die Trennung von Staat und Kirche aufzuheben und die USA in einen christlichen Gottesstaat verwandeln zu wollen (Stichwort Dominionismus). Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendein demokratischer Gouverneur Verordnungen erlassen hat welche jedem Lehrer im Staat vorschreiben eine Bibel im Klassenzimmer zu haben und aus dieser zu unterrichten. Somit die Demokraten und Republikaner da Gleichzusetzen finde ich schon sehr frech.


    Zu Bidens Vorschlag müsste ich mich einlesen, da kann ich jetzt auf die Schnelle nichts zu sagen, bei der aktuellen Situation gebe ich jedoch Recht, dass das aktuelle System mit Ernennung auf Lebenszeit nicht praktikabel ist und reformiert werden muss, unsere deutschen Verfassungsrichter haben ja auch keine lebenslange Amtszeit.


    Ich wüsste nicht , inwiefern ein Wahlsieg Trumps und die Neubesetzung von Behörden, ein völlig üblicher Vorgang in Demokratien nach Regierungswechseln, die Demokratie gefährden sollten. Trump wird dadurch ja nicht weniger abwählbar. Das reicht mir noch nicht, um von einer "Schädigung der Demokratie" zu reden, nur weil jemand die Wahl gewinnt, der einem persönlich nicht passt.

    Das was Trump vorhat ist nicht der übliche Austausch von sog. "political appointees" wo es sich um ca. 4000 Posten handelt, sondern um die Umwandlung von Berufsbeamtenposten in solche. Dabei sollen >50.000 Beamtenposten welche bisher mit Fachpersonal/Berufsbeamten besetzt wurden (z.B. Ärzte im Gesundheitsministerium) in political appointees umgewandelt werden. Das würde es ermöglichen diese Angestellten dann frist- und grundlos nach belieben zu kündigen und deren Posten mit Loyalisten zu besetzen.


    Konkret genannt wurden da z.B. das Gesundheitsministerium, wo Trump mit dem Center for Disease Control mehrfach in Konflikt geraten war, oder der National Weather Service mit dem Trump ebenfalls in Konflikt geraten war weil ihm deren Hurrikan Vorhersagen nicht gepasst hatten.


    Ebenfalls betroffen wären das Bildungsministerium oder die FDA als Zulassungsbehörde für Medikamente, wobei ersteres laut Project 2025 komplett aufgelöst werden soll.

    Das stimmt nicht. Gerade die Konservativen Richter urteilen strengstens nach dem Wortlaut der Verfassung. Die liberalen Richter urteilen eher nach deren vermeintlicher "Intention", als nach Interpretation. Es ist also definitiv auch konservativen Richtern nicht "egal was die Verfassung sagt".

    Ebenfalls nicht ganz korrekt. Allgemein wird derzeit mehr nach dem persönlichen empfinden der Richter geurteilt, in den Bgründungen bezieht man sich da häufig auf etablierte Traditionen oder Schriften von Gründervätern in außerhalb der Verfassung und etablierte Rechtsprechung wird konsequent ignoriert.


    Ich würde angesichts der Schusswaffen-Toten und der allgemeinen Kriminalität da bei 39 Toten in mehreren Jahren noch nicht wirklich von einem "signifikanten" Anstieg reden. Und den Attentäter, welcher Trump erschießen wollte, den müsste man dann auch dazurechnen.

    In Anbetracht der Tatsache dass es in den Jahren vorher dieses Phänomen nicht gab und es somit eine neue Entwicklung ist und da noch eine weitaus höhere Zahl nicht tödlicher Gewaltdelikte dazukommt würde ich das nicht ignorieren. Gewalt gegen Menschen aus dem LGBTQ Spektrum sowie Morde an diesen sind ebefalls am steigen und fallen ebenfalls in die Radikalisierung der US Gesellschaft.

    Zum Attentäter kann ich nichts sagen, da dessen Motive bisher nicht bekannt sind und es außer diversen Verschwörungstheorien noch nichts konkretes zu seinen Motiven gibt.

    dass nach aktueller Rechtssprechung der Präsident dem Militär befehlen könnte Oppositionelle zu ermorden. Er selbst wäre dafür juristisch nicht belangbar

    Aber das ist doch schon vorher so gewesen. Obama hat z. B. Osama bin Laden ermorden lassen. Dafür wurde er nicht verurteilt und auch sonst keiner der Beteiligten. Wir brauchen jetzt nicht so zu tun, als ob die US Justiz in früheren Zeiten ein waches Auge auf die Verbrechen von Militär und Präsidenten hatte. Passt es zur eigenen Ideologie, ist immer alles erlaubt gewesen. Bauernopfer mal ausgenommen.

    Das ist in keinster Weise miteinander vergleichbar. Osama bin Laden war ausländischer Anführer einer militanten Gruppe welche aktiv mit Waffengewalt gegen die USA gekämpft hat.

    Das ermorden Oppositioneller Politiker im eigenen Land wäre eine komplett andere Angelegenheit.


    Es macht einen Unterschied ob ich in einem Krieg Bomben auf ein anderes Land werfe oder ob ich im eigenen Land Seal Team 6 Hillary ermorden lasse.


    Zweitens macht es einen Unterschied ob gegen jemanden nicht ermittelt wurde und nie ein Gerichtsverfahren gegen ihn geführt wurde oder er über dem Gesetz steht und nicht belangt werden kann.


    Drittens wurden in Einzelfällen Angehörige der US-Streitkräfte wegen Kriegsverbrechen angeklagt und verurteilt, ich gebe zwar Recht dass das nicht in dem nötigen Maß geschehen ist aber es ist geschehen. Mehrere dieser verurteilten Kriegsverbrecher wurden dann jedoch wie zuvor erwähnt von Trump begnadigt.


    An der Stelle möchte ich aus dem offiziellen Dissens von zwei der drei Verfassungsrichter, welche gegen die absolute Immunität des Präsidenten gestimmt haben, zitieren:


    Zitat
    The President of the United States is the most powerful person in the country, and possibly the world. When he uses his official powers in any way, under the majority’s reasoning, he now will be insulated from criminal prosecution. Orders the Navy’s Seal Team 6 to assassinate a political rival? Immune. Organizes a military coup to hold onto power? Immune. Takes a bribe in exchange for a pardon? Immune.

    Das Problem ist, wie das Militär aktuell steht ist nicht allzu wichtig wenn Trump anfängt wichtige Posten mit seinen Loyalisten zu besetzen, genug davon gibt es auf jeden Fall.


    Zur Verfassung, bei der aktuellen Besetzung des Supreme Court ist es egal was die Verfassung sagt, da sie es einfach absegenen würden. Zudem wurde ja bereits von diesem beschlossen, dass der Präsident über dem Gesetz steht und nicht strafrechtlich belangt werden kann und er kann Militärs welche gegen Gesetze verstoßen nach Belieben begnadigen.


    Ein Beispiel welches tatsächlich von den liberalen Richtern im Supreme Court aufgeführt wurde war, dass nach aktueller Rechtssprechung der Präsident dem Militär befehlen könnte Oppositionelle zu ermorden. Er selbst wäre dafür juristisch nicht belangbar da immun und die Soldaten könnte er im Anschluss einfach begnadigen. Er hat ja bereits bei seiner letzten Amtszeit wiederholt Kriegsverbrecher begnadigt.


    Um ein etwas realistischeres Beispiel zu nehmen, wenn pro Trump christliche Fundamentalisten demokratische Politiker ermorden würden könnte er diese ebenso einfach begnadigen, selbiges gilt natürlich für alle Beteiligten am Sturm aufs Kapitol.


    Bzgl. Bürgerkrieg, das würde wenn kein Bürgerkrieg mit festen Frontlinien werden sondern eine Eskalationsspirale von Attentaten, Scharmützeln, etc. werden wie man es z.B. in Kolumbien gesehen hat, was am Ende auch ohne offene Feldschlachten mehr als 200.000 Tote gefordert hat.


    Im Prinzip müsste dafür lediglich die bereits von Jahr zu Jahr wachsende Gewaltrate gegenüber Menschen die dem LGBTQ+ Spektrum zugeordnet werden weiter steigen und diese Gewalt auf politische Gruppen ausgeweitet werden.


    Es gibt in den letzten 4 Jahren bereits einen signifikanten Anstieg von politischer Gewalt in den USA (inkl.39 Tote), insbesondere aus dem pro Trump Lager (13 von 14 Tätern bei den Morden laut Reuters). Wenn das weiter ansteigt und aus dem linken Spektrum darauf reagiert wird hast du alles was du für eine Eskalation in Richtung Bürgerkrieg benötigst, an Waffen wird es denen auf jeden Fall nicht mangeln.

    Die USA sind schon seit einigen Jahren auf dem Weg in Richtung christlicher gottesstaat, die Evangelikalen haben zu großen teilen die Kontrolle über die Republikaner übernommen und versuchen die trennung von Staat und Kirche seit jahrzehnten systematisch aufzubrechen.


    Bisher sind sie da am Supreme Court gescheitert, der z.B. das unterrichten von kreationismus anstatt von Biologie an öffentlichen Schulen für Verfassungswidrig erklärt hat.

    Also wurden unter den letzten republikanischen Präsidenten möglichst viele Bundes- und Verfassungsrichterposten mit konservativen Richtern besetzt um diese Institution auszuhebeln. Da derzeit 6 der 9 Richter Republikaner sind haben sie die absolute Kontrolle über das Gericht.

    Die zweite Phase läuft aktuell, so wurden mehrere Gesetze von Landesregierungen erlassen, welche mit der bisherigen Rechtssprechung verfassungswidrig wären, damit diese vor dem Verfassungsgreicht landen.


    Der erste große Erfolg war das Kippen von Roe v. Wade zum Thema Abtreibungen, es gibt aber auch seit neuestem ein Gesetz in Louisiana welches es sämtlichen Schulen im Staat vorschreibt in jedem Klassenzimmer die 10 Gebote auszuhängen.

    Es gibt auch mehrere Gesetzesentwürfe, welches das lehren von biblischen Inhalten an öffentlichen Schulen verpflichtend machen würde.


    Wenn diese Gesetze vorm Supreme Court landen wird der diese mit absoluter Sicherheit absegnen und die trennung von Staat und kirche in den USA de facto aufheben.


    Das Urteil, welches dem Präsidenten absolute Immunität gewährt fällt ebenfalls in diese Kategorie, wobei das mehr auf Trump persönlich zugeschnitten ist.


    Sollte Trump die Wahl gewinnen und somit neben den Bundesgerichten auch noch die Behörden mit seinen Anhängern besetzen könnte das die amerikanische Demokratie an sich langfristig schädigen bzw. das Ende dieser bedeuten wenn er seine Ziele in die Tat umsetzen kann.


    Edit: Falls es nicht ganz klar war, die genannten Gesetze sind nur zwei von vielen die ich exemplarisch rausgepickt habe, da gibt es noch deutlich mehr, so wurde in Louisiana ein Gesetz erlassen welches es erlaubt Schulpsychologenposten mit Priestern zu besetzen.

    Du hast bei der Bundeswehr insgesamt >80k Zivilisten angestellt die da diverse Aufgaben als Beamte oder Angestellte übernehmen.

    Da hast du z.B. das Personalmanagement beim Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr, Juristen welche diverse Aufgaben übernhemen, alles was man für die Betreuung der Liegenschaften braucht (Elektriker, Gärtner, etc.), IT usw.

    Wenn du da genaueres zu wissen willst findest du da einiges an Infos zu im Internet.

    Den militärischen Teil der Verwaltung wo Soldaten in Uniform rum rennen findest du größtenteils in der Streitkräftebasis.

    Das Problem bei der Bundeswehr ist, dass ein viel zu großer Teil des Geldes für Personalkosten draufgeht.


    Warum ist das ein Problem? Ist es nicht so, dass ein Grund für den Personalmangel die vergleichsweise schlechte Bezahlung ist? Wer was kann (z.B. IT) geht lieber in die Wirtschaft. Was mir direkt Bauchschmerzen bereitet, ich will beim Thema Sicherheit die Besten und nicht die Drittbesten. Also müssten die Personalkosten eher steigen.

    Das was daran das Problem ist folgt in dem Satz darauf. Vieles von dem Personal ist mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt, welche durch eine bessere Organisation gestrichen werden könnte. Unsere deutsche Bürokratie ist allgemein sehr ineffizient gestaltet wodurch viel Personal benötigt wird welches bei besserer Organisation des ganzen schlichtweg nicht gebraucht würde.


    Da müsste man sich evtl. mal andere Nationen anschauen wo das ganze deutlich besser funktioniert als bei uns.

    Das Problem bei der Bundeswehr ist, dass ein viel zu großer Teil des Geldes für Personalkosten draufgeht. Davon wiederum geht viel zu viel Geld für die zivile Verwaltung drauf. De fakto wird somit ein großer Teil des verteidigungshaushaltes verbrannt ohne dass dadurch die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr beeinflusst wird.

    Ein zweiter Punt der probleme bereitt ist, dass vieles von dem Gerät mittlerweile veraltet ist und somit einiges an Geld in Wartung fließt, da mit zunehmender Lebensdauer die Instandhaltungskosten stetig zunehmen.


    Die Bundeswehr müsste einmal komplett umstrukturiert werden und das alte Gerät müsste durch neues ersetzt werden. Ersteres lässt sich nicht von heute auf morgen erledigen, letzteres kostet verdammt viel Geld und das Beschaffungswesen müsste neu strukturiert werden, da es bisher extrem ineffizient und langsam arbeitet.

    Das was bei den Gleitbomben u.a. die Abwehrkosten so hochgetrieben hat ist, dass man entweder nicht genug Langstreckenluftabwehr hat um die Jets die sie abwerfen zu bekämpfen oder man dies nicht konnte weil von westlicher Seite untersagt wurde russische Flieger in Russland abzuschießen. Zwischenzeitlich gab es ja auch berichte, dass nachdem letzteres aufgelockert wurde russische Jets mit vermutlich Patriot im russischen Luftraum abgeschossen wurden.


    Wenn dann irgendwann F16 in ausreichender Menge da sein sollte würden zumindest die Gleitbomben einen großen teil ihrer Effektivität verlieren, da die Bomber die sie abwerfen zunehmend bedroht würden und ein abschießen dieser ist deutlich kosteneffizienter.

    Zum Thema Material im Russisch-Ukrainischen Krieg gibt es mehrere Videos von Perun, wo er das Thema aufschlüsselt.

    Das folgende Video hatte ich glaub ich schonaml hier gepostet, was man da aber ab Minute 30 sehen konnte war, dass das zerstörte russische Gerät tendentiell immer älter wird, so ist der BMP-1 Anteil von 12% auf 44% gestiegen:



    (Anm.: Video ist von September 2023 also nicht ganz aktuell)


    Für 2024 gab es auch ein Video mit einer Übersicht über die relevanten Faktoren:


    Viele russische Propaganda ist ja auch deutlich subtiler als die komplett wahnsinnigen Geschichten. EIn gutes Beispiel ist der gute alte sowjetische Whataboutism. Ein Beispiel welches ich kürzlich bei der Physiotherapie gehört habe war, dass die USA ja schließlich auch lange Zeit völkerrechtswidrig Kriege geführt haben (Bsp. Irak/Kosovo) und die Russen jetzt nur dasselbe machen.

    Das das eine mit dem anderen nichts zu tun hat und die Argumentation absolut absurd ist realisieren jedoch relativ wenige.

    Für die geschichtsnerds unter Euch (was in diesem Forum wahrscheinlich alle sind) gibt es eine interessante neue Serie.

    Die Macher der The Great War und World War Two YouTube Kanäle / Dokuserien haben gestern eine neue Serie zum Koreakrieg gestartet:



    Für die die die Vorläufer nicht kennen, bei der 1.WK Serie wurden die Ereignisse der letzten Woche vor 100 Jahren im 1. Weltkrieg ab 2014 präsentiert. Dazu gab es noch eine Reihe von Sonderepisoden über wichtige Persönlichkeiten, Waffensysteme, Weiterentwicklungen von Taktiken etc.


    Beim zweiten Weltkrieg kam parallel zu den Episoden über den Kriegsverlauf noch die Parallelserie War against Humanity hinzu wo auf Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingegangen wurden, welche den Kriegsverlauf ebenfalls dominierten.

    Ich kann deren bisherige Arbeit nur wärmstens empfehlen, vor allem da der Koreakrieg gerne mal vergessen wird denke ich sollte da jeder zumindest mal reinschauen.

    Gerade zufällig an den Schreihälsen von Putins 5. Kolonne vorbeigelaufen. Da würde auch schon hochaktuell erklärt, die Ukraine setze Streubomben gegen Zivilisten ein.

    Kann man sich echt nicht ausdenken.

    Anscheinend wohl doch :P


    Ich hatte vor ein paar Wochen übrigens eine interessante Unterhaltung mit einem der Wahlwerbung für die AfD gemacht hatte und mir ernsthaft erklären wollte Russland hätte bisher kein einziges Flugzeug in der Ukraine verloren.


    Krieg führen können die Russen zwar nicht allzu gut aber was Propaganda/Desinformation angeht sind sie aktuell Weltmeister.

    Ich finde es immer wieder interessant wenn Russland der Ukraine Schuld an der eigenen inkompetenz gibt. Meine persönlichen Favoriten dabei waren die Vorfälle, wo die russische Luftwaffe versehentlich Belgorod mit defekten Gleitbomben bombardiert hat und das dann der Ukraine in die Schuhe schieben wollte.

    In meiner Kindheit/Jugend hast du dich in der Schule für nachmittags zu einer Uhrzeit verabredet und da kam dann auch jeder. Heute haben alle ihre Handys, mit denen sie sich praktisch ununterbrochen kommunizieren können, aber man ist nicht in der Lage sich für irgendetwas zu verabreden. Weder am selben Tag geschweige denn für in ein paar Tagen.

    Ein großer Faktor bei sowas ist, dass Handys etc. die Möglichkeit geben abzusagen, wenn man früher Verabredungen hatte ist man da entweder aufgetaucht oder nicht, da gab es nicht die Option 10 Minuten vorher zu sagen "hab doch keinen Bock, bin heute raus". Dementsprechend hatten Menschen mehr Erfahrung damit ihre Zeit zu planen, weil es schlichtweg notwendig war wenn man was mit anderen Leuten unternehmen wollte.

    Es ist zwar korrekt, dass ein verbot die Wählerschaft nicht beseitigen würde, jedoch würde es ihr den Zugang zu staatlichen Mitteln blockieren, zum einen über Mittel die direkt an die Partei gehen oder in Fällen wo AfD Politiker bereits Mandate inne haben können sie die damit verbundenen Mittel nicht mehr nutzen um die staatlichen Strukturen zu untergraben.

    Wobei ich recht gebe, dass man dabei sicher stellen sollte, dass man bei dem Prozess sicherstellt dass man eine solide Beweislage hat bevor man das verfahren einleitet, da das schadreich sein könnte.