Die SPD

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      Na, vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen von einem guten Bundeskanzler.
      Helmut Schmidt soll mal gesagt haben: „Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen.“
      Was er damit eigentlich sagen wollte ist, dass man in der Politik keine Wolkenkuckucksheime bauen soll, sondern sich an den Machbarkeiten und konkreten Problemlösungen orientieren soll. Bundeskanzler zu sein, heißt dann eher, auf die nicht vorhersehbaren Anforderungen der Zeit angemessen und langfristig solide und gut durchdacht zu reagieren, als irgendwelche hochtrabenden Visionen von einer schönen Neuen Welt umsetzen zu wollen. Verbesserungen geschehen im Kleinen. Nicht in der radikalen Umgestaltung einer Gesellschaft, auf eine fiktive weil imaginierte und nicht vorhersehbare Zukunft hin. Das heißt konkret, dass das Politische Handeln IMMER langfristig bezahlbar bleiben muss, dass es friedenswahrend und Sicherheit gebend sein muss. Am Ende muss die Alltagssituation eines Großteils der Menschen im Idealfall dann besser sein, als vorher.
      Ja, ich war anfangs sehr begeistert von Schulz. Habe mich da mitreißen lassen. Wobei ich persönlich immer schon Gabriel besser fand. Aber sei es drum. Auch Gabriel ist mir letztlich zu schwankend in seinen Ansichten. Steinbrück fand ich ganz gut. Dem
      hätte ich was zugetraut. Aber der Rest der Republik offenbar nicht. Schulz hat mich enttäuscht. Er wäre besser im EU-Parlament geblieben. Er hat schwere Fehler im Wahlkampf gemacht. Er verspricht immer wieder Dinge, die er am Ende nicht einhalten, was er eigentlich wissen müsste. Er bedient ständig die emotionale Schiene, anstatt rational und nüchtern mit Fakten zu argumentieren. Er versucht sich das „Retter des Kleinen Mannes“-Image zu geben, was ok wäre, wenn er nicht mehrfach erst Hüh und dann Hott in anderen entscheidenden Fragen vertreten würde (Groko, Eintritt in ein Kabinett unter Merkel). Auf mich wirkt Schulz nicht mehr glaubwürdig. Ich finde auch seinen Umgang mit dem Wahlergebnis völlig unpassend. Manchmal frage ich mich, ob er überhaupt die Dramatik des Wahlergebnisses verstanden hat. Schlussendlich ist er mir auf diplomatischer Ebene zu polterig und großmäulig. Er versucht gegen Leute wie Trump oder Erdogan durch lautes Poltern zu punkten. In seiner Position ist das noch egal. Als Bundeskanzler erscheint mir hingegen Merkels donnerndes Schweigen die weitaus klügere Vorgehensweise.

      P.S. Übrigens witzig, dass ihr Schulz in Schutz nehmt. Er wirbt aktuell wie kein anderer für den Eintritt in eine Groko unter Merkel.



      „Wir sind als SPD mit dem Ergebnis zufrieden“ :rofl:

      Sagt Lars Klingbeil, Schulz‘ Generalsekretär... na, wenn der Lars das sagt...
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