Erwartungen an Medieval 3

  • Zunächst einmal, um Missverständnisse zu vermeiden: Es geht mir hier nicht um Spekulationen, ob das nächste Spiel der historischen Reihe Medieval 3 oder doch Empire 2 oder Shogun 3 sein wird.


    Dass Medieval 3 irgendwann kommt, dürfte so sicher wie das Amen in der Kirche sein … und gerade die “Zeitalter Karls des Großen”- Erweiterung von Attila hat bei mir richtig Sehnsucht danach ausgelöst. Medieval 2 war für mich vielleicht der beste Teil der ganzen Total-War-Reihe: Wie die historischen Ereignisse in der Kampagne inszeniert wurden, die Kaufmänner und Prinzessinnen, die optionale Entdeckung der Neuen Welt und so weiter, so etwas habe ich in den folgenden Spielen vermisst. Und auch das Gebäudesystem … das mit den beschränkten Bauplätzen bei Rome II und Attila geht mir gegen den Strich, da geht doch das Gefühl verloren, ein Dorf zu einer Metropole hochzuzüchten.


    Also, nun mal konkret zu m einen Erwartungen. Wo fange ich am besten an?


    1. Gebäudesystem


    Wie oben genannt, hätte ich es gern wieder so, dass man Gebäude wie in Medieval 2 oder dem ersten Teil von Rome bauen kann. Nur vier Gebäude pro Großstadt (Hafen und Hauptgebäude nicht eingerechnet) sind mir zu wenig. Mann sollte sich beispielweise nicht entscheiden müssen, ob man lieber eine Kaserne und einen Markt oder ein Bordell und eine Kirche in die Stadt baut. Das sind Gebäude, die JEDE Stadt hat! Allenfalls wäre für mich akzeptabel, dass man zwischen bestimmten Spezialisierungen wählen kann (Stoffmarkt, Nahrungsmarkt oder so). Aber wenn man 4 verschiedene Märkte in eine Stadt baut und dafür nicht anderes mehr reinpasst, das ist doch doof.


    Davon abgesehen hoffe ich darauf, dass die Einteilung in Burgen und Städte wieder eingebaut wird, vielleicht in Zusammenwirkung mit dem Provinzsystem der neueren Spiele.


    2. Historische Ereignisse


    Ganz klar: Kreuzzüge, Mongoleneinfälle, Pest, das darf alles nicht fehlen. Vielleicht machen sie sogar die Mongolen spielbar - zumindest in einer DLC-Kampagne.


    Auch die Entwicklung dies Schießpulvers kann ruhig ereignisgebunden sein, d.h., die entsprechende Technologie sollte bis zu einem bestimmten Datum nicht erforscht werden können. Gleiches sollte z.B. für die Druckerpresse und ozeantaugliche Schiffe gelten…


    3. Neue Welt


    …denn sonst könnte man ja theoretisch bei gezielter Forschung schon um 1300 Amerika entdecken. OK, die Wikinger waren noch früher da … aber erschlossen wurde die Neue Welt eben erst durch Kolumbus.


    Zudem würde ich mir wünschen, dass Amerika auch bei den Siegbedingungen eine Rolle spielt. Für die Spanier könnte etwa die Einnahme von Tenochtitlan für den Langen Sieg Pflicht sein.


    4.Weltkarte


    Aber warum den Blick nur starr nach Westen richten? Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass auch Indien Teil der Kampagnenkarte sein könnte. Hatten wir ja schon bei Empire. Das könnte dann für die Portugiesen eine Siegbedingung sein, bestimmte indische Provinzen zu erobern. Auch Afrika könnte eine größere Rolle spielen.


    5. Kaufmänner und Rohstoffe


    Der Kaufmannshandel könnte auch wieder eine Rolle spielen. Auch wenn es sich wohl nicht eins zu eins so umsetzen lässt wie in Medieval 2.


    6. Prinzessinnen


    Auch wenn man jetzt für die Diplomatie keine Agenten mehr braucht: Die Prinzessinnen ließen sich bestimmt auch integrieren. Als Agenteneinheiten wohlgemerkt. Heiratsbündnisse ließen sich zwar auch einfach so über den Diplomatiebildschirm erledigen. Aber was ist mit dem gezielten Verführen gegnerischer Generäle?


    Davon abgesehen könnte sich Medieval bei der Familienpolitik eine Scheibe von Crusader Kings II abschneiden. Attila zeigt in die Richtung schon gute Ansätze, aber man könnte da noch weiter gehen.


    Also: Was ist eure Meinung? Wie sollte Medieval 3 aussehen?

  • :welcome:


    Also Attila mit mittelalterlichen Einheiten wäre ehrlich gesagt schon sehr nah an dem was ich mir von einem Medieval 2 wünschen würde, das ganze Spiel hat viele sinnvolle Features und fühlt sich schön Rund an. Klar, es müsste vielleicht noch ein paar Tweaks geben, z.B. was die Dynastienbildung angeht, Burgen sollten wieder Einzug halten ebenso Kreuzzüge und der Papst. Und bitte auch dieses mal Seeschlachten, ich würde sie zwar kaum spielen, aber hey, wenn man sie schon in Rome 2 hatte, dann bitte auch in Medieval 3^^


    Von daher keine so großen Änderungswünsche was das Spiel an sich betrifft, das Gebäudesystem finde ich nämlich sehr gut, man kann nicht mehr einfach wild drauf los bauen, sondern muss sich viel mehr überlegen was man da so treibt. Zwar sollte es möglich sein ein Dorf auch zu einer größeren Stadt mit mehr Bauplätzen auszubauen, dass sollte dann aber auch wirklich viel kosten und auch eine voll ausgebaute Stadt sollte nicht komplett alle möglichen Gebäude beinhalten dürfen.


    Unter der Haube würde ich mir aber einen massiven Modding-Support wünschen, im Grunde das was man jetzt hat + leicht modbare Kampagnenkarte und noch ein bisschen mehr^^
    Schließlich basiert viel von dem lang anhaltenden Erfolg von Medieval 2 auf Mods.

  • Ich habe jetzt weder Attila noch den Karl der Große-DLC dazu gespielt, habe aber dennoch Erwartungen an ein mögliches Medieval 3.



    Ich würde mir ebenfalls wünschen wenn Prinzessinnen und Kaufleute wieder Einzug erhalten.


    Auch einen komplexeren Ausbau der Provinzen würde ich mir ebenfalls wünschen. Neben Städten könnte es außer Burgen auch noch Klöster geben. Am besten wäre es irgendwie wenn jede Provinz mehrere Dörfer als Bauplätze hätte die man dann beliebig nach und nach in Burgen, Städte oder Klöster ausbauen könnte.


    Wichtig wäre mir auch wieder eine Rückkehr der Ritterorden und Gilden.


    Spielbare Seeschlachten brauche ich hingegen nicht zwingend.


    Sehr schön (wenn auch seit Medieval 1 leider nie mehr umgesetzt) wären verschiedene Startdaten. Beispielsweise eines im 9. Jahrhundert, eines im 11. und eines im 13.


    Eine übergroße Kampagnenkarte brauche ich auch nicht. Europa, Mittelmeerraum und Orient. Was anderes brauche ich nicht.


    Das erwähnte Technologiesystem mit historischen Ereignissen zu verknüpfen fände ich auch klasse damit selbst ein Powerforscher nicht schon um 1200 Schießpulver und Amerika in der Tasche hat. Wobei die Entdeckung von Amerika für mich nicht direkt dabei sein muss. Wenn sie schon DLCs rausbringen wollen, wäre sowas wie die Entdeckung Amerikas ein sinnvoller Ansatz dafür.


    Wichtig fände ich auch dass nicht alle auf der selben technologischen Stufe starten. In Byzanz dürfen sie um das Jahr 1000 herum gerne etwas fortschrittlicher sein als irgendwo in Irland.

  • Stimmt, Seeschlachten, Ritterorden und so sind natürlich auch wichtig.


    Eines aber hatte ich noch vergessen: Die Vasallen. Die sollten sich wirklich etwas einfallen lassen, um die leichter handhaben zu können. Für den Sieg bei der Sassanidenkampagne bei Attila braucht man ja eine Mindestanzahl an Marionetten. War für mich Frust pur. Ich habe gerade so den kurzen Sieg geschafft, bevor die massenhaft gegen mich aufbegehrten. Und man kann sie dann nicht einfach auslöschen (meine natürliche Reaktion auf so was :klopp: ), man braucht ja den Vasallen. Und die letzte verbleibende Siedlung unterwerfen geht auch nicht, wenn da irgendwo noch eine Armee oder Flotte ist. An den göttlichen Triumph, für den man 20 (!) Vasallen braucht war da nicht mehr zu denken.


    Also bei Medieval 3 bitte mehr Handhabe in solchen Sachen. Wenn zum Beispiel in der eigenen Fraktion jemand bedenklich unloyal wird, gibt es ja auch die Möglichkeit, direkt gegenzusteuern. Im Notfall wird der Querulant eben geblendet oder kastriert. Ich entscheide mich da immer für letzteres.


    So was sollte man auch mit einem aufsässigen Vasallenkönig machen dürfen. Oder man beseitigt ihn und setzt einen Günstling an seine Stelle. Wenn alle Stricke reißen, greift man eben richtig mit eiserner Faust durch, schlachtet die Bevölkerung einer rebellierenden Fraktion ab und auf einmal sind alle anderen Vasallen ganz brav. So hat es Tywin Lennister in Game of Thrones auch gemacht.


    "And who are you, the proud Lord said,
    that I must bow so low?"


    Oder es gibt einen Loyalitätsbonus, wenn man weise und gerecht regiert. Wie auch immer, so ein Desaster wie mit den Sassaniden will ich nicht noch mal erleben.

  • Wenn alle Stricke reißen, greift man eben richtig mit eiserner Faust durch

    Also wenn man sich an Crusader King 2 orientiert ist Grausamkeit gegenüber Vasallen nicht immer gerade das beste Mittel^^


    Bei solchen Sachen die den Aufwand steigern um das Spiel zu begreifen und mehr Mikromanagment erfordern ist halt immer die Frage wie weit CA da von sich aus in die Tiefe gehen kann und will, schließlich MUSS Total War den Massenmarkt erreichen, sonst wars das mit der Serie in der Form, bei den Produktionskosten die da inzwischen auflaufen.
    Je offener das Spiel für Modding ist, desto weniger müsste man sich halt Gedanken darüber machen, weil die Hardcore-Fans das Spiel dann einfach selbst anpassen können.

  • Na ja, immerhin habe ich vor einigen Tagen einen Mod für Attila gefunden, der die Loyalität von Vasallenstaaten steigert. Soll 300 Beliebtheitspunkte bringen. Hab's nur noch nicht probiert.


    "Client state loves you (and won't stab you in the back coming soon)", so nennt sich das. Einfach im Suchfeld im Steam-Workshop "Client" eingeben.

  • Die groben Spiel-Elemente können von mir aus größtenteils ähnlich bleiben, wie sie in Attila sind. Aber im Detail wünsche ich mir einige Anpassungen.


    Generell müssen die Kämpfe einfach länger dauern, damit man taktische Schlachtzüge durchführen kann. Die ganze Geschwindigkeit der Schlachten ist mir viel zu schnell geworden. Die Ritter und andere Spezialisten sollten in der Schlacht dynamischer agieren und mehrere Waffen mitführen, die auf die jeweiligen Situationen angepasst sind.


    Der Burgenbau ist im Mittelalter natürlich absolute Pflichtdisziplin und darf auf keinen Fall fehlen. Auch eure Idee mit den Klöstern gefällt mir ziemlich gut. Ich erwarte viele kleine Fraktionen, wie z.B. Grafschaft Flandern oder den Templerorden.


  • Bei solchen Sachen die den Aufwand steigern um das Spiel zu begreifen und mehr Mikromanagment erfordern ist halt immer die Frage wie weit CA da von sich aus in die Tiefe gehen kann und will, schließlich MUSS Total War den Massenmarkt erreichen, sonst wars das mit der Serie in der Form, bei den Produktionskosten die da inzwischen auflaufen.
    Je offener das Spiel für Modding ist, desto weniger müsste man sich halt Gedanken darüber machen, weil die Hardcore-Fans das Spiel dann einfach selbst anpassen können.

    Amen.


    Ohne modden zu können werde ich wohl kaum mehr als 20-30 Spielstunden zusammen bekommen (wie schon seit ETW). Der Grund warum ich immer noch bei M2TW bin - wenn mir was nicht gefällt dann verändere ich es. So kann ich halt das Spiel total verdummen wie ein FPS oder verwickelt machen wie in Crusader King.

  • Ich bin bei meiner Einschätzung nur auf die Spielinhalte eingegangen, aber Modding gehört auch zu den Erwartungen, die ich an Medieval 3 habe. Dazu gehört für mich auch die Weltkarte und nicht nur das gesamte Umfeld. Es gibt zwar hervorrangende Mods für die neuen Teile der Serie, aber so etwas wie die 1618-48 Mod oder Broken Crescent gibt es leider nicht mehr.

  • Ehrlich gesagt habe ich keinerlei Erwartungen; hab ich mir abgewöhnt, dann wird man auch nicht enttäuscht. :P


    Wenn es aber um die Umsetzung der Inhalte oder um eine Wunschliste geht, dann schließe ich mich an: Burgen und Städte getrennt, dazu dann noch Klöster.
    Das ganze dann FREI baubar auf der Kampagnenkarte, analog Anno. Und v.a. im korrekten Maßstab zur Karte. Man wählt sich einen Bauslot "Burg" und kann den dann gezielt auf der Karte platzieren. Damit es nicht ganz unhistorisch wird, sollte die wichtigsten Städte dann aber schon an Ort und Stelle sein, z.B. Rom, Damaskus oder Alexandria.
    Ein 250 km breites Rom wie in RTW2 war ja mal voll der Witz. Das war ( da bin ich immer noch von überzeugt ) ein völlig vermurkster Versuch, die Stadtansicht wieder einzuführen.

  • Also maßstabgetreu waren die Karten der TW Reihe ja nun wirklich noch nie. Ich finde die Karte von R2TW sehr schön. Habe nur leider keinen tauglichen Rechner. :unsure:

  • Die Karte an sich war schön, ja.
    Doch warum muß sich Rom von der Toskana bis kurz vor Kalabrien ziehen? Das Einzige, das man auf der Karte sehen konnte, war ein gebauter Aquädukt. Alles andere hätte man auch in einen 3 cm x 3 cm großen Symbolkasten wie im Vorgänger packen können.
    Ich bleib dabei: das war ein dilettantischer Versuch einer Stadtansicht, man kam nur mit den Proportionen nicht klar.

  • Einen dritten Teil im Mittelalter fände ich saustark. Der Teil Warhammer spricht mich von der Handlung so gar nicht an. Ich bin nicht so der Fantasyfreund. Ich werde es mir daher auch nicht kaufen, denke ich...


    Ich spiele derweil viel Attila im Multiplayer und MTW2- Mods. Da fesseln mich einige bis heute noch sehr. Aber es wäre natürlich toll, wenn mal ein neuer Mittelalterteil mit einer neuen Grafikengine rauskäme. Die Hardwäre hätte ich dafür bereits. =D

    Die Wissenschaft gehört in Friedenszeiten der ganzen Welt, aber im Krieg gehört sie dem eigenen Land, dem Vaterland.


    Fritz Haber

  • Die Idee, dass es neben Burgen und Städten als Siedlungstyp auch noch Klöster geben könnte, sagt mir zu. Zudem würde es mir gefallen, wenn wieder Gebäude abseits der Hauptsiedlungen eingeführt werden würden, wie bei Empire und Shogun 2. Bauernhöfe liegen schließlich selten innerhalb der Stadtmauern (aber so was soll es tatsächlich gegeben haben, wenn ich mich nicht irre). Natürlich kann man nicht verlangen, das alles bis ins Detail realistisch ist - ich erwarte nicht, dass Medieval 3 eine eierlegende Wollmilchsau wird.


    Hauptsache, ich kann wieder ausgiebig meinen imperialen Größenwahn ausleben. :king:

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