Russland und die ehemaligen Staaten des Ostblocks

  • Wirklich, ihr seid der Auffassung, dass ein Kind Mitschuld an dem Überfall auf die Ukraine trägt? Und deshalb legitime Ziele zur Erreichung eigener Zielsetzungen darstellen.

    Nochmal, wir reden hier von Kindern.

    Die Fallacy, dass die Kinder, die auf Kinderriegel verzichten müssen, auch die sind, die indoktriniert zu den Waffen greifen um an der Front ihr Leben zu lassen. Lässt euch scheinbar den Irrtum erliegen, eine Methode zu wählen, bei der durch Verzicht auf Süßwaren die Wehrfähigkeit Russland beeinflusst werden würde. Die Realität sieht aber so aus, dass die überragende Mehrheit Mannschaft- und Unteroffiziersdienstgrade aus Gegenden Russlands kommen dessen Ortsnamen die meisten noch nie gehört haben. Dort geht der Major zu den Familien der Gefallen und überreicht den Angehörigen einen Zentner Kartoffeln und diese bedanken sich unter Tränen der Dankbarkeit. Und diese Bevölkerungsschicht wollt ihr durch Verzicht auf Nahrung zum Umdenken bewegen.

    Nein, natürlich sind wir nicht dieser Auffassung. Weder ein Kind noch eine alte Rentnerin tragen eine Mitschuld an den aktuellen Ereignissen, so sie Putin nicht aktiv unterstützen. Putin und sein Regime sind die Schuldigen an dieser Politik. Sie sind damit auch keine "Ziele" unserer "Zielsetzungen". Wovon wir reden sind ungewünschte Nebeneffekte einer notwendigen Sanktionspolitik. Niemand möchte Kindern schaden. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass wenn du Putins Regime effektiv treffen, schwächen und destabilisieren möchtest, dann geht das nur über die Wirtschaft und den Wohlstand der breiten Bevölkerung. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und auch schon die neue Politik Gorbatschows hat es nur gegeben, weil das sowjetische Wirtschaftssystem nicht mehr funktioniert hat und die UdSSR im Grunde pleite war. Die Fabriken verrotteten, die Soldaten und Rentner wurden nur noch verspätet bezahlt. Die Theken in Metzgereien und Bäckereien waren leer und man musste im Winter Schlange für Waren anstehen. Und selbst wenn das Regime dadurch nicht stürzen würde, würde all das dennoch eine wirksame Schwächung seiner militärisch-strategischen Möglichkeiten bedeuten, weil Bürger die stundenlang in der Schlange stehen, um einen Leib Brot zu bekommen, in der selben Zeit nun einmal keine Granaten herstellen oder neue Raketentypen entwickeln können ect.. Das bedeutet, solche Reibungsverluste schwächen einen Staat auf vielfacher Ebene. Der Alltag macht die Bevölkerung mürbe und unzufrieden. Hunger und sinkende Lebensbedingungen sind auch einer der Hauptgründe, warum der Widerstand des Deutschen Reiches im November 1918 in sich zusammenbrach. Gepaart natürlich mit der militärischen Überlegenheit der Entente. Aber die Hungersnöte im Reich resultierend aus der Blockade der Entente waren so nachhaltig, dass die Nazis im 2. Weltkrieg alles daran gesetzt haben, diesen Zustand zu verhindern, was ihnen auch gelungen ist durch u.a. rücksichtslose Ausbeutung der eroberten Gebiete und bekanntermaßen haben die Deutschen im Zweiten Weltkrieg noch bis zum letzten Häuserblock gekämpft. Der Hunger in Deutschland begann im wesentlichen erst in den Wintern 45/46.

    Die Fallacy, dass die Kinder, die auf Kinderriegel verzichten müssen, auch die sind, die indoktriniert zu den Waffen greifen um an der Front ihr Leben zu lassen. Lässt euch scheinbar den Irrtum erliegen, eine Methode zu wählen, bei der durch Verzicht auf Süßwaren die Wehrfähigkeit Russland beeinflusst werden würde. Die Realität sieht aber so aus, dass die überragende Mehrheit Mannschaft- und Unteroffiziersdienstgrade aus Gegenden Russlands kommen dessen Ortsnamen die meisten noch nie gehört haben. Dort geht der Major zu den Familien der Gefallen und überreicht den Angehörigen einen Zentner Kartoffeln und diese bedanken sich unter Tränen der Dankbarkeit. Und diese Bevölkerungsschicht wollt ihr durch Verzicht auf Nahrung zum Umdenken bewegen.

    Im Prinzip läuft es darauf hinaus. Es geht aber nicht nur um eingeschränkte und verteuerte Lebensmittel. Es geht um Ersatzteile, Elektrogeräte, Haushaltsgegenstände, im Grunde alles was den Lebensstandard betrifft und / oder die russische Wirtschaft aufrechterhält. Letztlich ist es aber derzeit ohnehin so, dass Russland sehr gut die ausfallenden Lieferungen durch Produkte durch Eigenproduktion sowie aus Asien, namentlich China und Indien, ersetzt. Demnach steigen durch die westlichen Sanktionen derzeit allenfalls die Kosten, die Verfügbarkeit der Waren bleibt aber grds. bisher gegeben. Die Sanktionen funktionieren daher bisher nur teilweise, was ein Problem darstellt. Jedenfalls sollte der Westen in der aktuellen Lage nicht noch dazu beitragen, dass sich die Lebensverhältnisse in Russland stabilisieren. Denn davon profitiert Putin direkt, weil viele Russen ihm das als eigene Leistung anrechnen, nach dem Motto: "Seht. Der ganze Westen ist unser Feind, aber der große Putin schafft es dennoch, dass es uns gut geht. Das große Russland kann machen was es will. Wir sind stark. Wir brauchen niemanden. Putin ist der größte Führer seit Stalin.".

    Sanktionen sollen ja gerade dazu beitragen, dass sich das jeweilige Regime für alle erkennbar entscheiden muss, was ihm wichtiger ist. Das Wohl der eigenen Bevölkerung, für das es sorgen könnte, wenn es die aggressive Politik beenden würde, oder aber der eigene Machterhalt um jeden Preis. Letztlich versorgt ja die russische Regierung ihr Volk nicht, weil sie 30-50% ihres Staatshaushaltes ins Militär pumpt, anstatt davon Traktoren, Getreidemühlen oder umweltfreundliche Heizkraftwerke zu bauen.

    Wenn eure Forderungen Früchte tragen sollen, hieße das Menschen, expliziter Kindern, Grundnahrungsmittel zu verwehren, was in nicht wenigen Fällen den Tod zur Folge hätte.

    Das ist wahr. Das kann schlimmstenfalls geschehen. Das haben Sanktionen leider so an sich. Man könnte dann ggf. die UN helfen lassen. Die UdSSR wurde bspw. mit Getreide aus den USA beliefert, im Gegenzug zur Annäherungspolitik Gorbatschows und zu Abrüstungsvereinbarungen. Dieses Problem bestand auch schon bei den Sanktionen gegen Saddam Hussein, gegen das iranische Regime oder gegen Nordkorea. Man kann das mit guten Argumenten kritisieren. Ich glaube trotzdem, dass Sanktionen ihrer Wirkung haben und es diesen Regimen deutlich schwerer machen, ihre Macht aufrecht zu erhalten und vor allem ihre Nachbarn zu gefährden. Und letztlich geht es ja darum. Es geht nicht in erster Linie darum, wie es in dem betreffenden Land selber aussieht. Es geht darum, dass Sanktionen diese Autokratien derartig schwächen, dass sie nicht mehr in der Lage dazu sind, ihre Nachbarländer zu bedrohen und zu gefährden bzw. dass ein solches Vorhaben mit einem derartig hohen Risiko für sie selbst verbunden wäre, dass sie sich das zehnmal überlegen. Denn wenn die Bevölkerung hungert, dann hungert in der Regel auch die Armee. Und hungrige Soldaten sind keine guten Soldaten. Hunger und Armut fördern Schwarzmärkte und Korruption. Und beides schwächt dann auch die Streitkräfte.

    Aus diesem Hintergrund möchte ich nochmal explizit fragen, ob du deine Formulierung so stehen lässt.

    So wie ich sie in diesem Post dir erläutert habe ja, nicht so, wie du sie mir in deinem Post unterstellst. Da gibt es feine aber wichtige Unterschiede.

    Gegenfrage: Was schlägst du als Alternative vor, um mit Russland umzugehen. Du musst ja eine solche Alternative im Kopf haben.

    Zweite Frage: Wenn du das logisch weiterdenkst, müsstest du auch das Prinzip der nuklearen Abschreckung ablehnen. Denn nukleare Abschreckung bedeutet nichts anderes als die Drohung mit den schlimmsten uns bekannten Massenvernichtungswaffen auch gegen zivile Ziele. Abschreckung bedeutet: Wenn ihr New York, London, Paris oder Berlin auslöscht, dann dauert es knappe zwanzig Minuten und Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk lösen sich in nukleare Asche auf. Also überlegt euch das gut. (Ich bin kein Freund davon, die Wahrheit mit schönen Worten zu bemänteln.)

    Aus meiner Sicht ist dieses Prinzip das einzige Prinzip, dass bisher wirksam funktioniert und Kriege verhindert hat. Aber es gibt auch viele Menschen, die das ganz anders sehen. Auch dieses Prinzip hat Vor- und Nachteile. Es trägt bspw. nicht nur dazu bei, Demokratien zu schützen, sondern es schützt nicht minder autokratische Regime wie das Nordkoreas.

    Aber solange eine Seite auf diese Waffen setzt, bleibt der anderen Seite meiner Ansicht nach gar nichts anderes übrig, als das Gleiche zu tun.


    Wenn ich aber schon eine solche Abschreckung befürworte, warum sollte ich dann einfache Wirtschaftssanktionen ablehnen? Zumal das Prinzip "Wandel durch Handel" bzw. "Wandel durch Annäherung" aus meiner Sicht krachend gescheitert ist. Es hat weder in Russland noch in China zur einer Demokratisierung beigetragen. Ganz im Gegenteil. Diese Regime sind autoritärer denn je. Und sie wurden durch den jahrzehntelangen Technologietransfer des Westens in ihrer Länder viel mächtiger und viel gefährlicher, als sie es vor der wirtschaftlichen Abblockung des Ostblocks waren.


    Während des Kalten Krieges gab es ein Verbot Hochtechnologien wie Computerchips usw. in kommunistische Staaten zu exportieren. Der Handel mit den Warschauer Pakt Staaten und mit der Volksrepublik China beschränkte sich auf wenige Güter, welche die westliche Sicherheit nicht gefährdeten und nicht zu einem Technologischen Fortschritt in den genannten Staaten führten. Eine solche Politik würde ich inzwischen wieder befürworten. Es ist nicht gut, dass westliche Hochtechnologiefirmen in autokratischen Staaten produzieren oder Waren verkaufen. Das sollten wir in Zukunft lassen. Das war aus meiner Sicht ein Fehler.


    Ich bin aber auch der erste der freien Handel, Warenverkehr, Städtepartnerschaften und Schüleraustausche vorschlagen wird, wenn sich Russland und die Volksrepublik wirklich demokratisieren, Minderheitenrechte achten und vor allem ihre Nachbarländer nicht mehr bedrohen.

  • Zum Thema Kinder:

    Beispielsweise Nordkorea, da ist Hungern und Verzichten ein Teil der Staatsräson.

    Das Volk hat genug zum Arbeiten, genug für das Militär aber nicht genug um ihre Kinder gesund zu ernähren.

    Hier hat die "Weltgemeinschaft" stets ausgeholfen, nach jeder Hungersaison kamen zig Millionen Tonnen Nahrung da an.

    Was macht die eigene Regierung? Rüstet auf, baut Atomwaffen, baut Satelliten usw.... von dem Geld hätte man auch das Volk ernähren, seine Wirtschaft auf die Grundversorgung umstellen können.

    Vor 2 Jahren erst gelesen, Nordkoreaner werden über Generationen kleiner, einfach weil das Volk zu wenig Nahrung erhält.

    Das ist eine sehr moralische Sache und hungernde Kinder, Rentner usw. sind ein Armutszeugnis unserer Welt.

    Aber Tatsache ist auch, warum sollte man diesen Volk mit Nahrung helfen wenn es die eigene Regierung nicht macht, ständig weiter Aufrüstet und dem Nachbar droht?

    Das selbe mit Rußland.......warum sollte man da helfen wenn es irgendwann hungert?

    Wegen den Kindern, während es gleichzeitig Krieg führt? Sorry, da geh ich nicht mit, wer Geld für Kriege hat der hat auch Geld für die Grundversorgung des Volkes, oder es hungert und lebt sich an der Propaganda.

  • Das Widerlichste an Kriegen und internationalen Konflikten ist schon immer gewesen, dass die einfachen Leute, die breite Bevölkerung, obwohl sie am Wenigsten dafür kann, am meisten darunter leidet. Das war schon immer so und lässt sich bisher leider nicht vermeiden, allenfalls abmildern.


    Übrigens zur Unterstützung der USA im Falle eines Angriffs Russlands auf die NATO:


    Man sollte nicht vergessen, wie lange es jeweils dauerte, bis die USA bereit waren sich in Europa zu Gunsten der Demokratien zu engagieren.


    1. Weltkrieg:

    Erst am 6. April 1917, also erst nach drei Jahren blutigster Kämpfe in Frankreich und ganz Europa, entschieden sich die USA zum Kriegseintritt gegen das Deutsche Reich und entschieden damit etwa 1,5 Jahre später im November 1918 den Krieg zu Gunsten der Entente-Mächte.


    2. Weltkrieg:

    Erst nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 entschieden sich die USA zum Krieg gegen das Deutsche Reich und Japan bzw. wurden dazu gezwungen, weil beide Staaten den USA den Krieg erklärten. Bis dahin gab es lediglich Waffenlieferungen. Zuvor hatte sie weder der Angriff auf Polen, Norwegen, Dänemark, Belgien und die Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Albanien, Jugoslawien, Griechenland und die Sowjetunion dazu bewegen können.


    Vor diesem Hintergrund engagieren sich die USA dieses Mal bereits viel stärker in Europa als damals. Sie haben bereits jetzt eine nicht unerhebliche Anzahl an eigenen Truppen in Polen, Estland, Tschechien, Georgien und der Türkei sowie massiv in Deutschland stationiert. Zudem bestehen vorbereitete Pläne und Infrastrukturen zur schnellen Verlegung von Truppen aus den USA nach Osteuropa. Und genau das wird ja auch in Manövern gerade geübt. Mal abgesehen von den zahllosen US-Bürgern, die sich in Europa befinden. Das heißt würde Russland die NATO angreifen, käme es derzeit kaum umhin, diese US-Truppen anzugreifen, was die USA praktisch direkt in den Krieg zöge. Russland könnte es sich ohnehin gar nicht erlauben die EU/NATO anzugreifen und die USA dabei unbehelligt zu lassen, da diese dann stets wie ein Damoklesschwert mit ihrem möglichen Kriegseintritt über dem Konflikt hängen würden. Ich denke daher, dass die Idee, die USA könnten sich aus so einem Konflikt heraushalten, nur hypothetisch ist. Es sei denn, Trump möchte wirklich sämtliche US-Truppen aus Europa abziehen, was nun wirklich nicht im Interesse der USA sein kann.


    ————————————

    Lesenswert. Ich teile die Meinung von Landsbergis voll und ganz.


    K'had Sajuuk

    Lies dir bitte auch einmal Medwedews Telegram-Kanal durch. Kann man sich ja heute übersetzen lassen. Medwedew ist ehemaliger russischer Präsident und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates. Er galt mal als der „Moderatere“ im Vergleich zu Putin. Da wird einem klar, mit was für Leuten wir es zu tun haben. Dagegen waren Chruschtschow und Breschnew die Rationalität in Person.


    Telegram: Contact @medvedev_telegram


    Russischer Ex-Präsident: Medwedew droht erneut mit Atomkrieg - WELT

  • Aus diesem Hintergrund möchte ich nochmal explizit fragen, ob du deine Formulierung so stehen lässt.

    So wie ich sie in diesem Post dir erläutert habe ja, nicht so, wie du sie mir in deinem Post unterstellst. Da gibt es feine aber wichtige Unterschiede.

    Gut es ging ja darum die Aussage einzuordnen und noch nicht einfach nur das stehen zu lassen wie es da stand.


    Gegenfrage: Was schlägst du als Alternative vor, um mit Russland umzugehen. Du musst ja eine solche Alternative im Kopf haben.

    Zweite Frage: Wenn du das logisch weiterdenkst, müsstest du auch das Prinzip der nuklearen Abschreckung ablehnen.


    I)

    Ich mache den Unterschied mit wem man Umgeht.

    Dem Russischen Staat an sich. Das ist dann die Ebene auf den Fragen des Handels, der politischen Beziehungen, eben zwischenstaatlichen Fragestellungen. Hier sollte man die Möglichkeit ergreifen, die einem zustehen. Sprich sich als Staat zu entscheiden, wie man mit anderen Staatsgefügen umgeht, die nicht der eigenen Ausrichtung entsprechen. Hier sehe ich es als vollkommen legitim an (und das ist auch die Antwort auf deine Frage), eine vollständige Isolation zu fahren. Die einzige Aufweichung der Isolation sehe ich hier, dass es stets mindestens ein rotes Telefon geben sollte. Diplomatische Niederlassungen sind ja nur notwendig, wenn es Visa-Kontingent gibt.

    Wenn eine vollständige Isolation gegenüber einem anderen Staat praktiziert wird, ist es essentiell, in der Lage zu sein, internationale Beziehungen eigenerseits unter allen Umständen auch in persona zu verteidigen. Es ist unverantwortlich, eigene Interessen zu verfolgen und durch diese gegebenenfalls andere Staaten zum Ziel/Opfer Dritter zu machen.

    Ist man dazu nicht Willens oder in der Lage bleibt einem nur sich auch selbst zu isolieren oder aber eben die Isolation des anderen Staates aufzugeben und diesen mittels diplomatischer, wirtschaftlicher Mitteln soweit zu beeinflussen, dass er einen mindestens minimal akzeptierbaren Partner darstellt.


    Die andere Ebene ist dann das Volk / Bevölkerung an sich. Hier bin ich der Meinung das es steht's das Angebot geben muss, Leiden zu verhindern und zu bekämpfen. Das ist meiner Meinung nach der Grundpfeiler des menschlichen Daseins. Wenn man auf politischer Ebene den Handel mit Nahrung aussetzt. Dann muss auf humanitärer Ebene das geliefert werden, was benötigt wird, ganz gleich aus welchen Gründen das Leid entsteht.

    Nicht zuletzt helfen Ärzte ohne Grenzen auch jetzt noch Tuberkulose in der Russischen Föderation zu bekämpfen und das Leid durch diese schreckliche Krankheit zu lindern. Oder auch die NGO Path to the Future welche in Belgorod auch aber nicht nur die Flüchtlinge aus der Ukraine behandelt.


    In einer Situation in der ein offener Krieg zweier Staaten gegeneinander geführt wird, würde ein jeglicher Staat keinen Hilfslieferungen geschweige denn Personal jedweder Intention der Gegenseite zulassen.

    Aber als “fiktives” Szenario zum Abschluss. Stelle dir nur mal vor zwei Länder führen Krieg, das ein Land würde während der Kriegshandlungen trotzdem noch die leidende Bevölkerung uneingeschränkt Nahrung und medizinische Versorgung zur Verfügung stellen.

    Für viele Undenkbar, für mich ein Anfang.


    II)

    Ich lehne die nukleare Abschreckungsstrategie ab, das ist vollkommen korrekt.


    Sie ist auf vielen Ebenen nicht die, wie sie sich im gesellschaftlichen Duktus darstellt.



    Es gab nie eine moralische Rechtfertigung für die Existenz der Atomwaffe. Einzigste der Trugschluss eines Atomprogramms von Nazi-Deutschlands hat dazu geführt, die Büchse zu öffnen. Zu den damaligen Möglichkeit dies zu beurteilen höchstwahrscheinlich zu Recht. Daher sollte zur moralischen Wiedererlangung des Status quo, die weitere Entwicklung nicht auf die Verbesserung der Waffen abzielen, sondern auf die Schaffung und Verbesserung von Gegenmaßnahmen bis hin zur deren annähernden Perfektion. Was ganz offensichtlich eigentlich im Sinne aller sein sollte.

    Stellen wir uns nur mal vor, dass morgen alle in und wirklich alle Atomwaffen abgerüstet und weg wären. Wäre die Welt sicherer? Nein, wie lange würde es dauern, bis eine Nation, die sie vorher produzieren konnte, diese wiederherstellen könnte. Wenn sie in einer Krisenlage wäre. Wahrscheinlich 3 bis 4 Wochen, alles ist da, die Blaupausen, das Know-how, Material alles, die Büchse der Frau aus Lehm ist offen.



    Eine nukleare Abschreckungsstrategie ist äußerst heikel, es darf einfach nichts schief gehen. Wir haben uns unter anderem Aufgrund der unkalkulierbare Gefahren zum Atomenergieausstieg entschieden und möchten aber die Strategie der nuklearen Abschreckung bei behalten und gegebenenfalls ausbauen. Mhhh.



    Über die ethischen und moralischen Grundprobleme müssen wir eigentlich nicht breit auswerfen, die sollen vollumfänglich bekannt sein.

    Eine Strategie die die Auslöschung der eigenen Art, zumindest als Möglichkeit beinhalten kann auf Dauer nicht Konsensfähig sein. > Kurt Biedenkopf <

    Und diese Aussage ist vollkommen korrekt.



    Nuklearer Besitz schützt auch nicht vor Angriffskriegen, das ist ein Trugschluss.

    °Ägypten Irak und Syrien gegen Israel Jom-Kippur-Krieg

    ° Pakistan und Indien Kargil-Krieg



    Dass der nukleare Vorhang den kalten Krieg nicht zum heißen Krieg hat werden lassen. Kann keiner mit Genauigkeit sagen.

    Das Problem ist etwa gleich, wie wenn ich mir ein Jahr jeden Tag eine Kopfschmerztablette einwerfe und keine Kopfschmerzen bekomme. Lag es an der Tablette oder hätte ich gar keine bekommen?

    Ich habe noch keinen seriös sagen hören, das können wir ex post klar falsifiziert belegen. Wenn du da was hast, bitte her damit.



    Des Weiteren ist es schon längst kein politisches Thema mehr. Wir haben mittlerweile Firmen, deren Kapitalressourcen höher sind als die vieler Staaten. Glaubst du, das wird sich in Zukunft relativieren? Die Schlussfolgerung dieser Aussage sollte auch klar ersichtlich sein.



    Für das Verständnis in der Gesellschaft, was die nukleare Abschreckungsstrategie ist, muss man nur das Beispiel der B-61 Bomben nehmen, welche taktisch und strategisch vollkommen nutzlos geworden sind. Grund, dass diese immer noch stationiert sind, ist einzig und allein der Wunsch der europäischen Staaten, ein Symbol für das Amerikanische Nukleare Versprechen in der Hand halten zu können.



    In der Realität haben die Atomwaffen schon längst ihr Alleinstellungsmerkmal als Massenvernichtungswaffe verloren. Schon in den ‘80 - ‘90 Jahren mit Fuel-Air-Explosives. Und das ist heute in den ‘20 erst recht der Fall. Lass mich mal die provokante These aufstellen das die Großmächte mit Sicherheit B- und C-Waffen mit mindestens gleichem Impact wenigsten Forschungstechnisch bereithalten.

    Das Alleinstellungsmerkmal besteht allein auf der Ebene der Psychologie. Staaten wollen den Atompilz in den Köpfen der Menschen und das funktioniert noch heute mit der gleichen Effizienz, ganz sicher. Es gibt drei Gründe, warum Länder diese besitzen wollen.


    *Sicherheitspolitische Gründe -> funktioniert nicht immer Bsp. Israel

    *Status man Spielt internationale auf einer anderen Ebene mit.

    *Wer Nuklearmachte ist kann kann militärische nicht mehr sanktioniert werden


         

    Hätte Milosevic Atomwaffen gehabt, gäbe es heute das Balkan Konstrukt nicht. Hätte Saddam Hussein die Bombe gehabt, wäre Kuwait heute nicht mehr existent. Und einer der letzten Statements von Gaddafi war, dass er besser mal weiter versucht hätte, Atomwaffen zu beschaffen.

  • Dänemark will gesamte Artilleriemunition an Ukraine spenden - DER SPIEGEL


    Es bleibt ein Trauerspiel. Laut den Tschechen wären über 800.000 Granaten (500k 155mm, 300k 122mm) auf dem Weltmarkt kurzfristig verfügbar.

    Frankreich will aber lieber die eigene Industrie stützen (die doch derzeit nicht liefern kann, was spricht denn dagegen jetzt Kapazitäten auszubauen und kurzfristig auf dem Weltmarkt zu kaufen), und die Griechen wollen nicht, dass europäisches Geld in der Türkei landet.

    Hoffentlich gibt es als Lösung wenigstens eine Koalition der Willigen. Das ganze Thema nervt mich nur noch.


    Ampel-Fraktionen wollen weitere Waffenlieferungen für die Ukraine - DER SPIEGEL

    Die Regierungsfraktionen haben sich wohl auf ein gemeinsames Papier geeinigt, welches zwar das Wort Taurus bewusst vermeidet, jedoch die Lieferung von Marschflugkörpern durch Frankreich und GB lobt, die Lieferung reichweitenstarker Systeme fordert, und das ist der überraschendste Aspekt, als Zweck den Angriff auf strategische Ziele in Russland nennt.


    Edit.: Wobei, der Stern als Original Quelle spricht von Angriffen auf Zielen im rückwärtigen Bereich. Das ist dann wahrscheinlich doch eher auf die besetzten Territorien bezogen.

  • Die Russen haben scheinbar in Adiwjka wieder ein Kriegsverbrechen begangen.


    Es gibt Berichte, dass 6 Schwerverwundete Soldaten, die beim Rückzug zurückgelassen werden mussten, von den Russen nach der Einnahme der Stadt einfach hingerichtet wurden anstatt ordnungsgemäß medizinisch versorgt zu werden.


    Die Russen sorgen immer wieder selbst dafür, dass man Ihnen nicht vertrauen kann und man sich einfach nicht freiwillig unter die Kontrolle dieser Verbrecher stellen möchte.

  • X-Account von Nawalny-Witwe zeitweise gesperrt | tagesschau.de


    Wie oben zu lesen ist, hat Putin wohl persönlich vor zwei Tagen die beiden Offiziere der Gefängnisverwaltung zu Generälen befördert, die für die Verschärfung der Haftbedingungen für Nawalny direkt verantwortlich waren.

    Ich mache den Unterschied mit wem man Umgeht.

    Dem Russischen Staat an sich. Das ist dann die Ebene auf den Fragen des Handels, der politischen Beziehungen, eben zwischenstaatlichen Fragestellungen. Hier sollte man die Möglichkeit ergreifen, die einem zustehen. Sprich sich als Staat zu entscheiden, wie man mit anderen Staatsgefügen umgeht, die nicht der eigenen Ausrichtung entsprechen. Hier sehe ich es als vollkommen legitim an (und das ist auch die Antwort auf deine Frage), eine vollständige Isolation zu fahren. Die einzige Aufweichung der Isolation sehe ich hier, dass es stets mindestens ein rotes Telefon geben sollte. Diplomatische Niederlassungen sind ja nur notwendig, wenn es Visa-Kontingent gibt.

    Hier sind wird einer Meinung.

    Aber als “fiktives” Szenario zum Abschluss. Stelle dir nur mal vor zwei Länder führen Krieg, das ein Land würde während der Kriegshandlungen trotzdem noch die leidende Bevölkerung uneingeschränkt Nahrung und medizinische Versorgung zur Verfügung stellen.

    Für viele Undenkbar, für mich ein Anfang.

    Hier eher nicht. Ich halte das in einem Kriegszustand für nicht umsetzbar, zumal wenn von einer Seite (wie von Russland in Syrien und der Ukraine) gezielt Krankenhäuser, Getreidelieferungen und Sanitäter attackiert werden.

    Ich lehne die nukleare Abschreckungsstrategie ab, das ist vollkommen korrekt.

    Auch da sind wir unterschiedlicher Auffassung.

    Stellen wir uns nur mal vor, dass morgen alle in und wirklich alle Atomwaffen abgerüstet und weg wären. Wäre die Welt sicherer? Nein, wie lange würde es dauern, bis eine Nation, die sie vorher produzieren konnte, diese wiederherstellen könnte. Wenn sie in einer Krisenlage wäre. Wahrscheinlich 3 bis 4 Wochen, alles ist da, die Blaupausen, das Know-how, Material alles, die Büchse der Frau aus Lehm ist offen.

    Eben, aber weil das so ist, macht es auch keinen Sinn mehr über eine atomwaffenfreie Welt zu sprechen. Die Büchse der Pandora schließt sich leider nicht mehr.

    Eine nukleare Abschreckungsstrategie ist äußerst heikel, es darf einfach nichts schief gehen. Wir haben uns unter anderem Aufgrund der unkalkulierbare Gefahren zum Atomenergieausstieg entschieden und möchten aber die Strategie der nuklearen Abschreckung bei behalten und gegebenenfalls ausbauen. Mhhh.

    Das ist ein Argument, dass ich gelten lasse. Wer für atomare Abschreckung ist, kann eigentlich nur schlecht gegen die Nutzung von Atomenergie argumentieren.

    Dass der nukleare Vorhang den kalten Krieg nicht zum heißen Krieg hat werden lassen. Kann keiner mit Genauigkeit sagen.

    Das Problem ist etwa gleich, wie wenn ich mir ein Jahr jeden Tag eine Kopfschmerztablette einwerfe und keine Kopfschmerzen bekomme. Lag es an der Tablette oder hätte ich gar keine bekommen?

    Ich habe noch keinen seriös sagen hören, das können wir ex post klar falsifiziert belegen. Wenn du da was hast, bitte her damit.

    Naja, das sehe ich anders.

    *Sicherheitspolitische Gründe -> funktioniert nicht immer Bsp. Israel

    Inwiefern funktioniert das bei Israel nicht? Ich wäre mir da jetzt nicht so sicher. Die Nachbarstaaten lassen Israel relativ unbehelligt.

    Hätte Milosevic Atomwaffen gehabt, gäbe es heute das Balkan Konstrukt nicht. Hätte Saddam Hussein die Bombe gehabt, wäre Kuwait heute nicht mehr existent. Und einer der letzten Statements von Gaddafi war, dass er besser mal weiter versucht hätte, Atomwaffen zu beschaffen.

    Das ist richtig. Umgekehrt gilt es aber genauso. Hätte die Ukraine ihre Atomwaffen behalten, dann gäbe es sie heute noch. Du belegst doch hiermit gerade, wie wirkungsvoll die nukleare Abschreckung tatsächlich ist.

  • Die Russen haben scheinbar in Adiwjka wieder ein Kriegsverbrechen begangen.


    Es gibt Berichte, dass 6 Schwerverwundete Soldaten, die beim Rückzug zurückgelassen werden mussten, von den Russen nach der Einnahme der Stadt einfach hingerichtet wurden anstatt ordnungsgemäß medizinisch versorgt zu werden.


    Die Russen sorgen immer wieder selbst dafür, dass man Ihnen nicht vertrauen kann und man sich einfach nicht freiwillig unter die Kontrolle dieser Verbrecher stellen möchte.

    Gibt auch ein Video von, das ging schon vor ein paar Tagen um.


    Ohnehin ist wohl jetzt vor der Wahl großes Aufräumen in Russland angesagt. Neben Nawalny ist der zur Ukraine übergelaufene russiche Pilot, der seinerzeit seinen Heli den Ukrainern übergeben hat, in Spanien tot aufgefunden worden. Auch ein russischer Propagandist Andrey Morozov, der sich immer wieder über die Inkompetenz der russischen Kommandeure beschwert hat und behauptete, die Russen hätten bei der Erstürmung von Avdivvka 17000 Tote gehabt, hat sich angeblich selbst erschossen. :rolleyes:

  • Stellen wir uns nur mal vor, dass morgen alle in und wirklich alle Atomwaffen abgerüstet und weg wären. Wäre die Welt sicherer? Nein, wie lange würde es dauern, bis eine Nation, die sie vorher produzieren konnte, diese wiederherstellen könnte. Wenn sie in einer Krisenlage wäre. Wahrscheinlich 3 bis 4 Wochen, alles ist da, die Blaupausen, das Know-how, Material alles, die Büchse der Frau aus Lehm ist offen.

    Eben, aber weil das so ist, macht es auch keinen Sinn mehr über eine atomwaffenfreie Welt zu sprechen. Die Büchse der Pandora schließt sich leider nicht mehr.

    Und doch muss es doch das Ziel sein, Atomwaffen obsolet werden zu lassen. Ich sehe beim Aufrüsten und Modernisieren der Atomwaffenarsenale kein Potenzial, Atomwaffen unnötig werden zu lassen.

    Wenn man aber potente Abwehrsysteme hätte, welche einen Atomschlag gänzlich nutzlos machen würden. Worin besteht dann noch der Sinn zur Aufrechterhaltung eines Atomwaffenarsenals?


    Dass der nukleare Vorhang den kalten Krieg nicht zum heißen Krieg hat werden lassen. Kann keiner mit Genauigkeit sagen.

    Das Problem ist etwa gleich, wie wenn ich mir ein Jahr jeden Tag eine Kopfschmerztablette einwerfe und keine Kopfschmerzen bekomme. Lag es an der Tablette oder hätte ich gar keine bekommen?

    Ich habe noch keinen seriös sagen hören, das können wir ex post klar falsifiziert belegen. Wenn du da was hast, bitte her damit.

    Naja, das sehe ich anders.


    Durchaus legitim, warum auch nicht. Doch für beide Annahmen, deine wie meine, kann es keine belegbaren Beweise für die Richtigkeit geben. Aufgrund von verschiedenen Annahmen, Wahrnehmung oder Gefühlen fast man seine Sichtweise. Daher glaubt jeder von uns daran, dass es so ist.

    Aber Glaube kann und darf nicht als Grundlage irgendeiner staatspolitischen Entscheidung herhalten.



    *Sicherheitspolitische Gründe -> funktioniert nicht immer Bsp. Israel

    Inwiefern funktioniert das bei Israel nicht? Ich wäre mir da jetzt nicht so sicher. Die Nachbarstaaten lassen Israel relativ unbehelligt.


    Wie erwähnt die Tatsache, dass Israel von Ägypten, Irak und Syrien im Jom-Kippur-Krieg angegriffen wurde. Obgleich der Tatsache, dass Israel in der Lage gewesen wäre, alle drei Nationen in die atomare Steinzeit zu bomben. Gegen Fanatiker ist man machtlos.

    Und beim jetzigen Konflikt halten sich Libanon und Jordanien auch aus anderen Gründen als der atomaren Abschreckung zurück.


    Hätte Milosevic Atomwaffen gehabt, gäbe es heute das Balkan Konstrukt nicht. Hätte Saddam Hussein die Bombe gehabt, wäre Kuwait heute nicht mehr existent. Und einer der letzten Statements von Gaddafi war, dass er besser mal weiter versucht hätte, Atomwaffen zu beschaffen.

    Das ist richtig. Umgekehrt gilt es aber genauso. Hätte die Ukraine ihre Atomwaffen behalten, dann gäbe es sie heute noch. Du belegst doch hiermit gerade, wie wirkungsvoll die nukleare Abschreckung tatsächlich ist.


    Ja, die Dualität ist beim Thema Atomare Abschreckung in der Regel immer sehr präsent. Im Fall der Ukraine, ja mit Sicherheit. Es geht mir aber um die Tatsache, dass mit den richtigen Akteuren und Verbündeten jeder an die Möglichkeiten der Atombombe kommen kann. Am Ende hat man gar keine militärische Handhabe gegen niemanden mehr.

    Und die Akzeptanz des Verzichtest von Staaten wie Australien, Brasilien, Indonesien besteht auch im größten Teil darauf, dass Staaten wie Deutschland, Italien, Schweiz, Österreich, Schweden, Japan auf die Produktion verzichten.

    Aber dass das auf Ewigkeit gut geht, ich weiß nicht.

  • Durchaus legitim, warum auch nicht. Doch für beide Annahmen, deine wie meine, kann es keine belegbaren Beweise für die Richtigkeit geben.

    Aber deine Grundannahme ist ja schon falsch. Aus einer falschen Aussage kann nichts richtiges folgen. Wenn man ein Jahr lang täglich Schmerzmittel nimmt, bekommt man Kopfschmerzen durch den Medikamentenmissbrauch. Und wahrscheinlich bleibende Nierenschäden.

  • Junge Männer, die für Nawalny Blumen niedergelegt haben, wurden offenbar vor Ort direkt festgenommen und mussten bei ihrer Haftentlassung einen Einberufungsbefehl in die Armee und für die Ukraine-Operation unterschreiben: „Wenn du nicht unterschreibst, brechen wir dir die Finger. Also, wirst du für uns kämpfen?“


    Widerlich. - Immerhin weiß man so ein Mal mehr, wo der Feind steht und was man von diesem Russland zu erwarten hätte.

  • Und doch muss es doch das Ziel sein, Atomwaffen obsolet werden zu lassen. Ich sehe beim Aufrüsten und Modernisieren der Atomwaffenarsenale kein Potenzial, Atomwaffen unnötig werden zu lassen.

    Wenn man aber potente Abwehrsysteme hätte, welche einen Atomschlag gänzlich nutzlos machen würden. Worin besteht dann noch der Sinn zur Aufrechterhaltung eines Atomwaffenarsenals?

    Schönes Ziel, einer atomwaffenfreien Welt, für manche Staaten sind Atomwaffen aber auch einfach notwendige Lebensversicherung.

    Beispielsweise sind sie für Israel ein letzter Ausweg, wenn wirklich einmal die konventionellen Streitkräfte entscheidend besiegt und eine Auslöschung des Staates und Volkes möglich wäre.

    Oder Russland, was wäre dies ohne seine Atomwaffen bzw. die Furcht vor diesen? Der Westen hätte schon vom ersten Tag die Ukraine so zugeschissen mit Material, weil eine echte Eskalation von Seiten Russlands gar nicht wirklich bedrohlich für den Westen wäre.

    Dazu seine kollabierende Bevölkerung, die ohnehin schon viel zu gering ist für die Größe des Landes. China hat Ansprüche auf den Osten Russlands und da sind seine Atomwaffen ein gutes Argument, zumal seine konventionellen Streitkräfte jetzt nicht wirklich furchteinflößend sind.

    Indien und Pakistan, solange einer Atomwaffen hat, kann der andere unmöglich die eigenen verzichten und ohne wäre Pakistan wohl in einem echten Krieg den indischen Streitkräften massiv unterlegen.


    Sollten es gelingen ein Abwehrsystem zu entwickeln, welches zu annähernd 100% alles abwehren kann und es in ausreichender Menge zu produzieren, um auch einen massiven Angriff abzuwehren, erhöht es sogar die Gefahr eines Erstschlages, da dies die potenziellen Gegner unmöglich zulassen können.

    Da würde dann über die diplomatischen Kanäle schon Hinweise über Konsequenzen kommen, die auf eine Inbetriebnahme eines solchen Systems erfolgen.

  • Durchaus legitim, warum auch nicht. Doch für beide Annahmen, deine wie meine, kann es keine belegbaren Beweise für die Richtigkeit geben.

    Aber deine Grundannahme ist ja schon falsch. Aus einer falschen Aussage kann nichts richtiges folgen. Wenn man ein Jahr lang täglich Schmerzmittel nimmt, bekommt man Kopfschmerzen durch den Medikamentenmissbrauch. Und wahrscheinlich bleibende Nierenschäden.

    Meine Grundannahme ist, dass es durchaus auch ohne die Atombombe keine Eskalation der unweigerlichen Nachkriegsordnung gegeben hätte.

    Meine Analogie mit den Kopfschmerzen sollte vielmehr zeigen, dass das Argument, “das könne man ja gar nicht wissen”, auf der Logikebene genauso auch für die Position mit der nuklearen Abschreckungsstrategie anzuwenden ist.


    Aber vielleicht kannst du mir mittels eines logischen Beweises aufzeigen, dass meine Annahme falsch ist.


    Zudem hast du meine Analogie dahingehend weitergeführt, dass die Existenz der Atomwaffen zwangsläufig in einem zerstörerischen Konflikt mündet.

    Da das

    Schmerzmittel = Atombombe

    Kopfschmerz = atomarer Konflikt


    Ich habe hoffentlich in den letzten Beiträgen hinreichend dargelegt, dass ich nicht an eine atomwaffenfreie Welt glaube und dies auch als Utopie verstehe.


    Auch habe ich mit keiner Silbe erklärt, dass es ein Ziel sei und realistisch wäre, dass Staaten sich von Ihren Atomarsenalen trennen würden. Weil das allein wie von dir aufgezählt schon von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden würde.


    Nur was hätte die Atomwaffe noch für Einsatzmöglichkeiten, wenn alle Staaten einem vollkommen Abfangschirm besitzen würden?

    Wenn die konventionellen Waffen und Streitkräfte drohen, besiegt zu werden. Dann bliebe doch nur noch, sich selbst in die Luft zu jagen.


    Und die Annahme eines Erstschlages, weil ein Staat Selbstverteidigung aufbaut, entbehrt auch jeglichen Beispiel in der mittelfristigen Vergangenheit. Italien oder Deutschland haben Frankreich auch nicht angegriffen, weil diese die Maginot-Linie gebaut haben.

    Auch bei NMD, SDI, Iron Dome, Aegis gab es keine Bedrohung durch Erstschlags Warnungen.

  • Und die Annahme eines Erstschlages, weil ein Staat Selbstverteidigung aufbaut, entbehrt auch jeglichen Beispiel in der mittelfristigen Vergangenheit. Italien oder Deutschland haben Frankreich auch nicht angegriffen, weil diese die Maginot-Linie gebaut haben.

    Schlechtes Beispiel, die Maginot-Linie wurde deshalb errichtet, weil man genau wusste, dass es einen weiteren Krieg geben würde. Eigentlich war allen Seiten bei Unterzeichnung des Friedensvertrages zur Beendigung des WK I bewusst, dass dies nur ein vorübergehender Waffenstillstand sein würde. Beide Seiten haben aber aus ihren jeweiligen Erfahrungen des WK I ihre Rückschlüsse für zukünftige Kriege bzw. Militäroperationen gezogen.


    Auch bei NMD, SDI, Iron Dome, Aegis gab es keine Bedrohung durch Erstschlags Warnungen.

    Hat SDI und die damit verbundene Aufrüstung nicht mit dafür gesorgt, dass die Sowjetunion, auch aus Angst nicht mithalten zu können, sich quasi zu Tode gerüstet hat? Deren Idee war ja, wenn SDI funktioniert, und kann unsere Raketen abschießen, bauen wir noch mehr Raketen, um das System zu übersättigen. Sie können vielleicht 500 Raketen abschießen, aber die nächsten 500 kommen durch und die darauffolgenden 1000 ebenfalls.


    Iron Dome ist nicht dafür gedacht einen Erstschlag mit massig Raketen abzuwehren sondern primär dem ständigen Beschuss mittels selbstgebauter Raketen und Granaten aus dem Gazastreifen und Libanon zu begegnen. Selbst wenn einer der Anrainerstaaten etwas dagegen gehabt hätte und mit Vernichtung gedroht hätte, wäre es auch nichts Neues gewesen.

    Auch bei Iron Dome bleibt das Grundproblem, dass man das System übersättigen kann, wenn man schlicht genug Dinge auf einmal abfeuert. Israel begegnet dem teilweise damit, dass es eben die Raketen durchlässt, die in unbebautem Gelände etc. einschlagen würden.


    Das Übersättigen ist auch bei heutigen Systemen immer noch eine einfache Möglichkeit jedes System zur Raketenabwehr zu überwältigen. Hat eine Raketenabwehrstellung nur 4 Schuss im System ehe es aufmunitioniert werden muss, kann es theoretisch vier Raketen abwehren, aber alle anderen, die man in dieser Welle abfeuert, kamen wohl durch. Auch sind Abfangsysteme um ein Vielfaches teurer als Angriffssysteme. Um ein 100%iges abfangen eines Marschflugkörpers/Rakete zu gewähren sollten wenigstens 2, eher 3 Abfangraketen gestartet werden. Ein vollständiger Schutz gegen das Atomwaffenarsenal Russlands ist daher eigentlich unbezahlbar. Gegen irgendwelche Spinner in Teheran oder Nordkorea würde es aber wohl reichen.


    Meine Grundannahme ist, dass es durchaus auch ohne die Atombombe keine Eskalation der unweigerlichen Nachkriegsordnung gegeben hätte.

    Möglicherweise. Ich würde eher das Gegenteil annehmen. Bis in die späten 60er ist der Ostblock dem Westen eigentlich konventionell zu massiv in Europa überlegen. In dieser Zeit und auch danach noch, waren Schläge mit taktischen Nuklearwaffen ganz klare Strategie der USA und NATO. Erst später wendet sich dieses Blatt, auch durch Aufrüstung, moderne Technologie, Vereinheitlichung von Systemen, bis der Osten 10 Jahre später eigentlich keinerlei Chance mehr hatte selbst einen konventionellen Krieg gewinnen zu können.

  • Kann mir jemand aushelfen. Ich suche das nicht geschnittene Putin Interview auf Englisch ohne Audioübersetzung. Oder kennt einer den Timestamp wo er auf die Rechtfertigung Nazi Deutschlands eingeht Polen anzugreifen?


    In den deutschen Medien wird darüber viel geschrieben aber die Stelle aus dem Video find ich nicht bzw. Finde immer nur Versionen wo die Übersetzung das Original überblendet.

  • Ich muss sagen, es fällt mir schwer, die Taurus-Debatte aus meiner Perspektive nachzuvollziehen.


    Was kann Taurus, was Scalp/Storm Shadow nicht auch könnte? Auch diese haben laut Wikipedia eine Reichweite von über 500 km. Großbritannien besitzt davon alleine an die 900 Stück.


    Warum reden alle immer nur über Taurus, aber bspw. niemand über BGM-109 Tomahawks? Auch diese hätten eine Reichweite von ca. 460 km und die USA müssten sie in ausreichender Anzahl haben.


    Es wird immer so dargestellt, als stünde Scholz alleine da mit seiner Entscheidung. Aber es sieht doch wirklich nicht so aus, als würden sich die US-Regierung oder die britische oder französische Regierung nun gerade darum drängeln, der Ukraine Langstreckenraketen zu liefern. Es kann doch niemand daran zweifeln, dass sie dies könnten, wenn sie es wollten.


    Es muss doch einen sehr wichtigen Grund dafür geben, warum alle diese westlichen Führungsmächte weitgehend davon absehen, diese Waffen an die Ukraine zu liefern.


    Ist es möglich, dass die Russen über Hinterzimmerkanäle dem Westen zu verstehen gegeben haben, dass dies für sie eine absolute rote Linie darstellt und eine solche Lieferung im Krieg enden würde? Bzw. dass westliche Analysten glauben, dass den Russen dann gar keine andere Wahl bliebe, als ein Präventivschlag gegen die NATO? Bspw. ein Angriff auf Seekabel und Sateliten. Aus meiner Sicht wäre das eine der ganz wenigen logischen Erklärungen. Was auch nachvollziehbar machen würde, warum man das nicht groß kommuniziert.

    Kann mir jemand aushelfen. Ich suche das nicht geschnittene Putin Interview auf Englisch ohne Audioübersetzung. Oder kennt einer den Timestamp wo er auf die Rechtfertigung Nazi Deutschlands eingeht Polen anzugreifen?


    In den deutschen Medien wird darüber viel geschrieben aber die Stelle aus dem Video find ich nicht bzw. Finde immer nur Versionen wo die Übersetzung das Original überblendet.

    Hier?

    Putin Tucker Full Interview | Tucker Putin Interview Full | Tucker Carlson Putin Interview Live - YouTube

  • John


    Ich kann die Gründe für die Nichtlieferung ebenfalls nicht nachvollziehen, egal von wem. Rote Linien haben Putin und seine Scharfmacher schon genügend verkündet, passiert ist aber nie etwas. Wir müssen wohl akzeptieren das die westlichen Politiker, egal welchen Landes, trotz all der vollmundigen Versprechen keinen Bock haben der Ukraine zu liefern was sie benötigt um eine wirkliche Chance gegen Russland zu haben.


    Und damit behält Putin am Ende leider Recht und seine Strategie geht auf. Er muss nur lange genug weiter machen bis der Westen die "Lust" verliert und/oder entsprechende Politiker ala Trump und Co. an die Macht kommen. Dann kann er die Ukraine langsam aber sicher aufreiben.

    Diese unglaubliche Arroganz vieler westlicher Politiker zu glauben dieser Konflikt sei eines der üblichen Probleme, welches man nur lange genug aussitzen muss bis es verschwindet, ist ein absolutes Armutszeugnis und wird uns alle noch teuer zu stehen kommen.


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Ich weiß nicht. „Kein Bock“ glaube ich nicht. Sie haben alle mehr als deutlich gesagt, was sie von Putin halten.


    Ich denke es gibt andere Gründe. Letztlich kann das nur die Sorge vor einer großen Eskalation sein. Anders kann ich es mir nicht erklären.


    Oder man möchte sich „Eskalationspotential“ vorbehalten. Irgendeinen Grund, den wir nicht kennen, wird es geben. Ich denke nicht, dass Macron, Biden, Sunak und Scholz alle gleichzeitig „unfähig“ sind. Zumal es ja auch genügend Militärs gibt, die sie beraten.


    Dass es gut für die Ukraine wäre ist klar. Es muss also noch andere (wichtigere) Gründe geben.

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