Umweltschutz - Erderwärmung - Klimakiller

  • Neues aus der Textilindustrie:


    Die Textilindustrie gilt als der zweitgrößte Verursacher von Umweltverschmutzung, nach den fossilen Brennstoffen. So ist sie unter anderem für eine der größten Umweltkatastrophen der Welt verantwortlich, der Austrocknung des Aralsees. Deren Folgen für die Umwelt sind gleichwertig oder höher als die der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.


    Manche Modelabels bringen bis zu 52 Kollektionen im Jahr heraus, das bedeutet man könnte sich theoretisch jede Woche neue Kleider kaufen.


    https://www.zdf.de/dokumentati…er-modeindustrie-102.html

  • Für die Austrocknung des Aralsees würde ich jetzt erstmal die Planung der UDSSR verantwortlich machen, die das Ziel ausgegeben hat, mehr Baumwolle zu produzieren als der Erzfeind USA. Das passierte losgelöst von jedweder industrieller Notwendigkeit.
    Das Ziel wurde zwar erreicht, aber leider mit dem dem Ergebnis, dass wir alle in der 7ten Klasse Voträge in Erdkunde über das sterben des Aralsee halten mussten.


    Ansonsten - stimmt das natürlich. Der schöne Satz wenn man die Farben der nächsten Saison wissen will, reicht es sich die Flüsse in China anzuschauen, kommt ja nicht von ungefähr.


    Der Umgang mit Chemikalien (z.B. Farben) in 2nd und 3rd World Ländern erinnert halt eher an Kindergarten, als an Verantwortungsvolle (Nachhaltige!) handhabe. Das war hier in Deutschland aber früher nicht anders (70er/80er Jahre).



    Es gibt so viele Modelabels, dass du dich jeden Tag neu einkleiden kannst, dieses Argument zählt nicht.

  • Ein Großteil der Kleider ist halt komplett überflüssiger Konsum, vieles landet nach einem Jahr auf dem Müll.


    Niemand muss sich zig mal im Jahr neue Klamotten kaufen.


    Außerdem geht komplett die selbe Verschmutzung wie beim Aralsee jetzt halt woanders weiter. Und mit der Sowjetunion als Ausrede kann man da nicht mehr kommen.

  • Das sind ja jetzt alles keine wirklich neuen Erkenntnisse, das ganze nennt mann Kapitalismus.
    So grasen die Produzenten (nicht nur von Klamotten) ein Billiglohnland nach dem nächsten ab und sobald die Löhne langsam steigen und/oder die Umweltgesetze verschärft werden wandern sie wie die Heuschrecken zum nächsten Opfer.
    Auf der anderen Seite hast du dann die von Fairas genannten Konsumjunkies bei uns die alles im Überfluß kaufen und horten müssen weil ihnen die Werbung das halt so eingetrichtert hat.
    Ich kenne da nicht wenige im Verwandten und Bekanntenkreis die in dieser Hinsicht komplett gebrainwashed wurden (nicht nur Frauen übrigens). Die Kleider und Schuhschränke quillen über aber es muss immer noch mehr her, Kaufen um des Kaufens willen es ist einfach nur krank. :blöd:
    Genau das ist im übrigen auch einer der Gründe warum das mit dem Klimaretten nicht funktionieren wird. Unsere komplette Wirtschaft und Gesellschaft ist auf diesen kranken Über- und Wegwerfkonsum ausgerichtet fürs Klima bräuchten wir aber das genaue Gegenteil.


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Möchte hier mal noch was aufgreifen:


    Schade nur, dass das Klima auf keinen Fall differenziert vorgehen wird.


    Dieser gute Mann hier übt ordentlich Kritik an der Weltuntergangsstimmung die beim Klimawandel gerne (will mich da gar nicht ausnehmen) verbreitet wird:



    Zwar geht das Klima als solches natürlich nicht differenziert vor, trotzdem wird der Klimawandel nicht alle Menschen gleichermaßen betreffen und in absehbarer Zeit auch nicht zur vollständigen Vernichtung der Menschheit führen. Er wird zuerst die Armen und Schwachen treffen, bzw. ist schon voll dabei.
    Es wird also in erster Linie eine soziale Selektion, keine natürliche.

  • Den Klimawandel abwenden? Der Zug ist wohl längst abgefahren. Was kam kürzlich bei Nano. Der Auftauprozess der Permafrostböden geht wesentlich schneller voran als von den Wissenschaftlern angenommen bzw. erhofft. Er hat jetzt schon den Stand erreicht, den Wissenschaftler erst für das Jahr 2090 erwartet haben. Seriöse Einschätzungen gehen längst von einer Erwärmung von fünf und mehr Grad im Durchschnitt aus. Das 2-Grad-Ziel ist längst utopisch - und war es wohl auch von Anfang an.


    Irgendwo ist diese Entwicklung allerdings auch logisch, denn die wenigstens von uns - mich eingeschlossen - haben ihr Verhalten in den vergangenen zwanzig Jahren signifikant geändert. Wir fahren weiter unsere Karren mtit den veralteten Verbrennermotoren. Konsumieren weiterhin Fleisch- und Milchprodukte aus der Massentierhaltung. Ein Großteil des Stroms wird weiterhin aus fossilen Energieträgern gewonnen und um an den Urlaubsort zu gelangen nimmt man natürlich weiterhin das Flugzeug.


    So wird das wohl nichts!

  • Selbst wenn wir das alles getan hätten, hätten wir auch nur 2% der weltweiten Emissionen verhindert.



    Deswegen halte ich es ja für extrem wichtig, sich viel stärker als bisher auf die Folgen einer 5-Grad-Erwärmung vorzubereiten, bei gleichzeitig langfristiger Reduktion der CO2-Emissionen.


    Was die Nachfolgenden Generationen brauchen sind Lösungen und Techniken, mit denen sich auch in einer erwärmten Welt noch möglichst gut leben lässt. Und auch das eilt. Solche Wasserversorgungsengpässe für Millionen Menschen, wie jetzt in Indien, darf es nicht geben. Möglicherweise muss man langfristig dann über riesige Wasserpipelines, über Meerwasserentsalzungsanlagen, über neue Formen des Anbaus von Lebensmitteln, über neue Formen des Bauens und Wohnens, über neue Arbeitszeitregelungen usw. usf. intensiv nachdenken und forschen.


    Die Gletscher der Alpen werden definitiv schmelzen, was bedeutet das und wie können wir uns darauf vorbereiten?


    Extreme Regengüsse werden zunehmen. Extreme Winter werden zunehmen. Wir werden Milliarden investieren müssen, um uns anzupassen. Und wir sollten schon jetzt damit anfangen, anstatt einer Zeit hinterher zu trauern, die vermutlich für uns unwiederbringlich verloren ist.


    Dazu sollte man sich Regionen anschauen, du schon jetzt sehr heiß sind. Und schauen wie man dort lebt, baut, wohnt usw. usf..

  • Deswegen halte ich es ja für extrem wichtig, sich viel stärker als bisher auf die Folgen einer 5-Grad-Erwärmung vorzubereiten, bei gleichzeitig langfristiger sofortiger Reduktion der CO2-Emissionen.

    Je mehr man reduziert, je weniger muss man sich einstellen.
    Je günstiger wir es und je höher die durchschnittleiche Lebensqualität in der Zukunft.

  • Nein Twiggels, das ist bloß eine Hoffnung die du da schilderst. Selbst die UNO geht nur mit einer 50% Wahrscheinlichkeit davon aus, dass wenn u.a. von 2015 bis 2021 der globale CO2 Ausstoß massiv gesenkt würde, wir wissen inzwischen, dass das Gegenteil geschehen ist, das 2-Grad-Ziel erreicht werden KÖNNTE! Das heißt selbst wenn wir uns optimal global verhalten hätten, läge die Wahrscheinlichkeit eine 2-Grad-Begrenzung zu erreichen bei lediglich 50%.

    Um das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % einzuhalten, hätte das Kohlendioxidäquivalent der Konzentration der wichtigsten Treibhausgase nicht über 450 ppm steigen dürfen. Um es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % einzuhalten, hätte diese Konzentration nicht über 400 ppm steigen dürfen. Sie lag im Jahr 2015 bei 485ppm.[25] Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) würde die Wahrscheinlichkeit bei über 50 % liegen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, wenn:[26]

    • die globalen Emissionen beginnen, zwischen 2015 und 2021 zu sinken.
    • die globalen Emissionen im Jahr 2020 zwischen 40 und 48,3 Mrd. Tonnen liegen.
    • bis 2050 die globalen Emissionen um 48 % bis 72 % im Vergleich zum Jahr 2000 sinken bzw. um mindestens 90 % im Vergleich zu 2005 reduziert werden.[27]


    Wir wissen anhand der Permafrostböden inzwischen auch, dass selbst diese Berechnungen offenbar recht optimistisch waren.


    Ich für meinen Teil halte das Ziel für komplett unrealistisch. Dazu brauche ich mir nur das Bevölkerungswachstum in Indien, Asien oder Afrika ansehen.

  • Twiggels hat absolut recht, wenn 2 Grad nicht klappt, kommen nicht deine 5 Grad, wenn wir nichts machen kommt dann 10 Grad. Es hört erst auf wenn es gestoppt wird. Immer nur die Prognosen nach oben korrigieren verbessert nichts.


    Die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung wurden übrigens nach unten korrigiert. Bei 11,9 Mrd. soll der High Peak erreicht sein und danach soll es rückwärts gehen.

  • Nimm doch mal die ganzen Statistiken Fairas. Ist leider eine unbequeme Wahrheit. Aber der Hauptzuwachs der CO2 Emissionen erfolgt seit 1970 in Ländern wie China, Indien, Iran, Arabien, Brasilien, Venezuela, Indonesien usw. usf.. Alles Schwellenländer, die ihre CO2 Emissionen zum Großteil verzehnfacht haben. In den USA sind die Emissionen nahezu gleich geblieben in Deutschland sogar leicht gesunken, wie in den meisten Ländern der sogenannten westlichen Welt. Zeigt ja auch das Säulendiagramm. Leichtes Absinken in Russland, Deutschland, den USA und Japan. Extremer Anstieg in China, Indien und dem Rest der Welt. Wobei Indien gemessen an seiner Bevölkerungszahl hier mal absoluten Vorbildcharakter hat. Aber auch nur, wenn man Sozialstandards und Lebensniveau außer acht lässt.


    Jetzt sag mir mal, wie du das global so auf die Schnelle umkehren willst.


    Und von „nichts machen“ hat übrigens niemand hier geschrieben.

  • Im härtesten (nicht ganz unrealistisch) Fall sind dies auch die Länder die der Klimawandel am heftigsten trifft. Also werden sie vermutlich auch irgendwie darauf reagieren.


    Es wird Verluste geben, z.B. wie derzeit bei der indischen Bevölkerung, ich glaube aber nicht, dass etwa die chinesische Regierung tatenlos zusieht wie China an den Folgen des Klimawandels zerbricht.

  • Nimm doch mal die ganzen Statistiken Fairas. Ist leider eine unbequeme Wahrheit. Aber der Hauptzuwachs der CO2 Emissionen erfolgt seit 1970 in Ländern wie China, Indien, Iran, Arabien, Brasilien, Venezuela, Indonesien usw. usf.. Alles Schwellenländer, die ihre CO2 Emissionen zum Großteil verzehnfacht haben. In den USA sind die Emissionen nahezu gleich geblieben in Deutschland sogar leicht gesunken, wie in den meisten Ländern der sogenannten westlichen Welt. Zeigt ja auch das Säulendiagramm. Leichtes Absinken in Russland, Deutschland, den USA und Japan. Extremer Anstieg in China, Indien und dem Rest der Welt. Wobei Indien gemessen an seiner Bevölkerungszahl hier mal absoluten Vorbildcharakter hat. Aber auch nur, wenn man Sozialstandards und Lebensniveau außer acht lässt.


    Jetzt sag mir mal, wie du das global so auf die Schnelle umkehren willst.

    Polen hat ja unter anderem letztens die gemeinsame EU Deklaration zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes auch verhindert mit dem Argument, dass Ihre Energiewirtschaft noch zu sehr vom Kommunismus geschädigt ist und ein totaler Umstieg von Kohle auf nachhaltige Energien zu teuer ist.


    Du hast absolut Recht im Bezug auf Länder wie China, Brasilien und co aber auch in Europa haben wir halt noch einige nachhinkende Staaten auf die man achten muss.


    Bei einem sofortigem Umstieg wird es vermutlich vermehrt zu Rückfällen der Sozialstandards und dem Lebensniveau kommen wie du schon bezüglich Indien geschrieben hattest, zumindest EU-weit kann man das ganze mit Förderungen vielleicht noch abfangen aber insgesamt wird es, egal was wir machen, schweineteuer werden.

  • Um nicht zu sagen nahezu undurchführbar, gemessen an dem prognostizierten Zeitansatz. Dass man das irgendwann irgendwie schaffen wird, bezweifle ich ja gar nicht, bloß es global bis 2050 schaffen zu wollen, wird meiner Ansicht nach nicht klappen. Aus den genannten Gründen. Zumal vielen Ländern schlichtweg das Geld fehlt. (Investiert China gegen den Klimawandel eigentlich soviel, wie in das Projekt der neuen Seidenstraße)?


    Ergo wird das 2-Grad-Ziel wohl definitiv gerissen werden, ergo sollte man sich tunlichst mit den Folgen beschäftigen.

  • Hört sich für mich nach Ausflüchten an um keine Anstrengungen zu vollführen, wodurch man dann anderen Ausflüchte liefert.

    Polen hat ja unter anderem letztens die gemeinsame EU Deklaration zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes auch verhindert mit dem Argument, dass Ihre Energiewirtschaft noch zu sehr vom Kommunismus geschädigt ist und ein totaler Umstieg von Kohle auf nachhaltige Energien zu teuer ist.

    Ja, geil ne. War sonst immer die Ausrede Deutschlands. Klauen die Polen einfach unsere Ausreden sich nicht an Vereinbarungen zu halten.



    Ansonsten gilt:

    Selbst wenn die Studie Bullshit ist und die Energierosten sich stark erhöhen sind die Transistionskosten immer noch geringer als die indirekten Kosten die durchs "weiter so" entstehen. Die Anpassungskosten mal ganz außen vorgelassen die gar nicht kalkulierbar sind und jeden Rahmen sprengen.

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