Demokratie in Deutschland und seine Parteien

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    • Die Reichen der Zukunft sind nicht diejenigen, die Arbeit haben, sondern diejenigen, denen die Roboter gehören, die den Mehrwert der Waren produzieren, vorausgesetzt, man sorgt nicht für gesellschaftlichen Ausgleich. Kurzarbeit bei gleichem Lohn wäre eine Möglichkeit.
      Jedenfalls werden wir erleben, dass das Bruttoinlandsprodukt unabhängig werden wird, von dem Faktor menschlicher Arbeitskraft. Etwas, was es noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Was das letztlich bedeuten wird, kann man allenfalls erahnen. Ich denke entscheidend wird sein, wie wir damit umgehen und die Gewinne der gesteigerten Produktivität gesellschaftlich verteilen.

      "Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein."
      - Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., SPD, *1918 +2015

    • John schrieb:

      Die Reichen der Zukunft sind nicht diejenigen, die Arbeit haben, sondern diejenigen, denen die Roboter gehören, die den Mehrwert der Waren produzieren, vorausgesetzt, man sorgt nicht für gesellschaftlichen Ausgleich.
      Das wird jedoch nur auf einen ganz kleinen Teil von "Neu-Reichen" zutreffen, denn die "Jetzt-Reichen" bleiben auch in der Zukunft reich, weil der größte Teil des Wohlstandes doch einfach vererbt wird.
    • John schrieb:

      Die Reichen der Zukunft sind nicht diejenigen, die Arbeit haben, sondern diejenigen, denen die Roboter gehören
      So gesehen hast du Recht.

      Ich meinte jetzt gar nicht die Superreichen, sondern die normale Bevölkerung. Die die nicht arbeiten bekommen Sozialhilfe oder ein Grundeinkommen. Und die die Arbeiten bekommen entsprechend soviel mehr, dass sich das Arbeiten lohnt. Damit wären sie dann der reichere Teil.

      Besser fände ich jedoch das zweite Modell: Die Verteilung der Arbeit.
      Ich nehme mal deinen Lehrerberuf:

      - kleine Klassen mit ca. 15 Schüler, 20 Arbeitstunden (15 Unterricht, 5 Vor/Nachbereitung) die Woche aber das selbe oder sogar ein höheres Gehalt wie jetzt.

      Deine Wahrscheinlichkeit mal an Burnout zu erkranken würde wahrscheinlich um 80% sinken ;)

      Zudem angehende Lehrer so eher einen Job in der/dem Stadt/Bundesland ihrer Wahl oder überhaupt einen Job finden.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Ich glaube ja, dass sich dieses Problem in 10-15 Jahren ganz anders lösen wird. Ich sage nur Robotik. Ich denke langfristig werden wir eher weniger arbeiten als mehr. Wir stehen am Beginn der 4. Industriellen Revolution. Das wird dermaßen viel ändern, dass ich mir um das Renteneintrittsalter noch am wenigsten Sorgen mache. Die Frage die sich Deutschland eher stellen sollte ist: Wie sollen Menschen leben, wenn der Großteil an (auch geistiger) Arbeit zukünftig durch K.I. und Roboter erledigt wird? Wo bleibt da noch der deutsche Standortvorteil? Was heißt "Made in Germany", wenn in Bangladesch die gleichen Roboter produzieren, wie in Würtemberg?
      Die Frage ist, ob sich nicht unser gesamtes auf menschlicher Arbeit beruhendes Gesellschaftsmodell in wenigen Jahren vollständig ändern wird? Was passiert mit den tausenden Arbeitern, Fahrern, Boten, Paketdienstleistern, Rezeptionisten, Kassierern, Pflegekräften, Reinigungsleuten... und wer da noch alles zu gehören mag? Vielleicht ja sogar Polizisten, Ärzte und Lehrer.
      Wir arbeiten jetzt schon weniger als jemals zuvor. Ironischerweise gibt es mehr Arbeitsplätze denn je aber das Arbeitsvolumen pro Jahr ist gesunken.

      Und wie wir unseren Standortvorteil erhalten können? In dem wir anfangen die wichtigste Ressource des 21. Jahrhundert radikal zu fördern, Kinder und Bildung!!!

      Und wie du schon andeutest, durch Industrie 4.0 wird sich das Arbeitsleben radikal ändern. Bis dahin haben wir endlich das angeblich Rentenproblem auch abgeschafft. Meines erachtens ist das sowieso ein selbstgemachtes Problem durch rege Teilnahme der Versicherungsbranche, die darauf pochen in private Vorsorgen zu investieren! Alles Lobbyscheiss!
    • Fairas schrieb:

      Wenn durch eine längere und fundierte Ausbildung (Schule/Ausbildung/Studium etc.), auch mit mehr Nebenfächern (Kunst, Sport, Ernährung, Soziales etc.) die Lebensqualität und damit die Leistungsfähigkeit durch Zufriedenheit und Gesundheit ansteigt und gleichzeitig für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne gesorgt wird, steigen auch die Einnahmen für die Rentenkasse.
      An einer guten Ausbildung ist ja nichts auszusetzen, aber wenn jemand erst mit 30 in den Job kommt verhindert das nicht, dass er 10 Jahre später nen Burnout bekommt, den kann man sich locker jederzeit erarbeiten, man braucht nur den entsprechenden Job und/oder Arbeitgeber. Und es wird auch nicht verhindern das z.B. eine Krankenschwester mit 60 kaum noch kriechen kann, wenn man im Alter nicht mehr so agil ist wie mit 30, kann man sich viel besser kaputt-arbeiten. An einer fundierten Ausbildung ist ja nichts auszusetzen, aber pauschal zu sagen: "Hey, bleibt einfach ein paar Jahre länger zu hause, kein Problem, zahlen wir mit, damit Ihr zufriedener Seid" wird eher nicht klappen.

      Vielleicht irgend wann mal, wenn sich unsere Wirtschaft vollständig gewandelt hat und es auf menschliche Arbeitskraft wirklich nicht mehr ankommt und jeder sein durch Roboter erwirtschaftetes Grundeinkommen bekommt, aber trotz aller Fortschritte wird das nicht in nächster Zeit passieren. In nächster Zeit werden höchstens Arbeitsplätze wegfallen.

      Fairas schrieb:

      Kurzfristig magst du recht haben, da hilft nur eine Anhebung des Rentenalters oder der Rentenbeiträge. Langfristig braucht es meiner Meinung nach aber erhebliche Investitionen in Gesundheit, Bildung und gute Arbeitsbedingungen (höhere Löhne, bessere Schutzgesetze, kürzere Arbeitszeiten etc.). Deutschland vergeigt gerade so eine bisschen seine Zukunft.
      Geb ich Dir recht, ein Punkt an dem man auch arbeiten könnte wären z.B. mehr Home-Office Arbeitsplätze, verdammt viele Jobs benötigen im Grunde nur einen PC, trotzdem hinkt Deutschland da ziemlich hinterher. 2 Stunden gesparter Arbeitsweg täglich + flexible Zeiten können z.B. für jemanden mit Kindern einen enormen Unterschied machen. Überhaupt muss eine bessere Familienpolitik betrieben werden, die Geburtenrate muss erhöht werden und auf einem stabilen Niveau bleiben, das würde längerfristig schon sehr viele Probleme aus der Welt schaffen, auch wenn es kurzfristig nichts bringt und erst mal Geld kostet.
    • Homeoffice. Und wer sagt dir dann, dass das Home nicht gleich in Indien liegt, anstatt in Deutschland?

      "Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein."
      - Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., SPD, *1918 +2015

    • Imperator Bob schrieb:

      aber wenn jemand erst mit 30 in den Job kommt

      Hängt dich doch nicht zu sehr an dieser einen Zahl auf. ;)

      Was genau bringt G8? Ob jemand mit 18 statt 19 aus der Schule kommt wird sicher nicht die Welt revolutionieren.

      Was genau bringt Bachelor? Irgendwelche europäischen Standards, doch was bringt es dem Einzelnen? Eine bessere Ausbildung? Hab ich bisher noch von keinem Studenten gehört.

      Unser Bildungssystem besteht aus "durchpeitschen was der Arbeitsmarkt haben will".

      Imperator Bob schrieb:

      das z.B. eine Krankenschwester mit 60 kaum noch kriechen kann,

      Womöglich aber mein zweiter Vorschlag nur noch 20 statt 30-40 Stunden die Woche zu arbeiten. Und wenn insgesamt mehr Personal eingestellt wird, muss sie nicht mehr 5-10 Patienten alleine pro Stunde versorgen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Homeoffice. Und wer sagt dir dann, dass das Home nicht gleich in Indien liegt, anstatt in Deutschland?
      Ich mache zur Zeit relativ viel Home Office, mein Arbeitsplatz wäre sonst 100 km pro einer Fahrstrecke entfernt.
      Mein Dienstgeber tut sich damit immer noch etwas schwer, aber aus der Not hat er meinen Forderungen entsprochen.
      Ich selbst sehe es wie Bob.
      Mein Job ist auf verbandsebene. Viel Fachwissen in einer Person gebündelt für Einrichtungen im Bistum.
      Solch einen Job kannste dann nicht bis sonst wo outsourcen, da gibt es einen erheblichen Qualitätsverlust. Ich bin auch Ansprechpartner vor Ort. Doch muss ich nur immer per Telefon und Mail erreichbar sein...dies kann man aber eigentlich locker dezentral regeln.

      In solchen Bereichen arbeiten unzählige Leute und werden gezwungen immer an einen zentralen Arbeitsort sich einzufinden. Unproduktiver geht es nicht.
      Arbeitsweg ist nur ein Punkt.

      Natürlich muss der Arbeitgeber es geregelt bekommen das bei dezentraler Arbeit auch die Produktivität nicht nachlässt.

      Fairas schrieb:

      Imperator Bob schrieb:

      das z.B. eine Krankenschwester mit 60 kaum noch kriechen kann,
      Womöglich aber mein zweiter Vorschlag nur noch 20 statt 30-40 Stunden die Woche zu arbeiten. Und wenn insgesamt mehr Personal eingestellt wird, muss sie nicht mehr 5-10 Patienten alleine pro Stunde versorgen.
      Im Gesundheitswesen findest du leider nicht genug "Köpfe" für die vielen offen Stellen.
      Wenn diese natürlich wie eine jetzige 40 Stunden Vollzeitstelle vergütete werden würde, könnte Alles anders sein.


      Signaturen sind wie Frauen:
      Hat man keine will man eine, hat man eine will man ne andere

    • Die Bezahlung im Gesundheits- und Pflegewesen sowie auch Erziehung ist zu gering. Das schreckt potentielle Auszubildende ab. In einer modernen zukunftsfähigen Gesellschaft müsste die Bezahlung dann nicht für 20 Stunden so hoch sein wie jetzt für 40 Stunden, sondern eher doppelt so hoch.

      Irgendjemand (aus dem politischen Kabarett. hab den Namen grad nicht) meinte mal sowas wie: "Wir bezahlen die denen wir unser Geld anvertrauen mehr als die denen wir unsere Kinder anvertrauen." Lässt sich so auch auf Alte und Kranke übertragen.


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      Ich hab spaßeshalber mal ausgerechnet was ein Erzieher auf Provision verdienen würde, wenn man sagen würde: Jeder Erzieher verdient pro Kind, ein paar Prozent von dem was ein durchschnittlicher Deutscher in seinem Leben an Steuern zahlt. Schon bei nur einem Prozent, wäre sein Gehalt astronomisch im Vergleich zum heutigen tatsächlichen Gehalt. Hab allerdings die Zahlen jetzt nicht mehr parat, war nur mal ein Gedankenmodell.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Homeoffice. Und wer sagt dir dann, dass das Home nicht gleich in Indien liegt, anstatt in Deutschland?

      Ladegos schrieb:

      Solch einen Job kannste dann nicht bis sonst wo outsourcen, da gibt es einen erheblichen Qualitätsverlust. Ich bin auch Ansprechpartner vor Ort. Doch muss ich nur immer per Telefon und Mail erreichbar sein...dies kann man aber eigentlich locker dezentral regeln.
      Outsourcen kannst Du auch zentrale Arbeitsplätze, solange Du die Arbeit aus der Entfernung erledigen kannst spielt es keine Rolle ob Du hier Homeoffice oder zentral arbeitest. Nur wenn man genauer darüber nachdenkt, dann macht zwanghaftes Outsourcing in vielen Fällen keinen Sinn. Ruf mal einen x-beliebigen deutschen Kundendienst an, was denkst Du bei wie vielen Du da in Indien landest? Wenn Du einfache Sachen billig erledigen möchtest, da funktioniert das auslagern aber spätestens wenn Du Leute haben möchtest die mit Deinen Kunden in welcher Form auch immer in Kontakt stehen sollen, ist es schwierig die Arbeit ins Ausland auszulagern. Ist in anderen Bereichen auch so, siehe Ladegos, nur weil es rein theoretisch möglich ist, macht es unterm Strich nicht immer Sinn.

      Vielmehr wird die Industrie 4.0 Schwellenländer vermutlich härter treffen, ich meine warum soll ich in einer Diktatur mit unsicheren Rechtsrahmen "teure" Arbeiter für 3,50 Euro die Stunde schuften lassen, wenn ich das genau so gut zu hause mit Robotern machen kann? Die kosten zwar, dank neuer Roboter-Steuer, genau so viel dafür hab ich einen sicheren Rechtsrahmen, muss mir kein gejammere von Menschenrechtlern anhören weil meine Arbeiter vom Dach springen, qualifizierte Arbeiter für die Überwachung sind auch da und ich kann alles viel leichter persönlich überwachen.

      Wird zwar bei uns auch tiefe Spuren hinterlassen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es bei dem ein oder anderen Entwicklungsland quasi den Zusammenbruch der Wirtschaft bedeuten könnte.

      Fairas schrieb:

      Hängt dich doch nicht zu sehr an dieser einen Zahl auf.
      Na wenn Du sie in den Raum wirfst ;)
      Es macht für mich nämlich schon einen Unterschied ob wir von +/-1 1 Jahr sprechen oder gleich ein paar oben drauf, so klang nämlich Dein Posting.

      Fairas schrieb:

      Womöglich aber mein zweiter Vorschlag nur noch 20 statt 30-40 Stunden die Woche zu arbeiten. Und wenn insgesamt mehr Personal eingestellt wird, muss sie nicht mehr 5-10 Patienten alleine pro Stunde versorgen.

      Fairas schrieb:

      Die Bezahlung im Gesundheits- und Pflegewesen sowie auch Erziehung ist zu gering. Das schreckt potentielle Auszubildende ab. In einer modernen zukunftsfähigen Gesellschaft müsste die Bezahlung dann nicht für 20 Stunden so hoch sein wie jetzt für 40 Stunden, sondern eher doppelt so hoch.

      Irgendjemand (aus dem politischen Kabarett. hab den Namen grad nicht) meinte mal sowas wie: "Wir bezahlen die denen wir unser Geld anvertrauen mehr als die denen wir unsere Kinder anvertrauen." Lässt sich so auch auf Alte und Kranke übertragen.
      Also erst gebe ich Dir damit absolut recht, dass die Bezahlung im Gesundheitswesen in Deutschland eher schlecht ist und nicht zur die Bezahlung, sondern auch das Ansehen im Vergleich zu anderen Berufen. Eigentlich sollte man, wenn man so einen Beruf erlernt hat, auswandern. Übrigens, wenn ich vom Krankenhaus meiner Mutter ausgehe und auch von der Station auf der ich Zivi war, dann sind bereits die Mehrzahl der Pflegekräfte nur noch halbtags angestellt. Viele alte weil sie es nicht mehr Vollzeit packen und viele junge weil sie nicht durchhalten. Diese relativ kurze Arbeitszeit kommt den Patienten bisher aber auch nicht zu gute.

      Aber sicher, früher oder später wird sich eine kürzere Arbeitszeit vermutlich in allen Bereichen etablieren, wenn immer mehr Maschinen die Arbeit übernehmen und man keine riesige Arbeitslosigkeit will.
    • Berlin befürchtet massive Beeinflussung des deutschen Wahlkampfs 2017 durch Russland mittels Cyberattacken und der Verbreitung von Falschinformationen. Offenbar stellt die Bundesregierung aktuell eine Cyber-Spezialeinheit auf, die aktiv gegen diese Attacken vorgehen soll. FAZ.de

      "Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein."
      - Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., SPD, *1918 +2015

    • Jetzt wirds lustig
      Zitat: Mehrere Unionspolitiker fordern nun, das Verbreiten von Falschinformationen härter zu bestrafen.

      spiegel.de/politik/deutschland…achrichten-a-1125611.html

      Also wenn das durchkommt stehen Steffen Seibert und Andreas Scheuer (aber auch einige andere Politiker) bereits mit einem Bein im Knast :happy clapping:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Ich finde die Richtung nicht schlecht. Bisher kann nur wer direkt betroffen ist, z.B. wegen Verleumdung, juristisch dagegen vor gehen. Dem können die Hetzer einen Riegel vorschieben in dem sie die Opfer mit so vielen Einzelfällen bombardieren, dass ein Nachstellen kaum möglich ist.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Naja, die Vorstöße sind doch eindeutig auf die Enthüllungen über die Einflussnahme Russlands auf den US-Wahlkampf zurückzuführen, denn es geht meiner Meinung nach aus dem Text hervor, dass entsprechende Bemühungen vor allem gegen orchestrierte Desinformationskampanen bzw. Stimmungsmache in Informationsmedien bzw. -plattformen gerichtet sind.

      Es werden natürlich wieder Stimmen laut werden, die den Politikern unterstellen, dass sie lediglich eigennützig handeln, weil sie durch solche Aktionen von außen ihren Wahlerfolg und ihre "Pfründen" gefährdet sehen. Insgesamt denke ich aber, dass man ein gesetzliches Vorgehen gegen gezielte Desinofmation durchaus gutheißen kann, wenn es tatsächlich nachgewiesen werden kann. Man konnte ja z.B. letztes Jahr beobachten, wie bei der angeblichen Vergewaltigung einer Berlinerin durch Flüchtlinge gezielt russlanddeutsche Rück- bzw. russische Einwanderer durch Moskau mobilisiert wurden.

      Eine der aufkommenden Fragen wird natürlich diejenige sein, was alles unter Falschinformationen fällt.
      Gehören - wie Flo angedeutet hat - auch Aussagen von Politikern dazu? Ist das Verschweigen von Informationen nicht auch eine Art von Desinformation? Was ist mit den zahlreichen Falschaussagen über Vorfälle in Umfeld von Flüchtlingsunterkünften (von denen, die in sozialen Netzwerken erwähnt wurden, handelte es sich sehr häufig lediglich um Gerüchte)? Was passiert mit der ganzen Klatschpresse über Promis?
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      And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.
    • Schwierig. Das Problem bei den "Falschmeldungen" ist ja, dass sie meistens nur teilweise falsch sind. Woher all die Richter nehmen, die sich damit beschäftigen sollen?

      Und wenn der russische SWR/GRU aus Hackerangriffen erworbene geheime Daten verwendet um den Wahlkampf zu beeinflussen, sind das ja nicht notwendigerweise "falsche" Informationen, sondern nur unredlich erworbene.

      "Die Glaubwürdigkeit der Politiker war noch nie so gering wie heute. Das liegt nicht zuletzt an einer Gesellschaft, die in die Glotze guckt. Die Politiker reden nur oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein."
      - Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D., SPD, *1918 +2015

    • Draconarius schrieb:

      Eine der aufkommenden Fragen wird natürlich diejenige sein, was alles unter Falschinformationen fällt.
      Gehören - wie Flo angedeutet hat - auch Aussagen von Politikern dazu? Ist das Verschweigen von Informationen nicht auch eine Art von Desinformation?

      John schrieb:

      Schwierig. Das Problem bei den "Falschmeldungen" ist ja, dass sie meistens nur teilweise falsch sind. Woher all die Richter nehmen, die sich damit beschäftigen sollen?

      Jup genau das ist das Problem. Und bei dem Gedanken daran das am Ende irgend eine Pappnase in der Regierung darüber entscheidet was eine Falschmeldung ist (und deshalb zensiert wird) und was nicht wird mir echt übel, Zensursula lässt grüßen. :kotz:

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Flo78 schrieb:

      Und bei dem Gedanken daran das am Ende irgend eine Pappnase in der Regierung darüber entscheidet was eine Falschmeldung ist (und deshalb zensiert wird) und was nicht wird mir echt übel, Zensursula lässt grüßen.

      Eigentlich sollte sowas am Ende immer ein Gericht entscheiden.

      Falschmeldungen gibt es viele, auch Satire wie beispielsweise der Postillion verbreitet, sind erstmal Falschmeldungen.

      Ein Gesetzt würde ich in etwa so formulieren:

      "Wer bewusst Unwahrheiten verbreitetet, mit dem Ziel die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu verletzten..."
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Auch ich sehe die Gefahr einer Zensur.
      Auch im Hinblick, das die Medien mit einem Image der einsetigen Berichterstattung (für meine Begriffe nicht ganz zu Unrecht) zu kämpfen haben, informiert man sich eben auch in Sozialen Netzwerken oder auch fernab der herkömmlichen Medien. Diese Alternativen zu zensieren finde ich bedenklich und eher kontraproduktiv.
      Über Fakenews und auch den Wahlkampf in den USA ist im Podcast Logbuch Netzpolitik vom 05.12.2016 interessantes zu hören.
    • Ich finde man muss zwischen Meinung und Fakten unterscheiden.

      Beispiel: man kann Flüchtlinge für dumm, faul, kriminell, primitiv oder sonstwas halten.

      Man kann wenn es in einer Stadt 50 kriminell gewordene Flüchtlinge gibt aber nicht einfach behaupten es seien 200. Für mich wäre sowas dann eine bewusste Falschmeldung und mit einer Gesetzeslage die sowas unter Strafe stellt, würde ich mich nicht zensiert fühlen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda