Daesh (IS) / Bürgerkrieg in Syrien / Russische Intervention in Syrien

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    • Daesh (IS) / Bürgerkrieg in Syrien / Russische Intervention in Syrien

      Ich wundere mich, dass die Entwicklung des Islamisches Staates in den vergangenen fünf Wochen keinen Beitrag mehr wert in unserem Forum. In letzter Zeit habe ich versucht immer mehr Informationen, auch über die herkömmlichen Quellen hinaus, zu sammeln. Meiner Meinung nach müssen wir diese Bewegung strikt von diesem Thread trennen. Der Terror sollte gesondert behandelt werden. Kein gläubiger Moslem will sicherlich in Atemzug mit diesen fanatistischen Bestien genannt werden.

      Warum ich schreibe? Die extremen Ansichten dieser Gruppierung, der unbedingte Wille zur archaischen Gewalt und vor allem der überbordende Fanatismus schockieren mich als vernunftbegabten sowie moralisch integren Menschen. Ich habe in den vergangenen Wochen allerhand Bilder und Videos zu ihren Gräueltaten gesichtet. So brutal und schonungslos dieses Material auch seien mag, ich kann nur jedem Menschen innerhalb der westlichen Hemisphäre empfehlen, sie zu schauen, um die Bedrohung für unsere Welt zu realisieren. Vorerst möchte ich nichts verlinken, es steht jedem selbst frei danach im Internet zu suchen.

      Fast die gesamte arabische Welt wurde zur Geisel durch den Islamischen Staat genommen. In den letzten zwei Wochen haben sich die westlichen Medien dabei vor allem Ain al-Arab bzw. Kobane, wie es die Kurden nennen, fokussiert. Alle Welt berichtet über die drohende Einnahme der Stadt durch die Schlächter der IS, doch vermag die westliche Welt es nicht entschlossen und gemeinsam zu handeln. Die Anstrengungen der Amerikaner und ihrer Bündnispartner, einschließlich der Türkei, genügen offensichtlich nicht, um die IS zurückzuschlagen. Glaubt man den Berichten einiger unabhängiger Medien, erschwert die Türkei massiv den Entsatz von Ain al-Arab. Wie kann es sein, dass unsere Regierungen diesem mörderischen Treiben beneinahe teilnahmslos zusehen? Wie kann es sein, dass türkische Panzer direkt an Grenze zur syrischen Stadt stehen und dennoch dem Schlachten tatenlos zusehen? Was für Menschen lassen soetwas ungehindert geschehen?

      Ich habe die Tage zwei Demonstrationen besucht. Ich versuche meine Mitmenschen auf die Brisanz auch für unsere "heile" Welt aufmerksam zu machen. Dennoch liegt es nicht in meinen Kräften Einhalt zu gebieten, aber unsere Regierungen und selbstverständlich die Vereinten Nationen können es. Ich selbst lebe sehr nah am politischen Bereich, mir sind all die taktischen Spielchen hinlänglich bekannt. Jetzt in diesem Augenblick sterben unschuldige Menschen, sehr wahrscheinlich werden in Kürze noch weit aus mehr Menschen bestialisch hingeschlachtet. Die Zeit der Spielchen ist vorbei, es ist endlich Zeit zu handeln. Schon jetzt lastet eine große Schande auf uns, wir dürfen nicht schon wieder tatenlos einem Völkermord zusehen.

      Thread-Thema den Inhalten des Threads angepasst. Gruß John

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von John ()

    • Tja. Was machen wir mit ISIL/ISIS/IS?

      Gute Frage.
      Lassen wir sie siegen?
      Bombardieren wir sie einfach weiter?
      Rüsten wir einfach alle so lange auf bis eine Seite siegt?
      Und was macht dann die siegende Seite?
      Wie sorgen wir dafür, dass man mit ihr ein System errichten kann, welches nicht sofort ISIL 2 hervorbringt?

      Im MOment werden vor allen Sympthome bekämpft die durch viele Waffen und viel GEwalt hervorgerufen werden.
      Sie werden bekämpft mit noch mehr Gewalt und Waffen.


      Kurzfristig mag dies die Sympthome eindämmen... Und dann?

      Wird die PKK/YPG massiv aufgerüstet haben wir wohl bald einen starken Kurdenstaat der noch 5 Hühner mit der Türkei zu rupfen hat.
      Die PKK, um das mal ganz klar zu sagen, ist nicht umsonst auf der Liste der Terrororganisationen.
      Das sind alles andere als die großen Friedensfürsten. Auch sie ermordet(e) Zivilisten.
      Ist es wirklich so schlau danach zu handeln, dass der Feind meines Feindes mein Freund ist?
      Beißt sich diese Strategie nicht immer wieder selbst in den Arsch?

      Puschen wir die Peschmerga weiter, führt dies wohl zur weiteren Destabilisierung des Iraks.

      Die Schiiten im Irak? Hängen am Tropf des IRans der seine eigenen Vorstellungen hat. UNd die sehen sicherlich nicht integrativ und modern aus.
      Vorstellungen die erst den Siegeszug der IS möglich machten.


      Was macht unsere Regierung?
      Was soll sie denn machen?
      Welche Optionen haben wir?
      Auf die TÜrkei ÖFFENTLICHEN Druck aufbauen, dass die Terrororganisation PKK bewaffnet wird? Das PKK Kämpfer, im de facto Krieg mit der Türkei, die Türkei als Rückzugsbasis und Transitland benutzen dürfen? In einem Krieg in dem bereits über 40 000 Türken/türkische Kurden starben? (Wobei ich die Schuldfrage an diesem Konflikt ausgeklammert wissen will)
      Wie wird da Erdogans Reaktion wohl aussehen.
      In der internationalen Öffentlichkeit ist er eh ein Pariah. Diese wird ihn wenig kümmern.

      Es ist zwar brutal zu sagen, aber Erdogan betreibt gerade einwandfreie Realpolitik. Er lässt seine Feinde sich gegenseitig schwächen, indem er dafür sorgt, dass nur so viel Unterstützung nach Kobane gelangt, dass beide Seiten möglichst lange bluten.

      Man weiß nicht ob man ihn dafür verachten oder gratulieren soll.



      Aus meiner Sicht sieht es gerade so aus.
      Wir/ Der Westen muss hier zwischen Pest und CHolera wählen. ISIL besiegen? Kann man kaum,. Höchstens eindämmen. Wobei sich hierbei die Frage nach den Kosten stellt (auch an westlichen Menschenleben). Und wenn sie dann eingedämmt ist? Wo ist die Perspektive? Diese Perspektive gibts im MOment leider kaum.

      In den Medien wurde schon der 30 jährige Krieg ausgerufen im Mittleren Osten.
      Ist eigentlich ein guter Vergleich.
      Bevor in die Köppe der dortigen Führer nicht reingeht, dass jeder nach seiner eigenen Facon glücklich werden soll, weil jedwede FOrm von GEwalt und aufzwingen der eigenen Weltanschuungen keinen Sieg bringt, dann, dann gibt es vielleicht eine Chance auf dauerhafteren Frieden. Aber im Moment? Im Moment ist das einfach ein großer Haufen Scheiße, so ganz ohne Perspektive.

      Klar man kann ISIL eindämmen.... aber dann stehen wir wieder am Anfang....

      Was sind also Perspektiven?
      DIe Bildung von vielen ethnsichen/religiösen Nationalstaaten ink. notwendiger Vertreibung die wahrscheinlich abermals Revanchegelüste und Rückeroberungsgelüste hervorbringt?
      Und dann diese neuen Nationalstaaten?
      Wie stabil werden die sein?
      So stabil wie der Südsudan?
      Auch die Kurden untereinander sind sich z.b. alles andere als grün.

      Wie gesagt., Ein großer Haufen Scheiße.
      Definitiv zu viele Ismen.


      P.S. Persönlich gefühlsmäßig möchte ich die ganzen IS Fuzis plattbomben und ausrotten.
      Die YPG bis an die Zähne bewaffnen und zu einem aus der Luft gedeckten Siegeszug führen.
      Gefühlsmäßig haben die meine höchste Achtung. Auch vielleicht weil ich die letzten Tage damit verbrachte mir viele Propagandavideos anzuschauen.
      Ürbigens ist mir dabei aufgefallen, dass die durchaus in Kobane mindestens ein Milansystem hatten mit dem sie gar mehrere Panzer vor laufender Kamera knackten.
      Wo haben sie das wohl her? Aber das ist ein andereres Thema.

      Der Logos sagt dann aber. Hm ja. Ist das wirklich so eine gute Idee?
      Nationalismus bedeutet am Ende immer Krieg
      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • Ich halte es ebenfalls grundsätzlich für schwierig.

      Soll der Westen mit solchen Maßnahmen weiter machen, die den nahen und mittleren Osten nicht schon vor Jahrzehnten, beginnend mit Amis und Briten im Iran, immer weiter ins Chaos gestürzt haben?

      Eine für mich nahe liegende Lösung wäre ein endlich konsequentes Eingreifen. Nur das Problem, was sich dem entgegenstellt nennt sich System. Das fängt nicht erst bei der Moral an und hört auch nicht bei den Kosten auf. Wie soll es dann z. B. mit der Ideologie laufen? Wir hat die BRD denn die "Entnazifizierung" hinbekommen in der Zeit ihres Bestehens? Da wollen wir dauerhaft mit äußerem Eingreifen in mehreren völlig kaputten Ländern die Moslems entradikalisieren? Auf welcher Basis? Das ist nur eines der vielen Probleme, die an der Effektivität eine solchen Unternehmens nagt.

      Eine weitere Idee sagt mir, dass wir Waffen aus den Regionen entziehen sollten. Ich habe keine Ahnung inwiefern diese Regionen Waffen selbst herstellen können, aber das dürfte kaum was sein. Mit einem Embargo könnten sich IS und Feinde langsam gegenseitig komplett aufreiben, bis sie mit Säbeln auf der Düne stehen. Aber mit dieser Maßnahme würde die Bevölkerung innerhalb der Regionen auch nicht viel besser wegkommen, da die bewaffneten Truppen sich sicherlich in ihrer Stellung der Zukunft innerhalb ihrer Gesellschaft bedroht sehen.

      Ich sehe derzeit keine Möglichkeit, die mit den wichtigsten Aspekten eines solchen Vorhabens vereinbar ist.
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      "...verantwortungslose Verwaltungsfachangestellte mit Kontrollzwang, also das was wir in Verkennung der Wirklichkeit Regierungen nennen..." - Jochen Malmsheimer
    • Ich bin da ganz an deiner Seite. All diese Fragen drängen sich auf, je mehr man sich mit dieser Thematik befasst. Die politische Situation ist mehr als undurchsichtig, wir haben einen besonderen Anteil daran. Man muss den Ursachen entgegenwirken, sie beseitigen, doch die Auswirkungen auf das Hier und Jetzt müssen ebenfalls bekämpft werden. Auf säkulare Diktatoren/Autokraten folgten verschiedene Ansätze, allen gemein ist eine große Instabilität, zum Teil ausgeprägt in blutigen Bürgerkriegen. Ja, auch die PKK bzw. ihr syrischer Arm, die YPG, werden als Terrororganisationen geführt. Das soll nicht unerwähnt bleiben. Während wir hier jedoch diskutieren und Lösungsvorschläge überlegen, sterben Menschen. Wir befinden uns in keinem Computerspiel, Kalkül spricht für den Verstand, aber nicht für die Courage und die Verantwortung des Westens gegenüber der restlichen Welt.

      So sehr ich gegen kriegerische Lösungen stehe, doch Ain al-Arab wird in die Geschichte eingehen. Bisher ist nur fraglich, was dann geschrieben steht. Wird ein entschiedenes Zeichen der zivilisierten Welt gesetzt oder erleben wir grade einen Meilenstein auf dem Siegeszug des IS? Das dürfte weitere Freiwillige in Europa mobilisieren. Hier bietet sich die einmalige Möglichkeit ein klares Zeichen zu setzen und dass mittels weltweiter Berichterstattung. Unrecht erleben wir tagtäglich, in jedem bekannten Teil der Erde. Wir sind keine Götter, aber wenn wir helfen können, sollten wir auch helfen.

      Meine persönliche Meinung ist soweit, dass wir uns erst wirklich Gedanken darum machen müssen wenn der IS nicht vor Kobane sondern vor Görlitz steht.


      Sie steht schon längst in unseren Städten, siehe Ausschreitungen in Hamburg, Berlin oder Celle. Der IS geht uns alle an. ;)
    • Diese einzelnen Salafistengruppen wie Du sie nennst könnten aber schon bald nicht mehr einfach nur von unserer Polizei bekämpft werden.
      Wenn ich da unsere Bundeswehr ansehe glaube ich die können wir momentan auch eher vergessen.
      Aber mal zu dem Thema mittlerer Osten zurück. IS ist meiner Meinung nach eine von den westlichen Mächten gewollte Macht. Es geht wie immer um Erdöl usw. auch wenn eine IS ne Fahne schwingt auf der Allah auf Arabisch steht. Desweiteren besitzt die IS fast ausschliesslich amerikanische Kampfsysteme. Woher kommen die denn? Wohl kaum aus China! Erst heisst es von den USA das wird ein spaziergang. 2 Tage später heisst es: Hupps wird doch nicht so einfach. Und irgendwann marschieren sie dann mit Bodentruppen ein, besetzen das Land in der Hoffnung als DIE Befreier da zu stehen (obwohl denen das sogar Kotegal ist) und anektieren im Hintergrund Land und vor allem Erdöl. Und was ist dann? Die neu und frisch bewaffneten Kurden verlangen dann ihr Kurdistan von der Türkei zurück. Mit Waffengewalt. Und der Rubel... nee Dollar rollt. Usw. usw.usw.
      quod sumus hoc eritis

      Refugees welcome!!!
    • Ja klar.
      Daher verteidigen auch amerikansiche Apaches irakische Ölförderanlagen gegen die ISIS.

      Was die Amis am wenigsten wollen sind gerade "Boots on the ground"
      DIe Amis sind pleite und Kriegsmüde.
      Angenommen, dass stimmt was du behauptest- Warum sind die nicht dann schon längst wieder mit Bodentruppen vor Ort?

      Die Waffen wurden an die Feinde der ISIS geliefert. Diese hat sie nur erobert.
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      Le nationalisme, c'est la guerre


      François Mitterrand
    • Nonsensification schrieb:

      Wie kann es sein, dass türkische Panzer direkt an Grenze zur syrischen Stadt stehen und dennoch dem Schlachten tatenlos zusehen? Was für Menschen lassen soetwas ungehindert geschehen?
      Die Türkei hat in der Region vor nichts so einen Schiss wie vor der Erstarkung der Kurden. Vor ein paar Monaten noch, als der IS noch nicht die kurdischen gebiete in Syrien angegriffen hatte und die PYD die Schaffung einer Autonomen Region Westkurdistan angekündigt hatte, ließ die Türkei verlauten, keine autonomen kurdischen Gebiete mehr zu dulden. Das heißt die Türkei mischt darin ein, was auf dem Gebiet anderer Staaten vor sich geht, so als ob Tschechien mit Vergeltung droht, falls die Franken weiter die Bildung eines Bundeslands Franken anstreben. Das die Türkei dann nicht in den Abwehrkampf seiner kurdischen Nachbarn eingriff war abzusehen, auch obwohl bereits IS-Granaten in die Türkei eingeschlagen waren und mehrere Menschen verletzt wurden. Natürlich erlaubt die Türkei auch nicht die Ausreise kampfwilliger türkischer Kurden, oder den Durchmarsch von YPG-Kämpfern aus den anderen kurdisch kontrollierten Regionen Syriens, das wäre ja noch schöner. Meiner Ansicht nach wird die Türkei erst eingreifen, falls der IS die Kurden besiegt. Dann werden türlische Panzer über die Grenze rollen, den IS aus der türkisch-syrischen Grenzregion vertreiben, diese besetzen und dabei gleichzeitig verhindern, dass es zu weiteren kurdischen Autonomiebestrebungen in diesen Gebieten kommt.

      Ich will hier nicht Werbung für die PKK machen, aber ich habe auch wenig Mitleid mit der Türkei in dieser Richtung. Man muss sich nur umschauen auf der Welt, Irland und die IRA oder die ETA in Spanien. Wenn man einen signifikanten Teil seiner Bevölkerung in Ausübung ihrer Kultur und Sprache unterdrückt bringt man nationalistische, oft gewaltbereite Gruppierungen hervor, dass ist einfache Mathematik. Und in der Türkei ist das der Fall und dort ist die Signifikanz der Minderheit mit annähernd 20% der Gesamtbevölkerung so groß wie sonst kaum wo. Natürlich ist es nicht in Ordung Zivilisten zu töten um seine Ziele zu erreichen, aber die Türkei tut auch keinen Schritt auf die Kurden zu und muss sich über die Aktionen der PKK also auch nicht wundern. Blöd nur dass es eben nicht die verantwortlichen Politiker trifft.
      Meine
      persönliche Meinung ist soweit, dass wir uns erst wirklich Gedanken
      darum machen müssen wenn der IS nicht vor Kobane sondern vor Görlitz
      steht.
      Natürlich, scheiß egal dass der IS tausende Zivilisten ermordet. Egal dass sie Sklaven in die benachbarten Ländern verkaufen. Egal dass sie zahlreiche kulturhistorische Stätten dem Erdboden gleichmachen. Egal dass sie aus blindem Hass jeden unterdrücken oder umbringen, der sich ihrem Willen nicht beugt. Das hat uns nicht zu interessieren, wir sind ja weit weg und die Probleme anderer brauchen uns hier nicht zu kümmern. :blöd:


      Und die Waffensysteme des IS sind zu großen Teilen westlich, weil die eine große Menge amerikanischen Geräts von der irakischen Armee erbeutet haben, die vorher von den Amis aufgerüstet wurde.
      ~ Ke nu jurkadir sha Mando'ade! ~

    • War das keine IRonie von NapCae?
      Nein war keine, ich möchte das in dem Beitrag dann auch etwas näher ausführen wie ich zu dieser Meinung gelangt bin.

      Diese einzelnen Salafistengruppen wie Du sie nennst könnten
      aber schon bald nicht mehr einfach nur von unserer Polizei bekämpft
      werden.
      Den LKAs sowie dem BKA stehen etliche Möglichkeiten zur Verfügung, neben dem Umstand, dass bedingt durch die "Nazi-Terror-Zelle" da inzwischen ein paar Grenzen flöten gegangen sind die es vorher noch gab. Natürlich sind wir vordergründig nach wie vor auf die Unterstützung durch unsere Verbündeten in dieser Frage angewiesen, insbesondere was die Überwachung angeht.

      Dennoch sind die zuständigen Polizeybehörden vorrangig nur politisch gefesselt. Auch an dem Punkt ändert sich die Stimmung zunehmend. Ich halte aktuell die Polizei sogar für fähiger die IS -Gruppen zu bekämpfen als die Bundeswehr. Genrell könnte man sogar soweit gehen, dass die Bundeswehr keinen effektiven Einfluss auf die deutsche Sicherheit vor IS Anhängern haben könnte.

      Natürlich, scheiß egal dass der IS tausende Zivilisten ermordet. Egal
      dass sie Sklaven in die benachbarten Ländern verkaufen. Egal dass sie
      zahlreiche kulturhistorische Stätten dem Erdboden gleichmachen. Egal
      dass sie aus blindem Hass jeden unterdrücken oder umbringen, der sich
      ihrem Willen nicht beugt. Das hat uns nicht zu interessieren, wir sind
      ja weit weg und die Probleme anderer brauchen uns hier nicht zu kümmern.
      Es wäre mir nicht scheiß egal, wären es Menschen die ich (näher) kenne (~20) und dir mir etwas bedeuten (1). Dies ist aber, da irgendwo weit weit weg nicht der Fall.
      Bei Görlitz wäre dies aber auch nicht der Fall und dennoch bin ich an der Stelle der Meinung, dass wir als Gemeinschaft im deutschen Staat ab diesem Punkt aktiv werden müssten.

      Ich verurteile niemanden dafür, wenn er sich in den Flieger setzt, dahin fliegt und gegen den IS kämpft. Das mag jeder machen wie er lustig ist und wünsche euch dann auch alles Gute und viel Erfolg!
      ABER : ich halte rein garnichts davon Menschen dazu zu zwingen, Mitten im Nirgendwo ihr Leben für Menschen zu riskieren die wir nicht kennen, die uns im Zweifel auch alle töten würden (ich sage nur PKK) und die sich am Ende genau so Dankbar zeigen werden für den bei Ihnen ausgetragenen Krieg wie es die Afghanen so "um" 2002 taten.
      Schaut man sich dann noch den Zustand der Bundeswehr an und deren tauglichkeit für Auslandseinsätze, dann wird mir ganz Übel bei der Forderung, unsere Mitbürger da runter zu schicken in einen Kampf der dort genauso wenig gewonnen werden kann wie damals am Horn von Afrika oder in anderen afrikanischen Bürgerkriegsgebieten.

      Der IS hat dort auch Unterstützer und eben nicht nur Gegner. Mischen wir uns da unten ein, wird es keine Lösung für den Konflikt geben und er wird wieder ausbrechen, sobald wir weg sind. Nur das dann, vielleicht die Kurden die Agressoren sind. Würden wir eine Lösung damit erreichen können, dass wir das Leben anderer mit der Forderung riskieren dort militärisch zu intervenieren, dann wäre ich durchaus geneigter dazu mich der Auffassung anzuschließen, dass wir dort helfen sollten.
      Aber die Erfahrungen der letzten 50 Jahre sollten eigentlich zur Genüge gezeigt haben, dass eine Lösung nicht von Außen herbeigeführt werden kann.

      Auch rang mir das afghanische Volk großen Respekt ab mit dem deutlichen Willen zu Demokratie trotz aller Gefahren wählen zu gehen, was zeigt, dass zumindest eine Hoffnung da sein kann. Aber in Afghanistan haben sich nicht zwei Völker gegenseitig abgeschlachtet. Einen Vergleich zur positiven Entwicklung dort zu ziehen wäre also völlig falsch, da es unterschiedliche Situationen sind.

      Darüber hinaus hat es immernoch einen Hauch von Kulturimperialismus, wenn wir der Auffassung sind, wir dürften entscheiden welcher Seite mit welchen Wertvorstellungen und Meinungen wir helfen dürften die andere zu vernichten. Ja die Leitsätze und Prinzipien der Anhänger des IS passen mir überhaupt nicht. Ja hier in Deutschland sollte man diese Menschen verfolgen und einsperren wenn Sie versuchen sollten etwaige Regeln hier durchzusetzen.
      Aber das Gewaltmonopol des Staates, welcher nichts anderes ist als der Wille der jeweiligen dort lebenden Gemeinschaft, endet an seinen Grenzen.

      Hauptpunkt ist und bleibt aber für mich, dass ich nicht bereit bin, Menschen in den Tod zu schicken für einen sinnlosen Kampf. Wer freiwillig gehen möchte - nur zu, sollen auch unterstützt werden dabei. Aber ich halte absolut nichts davon, irgendjemanden dazu zu zwingen den Kampf mit dem IS aufzunehmen fernab der Familie.

      Außerdem sollte man sich dabei mal in der Konsequenz hinterfragen. Wieso greifen wir in Kobane ein aber nicht in China wo derartiges auch vorkam und kommt? Oder Weißrussland oder Norkorea? Warum marschieren wir nicht in Nordkorea ein um das Volk vor Mord, Folter und Versklavung zu schützen? :weg:
    • Für jeden, der noch etwas mehr über die Kurden, den IS und den Irak erfahren möchte:

      ISIS vs. the Kurds

      Kann ich sehr empfehlen. Die Zeit, das durchzulesen, war es wirklich wert!

      Mich würde ja mal echt interessieren, wie genau der Kampfverlauf bis jetzt war. Die Medien berichten kaum was drüber, im Internet konnte ich leider auch kaum was finden.
      Das einzige, was man hört, ist vielleicht "X ist bis Y vorgerückt."

      Folgende Aussage aus dem Artikel fand ich da schon informativer:
      Although President Obama initially described ISIS as a small, unskilled force, his Administration has recently been much more concerned about the threat it poses. A U.S. official told me, “ISIS has kicked the shit out of anyone that’s got in its way, from al-Nusra, to the Islamic Front, to, you know, whatever the Free Syrian Army ever was, to Sunni tribes in Iraq who’ve tried to stand up to it. It is the most dominant force on the field.” Its military commanders have relied on a combination of conventional and guerrilla tactics—along with terrorism—to achieve their ends. Most of ISIS’s attacks against the Iraqi Army and the Kurds have followed the same pattern, the official told me. ISIS opens with a sustained artillery bombardment, which can last for days, then sends in waves of suicide bombers. When the defenses start to crack, its fighters race in on trucks, guns firing. This was how ISIS conquered the Iraqi cities of Sinjar and Al Qaim, on the Euphrates. “Without airpower, I think our guys would have a hard time holding them off,” the official said. He said that ISIS was the result of a brutal process of “combat Darwinism,” by which only the strongest, most fanatical fighters survived the American onslaught in 2006 and 2007, when Al Qaeda in Iraq was nearly destroyed. “These are the guys we didn’t kill.”
      Member of GothicTotalWar
      Auch bekannt als: der schwarze Prinz

      Offizieller Sieger des Shogun 2 Turniers 2011 vom Totalwar-Forum
    • Twiggels schrieb:

      Die Waffen wurden an die Feinde der ISIS geliefert. Diese hat sie nur erobert.
      Nicht so direkt, dass stimmt für den Irak, nicht jedoch für Syrien. Dort haben die Türkei, die USA, Großbritannien und Frankreich Waffen an die "syrischen Rebellen" geliefert, also an jeden der irgendwie gegen Assad gekämpft hat. Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass der IS damals als er noch nicht so sehr im Rampenlicht stand, sich da das ein oder andere auf ganz "legalem" Weg abgezwackt hat. Zudem es (unbelegte) Berichte gibt, wonach zumindest die Türkei den IS nach wie vor mit Waffen beliefert, so sollen unter anderem türkische Soldaten die einen Waffenschmuggel aufgedeckt haben, entlassen worden sein, für mich klingt das als wäre so eine Aufdeckung nicht vorgesehen gewesen.
      "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite."

      Yoda
    • DIe USA hat eine sehr restriktive Waffenexportpolitik nach Syrien gefahren gerade um das zu verhindern.
      Geplante Waffenlieferungen wurden aus diesem Grunde immer weiter aufgeschoben und sogar dann teilweise ganz gestoppt.

      Klar mag da nen GEwehr in die falschen Hände geraten sein.
      VOn einer planmäßigen Aufrüstung zu sprechen ist aber eine gigantische Übertreibung.
      Das ja gerade die kritik am Westen in Syrien. SIe haben eben nicht aufgerüstet,. Auch daraus zieht die IS die Stärke.
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      François Mitterrand
    • NapCae4 schrieb:

      Meine persönliche Meinung ist soweit, dass wir uns erst wirklich Gedanken darum machen müssen wenn der IS nicht vor Kobane sondern vor Görlitz steht.
      Diese Aussage ist doch deutlich zu kurz gesprungen. Denn wenn der IS vor Görlitz stehen würde, dann wäre die Kacke bereits mächtig am dampfen und alles eigentlich auch schon vorbei. In diesem Fall würde der IS bereits den kompletten Nahen Osten kontrollieren und auch große Teile von Europa. So unahrscheinlich dies auch sein mag, denke ich nicht, das wir es uns leisten können, nichts zu tun.

      Je eher solche Gruppierungen ausgemerzt und klein gehalten werden, umso besser. So weit wie in Syrien und im Irak oder die Taliban früher in Afghanistan, darf man es erst gar nicht kommen lassen.

      Eine Art von UN-Eingreiftruppe mit weltweiten extraterritorialen Vollmachten wäre doch was.
    • Hat sich eigentlich schon mal jemand Gedanken gemacht, was für Spinner das sein müssen, die aus Europa und den USA als Freiwillige nach Syrien oder den Irak gehen und sich dem IS anschließen?
      Irgendwelche gefrusteten Aushilfs-Machos, die mal eben den Rambo rauskehren möchten an der Front, meinetwegen. Muß man nicht verstehen, kann ich jedoch nachvollziehen. Doch diese beiden österreichischen Mädels ( sind wahrscheinlich ein paar mehr ), die sich als IS-Nutte verdingen......und das auch vorher noch wissen.
      Was geht denn eigentlich in den Birnen von solchen Menschen vor? Was fehlt denen hier in Europa, wo hängt´s?
      Vokale sind schwul!
    • Glaub ich nicht, dafür gab´s auch früher schon Bewegungen, die deutlich weniger Akzeptanz hatten, dafür aber eine linke idealistische Message: Che Guevara, Castro, auch die PKK.
      Wie gesagt, bei den Jungs kann ich das gedanklich nachvollziehen, doch bei den Mädels fehlt mir jegliches Verständnis.
      Vokale sind schwul!
    • Du glaubst alles nicht?
      Du glaubst der Chekult hat deutlich weniger Leute mobilisiert als die IS?

      Die PKK hat unter ihrer Zielgruppe (Kurden) sicherlich eine wesentlich höhere Akzeptanz und Unterstützung als der IS unter seiner (sunnitische Muslime)


      Selbst wenn 10 deutschsprachige Muslima sich Richtung Syrien aufgemacht haben sind das wie viel Prozent?


      P.S. Ich habe Radikalisierung über die Medienbegleitung des Nahostkonfliktes vergessen und die Unfähigkeit des Westens dort Freiden zu bringen.

      "Den armen Kinder die dort umgebracht werden muss doch geholfen werden. Der Westen machts ja nicht" ---> Andere Lösungen werden gesucht.
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      François Mitterrand
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