Russland und die ehemaligen Staaten des Ostblocks

  • Russland scheint auf der Krim ein massives Umweltproblem zu bekommen. 80% des Trinkwassers auf der Krim wurden traditionell über einen Kanal aus dem ukrainischen Djnepr auf die Krim geleitet und bewässerten dort Städte und Landwirtschaft. Seit der Annektion der Krim hat die Ukraine diesen Kanal geschlossen und damit der Krim buchstäblich das Wasser abgedreht. Die Auswirkungen sind inzwischen dramatisch, da es Russland nicht gelingt, den Süßwasserbedarf anders zu decken. Felder verdorren, Böden versalzen, Grundwasserbestände werden aufgebraucht und laufen mit Salzwasser voll, Meerwasserentsalzungaanlagen sind ökologisch problematisch und Russland besitzt keine Erfahrung damit. Inzwischen muss bereits häufig in den Städten das Trinkwasser abgedreht werden und ist nicht mehr genießbar.


    Russland hat eigentlich nur zwei Optionen:

    Sich mit Kiew irgendwie einigen oder den Trinkwasserzugang vom Dnjepr durch einen weiteren Krieg gewaltsam zu erobern.

  • Joa hält sich mein Mitleid jetzt doch in engen Grenzen :kaffee:


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:


  • Arktis: Russische U-Boote durchbrechen erstmals meterdickes Arktis-Eis - DER SPIEGEL


    Russland macht wohl ein großes Gewese darum, dass seine U-Boote „zum ersten Mal„ in der Arktis durchs Eis gebrochen seien. Das sei ein historischer Tag. Verstehe ich nicht. Das machen U-Boote doch schon seit Jahrzehnten? Was genau ist jetzt das „historische“ daran?


    Das Video der USA ist bspw. schon 9 Jahre alt. Ich meine auch schon Bilder aus den 1980ern zu kennen, wo U-Boote das können.


  • Was genau ist jetzt das „historische“ daran?

    Bin kein Experte auf dem Gebiet der arktischen Marine, aber reguläre U Boote durchstoßen i.d.R. nie Eis, was dicker als 1 Meter ist und jeder Durchbruch ist ein gefährliches Mannöver was gut vorbereitet sein will. Im Normalfall wird immer versucht Löcher, dünnere Eisschichte, oder Risse in der Eisdecke zu finden um einen richtigen Durchbruch zu vermeiden.

    Leicht kann bei so einen Mannöver die Hülle des U-Bootes beschädigt werden und damit die Mission vorzeitig beendet werden. Das Boot liegt dann für eine längere Zeit im Dock für teure Reparaturen.

    Jetzt mit drei U-Booten gleichzeitig in größter Nähe durch 1,5 Meter dickes Eis zu stoßen ist ein netter PR Stunt fürs russische Militär, Schwanzvergleich halt.

    Die Koordination und Planung die so etwas erfordern sind schon enorm und die Botschaft wird bei den Leuten, die sie erreichen sollen, auch angekommen sein,


    Mal etwas anderes.

    In den letzten Tagen gibt es vermehrt Berichte über russische und ukrainische Truppenkonzentrationen in der weiterhin umkämpften Donbas Region. Gerät wird von beiden Seiten dorthin verlegt. Die NATO hält auch zur Zeit ein Mannöver im Baltikum ab und die Ukraine hat offiziell um Unterstützung gebeten den eigenen Luftraum gegen russische Flugzeuge zu verteidigen. Aus den us-amerikanischen, russischen und ukrainischen Außen- und Verteidigungsministerien gibt es in den letzten Stunden gerade einiges an Säbelgerassel.

    Gefühlt ist die Situation am angespanntesten, seitdem der bröckelige Waffenstillstand zu Stande kam.


    Top US national security officials call counterparts as Russia-Ukrainian tensions rise - CNNPolitics


    Fighting Escalates in Eastern Ukraine, Signaling the End to Another Cease-Fire - The New York Times

  • Kommt ja jetzt nicht so überraschend. Den Russen fehlt massiv Wasser auf der Krim. Hoffe die kommen nicht tatsächlich auf die Idee, den Wasserzulauf für die Krim zu erobern. Das wäre schlimm.


    Danke für die Info bezüglich U-Boote usw.. Ich hatte geglaubt, das wäre inzwischen weiter verbreitet, weil man es schon so oft sah.


    Habe übrigens gestern auch gelesen, dass momentan extrem viele Abfangflüge über Skandinavien und Großbritannien gegen russische Flugzeuge geflogen werden müssen. Irgendwie bauen die Russen gerade massiv Druck auf.


    Nato intercepts Russian planes '10 times in a day' - BBC News


    Den bisher ausführlichsten Bericht dazu finde ich bisher bei der BILD. Demnach würde zur Zeit die Mehrzahl der russischen Eisenbahnwagons für Truppentransporte nach Westen genutzt. So viele, dass sich schon das russische Landwirtschaftsministerium beschwert habe, weil keine Traktoren mehr transportiert werden könnten. Es gibt wohl zahlreiche Aufnahmen großangelegte Truppentransporte an die ukrainische Grenze.


    Was plant Putin? Russland verlegt massiv Truppen in Richtung Ukraine - Politik Ausland - Bild.de


    Ukraine: USA verurteilen »aggressives« Vorgehen Russland entlang der Grenze - DER SPIEGEL


    Militäraktivität besorgt NATO: Russland verlegt Truppen an Ukraine-Grenze - n-tv.de


    Ukraine-Konflikt: Amerika verurteilt Vorgehen Russlands


    Rumours of War: Another Russian Surprise in Ukraine? – ICDS


    Ukraine: Russia Massing Troops on Border; US Warns Moscow | Voice of America - English


    Die Reaktion des Kremls ist auch „lustig“. - Ja, wir verlegen zwar massiv Truppen, aber „das soll andere Staaten nicht kümmern.“ - Ist klar. So läuft das ja auch. Dreist.


    Kreml: Verlegung der russischen Truppen in Russland soll andere Staaten nicht kümmern — RT DE


    Im besten Fall ist es eine extrem aufwändige Variante Putins, um Biden und die neue US-Regierung zu testen. Im schlimmsten Fall bereitet Russland einen großangelegten Angriff auf die Ukraine vor. Jahreszeit würde passen. Zudem ist der Westen geschwächt durch die Pandemie.


    Parallel dazu gibt es jüngst auch zunehmende militärische Spannungen um Taiwan mit China:


    Taiwan reports largest ever incursion by Chinese air force | Reuters


    Subscribe to read | Financial Times


    Russland hat unterdessen den Putschisten in Myanmar/Burma Unterstützung zugesagt und versucht die diplomatischen Beziehungen zur Militärdiktatur auszubauen.:


    Verbündete der Militärjunta: Poker der Supermächte um Myanmar - WELT


    P.S. Ich schätze in Sachen Ukraine wird Russland darauf abzielen, ein Gebiet bis zum südlichen Ost-Ufer des Dnjepr zu erobern, um den aktuell von der Ukraine gesperrten Wasserzuflusskanal für die Krim zu erobern und zu sichern. Im Zuge dessen dürfte die Ukraine dann sämtliche Gebiete bis Cherson verlieren.


    Auf YouTube finden sich zahlreiche Videos, welche angebliche Truppenverlegungen an die ukrainische Grenze und auf die Krim (über die neue Brücke) zeigen. Nicht überprüfbar, von wann die Aufnahmen wirklich stammen. Aber das gezeigte Material wirkt in der Anzahl sehr massiv.









    04.04.2021

    Offenbar hat sich Außenminister Lawrow derart geäußert, dass man vermuten könnte, es habe eine Übereinkunft zwischen Russland und China gegeben, die ein enges Militärbündnis in Betracht zögen, zum Zweck der parallelen "Rückeroberung" der Ukraine und Taiwans...


    Wenn das stimmt, haben wir womöglich den ersten militärischen Großkonflikt dieses Jahrhunderts vor uns.

    Russische Provokationen: Putin spielt mit dem Feuer - WELT


    Die Ukraine kündigte unterdessen eine geplante gemeinsame Militärübung mit der NATO an. Über 1000 Soldaten aus mehreren NATO-Staaten sollen an der geplanten Übung zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit in einigen Monaten teilnehmen.

    Ukraine kündigt gemeinsame Militärübung mit Nato an - DER SPIEGEL

  • Ich versuche momentan, auch weil ich gerade Zeit habe, mich ein wenig über die Situation in der Ukraine zu informieren. Einige Punkte dich ich in letzter Zeit gehört habe, finde ich durchaus interessant.


    1) Wie schon erwähnt, haben die Russen auf der Krim ein massives Wasserproblem, da die Ukraine den Wasserkanal vom Dnjepr zur Krim seit 2014 dicht gemacht haben, der bisher 80% des Süßwasserbedarfs der Krim lieferte. Ein mögliches Motiv für eine militärische Intervention Russlands? Möglicherweise könnte Russland versuchen den Wasserzufuhr-Kanal zur Krim zu erobern, um diesen wieder zu öffnen. Das würde eine Eroberung der südlichen Gebiete östlich des Dnjepr erfordern, zöge aber vermutlich massive diplomatische Konsequenzen mit dem Westen nach sich und würde Russland vermutlich international zum völligen Außenseiter machen, da es hier dann nicht mehr nur um Separatisten ginge, sondern um einen regulären Krieg zwischen zwei Staaten mit anschließender Annektion von Landesteilen. Es könnte sogar soweit gehen, dass Russland versuchen könnte einen Landkorridor bis nach Transnistrien zu erobern, wobei das eher als unwahrscheinlich gilt. Günstig hingegen wäre dafür die Jahreszeit ab Anfang Mai, da dann die Schlechtwetterperiode endet, die Böden aushärten und der Truppenaufmarsch bereits geraume Zeit abgeschlossen sein dürfte, was zu nachlassender Aufmerksamkeit auf ukrainischer Seite und somit zu einem kleinen Überraschungseffekt führen könnte. Vielleicht will man sich aber auch Zeit lassen für destabilisierende Maßnahmen innerhalb der Ukraine.


    2) Andererseits hört man nun immer wieder, dass Russland durchaus wolle, dass die eigenen massiven Truppenverlegungen an die ukrainische Grenze auch bemerkt würden und kaum Anstalten mache, diese zu verheimlichen, bspw. durch nächtliche Transporte. Wohingegen ich mich allerdings auch frage, ob man Transporte diesen Umfangs in Zeiten von Smartphone und Internet überhaupt verheimlichen kann? Bin mir da nicht so sicher, dass das nicht womöglich einfach doch unvermeidbar ist, aufgrund der großen Anzahl der Transporte. Andererseits wurde ein Zitat des russischen Landwirtschaftsministers "geleaked", der sich darüber beschwert haben soll, dass er aufgrund der Truppentransporte nicht mehr genügend Züge zum Transport von Traktoren hätte. Das spricht schon tatsächlich eher dafür, dass man möchte, dass die Truppentransporte als massiv im Westen erkannt werden. Warum sonst so ein Leak aus dem innersten Kreis? Wenn das so ist, könnte es sich um eine Drohung handeln. Interessant fand ich diesbezüglich ein Video, dass sich die Mühe gemacht hat, die einzelnen Aufnahmen von russischen Truppentransporte der letzten Tage auf einer Google-Earth-Karte genau zu lokalisieren.



    3) In diesem Zusammenhang wurde die Äußerung Bidens von vor etwa einem Monat genannt, der in einem TV-Interview öffentlich äußerte, er halte Putin wörtlich für einen "Killer". Daraufhin gab es massive Proteste Russlands inklusive Abberufung des russischen Botschafters in den USA zu Konsultationen nach Moskau. Es wird nun vermutet, dass die Putin den Amerikanern und der restlichen Welt zeigen möchte, dass auch die neue US-Regierung auf ihn angewiesen ist und er durchaus Mittel und Wege hat, es Biden sehr unbequem zu machen. Auch das würde dafür sprechen, dass es sich um eine mögliche Drohung handelt.


    4) Es wurden vermehrt Aktivitäten des russischen Militärs an den NATO-Grenzen festgestellt. Bspw. eine ungewöhnlich hohe Anzahl russischer Flugzeuge, die sich den NATO-Grenzen näherten. Innerhalb von 6 Stunden mussten deswegen zehnmal NATO-Abfangjets aufsteigen, was als sehr außergewöhnlich gilt.

    Hinzu kommt kürzlich die Meldung von drei russischen Atom-U-Booten, die zum ersten Mal in der Arktis spektakulär das Eis durchbrachen und nun auch eine offensichtliche ungewöhnlich starke militärische Präsenz in der Arktis. Zudem stellte sich Russland kürzlich deutlich an die Seite der Putschisten in Myanmar und versuchte diplomatische eine Achse Russland-China plausibel erscheinen zu lassen, in die auch der Taiwan-Konflikt mit einbezogen wurde. All das deutet auf eine "Show of Force" gegenüber den Amerikanern hin und einen möglichen Test, um zu sehen, wie weit man gehen kann.


    5) Andererseits muss man berücksichtigen, dass die ukrainische Armee von 2021 nicht mehr die Armee von 2014 ist. Die Ukraine hat mit Hilfe der USA massiv daran gearbeitet ihre Streitkräfte seit 2014 zu modernisieren, auszubilden und auszubauen. Hierzu sind ja auch seit Jahren US-Militärausbilder im Land und die USA haben verhältnismäßig große Summen an Geld in das ukrainische Militär gesteckt. Die Ukraine hatte ohnehin nicht unwesentliche Teile der ehemals sowjetischen Rüstungsbetriebe auf ihrem Gebiet, welche nun zur Aufwertung des ukrainischen Kriegsgerätes genutzt werden konnten. Offenbar gab es hier auch viele eigene Innovationen auf Grundlage der Erfahrungen der Kämpfe von 2014. Zudem haben aufgrund des andauernd schwelenden Konflikts mit Russland inzwischen nahezu 3/4 der ukrainischen Berufssoldaten bereits eigene Kampferfahrung und gelten als inzwischen bestens ausgebildet. Das alles dürfte die Kampfkraft der ukrainischen Armee gegenüber 2014 deutlich anheben und es den Russen inzwischen schwieriger machen, ähnliche Überraschungserfolge wie 2014 zu erzielen. Die Verluste bei einem erneuten Konflikte könnten für Russland und die Separatisten im Donbass damit auch ohne Einbeziehung des Westens deutlich opferreicher werden. Die Aufwertung der ukrainischen Streitkräfte kann man ganz gut in diesen Videos sehen:





    6) Es wird darüber diskutiert, dass es Putin eigentlich darum gehen könnte, von innenpolitischen Problemen (Corona, Nawalny, Wahlen im September, Amtszeitverlängerung) abzulenken und die Russen durch einen begrenzten äußeren Konflikt hinter sich zu einen.


    7) Putin könnte auch durch die Äußerungen Bidens zu der Erkenntnis gelangt sein, dass eine politische Aussöhnung seines Regimes mit dem Westen unrealistisch geworden ist. Dann könnte er sich schlichtweg für die politischen Reaktionen des Westens nicht mehr interessieren. Zudem könnte er der Meinung sein, dass der Westen aktuell stark geschwächt ist, da im Mai die dritte Corona-Welle über Europa rollen dürfte und die Europäer und Amerikaner vor allem noch mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben und innepolitisch ohnehin wegen der wirtschaftlichen Folgen unter Druck stehen. Ein möglicher militärischer Konflikt mit Russland könnte die westlichen Gesellschaften massiv politisch spalten. Auch die NATO könnte politisch gespalten werden, wenn es den Russen gelänge einen kurzen erfolgreichen Krieg gegen die Ukraine zu führen, diese weiter zu demütigen und gleichzeitig damit zu zeigen, dass die politische Unterstützung durch NATO, USA und EU letztlich nichts wert ist. Zumal eine Spaltung der NATO darüber entstehen könnte, wie weit man gehen soll, um die Ukraine direkt zu unterstützen. Es könnte hier zu Interessenkonflikten kommen zwischen den USA, Polen und den baltischen Ländern auf der einen Seite und den Ländern Westeuropas auf der anderen Seite. Auch wie die Türkei sich hier verhalten würde ist keineswegs eindeutig bisher.

  • Zur aktuellen Lage. Da der Konflikt womöglich mit dem China-Taiwan-Konflikt gekoppelt ist, führe ich auch die Entwicklungen in Taiwan an. - Außenminister Lawrow hatte kürzlich von einem möglichen Bündnis und Übereinkommen beider Länder gesprochen.


    1) Russland hat inzwischen mindestens 40.000 zusätzliche Soldaten an die ukrainische Grenze verlegt und nochmal soviele auf die Krim.


    2) Russland drohte mit Konsequenzen, falls sich westliche Länder entschließen sollten, „dem Kiewer Regime“ Waffensysteme zu liefern.


    3) Die Türkei liefert bewaffnete Drohnensysteme (die aus dem Berg-Karabach-Konflikt) und Küstenwachboote an die Ukraine.


    4) Die USA verlegen bis zum 4. Mai mehrere US-Zerstörer ins Schwarze Meer. Russland lässt anfragen, was diese Schiffe so weit entfernt von ihren Heimatgewässern dort suchen.


    5) Der ukrainische Präsident Selnsky hat um ein direktes Gespräch mit Präsident Putin gebeten, um die angespannte Lage zu klären. Der Kreml habe darauf bisher nicht reagiert, man hoffe sehr, dass dies nicht die Verweigerung eines Gesprächs sei. Kreml Sprecher Peskow äußerte hingegen, er wüsste von keinem Gesprächsersuchen und selbstverständlich niemand beabsichtige einen Krieg oder Bürgerkrieg in der Ukraine. Die Truppenverlegungen seien eine rein innere Angelegenheit Russlands.


    6) In den kommenden Tagen soll es zu Gesprächen zwischen NATO-Generalsekretär Stoltenberg und dem ukrainischen Außenminister kommen.


    7) Merkel ersucht ausdrücklich beide Parteien um eine Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens.


    8) Derweil äußerte der Taiwanesische Außenminister, dass seine Regierung eine Warnung der US-Regierung über einen möglicherweise bevorstehenden Angriff Chinas auf Taiwan erhalten habe.


    9) Sowohl China als auch die USA lassen gerade Flugzeugträger-Kampfgruppen in der Nähe Taiwans kreuzen.


    10) Die Taiwanesische Regierung drohte mit dem Abschuss chinesischer Drohnen, sollten diese den Taiwanesischen Luftraum verletzten. Sie bezeichnete die gegenwärtige Lage als außergewöhnlich angespannt.

  • Die Lage sieht von Tag zu Tag beschissener aus ?


    Schwierig zusagen, obs es reguläre Truppenbewegungen sind, aber es tauchen jetzt auch Konvoibilder aus Transnistrien aus.

    Sollten diese im Zusammenhang stehen mit den Geschehnisse in der Ostukraine und bei Taiwan, dann dürfte das definitiv nicht nur mehr Säbelgerassel sein.


  • Das hieße ja, dass Russland per Luft und Schiff Truppen nach Transnistrien verlegt hat, um die Ukraine in die Zange zu nehmen?


    Hoffentlich verschätzen sich Russland und China da nicht gewaltig in Bezug auf die USA und die NATO. Wenn die wirklich vorhaben parallel die Ukraine und Taiwan anzugreifen, dann wäre das ziemlich wahrscheinlich wie Polen im September 1939 in seinen Auswirkungen. Ganz egal, ob die Ukraine in der NATO ist oder nicht. Kein westliches Militärbündnis könnte da einfach nur noch zusehen. Das würde die Weltpolitik auf Jahrzehnte in mindestens einen neuen kalten Krieg stürzen, wenn nicht sogar in einen Weltkrieg.


    Sorge bereitet mir, dass beide Staaten den Westen zur Zeit aufgrund der Pandemie und der gesellschaftlichen Spaltung als geschwächter ansehen könnten, als er eigentlich ist. Mit einem äußeren Feind dieser Art würde aber nahezu sofort Burgfrieden herrschen.

  • Das hieße ja, dass Russland per Luft und Schiff Truppen nach Transnistrien verlegt hat, um die Ukraine in die Zange zu nehmen?

    Die müssen Sie nicht unbedingt aus Russland verlegt haben, Russland hat seit dem Transnistrien Konflikt dort eine Garnison von circa 1500 Mann stationiert , die Truppen die schon dort sind könnten also auch einfach grade zur Grenze geschickt werden.


    Operational Group of Russian Forces - Wikipedia

  • In der Tat eine beunruhigende Entwicklung. Aber ich sehe das Endgame noch nicht so wirklich. Russland besetzt weitere Teile der Ukraine? Ich glaube ehrlich gesagt, dass niemand im Westen für die Ukraine sterben will. Mehr als moralische, finanzielle und materielle Unterstützung für Kiew kann ich mir nicht vorstellen. Also könnten sich die Russen militärisch durchsetzen, trotzdem erscheint mir das Szenario irgendwie zu extrem.

    Und eine Invasion Taiwans? Ich bin mir sicher, das wir die noch erleben werden, aber jetzt schon? Ich habe den Eindruck, dass die Zeit hier eher für als gegen die Volksrepublik spielt, also warum übereilt losschlagen.


    Es sei denn, man hält den Westen in der Pandemie, nach Trump und den sonstigen inneren Streitereien, für so schwach, dass jetzt der Moment zum zuschlagen ist. In der Vergangenheit ist ein chinesisch-russisches Bündnis aber auch daran gescheitert, dass beide Seiten die andere eher als Juniorpartner sehen wollten.


    Nehmen wir mal an, die wollen das jetzt wirklich durchziehen. Bleibt es dann bei der Ukraine und Taiwan? Oder zündelt man noch mehr? Wenn man darauf setzt, dass der Westen den Schwanz einzieht, dann wohl eher nicht. Wenn es aber zu einem größeren Konflikt kommt, lässt man dann z.B. Kim Seoul in Schutt und Asche legen?

  • Das hieße ja, dass Russland per Luft und Schiff Truppen nach Transnistrien verlegt hat, um die Ukraine in die Zange zu nehmen?

    Russland hat seit dem moldauischen Bürgerkrieg eine kleine Garnision in Transnistrien zur "Friedenssicherung".


    ZEIT ONLINE | Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.


    Anhand von Passantenvideos lässt sich halt schwer feststellen, ob hier neues Material rangeschafft wurde, oder ob es sich nicht einfach um die Garnisiontruppen handelt. Klar ist nur, dass es sich um Streitkräfte der Russländischen Föderation handelt.

    Für einen Zangenangriff auf die ukrainische Küste dürfte es auch mit einer Materialaufstockung wohl nicht reichen, eher wird man versuchen die Grenze zur Ukraine zu sichern und dort Feindkräfte zu binden. Kann mich aber auch täuschen und der Plan sieht eine schnelle Einnahme der kompletten ukrainischen Schwarzmeerküste vor, alleine um schon die Seestreitkräfte der Nato aus dem Konflikt am Land rauszuhalten.


    Aufjedenfall ist das Szenario eines zeitgleichen Angriffes der China/Russland Allianz etwas, was man sonst nur aus der Romanabteilung der Buchhandlung vermutet.

    China in Ostasien gegen Taiwan, Japan, Anazac und USA

    Russland in Osteuropa gegen die NATO

    Das wäre eine absolute Katastrophe in Sachen Eskalation und eine ernstzunehmende Bedrohung für die NATO.

    Bleibt zu hoffen, dass alle Verantwortlichen einen kühlen Kopf bewahren, es zu keinen Provakationen kommt und vorallem der Westen sich nicht in den Verhandlungen selbst schwächt und irgendwelchen Forderungen nachgiebt.

  • Ja, das wäre die Vollkatastrophe. Frühere Jahrhunderte sprechen allerdings dafür, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass es gar keinen großen Krieg geben wird. Die Frage ist da eher wann und wo.


    Alleine ein Angriff auf Taiwan wäre dermaßen blutig und katastrophal, dass dagegen der Vietnam-Krieg wie ein Spaziergang aussähe. Taiwan ist extrem gut verteidigt. Das wäre wie die Normandie 2.0, wenn nicht schlimmer. Und wenn die Chinesen dabei einen US-Flugzeugträgerverband aus dem Weg räumen müssen, dann ist die Kacke richtig am dampfen. Und die USA sind glaube ich gesetzlich verpflichtet Taiwan militärisch zu verteidigen.


    Und wenn Russland im Schatten dessen bspw. die südliche Ukraine oder gar die ganze Ukraine überrennen will, dann möchte ich nicht wissen, was im Westen dann los ist. Womöglich rechnet man ja damit, dass der Westen gesellschaftlich nicht mehr in der Lage wäre einen Krieg politisch durchzustehen. Wenn man sich da mal nicht täuscht und die politische Wirkung eines solchen Überraschungsangriffs unterschätzt.


    P.S. Die Russen sind inzwischen eindeutig der Junior-Partner Chinas. Dieser Streit wurde durch die schlichte Wirtschaftskraft Chinas entschieden. Meiner Meinung nach.


    Russland lehnt wohl auch ein Treffen der OSZE ab, indem es um die Zusicherung gehen sollte, dass nicht gerade ein vollständiger Krieg gegen die Ukraine vorbereitet würde.

    EU powers 'regret' Russia's silence on Ukraine


    Ich hoffe wirklich, dass das nicht eintritt. Es klingt wirklich eher nach Tom Clancy. Surreal. Aber was hielten wir nicht schon alles für surreal und dann kam es am Ende doch so oder noch schlimmer.


    Norkzlam

    Ich bin mir nicht so sicher, ob die Zeit für China und Russland arbeitet. Beide Länder stehen defacto unter massiven westlichen Sanktionen oder Boykotten. Die Auswirkungen kennen wir nicht hundertprozentig. Die Sowjetunion war damals wesentlich maroder, als man im Westen angenommen hatte. Und auch das kaiserliche Japan war damals durch die Öl-Embargos der USA viel härter getroffen, als man im Westen glaubte. Womöglich verdecken auch beide heutigen Staaten die tatsächlichen Auswirkungen, um keine Schwächen zu zeigen. Falls China und Russland befürchten dauerhaft technologisch oder wirtschaftlich ins Hintertreffen zu geraten, und ein sich schließendes günstiges Zeitfenster sehen, auch mit Hinblick auf das Alter Putins und Xi Jinpings, würde ein möglichst frühes Losschlagen Sinn machen. Ähnlich wie damals bei Japan oder Hitler, der auch Angst hatte, er selbst könne sonst zu alt werden, um einen großen Krieg zu leiten.

  • Im Bezug auf Russland würde ich dir teilweise Recht geben, aber China? Die fallen technologisch ja nicht zurück, sondern sind im Gegenteil dabei den Westen einzuholen bzw. zu überholen (bsp. produzieren chinesische Firmen Mittlerweile auch x86-CPUs und GPU-basierte Beschleunigerkarten für Server etc.).

    Die Corona-Pandemie war für die Chinesen auch letztlich eher ein Punktsieg. Natürlich ist China eine brutale Diktatur, aber genau deswegen haben sie die Lage auch im Griff.

    Und die jüngsten Ereignisse in den USA (Rassenunruhen, Sturm auf das Kapitol) dürften, präsentiert mit dem passenden Spin, dem durchschnittlichen Chinesen einen Eindruck davon gegeben haben, welches Gesellschaftssystem das "bessere" ist.


    Kaufkraftbereinigt ist China schon heute die größte Volkswirtschaft des Planeten und auch nominell wird man die Amerikaner demnächst überholen.

    Auch diplomatisch läuft es doch nicht schlecht. Anders als der Westen muss man nicht so tun, als würde man sich für Menschenrechte interessieren, weswegen man prima mit Gestalten wie Kim oder Junta in Myanmar auskommt. Aber auch diverse andere Länder Asiens, Afrikas und Lateinameriks sind mittlerweile extrem abhängig von chinesischen Investitionen. Dank der Seidenstraße reicht der Arm Chinas bis in die EU (z.B. nach Tschechien). Aktuell wird mittels eigener Impfstoffe Diplomatie gemacht. Und die Vergangenheit zeigt, dass die Chinesen keine Angst vor Konsequenzen haben brauchen. Die Aktion in Hongkong war ein klarer Bruch des mit den Briten geschlossenen Abkommens, Konsequenzen? Keine. Warum? Weil Großbritannien weltpolitisch nichts mehr zu melden hat (Gut, es kann natürlich auch sein, dass Hongkong Teschechien ist und Taiwan dann Polen, glaube ich aber ehrlich gesagt nicht. Und selbst wenn doch, wir erinnern uns alle, wie Frankreich und Großbritannien dem polnischen Volk dann heldenhaft zur Hilfe geeilt sind und welche Opfer man für Danzig zu bringen bereit war...)


    Auch die "Ein-China-Doktrin" läuft hervorragend. Die Anzahl der Taiwan anerkennenden Staaten befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Selbst irgendwelche Inselstaaten, von denen ich vorher noch nie gehört hatte, kehren der Insel trotz jahrzehntelanger Verbindung und Milliarden transferierter Dollar, den Rücken.


    Zunehmende wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Taiwan und dem Festland und dessen immer drückendere militärische Überlegenheit führen vielleicht sogar dazu, dass es am Ende nichtmal einen Krieg braucht.


    Das einzig gute an Trump war, dass er sich China entgegen gestellt hat. Und grundsätzlich scheint Biden die Linie weiter zu fahren. Aber wie weit er wirklich bereit ist zu gehen wird sich zeigen. Soweit ich weiß waren die bisherigen Zölle zwar "störend" aber nicht existenzbedrohend. Und die Europäer haben jetzt zwar erstmals eher symbolische Sanktionen erlassen, sind aber definitiv nicht auf die amerikanische Linie eingeschwenkt.

  • Vielleicht hat China Angst, dass Taiwan noch weiter aufgerüstet wird. Taiwan hat mehrheitlich noch den alten M60 Kampfpanzer aufgewertet. Es könnte auch sein, dass man ein technisches Zeitfenster für die Eroberung sieht? Drohnen könnten womöglich gegen Angriffs-Transportschiffe verheerend wirken?


    Und dann könnte wie gesagt schlichtweg der Grund sein, dass Xi Jinping nicht zu alt sein möchte, wenn der Konflikt kommt.


    Und, wie du schon sagst, die USA haben ihre Zurückhaltung gegenüber China aufgegeben. Vielleicht gibt es für China perspektivisch nun keinen Grund mehr, den „Good Guy“ vorzuheucheln, um den globalen Gegner in falscher Sicherheit zu wiegen?


    Naja, hoffen wir, dass das nur Gedankenspiele sind, die letztlich keine Realität werden.


    P.S. Gerade Tagesschau gesehen. Ein Tagesschau-Reporter stand direkt neben einem russischen Militärcamp. Die Russen machen das offensichtlich vor den Augen der ganzen Welt. Die versuchen gar nicht, das zu verbergen. Sehr komisch. Aber der Westen WILL es ja auch gar nicht wahrhaben. Was haben die Russen vor? Rätseln über Russland. usw. usf.


    Ja, was hat wohl jemand vor, der solche massiven Angriffsvorbereitungen trifft. Angreifen? Ich hoffe bloß, dass die Regierungen und Geheimdienste das ernster nehmen als es in den Medien den Anschein hat.

  • Das ist jetzt komplett im Bereich des gefährlichen Halbwissens, aber Taiwan hat ja durchaus modernes Militärgerät aus amerikanischer Produktion. Und klar, ist es für China blöd, wenn Taiwan jetzt vielleicht noch ein bisschen mehr kaufen darf. Die Frage ist nur, was sind gelegentliche Waffenkäufe bei den Amis im Vergleich zur beständigen qualitativen und quantitativen Aufrüstung der Volksbefreiungsarmee? Ich habe dazu mal einen Artikel im Guardian gelesen, die Zahlen habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, aber sinngemäß ist die Frage halt, was bringen dir 100 moderne Anti-Schiffs Raketen, wenn dein Feind über 300 Kriegsschiffe zur Verfügung hat, plus was auch immer die mobilisieren um ihr Fußvolk übers Meer zu bringen. Das selbe gilt in anderen Bereichen. Laut Wikipedia verfügt die VR über mehr als 1600 Kampflugzeuge, Taiwan hat wohl etwas über 300. Also selbst wenn dank technologischer Überlegenheit auf einen eigenen Verlust 2 oder 3 Abschüsse kommen, sieht das nicht gut aus.

    Die VR hat über eine Milliarde Einwohner, Taiwan 23 Millionen. Wenn die Insel tapfer Widerstand leistet wird das sicher blutig, aber ohne amerikanische Intervention dürfte das ein eher kurzer Konflikt werden. Der Vergleich zu Vietnam passt insofern nicht, da es keine Landverbindung gibt, über die dritte Unmengen an Material und Millionen Soldaten liefern könnten, um einen Guerilla-Krieg am leben zu halten.


    Was die generelle Situation natürlich auch deutlich von den 30ern unterscheidet ist die Existenz von Atomwaffen. Was, wenn Russland bei einer totalen Eskalation das Baltikum überrennt, an der Weichsel aufgehalten wird, und dann bei Beginn einer Gegenoffensive mit dem Einsatz von Kernwaffen droht?

  • Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass China aktuell einen Weltkrieg starten möchte. Anders als die Amis haben die Chinesen bisher auch nicht alle paar Jahre irgend ein Land militärisch angegriffen. Die ganze Chinesische Politik war bisher auch immer eher längerfristig ausgerichtet. Ich meine klar, man muss ja nicht die nächste Wahl fürchten. Also warum sollten sie das Risiko eingehen möglicherweise einen Atomkrieg anzuzetteln und alles zu verlieren, wenn sie aktuell eher gut dastehen. China sichert sich Jahr um Jahr mehr Einfluss auf der Welt, die USA haben ihr Ansehen in der Welt mal wieder verspielt und sind bis oben hin verschuldet und es gibt durchaus die Chance das Taiwan irgendwann ohne großen Krieg Teil des Landes wird. Also klar, Russland ein bisschen supporten um den Westen und vor allem die USA zu ärgern macht schon Sinn, aber ein Krieg? Doch eher weniger.


    Russland wiederum verlegt seit Tagen gut sichtbar Truppen, verbirgt es kein bisschen und spricht sogar in den Medien darüber. Gibt praktisch der Ukraine Zeit sich Einzugraben und der NATO Unterstützung zu schicken. Finde ich auch nicht die beste Kriegstaktik. Sieht eher so aus, als wolle man Druck aufbauen um was auch immer zu erreiche und gerade aktuell mit schlechten Beliebtheitswerten, diversen Korruptionsskandalen und Problemen der Wirtschaft kann Putin auch innenpolitisch eine Ablenkung echt gut gebrauchen. Und selbst bei einem begrenzten Krieg zwischen der Ukraine und Russland, die Ukraine hat inzwischen diverses NATO-Material bekommen und ist auch nicht so klein. Tote Russen kommen Zuhause sicher auch nicht so gut an.


    Heißt jetzt nicht, dass die Situation ungefährlich ist, wenn sich bewaffnete Armeen gegenüberstehen kann so etwas schnell eskalieren. Aber ich glaube nicht so recht, dass es der eigentliche Plan der Russen ist es eskalieren zu lassen.

  • Aber ich glaube nicht so recht, dass es der eigentliche Plan der Russen ist es eskalieren zu lassen.

    Blauäugig darf man da aber auch nicht sein mein Lieber. Durch die Geschichte sollten wir eigentlich gelernt haben (denke ich mir so oft). So eine Eskalationsspirale nimmt dann gerne mal eine Dynamik auf, die nicht mehr gebremst werden kann, wenn man die Situation nicht rechtzeitig klar erkennt und gegensteuern kann. Siehe Juni/Juli 1914 oder auch Österreich, Tschechien, Polen 1938/39.


    Ich kann noch weitere Ängste neben Covid gerade nicht brauchen.

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