Die SPD

    Wohin soll uns das Forentreffen 2018 führen? Stimmt hier mit ab.
    • Da würde ich Wolfi dennoch zustimmen. Man denke an die totgesagte FDP und schwupps hat es sie letztes Jahr wieder in den Bundestag reingespült. Die SPD hat aktuell eine eklatante Führungsschwäche, aber persönlich sehe ich die Partei rund um 20 %. Es gibt noch genügend Nostalgiker, während eben die klassichen Arbeiter und Lohnsklaven eher zur AfD abwandern.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Nonsensification schrieb:

      ..., während eben die klassichen Arbeiter und Lohnsklaven eher zur AfD abwandern.
      Ist jetzt keine besonders erbauliche Vorstellung.

      Ich hoffe wirklich, das sich die SPD erneuern kann und endlich stabilisiert. Wäre schade, wenn so eine Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Aber damit das nicht passiert, braucht man natürlich Inhalte, die die Menschen wirklich berühren und interessieren. Ob Nahles dafür die Richtige ist, kann man nur hoffen. Diese ständigen Personalquerelen müssen aber endlich aufhören.
    • Ich gebe zu, hier male ich ein düsteres Bild. Die Entwicklung der letzten drei Jahre lässt jedoch Schlimmeres erwarten. Ich habe heute Morgen im Morgenmagzin die Rede von Herrn Poggenburg und dazu den begeisterten Jubelreigen im Publikum. Sofort schossen mir Erinnerungen an Dokumentationen zum Ende der Weimarer Republik in den Kopf. Frei nach Maslow, es reduziert sich das Leben vieler Menschen aktuell vermehrt wieder (!) auf die niederen Bedürfnisse.

      Um so wichtiger, dass die etablierten Parteien wieder verstehen die Menschen anzusprechen und von sich zu begeistern. Ich erlebe im persönlichen Umfeld die Resignation vieler Bekannter, welche sich zum einen den Weg ins Extreme (links/rechts) ebnet oder aber zu einer Entpolitisierung der Gesellschaft führt. Diese Gleichgültigkeit öffnet dann natürlich wiederum den Extremen Tür und Tor. Während die CDU personell durch Angela Merkel viele Menschen halten kann, fehlt es der SPD neben programmatischen Inhalten auch personellen Alternativen in der ersten Reihe. Ansätze zur Lösung gibt es sicherlich einige und ich glaube auch daran, dass die SPD-Basis hier viel leisten kann. Nur der Vorstand dieser altehrwürdigen Partei sollte schleunigst die Zeichen der Zeit erkennen und sich erneuen. Andrea Nahles ist in meinen Augen aber auch Teil des Problem, selbst als Vertreterin des linken Flügels ist sie doch sehr lang in der Bundespolitik verwoben. Die Menschen möchten aber neue, unverbrauchte Gesichter sehen. Man unterstellt eben jenen Newcomern eine gewissen Frische, ja Unschuldigkeit. Ein gegensätzlicher Pol zu Angela Merkel und ihrer/ihrem Partei/Kanzlerinnenverein. Ich möchte ebenso damit schließen, dass ich der SPD den Change wünsche. Wir werden diese Partei und ihre traditionellen Werte noch eines Tages brauchen.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Was mich ja mal interessieren würde ist, wohin die ganzen Stimmen abwandern, die die SPD zurzeit verliert? Zu den Linken, zu den Grünen, werden es nicht-Wähler? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle zur AfD gehen, dafür ist allein der ideologische Unterschied schon zu groß.
    • Ich sehe das jetzt noch nicht so dramatisch. Das Ende der SPD ist sicherlich noch nicht gekommen. Die politische Linke hat sich seit den 80ern im Grunde zweimal gespalten. Einmal mit den Grünen und einmal mit der WASG/Linke. Das ist ein Teil der Entwicklung.

      Es ist auch ein bisschen naiv zu glauben, die SPD brauche einfach nur ihre gesamte Parteispitze auswechseln und gut ist. Ohne erfahrenem Führungspersonal geht es auch nicht. Es wäre völlig schwachsinnig, sämtliche Politiker mit bundespolitischer Erfahrung nun in Rente zu schicken. Und auch ein reiner, lupenreiner Linkskurs mag zwar befriedigend für manche Linksromantiker sein, wird aber die Probleme der SPD nicht lösen. Die SPD ist eine Partei der linken Mitte. Das heißt sie muss die Seeheimer genauso mitnehmen können, wie die linken Jusos. Beide müssen sich im Programm der Partei noch wiederfinden können. Das geht am
      ehesten über Mitbestimmungsmöglichkeiten an der Basis und indem man verhindert, dass eine Seite völlig untergebuttert wird. Und das versucht die SPD ja auch.
      Was die SPD dringend benötigt, ist eine realistische Machtoption ohne die CDU. Das könnte entweder sein Rot/Rot/Grün oder Rot/Grün/Gelb. Und für ein solches Projekt braucht es Pläne und Vorstellungen. Ideen und Verheißungen. Das fehlt zur Zeit leider.

      Die grds. Ziele der Sozialdemokratie haben sich nicht geändert und haben nach wie vor bestand, ob mit 40% oder mit 16%. Die Ziele bleiben die selben.

      - Eine friedliche Weltordnung.
      - Eine solidarische Gesellschaft.
      - Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung
      - Gleichberechtigung von Mann und Frau
      - Gleichheit vor dem Gesetz
      - Minderheitenschutz
      - Sicherheit und Schutz vor Kriminalität
      - Chancengleichheit und Bildung für alle
      - eine freie und demokratische Gesellschaft
      - Verhinderung von Altersarmut
      - Solidarische Absicherung von Lebensrisiken.
      - den Ausbau der Europäischen Gemeinschaft als Zukunftsprojekt


      Viele dieser Punkte sind umstritten. Sowohl in der genauen Art und Weise der Ausgestaltung und des Umfangs, als auch in der Art und Weise des Weges, der uns dort hinführen soll. Dieser Streit soll auf demokratischem Wege gelöst werden und eben nicht durch die „Diktatur des Proletariats“, durch die „Macht des Faktischen“ oder durch „die Herrschaft des Geldes“ oder durch „Angebot und Nachfrage“. Das unterscheidet uns von Kommunisten, Faschisten, Kapitalisten oder Liberalen. Und das unterscheidet uns von Ihnen mit 16% wie auch mit 40%.
      Sozialdemokraten sind keine besseren Menschen. Sozis haben dieselben Schwächen, wie alle anderen Menschen auch. Ehrgeiz. Gier. Eitelkeit. Stolz. Übermut. Angst. Überheblichkeit. usw. usf..
      Aber die meisten sind auch in dieser Partei, weil sie irgendwann einmal du Grundprinzipien der Sozialdemokratie für sich als richtig erkannt haben. Es ist gewissermaßen ihr Wertekanon. Und dieser steht bspw. dem Wertekanon der AfD in den meisten Fragen fundamental entgegen.
      Sozialdemokraten glauben an die Freundschaft der Völker. Während AfDler letztlich an das Recht des Stärkeren glauben.
      Sozialdemokraten glauben an Minderheitenrechte und die Gleichberechtigung, während AfDler glauben „das Volk“ stehe über „der Minderheit“ und „die Frau“ sei vor allem „die Mutter“, die sich bitte um Kinder, Heim und Herd zu kümmern habe.
      Die SPD glaubt an eine solidarische Gesellschaft, die AfD glaubt, dass jeder für sich selber sorgen soll. Für die SPD sind alle Menschen gleich an Rechten. Für die AfD sind allenfalls alle Deutschen gleich an Rechten. Für die SPD ist Deutscher, wer die Deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt, für die AfD ist Deutscher, wer „deutschen Blutes“ ist.

      Meinetwegen kann die AfD 80% haben und die SPD 2%. Trotzdem ist die SPD die Partei, die für das Richtige einsteht, während die AfD alles verkörpert, was wir schon in den dunkelsten Zeiten unserer Geschichte als herrschende Überzeugungen wiederfinden.
    • Die SPD ist dann eine Partei ohne Bindung zu den Wählern und somit eine Partei ohne parlamentarischen Einfluss. Das kann auch nicht der Weg sein.

      Erfahrung im Lügen und Betrügen sind im Übrigen keine notwendigen Qualitätsmerkmale für demokratische Führungskräfte, siehe Schulz, Scholz und Nahles anlässlich der Koalitionsgespräche.

      Mir fehlt einfach diese altbundesdeutsche Bewahrer-Mentalität, sonst würde ich dich wohl verstehen. So passe ich mich einfach den natürlichen Zyklen an, so gut es eben geht. Ich muss da immer an meine Urgroßmutter denken, die insgesamt fünf System und noch weit mehr Währungen erlebt hat in ihrem langen Leben. Die BRD wird auch nicht von Dauer sein.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
    • Warum hängst du dich so sehr an der AfD auf? Lief auch schon vor der AfD bei der SPD nicht mehr so prickelnd. Die Union hingegen hat die Wahl 2013 mit 41% souverän gewonnen, bei denen könnte der Fall schon eher einen Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise und dem Aufstieg der Rechten haben. 2009 war die SPD sogar noch schlechter als 2013.

      Die SPD wurde von der Agenda 2010 und von den ganzen Grokos zerfickt, der AfD könnt ihr da nicht die Schuld geben. Ihr habt eher Mitschuld am Aufstieg der AfD, ohne die ganzen schwachsinnigen Reformen gäbe es heute deutlich weniger unzufriedene Menschen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Nonsensification schrieb:

      Mir fehlt einfach diese altbundesdeutsche Bewahrer-Mentalität, sonst würde ich dich wohl verstehen. So passe ich mich einfach den natürlichen Zyklen an, so gut es eben geht. Ich muss da immer an meine Urgroßmutter denken, die insgesamt fünf System und noch weit mehr Währungen erlebt hat in ihrem langen Leben. Die BRD wird auch nicht von Dauer sein.
      Was ist schon "auf Dauer", wenn man nur den Zeitraum lange genug wählt. Wenn die Menschen in den USA oder Großbritannien so denken würden, dann hätten wir heute dort vermutlich keine jahrhundertealte Tradition in der Demokratie. Traditionen sind wichtig. Gerade für Staatssysteme. Umso länger ein Staatssystem existiert, um so mehr Glaubwürdigkeit hat es schon alleine aufgrund der Dauer seiner Existenz.

      Die deutschen "Systeme", die bisher gescheitert sind, waren (von der Weimarer Republik einmal abgesehen) alles undemokratische Systeme. Die Bundesrepublik ist bisher das erste wirklich funktionierende demokratische deutsche System. Und nebenbei, sie besteht nun schon länger, als jedes andere politische System auf deutschem Boden. Das Kaiserreich bestand von 1871 bis 1918. Also lediglich 47 Jahre, unter seit 1900 ständiger Kriegsgefahr und Wettrüsten, sowie grassierender Armut unter den Arbeitern der Fabriken und extrem ungleicher Vermögensverteilung. Die Weimarer Republik bestand von 1918 bis 1933, 15 schwierige Jahre. Die Nazis regierten lediglich 12 Jahre, von 1933 bis 1945, was ausreichte, um die ganze Welt ins Chaos zu stürzen. Die DDR existierte von 1949 bis 1989/90, also knappe 40 Jahre und ging pleite. Sie konnte ihrer Bevölkerung weder Freiheit noch Wohlstand sichern. Die Bundesrepublik besteht nun seit dem 23. Mai 1949 bis heute, als insgesamt schon seit 69 Jahren. 2019 kann die Bundesrepublik ihr 70-jähriges Bestehen feiern. Sie ist damit deutlich älter, traditionsreicher und erfolgreicher als jedes andere bisherige Staatssystem auf deutschem Boden.

      Kein deutscher Staat war bisher so erfolgreich, wie die Bundesrepublik, wenn es darum geht, den Deutschen ein Leben in Freiheit und Wohlstand zu garantieren. Nie ging es der deutschen Bevölkerung in nahezu sämtlichen Bereichen so gut wie heute. Nie war die Armut geringer, nie die medizinische Versorgung besser. Nie war der Zugang zu den Medien so gut für jeden gewährleistet. Nie konnte jeder so gut am Leben der Gesellschaft teilnehmen. Nie gab es für Minderheiten mehr Freiheiten und Schutz als heute. Nie wurde die Umwelt besser auf deutschem Boden geschützt. Nie ging es "den Alten", also den Rentnern und Pensionären, besser als in der Bundesrepublik. Nie konnten Kinder in einer solchen wirtschaftlichen Sicherheit großgezogen werden. Nie erbten junge Generationen mehr Wohlstand und Besitz von ihren Elterngenerationen. Nie war ein deutscher Staat international wirtschaftlich erfolgreicher und zählte damit als "Exportweltmeister". Nie war ein deutscher Staat beliebter weltweit, als es die Bundesrepublik heute ist. Die Bundesrepublik zählt in internationalen Rankings immer wieder als das beliebteste Land der Welt. Nie waren deutsche Soldaten in Auslandseinsätzen als Helfer gefragter, als heute. Nie hatte Deutschland eine größere Bedeutung für die soziale und politische Entwicklung ganz Europas. Hat Deutschland heute einen Schnupfen, kriegt Europa die Grippe. Deutscher Rat und deutsche Hilfe sind international gefragter denn je. Deutsche Produkte gelten als das Nonplus-Ultra in Sachen handwerklicher Qualität. Deutsche Autos gelten als die besten Fahrzeuge der Welt. Die Bundesrepublik ist sogar auf sportlichem Niveau Weltmeister. Nur Brasilien gewann mehr Fußballweltmeisterschaften als die Bundesrepublik. Und auch der sonstige Medaillenspiegel lässt sich sehen. Nur die USA und Russland stehen im ewigen olympischen Medaillenspiegel über der Bundesrepublik. Beide haben aber auch ein Mehrfaches der deutschen Bevölkerung.

      Kurzum, wenn diese Bundesrepublik nicht erfolgreich und einer Traditionsbildung würdig sein soll, dann weiß ich es auch nicht mehr. Mir erscheinen alle anderen Systeme auf deutschem Boden im Vergleich zur Bundesrepublik bestenfalls als "nette Versuche". Es wäre aus meiner Sicht völlig schwachsinnig, diesen extrem erfolgreichen Staat durch etwas anderes ersetzen zu wollen. Das will eigentlich auch keiner. Außer ein paar Nazis und Alt-Kommunisten, die jeweils entweder vom "Vierten Reich" oder von einer "Räterepublik" und dergleichen träumen. Die Historie lehrt, dass beide Systeme nicht besser funktionieren würden.

      Vor diesem Hintergrund finde ich es bedrückend und erschreckend, wie leichtfertig du offenbar bereit zu sein scheinst, diesen unseren Staat aufzugeben und durch irgendetwas anderes ersetzen zu wollen. Ich kenne keinen besseren und ich will auch keinen anderen. Die Bundesrepublik ist das Beste, was uns Deutschen historisch gesehen überhaupt passieren konnte. Sie ist ein Segen in Sachen Friedenssicherung, Freiheit und Wohlstand. Aber ja, jeder Staat geht irgendwann unter, wenn die Menschen damit aufhören, sich aktiv und engagiert für seinen Fortbestand einzusetzen...

      In diesem Sinne, nicht nur als Hymne, sondern auch als Aufruf:
      Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland. Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!



      "Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein."
      - Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., SPD, *1918 +2015

    • Neu

      Du glaubst also den Aussagen der türkischen Regierung eher, als den Aussagen der Bundesregierung?

      Hast du schonmal darüber nachgedacht, dass die Türkei absichtlich versuchen könnte, Gabriel und die Bundesregierung zu diskreditieren? Insbedondere jetzt, in der schwierigen Phase der Regierungsbildung? Schonmal darüber nachgedacht, wie leicht es für die Türkei ist, hier Falschmeldungen zu provozieren? Erdogan will Gabriel weg haben. Also macht er genau das, was er nun tut.

      Aber was genau ist falsch an einem Stopp der Panzerlieferungen an die Türkei?

      Was genau wirfst du Gabriel nun vor? Warum wirfst du es Gabriel vor, aber nicht Merkel?

      P.S. Nochmal was anderes. Die extrem niedrigen Umfragewerte der SPD, die ja jetzt fast täglich in den Medien (BILD, Welt usw.) kursieren, bestärken natürlich all diejenigen, die DAFÜR werben, sich in die Groko zu retten. Ich habe mich ja die ganze Zeit gefragt, mit was für einem Medienspektakel man die SPD-Mitglieder zur Zustimmung zur Groko bewegen will. Ich glaube ich weiß es jetzt. Zur richtigen Zeit die richtigen Umfrageergebnisse und die Angst vor möglichen Neuwahlen ist größer, als die Angst vor der Groko. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dürfte interessant sein zu sehen, auf was für einem Level die SPD sich nach der Groko-Entscheidung dann einpendelt. Auch von Kühnert hört man ja sehr wenig, obwohl er aktuell durchs ganze Land tingelt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von John ()

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      Zurück zur SPD. Hab heute meine Abstimmungsunterlagen zum Mitgliedervotum bekommen und bin wieder stinksauer. Der Parteivorstand ließ es sich nicht nehmen, den Abstimmungsunterlagen einen dreiseitigen Werbebrief für die Groko im selben Umschlag beizulegen, unterschrieben vom gesamten Parteivorstand, mit der klaren und fetten Empfehlung mit JA zu stimmen.

      Die Groko-Gegner unter Kühnert hatten diese Möglichkeit natürlich nicht.
      Zeitgleich werden wir Vorstandsmitglieder der Ortsvereine über Twitter, Facebook und E-Mail von unserem Bundestagsabgeordneten mit „professionell“ erstellter, aber nicht minder geschmackloser Werbung für die Groko „bombardiert“. Angst vor Arbeitslosigkeit als Werbegag für die Groko...

      Ich sag mal, viel manipulativer kann man so eine „Briefabstimmung“ wohl nicht gestalten. Schade. Chance vertan. SO stelle ich mir innerparteiliche Demokratie nicht vor. Das grenzt für mich schon an Manipulation.

      Finanziert wird das dann durch unsere Mitgliedsbeiträge... Geht gar nicht.

    • Neu

      INSA Umfrage sieht AfD erstmals vor SPD.

      @John

      Ich sehne keinen Untergang der BRD herbei, aber ich erwarte eben keine Ewigkeitsgarantie. Es gibt auch keine Gewissheit, dass eine kommende Staatsform per se schlechter sein muss. Tatsächlich fühle ich mehr als Europäer denn als (ehemaliger) Bürger der DDR/BRD. Mehr wollte ich nicht sagen.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
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      John schrieb:

      Du glaubst also den Aussagen der türkischen Regierung eher, als den Aussagen der Bundesregierung?

      Hast du schonmal darüber nachgedacht, dass die Türkei absichtlich versuchen könnte, Gabriel und die Bundesregierung zu diskreditieren? Insbedondere jetzt, in der schwierigen Phase der Regierungsbildung? Schonmal darüber nachgedacht, wie leicht es für die Türkei ist, hier Falschmeldungen zu provozieren? Erdogan will Gabriel weg haben. Also macht er genau das, was er nun tut.


      Aber was genau ist falsch an einem Stopp der Panzerlieferungen an die Türkei?Was genau wirfst du Gabriel nun vor? Warum wirfst du es Gabriel vor, aber nicht Merkel?
      Außerdem geht es nicht um Panzerlieferung sondern nur um die Beteiligung Deutscher Waffenrüstungsunternehmen beim Bau neuer Panzermodelle für die Türkei.

      Sollte auch nur ein Deal mit den Türken vereinbart worden sein, werfe ich Gabriel vor dass er wieder einmal Aussagen getätigt hat die nachher verworfen wurden. Stichwort Glaubwürdigkeit. Das zieht sich durch wie ein roter Faden. Merkel interessiert mich null, die ganze CDU juckt mich nicht, es ist nicht meine Partei, wird es auch nie. Mit Merkel haben wir eine Kanzlerin die unglaubwürdiger nicht sein kann. Ich könnte auch den ganzen Tag über Söder herziehen, der ist nämlich das verlogenste Persönchen der ganzen CSU aber die CSU interessiert mich ebenfalls null.
      Bei Mitgliedern der SPD habe ich naiverweise immer wieder die Hoffnung dass diese wenigstens etwas einhalten was sie am Vortag versprochen haben.

      Nach meiner Auffassung hätte man die Türkei aus der Nato verabschieden sollen. Nato-Partnern zu drohen ist nicht verhandelbar.
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      Nonsensification schrieb:

      INSA Umfrage sieht AfD erstmals vor SPD.
      Naja, Bild und Welt und INSA... die wollen auch alle auf Teufel komm raus, dass die Groko kommt. Da kommt so ein AfD-Schreckgespenst gerade zur rechten Zeit... Ich gebe nicht viel auf diese Umfragen. Und nüchtern betrachtet haben sich nicht die Werte für die AfD verbessert, sondern die Werte der SPD verschlechtert. Ich glaube nicht, dass die SPD immer so schlecht abschneiden wird. Wir befinden uns in einer tiefen Krise. Aber diese Krise wird auch irgendwann überwunden werden. Hoffe ich jedenfalls. Andernfalls wird es vielleicht die SPD nicht mehr geben. Aber die Sozialdemokratie wird sich dann schon irgendwie und irgendwo neu organisieren. Ich glaube nicht, dass es niemanden mehr geben soll, der sich nicht eine wirklich funktionierende Sozialdemokratie wünschen würde. Ganz egal, wie sie dann am Ende heißt. Aber da ich Traditionen wertschätze, wäre es mir schon lieber, es wäre die alt-ehrwürdige Tante SPD und nicht irgendein moderner beliebiger Abklatsch einer Neugründung. Aber das ist meine Meinung.

      Nonsensification schrieb:

      @John

      Ich sehne keinen Untergang der BRD herbei, aber ich erwarte eben keine Ewigkeitsgarantie. Es gibt auch keine Gewissheit, dass eine kommende Staatsform per se schlechter sein muss. Tatsächlich fühle ich mehr als Europäer denn als (ehemaliger) Bürger der DDR/BRD. Mehr wollte ich nicht sagen.
      Das ist schön. Eine Ewigkeitsgarantie gibt es nie, aber warum man einen solch erfolgreichen Staat wie die Bundesrepublik nach nur 70 Jahren aufgeben sollte, erschließt sich mir nicht. Auch Demokratie braucht gewachsene Traditionen. Siehe die Bundeswehr, die das gerade mühsam lernt. Ich halte nichts davon, ständig das Kind mit dem Bade ausschütten zu wollen. Großbritannien und die USA sind für mich gute Beispiele demokratischer Traditionen. Ich wünsche mir, dass die Bundesrepublik dereinst auch einmal auf eine Geschichte von mehreren hundert Jahren zurückblicken wird können. Ich liebe diesen Staat und das meine ich wortwörtlich. Ich möchte keinen anderen und kann mir nur schwer einen Staat vorstellen, der besser funktionieren sollte als die Bundesrepublik. Ich bin da durchaus auch sentimental. Die Bundesrepublik ist der Staat meiner Kindheit. Vielleicht kann man das als ehemaliger DDR Bürger nicht so nachempfinden, ist da abgeklärter. Ernüchterter. Aber ich habe diesem Staat ganz persönlich sehr viel zu verdanken. Ich bin glücklich, dass ich in einem derart gut funktionierenden Staatswesen leben darf. Ja, nichts ist perfekt. Und ja, auch die Bundesrepublik muss sich immer wieder erneuern, modernisieren und anpassen. Aber ich kann mir keinen deutschen Staat vorstellen, der dazu besser in der Lage wäre. Ich finde es beängstigend und traurig, wenn man immer wieder erlebt, wie viele Menschen diesen Staat heutzutage nicht mehr wirklich zu wertschätzen wissen und nicht mehr anerkennen, wie viel Freiheit, Sicherheit und Wohlstand er ihnen im Grunde bietet, verglichen mit den meisten anderen Staaten dieser Welt. Insbesondere jetzt, wo überall die autoritären Regierungen aus dem Boden sprießen ist er für mich ein Bollwerk der Freiheit und Demokratie. Ja, vieles muss sich ändern und verbessern. Ja, es gibt auch viel Ungerechtigkeit und viele Fehlentwicklungen, aber dennoch ist die Bundesrepublik die deutsche Erfolgsgeschichte schlechthin. Finde ich jedenfalls.

      Hades85 schrieb:

      Bei Mitgliedern der SPD habe ich naiverweise immer wieder die Hoffnung dass diese wenigstens etwas einhalten was sie am Vortag versprochen haben.

      Nach meiner Auffassung hätte man die Türkei aus der Nato verabschieden sollen. Nato-Partnern zu drohen ist nicht verhandelbar.
      Ich sage es mal so, zunächst einmal glaube ich erst einmal meiner eigenen Regierung. Insbesondere im Fall der Türkei und weil Erdogan sowohl Merkel als auch Gabriel gerne weg hätte, eben weil diese die Waffenlieferungen an die Türkei gestoppt haben, spätestens seit den türkischen Angriffen auf die YPG. Erdogan ist ja nicht dumm. Der weiß doch auch, was er wann in den deutschen Medien hochkochen muss, um Gabriel und Merkel möglichst stark zu schaden. Welchen Vorteil sollte es der Türkei sonst bringen, einen solchen angeblich "geheimen Deal" derart in die Öffentlichkeit zu posaunen. Ich glaube da bisher nicht dran, sondern halte das für eine Finte der Türkei, um möglicherweise die Bildung einer neuen Regierung Merkel zu verhindern. Dass die Türkei zu derartigen Mitteln greifen würde, glaube ich spätestens seit dem merkwürdigen Putsch und seinen Folgen.

      Aber, falls sich herausstellen sollte, dass ich falsch liege, gebe ich dir recht. Dann wäre mein Vertrauen in Gabriel auch erledigt und ich würde es als klaren Wortbruch interpretieren.

      Die Türkei aus der NATO zu verabschieden ist nicht so einfach und würde riesige strategische Probleme auslösen. Angefangen von Überflugrechten, Zugang zum Nahen Osten, die Seeverbindung durch den Bosporus und nicht zu vergessen die Verteidigung gegen Russland an der südlichen Flanke sowie dem Konflikt mit Griechenland. Außerdem hat die Türkei seit Jahrzehnten Zugang zu den Geheimnissen der NATO. Man stelle sich nur mal vor, die Türkei würde aus der NATO geschmissen und sich dann mit den militärischen Geheimnissen Russland andienen. Das wäre katastrophal und würde auch kein Problem lösen. Von daher sollte man auch hier nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. So unschön es derzeit auch ist.

      P.S. Analog zum Wahlomat gibt es nun auch einen Grokomat. Ganz witzig. Mein Ergebnis hat gepasst.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von John ()

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