Die SPD

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      Da würde ich Wolfi dennoch zustimmen. Man denke an die totgesagte FDP und schwupps hat es sie letztes Jahr wieder in den Bundestag reingespült. Die SPD hat aktuell eine eklatante Führungsschwäche, aber persönlich sehe ich die Partei rund um 20 %. Es gibt noch genügend Nostalgiker, während eben die klassichen Arbeiter und Lohnsklaven eher zur AfD abwandern.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
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      Nonsensification schrieb:

      ..., während eben die klassichen Arbeiter und Lohnsklaven eher zur AfD abwandern.
      Ist jetzt keine besonders erbauliche Vorstellung.

      Ich hoffe wirklich, das sich die SPD erneuern kann und endlich stabilisiert. Wäre schade, wenn so eine Partei in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Aber damit das nicht passiert, braucht man natürlich Inhalte, die die Menschen wirklich berühren und interessieren. Ob Nahles dafür die Richtige ist, kann man nur hoffen. Diese ständigen Personalquerelen müssen aber endlich aufhören.
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      Ich gebe zu, hier male ich ein düsteres Bild. Die Entwicklung der letzten drei Jahre lässt jedoch Schlimmeres erwarten. Ich habe heute Morgen im Morgenmagzin die Rede von Herrn Poggenburg und dazu den begeisterten Jubelreigen im Publikum. Sofort schossen mir Erinnerungen an Dokumentationen zum Ende der Weimarer Republik in den Kopf. Frei nach Maslow, es reduziert sich das Leben vieler Menschen aktuell vermehrt wieder (!) auf die niederen Bedürfnisse.

      Um so wichtiger, dass die etablierten Parteien wieder verstehen die Menschen anzusprechen und von sich zu begeistern. Ich erlebe im persönlichen Umfeld die Resignation vieler Bekannter, welche sich zum einen den Weg ins Extreme (links/rechts) ebnet oder aber zu einer Entpolitisierung der Gesellschaft führt. Diese Gleichgültigkeit öffnet dann natürlich wiederum den Extremen Tür und Tor. Während die CDU personell durch Angela Merkel viele Menschen halten kann, fehlt es der SPD neben programmatischen Inhalten auch personellen Alternativen in der ersten Reihe. Ansätze zur Lösung gibt es sicherlich einige und ich glaube auch daran, dass die SPD-Basis hier viel leisten kann. Nur der Vorstand dieser altehrwürdigen Partei sollte schleunigst die Zeichen der Zeit erkennen und sich erneuen. Andrea Nahles ist in meinen Augen aber auch Teil des Problem, selbst als Vertreterin des linken Flügels ist sie doch sehr lang in der Bundespolitik verwoben. Die Menschen möchten aber neue, unverbrauchte Gesichter sehen. Man unterstellt eben jenen Newcomern eine gewissen Frische, ja Unschuldigkeit. Ein gegensätzlicher Pol zu Angela Merkel und ihrer/ihrem Partei/Kanzlerinnenverein. Ich möchte ebenso damit schließen, dass ich der SPD den Change wünsche. Wir werden diese Partei und ihre traditionellen Werte noch eines Tages brauchen.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
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      Was mich ja mal interessieren würde ist, wohin die ganzen Stimmen abwandern, die die SPD zurzeit verliert? Zu den Linken, zu den Grünen, werden es nicht-Wähler? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle zur AfD gehen, dafür ist allein der ideologische Unterschied schon zu groß.
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      Ich sehe das jetzt noch nicht so dramatisch. Das Ende der SPD ist sicherlich noch nicht gekommen. Die politische Linke hat sich seit den 80ern im Grunde zweimal gespalten. Einmal mit den Grünen und einmal mit der WASG/Linke. Das ist ein Teil der Entwicklung.

      Es ist auch ein bisschen naiv zu glauben, die SPD brauche einfach nur ihre gesamte Parteispitze auswechseln und gut ist. Ohne erfahrenem Führungspersonal geht es auch nicht. Es wäre völlig schwachsinnig, sämtliche Politiker mit bundespolitischer Erfahrung nun in Rente zu schicken. Und auch ein reiner, lupenreiner Linkskurs mag zwar befriedigend für manche Linksromantiker sein, wird aber die Probleme der SPD nicht lösen. Die SPD ist eine Partei der linken Mitte. Das heißt sie muss die Seeheimer genauso mitnehmen können, wie die linken Jusos. Beide müssen sich im Programm der Partei noch wiederfinden können. Das geht am
      ehesten über Mitbestimmungsmöglichkeiten an der Basis und indem man verhindert, dass eine Seite völlig untergebuttert wird. Und das versucht die SPD ja auch.
      Was die SPD dringend benötigt, ist eine realistische Machtoption ohne die CDU. Das könnte entweder sein Rot/Rot/Grün oder Rot/Grün/Gelb. Und für ein solches Projekt braucht es Pläne und Vorstellungen. Ideen und Verheißungen. Das fehlt zur Zeit leider.

      Die grds. Ziele der Sozialdemokratie haben sich nicht geändert und haben nach wie vor bestand, ob mit 40% oder mit 16%. Die Ziele bleiben die selben.

      - Eine friedliche Weltordnung.
      - Eine solidarische Gesellschaft.
      - Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung
      - Gleichberechtigung von Mann und Frau
      - Gleichheit vor dem Gesetz
      - Minderheitenschutz
      - Sicherheit und Schutz vor Kriminalität
      - Chancengleichheit und Bildung für alle
      - eine freie und demokratische Gesellschaft
      - Verhinderung von Altersarmut
      - Solidarische Absicherung von Lebensrisiken.
      - den Ausbau der Europäischen Gemeinschaft als Zukunftsprojekt


      Viele dieser Punkte sind umstritten. Sowohl in der genauen Art und Weise der Ausgestaltung und des Umfangs, als auch in der Art und Weise des Weges, der uns dort hinführen soll. Dieser Streit soll auf demokratischem Wege gelöst werden und eben nicht durch die „Diktatur des Proletariats“, durch die „Macht des Faktischen“ oder durch „die Herrschaft des Geldes“ oder durch „Angebot und Nachfrage“. Das unterscheidet uns von Kommunisten, Faschisten, Kapitalisten oder Liberalen. Und das unterscheidet uns von Ihnen mit 16% wie auch mit 40%.
      Sozialdemokraten sind keine besseren Menschen. Sozis haben dieselben Schwächen, wie alle anderen Menschen auch. Ehrgeiz. Gier. Eitelkeit. Stolz. Übermut. Angst. Überheblichkeit. usw. usf..
      Aber die meisten sind auch in dieser Partei, weil sie irgendwann einmal du Grundprinzipien der Sozialdemokratie für sich als richtig erkannt haben. Es ist gewissermaßen ihr Wertekanon. Und dieser steht bspw. dem Wertekanon der AfD in den meisten Fragen fundamental entgegen.
      Sozialdemokraten glauben an die Freundschaft der Völker. Während AfDler letztlich an das Recht des Stärkeren glauben.
      Sozialdemokraten glauben an Minderheitenrechte und die Gleichberechtigung, während AfDler glauben „das Volk“ stehe über „der Minderheit“ und „die Frau“ sei vor allem „die Mutter“, die sich bitte um Kinder, Heim und Herd zu kümmern habe.
      Die SPD glaubt an eine solidarische Gesellschaft, die AfD glaubt, dass jeder für sich selber sorgen soll. Für die SPD sind alle Menschen gleich an Rechten. Für die AfD sind allenfalls alle Deutschen gleich an Rechten. Für die SPD ist Deutscher, wer die Deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt, für die AfD ist Deutscher, wer „deutschen Blutes“ ist.

      Meinetwegen kann die AfD 80% haben und die SPD 2%. Trotzdem ist die SPD die Partei, die für das Richtige einsteht, während die AfD alles verkörpert, was wir schon in den dunkelsten Zeiten unserer Geschichte als herrschende Überzeugungen wiederfinden.
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      Die SPD ist dann eine Partei ohne Bindung zu den Wählern und somit eine Partei ohne parlamentarischen Einfluss. Das kann auch nicht der Weg sein.

      Erfahrung im Lügen und Betrügen sind im Übrigen keine notwendigen Qualitätsmerkmale für demokratische Führungskräfte, siehe Schulz, Scholz und Nahles anlässlich der Koalitionsgespräche.

      Mir fehlt einfach diese altbundesdeutsche Bewahrer-Mentalität, sonst würde ich dich wohl verstehen. So passe ich mich einfach den natürlichen Zyklen an, so gut es eben geht. Ich muss da immer an meine Urgroßmutter denken, die insgesamt fünf System und noch weit mehr Währungen erlebt hat in ihrem langen Leben. Die BRD wird auch nicht von Dauer sein.
      :bischof: Anhänger der Bewegung zum Verbleib von Lucius Vantarius und Gegner von Waschmitteln namens Brax :bischof:
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      Warum hängst du dich so sehr an der AfD auf? Lief auch schon vor der AfD bei der SPD nicht mehr so prickelnd. Die Union hingegen hat die Wahl 2013 mit 41% souverän gewonnen, bei denen könnte der Fall schon eher einen Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise und dem Aufstieg der Rechten haben. 2009 war die SPD sogar noch schlechter als 2013.

      Die SPD wurde von der Agenda 2010 und von den ganzen Grokos zerfickt, der AfD könnt ihr da nicht die Schuld geben. Ihr habt eher Mitschuld am Aufstieg der AfD, ohne die ganzen schwachsinnigen Reformen gäbe es heute deutlich weniger unzufriedene Menschen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
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