Was lest ihr (bzw. welche Hörbücher hört ihr)? - Vorstellungen - Tipps - Meinungen

  • Europäische Hieb- und Stichwaffen vom Militärverlag Berlin der DDR von 1981


    Vor einiger Zeit ist bei mir diese Schätzchen bei mir angekommen, jetzt hatte ich endlich die Gelegenheit es mal durchzulesen.


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    Das Buch bietet einen umfangreichen Überblick über die unterschiedlichsten europäischen Hieb- und Stich- und Schlagwaffen, vom frühen Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg.

    Ganz gleich, ob für Hieb- und Stichwaffen, Schwerter, Säbel, Dolche, Bauernwehren, Degen, Pallasche, Hirschfänger, Faschinenmesser, Bajonette und aufpflanzbare Seitengewehre, Enter- und Stangenwaffen, in diesem Buch sind sie zu finden, zusammen mit einer Unmenge an Abbildungen.

    Wenn das Buch auch etwas älter ist, wer eine mittelalterliche Waffe sucht, wird hier fündig.

    Wenn man es mal günstig irgendwo findet, kann man ruhig mal reinschauen.

  • Bin gerade mit dem folgenden Buch durch:


    Weltunordnung | Masala, Carlo | Broschur



    Carlo Masala ist Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr und gefragter Kommentator für deutsche und ausländische Medien sowie häufiger Gast in den großen Polit-Talkshows.


    Sehr lesenswert. Zentrale These des Buches ist, dass sich die bisherigen Ordnungsmechanismen der Weltpolitik überlebt und als Illusionen erwiesen haben. UNO, NATO und EU verlieren notwendigerweise immer mehr an Glaubwürdigkeit, weil ihre Strukturen nicht mehr den tatsächlichen Machtverhältnissen und Interessenlagen auf der Welt entsprechen, sondern denen des vergangenen Jahrhunderts.

    Das Bestreben des Westens seit den 1990ern sein Gesellschaftsmodell der Demokratie und freien Marktwirtschaft global ausdehnen zu wollen in einem Pax Americana hat sich als große Illusion erwiesen, die nicht erfüllbar ist. Sämtliche westlichen Militärinterventionen sind gescheitert und würden auch zukünftig kaum Aussicht auf Erfolg haben, mangels der nötigten langfristigen Unterstützung in der Heimat. Die kommende Welt bleibt weitgehend ungeordnet und unvorhersehbar. Eine überstaatliche Weltordnung kann nicht bestehen, weil es keine Instanzen gibt, die sie faktisch durchsetzen könnten. Demnach herrscht unter den Staaten des 21. Jahrhunderts notwendigerweise das „Recht des Stärkeren“ und der Wettstreit um die Macht auf militärischem, ökonomischem, technologischem und ideologischem Gebiet. Und jedes Land, auch Deutschland, sei gut darin beraten, diesem Umstand Rechnung zu tragen und sich auf seine ureigenen Interessen zu fokussieren, um diese in sich ständig wechselnden, unvorhersehbaren Weltlagen mittels ad hoc Bündnissen gleichgesinnter Nationen möglichst gut durchzusetzen zu können. Immerhin, ein Atomkrieg zwischen den Großmächten bleibe unwahrscheinlich, weil die Zweitschlagskapazitäten alle zu Verlierern machen würde. Sehr wohl sei aber wahrscheinlich, dass Großmächte innerhalb ihrer Einflusszonen versuchen militärisch Grenzen abzustecken (Ukraine, Taiwan).

  • Ich hatte mal vor ein paar Jahren eine kleine Zusammenstellung zum Star Wars Expanded Univers (EU), inzwischen unter Disney zu Legends geworden gemacht, wo das Star Wars Universum in Büchern, Comics und Spielen erweitert wurde.

    Bin vor einiger Zeit auf einen kleinen Youtuber Qualiti Autism gestoßen, der das Ganze in Videoform macht und das ganze sehr schön zusammenfasst



    aber auch zu den ganzen Werken Einzelbesprechungen macht.

    Wer wissen will, wie es in den 90ern und 2000er Jahren mal mit Star Wars weiter ging und nicht hunderte Medien konsumieren oder sich durch Tausende Artikel lesen will, für den ist das sehr gut geeignet.


  • Wie man an meiner Signatur erkennen kann bin ich alles andere als religiös. Da ich in der Vergangenheit jedoch gläubiger Christ gewesen war interessiere ich mich immer noch etwas über Religion im Allgemeinen und das Christentum im Speziellen.

    Ich meine mich zu erinnern, dass ich hier auch schonmal z.B. auf Videos von Religion for Breakfast verwiesen hatte, ein Kanal den ich nur wärmstens empfehlen kann.


    Zu dem Themenbereich habe ich über die letzten Wochen von Bart Ehrman "Lost Christianities: The Battles for Scripture and the Faiths We Never Knew" gelesen.


    Kurz zum Autor, Bart Ehrman ist amerikanischer Religionsforscher und Professor and der University of North Carolina at Chapel Hill und neben dem schreiben von Büchern zum Neuen Testament hat er zudem einen Blog und Podcast auf YouTube


    Nun zum Buch selbst, in dem Buch werden verschiedene Formen des Christentums betrachtet, welche in dessen Anfangszeit existierten (primär 1. & 2. Jhdt.).


    Im ersten Teil des Buches "Forgeries and Discoveries" werden vier nicht kanonische frühe christliche Texte exemplarisch behandelt, um einen Einblick in die Vielfalt der Texte zu gewinnen, die in der ersten Jahrhunderten des Christentums im Umlauf waren.


    Im zweiten Teil "Heresies and Orthodoxies" werden mehrere später als heretisch deklarierte Strömungen mit den Vorläufern der sich durchsetzenden Strömung untersucht und miteinander verglichen.


    Der dritte und letzte Teil "Winners and Losers" behandelt schließlich wie die Konflikte zwischen den verschiedenen bewegungen ausgetragen wurden.


    Ich persönlich fand insbesondere den zweiten Teil interessant, da viele Elemente, welche in den heutigen Formen des Christentums zur Norm gehören, in der Anfangszeit noch stark diskutiert wurden, so z.B. die Frage was ist Jesus? Mensch? Gott? Halb Mensch, halb Gott?

    Oder die Frage wie man mit dem Gott des Alten Testaments umgeht. So glaubt man in manchen Formen des Christentums an ein dualistisches System, wo YHWH (der Gott des alten Testamentes) als Antagonist betrachtet wird vor dem Jesus uns rettet (etwas vereinfacht ausgedrückt).


    Ich persönlich fand das Buch gut verständlich geschrieben und kann es Leuten die die Geschichte des Christentums interessiert nur empfehlen. Selbige Empfehlung gilt auch für seinen Podcast (wobei mich da die Art wie er lacht beim zuhören etwas stört).


    Ich hoffe meine kurze Rezension war einigermaßen übersichtlich, falls noch Fragen bestehen sollten stände ich bereit diese zu beantworten.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
    - Albert Einstein


    "Kirche und Naturwissenschaften haben soviel miteinander zu tun wie Gruppensex und Bratkartofflen"
    -Werner Gruber

  • War nicht die Frage was Jesus nun ist, Mensch, Gott, beides, auch eines der zentralen Elemente bei Konzil von Nicäa?

    Lustig ist ja immer die Behauptung man hätte einige Feiertage extra so gelegt, dass sie zu den heidnischen, germanischen Feiertagen passen, um diese so besser bekehren zu können. Wenn man bedenkt, dass das frühe Christentum in Griechenland, der heutigen Türkei und Nahen Osten stattfindet, waren denen irgendwelche Germanen herzlich egal.

  • War nicht die Frage was Jesus nun ist, Mensch, Gott, beides, auch eines der zentralen Elemente bei Konzil von Nicäa?

    Ja, wobei das Buch sich mit hauptsächlich mit früheren Konflikten beschäftigt, der Hauptfokus des Buchs liegt im ersten und zweiten Jahrhundert, während das Konzil Nicäa im vierten Jahrhundert war.


    Die Streitpunkte waren da deutlich fundamentaler, so wurde der Umgang mit den jüdischen Geboten & Verboten stark diskutiert, wobei sich da der Apostel Paulus und seine Anhänger durchgesetzt haben.

    Wobei da wahrscheinlich geholfen hat, dass man sich nicht beschneiden lassen musste um zu Pauls Version des Christentums zu konvertieren, was bei der Missionierung von Heiden hilfreich war, welche den Großteil der neu gewonnenen Christen ausmachten.

    Beim konvertieren von Juden hatten die frühen Christen jedoch deutlich weniger Erfolg.


    Lustig ist ja immer die Behauptung man hätte einige Feiertage extra so gelegt, dass sie zu den heidnischen, germanischen Feiertagen passen, um diese so besser bekehren zu können.

    Das mit dem Fokus auf die germanischen Feiertage ist durchaus sehr weit hergeholt, wobei die tatsache dass Weihnachten nahe der Wintersonnenwende ist wahrscheinlich kein Zufall ist.


    Was ich da deutlich Interessanter finde ist, dass heidnische Kultstätten häufig zu christlichen Kultstätten (Kirchen/Klöster) umfunktioniert wurden und manche Heiligenmythen wahrscheinlich ihre Wurzel in vorchristlicher Mythologie haben.


    Wobei ich zu dem Thema leider keine Buchempfehlung parat habe, wobei Religion for Breakfast das Thema meiner Erinnerung nach mal behandelt hat.


    Allgemein ist ein großes Problem in dem Themenbereich dass man vieles nicht weiß weil keine Informationen erhalten sind, entweder weil sie verloren gegangen sind da niemand sie kopiert hat oder weil sie vernichtet wurden.

    Bei vielen christlichen bewegungen im ersten und zweiten jahrhundert stammen sämtliche Informationen die über sie existieren von Werken von Kirchenvätern, in denen diese Bewegungen attakiert und verteufelt werden, was nicht gerade eine zuverlässige Quelle dafür ist was sie tatsächlig geglaubt und praktiziert haben.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
    - Albert Einstein


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    -Werner Gruber

  • Was ich da deutlich Interessanter finde ist, dass heidnische Kultstätten häufig zu christlichen Kultstätten (Kirchen/Klöster) umfunktioniert wurden und manche Heiligenmythen wahrscheinlich ihre Wurzel in vorchristlicher Mythologie haben.

    Das ist aber nichts Neues. Das wird immer gemacht, zumal solche Heiligen Stätten auch gerne mal gute Lage haben, damit die Bevölkerung auch gut erreicht werden kann und wenn das neue Management einzieht, ist es auch ein Beweis für den Triumph des einen Glaubens über den anderen.

    Mekka war auch schon vor der Islamisierung ein religiöses Zentrum, wo der "Schwarze Stein" verehrt wurde, das wurde dann einfach übernommen und integriert. Die große Kathedrale von Mexiko City wurde über einem alten Aztekentempel errichtet.


    Das mit dem Fokus auf die germanischen Feiertage ist durchaus sehr weit hergeholt, wobei die tatsache dass Weihnachten nahe der Wintersonnenwende ist wahrscheinlich kein Zufall ist.

    War es nicht eher in Anlehnung an den Mithraskult, da dieser als Sonnengott, Sol invuctus verehrt wurde? Da wurden dann eben dieser Tag übernommen.

  • War es nicht eher in Anlehnung an den Mithraskult, da dieser als Sonnengott, Sol invuctus verehrt wurde? Da wurden dann eben dieser Tag übernommen.

    Die Hypothese existiert, es mangelt jedoch an Nachweisen dafür. dass frühe christen dies bewusst getan haben. Es wird von manchen Forschern vermutet, dass frühe Christen wichtige Daten von Jesus Leben an wichtige kosmische Ereignisse (wie z.B. die Wintersonnenwende) knüpfen wollten.

    Eine etwas längere und qualitativ hochwertigere Ausführung zu dem Thema Jesu / Sol Invictus Geburt gibts im folgenden Video:


    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
    - Albert Einstein


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