Angepinnt Was habt ihr euch heute angeschaut?

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    • Lehrer am Limit

      zdf.de/dokumentation/37-grad/37-lehrer-am-limit-100.html

      Schon ziemlich krass. Der eine Lehrer meint, die Schüler haben deutlich mehr Schwierigkeiten etwas zu lernen als noch vor fünf oder sechs Jahren. Was dem entgegensteht (nicht Teil der Doku), sind Zahlen wonach die Zahl der Abiturienten immer weiter zu nimmt.

      Wie genau das zusammengeht, ist mir nicht ganz klar. Am ehesten würde ich vermuten, was man ohnehin sieht: Die Mittelschicht bricht ein aber eben nicht nur bei Einkommen/Vermögen, sondern auch nach Bildungstand. Wer es sich leisten kann, bezahlt seinen Kindern Nachhilfe oder gleich eine Privatschule, das erklärt dann womöglich auch die konstante bzw. zunehmende Zahl an Abiturienten bei gleichzeitigem Leistungsabfall.

      Was wir brauchen ist klar, kleinere Klassen, gut ausgebildete und gut bezahlte Lehrer. Kann das mal jemand der Politik mitteilen?

      Oder anders ausgedrückt: Der sogenannte Fachkräftemangel ist hausgemacht, wer Jahrzehnte zu wenig in Bildung investiert, braucht sich nicht wundern wenn hinten zu wenig bei raus kommt.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • Die Standards und Anforderungen an benötigte Abschlüsse werden durch neue Lehrpläne, immer neue Differenzierungen (die natürlich die Benotung beeinflussen) nach und nach insgesamt an den Schulen gesenkt. Darin liegt aus meiner Sicht einer der Gründe, ohne die Doku jetzt gesehen zu haben.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Moin,

      ich habe gerade wieder „Under Sandet - Unter dem Sand – Land of Mine" (eine Allegorie – Mein Landoder auch Land der Minen) gesehen.

      Es ist in meinen Augen einer der wichtigsten Antikriegsfilme der Neuzeit und sollte an allen Schulen gezeigt werden. Obgleich oder gerade weil, der Film nicht im Krieg, sondern in der Nachkriegszeit spielt. Er zeigt auf, daß ein Krieg nicht mit der Kapitulation, dem Friedensvertrag oder dem letzten Schuß beendet ist, sondern mit dem Ende in den Köpfen. Er zeigt auch, daß mit dem Ende eines Krieges die Gräuel nicht aufhören, sondern die zuvor Unterdrückten den Teufel in sich entdecken können und gewähren lassen,

      Worum geht es?
      Der Krieg ist zu Ende und eine Gruppe von 14 Kindern und Jugendlichen wird abkommandiert, um einen Strandabschnitt von 45.000 Minen zu räumen, welche die Deutschen hier in der Annahme der alliierten Invasion an der Westküste Dänemarks vergraben haben. Wenn sie den Strandabschnitt geräumt haben, dürften sie nach Hause,

      Die Charaktere, das Minenräumkommando und ihr dänischer Aufpasser haben keine Vergangenheit. Diese ist auch egal. Man spürt den Hass des Dänen und die Verunsicherung der Deutschen.
      Die „Soldaten“ werden im Schnelldurchlauf in die Kunst des Minenräumens eingewiesen, damit sie 6 Minen pro Stunde entschärfen können.

      Gerade die Tatsache, daß man nichts über die Vergangenheit der Protagonisten weiß - haben einige der Deutschen schon Schuld auf sich geladen oder warum ist der Däne so harsch, was hat er erlebt im Vorzeigeprotektorat Dänemark, daß er einen deutschen Soldaten aus der Kriegsgefangenenkollone bewusstlos schlägt?; machen das „Ist“ im Film intensiver. Die Charaktere leben nur im hier und jetzt, der Angst vor dem allgegenwärtigen Tod und in der möglichen Zukunft. In den wenigen Dialogen erzählen sie von Ihren Träumen, wie ein Leben nach den Minen aussehen könnte – Satt essen, ein Mädchen zur Freundin nehmen, Maurer werden und Deutschland, welches in Schutt und Asche liegt wieder aufbauen und nebenher noch reich werden.

      Der dänische Feldwebel ist unberechenbarer als ein Mine. Ihn kann man nicht entschärfen! Er begingt zu zweifeln und zu hadern, fühlt mit den Kindern, um im nächsten Moment tyrannisch zu befehlen, daß als geräumt markierte Abschnitte zur Kontrolle in Kette durchzumarschieren seien.

      Der Film geht zum Teil echt an die Nieren.

      Der Film ist größtenteils in Deutsch. Wenn der Feldwebel es spricht, dann mit dem „niedlichen“ Akzent der Dänen. Einige Szenen sind Dänisch oder Englisch.

      Wichtige Zitate aus dem Film:
      „Es sind Kinder“ - "Wer alt genug ist, um in den Krieg zu ziehen, ist alt genug, um den Dreck wegzuräumen, den sie hinterlassen haben“
      „Sie sterben wie die Fliegen – „Besser sie als wir“
      „Das ist mein Land, Ihr seid hier nicht willkommen!“

      Historischer Hinterrund
      Die Deutschen hatten während der Besatzung Dänemarks an der dänischen Nordseeküste zwischen 1,5 und 2 Millionen Landminen vergaben. Es wurden ab Kriegsende im Mai '45 deutsche Kriegsgefangen eingesetzt, um bis September '46 die Strände von Minen freizuräumen. Der Einsatz dauerte letztlich bis Ende 46, teils irgendwas in '47. Zwischen 2000 und 2500 Kriegsgefangene wurden eingesetzt, um diese Minen zu räumen. Zirka 1000 verloren dabei ihr Leben.
      Das sind mehr deutsche Gefallene in Dänemark als während des gesamten Dänemarkfeldzuges und der Besatzungszeit. Die Zahlen sind nicht direkt analysierbar, da die verstorbenen deutschen Kriegsgefangenen sowie auch die verstorbenen Flüchtlinge nicht in die offiziellen Sterberegister eingetragen wurden.
      Der Einsatz Kriegsgefangener für lebensgefährliche Aufgaben, verstößt klar und eindeutig gegen die Genfer Konventionen! Unter anderem deshalb wurden die Räumkommandos wahrscheinlich als Freiwillige mit Pionierausbildung auswiesen.

      Diese wurden allerdings auf Order der Briten zwangsrekrutiert; ohne merklichen Widerstand der dänischen Regierung/des dänischen Militärs, und hatten zum Teil noch nie eine Mine zuvor gesehen. Das Durchschnittsalter der "Freiwilligen" betrug laut Auswertung und Schätzung 19 Jahre. Dabei ist zu bedenken, daß jedem Räumtrupp ein Unteroffizier oder Offizier im Alter von ca. 30 Jahren und mehr vorgesetzt wurde und diese den Schnitt, teils erheblich angehoben haben. Das Durchschnittsalter der „Freiwilligen“ lag nach neuesten Forschungen, nach Abzug des Alters des Gruppenleiters, bei 16 Jahren und drunter.
      Es war schwierig für die Dänische Armee Unterkünfte für die „Freiwilligen“ zu besorgen. Sie hausten im Freien oder in einfachsten Barracken. Unterkünfte müsste häufig unter heftigen Widerstand der Bevölkerung zwangszugewisen werden.
      Die Kalorienmenge sprich Zufuhr an Nahrung für die „Freiwilligen“ lag weit unter dem vorgeschriebenem Minimum, welches einem Kriegsgefangenem zusteht . Der Hunger war für sie die Tagesordnung. Hungrige Körper fangen an zu zittern. Zitterige Körper sind schlechte Minenentschärfer. Die Endkontrollen/Todesmärsche über geräumte Gebiete sind verbürgt und in Aufzeichnungen belegt. Panzerminenfelder wurden mir Panzern abgefahren, waren diese nicht vorhanden, so wurden schwerstbeladene LKWs genutzt. Gemäß Order saß der Gruppenführer im ersten Fahrzeug.

      Der Film und das Buch sind kein Gengenwurf zu „Die Ausnahme“ von Bo Lidegard – in dem es um die Einzigartigkeit Dänemarks geht, welchem es als einziges Land gelungen ist alle Juden außer Landes zu bringen und so vor der Vergasung zu bewahren. Es ist auch keine Anklage gegenüber den „hyggeligen“ Dänen. Es könnte überall in der Welt spielen, wo auch nach dem Kriege die Menschlichkeit auf der Strecke blieb und bleibt.

      Die ehemals besetzen Skandinavier fangen erst jetzt an sich ihrer dunklen Geschichte, nach dem 2. Weltkrieg zu stellen.
      Bis in die 70er/80ern war es besser dort kein Deutsch zu sprechen, wollte man vermeiden möglicherweise bespuckt oder mit Kot beworfen zu werden.
      In Norwegen. hat sich erst letzte Woche die Regierung bei den „Deutschenkindern“ entschuldigt für erlittenes Unrecht – Zwangssterilisisation oder festsetzen in „Irrenanstalten“.
      Auch gegen die Zivilbevölkerung wurde Gewalt ausgeübt. So sind nach neusten Untersuchzungen und Schätzungen 10 -50 % der unter 15-järhrigen deutschen Flüchtlinge zwischen 1945 und 1947 in Dänemark verstorben an Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung.
      Der Grund lag nicht, wie in der Vergangenheit dargestellt, an der allgemein schlechten Versorgungslage in Dänemark, sondern an einer gezielter Unterversorgung und Kasernierung der Deutschen. Die Kindersterblichkeit bei baltischen, ukrainischen, polnische und russischen Flüchtlingen auf dänischem Gebiet lag nur knapp über der der dänischen Bevölkerung.

      Für mich persönlich ist der Film interessant, weil einer meiner, inzwischen verstorbenen, Onkel nach seiner letzten Schlacht in Niedersachsen als 15-jähriger gegen die Engländer, die nach seinen Aussagen geweint haben, als sie sahen gegen wen sie kämpften, in Dänemark als „Freiwilliger“ mehrere Monate dabei sein „durfte“.
      Er war von beiden Ereignissen in meinem rückwärtigen Erinnern stark geprägt und er hat mit den Dänen gebrochen. Er war nie wieder in dem Land und nie mehr ein Wort mehr in seiner Kindheitsprache gesprochen.
      Seinem kleine Bruder erging es nur etwas besser. Er wurde als 14-Jähriger, dem die Verteidigung Hamburgs erspart blieb, irgendwo in Holstein aufgegriffen und als Erntehelfer nach Fyn verbracht.
      Der Umstand, daß er der dänischen Minderheit angehörte, verbesserte seine Lage nicht, sondern verschlimmerte sie eher. Er war mehr geächtet, als ein echter Deutscher, dafür, daß er die verhasste Uniform des Feindes trug und damit ein Volksveräter war. Unterkunft gab es im Schweinestall. Hunger, Kälte, Schläge sind seine alltägliche Erinnerung an diese Zeit.
      Besser wurde es als er '46 nach Nordschlewsig/Süddänemark „verkauft“ wurde und größtenteils als Mensch behandelt wurde, trotz härtester körperlicher Arbeit.

      Das hat ihn mit dem Dänichsein versöhnt und ermöglicht uns Dänemark und dänisch als sein/unser Land/Kultur zu vermitteln. Er hat mit uns fast nur in Synnejysk gesprochen und ewiglich unser Volkshochschulreichsdänsich bekrietelt.

      Joa, puh, nix mehr zu sagen

      Ach ja,

      hier kann man den Film sehen - solang es geht. Sonst auf Amazon Prime oder per DVD beim Dealer Deiner Wahl:
      Militem aut monachum facit desperatio

      Guds hjælp, Folkets kærlighed, Danmarks styrke
    • Neu

      Bin gerade mit Staffel 7 von American Horror Story fertig geworden. Muss sagen, anders als erwartet. Es kommt nichts übernatürliches drin vor, trotzdem dreht sich die ganze Staffel um Angst und ihre Wirkung. Und um Trump :D
      Kann man sich jedenfalls ganz gut anschauen, selbst wenn man nicht auf Horror-Zeug steht.
    • Neu

      Ich habe gerade die erste, grandiose Staffel von Fargo gesehen.
      Da die nächste Staffel nichts mit der ersten zu tun hat und ich was anderes gucken wollte, bin ich auf der Suche nach The Last Kingdom hier hängengeblieben:



      Vikings trifft Monty Pythons. Nichts tiefschürfendes, aber recht witzig.
      Militem aut monachum facit desperatio

      Guds hjælp, Folkets kærlighed, Danmarks styrke