Russland und die ehemaligen Staaten des Ostblocks

  • Mal ne Frage an die Untergangsapologeten hier: Ihr glaubt also nicht daß Xi Putin nicht schon mehrmals gedrückt hat: "Hey Kollege, wenn Du es wagen solltest, wegen ein paar Bauernhöfen im Donbass und einem Streifen verbranntes Landes Atombomben werfen zu müssen, kannste Dir alles, was noch zwischen China und Russland besteht, vergessen und Dein Öl an Länder wie Nordossetien, Transnistrien und Tschetschenien verkloppen. Dann sind sämtlich wirtschaftlichen Verbindungen zwischen unseren Staaten Geschichte. Ich hab Dir mehrmals die Grenzen aufgezeigt."

    Glaubt Ihr wirklich, daß Putin völlig isoliert vom Rest der Welt, seinen Beratern innerhalb des Militärs, Generalstab und natürlich China, völlig irrational alleine agiert und damit auch durchkommt?

    Echt jetzt?

  • Mogges

    Ich halte es immer noch für einen Bluff/Einschüchterung und einfach atomaren S......hinweis. Aus dem Fenster gelehnt behaupte ich, er hätte eher eine 9mm zwischen den Augen als das es zu einer Atomaren Eskalation kommt.

    Und Xi und der Inder werden ihm das auch mitgeteilt haben mit so Sachen wie Handel, Allianzen und Freundschaft.

    Mehr als dieser Überzeugung kann ich nicht sein, alles andere wäre eine zu üble Fantasie.


    Was kann er den bis jetzt vorweisen: Finnland und Schweden in der Nato, horrende Verluste, die demografische Jugend hautnah, Fachleute gehen lieber nach Georgien als das Sie bleiben, eine erstarkte NATO, die USA wieder zur Führung gebracht, Europäische Energieunabhängigkeit usw.....ist halt blöd für ihn das er auf der haben Seite nur verbrannte Erde hat, den Rest hat er gut hinbekommen was die Gegenseite angeht.

    Bei der Rechnung wundert es mich das er mich an der macht ist.

  • Atomwaffen glaube ich nicht. Das ist ein Bluff.


    Vor sieben Monaten hatte ich wesentlich mehr Angst und Sorge vor einem Atomkrieg. Inzwischen nicht mehr so sehr. Als Möglichkeit ist es natürlich noch präsent, aber eigentlich glaube ich nicht mehr daran. Die mögliche Konsequenzen durch den Westen sind zu schwerwiegend für Putin. Das ist Fakt!

  • Mal ne Frage an die Untergangsapologeten hier: Ihr glaubt also nicht daß Xi Putin nicht schon mehrmals gedrückt hat: "Hey Kollege, wenn Du es wagen solltest, wegen ein paar Bauernhöfen im Donbass und einem Streifen verbranntes Landes Atombomben werfen zu müssen, kannste Dir alles, was noch zwischen China und Russland besteht, vergessen und Dein Öl an Länder wie Nordossetien, Transnistrien und Tschetschenien verkloppen. Dann sind sämtlich wirtschaftlichen Verbindungen zwischen unseren Staaten Geschichte. Ich hab Dir mehrmals die Grenzen aufgezeigt."

    Glaubt Ihr wirklich, daß Putin völlig isoliert vom Rest der Welt, seinen Beratern innerhalb des Militärs, Generalstab und natürlich China, völlig irrational alleine agiert und damit auch durchkommt?

    Echt jetzt?

    Mit ziemlicher Sicherheit hat Xi dem Putin schon mehrfach gesteckt, dass er das Ganze inzwischen nicht mehr witzig findet. Ganz am Anfang wird er Putin aber eher ermuntert haben, schlichtweg, weil Russland sich damit in die Hände Chinas begeben hat. Was zwischen den Beiden abläuft, kann man nicht wissen. Aber China hat sich nun schon mehrfach öffentlich von Russland deutlich distanziert. Auch vor der Uno hat man bspw. mit den USA zusammen die Annexionen verurteilt. Mehr Klatsche für Putin geht eigentlich kaum noch.

    Man weiß aber, dass Putin diesen Konflikt auf keinen Fall verlieren darf, wenn er in Russland überleben will. Und darauf hat Xi aus Peking keinen Einfluss. Putin muss die Russen überzeugen. Und momentan läuft es halt richtig scheiße für Russland. Ein Sieg ist nicht einmal annährend in Sicht. Die eigenen Ziele müssen immer weiter reduziert werden. Die Mobilmachung lässt die Stimmung im Land kippen. Und wenn der Westen erst einmal richtig Waffen liefert, hat Russland vermutlich gar keine Chance mehr, den Konflikt für sich zu entscheiden. Das wäre eine deutliche Niederlage, die Putin nicht überleben würde. Und Letzteres ist physisch zu verstehen, nicht nur politisch. Das weiß Putin alles. Er steht also mit dem Rücken zur Wand. Und da hilft ihm auch Xi nicht bei raus. Aber er hat noch einen Joker in der Tasche. Seine Atomwaffen und die Drohung, damit die Welt in einen Abgrund zu stürzen und alle mit ihm untergehen zu lassen. Die Leute um ihn rum sind da auch nicht besser. Denn im Falle einer Niederlage wird es nicht nur Putin treffen. Auch Lawrow, Medwedew, die Militärspitze, im Grunde alle, die das mitgemacht haben, könnten sich dann die Kugel geben, bzw. müssen damit rechnen als Kriegsverbrecher vor Gericht zu landen. Ihre Familien eingeschlossen. Mal ganz zu schweigen von all den Verbrechen, die sie lange vor dem Krieg begangen haben. Korruption usw. usf.. Die haben also alle überhaupt kein Interesse, diesen Krieg zu verlieren und die Macht damit auch. Ergo werden sie Putin bis zum Schluss folgen, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt. Wie Goebbels im Berliner Bunker. Denen ist es also scheißegal, ob Putin Atomwaffen einsetzt, wenn es ihnen und ihren Familien den Hals rettet. Und wenn man davon ausgeht, dass der Konflikt konventionell für Russland nicht mehr zu gewinnen ist, dann bleibt ja nur noch diese Variante als denkbarer Ausweg. Die Hoffnung wird sein, dass man einige taktische Nuklearwaffen einsetzt, damit womöglich die Führung der Ukraine ausschaltet und die Folgen derart verheerend sind, dass im Westen Panik ausbricht, Unruhen entstehen usw. und sich die westlichen Regierungen letztlich auf einen Verhandlungsfrieden einlassen, um den Konflikt einzufrieren. China und Indien könnten dann ebenfalls massiv Druck auf beide Seiten ausüben, um den Konflikt sofort zu stoppen und einzufrieren. Eine Rückeroberung der besetzten Gebiete wäre dann passé und Putin hätte formal erst einmal seinen Arsch in Russland kurzfristig gerettet. So die Hoffnung. Ich bin inzwischen fast sicher, dass er diesen Weg versuchen wird. Die Annexionen dienen dafür als juristisches Feigenblatt. Möglicherweise ja auch der Anschlag auf die Pipelines. Von wegen, Mütterchen Russland müsse verteidigt werden... blabla. Putin ist nicht der Typ, der klein beigibt. Das hat er nie gelernt. Und letztlich hatte er damit bisher immer Erfolg. Bspw. auch in Syrien. Er hat Assad dabei geholfen an der Macht zu bleiben, koste es, was es wolle. Dafür hat er mal eben ganz Syrien in Schutt und Asche gelegt, Giftgas gegen Zivilisten einsetzen lassen und Syrien zu einem Paria-Staat gemacht. Aber: Assad und sein Clan sind noch an der Macht und haben überlebt. Was wird Putin wohl daraus gelernt haben? Im Gegenteil, seine ganze Philosophie, seine historische Theorie baut nur auf dem Gedanken auf, dass Russland alleine deshalb heute so schwach dastehe, weil Führer wie Lenin, Gorbatschow, Chruschtschow, Jelzin, Honecker usw. zu schwach gewesen seien, im falschen Moment nachgegeben und gezögert hätten und damit "dem kollektiven Westen" immer wieder zu Siegen verholfen hätten. Nach Putins Philosophie ist Nachgeben gleichbedeutend mit Niederlage und nationaler Schmach. Er glaubt hingegen, wenn man nur hart und unerschrocken genug agiert, wird der Westen am Ende einknicken, weil er der Überzeugung ist, dass die eigentlichen Feiglinge im verweichlichten Westen säßen. Ergo muss er nach dieser Logik die Gewaltspirale einfach so hoch drehen, schön langsam dosiert, bis es dem Westen zu viel würde und dessen eigenes Überlebensinteresse überwöge. Dann glaubt er könne er den Konflikt für sich entscheiden. Und hier irrt er. Was aber nichts daran ändert, dass er es zweifellos versuchen wird. Ich persönlich rechne leider durchaus damit, dass wir in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten, spätestens beim nächsten massiven ukrainischen Durchbruch, den russischen Einsatz von Atomwaffen gegen Ziele in der Ukraine erleben werden. Und ich glaube ebenfalls, dass darauf eine massive konventionelle Vergeltung der USA und der NATO erfolgen wird. Wie es dann weitergehen wird kann kein Mensch vorhersagen. Das kann dann innerhalb von Stunden in einem nuklearen Schlagabtausch enden oder in Verhandlungen und Waffenstillstand. Ich befürchte, wenn wir den nuklearen Schlagabtausch durch beide Seiten verhindern wollen, werden wir irgendwann mit Putin verhandeln müssen. Ob uns das gefällt oder nicht. Das ließe sich nur verhindern, wenn Putin in Russland durch friedenswillige Kräfte gestürzt würde. Aber das halte ich für eine westliche Wunschvorstellung. Man sieht ja, dass die Russen lieber fliehen, als zu revoltieren. Den Glauben, Putin würde schon am Ende nur bluffen, weil die Folgen so unvorstellbar wären, halte ich übrigens ebenfalls für eine Wunschvorstellung, geboren aus der Angst vor den Konsequenzen. Was Putins Strategie in gewisser Weise sogar bestätigen würde.

  • Der Einsatz von Atomwaffen macht für Russland nur dann Sinn, wenn hinterher dann Ruhe herrscht, also der Krieg vorbei ist - und sie keine weiteren Repressalien befürchten müssen. Wenn die Idioten in Moskau A-Waffen einsetzen, dann ist die Frage, wie der Westen reagiert. Die Sanktionen werden jedenfalls dann erst recht nicht fallen.


    Ich sehe nicht, dass das Regime in Moskau durch den Einsatz von A-Waffen gewinnen kann. Eigentlich nichts. Die Sanktionen werden nicht fallen und die Ukrainer werden weiterkämpfen. Die leben schon seit sieben Monaten mit der realen Gefahr. Und die Stimmung im eigenen Land kippt noch mehr. Putin kann nur verlieren.


    Es sei denn Putin ist nicht nur Soziopath, sondern auch noch Sozialdarwinist. Also nach dem Motto: wenn das russische Volk nicht in der Lage ist zu gewinnen, dann hat es auch nicht verdient weiter zu existieren. Ähnlich wie Hitler in seiner Endphase.


    Das der Trottel überhaupt den Krieg angefangen hat, ist sein allergrößer und zugleich dümmster Fehler, den er begangen hat.

  • Der Einsatz von Atomwaffen macht für Russland nur dann Sinn, wenn hinterher dann Ruhe herrscht, also der Krieg vorbei ist

    Genau das wird die (falsche) Hoffnung sein. Genauso wie der irrige Glaube, man könne in drei Tagen Kiew besetzen.

  • Warum sollte das eine falsche Hoffnung sein. Wenn Putin den Konflikt allein auf Russland und die Ukraine beschränkt halten könnte, dann würde ein atomarer Schlag auf verquerte Weise Sinn machen. Aber dem ist ja nicht der Fall. Der Westen sitzt mit im Boot, und Russland muss stets unsere Reaktionen bedenken.


    Die Sanktionen, die jetzt langsam aber sicher den russischen Staat und die Wirtschaft in den Würgegriff nehmen, die wird Putin nicht los. Und den Westen kann er nicht angreifen, ohne eine Antwort in gleicher Härte erwarten zu müssen. Und solange Putin die Sanktionen nicht los wird, macht das alles keinen Sinn.


    Es würde nur weiter Eskalieren und Russland immer mehr zum Paria machen. Bis zu einem gewissen Punkt mag das Putin gefallen, aber über diesen Punkt sind wir wohl schon drüber. Jetzt, wo auch China und Indien auf Abstand gehen.

  • Nach verschiedenen Angaben soll Putin angeordnet haben dass sich die russische Armee nicht mehr zurückziehen darf. War wohl auf derselben Militärakademie wie ein gewisser "böhmischer Gefreiter". Dies soll wohl auch der Grund sein weshalb die Russen Lyman nicht geräumt haben und dort nun kurz vor einem Einschluss stehen.

    Glaub es war bei Raybar wo einige prorussische Blogger schon davon träumen mit den im Zuge der Mobilisierung rekrutierten frischen Kräften eine neue Offensive Richtung Kiew zu starten. Gleichzeitig sind wohl die ersten Einberufenen an der Front aufgetaucht. So soll sich ein russischer Soldat ergeben haben der am 21.09. im Zuge der Mobilisierung eingezogen wurde. Andere melden sich in den russichen Sozialen Netzwerken sie wären bereits nach 3 Tagen an der Front. 1. Tag in die Kaserne und ausrüsten, 2. Tag Fahrt in den Donbass, 3. Tag an der Front. Über den Kampfwert und die Moral eines solchen Soldaten kann jeder sich seine Gedanken machen.

    Wenn sie tatsächlich mit so solchen Truppen versuchen sollten erneut nach Kiew zu gelangen wird das ein Debakel. Ganz abgesehen davon dass diese Truppen faktisch nur aus leichter Infantrie bestehen. Für ein wirkliche Offensive brauchen diese aber auch Transporter, LKW, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge. Die Russen haben zwar riesige Depots aber sie haben ja gerade so geschafft ihre Verluste an Material wieder zu ersetzen. Aber jetzt 300k Mann und mehr nicht nur zu versorgen sondern komplett auszurüsten halte ich eigentlich auf Monate nicht für durchführbar solange man sie nicht nur verheizen will, wonach es aber derzeit wohl aussieht.

    Gibt in dem Zusammenhang auch Bilder dass irgendwelche LKW aus den 60ern jetzt aus den Depots geholt werden. Wie lange diese durchhalten dürfte aber sehr fraglich sein. Nur weil sie anspringen und man sie auf ne Verlageplattform fahren konnte heißt das nicht das man mit ihnen auch mehrer 1000 km im Kriegseinsatz machen kann.


    EDIT:

    Tagesschau meldet wohl jetzt auch über den bevorstehenden Kessel bei Lyman.

  • Naja, kommt darauf an.


    Die Ukraine hat ja "nur" deswegen eine reelle Chance, weil die russische Armee so unfassbar schlecht aufgestellt ist, und der russischen Staat so korrupter Sauhaufen, das man sich nur wundern kann. Lägen die Dinge hier anders, dann wäre der Ausgang des Krieges zugunsten der Russen eine ausgemachte Sache gewesen. Aber die Dinge liegen so wie sie liegen, und deswegen hat die Ukraine die Chance für mindestens ein Patt oder gar den Sieg.


    Allerdings ist die Frage, warum man in Russland dies nicht schon im Vorfeld erkannt hat.

  • Der Einsatz von Atomwaffen macht für Russland nur dann Sinn, wenn hinterher dann Ruhe herrscht, also der Krieg vorbei ist

    Genau das wird die (falsche) Hoffnung sein. Genauso wie der irrige Glaube, man könne in drei Tagen Kiew besetzen.

    Man muss aber auch ehrlich sein: Der Westen hat die ersten 3 Tage auch gedacht, dass Kiew in drei Tagen besetzt sein wird. Man hat sich zum Glück geirrt.


    Und Russland hat geglaubt, dass sie mit dem roten Teppich von der Bevölkerung empfangen werden. Das hat der Western anders gesehen.

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