Wortspiele

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    • Bezüglich meiner dick-aufgetragenen Behauptungen, die ich hier beginnend aufgestellt hatte ist der große Aufschrei ausgeblieben und einfach so recht zu haben empfinde ich als unbefriedigend. Es kann daran liegen, dass ich einigen Leuten auf die Füße getreten bin, kann aber auch sein, dass die Behauptung zuweit abseits des Normalen ist ( :blöd: ) das die Antworten ausblieben. Im Prinzip spiele ich hier nur mit der Semantik.

      Das Wort Germane ist eigentlich ein Fantasiewort, zusammengesetzt aus gallischen Wörtern die Gaius Julius nahm um die deutschen Stämmen zu bezeichnen/kategorisieren. Somit müßte eigentlich alles mit der Bezeichnung German durch Deutsch ersetzt werden. Unter der Annahme das diese Behauptung korrekt ist, wird damit aber die Bezeichnung Deutsch auf eine höhere Ebene gestellt/allgemeiner und es müßte eigentlich eine neue Bezeichnung für das was wir jetzt unter Deutsch verstehen geschaffen werden um sich entsprechend von anderen Deutschen (Nationen germanischer Abstammung) abzugrenzen

      Ich bin kein Historiker und diese Rückschlüße scheinen mir zu banal. Deshalb frage ich mich, warum man diese, meiner Meinung nach, falsche Bezeichnung weiter beibehält. Weil es so gewachsen ist wäre meine Vermutung aber wäre für mich als Antwort ebenso unbefriedigend.

      Ich bitte um heftigen Widerspruch zu meiner Behauptung....oder einfach eure Meinung...
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      Will travel
    • Kann hier was dazu geben.

      Im arabischen kann man Leute mit Stammesnamen oder Herkunft ansprechen.
      Als Beispiel:
      Niklas al Almani

      Jedesmal wenn ich meinen Freund so anspreche sagt er , er wäre kein Almani , weil das nicht alle deutsche betreffe.
      Ich solle ihm al Germany nennen. Nachdem was ich hier gelesen habe , muss ich ihm schleunigst aufklären.

      Wort bedeutungen:
      Spoiler anzeigen
      "Al" ist der Artikel
      "Almani" kommt von Alemania , Alemanen ect . Wurde von den Arabern so übernommen



      Haben die damaligen "Germanen" für sich selbst keine Bezeichnung gehabt ?
      Ist ja ähnlich wie mit den Eskimos , nur wissen wir , wie sie sich selbst nennen.
    • Haben die damaligen "Germanen" für sich selbst keine Bezeichnung gehabt ?

      Den hatten sie:
      Das Wort (Glottonym = der Name der verwendeten Sprache) „deutsch“ bildete sich aus dem germanischen Wort thioda („Volk“, Adjektiv thiodisk, „diutschiu“) heraus. Es bedeutet so viel wie „zum Volk gehörig“ und entwickelte sich zu einer Bezeichnung für die Sprache der germanischen Stämme Mitteleuropas, die im Gegensatz zur Sprache der angrenzenden romanischen Bevölkerung und zum Latein stand.


      Meine Frage war, warum man bei Germanen bleibt, wenn der Ausdruck technisch gesehen falsch ist.
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      Will travel
    • IbnSidiq schrieb:


      Haben die damaligen "Germanen" für sich selbst keine Bezeichnung gehabt ?
      Ist ja ähnlich wie mit den Eskimos , nur wissen wir , wie sie sich selbst nennen.


      Die "Germanen" sind wie gesagt ein künstlicher Begriff aus Caesars Zeiten, der alle Völker östlich der Provinz Gallia, nördlich der Alpen und westlich der Skythen bezeichnen sollte.
      Sich selbst hat man eher mit dem jeweiligen Stamm identifiziert.
      Alamannen, Langobarden, Sueben, Markomannen, Chatten u.v.m.
      Alamannen wurden in Frangkreich und scheinbar auch im arabischen Raum zum Synonym für "Alle aus der Gegend" während überall sonst die Germanen dieses Synonym wurden ;)

      @ M@yaman Ich glaube der Begriff deutsch ist neuer. Meines Wissens erst beim übergang zum Mittelalter aufgekommen, nachdem die Franken die germanischen Stämme unterworfen/geeint hatten.

      Gruß
    • Ah ok, soweit habe ich das noch richtig im Kopf.
      Aber der Begriff Germanen wird für die Völker gleicher Sprachfamilie verwendet. Da dieser Begriff aber künstlich ist und die korrekte Bezeichnung Deutsch lautet, warum hat man den "falschen" Begriff weiterverwendet?

      Die erschlossene indogermanische Wortwurzel *teuta trug die Bedeutung „Volk, Leute“. Dies wird auch gestützt durch z. B. keltische Begriffe wie Túatha Dé Danann (vgl. Thiuda).
      Der erste wichtige Beleg ist eine Textstelle aus dem 4. Jahrhundert, eine Passage in der gotischen Bibelübersetzung des Bischofs Wulfila (Gal. 2:14).

      Deutsch (Etymologie) ? Wikipedia
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      Will travel
    • Weil man's eben nicht dafür verwendet hat, bis sich das wort "germanisch" schon festgesetzt hatte ;)

      Zum ersten Mal erwähnt wurde die deutsche Sprache als Volks-Sprache in einem Brief des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostria an Papst Hadrian I. über zwei Synoden, die 786 in England stattgefunden hatten.


      Link ist schon in deinem Post :)

      Gruß
    • m@yaman schrieb:

      Ich bin kein Historiker und diese Rückschlüße scheinen mir zu banal. Deshalb frage ich mich, warum man diese, meiner Meinung nach, falsche Bezeichnung weiter beibehält. Weil es so gewachsen ist wäre meine Vermutung aber wäre für mich als Antwort ebenso unbefriedigend.

      IbnSidiq schrieb:

      Haben die damaligen "Germanen" für sich selbst keine Bezeichnung gehabt ?
      Ist ja ähnlich wie mit den Eskimos , nur wissen wir , wie sie sich selbst nennen.
      Man dachte nicht als Nation, sondern in Stämmen. Franken, Alemannen usw.

      m@yaman schrieb:

      Ah ok, soweit habe ich das noch richtig im Kopf.
      Aber der Begriff Germanen wird für die Völker gleicher Sprachfamilie verwendet. Da dieser Begriff aber künstlich ist und die korrekte Bezeichnung Deutsch lautet, warum hat man den "falschen" Begriff weiterverwendet?
      Wer legt den fest, was künstlich und was korrekt ist? Irgendwann wurde jede Bezeichnung mal "erfunden"? Entscheidend ist, dass man weiß, wer heute gemeint ist. Die historischen Völkerverschiebungen sind doch für 90% aller Menschen völlig unwichtig, wenn sie nicht gerade deutsche Historiker sind.

      Und "die Deutschen" als Nation, gibt es ja auch erst seit 1871. Was ja noch sehr jung ist. Das HRRDN war ja eher ein Flickenteppich deutscher Staaten. Friedrich der Große hat beispielsweise überhaupt nicht in nationalen Kategorien gedacht. Er sah sich als Brandenburger und Preuße, nicht aber als Deutscher. Und vor allem sah er sich als Angehöriger des Adels. Und als solcher fühlte man sich dem europäischem Adel verbundener, als seiner Nationalität. Deswegen wurde im Adel auch französisch gesprochen. Das gerade nationalistische Kreise heute versuchen, Friedrich II. (den Großen) für sich als "deutschen Helden" zu vereinnahmen, mutet da schon komisch an. Zeigt halt, dass sie keine Ahnung von Geschichte haben.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Wer legt den fest, was künstlich und was korrekt ist?

      Da ich bisher noch keine Bezeichnung in freier Natur gesehen habe halte ich sie prinzipiell für künstlich.
      Aber es macht schon einen Unterschied ob man jemanden mit seinem eigenen Namen anspricht oder einem einfach einen Namen gibt.
      Aber du hast recht, künstlich war das falsche Attribut.

      Und "die Deutschen" als Nation, gibt es ja auch erst seit 1871.

      Und die Deutschen als Volks-und Sprachgruppen sowie deren Kultur seit mind. 3.000 Jahren.
      Man dachte nicht als Nation, sondern in Stämmen. Franken, Alemannen usw.

      Sehe ich ähnlich.
      Die CDU / CSU

      Und "die Deutschen" als Nation, gibt es ja auch erst seit 1871.

      Die Ethnie was heute als "Deutscher" bezeichnet wird ist unter dem HRR entstanden und somit weitaus älter.
      [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Prinz_Eugen,_der_edle_Ritter]Prinz Eugen, der edle Ritter ? Wikipedia[/url]
      Prinz Eugen (English Subtitle) - YouTube
      Aber das war auch weniger mein Punkt.

      Entscheidend ist, dass man weiß, wer heute gemeint ist.

      Das schon, aber die Bezeichnung ist eigentlich unpräzise und hier fängt der Spaß an.
      Ich empfehle dir diesen Thread mit etwas mehr "Augenzwincker" zu betrachten.

      Andererseits, muß ich zugeben, hab ich mich auch diebisch gefreut das mir dieselbe Argumentenkette schon 3 mal seitdem untergekommen ist.
      Monty Python - Jabberwocky (1977) - Lektor PL - ca?o?? - YouTube

      Ein Schmetterlingschlag im Internet oder ein Punkt für die 100-Affen-Theorie?
      Wir werden die Entwicklung für sie weiterverfolgen.
      Have chrome-ball
      Will travel
    • Ich bin kein Historiker und diese Rückschlüße scheinen mir zu banal. Deshalb frage ich mich, warum man diese, meiner Meinung nach, falsche Bezeichnung weiter beibehält. Weil es so gewachsen ist wäre meine Vermutung aber wäre für mich als Antwort ebenso unbefriedigend.


      Abseits von der Geschichtswissenschaft gibt es da noch die Sprachwissenschaftler, die den Begriff auch verwenden. Allerdings fängt da - meines Wissens nach - die Bezeichnung der Sprache als Deutsch mit dem Althochdeutschen an, also ca. 600 - 700 n. Chr., also genau dann, als man einem Vorgänger des heutigen Hochdeutschen identifizieren kann. Davor generalisiert man als "indogermanisch", was sich wieder aus dem indoeuropäischen entwickelt hat oder man hat - etwa mit dem Gotischen - stammesspezifische Sprachen. Entscheidend ist hier wiederum die schriftliche Überlieferungssituation, die ja - zumindest für das deutsche - eben erst ab 600/700 anfängt. ;)

      In der Geschichtswissenschaft wird die Fragen nach dem Begriff "germanisch" vor allem von der Alten Geschichte, Vor- und Frühgeschichte und eventuell auch noch von denjenigen Mediävisten gebraucht, die sich mit dem ganz frühen Frühen Mittelalter beschäftigen. Wie dort allerdings die tatsächliche Verwendung des Begriffes ist, kann ich dir auch nicht sagen. Allerdings denke ich, da ja die Prüfung von Begriffen auf ihre Gültigkeit wichtig für das Fach ist, dass man wohl einen stärkeren Fokus auf die Bezeichnungen der Stämme legen wird, als auf den Sammelbegriff "Germanen", der wohl auch mit durch die Tacitus-Rezeption der Renaissance und die Romantiker Aufschwung erhalten hat.

      Wo wir bei den Begriffen sind: Aufgrund der Verbreitung der Stämme "populary known as Germanen" in Europa und der späteren Entwicklung von eigenständigen und selbstbewussten Staaten mit eigenen Sprachen, die vor allem nach 500 stattgefunden hat, heute aber noch prägend ist, ist der Begriff "germanisch" oder "germanic" als oberflächliche Sammelbezeichnung ganz gut geeignet, weil er eben mehr mit dem antiken Zustand und nicht mit dem heutigen verbunden wird.

      Unpassender finde ich die Verwendung des Begriffes "Absolutismus" für das 18. Jahrhundert, aber das nur nebenbei.
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      And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.
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