Illegales Streaming / Die Mär der Raubkopien?

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    • Leider nicht.

      rechtslexikon.net/d/bewegliche-sache/bewegliche-sache.htm
      tl;dr Körperliche Gegenstände die nicht Grundstücke sind, sind bewegliche Sachen.

      rechtslexikon.net/d/k%C3%B6rpe…C3%B6rperliche-sachen.htm
      tl;dr Körperlich ist ein Gegenstand, wenn er ein begrenztes Stück der den Menschen umgebenden Natur darstellt, gleich, ob er fest, flüssig oder gasförmig ist. Begrenzbarkeit bedeutet, dass er im Raume abgrenzbar sein muss.

      Trifft nicht auf Dateien zu.

      Es ging mir aber auch um die Bezeichnung "wegnehmen", was nicht zutrifft.
      „The Wheel of Time turns, and Ages come and pass, leaving memories that become legend. Legend fades to myth, and even myth is long forgotten when the Age that gave it birth comes again."
    • John schrieb:

      Aus meiner Sicht müsste der Verfolgungsdruck größer werden und die Strafen empfindlicher. Das legale Angebot ist inzwischen da. Diese Ausrede hat niemand mehr.
      Weil Abmahnwellen in der Vergangenheit so viel gebracht haben? Ich darf daran erinnern, dass bei Urheberrechtsverletzungen der Streitwert ein entscheidender Faktor ist. Sprich, wenn du z.B. eine MP3 herunterlädst wäre der Streitwert bei nem Euro. Selbst wenn du ein Spiel nimmst ist es nicht wirklich lohnend 50 Euro hinterherzujagen, deshalb konzentriert man sich ja sinnvollerweise auf diejenigen die Raubkopien verbreiten und das wiederum wird sehr aktiv getan. Wenn du jetzt aber sagen würdest mir egal, jeder der etwas illegal runterlädt muss pauschal 500 Euro zahlen, würden da wohl sehr schnell wieder Trittbrettfahrer aufspringen und abmahnen was das Zeug hält, blöd halt nur das der IP4 Pool beschränkt ist, eine eindeutige Zuordnung also nicht immer möglich ist und wehre dich dann mal als unschuldiger gegen die Behauptung etwas heruntergeladen zu haben, gar nicht so einfach.

      Von daher kein leichtes Thema. Was allerdings tatsächlich hilft, auch wenn sie manchmal etwas in Verruf geraten, sind effektive Kopierschutzmaßnahmen. Klar, geknackt werden kann fast alles, aber entscheidend sind nur die ersten Verkaufswochen, sind diese überstanden ist der wirtschaftliche praktisch nicht mehr messbar. Klar muss man hier auch zwischen den Medien unterscheiden, es klappt bei Spielen gut, aber Musik lässt sich praktisch nicht effektiv kopierschützen, hier muss über Masse verdient werden, bei Filmen hingegen kann man zwar ein bisschen was über Wasserzeichen und Vorsicht in den Presswerken machen, vor allem muss man aber die illegalen Inhalte die ersten Wochen sehr schnell aus dem Netz nehmen. Solange die illegalen Inhalte in miserabler Qualität oder nicht aufzufinden sind hat es etwa den selben Effekt wie ein Kopierschutz.

      Aber Spiele haben halt insgesamt die besten Möglichkeiten, The Witcher 3 z.B. beweist ja sehr gut das man sein Spiel sogar ohne Kopierschutz millionenfach verkaufen kann. Freilich wurde es auch häufig kopiert, aber es gab zu dem Spiel viele Patches, gratis DLCs und faire Angebote, das macht das raubkopieren auch eher unattraktiv weil aufwendiger, wer es trotzdem tut ist dann eher unbelehrbar.

      Filusi schrieb:

      Ich kenne einige, die so illegalen Kram machen, weil sie geizig sind oder halt damit für andere Sachen sparen und da keinerlei moralische Bedenken hegen ...

      Und dieses Selbstverständnis dabei geht mir persönlich gegen den Strich.
      Jo ich auch, ein ehemaliger Arbeitskollege von mir hat sich jedes aktuelle Spiel runtergeladen und diese auch proaktiv so ziemlich jedem der sich für ein Spiel interessiert hat angeboten.

      Gemessen an der Anzahl der Leute die ich kenne ist das aber eine absolute Minderheit, solche Leute werden da wahrscheinlich auch in Zukunft ihr Verhalten nicht ändern. Aber ich bin überzeugt davon, dass ein eigenes Einkommen + leichte Verfügbarkeit + gute Angebote der beste Weg sind um Raubkopien im Zaum zu halten, ich meine Steam, Spotify, Netflix, alles super einfach und ich kenne inzwischen kaum noch jemanden der nicht zumindest mit einem einzigen Streamingdienst Erfahrungen gemacht hat.

      Twiggels schrieb:

      Zu der Ursache der niedrigen Preise von Spotify und Co. und den daraus resultierenden eher geringen digitalen Einnahmen für die Künstler habe ich oben schon was geschrieben.

      Aber noch mal kurz:
      Ohne den Druck der Illegalität hätte es keine derartig billigen legalen unbegrenzte Musikzugänge gegeben.

      Die wären viel teurer gewesen und wären wahrscheinlich noch später am Markt, wenn überhaupt, aufgetaucht.
      Was einerseits schlechter für die Kunden, aber besser für die Musikindustrie gewesen wäre.
      Da kannst du durchaus recht haben, man sollte aber nicht vergessen, dass die Musikindustrie sich, wie auch andere Industrien, ziemlich innovationsfeindlich verhalten hat. Man hat so gut es geht versucht an einem alten Geschäftsmodell festzuhalten, welches nicht mehr funktioniert hat und damit hat man sich angreifbar gemacht. Ich meine ich kann gut verstehen, dass viele Leute keine Lust verspürt haben überteuerte CDs mit zweifelhafter Qualität zu kaufen, auf denen man die Hälfte der Lieder gar nicht haben möchte.

      Du darfst aber nicht vergessen, dass die erste "Revolution" der Musikindustrie der Verkauf von MP3s war und nicht das kostenpflichtige Streaming und bei MP3s waren und sind die Margen wesentlich größer als bei Streaming. Nachdem dann die Streaming-Dienste wie Pilze aus dem Boden gesprossen sind hat sich die geschwächte Musikindustrie darauf gestürzt und tatsächlich sind die die Gewinne auch das erste mal seit Jahren gestiegen, durch die Anzahl der Anbieter war man ja auch in einer guten Verhandlungsposition.

      Das Problem an dem Geschäftsmodell ist, dass da bisher nur die Musikindustrie Geld damit verdient, die Streamingdienste selbst machen Verluste und die Künstler bekommen dank undurchsichtiger Verträge auch nicht viel vom Kuchen ab. Das führt zu einer sich beschleunigenden Marktbereinigung, am Ende werden dann vielleicht noch 3 Anbieter übrig bleiben, wenn überhaupt. Derweil sind die CD und MP3 Verkäufe mit den guten Margen soweit kanibalisiert dass man plötzlich in Abhängigkeit zu den Streamingdiensten steht. Die hingegen machen es Künstlern inzwischen sehr sehr einfach sich ganz direkt dort anzumelden, ganz ohne ein zwischengeschaltetes Label.

      Lange Rede kurzer Sinn, hätte man sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen und sich so lange mit Händen und Füßen gegen Innovationen gewehrt, wäre man jetzt in einer wesentlich besseren Position. Naja, wenigstens Vinyl ist ein Hoffnungsschimmer :D
    • Hades85 schrieb:

      Twiggels schrieb:

      @Flo78. Die Sammler hätten sich sicher nicht alle diese Songs gekauft. Aber sie hätten sich welche gekauft!
      Pränapster gab ich z.b. etwa 30 DM jeden Monat für Musik aus.
      Postnaüster waren es dann 0 DM und meine Ausgaben wanderten in andere Bereiche.
      DAs kann man sehr krass an meiner im Keller existierenden CD Sammlung sehen. Ab 2000 gabs da fast keine Neuzugänge.
      Und wieder das "Henne Ei Problem", woher möchtest du wissen dass sie garantiert welche gekauft hätten?
      Also meinen Musik-Konsum besänftige ich mit Youtube und Spotify(Free-Abo). Ich habe in meinem Leben eine CD gekauft, eine Single von Massiv Attack - Special Cases. In meiner Jugend habe ich durch MTV und Viva alles bekommen was ich brauchte, im Zweifel hatte mein Vater VHS-Kassetten mit den entsprechenden Stücken von diesen Sender aufgenommen. Ich habe mit ein paar Börsen dann auch ein paar Lieder geladen. Aber ich bin der festen Überzeugung dass ich für meinen Teil niemals eine weitere CD gekauft hätte, auch wenn ich nicht die Möglichkeiten gehabt hätte die ich gerade beschrieben habe. Ich weigere mich eigentlich komplett den ganzen "Zwischenstationen" einen müden Cent zulassen, wenn der Künstler meist nur einen Bruchteil bekommt , abgesehen von den Super Stars.

      Als MTV dann von der Bildschirmfläche verschwand, hat sich auch mein ganzes Konsumverhalten verändert. Fast alles nur noch über Youtube. Und wenn ich mir anhöre was derzeit an Musik läuft, habe ich über 10 Jahre nichts verpasst, grausam.
      Ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich die letzte CD gekauft habe. Muß so wie bei Twiggels um die Jahrtausendwende gewesen sein. Ist es immer noch so, daß spotify im free abo die Qualität runterschraubt? Hatte das mal eine Woche lang getestet und dann eben aus dem Grund wieder entsorgt.

      Imperator Bob schrieb:

      Naja, wenigstens Vinyl ist ein Hoffnungsschimmer
      Genau!
      Und um die Kurve zu oben zu kriegen: Die VHS-Kasette war der Einstieg um ein Konzert aufzunehmen. CDs waren toll aber in der Masse einfach zu teuer. Danach kam die Zeit als ganze HDs innerhalb eines Freundeskreises rumgereicht wurden und die mp3s, die letztlich aus den Tauschbörsen stammten, kopiert wurden. Lustig hierbei war, wenn man einen Fehler im Lied (knacken, Aussetzer o.ä.) hatte und den gleichen Song mit Fehler auf einer Party hörte. Man wußte sofort die Quelle.

      Youtube hat quasi MTV beerbt und die CD ist eigentlich auch schon tot

      Und was bleibt? Das Vinyl. Bei guter Pflege lebt eine Schallplatte ewig. Dann einfach mal ein paar Kröten in eine Anlage und Plattenspieler investieren und los. Mittlerweile kaufe ich nur noch Schallplatten und lass das ganze andere Gedöns. Vom Sound kann da auch nichts mithalten. Mittlerweile gibt es ja auch wieder höhere Produktionszahlen und die Preise gehen langsam wieder nach unten.

      Und wer mag kann auch seine Platten digitalisieren. Da gibt es Plattenspieler mit USB dafür.

      Hierzu hab ich noch eine Frage: Wenn ich ein Album/Lied rechtmäßig erworben habe - egal auf welchem Medium produziert, darf ich es doch für den Eigengebrauch vervielfältigen, oder?
      Beispiele: Ich habe die 7"-Single von Falco - Der Kommissar und digitalisiere die von der Platte in mp3. Alternativ und zeitsparend lade ich mir den Song runter als mp3. Das eine legal und das andere illegal? Oder ist auch der download legal, da ich ja für den Titel schonmal bezahlt habe? Das Ergebnis ist ja gleich. Einfach nur weil der Plattenspieler recht wenig mobil ist und man die Songs auch mal außerhalb des Wohnzimmers hören könnte. Ansonsten soundqualitativ und audiophil natürlich Frevel von analog in digital umwandeln. :)

      Irgendwo liegen auch noch eine Handvoll Musikkasetten aus den 80ern rum. Da wäre es ja dann das Gleiche und ich hätte das Recht an dem Song. Zumindest war die Rechtslage mal so.
      Und wie ist die Rechtslage bei toten Künstlern wie Falco? Klar, bei M. Jackson kassiert die Familie die nächsten 500 Jahre. Aber wie schauts da bei Mozart oder J. S. Bach aus?



      Ich gehe nicht euren Weg - ihr seid mir keine Brücken.
      - Friedrich Nietzsche -
    • Also Schallplatte halte ich für völlig unsinnig. Reiner Retro-Hipster-Trend. Völlig unpraktisch.

      Ich denke Stream wird sich durchsetzen. Aber ich höre eh nur noch Online-Radio. Die Zeiten in denen ich Lust und Zeit hatte eine Musiksammlung zu pflegen sind schon lange vorüber.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Manche Leute lesen gerne Bücher und sammeln die dann gerne, manche sammeln gerne CDs bzw. Vynl. Ist doch jetzt die gleiche Diskussion wie mit einem E-Book.
      So eine Sammlung ist was schönes. Trotzdem haben die meisten Leute noch einen Streamingdienst, weil er einfach praktikabler ist.
    • John schrieb:

      Also Schallplatte halte ich für völlig unsinnig. Reiner Retro-Hipster-Trend. Völlig unpraktisch.

      Ich denke Stream wird sich durchsetzen. Aber ich höre eh nur noch Online-Radio. Die Zeiten in denen ich Lust und Zeit hatte eine Musiksammlung zu pflegen sind schon lange vorüber.
      Ist auch nichts für Hippster....von daher nur für Solche aktuell Trend. ;) Sondern mehr als eine Alternative für Genießer und/oder Sammler daher nichts für die "stumpfe" Masse.



      Ich gehe nicht euren Weg - ihr seid mir keine Brücken.
      - Friedrich Nietzsche -
    • Flavius Jolius schrieb:


      Hierzu hab ich noch eine Frage: Wenn ich ein Album/Lied rechtmäßig erworben habe - egal auf welchem Medium produziert, darf ich es doch für den Eigengebrauch vervielfältigen, oder?Beispiele: Ich habe die 7"-Single von Falco - Der Kommissar und digitalisiere die von der Platte in mp3. Alternativ und zeitsparend lade ich mir den Song runter als mp3. Das eine legal und das andere illegal? Oder ist auch der download legal, da ich ja für den Titel schonmal bezahlt habe? Das Ergebnis ist ja gleich.
      [...]
      Und wie ist die Rechtslage bei toten Künstlern wie Falco? Klar, bei M. Jackson kassiert die Familie die nächsten 500 Jahre. Aber wie schauts da bei Mozart oder J. S. Bach aus?

      Dachte mir schon dass dich Platten hervorlocken :D

      Also rein aus dem Gedächtnis: Privatkopien sind möglich, aber nur wenn kein Kopierschutz umgangen wird. Der Download wird dadurch auch nicht legaler, ob sinnhaft oder nicht.

      Und Künstler müssen ziemlich lange tot sein bevor du was umsonst bekommst, je nach Land in der Regel so 70 - 90 Jahre.
    • Imperator Bob schrieb:

      Und Künstler müssen ziemlich lange tot sein bevor du was umsonst bekommst, je nach Land in der Regel so 70 - 90 Jahre.
      Was dann wiederum die meisten Klassik-Fans freuen wird. :D
      ...jetzt weiß ich auch warum die Klassik-Platten im Laden keiner kauft und die so billig sind. :stimmt:



      Ich gehe nicht euren Weg - ihr seid mir keine Brücken.
      - Friedrich Nietzsche -
    • Flavius Jolius schrieb:

      Imperator Bob schrieb:

      Und Künstler müssen ziemlich lange tot sein bevor du was umsonst bekommst, je nach Land in der Regel so 70 - 90 Jahre.
      Was dann wiederum die meisten Klassik-Fans freuen wird. :D ...jetzt weiß ich auch warum die Klassik-Platten im Laden keiner kauft und die so billig sind. :stimmt:
      Man muss dabei Unterscheiden zwischen den Stück und er Aufführung. So kann man Mozartstücke öffentlich selber spielen, aber z.B. mit der Aufnahme eines Orchesters kein Geld machen, da dort das Uhrheberrecht beim Orchesters liegt. Soweit ich es in Erinnerung habe.