Bundestag-Hack

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    • Vielleicht haben wir auch nur Johns Beitrag komplett unterschiedlich verstanden.



      Er sagt ja explizit, dass Medienkompetenz vermittelt wird.

      Dass es da Schwächen gibt in der Ausstattung und flächendeckenden Kompetenz der Lehrkräfte mit Tendenz zur Verbesserung hatte ich ja durchaus auch angegeben.

      Dadurch hatte ich mich ja so über deinen "Haha, alles Scheiße" Kommentar darauf so gewundert.



      Aber ist ja im Grunde auch wurscht.
      Deutschland – mein Herz in Flammen
      Will dich lieben und verdammen
    • Mogges schrieb:



      Warum werden Lehrer nicht verpflichtet, 2 x im Jahr an IT-Weiterbildungen teilzunehmen, vom mir aus auch mit Bewertung / Benotung.
      Wenn die Kultusminister beschliessen, daß mehr IT-Sicherheit gelehrt werden soll an den Schulen und viele Lehrer Nachholbedarf haben, muß man dafür sorgen.
      In nahezu jedem Beruf werden Anpassung und Weiterbildungen verlangt und durchgeführt; das Leben steht nicht still.
      Also in Bayern sind Lehrer schon verpflichtet pro Schuljahr eine gewisse Anzahl an Fortbildungen zu machen, allerdings ist die Themenwahl meist nicht vorgeschrieben es muss sich nur um eine Fortbildung vom offiziellen Fortbildungsportal handeln. Also wenn mann will kann mann Fortbildungen zu einem Thema das einem nicht passt/interessiert weitestgehend umgehen.
      Aber selbst wenn du entsprechende Fortbildungen machst ist das noch immer keine Garantie das du was lernst. Meine Frau hat schon an diversen Fortbildungen zum Thema neue Medien, Datenschutz usw. teilgenommen aber bis auf wenige Ausnahmen war das wohl eine einzige Katastrophe. Wenn von zwei Stunden Fortbildung schon die hälfte der Zeit dafür drauf geht das vielen Teilnehmern erst mal die absoluten Basics (wie öffne ich ein Programm in Windows, wie speichere ich eine Datei und wo finde ich die anschließend wieder usw. usw.) erklärt werden müssen dann kannst du einfach nicht erwarten das da am Ende viel bei rum kommt.
      Soweit ich das noch richtig im Kopf habe sind in Bayern über die Hälfte der Lehrkräfte über 50 Jahre alt (in anderen Bundesländern sieht es auch nicht besser aus) da kannst du einfach keine Wunder bei dem Thema erwarten. Es fehlen einfach massiv die jungen Lehrer die mit diesen Dingen schon aufgewachsen und grundsätzlich viel offener gegenüber diesem Themenbereich sind. Aber die hatt mann die letzten Jahr(zehnte) aus Spargründen ja nicht eingestellt und nach Abschluß ihrer Ausbildung lieber auf die Straße gesetzt. Also müssen wir einfach der Tatsache ins Auge sehen das sich da auf absehbare Zeit leider nicht viel ändern wird.

      "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


      -Bernd Stromberg- :thumbsup:
    • Ich kenne auch eine Lehrerin, ca. 30 Jahre alt. Sie hat ungelogen keinen PC und keinen Internetanschluss in ihrer Wohnung, weil sie das nach eigenen Worten "nicht braucht".

      Ja, da fragt man sich schon, wie bei solchen Leuten die Bürokratie und Buchführung funktioniert. Vor allem bei der Masse, die Lehrer da zu bewältigen haben.

      Das Problem liegt aber nicht bei den Lehrkräften, sondern an der Struktur. Mogges spricht es an:

      Mogges schrieb:

      Wenn die Kultusminister beschliessen, daß mehr IT-Sicherheit gelehrt werden soll an den Schulen und viele Lehrer Nachholbedarf haben, muß man dafür sorgen.
      Die können das ruhig beschließen, aber es gibt kein Fach IT-Sicherheit, keine Studiengänge dazu und dementsprechend auch keine Lehrkräfte. Davon abgesehen arbeitet der Schüler heute länger als ein Erwachsener mit Vollzeitstelle, es gibt also gar keinen Platz für ein zusätzliches Fach. Die Kinder verlassen heute um 6:30 das Haus und kommen gegen 16 Uhr wieder zurück, dann liegen noch 1-2 Stunden Schreibtischarbeit vor ihnen.
    • Twiggels schrieb:

      Hades schrieb:

      Wenn ich hier lese das ein Anfang 40er sich weigert neues zu erlernen, dann frage ich mich ob diese Person als Lehrer überhaupt befähigt ist. Wenn die Person in der freien Wirtschaft so argumentiert, darf sie sich direkt arbeitslos melden.
      Ist nur menschlich.Ab etwa 20 ist der Mensch immer zögerlicher bereit etwas neues zu akzeptieren.
      Erklärt vieles, wenn man das im Hinterkopf behält ;-)
      und nein, sie darf sich nicht arbeitslos melden. Es gibt Kündigungsschutz, außerdem sagt das nichts über ihre sonstige Qualifikation und Engagement aus.
      Zudem ist das Festhalten am Alten auch in den deutschen Chefetagen fest verankert.
      Auch aus Altersgründen.
      Sorry, aber in meiner Branche kannst du dich arbeitslos melden wenn du die Einstellung an den Tag legst. Und daher habe ich auch kein Verständnis für sowas.
    • Man braucht doch keinen Studienabschluß für das Fach "IT-Sicherheit" oder "wie gehe ich sorgsam mit meinen Daten um".
      Es wäre schon eine Menge getan, wenn man den Kids Strukturen erklären würde, wie man mit Paßwörtern umgeht, wie Dienstleister wie Instagram / Facebook / und Whats App zusammenhängen, wo man in den AGBs lesen kann, daß Adressbücher ausgelesen werden, auch die von Dritten, wie fragil sensible Daten sind und was man am besten für sich behält etc etc.
      Welchen Schaden Cybermobbing anrichten kann, welche Gefahren Identitätsdiebstahl bergen kann und warum man zu unterschiedliche Uhrzeiten beim Onlinelauf unterschiedliche Preise für das gleiche Produkt bezahlt.
      Das kann man Lehrern an zwei Wochenendseminaren beibringen; dafür müssen die noch nicht mal nen Rechner booten; ist ja nur graue Theorie.


    • Naja, das Thema IT ist wichtig. Aber ganz ehrlich, sooo wichtig ist es für die Schule nun auch nicht. Da zählen zunächst einmal andere Dinge. Schulen sind seit Jahrzehnten gut ohne IT ausgekommen. Handschriftliche Notenbücher und Unterrichtsvorbereitungen auf Papier und Folie sowie Tafelbiler haben auch Vorteil. Sie funktionieren nämlich immer und absolut zuverlässig. Da fällt kein Bildschirm aus, da streikt keine Internetverbindung. Da droht auch kein Datenklau und -verlust. Das läuft dann einfach zuverlässig. Und fertig. Guter Unterricht kann auch mit Tafel und Kreide stattfinden. Das hängt mehr davon ab, inwiefern es dem Lehrer gelingt, die Lernbereitschaft der Klasse zu erhöhen und abzurufen. Mit dem Lehrer steht und fällt immernoch der Unterricht. Und ein guter Lehrer ohne PC-Kenntnisse kann tatsächlich deutlich besseren Unterricht machen, als ein schlechter Lehrer, der zwar PC-Kenntnisse hat, dafür aber immer nur Filmchen zeigt oder den Unterricht nach Schema-F aufbaut.

      Ich würde eine verstärkte Digitalisierung persönlich trotzdem begrüßen. Es vereinfacht gerade auch viele bürokratische Tätigkeiten ungemein und vermindert Papierberge. Außerdem wäre der gezielte Unterrichtseinsatz von Medien (Grafiken, Tonaufnahmen, Filmausschnitten usw.) so deutlich einfacher und komfortabler zu bewerkstelligen.

      Aber bevor die IT-Frage alles überlagert, hätte ich gerne erstmal andere Fragen geklärt. In den nächsten Jahren rollt eine große Pensionierungswelle. Ich frage mich, wo all die jungen, gut ausgebildeten Neulehrer herkommen sollen. Gerade in den Naturwissenschaften und Sprachwissenschaften klaffen da gewaltige Lücken. Das ist in vielen Fächern jetzt schon ein großes Problem. Und Seiteneinsteiger sind definitiv und überwiegend keine gute Lösung. Das kann man schon jetzt tagtäglich erleben. Eine fachliche und pädagogische Ausbildung ist unerlässlich, insbesondere da die pädagogischen Anforderungen deutlich steigen, aufgrund von Inklusion und veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Anspruch an das, was Schule leisten soll, ist pädagogisch deutlich gestiegen, während das fachliche Können teilweise spürbar nachlässt, im Vergleich zu den Leistungen früherer Jahrzehnte.

      P.S. @ Mogges: All das machen wir längst. So sehr leben Lehrer nun auch nicht auf dem Mond. Jedenfalls der überwiegende Teil nicht. Wir sind ja nicht dämlich.
      Nur ist es zweierlei, den Kids sowas beizubringen oder sie dazu zu bringen, es auch als für sich relevant anzunehmen. Jugendliche sind sorglos und haben immer schon die Warnungen und Mahnungen Erwachsener in den Wind geschlagen. Manche Fehler muss der Mensch offenbar erst selber machen, bevor er aus solchen Erfahrungen dann lernt.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Fairas schrieb:

      Mehr/bessere Lehrer kosten Geld.

      Das Problem ist seit Jahren bekannt.
      Bruttogehälter von Lehrern in Deutschland:

      So schlecht würde ich das jetzt nicht sehen. Mit Durschnittlich 4k brutto als Beamter, 48k brutto Jahresgehalt. Halt nur wenig Aufstiegsmöglichkeiten.

      Aber ich wundere mich eh, wie wenig digitalisiert Schulen sind. Das noch nicht mal Noten, Fehlstunden o.ä. direkt digital eingepflegt wird, oder Vertretungspläne online verfügbar sind. Gibt es mittlerweile eigentlich E-mail Adressen für Lehrer oder müssen die immer noch private Adressen nutzen? Hier hängen Schulen doch meilenweit hinterher.
    • Mogges schrieb:

      Die Frage war schon ernst gemeint, unsere IT-Infrastruktur incl. Telekommunikation liegt im untersten Drittel aller europäischen Staaten, an den Schulen wird so gut wie keine Ausbildung dazu gefördert, u.a. weil die Lehrer selbst riesigen Nachholbedarf haben.
      Frag ich mich zwar manchmal auch, aber unser duales Ausbildungssystem ist wohl ziemlich gut. Ich fand auch den Unterschied zwischen "normaler" Schule und Berufskolleg riesig, da hatte keiner der Lehrkräfte Probleme mit IT-Kram, im Gegenteil, viele waren Quereinsteiger aus der Branche und hatten richtig Ahnung. An der FH dann ebenso. Allerdings muss man bis dahin ja erstmal kommen und da schon 10 Jährige Online äußerst aktiv sein können ist es da auch einfach zu spät.

      John schrieb:

      Naja, das Thema IT ist wichtig. Aber ganz ehrlich, sooo wichtig ist es für die Schule nun auch nicht. Da zählen zunächst einmal andere Dinge. Schulen sind seit Jahrzehnten gut ohne IT ausgekommen.
      Nur weil was seit Jahrzehnten geklappt hat, ist das nicht unbedingt ein gutes Konzept für die nächsten Jahrzehnte ;)
      Ich finde es da wesentlich sinnloser Kinder für so was wie Kunst oder Sport zu benoten. Nicht dass die Tätigkeit an sich sinnlos wäre, aber die ein oder andere Stunde wäre da in einem IT-Fach sicher besser aufgehoben.

      Wir leben nun mal in einer Welt die immer mehr und mehr durchdigitalisiert wird, da muss man die Kinder einfach darauf vorbereiten und die neuen Medien sind ja, wie du selbst schreibst, auch eine Erleichterung für die Lehrer beim Unterricht wenn man sich darauf einlässt.
      Außerdem kann es doch nicht sein, dass Privatschulen die staatlichen Schulen hier so sehr überflügeln, ich weiß z.B. von einer hier in der Nähe, da ist das gesamte Kollegium schon lange mit iPads ausgestattet und die Kinder MÜSSEN ebenfalls eins besitzen, da es wohl auch vielfach im Unterricht eingesetzt wird, z.B. um Material zu teilen. Klar dass da Kinder aus dem Plattenbau außen vor sind.

      Hab übrigens mal gefragt wie es hier so mit IT und Schule aussieht...hab darauf folgende Anekdote erzählt bekommen:

      Als der Sohnemann so 12 war mussten sich alle Kinder im Schulnetzwerk registrieren, da der Lehrer ziemlich planlos war, hat der gute Junge, nachdem er selbst fertig war, einigen seiner Klassenkameradinnen und Kameraden geholfen. Dummerweise hat er überall als Passwort bei Registrierung "Penis" eingestellt. Seine Eltern haben deshalb erstmal einen bösen Brief nach Hause bekommen, was dass denn soll. Der Vater hat sich zumindest gut amüsiert. An der Stelle hätte denke ich eine Belehrung darüber gereicht, dass Penis ein äußerst schwaches Passwort ist, da zu kurz, bekanntes Wort, keine Sonderzeichen und keine Zahlen enthalten sind. Wäre dann vielleicht sogar im Gedächtnis geblieben :rolleyes:

      Alles in allem scheint es an seiner Schule jedenfalls viel Lehrkräfte ohne Plan von Computer-Teufelszeug zu geben, erinnert mich an meine Schulzeit.
    • Imperator Bob schrieb:

      Alles in allem scheint es an seiner Schule jedenfalls viel Lehrkräfte ohne Plan von Computer-Teufelszeug zu geben, erinnert mich an meine Schulzeit.
      Natürlich gibt es die aber das Hauptproblem ist, wie von mir bereits geschrieben, schlicht das die meisten Lehrkräfte altersbedingt von all diesen Sachen in der Ausbildung nichts gelernt haben weil es sie entweder noch gar nicht gab oder weil sie in der Lehrerausbildung noch nicht vorgesehen waren. Das kann mann ihnen aber nun wirklich nicht zum Vorwurf machen, nicht an entsprechenden Fortbildungen Teilzunehmen und das Thema komplett abzublocken dagegen schon.

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    • @ Nappi:
      Diese Bruttogehälter sind wenig aussagekräftig. Bist du Beamter, hast du nen schönen Netto-Lohn. Bist du Angestellter, hast du für die selbe Arbeit netto gleich 500 € weniger in der Tasche.

      Abgesehen davon waren die Gehälter früher durchaus besser. Es gab bspw. noch das 13. Monatsgehalt im Dezember. War ne schöne Sache. Gibts schon ewig nicht mehr. Zudem wurden die Aufstiegsämter und Beförderungen abgeschafft, was natürlich deutliche Auswirkungen aufs Gehalt hat. Früher wurden Beamte nach Dienstalter und Berufserfahrung befördert. Gibt es heute nicht mehr.

      Die Gehälter sind aber nicht das Problem, sondern die bereitgestellten Mittelzuweisungen für Lehrerstellen. Hier wird gespart, indem man Personal einfach nicht einstellt, obwohl Bedarf vorhanden wäre. Die Schule darf ja nicht beliebig einstellen, sondern nur im Rahmen der ihr zugewiesenen Stellenmittel.

      Und dann besteht in den Fächern Physik, Chemie usw. auch eine harte Konkurrenz zur Wirtschaft. Dort verdienst du deutlich mehr. Dort hast du Karrierechancen. Dort hast ggf. nen Dienstwagen, nen schickes Büro, Leitungsfunktionen usw.. Als Lehrer läufst du zwischen jahrzehntealten Büromöbeln rum, kämpfst täglich in den Pausen um einen Sitzplatz im Lehrerzimmer, suchst verzweifelt nach funktionierenden Computern, um deine Arbeitsblätter zu kopieren und entrichtest alle zwei Monate 20-30€ Kopiergeld, weil nicht einmal Kopien usw. kostenlos zur Verfügung stehen. (Zahlt man in der freien Wirtschaft Kopiergeld von seinem Lohn? Kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen. Solche Kosten trägt doch eher die Firma oder?) Wenn du nen Computer oder Drucker usw. haben willst, dann kaufst du dir den als Lehrer am besten selbst, weil die gestellten Geräte am Arbeitsplatz zur tagtäglichen Arbeit eher ungeeignet sind und es auch gar nicht für alle genügend Geräte gibt. Wie gesagt, zur Zeit 5-6 alte PCs für etwa 33 Lehrer. Die restlichen 50 PCs sind für Schüler reserviert und stehen in den Rechnerräumen.

      Da ist schon noch viel Luft nach oben in Sachen Finanzmittel.
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      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • John schrieb:

      Zahlt man in der freien Wirtschaft Kopiergeld von seinem Lohn? Kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen. Solche Kosten trägt doch eher die Firma oder?
      Hmm, unser Betriebsrat würde den Chef eher skalpieren, im Gegenteil, ich will nicht wissen was die neuen datenschutzkonformen Drucker gekostet haben :blink:

      Aber ich sag mal so, Verbeamtung oder manche Stellen im öffentlichen Dienst haben halt den Vorteil von fast absoluter Planungssicherheit. Ein Freund von mir ist Techniker und würde in der freien Wirtschaft deutlich mehr verdienen, aber er arbeitet lieber in nem Forschungszentrum, da hat er ne Festanstellung, praktisch Narrenfreiheit und kann da wahrscheinlich bis zur Rente bleiben, wenn er denn will. In der freien Wirtschaft gibts sowas praktisch nicht mehr.
    • Erstens.
      Guter Unterricht basiert nicht auf IT-Technologie und ist hierfür auch nicht zwingend erforderlich. Der Einsatz kann aber einen tollen Support darstellen. Ich benutze IT regelmässig.

      Im Rahmen einer medienpädagogischen Erziehung haben wir in unseren schulinternen Lehrplänen bewusst auch das Thema "Sicherheit im Internet" verankert. Darum kümmert sich das Fach "Informatik", welches aber nicht selbstverständlich an jeder Schule unterrichtet werdenkann, weil oft das Fachpersonal fehlt. Andere Kompetenzen (Umgang mit Word, PowerPoint, Excel usw. ) sind im Rahmen eines Methodencurriculums auf die übrigen Fächer verteilt worden.
      Der Grad der Vermittlung in diesen Bereichen ist aber wirklich stark von den Fähigkeiten einzelner Lehrkräfte abhängig.

      Zweitens.
      Um mal eine Lanze für Kolleginnen und Kollegen zu brechen, die sich weigern IT-Geräte zu benutzen oder den Einsatz als nicht nötig erachten.
      In der freien Wirtschaft kriegt man in der Regel seine Arbeitsmittel bezahlt, wie es John beschrieben hat.
      Mein Schwager hat ein ganzes Home Office, inkl. Möbel finanziert bekommen.
      Die Investitionen wollen einige Kollegen einfach nicht tätigen.
      Hinzu kommt noch, dass das Abspeichern von schülerbezogenen Daten auf Speichermedien aller Art in Niedersachsen verboten ist. Deswegen schreiben viele Lehrer ihre Noten noch per Hand in Bücher oder dokumentieren den Lernfortschritt ordentlich in Ordnern abgeheftet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lord Wolhynia ()

    • Lord Wolhynia schrieb:

      Hinzu kommt noch, dass das Abspeichern von schülerbezogenen Daten auf Speichermedien aller Art in Niedersachsen verboten ist. Deswegen schreiben viele Lehrer ihre Noten noch per Hand in Bücher oder dokumentieren den Lernfortschritt ordentlich in Ordnern abgeheftet.
      Das ist natürlich auch so eine merkwürdige Regelung, deren Sinn sich mir ehrlich gesagt nicht erschließt.

      Lord Wolhynia schrieb:

      Im Rahmen einer medienpädagogischen Erziehung haben wir in unseren schulinternen Lehrplänen bewusst auch das Thema "Sicherheit im Internet" verankert. Darum kümmert sich das Fach "Informatik", welches aber nicht selbstverständlich an jeder Schule unterrichtet werdenkann, weil oft das Fachpersonal fehlt.
      In der Informatik ist es ähnlich wie in der Chemie, die Konkurrenz der freien Wirtschaft ist so stark, dass sich die meisten Informatiker eher dort hin begeben. Höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.

      Und dann werden viele auch noch vergrault. Ich habe das bei mehreren MINT Leuten erlebt, die sich nach dem Studium zuerst in ein Referendariat begeben und nach drei Monaten hin geschmissen haben und statt dessen lieber etwas anderes gemacht haben. Nicht aufgrund fehlender Qualifikation, sondern weil sie schlecht behandelt worden sind.
    • Gaius Bonus schrieb:

      Lord Wolhynia schrieb:

      Hinzu kommt noch, dass das Abspeichern von schülerbezogenen Daten auf Speichermedien aller Art in Niedersachsen verboten ist. Deswegen schreiben viele Lehrer ihre Noten noch per Hand in Bücher oder dokumentieren den Lernfortschritt ordentlich in Ordnern abgeheftet.
      Das ist natürlich auch so eine merkwürdige Regelung, deren Sinn sich mir ehrlich gesagt nicht erschließt.

      Lord Wolhynia schrieb:

      Im Rahmen einer medienpädagogischen Erziehung haben wir in unseren schulinternen Lehrplänen bewusst auch das Thema "Sicherheit im Internet" verankert. Darum kümmert sich das Fach "Informatik", welches aber nicht selbstverständlich an jeder Schule unterrichtet werdenkann, weil oft das Fachpersonal fehlt.
      In der Informatik ist es ähnlich wie in der Chemie, die Konkurrenz der freien Wirtschaft ist so stark, dass sich die meisten Informatiker eher dort hin begeben. Höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.
      Und dann werden viele auch noch vergrault. Ich habe das bei mehreren MINT Leuten erlebt, die sich nach dem Studium zuerst in ein Referendariat begeben und nach drei Monaten hin geschmissen haben und statt dessen lieber etwas anderes gemacht haben. Nicht aufgrund fehlender Qualifikation, sondern weil sie schlecht behandelt worden sind.
      Diese Regelung ist auch völlig inpraktikabel. Ich fertige z.B. zu jeder Abi-Klausur ein ein- bis zweiseitiges Gutachten an, falls die Eltern gegen die Bewertung der Lehrkraft Einspruch einlegen und die Note vor Gericht anfechten. Hierzu sind wir von der Landerschulbehörde dienstlich verpflichtet. Durch das neue Datenschutzgesetz darf ich theoretisch dieses Gutachten nicht abspeichern, was aber einen Haufen Zusatzarbeit darstellt. Deswegen hält sich auch kein Kollege an diese Regelung, bzw. die Gewerkschaften gehen vehement dagegen vor.

      Bzgl. der IT-Fachleute. Da bräuchten wir in der Tat in der Schule eine richtige, gutbezahlte Stelle für eine Fachkraft, die sich sowohl mit Hardware als auch Software oder auch Serveradministration auskennt. Wir haben einen Kollegen, der neben seiner normalen Unterrichtsverpflichtung diesen Part übernommen hat und einen guten Job macht. An anderen Schulen kann man aber Pech haben, dass da nur IT-Analphabeten rumlaufen. Hier sehe ich einen großen Handlungsbedarf seitens der Politik, aber auch den fehlenden Druck oder das Interesse der freien Wirtschaft, Fachkräfte für Schulen abzustellen. Es müsste ja eigentlich auch in deren Interesse sein, zukünftige Arbeitskräfte aus der Schülerschaft in solchen Kernkompetenzen auszubilden. Da gibt es noch jede Menge Potenzial, was nicht abgerufen wird. Es wir halt nur gefordert, aber nicht gehandelt.
      Ehrlich gesagt, bin ich neben meiner Unterrichtsverpflichtung, dem Korrekturaufwand und dem Erziehungsauftrag dermaßen ausgelastet, dass eine unterstützende Fachkraft in IT-Angelegenheiten echt Gold wäre. Die Kraft und die Zeit fehlt einfach auch noch diese Aufgaben vernünftig zu bewältigen.
    • Eigentlich bräuchte man einen extra ITler, der keine andere Aufgabe hat, das Netzwerk und die Geräte der Schule zu pflegen. Eigentlich...

      Und die Seiteneinsteiger müssten erstmal darauf vorbereitet werden, wie Schule wirklich aussieht. Die kommen oft mit völlig weltfremden Vorstellungen an die Schule und stellen plötzlich überrascht fest, dass man als Lehrer ein Allrounder sein muss. Fachexperte, Lernexperte, Pädagoge, Erziehungsberater, Streitschlichter, Korrektor, Vertrauensmann, Lebensberater, Geldeintreiber, Motivations-Coach, Erst-Helfer, Aufsichtführender, „Vater-Ersatz“, Entertainer, Stil-Berater, Schriftführer, Berufsberater, Bewerbungs-Coach, PC-Fachmann, Beziehungsratgeber, Reiseleiter usw. usf..
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Ich weiß nicht ob es schon erwähnt wurde und nur in der Lehrer-Diskussion untergegangen ist:

      Der "Erfolg" der Sicherheitsbehörden in dem Fall war gar nicht so groß wie das uns im Nachhinein verkauft wurde: Wohn- und IP-Adresse des Täters waren den Behörden aufgrund eines vorherigen Falls seit 2016 bekannt und im jetzigen Fall wurden sie nur aufgrund eines Zeugen auf ihn aufmerksam.

      "Die brauchten nur noch hingehen."

      Quelle+Zitat: Anke Domscheit-Berg bei Maybrit Illner
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • John schrieb:

      Und die Seiteneinsteiger müssten erstmal darauf vorbereitet werden, wie Schule wirklich aussieht.
      Was hast Du denn immer mit Deinen Knietritten gegen Seiten- und Quereinsteiger; nimmt ja schon pawlowsche Ausmaße an, wenn bei jeder Diskussion über Schule und Schulumfeld, Querschüsse gegen weltfremde Seiteneinsteiger kommen.....

      Zum Thema: hat der Typ jetzt gehackt oder hat er einfach nur +/- frei zugängliche Informationen gesammelt und veröffentlicht? Das Wort "doxing" war mir völlig neu, Sachen gibt´s.....


    • Mogges schrieb:

      Zum Thema: hat der Typ jetzt gehackt oder hat er einfach nur +/- frei zugängliche Informationen gesammelt und veröffentlicht? Das Wort "doxing" war mir völlig neu, Sachen gibt´s.....
      Die einzige Seite auf der ich etwas davon gelesen habe dass inzwischen gepatchte Sicherheitslücken ausgenutzt worden wären, war ntv, ohne Angaben von Quellen und was das für Lücken gewesen sein sollen. Auf Seiten die Ahnung haben, wie golem oder heise, hab ich in der Richtung bisher nichts gelesen.

      Er scheint sich aber durchaus Zugang zu Accounts verschafft zu haben, allerdings nicht durch Sicherheitslücken, sondern durch ausprobieren von einfachen gängigen Passwörtern. Hatte der betroffene das einmal gefundene Passwort bei mehreren Diensten, waren die dann auch gleich dran. Wenn er die Kontrolle über ein E-Mail-Konto hatte, konnte er darüber außerdem Passwörter anderer Dienste zurücksetzen. Zum Teil hat er wohl auch Ausweisdokumente in den Postfächern gefunden (wurden dann ja auch veröffentlicht) und konnte damit ebenfalls weitere Passwörter zurücksetzen, weil er sich damit eindeutig legitimieren konnte.

      Es waren also nicht nur frei zugängliche Informationen, einen richtigen Hack würde ich es aber auch nicht nennen, wenn jemand als Passwort "Passwort123" oder so was verwendet hat, dann war derjenige einfach ziemlich dämlich. Der Typ hat also vor allem Zeit investiert und auf die Unfähigkeit seiner Opfer gebaut.

      Achja, vielleicht für jeden mal selbst nicht schlecht zu testen ob er mit seiner Mailadresse auf irgend einer Seite angemeldet ist, deren Datenbanken geknackt wurden: haveibeenpwned.com/