• Vielleicht auch nur ne künstliche Verknappung; kommt ja hin und wieder vor.

    Oder man hat sich schlicht bezüglich der hohen Nachfrage verkalkuliert, weil man dachte das auf Grund der Pandemie die Nachfrage weiter rückläufig sein würde.

    Aber es zeigt sich mal wieder sehr schön wie fragil die Lieferketten der hochgelobten Globalisierung tatsächlich sind, wenn sich die ganze Welt auf ein paar wenige Produzenten verlassen (muss).


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Vielleicht auch nur ne künstliche Verknappung; kommt ja hin und wieder vor.

    Oder man hat sich schlicht bezüglich der hohen Nachfrage verkalkuliert, weil man dachte das auf Grund der Pandemie die Nachfrage weiter rückläufig sein würde.

    Aber es zeigt sich mal wieder sehr schön wie fragil die Lieferketten der hochgelobten Globalisierung tatsächlich sind, wenn sich die ganze Welt auf ein paar wenige Produzenten verlassen (muss).

    Also wenn du von Sony oder MS sprichst, glaube ich das eher nicht. Die Hersteller arbeiten eng mit AMD zusammen und AMD garantiert denen einen gewissen Output an Socs. AMD muss aber rechtzeitig bei TSMC die Kapazitäten buchen und das sind Planungen die Jahre im Voraus gemacht wurden. Also die Nachfrage kann es nicht sein.

  • Also wenn du von Sony oder MS sprichst, glaube ich das eher nicht. Die Hersteller arbeiten eng mit AMD zusammen und AMD garantiert denen einen gewissen Output an Socs. AMD muss aber rechtzeitig bei TSMC die Kapazitäten buchen und das sind Planungen die Jahre im Voraus gemacht wurden. Also die Nachfrage kann es nicht sein.

    Ne ich bezog mich auf die gesamte globale Wirtschaft, da mangelt es ja überall an Chips sowie Rohstoffen usw.


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  • Neben Corona, der Evergiven und der Containerkrise und der Minernachfrage ist eine größere Chipfabrik in Japan(?) vor ein paar Monate abgebrannt.

    Ich hab gehört das es Jahre dauern kann, diesen Kapazitätsverlust auszugleichen.


    Die Autoindustrie geht aktuell davon aus, dass der Mangel Mitte 22 bis Anfang 23 behoben sein soll. Je nach Vertragslage und Güte der gebrauchte Chips wird das von Sektor zu Sektor länger oder kürzer dauern.


    Da Grakas und Konsolen afaik ziemlich hochwertige Chips benötigen könnts hier imho auch länger dauern.

  • Frage ist natrürlich welch Interesse die Hersteller haben die Knappheit schnellstmöglich zu veringern. Verdienen sich ja dumm und dämlich solange die Preise hübsch oben bleiben. Auch werden sie sich primär auch das Segment der hochpreisigen Chips konzentiern und die günstigeren erst wieder produzieren wenn sie Kapazitäten frei haben.

  • Frage ist natrürlich welch Interesse die Hersteller haben die Knappheit schnellstmöglich zu veringern. Verdienen sich ja dumm und dämlich solange die Preise hübsch oben bleiben. Auch werden sie sich primär auch das Segment der hochpreisigen Chips konzentiern und die günstigeren erst wieder produzieren wenn sie Kapazitäten frei haben.

    Irgendwann wird das auch abflachen. Jetzt kaufen halt alle Leute, die viel Geld haben und sich nie darum gekümmert haben, ihren PC/Konsole whatever upzugraden.


    Die Menge ist auch nur endlich und wenn die Pandemie mal komplett vorbei ist, dann werden die Geldausgaben auch so anders getätigt und die reiche „Mittelschicht“, die von der Krise jetzt nicht betroffen war, fällt weg.


    Oder wenn dann alle Leute wieder normal auf Urlaub fahren und und und. Ist dann auch nur letztendlich ein Angebot und Nachfrage, das halt jetzt durch die Pandemie künstlich verknappt bzw verstärkt wird.

    Is ja nicht so als hätten Firmen vor Corona nicht auch probiert möglichst hohe Preise zu verlangen, hat dann nur nicht geklappt wegen der Nachfrage.

  • Betriebswirtschaftlich sollte es keinen Unterschied machen, ob ich viele Geräte mit geringerer Marge oder wenige mit hoher Marge verkaufe.

    Und daß Probleme bei einem oder zwei Herstellern zu dermaßen großen Lieferengpässen führen können, sollte einem eigentlich zu denken geben. Letztendlich befinden sich die Hersteller dann in einer dermaßen priviligierten Monopolstellung, daß man ohnehin die Preise diktieren kann.

    Technische Geräte sind auch keine klassischen Verbrauchsgüter wie Lebensmittel, deren Lieferketten permanent reibungslos funktionieren müssen. Wer eine Playstation hat, sollte sie auch noch in 3-5 Jahren haben und es sollte keine Rolle spielen, ob eine Containerschiff im Suez Kanal Probleme hat oder nicht, es gibt ja noch andere Transportmittel.

  • Betriebswirtschaftlich sollte es keinen Unterschied machen, ob ich viele Geräte mit geringerer Marge oder wenige mit hoher Marge verkaufe.

    Und daß Probleme bei einem oder zwei Herstellern zu dermaßen großen Lieferengpässen führen können, sollte einem eigentlich zu denken geben. Letztendlich befinden sich die Hersteller dann in einer dermaßen priviligierten Monopolstellung, daß man ohnehin die Preise diktieren kann.

    Technische Geräte sind auch keine klassischen Verbrauchsgüter wie Lebensmittel, deren Lieferketten permanent reibungslos funktionieren müssen. Wer eine Playstation hat, sollte sie auch noch in 3-5 Jahren haben und es sollte keine Rolle spielen, ob eine Containerschiff im Suez Kanal Probleme hat oder nicht, es gibt ja noch andere Transportmittel.

    Es spielt aber für AMD eine entscheidende Rolle ob sie mehr verkaufen an Chips. Desto höher mein Absatz pro Stück umso höher ist meine Marktverbreitung und meine Markt-Macht. Und AMD hat ein hohes Interesse diese Marktmacht zu verbessern und das schaffen sie nicht, wenn man auf geringe Stückzahl abzielt mit hohen Margen. Da AMD nicht selber fertigt sondern über TSMC, ist TSMC auch daran interessiert mehr zu produzieren. Neu Fabs werden auch gebaut aber das baut man nicht einfach in ein paar Monaten. Und TSMC möchte auch neue Anteile ergründen, weil sie im direkten Wettbewerb stehen zu Intel und Samsung. Das ist so stark miteinander verwoben, dass kein Hersteller ein Interesse haben könnte, nur hohe Margen mit geringer Stückzahl einzufahren.


    Auch ist diese Industrie so schnelllebig, dass jeder Fehler/Verzögerung das Aus bedeuten kann. Siehe Globalfoundries, einst zugehörig zu AMD, jetzt eigenständig, hat den Sprung zur kleineren Fertigung nicht geschafft(7nm) und schon musste man etliche Abstriche in der Forschung hinnehmen. Ein Börsengang steht jetzt in Aussicht, weil neues Kapital benötigt wird.


    Zum Thema Suezkanal, verstehe gerade nicht worauf du hinaus möchtest. Wenn ein Schiff den ganzen Kanal blockiert und dadurch weitere Schiffe verzögert werden, dann ist das eine Kettenreaktion die durchaus aufzeigt, wie alles aufeinander abgestimmt ist.

  • Technische Geräte sind auch keine klassischen Verbrauchsgüter wie Lebensmittel, deren Lieferketten permanent reibungslos funktionieren müssen. Wer eine Playstation hat, sollte sie auch noch in 3-5 Jahren haben und es sollte keine Rolle spielen, ob eine Containerschiff im Suez Kanal Probleme hat oder nicht, es gibt ja noch andere Transportmittel.

    - Fast alle technischen Geräte brauchen Chips, nicht nur die Playstation, auch der Herd, der Kühlschrank und der Wecker und der Tisch

    - Bei Just in Time Produktion bricht sehr schnell deine Produktion zusammen, wenn ei Bauteil fehlt

    - Die anderen Transportmittel hab nicht mal Ansatzweise die Kapazität der Schiffe

    - Wegen dem Malheur im Kanal haben sich Schiffsrouten geändert, sodass nicht mehr genug Leercontainer nach Asien zurückgekommen sind.

    Die sind jetzt an der Ostküste der USA statt in Shanghai oder Singapur. In der Häfen Asiens herrscht immer noch ein Krieg um Transportmöglichkeit

  • Mir ist schon bewusst, daß Chips nicht nur für Konsolen benötigt werden. :P

    Ich finde es nur erschreckend, wie sehr die moderne Gesellschaft abhängig ist von einer einzigen Schifffahrtsroute und deren Blockade dann alternativlos zum Produktionsstillstand von Folgeprodukten führt, ohne irgendwelche praktikablen Notfalllösungen. Es ist schlicht und ergreifend eine totale Abhängigkeit von einigen wenigen Herstellern und Monopolisten und deren Transportwegen; dazu natürlich noch die brisante politische Situation mit der Dikatatur China als die, die die Hand über den Deckel halten und scheinbar den Nachschub sichern; diese führt dann in Massenkonvois mit Millionen an Containern durch eine der sicherheitsgefährdeten Zonen der Welt.

    Ist eben nicht besonders schlau; erinnert mich an Schmuggelrouten aus Südamerika.

  • Notfalllösungen sind heute eben nicht mehr vorgesehen, könnte ja den Gewinn um ein Prozentpünktchen senken.

    Ich habe den Anfang dieses Wahnsinns in den 1990ern in der Industrie selbst miterlebt. Wo man anfing die Lagerhaltung von Material am Produktionsstandort langsam abzuschaffen und stattdessen auf die Straße zu verlagern weil man sich so ein paar Euro Lagerkosten sparen konnte. Da kamen dann diese "Just in Time" Verträge mit den Lieferanten ganz groß in Mode. Sprich die Zulieferer wurden verpflichtet den LKW mit der entsprechenden Materialladung am vereinbartem Tag zur exakten Uhrzeit vorzufahren. Wurde dieser Termin nicht eingehalten kam die Produktion im schlimmsten Fall zum erliegen und der Lieferant bekam nicht nur eine Konventionalstrafe sondern auch die Kosten des Produktionsausfalls aufgebrummt.

    Das ist auch einer der Hauptgründe warum unsere Autobahnen heute so mit LKWs überfüllt sind, dass sind alles die "fahrenden Lager" der Industrie. :blöd:


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  • Notfalllösungen könnten aber auch durchaus zum Marktvorteil werden.

    Wenn ein Großhändler in Deutschland seine Chips nicht mehr über die Containerroute und den Suezkanal ordern kann oder die Strasse von Malaka gesperrt ist ( whatever ), kann man seinen Kunden Playstations ( um mal beim Theme zu bleiben ) für 25% Aufschlag verkaufen, weil die Chips über Flugrouten deutlich teurer eingeführt werden müssen.

    Der Kunde kann dann eben dies tun oder warten, seine Entscheidung.


    Doch scheinbar gibt es solche Alternativen nicht und das ist ziemlich kurzsichtig gedacht. Mittlerweile sitzt China am gaaaaanz langen Hebel und kann bei uns das Licht ausknipsen, sollte es zu Konflikten kommen, die man militärisch noch nicht gewinnen kann. Ideales Druckmittel, um außenpolitische Forderungen umzusetzen,

  • dazu natürlich noch die brisante politische Situation mit der Dikatatur China als die, die die Hand über den Deckel halten und scheinbar den Nachschub sichern;

    China hat aber rechtzeitig erkannt, dass sie sich ebenfalls nicht abhängig machen wollen. Die bauen Ihre eigene Chipfertigung auf, forschen an x86 Prozessoren, Dank der Lizenz von Via und steuern auf die Unabhängigkeit von den USA zu. Und selbst die Russen machen ähnliches. Und was machen die Europäer? Nichts! Außer ein bisschen an RISC zu forschen. Von den Quantencomputer will ich gar nicht erst anfangen.

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